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In entgegengefetter Richtung paffteren mußte. Am nächsten Bahnwärterhäuschen, in Richtung Greves­mühlen, hatte die Frau des Bahnwärters den Dienst zu verfehen; fte hörte die fortwährenden Bremssignale der Lokomotive des Militärzuges und sah den Zug dann trotzdem durch die Station Schönberg hindurchlaufen. Ohne sich lange zu befinnen, entfaltete die geistesgegen= wärtige Frau thre rote Fahne und stürmte dem D- Bug, den sie wegen einer Kurve zwar noch nicht sehen konnte, aber bereits von fernher hörte, entgegen und brachte thn glücklicherweise eine ganze Strecke vor dem Militär­Sonderzuge, der inzwischen auch zum Halten gebracht war, zum Stehen. Das Unglück, wenn beide gitge in­einander hineingefahren wären, wäre unbeschreiblich gewesen. Als der Stationsvorsteher den Militärzug, ber, wie schon erwähnt, 18 Minuten in Schönberg hal­ten sollte, weiterfahren fah, ftitrate er entfest in fein Bureau und rief das nächste Wärterhaus an, doch um Himmelswillen den D- Zug zum Stehen zu bringen. Inzwischen hatte aber die aufmerksame Bahnwärters­frau die verzweifelte Lage selbst schon erkannt.

Bismards Schwert am Sedantage. Ein eigentüm­Itcher Vorfall wird aus Artern( Provinz Sachsen) be­richtet. Dort fiel am Sedantag mittags 12 Uhr vom Bis­marckdenkmal am Rathaus ohne jegliche fichtbare Ver­anlassung, auch nicht durch Erschütterung, plöglich das große Schwert zur Erde nieder, und unmittelbar dar­nach stürzte von der Figur auch der Arm, der sich auf das Schwert gestützt hatte, herab. Der seltsame Vorgang wurde natürlich aufs lebhafteste fommentiert und na­mentlich auch mit unserer Maroffopolitik symbolisch in Verbindung gebracht.

Eine Fliege in der Milch. Wie verhalten sich Men­schen verschiedener Nationen, wenn ihnen eine Fliege in die Milch fällt? Am gelassensten nimmt es der Deutsche. Wenn ihm eine Fliege in die Milch fällt, fischt er sie heraus und trinkt ruhig dte Milch, ohne sich weiter da­rum zu fümmern. Anders der Franzofe.- Vor Efel sich schüttelnd, gießt er die Milch mitsamt der Fliege fort. Das Gegenstück dazu liefert der Russe. Mit dem allergrößten Wohlbehagen schlürft er seine Milch, unbekümmert, ob mehr oder weniger Fliegen drin sind. Die überraschendste Lösung des schwierigen Problems Itefert aber der Chinese. Er fischt die Fllege heraus undißt fte. Aber die Milch, die unrein geworden, schüttet er fort.

