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Schwere Straßenunfälle in London. In den Straßen yon London ereigneten fich am Freitag nachmittag awet were Unfälle. Am Graysinn Road fuhr ein Motoromnt us in eine Gesellschaft taubstummer Kinder, die von zwet Bärterinnen gelettet wurden und von der Schule per Stra fenbahn nach Hause fahren wollten. Die Aussicht auf den Fahrdamm war durch einen stehenden Straßenbahnwagen verdeckt. Der Führe: des Omnibusses fuhr beim Ausbte gen in die Kinder hinein und riß drei Mädchen zu Boden. Ein zehnjähriges Kind wurde sofort getötet, zwei andere wurden in schwerverletziem Zustande nach dem Hospital ge­bracht. Kurz vorher war nicht weit von dieser Unglücks­telle ein Straßenbahnwagen in einen anderen hineinge fabren, wobet nen Personen verlebt wurden.

Eine indische Prinzessin als Giftmörderin. Meldungen aus Calcutta berichten über eine Aufsehen erregende Morb affäre in Indien. Die schöne Witwe des Girdar Dyal Gingh, der einer der einflußreichsten und wohlhabendsten Männer des Pendschabgebiets war, hat ihren Geliebten er­mordet. Der Name der Mörberin ist Ranee Sahiba. Sie par thres Liebhabers, der seit dem Tode ihres Mannes tändig in ihrem Hause weilte, überdrüssig geworden und fagte ihm, daß sie wieder frei sein wolle. Allein der Geliebte wollte von einer Trennung nichts wissen, da er rasend in die Frau verliebt war. Am 20. Februar befand sich Ranee Sahiba mit ihrem Geliebten im Schlafzimmer, als fte der Dienerin befahl, Milch in goldenen Schalen zu bringen. Der Geliebte leerte die Schale und starb in derselben Nacht. Ranee Sahiba hatte heimlich Arsenik in die falte Milch ge Schüttet. Von Dienern ließ sie den Leichnam hinwegschaffen und ging am Morgen lächelnd in den Hof hinab, als ob nich to geschehen wäre. Doch wurde die Prinzessin am sel­ben Tage verhaftet. Nanee Sahiba wurde vor Gericht ge­tellt und zum Tode durch den Strang verurteilt. Der Richter erklärte, daß er niemals eine Frau von so verbreche tischer Kaltblütigkeit gesehen habe. Das Verhör ergab, daß die Mörderin, bevor sie das Haus verlassen hatte, das To­desröcheln thres Geliebten ruhig mit angehört hatte, da sie Im Nebenzimmer Toilette machte, als jener mit dem Tode tang. Die Prinzessin hat sich jetzt an das Appellgericht des Ben dschab gewandt, um Begnadigung zu erlangen.

Eine neue Schredenstat der Schwarzen Hand"? Aus Neu york wird dem Berl. L.-A. gemeldet, daß dort eine Schandtat der Schwarzen Hand große Aufregung verur facht. Im vorigen Monat wurde, wie bereits berichtet, das dreijährige Söhnchen Salvatore des retchen Kaufmanns Buffa gestohlen. Die Eltern wurden dann telephonisch auf gefordert, ein Lösegelb von 40 000 Mark einzuschicken, wide rigenfalls man ihnen das Kind als zerstückelte Leiche in einem Faß zuschicken würde. Später wurde ihnen weiter telephonisch gedroht, daß ihr Haus mit einer Bombe in die Suft gesprengt werden würde. Die Polizei leitete Nachfor­chungen nach den Tätern ein, doch bisher ohne Erfolg. Die Verzweiflung der Eltern ist nunmehr durch die Zu­fendung einer Haarlocke und eines Schuhes ihres Kindes erhöht worden.

Ein Bund Spargel für 200 Mark. In London findet gegenwärtig eine Spargelausstellung statt, auf der dieser Tage ein Preisbund" Spargel für den hisher noch nicht bagewesenen Preis von 200 Mark an den Meistbietenden verkauft wurde. Das Spargelbund hatte das Gewicht von 0% Klar. Dieses mit dem Preise ausgezeichnete Bund war übrigens noch nicht das schwerste. Das schwerste Bund Spargel auf der Ausstellung wog nämlich fast 11 Kg., er­ielte aber, da es an Güte hinter dem Träger des ersten Breises zurückstand, nur einen Prets vor 54 Mark. An­dere preisgekrönte Spargelbunde wurden mit Preisen wischen 20 und 50 Mark bezahlt.

