Deutscher Reichstag.
Auf der Tagesordnung der Montagssitzung stand zunächst die konservative Interpellation Graf von Kanit und Ben. betreffend Maßnahmen zur Vermeidung einer Üeber: chwemmung des deutschen Geldmarktes mit fremden Werts papieren und eines übermäßigen Abflusses deutschen KaStaatssekretär Dr. Delbrüd pitals nach dem Auslande.
Erklärte sich bereit, die Interpellation Ende dieser oder Anfang nächster Woche zu beantworten. Man ging daher sogleich zur zweiten Lesung der Novellen zum Gerichtsvers affungsgefeß, der Strafprozeßreform und des dazu gehörtgen Einführungsgesetzes über.
lange Zuchthausstrafe törperlich gut überstanden und besitzt auch seelisch die alte Spannkraft. Um so mehr hat das schlimme Erlebnis seinem Freund Johann Meyer mitgespielt. Der ehemals baumstarke und lebhafte Mann ist still und wehmütig geworden, wie einer, der mit dem Leben abgeschlossen hat. Er hat während seiner Zuchthausstrafe Frau und Kinder durch den Tod verloren.
Die große landwirtschaftliche Woche in Berlin nimmt in diesen Tagen ihren Anfang. Eingeleitet werden die Verhandlungen mit der Tagung des Preußischen LandesDekonomie- Kollegiums unter dem Vorsitz des Reichstags= präsidenten Grafen Schwerin- Löwizz. Im Mittelpunkt der Erörterungen dieses amtlichen Beirates der preußischen landwirtschaftlichen Verwaltung wird die Landarbeiterfrage stehen. An die Verhandlungen schließt sich die Hauptversammlung der preußischen Landwirtschaftskammern an. Vom 14. bis 27. Februar tagt dann die 39. Plenarversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates. Den Hauptpunkt der Verhandlungen wird dort voraussichtlich die Frage der Moorkolonisation bilden. Daneben wird sich der Landwirtschaftsrat mit dem Thema„ Fleischversorgung und Fleischpreise in Fronkreich" und mit der „ Organisation des landwirtschaften Unterrichts im Heere" befassen. Daran schließt sich die Generalversammlung des Bundes der Landwirte an, die diesmal in der Salle des Sportpalastes in der Potsdamerstraße abgehalten werden wird.
Als erster Redner kennzeichnete der Abg. Dr. Brunster= mann den Standpunkt der Reichspartei gegenüber den Kommissionsbeschlüssen dahin, daß diese zur Abstellung der Beschwerden, die den Ausgangspunkt der Reform bilden, wohl geeignet seien. Allerdings könne die Reichspartei th= nen nicht in allen Punkten beistimmen, insbesondere nicht ber Zusammensetzung der Straffammern erster Instanz mit zwei Richtern und drei Laien( anstatt mit einem Richter und zwei Laien). Sei sie schon grundsätzlich gegen jedes permeidliche Uebermaß von Beamten, so komme hier noch Besonders die notwendige Nücksichtnahme auf die kleinen Bundesstaaten, die nicht über ein großes Richterpersonal perfügten, in Betracht. Hinsichtlich der von den verbündeten Regierungen als unannehmbar bezeichneten Beschlüsse: bem Verbot von Fragen an Zeugen, die deren Wahlge= heimnis berühren, dem Zeugnisverweigerungsrecht und bem Asylrecht der Abgeordneten sei für die Reichspartet der oberste Rechtsgrundsatz maßgebend, daß das Allgemeine wohl stets dem Individualinteresse voranzustehen habe, und beshalb müsse sich die Partet folange ablehnend verhalten, als die Verbündeten Regierungen bet ihrem Unannehmbar verharrten.
Hiernach begründete der Sozialdemokrat Stadthagen fozialdemokratische Anträge, die die bisher angeblich nicht vorhandene Unabhängigkeit der Richter sicherstellen sollen. Vor allem soll die Rücksicht auf Konfessionszugehörigkett und politische Parteistellung bei der Zulassung der juristtfchen Karriere ausscheiden, die Zulassung auch nicht vom Nachweis eines bestimmten" Vermögens abhängig gemacht werden können. Die Anträge wurden von Seiten des Abg. Müller- Meiningen( f. V.) und des Polen v. Dziembowski befürwortet, vom Abg. Wellstein namens des Zentrums ab= gelehnt. Schließlich wurde aber doch der sozialdemokratische Antrag auf Streichung des Wortes bestimmten"( Vermö gens) mit geringer Mehrheit angenommen, während die Übrigen Anträge fielen.
