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in Gießen.

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich) 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Nücksendung nicht verlangter ... Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 158.

Telephon: Nr. 362.

Landtagsschluss.

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bürgermeisterei Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.

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( Haus Brüder Schmidt.)

Samstag, den 8. Juli 1911.

| haben weiterhin erheblich die Neuordnung der Reich s= finanzen beigetragen. Leider hat es sich noch nicht ermöglichen lassen, den Wünschen auf Verbesserung der Bezüge der Beamten, Lehrer und Hin= terbliebenen ausreichend gerecht zu werden, daß diese wichtige Frage erst dann gelöst werden kann, wenn nach dem Vorgange des Reiches für eine sachgemäß ver­stärkte Schuldentilgung gesorgt sein wird, ist von meiner Regierung schon früher betont worden. Trotz der ge­botenen Sparsamkeit in allen Zweigen der Staatsver­waltung haben Sie meiner Regierung die Mittel zum Bau einer weiteren Nebenbahn, sowie zum Bau einer elektrischen Licht- und Kraftzentrale in Verbindung mit einer Brikettfabrik in Wölfersheim zur Verfügung gestellt. Das auf Hebung und Festigung der finanziellen Kräfte des Landes gerichtete Streben mei­ner Regierung steht mit Ihren Bemühungen im Ein­flang, tunlichste Ersparnisse in der Organisation der Staatsbehörden und auf dem Wege der Vereinfa­chung der Staatsverwaltung zu erzielen. Ich entlasse Sie, meine Herren Stände, mit der Versicherung meines fortdauernden landesfürstlichen Wohlwollens und mit dem Wunsche, daß die Ergebnisse Ihrer Tätigkeit mei­nem Lande zum Segen gereichen möchten."

Die 3 weite Kammer setzte gestern die Schluß' beratungen der noch rückständigen Anträge und Vor­stellungen fort. Zunächst steht ein dringlicher Antrag des Abg. Bähr, betr. die Wasserschäden in der Gemeinde Mittelgründau, und ein Antrag der Abgg. Kredel und Genossen, die Wasserschäden in den Gemeinden Ober­und Unterſensbach und Hildersklingen betreffend, Beratung. Minister von Hombergt sagt eingehende Prü­fung der Schäden zu und stellt, wo nötig, Staatshilfe in Aussicht. Die Vorstellung von Landwirten in Ulrich­stein, die Aufforstungen in der Gemarkung Ulrichstein be­treffend, wird zurückgestellt. Die Vorstellung des Hein­rich Klein zu Bensheim, Entschädigung für den Wieder­aufbau abgebrannter Gebäude betreffend, wird von der Regierung abgelehnt. Der Ausschuß hält die Entschä= digungsansprüche für gesetzlich richtig und beantragt Auszahlung von 3039 Mark Entschädigungsgelder. Ab­geordneter Orb tritt in warmer Weise für die Gewäh­rung der Entschädigungsansprüche ein, da dieselben ge= setzlich unanfechtbar seien. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen. Präsident Ko­rell gibt hierauf eine eingehende Uebersicht über die Tätigkeit des 34. Landtages, wobei er dem 1. Präsi­denten Haas warme Worte der Anerkennung für seine dem Lande geleisteten Dienste widmete und brachte auf das schöne Hessenland ein dreifaches Hoch aus, in das die Versammlung einstimmte.

Die Schlußsizung.

Nachdem der Staatsminister den 34. Landtag für geschlossen erklärt hatte, brachte Fürst Solms zu Lich ein dreifaches Hoch auf den Großherzog aus.

*

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 8. Juli. Erledigte Lehrerstelle. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Bisses, Kr. Büdingen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.

Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. S.

=)

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

Langsdorf, 7. Juli. Gestern nachmittag wurde in böswilliger Weise das gemähte Ried am Sandsee verbrannt. Die alarmierte Feuerwehr, welche wegen der Trockenheit des Sees nicht mit der Spritze eingreifen konnte, löschte das Feuer, indem sie das bren nende Ried und Heu mit Stangen und Gabeln aus­einanderriß. Der angerichtete Schaden ist nicht uner= heblich.