reicht, fingen die indischen Priester uralte heilige Lieder, bie Soldaten blasen auf filbernen Trompeten und das Volk, bas an der Wage des Königs vorbeidefiltert, wirft sich huldigend vor ihm nieder. Nach den bereits vorgenomme nen Berechnungen wird die Menge Gold, die bei der in­dischen Krönung George V. zur Verwendung gelangt, nicht so bedeutend sein, wie man ursprünglich annahm. Georg V. ist ein ziemlich schmächtiger Mann von nur mäßigem Ge­wicht, und so wird der Betrag die Summe von 200 000 Mart kaum übersteigen. Die indischen Fürsten, bei deren Krönung der alte Brauch gleichfalls noch besteht, erfreuen sich zumeist eines weit größeren Gewichts, und es ist noch unvergessen, daß gegen Ende des vorigen Jahrhunderts ein Maharadjah nicht weniger als 260 Pfund wog, so daß bei seiner Krönung im Interesse der indischen Staatskasse das zur Verwendung kommende Gold mit einer überwiegenden Menge Silber gemischt werden mußte.

Millionärinnen als Testamentsfälscher. Mit großer Spannung sieht man in Kreisen der amerikanischen Geld­aristokratie schon jetzt einem Prozesse entgegen, der sich der­einst um die 100 Millionen Dollars, auf die das Vermögen der bekannten Millionärin Frau Hetty Green geschätzt wird, entspinnen wird. Frau Hetty Green hat thr ungeheures Vermögen von Frau Anne Sylvia Howland geerbt, die im Jahre 1856 starb. Vor threm Tode fanden sich angeblich zwei Testamente vor, von denen das eine Frau Hetty Green, die Jugendgesptelin der Verstorbenen, zur Univer­salerbin einsetzte, während sie nach dem zweiten Testament lediglich die Nutznießung der Hälfte des Vermögens der Erblasserin für Lebenszeit haben sollte, wogegen nach ihrem Tode das Geld an Gideon Howland fallen sollte. Nun ist letzterer seit vielen Jahren tot; mehrere seiner in Kalifor­nien lebenden Verwandten fechten aber jetzt das Testament, das Frau Hetty Green zur unbedingten Erbin einsetzte, an, indem sie behaupten, daß lediglich eine Testamentsfäl schung die rechtmäßigen Erben um den Nachlaß gebracht ha­He. Das Howlandsche Ecbe betrug seinerzeit 2% Milliarden Dollars. Davon sollte nach der Behauptung der Familie Howland die Hälfte für wohltätige Zwecke verwendet wer­den, während von der anderen Hälfte Frau Hetty Green nur die Hälfte genießen sollte. Da seit dem Tode der Frau Howland bereits 44 Jahre verflossen sind, so ist natürlich dte Summe von 125 Millionen durch Verzinsung inzwischen zu einer ungeheuren Höhe angewachsen. Selbst wenn Frau Hetty Green gezwungen würde, die angeblich hinterzogene Summe herauszugeben, so würde sie, die als reichste Frau von Amerika gilt, trotzdem nicht dem Hungertode preisge­geben sein.

Die poetischen Entendiebe. Einem Landwirt bei Halle a. S. waren fürzlich neun Enten gestohlen worden. Alle Nachforschungen der Polizei blieben ohne Erfolg. Unter den neun Enten befand sich eine, die sehr zurückgeblieben und frank war. Diese fand nun der Bestohlene

später in seinem Keller liegen und an ihrem Halse war ein Zettel mit folgendem Gedicht befestigt: Diese, Freund und Kupferstecher, mit Deiner Frau allein, Dafür hol gelegentlich Jch mir noch ein Schwein. Lauter Knochen, Haut und Federn, Das ist mir denn doch zu ledern. Sind die Schweine fett und schön, Teurer Freund auf Wie­dersehn!

Eine Luftdroschke. Die Eröffnung der avtatifchen Sat- bte von den Behörden gegenüber der Cholera getroffenen

Jon der Luzerner Luftschiffstation fand am Sonnabend durch gelungene Probeflüge mit einem neuen Flugzeugtyp, dem fogenannten Aeroplan- Tarameter, der Pariser Astragesell­baft statt. Die Maschine ist ein großer Zweidecker mit sechs linderförmigen Schwimmkörpern, wodurch die Landung des ganzen Apparates, samt dem 60pferdigen Motor und den 4 bis 5 Passagieren auf dem Wasser möglich ist. Der Er­finder des neuen Apparats ist der Ingenieur Herbster, ein gebürtiger Elsässer.