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in Berlin der Taufe des Kindes ihrer früheren Lehrerin, der jetzigen Ingenieursgattin Frau Keßler, bei.
Fürst Friedrich von Waldeck- Pyrmont wurde am Sonnabend abend beim Betreten seines Marstalls von einer Stute attackiert. Sie biß ihn in die Nase und verletzte ihn erheblich. Nur durch seine Geistesgegenwart, indem er dem Tier einen Faustschlag versetzte, wurde weiteres Unglüd vermieden.
Die letzte Trägerin des Schillerschen Familiennamens die Freifrau Mathilde von Schiller, Witwe von Friedrich von Schillers Enfel, ist im Alter von 75 Jahren in Stutt gart gestorben. Ihr Gatte, der 1877 in Stuttgart starb, war der Sohn von Schillers ältestem Sohne Karl, der als Oberförster in württembergischen Diensten stand.
Eine neue Pockenerkrankung wurde in Duisburg konstatiert. Es ist dies der fünfte Fall; es betrifft eine Arbeiterehefrau.
Die Best in Schantung. In Schantung sind mehrere hundert Pestfälle vorgekommen. Die Stadt Tsinanfu ers scheint ernstlich gefährdet. Die chinesischen Kreisbehörden sind verständnis- und energielos. Tsingtau ist dank der Seuchensperre pestfrei.
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Ueber Papst Pius und den Modernisteneid wird der Boss. 3tg." aus Rom gemeldet: Der Papst verharre in her Frage des Modernisteneides auf seinem bisherigen Standpunkte. Es würden aber im Laufe der nächsten Wochen Kräfte mobil gemacht werden, um Papst Pius das Unzweckmäßige neuer Herausforderungen an einzelnen Beispielen zu demonstrieren. Der Vatikan selbst suche Konflikten mit der preußischen Regierung auf jede Weise aus dem Wege zu gehen, denn man fürchte nicht zu guterletzt, daß das Beispiel Preußens ansteckend und auf andere Bundesstaaten anfeuernd wirken könnte. Pius vertrete nach wie vor den Standpunkt, daß das Zentrum auch in Preußen dazu da sei, dem Brief an den Kardinal Fi scher den nötigen Nachdruck zu verleihen. Viel besprochen werde ein Ausspruch des Papstes. Ein deutscher Bischof meinte, es dürften nicht allzuviel Professoren abspenstig gemacht werden.„ Dann werden mir einfach Priester auf die Katheder sehen, und die werden ihre Sache besser machen, als viele hypergelehrte Professoren, die den Hochmut im Herzen tragen," sei die rasche Antwort des Pap stes gewesen. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob die Mitteilungen auf glaubhaften Informationen beruhen.
Bei einen späteren Paragraphen des Gerichtsverfaffungsgesetzes kam dann der Abg. Heine( Soz.) einer der Verteidiger im Moabiter Krawallprozeß, auf die bereits im Abgeordnetenhause vom Abg. Liebknecht aufgestellte Behauptung zurlick, daß der Justizminister durch die Befrag ung des Landgerichtsdirektors Unger, der die vielbemerkte Rechtsbelehrung der Geschworenen vorgenommen hat, in die Unabhängigkeit der Richter eingegriffen habe. sekretär Dr. Lisco wies mit Nachdruck und Bestimmtheit darauf hin, daß der Justizminister sich in der Voraussicht, daß der Fall bei der Beratung des Justizetats im Abgeordnetenhause zur Sprache fommen würde, rein informatorisch vom Landgerichtsdirektor Unger habe berichten lassen, um Auskunft erteilen können. Zugleich zu wies Staatsfefretär Dr. Lisco noch einmal das Unhaltbare der auch jetzt wieder vorgebrachten Behauptung zurück, daß seinerzeit der Reichskanzler die Richter im Moabiter Prozeß habe beeinflussen wollen. Reichskanzler wie Justizmtnister ständen viel zu hoch, als daß derartige Versuche bei Ihnen überhaupt möglich seten. Am Dienstag wird die Beratung fortgesetzt.
Rundschau vom Cage.
Politisches.
Die Wertzuwachssteuer in der Praxis. Dem Verneh men nach beabsichtigt der Staatssekretär des Reichsschatzamtes, eine Anzahl Beamte in Orte mit WertzuwachsSteuer zu senden, damit sie sich über die dort geübte Praxis unterrichten und außerdem den beteiligten Behörden Anweisungen zur Ueberleitung der bestehenden Zuwachssteuer in den neuen Zustand geben.
