Ruhig Blut!
Die lange Dauer der deutsch- franzöfifchen VerhandJungen und die Unsicherheit die in der Deffentlichkeit über den Gang und die Ergebnisse der Verhandlungen herrscht, haben in weiten Kreisen Deutschlands, aber auch im Auslande eine starke Nervosität hervorgerufen. Neuerdings Itegen Meloungen aus Me B und Stet tin vor, wonach die Besorgnis vor einem Kriege zu Stürmen auf dte dortigen Spartassen geführt hat. All diesen durchaus unbegründeten Gerüchten gegenüber stellt die Erff. 8tg." fest, daß zu einer Be unruhigung nicht der geringste Grund vorliegt. Selbst ein Scheitern der jetzt schwebenden Verhandlungen wäre, wie das Blatt bemerkt, noch feine Kriegsgefahr. Es würde dann eben nur die zwischen Deutschland und Frankreich schwebende Sache allen Algeciras- Mächten unterbreitet werden. Wie aber die Dinge liegen, darf man mit Zuversicht auf ein friedItches Ende der Berliner Verhandlungen hoffen. Die Deffentlichkeit sollte sich nicht durch allerlet Gerüchte, bte bisweilen nicht ganz lauteren Ursprungs fein mö gen, verwirren lassen. Auch eine offiziöse Meldung der Nordb. Allgem. Stg." sprach gestern von einem glatten Berlauf der Verhandlungen; die Beunruhigung, die augenblicklich einen bedenklichen Grad erreicht hat, ist also doch wohl unbegründet.
Eine neue Mahnung an Frankreich.
Die brennende Frage, ob angesichts des Verlaufs der Maroffoverhandlungen es zu friegerischen Kompltfationen zwischen Deutschland und Frankreich fommen tönnte, behandelt die Köln. 3tg." heute in längeren Ausführungen, wobei fie der Ueberzeugung Ausdruck gibt, daß Frankreich es nicht zum Aeußersten fretben und das französische Volt sich schließlich von der Erkenntnis letten lassen werde, baß der Marsch nach Fez über Berlin zu einer gefährs lichen Reise werden könnte. Daß Frankreich Marotto nach dem tunesisch- ägyptischen Verfahren einstecken möchte, verdenkt ihm in Deutschland niemand. Anders find die Empfindungen England gegenüber. Die englischen Versicherungen, das englische Volt denke nicht an eine Benachteiligung Deutschlands zugunsten Frankreichs, finden hier feinen Glauben, da die Ab ficht der englischen Diplomaten zu offenfundig ist. Die beutschersetts beanspruchten Bürgschaften für die Wahrung der deutschen Interessen in Maroffo bilden test ben Gegenstand der Verhandlungen, deren Berechtigung Frankreich einleuchtet, da es sonst nicht sich auf die Berhandlungen eingelassen haben würde.
Italien beansprucht Tripolis.
Der römische Abgeordnete Cirment bestätigt in der Stampa" nochmals, daß Italien als Kompensation für Marotto sofort Tripolis besezen will. Frankreich müsse ihm dabei helfen auf Grund des Mittelmeervertrags; Deutschland und Desterreich tönnten nicht widersprechen, weil der Dreibundvertrag Jtalten Kom pensationen zusichere im Falle der Verschiebung des Gleichgewichts im Mittelmeer.
,, Meine Schwiegerfamilie".
Das vierte Kapitel der Frau Toselli.