Blitzschäder in Lothringen. Gewitter haben am Sonn­abend in Lothringen wieder viel Schaden angerichtet, In Saargemünd schlug der Blitz in die Seidenfabrik Hu­bert; eine Mauer brannte nieder; auf der dortigen Infan­terlefaserne wurde durch einen kalten Schlag ein Aufsatz von fünf Bentnern zerschmettert. In Hoellingen wurde ein Ace­ter vom Blizz erschlagen, in Merten schlug der Blizz in dinen Brivatwald und äscherte neun Heftar ein, in Luppy burde ein 20jähriges Mädchen vom Blizz getötet. An der Rosel bei Ars sind die Weinberge schwer beschädigt.

Café Biar, der Aschinger" von Paris. Ein hervor lechendes Bild im Getriebe des Pariser Straßenlebens sind kine Kaffeehäuser. Wie Duval eine Monopolt. ferung des Restaurantbetriebs erreicht hat, so gelang es uch dem Cafetier Biard, die Seinestadt mit seinen Kaffee­usern zu erobern. Kaum eine wichtigere Straße wird in rjs zu finden sein, wo ni ote bekannte Aufschrift Cafe Biard dein Straßenpassanten die Quelle eines billi­n und guten Schwarzen" anzeigt. Das Hufeisen", wie er Volksmund diese Cafés ihrer den Automaten nachgebil­len Form wegen nennt, ist dem Pariser heute unentbehr­geworden. Der Kaufmann, der kleine Handwerker, Ridinettes, Schauspielerinnen und Sängerinnen aus den unsttempeln der Vorstadt, das ist das Publikum dieser Tag nd Nacht geöffneten Kaffeehäuser. Reich bemalte Wände, ante Fußböden, das blinkende Nickelzeug der riesigen affeeurne, Hinter der in majestätischer Ruhe eine blitzsau­re Mamsell thres Amtes waltet, das ist die Signatur dte­Biards". Tisch und Stühle sind wenig vorhanden. tehend wird die Tasse Kaffee oder Schokolade getrunken, Eleines Gespräch mit dem Nachbar und schon eilt man inaus. Das Café des kleinen Mannes hat keine alte Ge­ichte, Ste ist etwa jünger wie der Besizer und Begrün­Monsieur Biard war ein Geschäftsretsender, der die Belt und ihre Bedürfnisse kannte. Am Boulevard Bonne ouvelle, jenem Teil der großen Boulevards, wo der Kos­politismus aufhört und das alte Paris beginnt, begrün­te er vor 27 Jahren ein kleines Kaffehaus. Hier kam er die Idee, die Hufetsen" zu begründen. Das war der fang zum Millionär. Der Korrespondent der Daily ail" hatte kürzlich den bescheidenen 68jährigen Herrn nach Hem Geheimnis feines Erfolges befragt. Das ist eine ein­he Geschichte," bemerkte Mr. Biard, das Publikum ist es geworden, die alten und teuren Kaffeehäuser zu be­gen. Außerdem verkaufe ich den besten Kaffee in Paris. ard hat in seinen 65 Geschäften einen Konsum von 150 effen pro Minute, alfo 9000 ftindlich.

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Das Goldgewicht des Königs von England. Wie eng de Blätter melden, wird König Georg V. von England leiner indischen Reise, dte er im kommenden Jahre Begleitung der Königin anzutreten gedenkt, in Kalkutta

le Schale etner riesengroßen Wage gefeßt werden, ten andere Schale mit Goldmünzen in seinem Gewichte gefüllt ist. Sobald nach peinlich genauer Prüfung das Newicht des Königs feststeht und er dte Wage wieder vers fem bat, wird das Gold verwahrt und später unter die man der Stadt verteilt. Bis vor nicht langer Bett war bem Volte geftattet, gleich nach Beendigung der Bere­onte dte Wage, auf der der König gefeffen hatte, zu ers men und sich des Geldes zu bemächtigen; bte schweren sumträglichkeiten aber, die fich dabet zuzutragen pflegten, bern die indische Regierung veranlaßt, die Verteilung des eldees auf andere Weise vorzunehmen. Während der gan­eterlichtett, deren trivrung in ferne Vorzeit zurück­