Eine Verteuerung der Trauringe wird aus Leipzig angekündigt. Die Vertreter sämtlicher deutschen Trauring-, fabriken haben eine Konvention abgeschlossen, in der Min destpreise festgesetzt werden, unter denen Trauringe nicht mehr verkauft werden dürfen.
Rußland und Desterreich- Ungarn haben wieder einen freundschaftlichen Verkehr aufgenommen. In Petersburg perlautet mit Bestimmtheit, daß zwischen Rußland und Desterreich- Ungarn eine völlige Verständigung über die Politik im nahen Osten erzielt worden sei, durch die den bisherigen Reibungen ein für alle Mal ein Ende gemacht sei. Nach dem offiziellen Abschluß der Verständigung werde der Zar Kaiser Franz Josef in Wien oder Ischl besuchen.
Zur zweiten Beratung der Strafprozeßordnung im Reichstage beantragt die sozialdemokratische Fraktion, die Wahl der Schöffen auf Grund allgemeiner gleicher, ge= heimer direkter Wahl durch die volljährigen Einwohner des Amtsgerichtsbezirks nach den Grundsäzen der Verhältniswahl stattfinden zu lassen.
Die deutsche Militäraviatik hat ihr erstes Opfer gefordert. Der 23jährige Leutnant Stein vom Telegraphenbataillon 3, kommandiert zur Versuchsabteilung der Ver kehrstruppen, der Montag morgen Flüge auf dem Döbe rißer Militärflugfelde unternahm, stürzte, als er im Gletta fluge niederging, aus 20 Meter Höhe ab, erlitt einen Schä delbruch und war sofort tot.
Die Leiche des Leipziger Reichsgerichtsrates Weller, der ,, wie gemeldet, seit einiger Zeit vermißt wurde, ist am Mons tag aus der Pleiße gelandet worden. Wie man annimmt, hat Reichsgerichtsrat Weller in einem Anfall von Geistesstörung seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht.
Die Einführung des obligatorischen Schulunterrichts in Rußland stand in der Dumasizung am Montag zur Beratung. Die betreffende Vorlage fordert eine jährliche Ausgabe von 10 Millionen Rubel für 10 Jahre und überträgt den Verteilungsplan für die zu gründenden Schulen den Selbstverwaltungsbehörden. Der Finanzminister erflärte, die Regierung sei mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Frage bereit, eine jährliche Ausgabe für den genannten Zweck festzusetzen. Die Duma nahm die Vorlage schließlich an.
Die Essener Freigesprochenen. Die Meldung, die Sozialdemokratie welle die Freigesprochenen des Essener Meineidsprozesses als Reichstagskandidaten aufstellen, wird vielfach als unglaubwürdig angesehen. Mit der Aufstellung von„ Märtyrerkandidaten", heißt es in einem Blaite, habe man immer üble Erfahrungen gemacht. Dagegen wurden ihnen am Sonntag in zwei großen Versammlungen stürmische Sympathiekundgebungen dargebracht. Der„, Kaiserdeputierte" Ludwig Schröder hat die
Der Familienschmuck der Wallutjeffs.
Kriminalroman von Freifran G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)
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Doppelselbstmord verübten durch Einnehmen von Zy antali in ihrer Wohnung die 47 bezw. 44 Jahre alten Faz brikantencheleute Josef und Gretchen Deuerlein in Nürn berg. Deuerlein betrieb die Fabrikation von Blechspiel-' waren. In einem hinterlassenen Briefe bezeichnet er etge nes körperliches Leiden als Beweggrund der Tat; seine Frau sei freiwillig mit ihm in den Tod gegangen.
Aus den Gerichtssälen.
Ein großer Erbschaftsschwindelprozeß hat das Landges richt Augsburg beschäftigt. Die blinde Arbeiterfrau Merk aus Kriegshaber und der Gerichtsvollzieher Münsterer aus München waren angeflagt, große Betrügereien an der verwitweten Maschinenarbeiterfrau Haumann in Kriegshaber begangen zu haben. Als sie nämlich hörten, daß diese nebst thren vier Töchtern 15 000 M geerbt hätte, redete die Blin de der Witwe vor, sie set auch die Erbin eines vor zwölf Jahren verstorbenen Fräuleins v. Langenmantel, die ein Vermögen von 500 000 Min bar sowie ein Haus in Mün-, chem und zwei Schloßgüter in Schwaben hinterlassen habe, welche Erbschaft jetzt durch einen Prozeß zu erstreiten set.' Dazu brauche man natürlich Geld. Um 19 000 M wurde die Frau Haumann allmählich geprellt. Der Gerichtsvollzieher Münsterer belegte den günstigen Fortgang des Erbschaftsprozesses und die fortgesetzten Geldforderungen mit Dokumenten, die er selbst anfertigte. Die blinde Betrügerin er htelt vier Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, der, Gerichtsvollzieher 10 Monate Gefängnis.