= w= Grünberg, 8. Juli. Gestern nachmittag ge­gen 4 Uhr schlug der Blitz im benachbarten Lehn­heim in eine Scheune, die vollständig vernichtet wurde.

-d- Bad Nauheim, 8. Juli. Regierungsbau­meister Dr. Ing. Lipp in Bad- Nauheim wurde zum Gemeindebaurat von Berlin- Lankwitz gewählt.

lehnskasse erzielte einen Geschäftsgewinn von 14 795 M. n Hungen, 6. Juli. Unsere Spar- und Dar­gliederzahl stieg auf 116. Das Vermögen beträgt Millionen Mark. Die Mit­

== Friedberg, 7. Juli. Für den Ausbau der Strecke Friedrichsdorf i. T.- Friedberg sind mit Ge­nehmigung der beiden Häuser im Eisenbahnanleihege­setz 3 078 000 Mark eingesetzt.

i Friedberg, 8. Juli. Der Bezirkskassierer Bil­Gelder unterschlagen und verjubelt hatte, flüchtete, wurde lasch 2., der anfangs des Jahres, nachdem er amtliche in Luxemburg verhaftet und wird wahrscheinlich dem nächst ausgeliefert werden.

== Butzbach, 7. Juli. Oberlehrer Dr. Werner hat aus Anlaß der Vorgänge bei der Gießener Reichstagsersatzwahl gegen verschiedene Zei­tungen Beleidigungsklagen erhoben. Das Schöffenge­richt in Butzbach verhandelte zuerst gegen den Redakteur Dr. Schröder vom Berliner Tageblatt", der zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt wurde.

* Lauterbach, 8. Juli. Im Laufe der Woche wurde das neue Dienstgebäude der Bezirkssparkasse Lau­terbach eingeweiht. Der Neubau, der in der Bahnhof­straße liegt, bildet eine Zierde des Städtchens. Die Kasse, die hier ihr neues Heim gefunden hat, ist im Jahre samkeit der Kasse spricht die Tatsache, daß sie seit ihrem 1839 gegründet worden. Für die gemeinnützige Wirk­Bestehen 120 000 mt. an Geschenken bewilligt hat, da­runter der hiesigen Handwerkerschule zirka 44 000 Mt. =)(= Darmstadt, 8. Juli. Anläßlich des Land­Iatafel zu 92 Gedecken statt. Nach beendeter Tafel

Heyligenstaedt& Co m p., Werkzeug­Maschinenfabrik und Eisengießerei Aktien- Gesellschaft. Die vor längerer Zeit angekündigte Umwandlung der Werk zeugmaschinenfabrik und Eisengießerei Heyligenstaedt& Co. in eine Aktiengesellschaft mit 1.25 Millionen Mark Grundkapital ist nunmehr in das Handelsregister einge­tragen worden. Frau Kommerzienrat Therese Heyligen staedt bringt Immobilien, Maschinen, Vorräte u. s. w., sowie ein Patent zum Preise von 1 723 225 Mark ein und erhält dafür 1 246 000 Mk. in Aktien und 477 226 Mark in bar. Außer ihr sind Gründer die Herren Post- tagsschlusses fand gestern um 1 Uhr im Kaisersaal Ga= inspektor Gustav Haubach in Viersen, Direktor Fried­rich May und Ingenieur Dietrich Fahlenkamp in Gie­Ben, sowie Rechtsanwalt Wilhelm Sartorius in Darm­stadt; die beiden Gießener Herren bilden den Vorstand, während der Aufsichtsrat nach einer früheren Meldung aus den Herren Kommerzienrat Gustav Plaut in Kassel, Bankier Albert Strauß in Marburg und Rechtsanwalt Wilhelm Sartorius in Darmstadt besteht.