Die Lebenserinnerungen der Frau Tosellt gehen mit dem vierten Kapitel, wie es der Pariser Matin" veröffentlicht, zu der Schilderung ihres Lebens am Dresdener Hofe über. Sie enthalten in der Hauptsache Erinnerungen an den Dresdner und Berliner Sof. Das Kapitel ist überschrieben:„ Meine Schwiegerfamilie". Es fennzeichnet sich diesem Titel gemäß als reiner Personalflatsch, der auch vor der Wiedergabe von Intimitäten nicht zurückschreckt, wogegen wirkliche Ereignisse fehlen. Die Bemerkungen sind meist so ungezogen, daß sie sich der Wiedergabe entziehen. Unter anderem wird erzählt: Eine Diskussion über Neligion zwischen Luise und se önig Georg hätte beinahe schon damals zum Bruche und zur Flucht der Prinzessin nach Salzburg geführt. Der König habe gesagt:„ Es ist ein Unglück, daß Du in unsere Familie gekommen bist, denn Du wirst niemals eine der unseren sein." Von Prinz Max erzählt sie, er set einmal frank von Freiburg angekommen. Ich holte ihn an der Bahn mit Mathilde ab. Da der Vater aber ahnte, wie wenig präsentabel Prinz Mar fet, Iteß er ihn mehrere Stationen vor Dresden aussteigen. In der Tat war seine Soutane an allen Kanten abgeschabt und voller Fettflecke. Seine Fingernägel und Haare waren unmäßig lang und aus zerrissenen Stiefeln schauten die blanken Zehen. Luise fragte ihn: Hast Du kein Gepäck?" Prinz Max ant wortete: Nein, nur eine Zahnbürste, die mir auch als Saarbitrste dient." So beschaffen war die Familie, t der ich leben sollte. Von Anfang an bestand ein gegen seitiger Antagonismus zwischen uns. Ich war wie der Kudud im Spaßenneste oder wie die einzige Person mit originellem fünstlerischem Geschmacke in einer bra ven Bifrgersfamilie. Im Januar erfolgte die Reise nach Berlin und die
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Wefferwolken.
Roman von M. v. Bu ch. ( Nachdruck verboten.)
„ Rubig, Waldmann, rubig! Was gibt's denn?" fragte Malzahn, der vergeblich trachtete, den Hund zu beruhigen. Ein Fremder mußte das Haus betreten haben.
Nach wenigen Minuten öffnete sich die Tür, ein Lakat erschten.
Gnädiger Herr, man hat dem Bortler einen Brief an Ste übergeben. Der Bote wollte seinen Namen nicht nennen, es stiinde bereits alles in dem Briefe, fagt er."
Malzahn blickte ein wenig erstaunt auf. „ Nun benn, her mit dem Schreiben!"
Er war sorgfältig zusammengefntfft und versiegelt. Der Gesandte nahm es, erbrach das Siegel und las in schöner flarer Landschrift folgende Worte:
Wenn der Herr Baron von Malzahn ein Ges heimnis erfahren will, das ſetrem König und seinem Lande von höchster Wichtigkeit ist, so möge er heute um einhalbacht Uhr, wenn es anfängt dunkel zu werden, über den Neumarkt gehen. Von der Frauenfirche her wird dann jemand auf ihn zukommen, der thm das Geheimnis anvertrauen wird. Uebrigens hat der betreffende Jemand bereits die Ehre gehabt, ben Herrn Baron zu sehen, und ist auch von ihm gesehen worden. Vielleicht erinnert sich der Herr Baron noch des Festes beim Grafen Brithl... Da ist die Begegnung erfolgt.
Bestürzt las Malzahn dies Schreiben. Dann, um au verhindern, daß es Unberufenen in die Hände stele, serriß er es in tausend Kleine Fetzen, die er zum iteberfluß noch in den Ofen steckte und verbrannte.
Borstellung vor& atier Wilhelm. Der Prinzessin wurden alle Etikettenregeln genauestens eingeschärft, was fie wiederum für äußerst lächerlich hält. Sie vergaß die Ermahnungen denn auch, füßte der Etikette zivider den Kaiser, als dieser fie umarmt hatte, war von dem Kaiser entzückt, beurteilte ihn aber dennoch nachher sehr scharf. Bei Tische habe der Kaifer ihr ge jagt:„ Jezt, da wir Freundschaft geschlossen haben, will ich, daß Sie auch meine politische Freundin werden." Die Kaiferin habe sie wiederholt zum Nachmittagstee geladen. Dabet habe sie meist nur über zwei Dinge gesprochen, nämlich über die verschiedenen Religionen und über Kindererziehung. Sie sei barin vorbildlich, da sie ihr ganzes Wiffen und können für die Erziehung ihrer Kinder aufwandte. Sie trug stets ein steifes Wefen zur Schau und sah streng darauf, daß die Etikette genau befolgt wurde.
Mit solch fleinlichen Hofgeschichten sinken diese Lebenserinnerungen auf ein immer tieferes Niveau.
Der sächsische Hof hat von der Sperrung der Apanage der Frau Toselli anläßlich des Erscheinens ihrer Memoiren Abstand genommen. Die Apanage wird der früheren Kronprinzessin weiter ausgezahlt werden.
Rundschau vom Cage.
Politisches.