Das neue englische Parlament ist am Montag mit einer Thronrede feierlich eröffnet worden. Diese wurde dem König vom Lordkanzler knieend überreicht. Ste fonstatiert freundliche Beziehungen mit dem Auslande. In Persien wolle die Regierung die weitere Entwicklung abwarten, bevor sie auf die Annahme ihrer eigenen Vorschläge dringt, die jedoch nur auf Sicherung der persischen Autorität abzielen. Der König kündigt seinen Besuch in Indien an. Zur Verfassungsfrage heißt es nur:„ Vorschläge zur Festsetzung der Beziehungen zwischen den beiden Häusern werden Ihnen ohne Säumen vorgelegt werden, um ein wirksameres Arbeiten der Verfassung zu sichern." Die Thronrede kündigt ferner eine Vorlage zur Alters- und Invaliditätsversicherung und eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit in den dafür geeigneten Gewerben an.
Die Ed, ramme erwies sich aber als gar nicht so unbedeutend; bald nach der Heimkehr stellte sich hohes Fie ber ein. Der Arzt stellte fest, daß die Muskeln und Sehnen verletzt waren. Jegor litt sehr große Schmerzen.„ Ich muß wohl um längeren Urlaub bitten," sagte er zum Doftor. Ein ernster Ausdruck flog über dessen Gesicht. Er wußte, daß der Kranke nie mehr die geliebte Uniform der kaiserlichen Elitetruppe tragen, daß der Arm steif blei ben würde.
Maria pflegte den Gatten mit zärtlicher Liebe. Ihr ohnehin zartes Nervensystem war jedoch stark erschüttert. Als es Jegor besser ging, brach sie zusammen, eine län= gere Krankheit wars sie nieder.
Wallutjeff hatte sich Clairons Briefe aus Petersburg nachschicken lassen. Sie flangen anfangs wenig hoffnungsvoll; schon zweifelte er, ob es dem Detektiv überhaupt gelingen würde, seine schwierige Aufgabe zu lösen. Und inzwischen schwebte das Leben Marias in Gefahr. Sollte sich die alte Sage, die sich an den Familienschmuck knüpfte, wirklich erfüllen an den Trägern des edlen Namens?
VII.
Kleine Nachrichten.
Prinzessin Viktoria Luise, die Tochter unseres Kaiserpaares, wohnte Sonntag nachmittag in der Sophienkirche
Jim Knight brauchte über zwei Wochen, ehe er White durch den bewußten fleinen Stern zum nächtlichen Stelldichein rief.
Es ,, Daß er eine Privatwohnung genommen hat. wäre jedenfalls gut, weiter nachzuforschen. Unter dem Namen Bergmann wird er sich wohl nicht mehr öffentlich zeigen."
„ Das glaube ich auch," entgegnete White nachdenklich, ,, aber wie fingen Sie es an, in den Gasthäusern nach ihm zu fragen?"
,, Was haben Sie erfahren?" fragte Robert. " Leider nicht viel," versetzte der junge Geheimpolizist, ich habe die Hotels cbgesucht, aber der Mann ist nicht zu finden."
" Delikates"-Sanerkrant. Der Händler Aloys Busch in' Tuttlingen in Württemberg hatte im vergangenen Herbst mehrere hundert Zentner Krautföpfe erworben und diese in einem schmutzigen Keller, in dem es von Ratten wim-, melte, lagen lassen. Bei Beginn des Frühjahrs wurde das teilweise verdorbene Kraut eingehobelt und als Delt fatcßsauerkraut auf den Markt gebracht. Als verschiedene Käufer reklamierten, wurde der Keller, in dem die Vorräte des Delikatessauerkrautes lagerten, einer polizeilichen Besichtigung unterzogen und es wurde festgestellt, daß die Ware stank und Würmer aufwies. Fünf Fässer standen aufrecht und in der tiefgrauschwarzen Brühe schwammen, unzählige Würmer. Das Gericht verurteilte den Fabrikan ten dieser Delikatesse" zu 14 Tagen Gefängnis, während seine Ehefrau mit einer Geldstrafe von 50 M davonkam.