Der 34. Landtag wurde gestern durch den Groß= herzog in Anwesenheit der Mitglieder der Ersten und Zweiten Kammer der Stände, sowie der Mitglie­der des Staatsministeriums und des Großherzoglichen Hauses feierlich geschlossen. Hierbei hielt der Großher­zog die nachstehende Thronrede: Meine Herren Stände! Jch begrüße Sie bei dem Schluß des 34. Landtages mit dem Ausdrucke der freudigen Anerkennung einer an­gestrengten, sehr erfolgreichen Tätigkeit, die Sie während Ihrer Tagung den Aufgaben des Landes gewidmet ha­ben. Gerne spreche ich Ihnen hierfür warmen Dank aus für mich und namens meines Landes. In erster Linie ist das glückliche Zustandekommen der Wah I rechtsreform als ein besonderes Verdienst Ihrer Tätigkeit anzuerkennen. Die seit 10 Jahren über diesen Gegenstand geführten Verhandlungen hatten mit gro­ßen Schwierigkeiten zu kämpfen, die diesmal durch ein beiderseitiges Entgegenkommen überwunden wurden. Gleiches gilt von den mühevollen Verhandlungen über die Gemeinde steuerreform. Zur besonderen Genugtuung gereicht es mir, daß es gelungen ist, die Beratungen über das Verfassungsrechtspflegegesetz, die neue Städte- und Landgemeindeordnung und die Abänderung der Kreis- und Provin= zialordnung auf dem gegenwärtigen Landtage zum Abschluß zu bringen. Auf zwei Landtagen haben die Vorlagen meiner Regierung, die der Berufsfischerei den wünschenswerten Schutz gegen die ihr aus der An­gelfreiheit erwachsenden Schäden gewähren sollte, nicht zum Abschluß gebracht werden können. Wie ich mit Befriedigung feststellen kann, haben Sie dem Ihnen wiederholt vorgelegten Entwurf eines dahingehenden Ge­setzes nunmehr Ihre Zustimmung erteilt. Das starke Auftreten des Heu- und Sauerwurmes hat einen großen Teil der weinbautreibenden Gemeinden schwer geschädigt. Die von meiner Regierung ergriffenen Maß nahmen haben Ihre Billigung gefunden, und ich er­kenne an, daß Sie auch einer finanziellen Beihilfe des Staates zur Bekämpfung der Rebschädlinge zugestimmt haben. Durch den von meiner Regierung vorgelegten und von Ihnen zugestimmten Entwurf eines Gesetzes, betr. den Arbeiterschutz und die Unfallverhütung bei Bauten, ist in meinem Lande ein erfreulicher Wei­terschritt in der sozialen Fürsorge getan wor­den. Durch die Annahme des Gesetzentwurfes, die Ab­änderung gesetzlicher Bestimmungen über das Nota riat und Kostenfrage betreffend, haben Sie den Wün­schen des Notariats Rechnung getragen. Die finan= zielle Lage des Landes in der Zeit seit Be­ginn Ihrer diesmaligen Tagung darf als gebessert, im­merhin aber noch nicht als in jeder Hinsicht befriedigend bezeichnet werden. Die hoffentlich fortschreitende Ge­sundung unserer Volkswirtschaft hat dabei für den Staatshaushalt in dem Wachsen der Ueberschußanteile an der Hessisch preußischen Eisenbahn= gemeinschaft erfreulichen Ausdruck gefunden. Er­neut hat zugleich diese Tatsache den hohen Wert der Gemeinschaft bestätigt. Zur inneren Besserung

