Ausgabe 
8.4.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

meinden

g.

für die

meinde.

emeinde.

nd Jo

m Pfar

n männ

hung im

1.

er Kon

er.

ir Mat vorher

für Lu­

vorher

alem.

u. Mar

Pfarrer

häusge

n.

er.

nd Jo=

m Pfar nes- Ge­

r: Ge

wird ein

eicht.

ion.

ihe der

andacht.

ten- An­

15 und

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

oterteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die Illustr. Weltrundschau liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 84.

-

( 2. Blatt.)

Höchste Zeit

ist es zur Erneuerung Ihres Abonnements auf die

,, Gießener Zeitung"

Um eine Unterbrechung in der Zustellung zu verhin dern, bitten wir Sie, diesen Zettel auszufüllen und an unsere Expedition sofort einzusenden.

Sofern Sie noch nicht Abonnent unserer Zei­tung sind, bitten wir Sie, dieselbe für 1 Monat 3ur

Probe zu bestellen und wir sind überzeugt, daß wir Ihre Zufriedenheit erringen.

Das Abonnement tostet

monatlich 50 Pfg.. vierteljährlich 1.50 Mt. frei ins Haus geliefert. In unserer Expedition, Seltersweg 83( Laden), a b= geholt 1.20 Mt. Wir bitten Sie, falls Unregelmäßigkeiten in der Zu­stellung vorkommen, uns dies sofort mitzuteilen, damit Abhilfe geschafft werden kann.

Hochachtungsvoll

Der Verlag der Gießener Zeitung ( Gießener Neueste Nachrichten) B. m. b. H.

Bestellzettel.

Unterzeichneter bestellt hiermit 1 Exemplar der

Gießener Zeitung"

für das 2 Quartal 1911 zum Abonnementspreis von Mk. 150

Name:

Straße:

den......... ten

1911

Zur Geschichte der Apotheken

in Giessen.

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen Polizei Amtes

=

Behörden Oberhessens

Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Samstag den 8. April 1911

Besitzer der Pelikanapotheke für kurze Zeit zur Durch­sicht überlassen, seine Abschrift also ist es, welche dem Verfasser des Artikels vorgelegen hat, nicht irgend welche Papiere der Nebelschen Familie.

Der Veröffentlichung in den Gießener Familienblät tern" nach zu urteilen, ist die Abschrift ziemlich lüderlich ausgefallen. Von den vielen Schreib- oder Druckfeh­lern erwähne ich nur den verstümmelten Namen Gailand, auch steht im Original weder, daß Peter Stammler we­gen unbefugten Dispensierens in eine Geldstrafe von 30 jl. verurteilt wurde, noch daß ein Teil seiner Medika­

mente zum laboratorium chyrurch. genommen wurde.) Aber darüber hinaus hat der Verfasser des Artikels noch Dinge aus dem Brief herausgelesen, die gar nicht in ihm enthalten sind. Er behauptet nämlich: Aus den Papieren der Nebelschen Familie geht hervor, daß die Pelikanapotheke 1640 errichtet worden ist." In Wahr­heit steht in dem Nebelschen Briefe nur, und der Ver­fasser druckt diese Stelle auch gleich danach ganz richtig ab, daß Peter Stammler 1640 in Marburg exami niert wurde, weil er eine neue Apotheke errichten wollte, es steht aber nicht darin, daß er sie in die­sem Jahre auch wirklich errichtet hat. Peter Stammler war schon einige Jahre in Gießen vermutlich in der Stadtapotheke, denn die Universitätsapotheke befand sich damals in Marburg als Apothekergeselle beschäftigt, ehe er sich dem für den Eigentümer oder selbständigen Provisor einer Apotheke vorgeschriebenen Staatsexamen*) unterzog; daß die Gründung der Pelikanapotheke im Jahre 1640 erfolgt sein soll, davon ist mir aber nichts bekannt.

-

-

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlich! elt. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

Literarisches.

-

In

Vom Heiland. Ein Buch deutscher Kunst. Herausgegeben von der Freien Lehrervereinigung für Kunstpflege, Berlin.- 30. bis 40. Tausend. fünstlerisch ausgestatteter Mappe geheftet nur 1 Mark Verlag von Jos. Scholz in Mainz.- 15 Kunstblätter nach Gemälden älterer und neuerer Meister: Dürer, Rembrandt, Rubens, Ludwig Richter, Hans Thoma u. a. Als Oster- und Konfirmationsgabe wird die au­

ßerordentlich wohlfeile Mappe überall Freude machen.