Ueber eine eigenartige Komödie der Irrungen", die vor dem Kaufmannsgericht thren Abschluß finden wird, berichtet die Hann. 3tg." folgendes: In einem Nachbarorte von Göttingen muß der Ehemann einer hübschen Frau häufig längere Zeit von zu Hause fort bleiben. Hin und wieder fand er seine Wohnung von einem eigenartigen Parfüm durchduftet, das seine Frau nicht führt, das aber er und ein Freund von ihm ten­nen. Du," sagte dieser, hier wa da gräune Junge, up de Vereinsvergnügens so veel mit diner Fru tanzer und immer um se herumme scharwenzelt." Dem Ehemann fiel es wie Schuppen von den Augen, aber der Freund wußte Rat. Eck passe wat up, wenn du nich da bist; wenn het wedder herut fummt, parfümtere ec ' ne in, dat het fine Freude hat." Nach einiger Zeit fah der Freund wirklich den grünen Jungen" am Abend die Stadt verlassen und in den Hof des Freundes ein­schleichen. Hier wurde er von dem Freunde des Haus­herrn mit dem Gruß empfangen: m Namen des Deubels, der Dich holt, taufe ich Dich Dong Schuang!" Bei diesen Worten bekam der ahnungslose Jüngling ein gewisses Etwas über den Kopf. Geh man hen un mat Staat mit das niee Parfing!" rief thm der Freund des Hausherrn nach. Am nächsten Morgen kam der eigenartige Täufling in die Kneipe, wo die beiden Freunde saßen und beratschlagten, was zu tun set, da Ste Untreue der Frau erwiesen schten. Soll eck det noch in Namen von Dütwel finer Großmutter mit ährem Besenstele döppen?" fragte der tauflustige Mann den Anfömmling. Aber der grine" Jüngling flärte die Sache in eigenartiger Weise auf. Er war nämlich nicht der Plebhaber der Frau, sondern der Kommis el­nes Abzahlungsgeschäftes und mußte die einzelnen 19 Raten von der Frau abholen, wenn der Mann nicht zu Hause war, da der Mann nichts davon wissen durfte. Der Kommis wurde nun von seinem Chef entlassen, well er das Geheimnis einer guten Kundin an deren Ehemann verraten hatte. Nun hat das Kaufmannsge­richt das Wort.

Die Newyork In 16% Minuten um die Welt. Times" hat dieser Tage eine an sich selbst adressierte Depesche um die Welt gefandt. Dte Laufzeit der De­pesche, die auf ihrem Weae 28,613 englische Meilen zut­ricklegte, betrug nur 16 Min. 30 Set. Es war das die fürzeste Laufzeit irgend einer Depesche, die ganz um die Welt gekabelt wurde. Allerdings aelangte vor et­nigen Jahren eine Depesche der Pacific Cable Cont­pany in der unglaublich furzen Reit von 9 Minuten 30 Sefunden um die Welt, fedoch hatte die Gesellschaft, um eine ganz besonders ante Laufzeit zu erzielen, Vor­forge getroffen, daß die Depesche nirgends aufgehalten wurde, d. h. Sie hatte ste überall avtffert und in allen Ländern standen die Telegraphisten berett, sie wetter­zugeben. Die Times- Depesche Teate folgenden Weg zu=

,, Ganz sicher. Ich habe sie mit meinen eigenen Augen gesehen," erwiderte der Gefragte. Eines Tages Iteß sich der Herr Minister aus dem Archivschrank etn bestimmtes Dokument hervorsuchen. Da ich es in dem etnen Fache nicht finden konnte, suchte ich in verschiede nen anderen. Bei dieser Gelegenheit sind mir die Akten über das österreichisch- französische Bündnis, dem Seine Majestät unser gnädigster Herr betgetreten ist, in die Hände gefallen. Der Wortlaut ist mir ungefähr im Gedächtnis geblieben, und sehen Sie, den habe ich in stillen Nachtstunden niedergeschrieben, dem Papter an­vertraut. Ich meinte, die Sache Lönnte mir einst von Vorteil sein." Damit griff Menzel in die Brusttasche, In der eine Bapterrolle verborgen war.

Er zog sie hervor und sagte: Diese birgt metne Notizen und steht zu Ihrer Verfügung, Herr Baron." Malzahn blickte dem Alten prüfend in die Augen. ,, Menzel," sagte er, Sein Geheimnis ist mir viel, unendlich viel wert. Ueberretch will ich ihn dafür be­lohnen. Selbstverständlich kann Er nicht länger im Dienste bletben und in Dresden wohnen. Sorg Er sich nicht. Ich werde Ihn mit Geldmitteln versehen, so daß Er in der Lage ist, ein behagliches Leben zu führen. Aber- aber er- Der G Der Gesandte suchte ver­geblich nach Worten.

Menzel schten auch das Unausgesprochene zu ver­stehen. Er blickte dem Baron fest in die Augen.