*

Verband Mitteldeutscher Indu= strieller. Eine in Frankfurt a. M. abgehaltene Ver­sammlung von Industriellen beschloß einstimmig die Be­gründung eines Verbandes Mitteldeutscher Industrieller, der sich dem Bunde der Industriellen in Berlin anschlie= ßen wird. Es wurde ein vorbereitender Ausschuß von Gießen, Kassel, Worms, Mainz, Wiesbaden, Mar­16 Industriellen aus Frankfurt a. M., Darmstadt,

burg, Hanau, Hochheim, Friedrichsdorf, Rüsselsheim u. Offenbach gewählt, der die weiteren Vorarbeiten leiten soll. Auf Anregung aus der Versammlung beschloß die An­er unter lebhafter einmütiger Zustimmung aller wesenden, dem Präsidium des Hansabundes gegenüber den von Seiten des Zentralverbandes erfolgten Angrif­fen ihre vollste Zustimmung und ihr uneingeschränktes Vertrauen zum Ausdruck zu bringen.

Von der Reichsversicherungsord= nung, dieser so heiß umstrittenen Neuordnung der Ar­beiter- Versicherungsgesetze ist soeben die erste Ausgabe erschienen.( Carl Heymanns Verlag, Berlin.) Das Ge­setz umfaßt 1805 Paragraphen, steht also seinem Um­fange nach dem bürgerlichen Gesetzbuch am nächsten und regelt die gesamten Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenen- Versicherung. Wenn auch die Bestim mungen des neuen Gesetzes zunächst nur zum Teil so­fortige Geltung erlangen, so ist damit doch heute schon das allgemeine Bedürfnis wachgerufen, sich in die Um­gestaltung der Versicherungsgesetzgebung einzuleben. Hier­bei wird die vorliegende Textausgabe gute Dienste lei­sten, die außer der Wiedergabe des Gesetzes und des Einführungsgesetzes in großem flaren Druck, eine orien­tierende Einleitung und ein sehr umfangreiches Sachre­gister bietet.

begab sich der Großherzog mit den geladenen Gästen in den Wallgarten.

=)(= Lüzellinden, 8. Juli. Hier findet mor­gen nachmittag 3 Uhr das Kreis- Jünglings= fest statt. Die Festpredigt hält Pfarrer Vömel- Rod­heim.

tenheit ist es der Wasserwerksverwaltung nicht möglich, Wetzlar, 8. Juli. Infolge der großen Trok­das nötige Wasser für den täglichen Gebrauch herbei­zuschaffen. Das Brunnengebiet in Hermannstein gibt nicht mehr soviel Wasser her, als die Pumpen zu leisten vermögen. Auch aus anderen Ortschaften kommen Klagen. So macht sich auf dem Vezzberg ein em­pfindlicher Wassermangel geltend. Das Dorf verfügt in trockenen Jahreszeiten nur über einen Brunnen, welcher an der Straße nach Fellingshausen liegt und nur Was­ser für den Haushalt abgibt. Alles sehnt sich daher nach der Wasserversorgung, die demnächst in Angriff genom­men wird, und zu deren Zweck eine vorzügliche Quelle unterhalb der Waldmühle" im Biebertal angekauft wurde.

Herborn, 8. Juli. Wie bereits mitgeteilt, findet vom 8.- 10. Juli hier der 21. Feuerwehr­tag der Freiwilligen Feuerwehren im Regierungs- Be­zirk Wiesbaden statt, mit der die 60jährige Jubi­läumsfeier der hiesigen Freiw. Feuerwehr bunden ist.

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Dillenburg, 7. Juli. Von einem Mißge­schick betroffen wurde gestern der Gradepilot D. Kahnt. Während hunderte von Personen auf seine Ankunft war­teten, kam die Meldung, daß Kahnt mit seiner Flug­war eine maschine verunglückt sei. An dem Fahrzeug Achse gebrochen, ebenso waren beim Abstieg die Stützen der Laufräder und die Welle beschädigt. Die Feuerwehr und Polizei hatten Mühe den Platz von dem andrin­genden Publikum frei zu halten. Der Apparat wurde in der Nacht per Rollwagen nach Herborn geschafft und in dem Fliegerschuppen an der Lohmühle untergebracht. Der Schaden wird sofort repariert.