Die Cholera in Venedig. Wie dem ,, Lol.- Anz." ge­meldet wird, hält ein Triester Blatt troß aller Demen­tia die Meldung aufrecht, daß in Venedig bereits 115 Cholerakranke gezählt worden sind. In Triester Aerztefret sen soll bekannt sein, daß der Physikus von Venedig seine Stellung niedergelegt hat, weil er die Verantwortung für Maßnahmen nicht übernehmen will. Wie erinnerlich, war vor einigen Tagen ein Postbeamter, der seinen Urlaub in Venedig verbracht hatte, cholerakrant nach seiner Heimat Graz zurückgekehrt und bald darauf gestorben. Auch an­dere Personen in Graz erkrankten. Am Freitag sind zwei weitere Isolierungen Choleraverdächtiger in Graz vorge nommen worden. Wie Berliner Blätter weiter mel den, trat die Aerztekammer von Venedig zu einer Sigung zusammen, um über die zu ergreifenden Maßnahmen zu beraten. Die italienischen Behörden stellen in Abrede, daß von ernster Gefahr die Rede sein könne.

Schwerer Unfall auf einer Berliner Rad rennbahn. Ein schweres Unglück ereignete sich Sonntag abend auf der Radrennbahn in Zehlendorf. Der große Pfingstpreis sollte zum Austrag kommen. Die Fahrer hatten bereits zirka 10 Kilometer zurückgelegt, als Theile, der deutsche Weltmeister, den Franzosen Miquel überrun­den wollte. Er entwickelte dabei eine so große Geschwin digkeit, daß er gegen die Schußrolle seines eigenen Schritt machermotors fuhr und dabei zu Fall Cam. In dema felben Augenblick brauste der Motor des Rennfahrers Mi quel heran, der inzwischen überrundet worden war und fuhr Theile über die Brust. Der Brustkorb wurde Theile böllig eingedrückt. Tödlich verletzt wurde der Rennfah rer von der Bahn getragen. Eine halbe Stunde darauf erlag er feines furchtbaren Verlegungen, Der Sturz The les hatte auch den Sturz des Miquetschen Motorfahrers Beckzeh herbeigeführt, der sich aber ohne wesentliche Ver legungen von der Bahn begeben konnte, während Miquel selbst einen doppelten Armbruch davontrug. Der Schritt macher Theiles war auch zu Fall gekommen, aber unver legt geblieben. Der Motor Miquels geriet in Brand, doch fonnte das Feuer bald gelöscht werden.

Die Bombe in der Svarbüchse. Aus Neuhork wird ber Inf."( geschrieben: Von einem sonderbaren Unfall wurde vor einigen Tagen eine funge Dame, eine der Ver­treterinnen der Oberen Zehn aus der fünften Avenue betroffen. Sie erhielt von einem unbekannten Absender ein kleines, allerliebstes Geschenk, eine Sparbüchse, bie gleichzeitig einen Automaten darstellte, und die auf den Einwurf einer Pfundnote so reagierte, daß sie Karten da für wiedergab, auf denen sich anmutige Gedichte oder schel mische Lieder befanden, die in irgend einer Beziehung zu der jungen Dame selbst und einem jungen Manne standen, der sich schon lange Zeit vergeblich um die Gunst der schönen Miß Ethel bemüht hatte. Die junge Dame unterhielt sich damit, feine ,, Ersparnisse" in den Automaten zu tun, weil Die Karten mit ihren Bildern und ihren Anzüglichkeiten ste amüsierten, und die Reihenfolge sich ihrem Liebesaben­teuer entsprechend entwickelte. Da, eines Tages, als ste wiederum eine Pfundnote in den Spalt des Automaten steckte, und eine Karte erschien, deren Bild einen jungen Mann zeigte, der von der Dame seines Herzens Abschied nimmt, wurde ein verdächtiges Snacken hörbar, und in der nächsten Sekunde explodierte der Sparautomat mit folcher Heftigkeit, daß die Fensterscheiben, sowie eine in Bimmer befindliche Glasvase in Scherben gingen. Die funge Dame, der die Explosion der Höllenmaschine den Tod bringen sollte, wurde glücklicherweise nur leicht ver­Tetzt. Die Wucht des Anpralls schleuderte sie in eine Ede des 8immers, und eine leichte Verstauchung des linken Armes war der einzige Unfall, den sie davontrug. Der Verdacht richtete sich auf einen jungen Mann, einen Pro­furisten im Geschäfte thres Vaters, Mr. Basil Fabel. Er gab zu, der Absender der Höllenmaschine gewesen zu sein, und meinte, das sei nur eine geringe Strafe gegen die Dualen, die die Geliebte ihm angetan habe. Wochenlang chenkte sie ihm ihre Gunst, flirtete und kokettierte mit thm, sodaß er sich berechtigt glaubte, Hoffnungen auf die Hand ber fungen Dame machen zu können. Dann aber, als er ihr bewies und zeigte, wie tief und echt seine Beidenschaft für sie fet, habe sie sich plöblich von ihm ges wendet. Die Explosion der Höllenmaschine follte feine Rache sein.