Jim lächelte verschmitt.„ D! ich gebrauchte immer neue Vorwände. Bald gab ich vor, ein Verwandter des Gesuchten zu sein, bald sagte ich, daß er mich herbestellt habe, oder ich erzählte, ich sei ein Schuhmacher, der ihm Maß nehmen sollte; ich war nicht um Gründe verlegen. Ich wies die Photographie vor, auf der, wie Sie sagen, Meyer sehr ähnlich ist; aber alle, die ich nach ihm fragte, wollten ihn nicht gesehen haben."
,, Dann hat er vielleicht Neuyork verlassen." „ Das könnte möglich sein, es liegt aber noch eine andere Möglichkeit vor." „ Und die wäre?"
,, Und haben Sie die Juwelierläden einer genaueren Musterung unterzogen?" fragte White.
„ Das tat ich. Ein paar Mal glaubte ich einige Stücke des Samudes in den Schaufenstern zu sehen; sobald ich sie aber mit der Zeichnung, die Sie mir gaben, verglich, erkannte ich meinen Irrtum."
Vermischtes.
Ueberreichung einer Bittschrift an den Kaiser. Als der Kaiser sich am Montag auf der Rückkehr von einem' Spaziergange vor dem Eingang zum Gebäude des Auswärtigen Amtes in der Königgräger Straße befand, eilte, der 52 Jahre alte Gärtner Johann Krause aus Kirch=" Gellersen bei Lüneburg herbei, um eine Bittschrift zu
White dachte einen Augenblick scharf nach. „ Ein verzweifelter Fall," sagte er sich.„ Es wäre doch toll wenn ich zum ersten Male einen Mißerfolg zu verzeichnen hätte, mein Ruf als schneidiger Geheimpolizist wäre dahin."
In abwartender Stellung stand Jim Knight da. ,, Was soll nun geschehen?" fragte er.
den, fommen Sie hierher, ich erwarte Sie dann behufs wichtiger Mitteilungen."
Sie trennten sich für heute.
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Der junge Schweizer verbrachte eine fast schlaflose Nacht; er warf sich unruhig auf seinem Lager hin und her. Der scheinbare Mißerfolg seines Unternehmens verstimmte ihn. Er dachte auch an Miß Lionel, die er am legten Donnerstag besucht hatte. Sie waren allein gewesen, als er um ein Uhr zum Lunch kam. Mutter und Tochter empfingen ihn in liebenswürdigster Art. Er hatte oft ein Gefühl, als wenn sie sich schon lange kannten. Mrs. Lionel war dem Reisegefährten ihrer Tochter herzlich erkenntlich für die Hilfe, die er dem Mädchen anläßlich ihres kleinen Unfalles hatte angedeihen lassen, und wünschte sich nun ihrerseits von der besten Seite zu zeigen. Die allem Unnatürlichen, Geschrobenen feindliche amerikanische Art gefiel dem Schweizer. Die Freiheit im Umgange überschritt gewisse gesellschaftliche Grenzen nie. Trotz thres Reichtums lag durchaus gar nichts Protenhaftes im Umgang mit Mrs. Lionel und ihrer Tochter. Sie blieben immer die vornehm denkenden Damen der feinen Welt, die den sie umgebenden Lurus ansahen, ohne sich darauf etwas einzubilden. Als sich Mrs. Lionel nach dem Lunch zurückzog, blieben sich die beiden jungen Leute allein überlassen. Sie spielten miteinander Tennis und fanden, daß sie ebenbürtige Gegner waren. White hatte diesen beliebten Sport in England geübt und es in kurzer Zeit zur Meisterschaft gebracht, und Mabel hatte einen Ruf als treffliche Spielerin. Erhitzt vom Spiel, mit blizenden Augen, stand sie neben White. Beide lachten und plauderten fröhlich.
Besorgen Sie nur eine genaue Liste der besseren möblierten Zimmerwohnungen. Sie müssen auch dort nachforschen; ich glaube, Meyer ist noch hier er muß noch hier sein."
„ Ich werde Ihren Befehl erfüllen, Mr. White." Warten Sie, es wäre doch möglich, daß auch ich Ihnen etwas zu sagen hätte, Jim. Achten Sie Ihrerseits auf die Inserate in der Neuyorker Abendzeitung. Sobald Sie zwei übereinander liegende. Horizontale Striche fin
„ Es ist doch seltsam, wie gut ich mich mit diesem Fremden unterhalten kann," dachte das junge Mädchen. „ Er ist so ganz anders, wie alle die jungen Männer metner Bekanntschaft, die mir den Hof machen und mich da durch langweilen. White ist mein Freund, mit dem form ich vernünftig sprechen." ( Fortsetzung
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