Einzelbild herunterladen

Deutscher Reichstag.

das friedliche Zusammenwirken der Konfession stören kann. In der katholischen Geistlichkeit ist kaum ein Wort dagegen gesprochen worden. Dennoch müsse man fragen, war es= tig und zweckdienlich, diese Dekrete auch für Deutschland zu erlassen? Die Lehrer unterstehen in ihren Lehren einer staatlichen Kontrolle. Man soll aber nicht überall der Ge­finnung der Lehrer nachforschen, das würde zur Gesinn= ungsriccherei ausarten. Wenn die Interessen der Evange­lischen gefährdet werden, so werden wir dagegen einschrei­ten. Das Vorgehen der Kurie auf diesem Gebiete hat uns mit tiefem unbehagen erfüllt. Wir sind Feinde eines jeden Kulturkampfes und wir wollen mit unseren katholischen Mitbürgern in Frieden leben. Dabei ist es nötig, daß eine Konfession auf die andere Rücksicht nimmt. Wir haben eine Gesandtschaft am päpstlichen Stuhl. Der Wert dieses In­stituts wird bei uns in Frage gestellt, wenn es nicht benuht Dieser wird zur Verständigung auf firchlichem Gebiet. Volksstimmung hat die Regierung bei threr Stellungnahme Rechnung getragen. Wir wünschen aber nicht, daß uns von ihr Steine in den Weg gelegt werden. Ich meine, daß nicht alle Maßnahmen der Kurie die Rücksicht auf Preußen und die deutschen Verhältnisse beobachtet haben, die unentbehr­lich ist, um den befriedigenden Zustand, in dem wir leben, zu erhalten. Der Papst hat niemals verfehlt, zu betonen, daß ihm die Aufrechterhaltung des friedlichen Verhältnisses zwischen Staat und Kirche am Herzen liegt. Würde ich über= zeugt, daß die vom Papst gewollte Kirchenpolitik darauf hinausgeht, unsere Staatsinteressen zu übergehen, dann gelte es Kampf gegen Kampf. Diese Vorausseßung trifft aber nicht zu. Wir müssen auf beiden Setten bemüht sein, Reibungen zu vermeiden. Wir werden Geistliche, die den Eid geleistet haben und als Lehrer an Gymnasien wirken, nicht beseitigen, aber wir werden Geistlichen, welche den Eid geleistet haben den Unterricht z. B. im Deutschen und in der Geschichte nicht mehr übertragen. Die Gesandtschaft beim Vatikan hat uns wiederholt gute Dienste geleistet. Ih­re Aufhebung würde die Wünsche der katholischen Bevölke­rung unberücksichtigt lassen. Die Vorstellung, daß die Re­gierung vor ciner ernsten Auseinandersetzung mit Rom zu­rückschrecke, ist falsch. Ich erinnere daran, daß auch Zürst Bismarck im Kulturkampf seinen Frieden mit Rom gemacht hat. Alle Parteien hegen den Wunsch, der preußische Staat möge den Frieden wahren, solange es ohne eine Minderung seiner wesentlichen Interessen und seiner Würde geschehen fann.