Eingriff. Arzt: So, nun find Sie wieder hergestellt; ab heute dürfen Sie wieder essen und trinken, so viel Sie wollen; auch ausgehen, ganz nach Ihrem Belieben." Frau des Patienten: Herr Doktor, ich möchte doch recht sehr bitten!"

Verunglückter Glückwunsch. Warum ist denn Deine Erbtante auf Dich so böse?" Ich habe ihr zu jedem Fest, zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten, Karten geschickt, neulich auch zu Himmelfahrt mit dem Wunsche: Glückliche Himmelfahrt! Und das hat sie mir übel genommen."

Ein Flug mit Lindpaintner.

Der Passagier, der mit Lindpaintner den Rundflug durch Sachsen machte, sendet dem Auto" einen Bericht über den Flug von Leipzig nach Plauen, dem wir fol­gendes entnehmen:

,, Um 5 Uhr früh sind wir wieder am Apparat, an dend unsere Monteure seit 4 Uhr gearbeitet haben. Trotz der frühen Morgenstunde ist halb Ronneburg versammelt. Kurz vor unserer Abfahrt erscheint sogar eine Kochschule, gegen 30 niedliche, junge Damen. Der neue Motor aber arbeitet noch schlechter. Also abermaliger Wechsel. End­lich furz vor 6 Uhr fahren wir ab, hinein in den tau frischen Morgen. Herrlich ist der Blick auf die Wälder, auf die dunklen Berge, durchrissen von tiefen Tätern. Hell leuchtet die Elster zu uns hinauf. Aber schon ziehen sich die Wolken und Nebel unter uns zusammen. Als wir über Greiz sind, hat sich die Wolfendecke fast völlig ge­schlossen. Eine Orientierung ist nicht mehr möglich, auf gut Glück fahren wir los und finden uns schließlich über Netschkau wieder, wo wir abermals herunter müssen, da der Motor nicht ordentlich arbeitet und wir kein Benzin mehr haben. Dicht bei der Gölzschtalbrücke landen wir. Nach 25 Minuten geht es weiter. Am Bismarckturm vor bei, über die Elster fliegen wir in 400 Meter Höhe auf Plauen zu.

Doch der Motor streift jeßt energisch. Nur 900, jetzt nur noch 850 Touren macht die Schraube und nun be ginnt eine schreckliche Fahrt. Das Flugzeug taumelt förmlich nur noch über die Wälder und Schluchten dahin Es ist phantastisch", wie Lindpaintner sagt, daß der Apa parat überhaupt noch trägt. Eine heftige und wir stürzten hinab, da der Motor feine Kraft mehr hat, Wi derstand zu leisten. Aber die große Kunst Lindpaintners bringt uns über die gefährlichen Stellen hinweg. Schon sehen wir unser Biel, aber wir müssen vorher Yandent Zwei Kilometer davon entfernt, es ist unmöglich, weiter zu fliegen. Wir sind aufs höchste ermattet. Lindpaintner meint zu seinen Monteuren, die inzwischen eingetroffen sind: Also jest laßt's mi aus, zerhaut's den Apparat, ver­brennt ihn und bratet Brathendel darin." Schnell geht es in einem Auto nach Plauen ins Hotel, wo wir durch Essen und Schlaf wieder Kräfte sammeln. Jeßt stellt sich auch heraus, warum der Motor nicht gehen wollte, das Benzin war zu leicht.

Troß des heftigen Windes, der uns verhinderte, nach Chemnih zu fliegen, entschloß sich Lindpaintner, noch bis zum Biel zu fahren. Wir wurden zwar tüchtig hin und her geworfen, landeten aber nach wenigen Minuten vor unſerent Schuppen. Troß unseres Sträubens werden wir in ein Auto gesezt und an der tausendköpfigen Menge ent­lang gefahren, die uns laut zujubelt. Unser Flugzeug in mer hinter uns her. Wir kamen uns vor wie römische Imperatoren, die im Triumphzug, ihre Trophäen mit sich führend, einherzogen."

Drabtnachrichten und neuestes.