Ste sind erstaunt, weshalb ich Ihnen dies Ge­heimnis verrate, oder gerade heraus, weshalb ich zum Verräter werde? Das ist eine lange Geschichte. Wenn Ste wollen, will ich sie Ihnen erzählen, und dann wer­den Sie mich vielleicht verstehen..."

Er schten etne Antwort von Malzahn zu erwarten,

boch als er schwieg, fuhr er fort:

Man hat mein Kind unglücklich gemacht, hat es In die Schande getrteben und mich des einzigen

rüd: Neuvort, San Francisco, Honolulu, Midway J8 land, Manila, Hongkong, Saigon, Singapore, Madraz, Bombay, Aden, Suez, Port Said, Alexandria, Malta, Gibraltar, Lissabon, Azoren, Neuport.

Ein anständiger Gauner. Straßenräuber( der el­nen Touristen ausgeplündert hat):" Damit Ihre Frau nicht glaubt, Sie hätten das Geld unterwegs vergeu det, will ich Ihnen eine Quittung darüber ausstellen!" Tourist: Das ist mir angenehm!... Bescheinigen Sie mir auch gleichzeitig, daß Sie mir ein goldenes Armband abgenommen, das ich ihr mitzubringen_ver= sprach, aber leider zu faufen vergessen habe!" Stra Benräuber: Nein für so eine Schlechtigkeit geb' ich mich nicht her!"

Eine betagte Schildkröte. Ein Farmer in Amerita fing diefer Tage eine große Schildkröte, auf deren Rüden er die Inschriften Paul Marion, 1793", Adam Stil= mann, 1808", und Joseph Stillmann, 1865", vorfand. Die beiden letzteren Namen sind die feines Großvaters und Vaters. Er fügte seinen eigenen Namen und die Jahreszahl 1911 zu und setzte die Schildkröte, die nach den Inschriften über 118 Jahre alt fein muß, wieder in Freiheit.

Ingenieur Richters Erzählung

Ingenieur Richter hat dem Vertreter der Franks. 3tg." in Salonifi in anschaulicher Weise seine Gefan­gennahme durch die Räuberbande, seine Leiden und schließliche Freilassung geschildert. Wir geben aus set­ner Erzählung einige der interessantesten Stellen wie­der:

Während ich mich in Begleitung von zwei Gen­darmen, so erzählt Richter, in der Nähe des Dorfes Kotinople im Olympgebirge aufhielt, erfolgte der über­

mich zu strzen, mich an ermorden, selbst wenn ich schlummerte. Jedoch hielt fie stets tim letzten Momente eine geheimnisvolle Macht zurück. Ich stand dabet ent setzliche Seelenqualen aus. Die Räuber hat­ten unterdessen große Summen erhalten. In der Frithe des 22. August tamen die Anführer, brachten die rest lichen 1500 Pfund und verteilen das Geld untereinan der. Dann sollte die Höhle verlassen werden. Man fam überein, mich zu töten, sobald die Flucht angetreten set. Einer schlug vor, mich zu betäuben und liegen zu lassen. Er wurde aber überstimmt. 8wei Räuber, darunt= ter ein Junge, wurden ausersehen, mich uma= bringen. Nach erfolgtem Abstieg festen wir uns nachts am Wege hin. Es war ein wunderschöner Abend. Wir war ganz feierlich zu Mute. Auch die Räuber wa ren in ähnlicher Stimmung. Man sprach wenig, nie mand wagte mich anzurithren. Plötzlich fauchte in der Ferne eine Patrouille mit Laternen auf. Wir mußten wieder flieben, verließen den griechischen Bo den und überschritten die titrfische Grenze. Einen Kilo meter jenseits derselben rasteten wir in der Nacht vom 22. zum 23. August. Infolge der großen Anstrengung und des Mangel an Waffer sowie der großen Size, Auf regung und dreimonatlicher Bewegungslosigkeit war ich zu Tode erschöpft. Ein junger Räuber, der mich umbringen sollte, war inzwischen entflohen.