Die Kieler Zusammenkunft des österreichischen Thronfolgers mit dem deutschen Kaiser wird in der Bresse lebhaft fommentiert. Es wird darauf hingewiesen, daß sich beide, jo verschieden sie auch in Charakter, Anlage und Ausbildung sein mögen, ganz ausgezeich net in einem Buntte, im militärischen, verstehen. Der österreichische Thronfolger verfolgt bekanntlich große Organisationspläne in der Armee DesterreichUngarns, Pläne, die militärischerseits im Deutschen Reiche lebhaft begrüßt werden. Franz Ferdinand wird fich von seinen Absichten durch nichts abbringen lassen, sondern energisch das vorgesteckte Ziel verfolgen. Es ist sein Ehrgeiz, der Soldatentatser seiner Länder zu werden. Dem österreichischen Thronfolaer schwebt bet setnem Wirfen und Kämpfen als lestes 3tel vor: Die vielen Schmerzen seines Volfes, d. h. seiner Bölfer, in einem Punkte, dem militärischen, zu furteren. Da sich Thronfolger und Kaiser in militärischen Dingen so gut verstehen, wird auch ihre politische Aussprache in Kiel von Wert und Bedeutung sein.
Kaiser Wilhelm und der türkische Sultan. Da der deutsche Katser bereits den höchsten türkischen Orden befitt, beabsichtigt der Sultan, wie nach einer Meldung des„ B. T." aus Konstantinopel verlautet, ihm als Gegenehrung für den Schwarzen Adlerorden ein fostbares Geschenk zu machen.
Für das Kaisermanöver find die Oberleutnants bezw. Leutnants Mackenthun. Frhr. von Thüna, Förster, Cantern, Mahnke, Carganico, Engwer, Braunbarends, Vogt und Justi für die Beseßung der Flugapparate bestimmt worden. Auf einer Seite werden vier Doppeldecker des Albatros- Systems und auf der anderen Sette vier Eindecker des Etrich- RumpIer- Systems stationiert werden.
Der nene österreichische Kriegsminister. Wie das Neue Wiener Tageblatt" meldet, wurde der kommandierende General von Sarajewo General der Infanterie Ritter v. Auffenberg zum Nachfolger Schönaichs als Kriegsminister ausersehen. Die Ernennung dürfte bereits nächster Tage erfolgen.
Die Einigungsverhandlungen in der Metallindus strie sind abgebrochen worden. Die Zugeständnisse der Arbeiter sehen eine Verkürzung der Arbeitszeit vor und eine Lohnerhöhung, die nach Ansicht der Arbeitnehmerfommission den durch die Verkürzung der Arbeitszeit entstehenden Lohnausfall nicht deckt. Da weitere Zugeständnisse von seiten der Arbeitgeber nicht gemacht wurden, sind die in Leipzig geführten Verhandlungen als zwecklos abgebrochen worden. Die thüringischen Metallindustriellen halten ihren Antrag auf Vornahme einer Generalaussperrung aller deutschen Metallarbeiter aufrecht.
Ein Rennen gegen offene Türen." In einer Besprechung der Kundgebung der Berliner Sozialdemo traten im Treptower Park führt die„ Nordd. Allg. 3tg." aus:„ Die Sozialdemokraten rannten gestern mit großer Wucht offene Türen ein. Um der Demonstration einen Mantel zu geben, wandte man sich gegen die angebliche Kriegsheße des Panzerplatten- und Kanonenkapitals, die nur in der Einbildung der Sozialdemokraten besteht. Dagegen sprach man nicht davon, wie einmütig sich in diesen Wochen der feste Wille der Nation befundet hat, unsere Stellung in der Welt zu wahren. Das frivole Spiel mit dem landesverräterischen Gedanken etnes Massenstreits zum Zwecke der Lahmlegung unserer Wachtmittel in entscheidenden Augenblicken wurde auch gestern wiederholt. Versuche, folche Gedanken in die Tat umzusetzen, werden von der Nation im Nu hinweggefegt werden; darüber wird nirgends Zweifel bestehen. Daß diese Gedanken aber gerade jetzt ausgesprochen wer
" So," sagte er, nicht umsonst hat der Name Menael so oft mein Ohr berührt. Die Vorsehung schickt thn mir: Also heute abend..."