Am Dienstag standen die Einnahmen des Militär­etats zur Beratung, in denen die erste Rate aus dem Ver­tauf des Tempelhofer Feldes enthalten ist. Es kam zu et­ner eingehenden Aussprache über diese, bereits in der Bud­getfommission mit Ausführlichkeit erörterte und lange Zeit hindurch in der Presse mit einer vielfach kaum verständ­lichen Erregung, die die notwendige Sachlichkeit recht oft vermissen ließ, behandelt worden ist. Daß die Stadt Ber­Itn nicht damit einverstanden ist, daß das kleine Tempelhof thm den Rang abgelaufen hat und sicherlich einen auch für Berlin nicht zu verachtenden Gewinn dadurch haben wird, fam auch Dienstag gleich zu Beginn der Debatte recht deut­lich zum Ausdruck. Die beiden freis. Redner, die Abgg. Dove und Wiemer, der eine Berliner Stadtverordneter, der andere Stadtrat, leiteten die Debatte ein. Abg. Dove rich­tete seine Polemik gegen die staatsrechtliche Seite des Ver­taufs, die längst als im Sinne der Militärverwaltung und der Reichstagsmehrheit entschieden betrachtet werden kann, während Abg. Wiemer durch entwicklungsgeschichtliche Be­trachtungen den Nachweis zu führen suchte, wie wenig ent= gegenkommend die Stadt Berlin behandelt set. Einen leb­haften Sekundanten fand die Militärverwaltung in dem Abg. Erzberger( zugleich Referent.) Er schilderte nochmals eindringlich das zögernde Verhalten Berlins zu der Zeit, wo ihm die Eingemeindung Tempelhofs von allen maßge= benden Instanzen, unter anderem dem damaligen Ober­präsidenten jebigen Reichskanzler förmlich aufgedrängt ist, wo es diese aber unter befremdlichen Begründungen wegen der Chausseekosten abgelehnt hat, während es jetzt den Em­pfindlichen spiele, da es seine frühere Polttik als nicht ge= rade weitausschauend erkannt habe. Freiherr v. Richthofen ( fons.) hob hervor, daß an eine sachliche Veränderung des Kaufvertrages nicht mehr zu denken set hob im übrigen den guten Ton hervor, in dem die Verhandlungen, im Ge­gensatz zu manchen Preßerörterungen geführt wurden und bekundete, wie schon Abg. Erzberger ein Einverständnis mit einem etwa zwischen Berlin und Tempelhof zustande­gekommenen Einigungsvertrag, bei dem der Ertrag für das Reich nicht gekürzt wird, ein Verlangen, das eine Reso­lution auch an die verbündeten Regierungen richtet. Abg. Fischer- Berlin( Soz.) bezeichnet in längerer Rede Tempel­hof lediglich als die Etikette für die dahinter stehenden Bodenspekulanten. Kriegsminister von Heeringen gab in Erwiderung auf die Vertreter von Berlin eine eingehende Darstellung der Verhandlungen. Irgendwelche Einwir­fung von außen ist auf das Kriegsministerium nicht er­folgt. Es habe rein sachlich die Interessen des Reiches ge­wahrt ohne Ansehen des Käufers. Das öffentliche Interesse habe die Heeresverwaltung voll gewahrt, sowohl nach der hygienischen Seite als auch dahin, das Geld zum Erwerb neuer Truppenübungspläße zu schaffen. Tempelhof ist vom 1. April an rechtlich Besizer der westlichen Hälfte. Partei­politische Gesichtspunkte liegen der Verwaltung ganz fern. Sie hätte gern mit Berlin abgeschlossen, wäre nur irgend­eine Möglichkeit dazu gewesen. Abg. Weber( natl.) hält die staatsrechtliche Frage nicht für geklärt. Der Tempelhofer Vertrag sei aber rechtsgültig. Redner wünscht. daß beim Bebauungsplan der Volksgesundheit mehr Rechnung ge­tragen werde durch mehr freie Plätze und Straßen, denn die Wohnungsverhältnisse in Berlin seien tiefbedauerlich. Nur dürften die Interessen des Reiches nicht leiden. Staats­sekretär Wermuth erklärte, die Beweglichkeit der Verwal­tung würde gehemmt, wenn solche Verkäufe von der Zu­stimmung des Reichstages und des Bundesrates abhängig wären. Auch bei dem Verkauf von Festungsgelände habe der Reichstag nie Einwendungen gemacht, und niemals wurde eine Eintragung abgelehnt, durch mangelnde Ge­nehmigung von Bundesrat und Reichstag. Die fortschritt­liche Volkspartei erreichte in der Abstimmung nicht die Au­nahme ihrer Resolution, die den Reichskanzler zur Förde= rung von Verhandlungen zwischen Berlin und Tempelhof anregen will. Dagegen wurde eine Resolution der Bud­getfommission angenommen, die eine allgemeine gesetzliche Regelung über Einnahmen und Ausgaben", d. h. über das Etatsrecht wünscht. Auch das allerletzte Stück vom Heeres­etat, der Etat des Reichsmilitärgerichts, wurde noch in zwei­ter Lesung genehmigt. Endlich wurde noch die Heeresvor= lage in dritter Lesung angenommen. Am Mittwoch be= ginnt die Beratung des Postetats.

Der Kanzler über den Modernisteneid.

Im preußischen Abgeordnetenhause hat am Dienstag der Reichskanzler in einer Rede über die Wirkungen des Modernisteneides gesprochen. Er erklärte, die Kurie trage allein die Schuld an der Störung des konfessionellen Frie­dens, und ließ erkennen, daß die preußische Regierung an der Grenze der Nachgiebigkeit angekommen sei.