Der Abschied der Räuber.- Frei! Endlich zeigte man mir in großer Entfernung die Lichter einer großen Ortschaft; bort würde ich Wasser bekommen. Man gab mir acht Goldstücke und ein Sil berſtück, die Räuber drückten mir die Hand und sagten Adio. Ich war fret, und meine letzten Kräfte ein segend, gelangte ich in beklagenswertem Zustande nach Elafsona.

fall durch die Räuberbande, wobei die beiden Gendar Die Schwaben auf der Fahrt nach Berlin.

men getötet wurden. Die Räuber nahmen den Leichen und mir selbst die Waffen und das Geld ab. Die Räu­ber glaubten, ich fet ein Desterreicher. Als sie hörten, daß ich ein Reichsdeutscher fet, meinten sie, es set um so besser, sie könnten deshalb ein höheres Lösegeld ver­langen. Sodann rastete man fünf Minuten an einer nahen Quelle. Die Räuber reinigten die blutigen Waf­fen, stärkten sich und boten mir Essen und Trinken an. Dann wurde

die Flucht angetreten.

Die Räuber, fechs aut der Bahl, erreichten mit mir nachts die Umgebung des Dorfes Selos, wo einer der­selben den Brief hinabtrug, damit er an seinen Be­stimmungsort gelange. Die Flucht wurde stets zur Nachtzeit unternommen. Als wir in der Nähe des Klosters Hagtas Trias vorbeifamen, waren dort schon Militär und Gendarmen anmesend. Am zweiten Tage metner Gefangenschaft war schon die Ebene von Elas sona durchschritten. Bei Tage wurde gerastet. Ich mußte die ganze Bett st tII Ilegen, was mir schreck­Itch wurde. In der dritten Nacht überschritten wir die griechische Grenze und rasteten dann auf einer Höhe anderthalb Tage. Am nächsten Abend kamen fünf grie­chische Gendarmen talauf und riefen beständig Ger­manos". Ich durfte aber nicht antworten. Dann wurde die Flucht nach dem Flachlande fortgesetzt, wobei mir, unten angekommen, die Augen verbunden wur­den. Wir durchstreiften das Dorf Biler, wo wir zwölf Tage blieben und zweimal das als Aufenthaltsort die­nende Haus wechselten. Dann wurde nachts weiter marschiert gegen die Berge, mo auf felfiger Höhe eine Söhle bezogen wurde, die ich bis zu meiner Fret­lassung nicht mehr verließ. Ich verdante es meinen geographischen Erfahrungen, daß ich in der Lage bin, den eingeschlagenen Bea festzustellen. Während der Flucht empfand ich keine Furcht; nur das untätiae Liegen zur Tageszeit fand ich schrecklich. Dabet stellte fich das furchtbare Gefühl des Gefangenseins ein.

Bret Selbstmordverfnche.

Mein Aufenthalt in der wilden Höhle gestaltete sich entre Bitch. ch mußte den ranzen Tag liegen. Ms die Gefangenschaft immer länger währte, wurde ich im= mer zaghafter; schließlich zur Verzweiflung getrieben, unternahm ich zwet Selbstmordversuche, die mißlangen. Darauf folgte dumpfe Resignation. Das Ungezie= fer schten mich zu verzehren und die schreckliche Langeweile erdrückte mich schter. Ein Bote brachte nachts die Nahrung. Als er erschossen worden war, mußten die Räuber felbst Speise und Trank besorgen. Vier Kilometer entfernt von der Höhle td etne ur­alte einfame Platane, wo wegen meiner Befreiung mit den Räubern unterhandelt wurde. Daß die Räuber in­zwischen verfolgt wurden, konnte ich nur vermuten, da tch viele Schiisse hörte. Ruerst war griechisches, dann Hirtisches Militär in die Gegend gekommen. Die Räu­ber reklamierten bei den Unterhändlern wegen ihrer Verfolgung durch die Türken, worauf diese größtent­tells zurückgezogen wurden. Die Räuber vertrieben sich Inzwischen die Zeit mit Kartenspiel und Kartenlegen. Richter follte getötet werden.

