Alle abgebildeten modelle können
leicht im Haufe gefchneidert werden
mit Hilfe von favoritfchnitten.
Zu beziehen durch die hielige Verkaufsítelle: Alex. Salomon& Co., Schulftraße.
Das Reich der Frau.
Die Frühjahrsmode.
Nach allem Suchen und Tasten, nach Wägen und Ueberlegen ist das Resultat der kommenden Modesaison festgestellt. Einschneidende Aenderungen hat sie uns nicht gebracht, der Uebergang war, wie immer, ein allmählicher. Die seit einigen Saisons herrschende schlanke Linie ist auch heute noch die Modelinie, wenn auch der Rock von seiner übertriebenen Enge der letzten Saison etwas ein. gebüßt hat, bezw. ihr zusetzen mußte. Der Rock hat heute eine Durchschnittsweite von 2 m. Die herrschende mode. linie der Taille ist der angeschnittene Aermel, dem japanischen Kimono entnommen. Allerdings hat der Aermel nicht mehr jene Weite, wie sie der echte Kimono zeigt, sondern so knapp als möglich geht er aus den Taillenteilen hervor. Natürlich kann er in dieser Sorm nur bis zum Ellbogen reichen, da die Sadenlage eine gerade ist. Die Grundform zeigt Vorder- und Rückenteile, sowie die Aermel im ganzen geschnitten; eine Variation teilt den Schnitt durch eine Schulternaht, die sich bis auf den 2ermel fortsetzt; eine zweite Variation besitzen wir in der Kimonopasse, wobei die Aermel der Passe angeschnitten sind. Diese letztere Sorm eignet sich besonders für sehr schlanke Erscheinungen mit einer langen Taille, während die Variation mit der Schulternaht für Siguren mit abfallenden Schultern vorteil.
Außer der Modell- Nummer gebe man bei Beftellung von Schnittmustern
der Internationalen Schnittmanufaktur zu Dresden- n. 8-31 als Maß an: für Taillen die Hälfte der Oberweite, für Röcke die ganze Hüftweite, die, wie die nebenstehende Abbildung zeigt, zu nehmen find.
Tunikarand. Der Schnitt hierzu ist in 30, 32, 34, 36, 38 cm halber Oberweite für 85 Pf. erhältlich.
Kleid mit Kimonotaille. Taille Nr. 4531, Rod Nr. 3208. Mit dem lavendelblauen Kaschmir kontrastiert der dunkle Sammet, der den Besatzteil und den Aermelaufschlag der Taille, ferner den Gürtel und die breite, hängende Rock. blende bildet. Die Taille zeigt den kurzen Ueberärmel angeschnitten, unter dem ein kurzer Ellbogenbausch nebst schmalem Volantabschluß hervorkommt. Die Taille ist oben ganz glatt und nur unten icht eingereiht. Der Roch setzt sich aus der in eine Getschfalte geordneten Vorder. und Hinterbahn und den Sei.enbahnen zusammen. Letzterer ist die Blende nur an ihrem oberen Rande auf. genäht. Der Schnitt zur Taille ist in 40, 42, 44, 46, 48, 50, 52 cm halber Oberweite für 60 Pf., zum Rock in 96, 100, 104, 108, 112, 116, 120, 125, 135 cm Büftweite für 80 Pf. erhältlich.
Empirekleid Nr. 5607. Aus weißem Waschpanama her. gestellt, erhält dieses futterlose Kleid durch die reiche Sou tachenäherei( Waschsoutache) an Blusenteil, Aermel und Roch ein elegantes Aussehen. Das im Zusammenhang mit den kurzen Aermeln geschnittene Blusententeil fügt sich einer runden, kragenlosen Passe von Irish- Guipure glatt an. Der untere Rand des verkürzten Blusenteils ist ein wenig eingereiht an einen schmalen Gürtel gesetzt, mit dessen unterem Rand wiederum der aus 3 Bahnen
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Kinderkleid Nr. 5221.
haft ist. Unsere Abbildungen veranschaulichen zwei der genannten Kimonotaillen.