Im einzelnen führte der Kanzler aus: Es wird nie­mand bestreiten, daß die Dekrete eine starke Verstimmung im Volfe herbeigeführt haben. Die Bestimmung über den Modernisteneid berühre das Verhalten jedes einzelnen Ka­tholiken zu seiner Kirche und entziehe sich daher einer Dis­kussion, die das Verhältnis des Staates zur Kirche zum Gegenstand hat. Hält es die Kirche in ihrem Interesse für nötig, ihre Diener unter einen Eid zu stellen, so ist das thre Sache. Aber diese Dinge können eine Form annehmen, die

10)

Das Familiengeheimnis.

Roman von 2. Walter.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Vom Kanzler. Wie aus Berlin berichtet wird, sind alle Gerüchte, die von der angeblich erschütterten Gesund­heit des Kanzlers wissen wollen, unbegründet. Herr von Bethmann Hollweg hat zwar in früheren Jahren an vor­übergehenden Störungen der Verdauungsorgane gelitten, so daß zeitweilig ein Aufenthalt in Kissingen in Frage tam; es fam aber nicht zur Ausführung dieses Planes, da der Kanzler durch wichtige Arbeiten von einem längeren Urlaub abgehalten wurde. Trotzdem erfreut sich der Reichs­tanzler gegenwärtig des besten Wohlbefindens und seine Arbeitskraft ist unvermindert.

Nachdruck verboten.) , Beunruhige Dich nicht, meine liebe Braut; wir sind ja für Zeit und Emigkeit mit einander verbunden! Ach, ich habe in meinem Unglüd doch auch Glück!" fügte er hinzu, indem er seinen Arm um die schlanke Taille des reizenden Mädchens legte. Den Vater hat mir der Tod genommen; dafür bietet mir das Leben einen Schaz, der mich zu dem glücklichsten Menschen auf der Erde macht. Und ich werde mich des Loses würdig zeigen, das der Himmel mir ver­liehen."

Ach, Karl, müßtest Du nur nicht in die schreckliche Stadt zurück! Mir ist, als ob ich mich für immer von Dir trennen sollte!"

marofianischen Nordwestküste nicht gezeigt worden ist, wird das Erscheinen des Kriegsschiffes von der deutschen Ko Ionie freudig begrüßt.

In Portugal häufen sich die Schwierigkeiten für die republikanische Regierung. Sie ordnete an, daß die Na­men sämtlicher Reisenden, die aus Brasilien oder dem nördlichen Europa fommen, der Polizei übermittelt wer­den. Die Regierung hat nämlich eingehende Nachrichten über eine Verschwörung in Rio de Janeiro erhalten, von Det der in Lissabon Verzweigungen entdeckt wurden. Ministerrat soll beschlossen haben, die Einkünfte des Bi­schofs von Oporto zu sperren und ihn aufzufordern, das Bistum zu verlassen, weil er trotz des Verbotes der Res gierung den Priestern befohlen habe, den Hirtenbrief zu verlesen, worin die Priester zum Ungehorsam gegen die republikanische Regierung aufgefordert werden. Die Prie­ster, die den Hirtenbrief des Bischofs von Oporto verlesen haben, wurden verhaftet, vor den Staatsanwalt geführt und einem Verhör unterzogen. Der Gouverneur stellte an die Regierung das Ersuchen, den Bischof aus Oporto aus­zuweisen.

Der Vorsitzende des Bundes der Industriellen Geheimer Kommerzienrat Wirth( Berlin) ist vom Staatssekretär des Reichskolonialamts zum Mitgliede der ständigen wirt­schaftlichen Kommission der Reichskolonialverwaltung er­nannt worden.

Denke an die Worte Deiner Mutter!" mahnte Karl liebreich.

Kleine Nachrichten.

In Zahlungsschwierigkeiten geraten ist die bekannte Berliner Bankfirma Karl Neuburger, Kommanditgesell­schaft auf Aktien, die ein stattliches Gebäude in der Fran­zösischen Straße besitzt und außerdem 35 fleine Provinz­filialen nterhält. Es werden zurzeit Verhandlungen zur Unterstüßung des Instituts geführt.