Der Tag verging ihm unruhig und aufgeregt, so daß er sich freute, als die Sonne endlich fant. Um die Dienerschaft zu täuschen und über seinen Fortgang im unklaren zu lassen, verließ er, nachdem er seine hohe Gestalt in einen dunklen Mantel gehüllt, durch ein Sinterpförtchen das Haus. Zu der in dem bewußten Schreiben angegebenen Stunde wanderte er über den Neumarkt. Obgleich er unbefangen tat, spähte er scharf nach allen Setten. Zu dieser Tageszeit war der Play nicht sehr belebt. Der Turm der fleinen Frauenkirche hob sich ab von dem blauen Himmel.
Jm Küsterhäuschen schimmerte Licht; man sah wte jemand mit einem Rienspan im Hausflur hantierte. Von der Elbe her zog ein Schwarm Möven mit schrilIem Geschret, die weißen Flügel schimmerten filbern in der blauen Luft.
Doch nun halt, von der Münzgasse her fam femand. Der wanderte entlang der Mauer, die sich um den Friedhof zog, Malyahn entgegen, der ruhig seinen Weg fortsette und sich sagte: das ist er. Fret Itch in dem unsicheren Lichte konnte man sich auch täuschen.
Malzahn ging ein wenig langsamer; thn beschäftigte der Gedanke: was wirst du zu hören bekommen? Wil man dir wirklich etwas anvertrauen, oder läuft die Sache auf einen schlechten Scherz, vielleicht gar auf eine Erpressung hinaus?
Noch zwet Schritte, der preußische Gesandte stand vor der Gestalt, die ihm entgegentam. Malzahn sah den, den er erwartet hatte, und dem er bereits im Brühlschen Garten begegnet war.
„ Guten Abend, Herr Baron," fagte der Alte mit
den ronnen, beweist, wte verständnislos die sozialdemo tratischen Führer dem wahren Fühlen der Nation ge genüberstehen."
Stolypin in Ungnade. Einige Berliner Blätter Iaf. fen fich aus Petersburg berichten, daß der russische Mt. nisterpräsident bei dem Kaiser in Ungnade gefallen fet und demnächst auridtreten werde. Auch werden bereits als feine Nachfolger der Finanzminiffer Rotozew und der Kriegsminister Suchomlinow genannt. An deutschamtlicher Stelle ist hiervon noch nichts bekannt.
Eine Meuterei türkischer Truppen. Drei anato= lische Bataillone, die innerhalb des Sanitätsfordons in der Umgebung von Mitrowiza lagerten, um die Qua rantäne durazumachen, meuterten. Sie bemächtigten sich eines Bahnzuges in der Station Mitrowiza, for derten, daß dieser fie nach Saloniki bringe, und weiger. ten sich, auf ihre früheren Lagerpläge zurückzukehren Für den Fall, daß sie auf der Gehorsamsverweigerung beharren sollten, sind die schärfsten Maßregeln ange ordnet worden. Die Rädelsführer sollen mit dem Tode bestraft werden.
Kleine Nachrichten.
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Die Befferung im Befinden des bayerischen Prinzs regenten hält an. Die rheumatische Anschwellung des Armes ist zurückgegangen. Das Allgemeinbefinden ist andauernd befriedigend.
Spende des türkischen Thronfolgers für die Vers liner Armen. Der türkische Thronfolger hat dem Magistrat der Stadt Berlin 5000 Fres. für die Armen der Stadt zur Verfügung gestellt.
Eine halbe Million für Arbeiterwohnhäuser. Die Stadtverordneten in Barmen stellten 500 000 Mark fir Arbeiterwohnhäuser bereit.
Fener auf dem Berliner Stadtbahnhof. Gestern abend geriet auf Bahnhof Friedrichstraße ein Teil der Schutzpläne und des hölzernen Gerüstes für die Aus besserung des westlichen Teiles der Halle in Brand. Die Feuerwehr löschte den Brand in einer halben Stunde.
Der älteste Berliner Journalist ist mit dem am Dienstag verstorbenen Chefredakteur und Besitzer des Reichsboten", Pastor Engel, dahingegangen. Der Ver storbene hat ein Alter von 77 Jahren erreicht und war bis zuletzt noch tätig.
Der Dieb in der Bürgermeisterswohnung. Rheydt drangen Dieb in die Wohnung des auf einer Urlaubsreise befindlichen Oberbürgermeisters Lehwald und stable die ganze Garderobe und wertvolles Silber zeug.