Nach fünf- bis sechswöchiger Gefangenschaft ent­nahm ich den Reden der Räuber, daß diese beschlossen hatten, mich zu töten, selbst wenn ein Lösegeld bezahlt worden sei. Manchmal waren ste tm Begriff, sich auf

Schatzes beraubt, den mein Leben besaß. Darum will ich mich rächen... mich rächen..."

Das sprach er haftig, atemlos, überwältigt von feinen eigenen Gefühlen.

Wieder machte er eine Pause, ehe er sich so wett gefaßt hatte, um zähneknirschend hinzuzufügen: Ich will mich rächen dafür, daß man mir mein Kind ge­nommen hat. Begreifen Ste?"

Da entsann sich Malzahn fenes Sommerabends in der Lößniz, wo der Graf Brühl seiner Tochter er­zählt, threr Mutter set der Aufenthalt in Karlsbad durch eine unangenehme Episode verleidet worden, deren Kammerjunpfer habe sich plötzlich das Leben genommen. Und dann dachte er an die Begegnung mit dem Kanzleisekretär Menzel im Brühlschen Garten, etne Begegnung, die die Gräfin ägriert und echauffiert hatte.

Es war thm, als blickte er hinter die Kulissen eines Familiendramas.

Da begann Menzel felbft davon zu erzählen.

Es war etne alltägliche Geschichte, allein Malzahn berührte ste doch eigen. Menzel war ein einfacher Mann, der in seinem Aeußeren das Trocken- Bureau­mäßige durchaus nicht angenehm zum brachte, allein sowie er von seinem Kinde sprach, war es, als öffneten sich Quellen, die verborgenes Gold aus seinem Inneren zutage brachten.

Ausdruck

Ergretfend war es, wie er davon erzählte. Er schilderte, welch Itebes, gutes und schönes Kind seine Tochter gewesen set, fetne einzige Freude. Da set ste, unglücklicherwetse, durch einen besonderen Zufall der Gräfin Brühl vorgestellt worden. Diese set ganz ent­zückt von ihr gewesen und habe thn- den Kanzlet­sekretär förmlich gezwungen, thr dte Tochter, halb als Gesellschafterin, halb als Dienerin ins Schloß zu schicken.

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Das Luftschiff Schwaben" hat heute morgen seine angekündigte Fahrt nach Berlin von Baden- Baden aus angetreten. Die Fahrt geht über Karlsruhe, Mann­heim, Frankfurt, Fulda, Hersfeld, Bebra usw. zunächst nach Gotha und von dort weiter nach Berlin. Von Gotha aus sind mehrere Tage lang Rundfahrten über dem Thüringer Land geplant. Die Weiterfahrt nach Berlin wird aber noch in dieser Woche, voraussichtlich Freitag oder Sonnabend angetreten. Ueber den Ter min und die Richtung bei der Heimfahrt ist noch nichts näheres bekannt. Ueber die heutige Fahrt berichten folgende Telegramme:

Baden- Dos, 6. September. Das Luftschiff Schwaben" ist heute morgen 6,07 1hr mit sieben Passa­gteren an Bord zur Fahrt nach Gotha aufgestiegen. Karlsruhe wurde um 6,45 Uhr, Mannheim um 8 Uhr, Frankfurt a. M. um 9,05 Uhr passiert.

Bebre, 6. September. Das Luftschiff Schwaben hat um 10,35 1hr Fulda überflogen und hielt sich auf seiner Weiterfahrt hart an der Bahnlinie Frankfurt­Bebra. Um 11,25 Uhr wurde Hersfeld überflogen. Hier wurde das Luftschiff gegen% 12 Uhr gesichtet.

Drabtnachrichten und neuestes. Folgenschweres Brandnnglück.