Die sozialdemokratischen Reichstagskandidaten, die diesmal in fast allen 397 Wahlkreisen aufgestellt sind, ver­teilen sich ihrem Berufe nach wie folgt: 16 Zeitungsver­leger, Buchdruckereibesitzer und Buchhändler, 27 Geschäfts­führer, Expedienten und Buchhalter, 55 Partei- und Ar­beiter sekretäre, 73 Beamte, die im Dienste der Gewerkschaf= ten stehen, 81 Redakteure und Schriftsteller, sieben Kassen­beamte und sechs Lagerhalter. Außer den Vorgenannten, die in einem bestimmten Verhältnis zur sozialdemokratischen Partei oder den Gewerkschaften stehen, sind aufgestellt: 7 Fabrikanten, 10 Rechtsanwälte 2 Gutsbesitzer, ein Land­wirt und ein Gürtler, 8 Gastwirte, 2 Maler- und 2 Tisch­lermeister, 3 Schneider- und ein Schuhmachermeister, ein Bierverleger, ein Photograph und ein Zigarrenmacher. Nichtselbständige Arbeiter( Bauarbeiter usw.) findet man im ganzen 19. Unter den 386 Kandidaten sind schließlich noch ein Apotheker, ein Adjunkt( aus der Pfalz), ein Ver= walter und zwei Privatiers. Bei den übrigen Kandidaten ist kein Beruf ersichtlich.

Ich denke schon daran; aber sie beruhigen mich nicht." " Meine Anwesenheit in dem Comptoir ist jetzt nöti­ger als sonst; schon um Dich zu beruhigen, würde ich die Stadt meiden... aber ich bin jetzt der Chef unserer Fir­ma und habe ernste Pflichten zu erfüllen. Bete für mich, Auguste, und es wird alles gut werden. Nicht alle Men­schen können doch der Epidemie erliegen.. ,, Du mußt also fort?"

Gewiß!"

" So lebe wohl!"

" Auf Wiedersehen!"

,, Romme jeden Abend."

" Gleich nach dem Schlusse des Comptoirs."

Und sollte ein Ereignis eintreten, was Gott verhü­ten wolle, so sende mir gleich einen Boten, daß ich zu Dir eilen kann."

,, Du wirst von allem unterrichtet werden, Auguste." " Ach, könnte ich mit Dir die Gefahr teilen." Ich erblicke noch keine Gefahr."

Antonio Fogazzaro, der berühmte italienische Dichter und Romancier, der auch in Deutschland durch Uebersez­ungen fast aller seiner Werke bekannt geworden ist, ist im Alter von 69 Jahren am Dienstag morgen in Vicenza, seinem Wohnort, gestorben.

Eine eigenartige Duellaffäre wird aus Gera gemeldet. Der Rechtsanwalt Kormann forderte einen Richter und den zweiten Staatsanwalt des Landgerichts zum Zweikampf, da er sich von ihnen beleidigt fühlte und sie sich weigerten, zu revozteren. Die beiden nahmen die Forderung nicht an und erstatteten Anzeige gegen den Rechtsanwalt.

Ein deutsches Kriegsschiff in Casablanca. Nach einer Pariser Meldung aus Cafenea wird der deutsche Kreu­zer Eber" in einigen Tagen im Hafen von Casablanca eintreffen. Eingeborene versichern, daß zum ersten Mal ein deutsches Kriegsschiff in Casablanca vor Anker geht. Der ,, Eber" tommt von den fanarischen Inseln und wird drei Tage in Casablanca Aufenthalt nehmen. Angesichts der innermarokkanischen Unruhen und in Anbetracht der Tatsache, daß seit langer Zeit die deutsche Flagge an der

,, Gute Nacht denn!"

Befehl wird

gefprochen. gebniffes de Den 15 Bälle Ben, 10 faller ten Lebrer

nur einen

Gabre Sucht

in Jahr& Høtet.

Bom täg wirft der Mi anaichendes burtstage ur Bürften erfch Bringregent und Gelehrt ider Regent fen Garten Bob mitten eigt er wo Bie Schwane whenburg, fei Ben nicht mi See zahlloje Feben laffen. Deb Comme gegnet, geht

Zwei Einbrecher drangen in das Jagdschloß des in Ber­lin ansässigen Gutsbesizers von Martius in Nonn bei Bad Reichenhall ein und wurden dabei überrascht, als sie eben Silbersachen einpackten. Der Obergärtner stellte sich ihnen mit schußbereitem Gewehr entgegen; troßdem entkam einer, der zweite wurde der Polizei übergeben.