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Nach dem Genuß von Weintrauben gestorben. In der Nähe von Baris sind fünf Angestellte eines Insti tuts nach dem Genuß von Weintrauben gestorben. Die Untersuchung ergab, daß diese Trauben aus einem Weinberg stammten, dessen Befißer zur Bertilgung gewiffer Weinschädlinge ein Arsenifmittel benutzt hatte.
Ueberfallen und in den Rhein geworfen. In Cöln überfielen mehrere Burschen einen Fremden, der reiche Geldmittel bei sich trug, beraubten ihn und warfen ihn in den Rhein. Dem Manne gelang es, sich an einer Schiffstette festzuhalten, bis er gerettet wurde.
Abermals ein französischer Flieger tödlich vernus glückt. In Huelva ist gestern der französische Flieger Le Forestier aus 80 Meter Höhe abgestürzt und in den Trümmern seines Flugzeugs, das infolge der Explo sion seines Motors in Flammen aufging, verbrannt. Das ist innerhalb weniger Tage der vierte Todessturz, der französische Aviatiker betroffen hat.
Ein effjähriger Mörder. In Walding( Oberbayern) hat ein elfjähriger Sütebube einen achtjährigen Bauernjungen im Streit mit der Heugabel erstochen; er hatte ihn mitten ins Herz getroffen.
Einen ehrlichen Dieb gibt es in Belgien. Einem Badegast wurde vorige Woche auf der Reise von Ostende nach Brüssel fein Portefeuille mit 62 000 Francs gestohlen. Am Sonntag hat der Dieb einem Geistlichent das Portefeuille wieder gebracht und dieser hat dasselbe der Polizei übermittelt, weigert sich aber, den Namen des Diebes zu nennen, weil er durch das Beichtgeheintnis gebunden sei.
Bei einer militärischen Gletschertour über die Für telescharte im Ortlergebiet stürzten zwei Soldaten int folge Reißens des Seiles in eine Gletscherspalte. Einer war sofort tot, der andere wurde schwer verletzt.
Vermischtes.
Durch die Geiftesgegenwart einer Babnwärtersfran ist am Donnerstag, wie jetzt erit näher befannt wird, ein unabsehbares Eisenbahnunglück im letzten Augen blick verhüttet worden. Für einen Militärsonderzug, der etwa 900 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in das Manövergelände im Mecklenburgischen bringen follte, war auf der Station Schönberg( Meckl.) ein Aufent halt von 18 Minuten vorgesehen. Anstatt in Schönberg zu halten, fuhr der Sonderzug durch die Station bin durch und geriet hinter Schönberg auf das Gleis, das wenige Augenblicke später der D- Bua Kleinen- LübeckHamburg, für den bereits freie Fahrt gegeben war,
ein wenig belegter und vor Erregung zitternder Stimme. Augenblicklich ist der Platz leer, das ist gut. Man braucht uns nicht zusammen zu sehen. Ich werde in das nächste Gäßchen einblegen, und ich bitte Sie, mir zu folgen. Wir werden dann an der Elbe entlang gehen, und wenn wir an die Felder gelangen, find wir ungestört und können gemeinsam schreiten. Dann werden Sie hören..."
Malzahn nickte.
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Dann, um gana ficher zu gehen, fragte er:„ Nicht wahr, ich trre mich nicht, Er ist der Kanzletfekretär Menzel?"
" Bu Befehl, Herr Baron, der bin ich. Achtung, es tommen Leute, und da Ste sowohl wie ich in Dresden bekannt find, fönnte unsere Unterhaltung auffallen. Ich gehe vorauf..."
Malzahn folgte. Der Alte ging, wie er gesagt hatte, bie Elbe entlang. Als man ins Freie und an die Felder fam und feinen Späher zu befürchten hatte, schritt man gemächlich nebeneinander her.
Der Alte sprach im Flüsterton, Malzahn lauschte mit gespanntester Aufmerksamkeit. Dabei schritt man auf den schmalen Feldwegen auf und ab. In der Ferne hörte man die Kirchturmuhren schlagen. Neun Uhr! Behn Uhr! Die beiden Männer dachten nicht an den Abschied.
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Malzahn sagte:„ Ich möchte gern Einblick in die Papiere haben, dent' Er ein wenig nach, ob das nicht zu bewerkstelligen ist. Die Sache wäre für mich von größter Wichtigkeit..."
„ Das dürfte allerdings unmöglich sein, Herr Baron," entgegnete Menzel.„ Die Aften sind verwahrt und wohl verschlossen."
„ Und Er hat die Dokumente gesehen? Das ist ficher?"
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