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gelungen sein, Meldungen auf eine Entfernung von 20000 Rilometer abzugeben und die Antwort darauf klar verständ­Itch zu erhalten. Man wird die praktischen Erfolge ab­zuwarten haben.

Vermischtes.

Ein Revolveranschlag in der Beierskirche. Ein etwa Rebzigjähriger Mann namens Desanti schoß art Dienstag mit einem Revolver auf eine Gruppe von Priestern, ohne Sie zu treffen. Er verwundete jedoch einen Polizeibeamten, welcher ihn verhaftete. Der Täter ist ein aus Istrien stammender und in Rom ansässiger Desterreicher. Die römischen Blätter veröffentlichen ausführliche Berichte über den Revolveranschlag. Dr Täter, der geistig min­derwertig zu sein scheint, erklärt, cr habe ursprünglich die Absicht gehabt, den Papst zu töten. Nachdem er unzählige Male als Gärtner oder sonst unter einem Vorwande ver= sucht habe, in den Vatikan zu gelangen, und ihm dieses immer mißlungen sei, habe er beschlossen, einen Priester zu töten. Er wurde wegen Mordversuchs und Totschlags in Saft genommen.

Das älteste Wohnhaus Deutfcglands. In dem ural­ten Städtchen Winkel im Rheingan befindet sich noch das Wohnhaus des Mainzer Erzbischofs Rabanus Maurus, der hier um das Jahr 850 starh. Es ist das Graue Haus. Auf Anregung eines Kenners der Karolingerzeit, dem auch die Wiederherstellung der alten Palastkapelle Karls des Großen in Nymwegen zu verdanken ist, Dr. Platho in Wiesbaden, hat nun der jetzige Besitzer des Grauen Hau­Jes, Graf Matuschia- Griffenklau, den Bau fachmännisch untersuchen lassen. Zugleich wurden Ausgrabungen in ausgedehntem Maße vorgenommen. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Wie von berufener Seite nachgewie­sen wurde, ist das aus der farolingischen Zeit stammende ,, Graue Haus" das älteste Wohnhaus Deutschlands.

meisterei in Reinickendorf heimlich herausholten, bis in die Nähe des Ortes und mit der Beute ebenso nach Rei­nickendorf zurück. Auf diese Weise suchte die Bande fast alle Ortschaften an der Strecke heim. Die Verhafteten wurden zunächst nach Berlin gebracht und vom Polizei­präsidium dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Einen Teil der Einbrüche haben sie bereits eingeräumt.

Ein Drama im Zuchthause. Im Zuchthause zu Pitts­burg spielte sich fürzlich eine Szene ab, bei der den Bucht­Hausbeamten die hellen Tränen über die Backen liefen. ,, Bet- Anoy" Toth wurde von seinen Söhnen aus der Anstalt abgeholt, nachdem er zwanzig Jahre dar- unschuldig verbracht hatte. Auf dem Sterbebette in Desterreich hatte der Mann, durch dessen Rachsucht Toth ins Zuchthaus ge­kommen war, ein Geständnis abgelegt: Im Jahre 1891 war in den Thomsonschen Stahlwerken ein Mann namens Michael Quinn erschlagen worden. Toth wurde nebst fünf anderen Arbettern in Haft genommen, und eine Anzahl Desterreicher wurden ihnen gegenübergestellt, um den Schul­digen zu bezeichnen. Einer dieser Beugen" stolperte, als er in die Stube trat, Toth lachte über thn und erregte so seine Wut. Der Mann zeigte auf Toth als den Mörder, und wie Schafe dem Leithammel folgten die anderen sei­nem Beispiel. Toth, der noch nicht viel englisch sprechen konnte, wurde nach kurzem Verfahren verurteilt. Im Buchthause sprach er kaum mit irgend femand; aber um so fleißiger betete er, und das trug ihm den Beinamen Bet­Andy" ein. Im Februar erreichte Gouverneur Tener von Pennsylvania die Kunde von dem Geständnis, das Toths Ankläger sterbend abgelegt hatte. Eine Untersuchung er­gab, daß Toth damals die Fabrik eine Stunde, bevor der Mord geschah, verlassen hatte, und seine Freilassung wurde verfügt. Er ist jetzt 62 Jahre alt und noch vollkommen rüstig. Von seinen Söhnen umgeben eilte er zu seiner Frau, die er achtundzwanzig Jahre, sett er Europa verlassen hatte, nicht gesehen hat.