- ,, Meine Abenteuer". Unter diesem schlich­ten Titel versteckt sich ein kulturgeschichtlich höchst interes­ſantes Werk, das jetzt 120 Jahre alt ist. Trotz dieses respektablen Alters ist es aber ein jung gebliebenes Buch und wird das auch noch für lange Zeit bleiben können, weil die politischen und kulturellen Verhältnisse im wei­ten russischen Reiche trotz einiger Reformen doch nach wie vor viele Züge aus längst entschwundener Zeit auf­weisen. Das Buch, in den Jahren 1790 bis 1791 in nicht weniger als je einer englischen und französischen und zwei deutschen Ausgaben erschienen, hat Maurus Jokai, der berühmte ungarische Romanschriftsteller, noch 1888 in seine Muttersprache übersetzt. Das Buch ( Preis: brosch. Mk. 4.-, gebd. Mk. 5.) führt den Untertitel: Meine Flucht aus Sibirien. Meine Abenteuer zur See. Die Eroberung v. Madagaskar." Der Verfasser ist der 1741 in Ungarn geborene Moritz August Graf von Benjowski, der als polnischer Oberst 1769 von den Russen im Kriege gefangen genommen, 1770 in die Verbannung nach Kamtschatka gehen mußte. Dort bemächtigte er sich mit 96 Gesinnungsgenossen im Mai 1771 der Festung Bol­scherjezt und der da befindlichen Summe von anderthalb Millionen Piaster, entführte auch die Schar seiner An­hänger auf einem Schiffe nach Formosa und Macao. Von dort nach Frankreich gelangt, erhielt er ein Infan­ferieregiment nebst dem Auftrag, auf der Insel Mada­gaskar eine französische Niederlassung zu gründen. Im

Eine weitere Notiz des Nebelschen Briefes betrifft die Verkaufsverhandlungen des Peter Stammler mit dem Apotheker Bernhard Sartorius oder Schuhmacher( dessen Wohnort übrigens in meinem Original recht deutlich ge­schrieben ist, nicht unleserlich", wie der Abschreiber be­hauptet). Der Verfasser gibt sie ohne Kommentar, scheint also anzunehmen, daß mit den Worten wegen Verkaufs der Apotheke" die Pelikanapotheke ge­meint und Stammler als Verkäufer, Sartorius als Käu- Jahre 1776 ernannten ihn dort verschiedene Stämme fer anzusehen sei. Für die Richtigkeit seiner Auslegung müßte er aber noch den Beweis erbringen. Oder wie erklärt er sich die Tatsache, daß Peter Stammler nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Sartorius am 9. Oktober 1643 eine andere, außerhalb Hessens gelegene Apotheke übernahm?

Von den übrigen Punkten des Nebelschen Briefes veröffentlicht der Verfasser noch drei. Der Notiz, daß 1661 Peter Stammler die Pelikanapotheke an den Uni­versitätsapotheker Johann Philipp Gieswein verkaufte, fügt er ohne weiteres die Behauptung an: 1662 ist jedenfalls Köppel Besitzer der Pelikanapotheke, denn die Nebelschen Mitteilungen berichten" und nun folgt die weitere Notiz aus Nebels Brief, daß nach dem genann=

In Nr. 127 und 128 der Gießener Familienblätten Verkauf die beiden Apotheker Gieswein und Koppel

ter" vom vorigen Jahre findet sich eine Abhandlung von -e- über die Geschichte der Gießener Apotheken. Was

darin über die Gründung der Pelikanapotheke gesagt wird mit den übrigen Apotheken habe ich mich nicht näher beschäftigt, ist zum größten Teile falsch oder ungenau und bedarf der Berichtigung.