Durch einen ungetreuen Kassierer ist die Genossen­schaftsbank Tempelhof bei Berlin schwer geschädigt worden. Die Veruntreuungen betragen etwa 140 000 Mark.

Sie hing zitternd an seinem Halse. Er bedeckte ihren Mund und ihre Wangen mit heißen Küssen. Auch ihm war recht bange, die Besorgnisse der Geliebten teilten sich ihm mit. Trotzdem suchte er Mut zu zeigen; noch einmal drückte er das Mädchen fest an sich, dann ging er festen Schrittes dem Stadttore zu, dessen Umrisse er unterscheiden konnte. Als er sich umblickte, sandte ihm Auguste Grüße mit dem flatternden Tuche nach.

In frecher Weise bestohlen wurde auf der Neunorter Produktenbörse ein 85 Jahre a'ter Makler. Er wollte Hunderttausend Tollar in Wertpapieren deponieren. Zwet Diebe rannten ihn an und warfen ihn um, halfen ihm dann auf und reichten ihm das Kuvert mit den Papieren, das ihm entfallen war. Später erst entdeckte er, daß das Kuvert umgetauscht worden war.

Ein herrliches, ein wundervolles Mädchen!" dachte er. Gott wird gnädig sein und ein Glück nicht zerstören, das diesem Engel bestimmt ist."

Er trat in die menschenleeren Straßen. Bald zog er die Glocke an dem väterlichen Hause.

3.

In einem Anfall von Geistesgestörtheit hat Dienstag mittag die 30jährige Frau des Schlossermeisters Schlotfeld in Hannover ihren 2jährigen Sohn im Bett erdroffelt. Ihre beiden Töchter im Alter von 6 und 8 Jahren stürzte sie in den Graben der Eilenriede und sprang dann selbst nach, doch konnte sie und die beiden Mädchen gerettet werden.

Einen Mordversuch unternahm in Leipzig Dienstag früh ein 25 Jahre alter Arbeiter auf seine von ihm ge­trennt lebende Ehefrau. Er schlug die Frau mit einem Hammer auf den Kopf, so daß sie bewußtlos zusammen­brach. Bei seiner Verhaftung gab er zu, daß er die Absicht gehabt habe, seine Frau zu erschlagen.

Ein furchtbares Eisenbahnunglück hat sich am Dienstag in der Nähe von Budapest ereignet. Auf einer Industrie­bahn löste sich ein mit Holzstämmen beladener Eisenbahn­wagen ab, sauste talabwärts und entgleiste an einer schar fen Kurve. An der Unfallstelle befanden sich 23 Arbeiter, von denen 17 durch den umstürzenden Wagen auf der Stelle getötet wurden. Zwei wurden lebensgefährlich verletzt.

Auf belebter Straße erschossen wurden am Dienstag in Warschau zwei auf Wache stehende Polizisten. Obwohl hunderte von Personen der Tat beiwohnten, konnten die Täter entkommen.

Bei einem Deckeneinsturz in Samocz auf russisch- pol­nischem Gebiet wurden vier Personen, die gerade beim Mittagessen saßen, erschlagen.

Auguste sah ihrem Verlobten so lange nach, bis er in einer Biegung des Weges zwischen den beginnenden Bäu­men der Promenade verschwand. Nun trat sie den Rück­weg an. Sie ging langsam, um über ihr Glück nachzuden­ken, denn dem Manne ihrer ersten Liebe angehören, ihm alle Sorgfalt und Zärtlichkeit widmen zu können, die ihr junges Herz für ihn barg, war ihr einziger Wunsch, ihr einziges Streben gewesen. Jetzt war sie dem Ziele so nahe, daß sich an der Erreichung desselben nicht mehr zweifeln ließ. Die Liebe ist, wie jede Leidenschaft, egoistisch; Au­guste war ein feinfühlendes, mit den besten Eigenschaften ihres Geschlechts ausgerüstetes Mädchen.. troydem gab sie sich dem Glücke hin, das der heutige Abend ihr ge= bracht; die Trauer um den Vater Karls, den sie nur flüch­tig einigemale gesehen, trat zurück vor der Seligkeit, die die Liebe bereitete. Sie hatte das Haus erreicht, dessen Tür angelehnt war; aber Auguste konnte sich nicht ent­schließen, den engen Raum zu betreten, sie bedurfte der frischen Luft, des Anblicks des Horizonts und des Mondes, der in stiller Pracht über der Landschaft schwebte. Wie rasch hatten sich die Verhältnisse geändert! Gestern noch non Ungewißheit geveiniat, durfte das liebende Mädchen

Aus den Gerichtssälen.