Die Röcke zeigen ebenfalls glatte Linien, ganz gleich, ob sie durchgehend oder mit langer Tunika gearbeitet sind. Nur die Röcke der Jugend bevorzugen leichte Reihfalten, die nur hinten oder auch ringsum angebracht werden; letztere besonders bei den Empirekleidern. Biermit sind wir bei der zweiten Modelinie angekommen, bei der hochgerückten Taillenlinie. Neben der Empireform, die naturgemäß den Miederrock im Gefolge hat, sehen wir den hohen Gürtel, der schlanke Erscheinungen so vorteilhaft kleidet, aber auch nur diese. Untersetzte Siguren dürfen niemals derartige Gürtel tragen, die sie kürzer und dicker erscheinen lassen.
In bezug auf die Stoffe be. vorzugt die Mode wieder die durchsichtigen Stoffe, wie Voile, Etamine und Marquisette. Die genannten Stoffe werden auch zu Jackenkleidern verarbeitet; aller. dings erfordern sie dann, wenigstens für die Jacke, feidenes Sutter.
Glücklich war die Mode in diesem Jahre auf dem Gebiet der Modefarbe, denn sowohl das kräf
Bängerkleid Nr. 5223.
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Empirekleid Nr. 5607.
tige Grün, wie Ceriserot( Kirschrot) sind Sarben, die durchschnittlich von Blondinen wie Brünetten getragen werden können. Unter Kirschrot versteht man jenes bläulich getönte Rot, das, in dunkler Nuance besonders, blassen Ceint so reizvoll belebt. Allerdings sollte zu diesem Rot niemals klares Weiß zur Garnitur gewählt werden; diese muß stets eine leichte Tönung ins Graugelbe zeigen. Apart ist die Verbindung von filbergrau und etwas schwarz.
Bolerokostüm.
Bolero Nr. 19009.
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Bier sei erwähnt, daß man bei der Zusammenstellung von zweierlei Stoffen, wie sie die Mode bevorzugt, vorsichtig sein muß. Die zweite Sarbe muß entweder im Grundstoff vorhanden sein, wie bei gemusterten Stoffen, oder beide Stoffe müssen eine gemeinsame Schattierung aufweisen. So paszt z. B. blaurot sehr gut zu graublau oder dunkelblau, niemals aber dürfen blaurot und gelbrot zusammenkommen. Das gleiche gilt von blau und grün, neben blau und rot die moderne Sarbenverbindung. Ein dankbares Ergänzungsblau ist ,, bleu", unter dem man ein Blau versteht, das zwischen Lavendel und Kornblumenblau liegt. Besonders in Seide hat dieses jenen wundervollen grauen Schimmer, wodurch es fast zu jeder Sarbe past. Wird die Garnitur in einer abstechenden Sarbe gewählt, muß fie so angewendet werden, daß sie ihrem Zweck entsprechend als Er. gänzung dient, also nicht zu sehr als Erstes ins Auge fällt. P. G.
Beschreibung der Bilder.
Rod Nr. 3233.
Matrosenbluse Nr. 5217.
Kinderkleid Nr. 5221. Auch an diesem Kinderkleid sehen wir die genannten Modelinien: die halblangen, angeschnittenen Aermel und die Tunika, während die Taille statt verkürzt verlängert ist. Das Material ergab beigefarbener Baumwoll. Doile mit etwas dunkler getönten Satinblenden und weißem Batist. Letzterer formt, in Säumchen genäht, den tiefen Latz und Stehkragen, sowie die unteren Aermelteile. Die Blenden begrenzen, in aparter Sorm aufgesetzt, die Ränder der sich kreuzenden Vorderteile, die Aermel, Gürtel und
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Straßentleid. Rimonotaille Nr. 4532. Miederrod Nr. 3221.
Kleid mit Kimonotaille.
Taille Nr. 4531. Rod Nr. 3208.
bestehende Rock verbunden wird. Die Binter. bahnen desselben sind ziemlich gerade geschnitten, weshalb sie direkt in der hinteren Mitte zu einem Büschel Salten eingereiht werden. Kleid schließt in der hinteren mitte. Schnitt zu diesem Kleid ist in 42, 44, 46, 48, 50, 52 cm halber Oberweite für 1.25 m. erhältlich. Die Vorzeichnung zur Soutache. oder Kurbelstickerei ist unter nr. 31278 für 1.40 m. zu beziehen.