Der Verfasser bezieht sich für seine Behauptungen auf angebliche Papiere der Nebelschen Familie. Diese be­jizt aber in Wirklichkeit über die Errichtung der Pelikan­apotheke gar keine Papiere. Wie mir der vor einigen Jahren verstorbene Kirchenrat Nebel' in Großgerau, Sohn des einstigen Eigentümers der Pelikanapotheke Prof. Dr. Ernst Ludwig Wilhelm Nebel, im März 1899 mit­teilte, enthalten seine wohlgeordneten Familienakten nicht das Geringste über die Apotheke. Jene angeblichen Nebelschen Familienpapiere bestehen vielmehr in einem Privatbrief, den mein Großvater, Landrat August Stammler in Gießen, am 16. August 1838 von dem ihm befreunde­ten Professor Nebel empfing. Abgesehen von einer No­tiz über eine geschäftliche Vereinbarung zwischen den Apo­thekern Gieswein und Köppel vom Jahr 1662 enthält dieser Brief ausschließlich Privatangelegenhei­ten eines Vorfahren von mir, des Apothe­fers Peter Stammler aus Memmingen, welche die von letzterem gegründete Pelikanapotheke nur mittelbar berühren.( Das geht auch schon aus der Einleitung des Briefes hervor, worin der Schreiber seine nachfolgenden Angaben über Peter Stammler", nicht über die Peli­fanapotheke ankündigt.) Der Brief wurde mir aus meinem Stammlerschen Familienarchiv vor elf Jahren von dritter Seite heimlich entwendet und dem jetzigen

im Jahre 1662 von der Regierung die Zusage erhiel­

zum Könige. Mit Hilfe von Engländern und Ameri­fanern begann er 1785 Krieg gegen die Franzosen, die ihm seit einigen Jahren neue Unterstützung für die ma­dagassische Kolonie versagt hatten, und fiel am 23. Mai 1786 in einem Gefecht. Das Buch ist in der Schwa­bacher'schen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart erschie­

nen.

Leciferrin

( Ovo- Lecithin

-

Eisen)

ist ein sehr smackhaftes Prä­parat, welches mit Vorliebe ver­ordnet wird gegen nervöse Zu­stände, lutarmut und Ueber­arbeitung; es befördert den Ap­petit und die Verdauung.

ten, es solle in den nächsten acht, neun Jahren teine dritte Apotheke in Gießen errichtet werden. Also auch hier wieder eine bloße Hypothese des Verfassers, denn nirgends steht im Nebelschen Brief geschrieben, daß Köp pel 1662 Besitzer der Pelikanapotheke gewesen sei. Sollte Röppel nicht vielleicht der Inhaber der älteren Stadt­apotheke gewesen sein, deren damalige Existenz der Ver­fasser an anderer Stelle seines Aufsatzes ja ausdrücklich anerkennt? Gieswein hatte doch die Pelikanapo­Bei Kindern, welche in der theke samt ihrem Privilegium gekauft, nicht köppel, Entwicklung zurückgeblieb.find, und der Grund war doch wohl nur der, sich die un­bequeme Konkurrenz dieser dritten" Apotheke für eine ist Leciferrin nicht hoch genug Reihe von Jahren vom Halfe zu schaffen. später, als längst wieder 3 Apotheken in Gießen im Be zu schäßen, um gesundes, träf­trieb waren, versuchten erneut zwei von ihnen, nämlichtiges Blut zu schaffen und den der dritten, der Universitätsapotheke, zu entledigen, al- Körperbau zu entwifelu.( 214) lerdings ohne Erfolg. Doch darauf will ich nicht näher eingehen. Es lag mir nur daran, die im-e- Artikel der Gießener Familienblätter versuchte Lösung der Frage, wann eigentlich die Pelikanapotheke durch meinen Vor­fahren gegründet wurde, und welches ihre Schicksale in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens gewesen sind, zur Verhütung etwaiger Sagenbildung ein wenig fri­tisch zu beleuchten.

130 Jahre

die beiden Stadtapotheken zum Pelikan und Hirsch, sich

Gießen, 30. März.

E. Stammler.

*) Vergleiche Berichte der Universität vom 26. 3.

Preis der Flasche M. 3;

enthält Ovo- Lecithin 0.5. Eisen als Eisenoxybhybrat an 8uder gebunden 0.75, aro matische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0, Rest bestilliertes Wasser.

In allen Apotheken erhält- lich, ganz sicher von: Universitäts- Apotheke, Gießen

1800 und 10. 7. 1800( Aften der Universitätsapotheke und Engel- Apotheke in Frank­

im Gießener Universitätsarchiv).

furt a. Main.