Cottbus, 6. September. Bei einem Brande in Sagrizz bei Gollen wurden drei herrschaftliche und fünf Bauernhäuser eingeäschert. Dret Personen erlifien schwere Brandwunden, ein fünfjähriges Kind kam in den Flammen um.

Ein Opfer des Waldbrandes in der Neumark. Landsberg a. d. W., 6. September. In dem Schweriner Walde, der diefer Tage von einem großen Brande heimgesucht wurde, ist Hauptmann Schoenwald vom Feldartillerieregiment Nr. 54 aus Güstrin, das zur Hilfeleistung herbeigerufen war, verbrannt aufgefunder worden.

Ein Deutscher wegen Spionageverdachts verhaftet. Paris, 6. September. Bet Omergues wurde der Deutsche Richter aus Dresden wegen Verdachts der Spionage verhaftet.

Die Tenerunasrevolte in Frankreich. Dünkirchen, 6. September. Der Kampf der Hausfrauen gegen die Landwirte und Händler wegen der teuren Lebensmittel nimmt einen immer gewal= tätigeren Charakter an. Die in der Nähe der Stadt auf der Weide befindlichen Rinder wurden von den wüten­den Käuferinnen mit Stöcken mißhandelt.

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Im Fieber aus dem Fenster gestürzt. Wien, 6. September. Ein 13tähriges Mädchen, die Tochter eines Beamten, lag im Wiener Kinder­hospital seit einigen Tagen an Scharlach frank. Wäh­rend die Wärterin bei einem anderen Kinde beschäftigt war, stieg das Mädchen im Fieberwahn auf das Belt und stürzte sich aus dem Fenster des zweiten Stockes hinab. Sie war auf der Stelle tot.

Die Choleragefahr in der Türkei, Konstantinopel, 6. September. Die Herbstmanö­ver sollen der Cholera wegen abgesagt und die diesjäh­rigen Aushebungen nicht vorgenommen werden. Auch in Südserbten sind einige Cholerafälle festgestellt wor= den.

" Ich hatte keine rechte Lust dazu, mein Annchen fortzugeben," gestand der Alte, allein ich konnte und durfte der Gräfin nicht entgegen sein. Der Graf hätte mich ja ohne weiteres meiner Stellung entheben tön­nen. Außerdem, und das war die Hauptsache, bestürmte mich die Kleine mit Bitten, sie fret zu geben. Unser Leben floß still dahin. Ste aber wollte sich ihrer Jugend freuen und versprach sich goldene Berge von dem Le­ben im vornehmen Hause. Ich Iteß sie also ziehen, nachdem mir die Gräfin versprochen, wie eine Mutter über mein Kind zu wachen. Schlecht hat sie ihr Ver­fprechen gehalten, und darum, darum," das zischte der Alte förmlich zwischen den Zähnen hervor. will ich mich an dem Brühlschen Hause rächen, so gut ich kann. Und ich kann nicht anders, als indem ich dieses Ge­heimnis verrate. Der Beitritt Sachfens zum öfter­reichisch- französischen Bündnis ist Brühls Werk. Wenn man in Preußen erfährt, was ich weiß, wird die ganze Brühlsche Herrlichkeit wie ein Kartenhaus zusammen­brechen. Darauf warte ich. Denn dann will ich lachen und mich freuen." Und er lachte schrill und häßlich auf.

Den Tod seiner Tochter berührte Menzel nur mit wenigen Worten.

Der Schuft von Desterreicher hat sie im Stiche ge laffen," erzählte er und fügte hinzu, ich meine den österreichischen Lakaten, der eine Bettlang im Hause des Herrn Grafen weilte, und der jetzt im königlichen Dienste steht. Der hat ihr die Ehe versprochen und und fein Wort nicht gehalten. Da hat sie fich vor mir, threm alten Vater gefürchtet. Darum hat sie nicht nach Dresden zurückkommen und mir unter die Augen treten wollen. Lieber, viel Iteber schied fte fret­willig aus dem Leben. Armes Kind!"

( Fortsetzung folgt.)