Die nationale Flugwoche in Johannisthal. Johannisthal bei Berlin, 6. Juni. Am gestrigen zweiten Tag der nationaler Flugwoche erreichte bet Flügen mit einem Passagier König eine Stunde 21 Minuten, bet den Flügen ohne Passagier Leutnant Jehnow eine Stunde 12 Minuten. Bet der Landung des letteren brach das Un­tergestell des Apparates. Der Flieger blieb unverletzt. Die größte Höhe erreichte Vollmöller auf einem Rumpler- Et­richt- Apparat mit 1870 Metern Höhe und schlug den bisheri gen deutschen Höhenrekord von 1561 Metern. Gattenmord.

Erfurt, 6. Junt. In dem Hause Rumpelgasse Nr. 3 hat gestern abend der Handarbeiter Jakob Seiler nach einem Strett seine Frau mit einem Bell erschlagen. Er schloß dann die Wohnung ab und flüchtete. Bisher konnte seine Festnahme noch nicht erfolgen.

Massensturz bei einem Radrennen.

Planen, 6. Junt. Bei dem gestrigen Radrennen ereigneten sich ernste Unfälle. Im achten Lauf über 30 Kilo meter fam es zu einem schweren Massensturz. Scheuer­mann lag in der 15. Runde an der Spize, dicht dahinter Stellbrink, als der Laufmantel von Stellbrinks Schritt­machmaschine, platte. Die Maschine brachte den Schritt­macher Starke und Stellbrink zu Fall. In beide fuhr Scheuermann, gefolgt vom Schrittmacher Gebhardt, direkt hinein, und beide stürzten ebenfalls. Ein dritter Schritt­macher konnte glücklicherweise noch rechtzeitig oben vorbei­gehen, doch stürzte der Fahrer Przyrempel über ein auf dem Bement liegendes Rad gleichfalls in das Durcheinander von Maschinen und Menschen hinein. Scheuermann wurde be­wußtlos mit einer schweren Kopfwunde von der Bahn ge­bracht, konnte aber am Abend das Krankenhaus wieder ver laffen.

Der Schatz im Ameisenhausen.

Hannover, 6. Junt. Im Hastenholz wurden ant ersten Pfingsttage von zwei Arbeitern in einem Ameisen­haufen für 150 000 Mart Wertpapiere gefunden. Daneben lag ein schwerer Sack voll Silberzeug und Stahlwaren. Der Fund rührt wahrscheinlich von Diebstählen her, mit denen ein vor kurzem in der Umgegend festgenommenen Höhlens bewohner im Zusammenhang gebracht wird.

Todesstura in den bayerischen Alpen.

München, 6. Juni. Am Sonntag ist bei einer Berga tour vom Nebelhorn. zum Luitpoldhaus der Student Albert Paul aus Stuttgart von Himmeled abgestürzt. Er war so, fort tot. Er hate das Genick und beide Beine gebrochen. Eine Reise des türkischen Sultans. Konstantinopel, 6. Juni. Der Sultan ist gestern nach Saleniti abgereist. Im Gefolge befinden sich u. a. zwet seiner Söhne, der Großwesir und der frühere Finanz minister Dichawid Ben. Die Blätter heben die politische Be-, deutung der Reise hervor.

Saloniki, 6. Junt. In der Nähe von Köprülü wurden auf dem Wege, den der Sultan auf seiner Reise nach Maze­donien benutzen muß, 12 Kilogramm Dynamit gefunden, sowie alles, was zur Herstellung von Bomben nötig ist.

Bandel und Verkebr.

Berlin, 5. Juni.( W. B.) Anfang Juni war, wenn zwei gut, dret mittel( durchschnittlich), vier gering bedeutet ,, für Winterweizen der Stand 2,6, Sommerweizen 2,7, Win terspelz 2,6, interroggen 2,7, Sommerroggen 2,9, Som­mergerste 2,6, Hafer 2,7, Erbsen 2,8, Ackerbohnen 2,6, Wicken, 2,7, Kartoffeln 2,7, Zuckerrüben 2,8, Winterraps und Rübsen 2,6, Flachs 2,8, Alee 3, Luzerne 2,9, Stefelwiesen 2,5 und andere Wiesen 2,9.

Cassel, 3. Juni. Weizen( 100 Kilogramm) 19,75-20,25 M, Roggen( 100 Kilogramm) 17,25-17,75 M, Gerste( 100 Kilo­gramm) 17,00-18,00 M, Safer( 100 Kilogramm) 19,00-20,50 Mart, Hen( Zentner) 2,70-3,50 M, Stroh( 3entner) 1,80 bts 2.80 M.