Das Urteil gegen den Rektor Bock in Berlin. Rektor Bock von der 40. Gemeindeschule zu Berlin wurde nach dreitägiger Verhandlung am Dienstag nachmittag von der Straffammer unter Freisprechung von den übrigen Fällen wegen zwei vollendeter Fälle und eines versuchten des Verbrechens gegen die Sittlichkeit zur Gesamtstrafe von ejnem Jahre und drei Monaten Gefängnis verurteilt, von denen sechs Monate durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen werden. Auch wird ihm die Fähig keit, öffentliche Aemter zu befleiden, auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. Der gegen ihn erlassene Haft­

sich heute einer sicheren Hoffnung hingeben. Auguste wollte die erste Freude austoben lassen, wollte sich mit dem Gedanken vertraut machen: Du bist die Verlobte Karls!

Da hörte sie Schritte an der Giebelseite des Hauses. Von dort her kam der Weg aus dem Felde, das sich jenseits eines kleinen Baches unabsehbar ausbreitete. Ringsum lagen reiche Dörfer und hier und dort kräftige Forste. Au­guste wollte sich zurückziehen; aber ein Wimmern, das an ihr Ohr schlug, fesselte sie an den eingenommenen Plaz. In demselben Augenblick erschien auch die Mutter auf der Schwelle; sie war besorgt und wollte nach der Tochter sehen.

Mutter!"

,, Was geht hier vor?"

,, Lausche einen Augenblia."

Das Geräusch langsamer Schritte ließ sich wiederum pernehmen, dann ein leiser Seufzer, der aus einer schwer befümmerten Brust kommen mußte. Die Stille des Abends gestattete es, jeden Laut zu unterscheiden.

Ein unglücklicher Mensch," flüsterte Auguste. " Oder ein Kranker," fügte die Witwe hinzu. Was beginnen wir?"

"

Wenn Hilfe nötig, müssen wir sie leisten." " Das ist Ehrenpflicht."

Aengstlich warteten die beiden Frauen.

Nach zwei Minuten trat ein Mann aus dem Schatten hervor, dec sich schwankend auf einen Stod stützte. Wenn er nicht völlig erschöpft war, mußte er frank sein. Dem Aeußeren nach gehörte er den besseren Ständen an; er trug einen hohen Hut und einen modernen Rod.

,,, mein Gott!" rief er, als er die beiden Frauen erblickte. Reichen Sie mir einen Trunk Wasser 1" Er sank auf der Holzbank nieder, die neben der Tür stand. August eilte nach der Küche. ( Fortsetzung folgt.)

wohl von ei

reicht. Allia

tesgaden, um Eretenden R wohlvertrau

ift Name u bem alten nimmt er d ein, in einer

ren, biswei noffen stiller bas der im

in den Her Die von

umal am wahrt. 28te ber Blumer mer Treibha

Bark bedeckt Wintergarte melien und Brinzre gent Luitpo timmt, daß eines Schulf right freigeg Ausbildung Turnwettspi Für jeden Befinden, ei preis derje ble bei dies

Führungen

Großer vom Oftfeel gen Tagen Lage, die die tem übertro hiervon im

Haden, Spa

des Schabe

fen, Graber

Bald ein Er aus blieben rungsfüfte

den armen

die Bernste

ligen Harz

vordem die

feinfifchen

in jüngerer

hem in der Bentner Be

Ein schi fanern ist Bolfenkrat

benbild am Bertikalbau

Linien har jüngste Ne

wird von e

Meter über

Neuporfer

werke der

Bajis entho auge bedien lergeschoise.

mählich fic

allein wies

Wolfentra

Gegen

Front. E gegen die

Teile gere

neben der Bekanntlid gedrängt v Dies fönnt

die Damen

erleiden, w werden den

Die gri

Kindermun

Schulgeschid

Hebenjährig

fallen. Di

fich vor den

Lederbisien,

Raroffen un

ein Kind f

immer neue der Ermüd lein den S

Bei König

Eine B

hirurgische

Umständen

Beines, die

dens Charl

Berunglidt

des von W

Daß man fa

den Tritt

noch im Ro

lofort zum

helen. De

nur hervor

ch, den 17

und Stelle

wurden idy

niger von