Bolerokleid. Bolero Nr. 19009, Rod Nr. 3233. 3u ,, bleu" farbenem Tuch ergab schwarzer Sammet die aparte Ergänzung. Er besetzt, wie ersichtlich, als breiter Streifen den glatten Rock
und formt den Kragenbesatz des Bolero, während schwarze Seide den Blendenbesatz und den hohen Saltengürtel bildete. Die Blenden begrenzen die Längsränder der Vorderteile und setzen sich am unteren Rand fort, wobei sie pattenartig aufsteigen. Dieses Pattenteil wird mit weißem oder rotem Tuch besetzt, über den sich drei schwarze Soutachereihen ziehen. Der gleiche Pattenbesatz wiederholt sich an dem dreiviertel. langen Aermel und an dem Rock, hier jedoch
nur an dem oberen Teil der aufsteigenden Blende. Zu Bolero und Gürtel ist der Schnitt erhältlich in 42, 44, 46, 48, 50, 52 cm halber Oberweite, zum Rock in 96, 100, 108, 116, 125 cm Büftweite für je 60 Pf. Kimonotaille Nr. 4532. Miederrock Nr. 3221. Dieses einfache, aber elegante Kleid ist aus hellbeigefarbigem Crêpe angefertigt. Die eigenartigen, in einer Spitze über den Aermel greifenden Garniturteile dagegen bestehen aus kräftig braun gemusterter Seide. Gleiche Seide ergibt den Besatz des unteren Rockes. Seidenüberzogene Knöpfe. Sür die Taille ist der Schnitt in 44, 46, 48, 50, 52, 54, 56 cm halber Oberweite für 60 Pf., zum Rock in 96, 100, 108, 116, 125 cm Büftweite für 80 Pf. zu beziehen.
Bängerkleid fr. 5223. Unsere Vorlage besteht aus geraden Bahnen, die von der Schulter aus in aus springende Salten gesteppt sind, nur das Vorderteil bleibt glatt, sowie der diesem angeschnittene Randstreifen. Das Kleidchen kann mit runder oder spitzer Passe gearbeitet werden. Dreiviertellanger, eingereihter Aermel mit schmalem Bündchen. Als Material diente naturfarbenes Leinen mit roter Seidenschärpe. Der Schnitt zu dem Kleidchen ist in 28, 30, 32, 34 cm halber Oberweite für 75 Pf. zu beziehen. Als Vorzeichnung für die Stickerei kann für Gr. 32 ein leichtes Buntstickereimuster unter nr. 31208, für Gr. 34 ein Weißstickereimuster unter Nr. 31174 für je 70 Pf. bezogen werden. Matrosenbluse fr. 5217. Selbst die matrosenbluse erscheint heute mit dem angeschnittenen Kimonoärmel. Um den engen, langen Hermel zu erreichen, ist der untere Teil durch einen Verbindungs ftreifen aus Garniturstoff angesetzt. Der gleiche Stoff bildet den Schal. kragen und begrenzt den Lat. Statt des Schalkragens kann auch ein matrosenkragen gearbeitet werden. Der Schnitt hierzu ist in 36, 38, 40, 42, 44, 46 cm halber Oberweite für 50 Pf. erhältlich.
Anzug. Jadett fr. 1787, Bose Nr. 687. Unsere Vorlage besteht aus Pumphose und Jackett aus dunkelblauem Cheviot, den eine Weste aus weißem Pikee ergänzt. Sum Jackett ist der Schnitt in 34, 36, 38, 40 cm halber Oberwette für 60 Pf., zum Beinkleid und Weste für 32, 34, 36, 38, 40, 42 cm halber Oberweite für 40 Pf. zu beziehen.
Frauen!
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Jadett Nr. 1747. 200 tefte. 03.
,, Giessener Zeitung"
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