Unterstügungen aus der Carnegie- Stiftung. Das Ku­ratorium der unter dem Protektorat des Kaisers stehen­den Carnegie- Stiftung für Lebensretter hat fürzlich meh­reren Witwen, deren Ehemänner bei dem heldenmütigen Unternehmen der Rettung Dritter aus Lebensgefahr selbst den Tod fanden, einmalige bezw. laufende Beihilfen je nach Lage des Falles und der gesamten Verhältnisse be­willigt. Der Höchstbetrag der gewährten einmaligen Bei­hilfen beträgt 3000 Mart Unter den Bedachten befindet fich auch die Witwe des Bahnhofsvorstehers in Thyrow, der dort vor kurzem den Tod fand, als er es unter Nicht­achtung des eigenen Lebens unternahm, eine die Gleise überschreitende Dame vor einem einfahrenden Zuge zu retten. Gegenüber der weitverbreiteten Ansicht, die Carnegie- Stiftung se: ein allgemeiner Unterstützungs- oder Prämiierungsfonds für Lebensretter, set übrigens festge­stellt, daß nach der Absich d Stifters Beihilfen nur in folchen Fällen gegeben werden dien, wo heldenmütige Anstrengungen zur Settung an aus Lebensgefahr die Erwerbsunfähigkeit cser den od des Retters und da­durch eine finanzielle Notlage des Retiers oder seiner Hin­terbliebenen herbeigeführt haben un dieser Cachverhalt überzeugend festgestell is. Die Erftung beufsmäkiner Pflichten begründet einer Anspruch ca die Sti tung nicht.

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Der Stadtrat als Heiratsvermittler. Eine nicht alltäg­liche Funktion übt jetzt der Stadtrat von Glauchau in Sach­sen aus. Ihm war vor kurzem von einem früheren Glau chauer Bürger, der seinerzeit nach Amerika ausgewandert ist und sich dort wacker emporgearbeitet hat, folgende origi= nelle Bitte zugegangen: Ihm sei seine Frau gestorben und da er in seinem Hauswesen eine neue brauche, möchte er Hiermit den Magistrat höflichst gebeten haben, ihm aus der Reihe der unverheirateten Töchter der Stadt eine neue Le­bensgefährtin im ungefähren Alter von 40 Jahren zu ver= schaffen. Ob Fräulein oder Witwe, das wäre ihm gleich. Und daß er sich in dieser hochwichtigen Angelegenheit an den hochwohllöblichen Magistrat seiner geliebten Heimatstadt wende, habe seinen Grund darin, daß er schon früher alle wichtigen Angelegenheiten durch die Polizei erledigen ließ.

Die Tugenden der Frau im Lichte der Statistik. Mit einer Rundfrage hat sich ein großes Pariser Blatt an seine Lesen gewandt; man wollte durch eine große Ab­Stimmung feststellen, welche zehr Eigenschafter bei der Frau am höchsten schähne und am meisten zu wünschen selen Bis jetzt sin nicht weniger als 60 erstrebenswerte Eigenschaften bei de: Frau entdeckt worden. Aber die meisten Stimmen sind bisher der Reihe nach auf folgende Eigenschafen gefallen: Güte, Ordnungssinn, Hingebung, Sparsamteit, Sanftmut, Klugheit und Freundlichkeit. Die Güte ist also wichtiger als der Ordnungssinn, denn auf fie sind bereits 19 308 Stimmen gefallen, während der Ordnungssinn bisher 18 470 erhielt Die Singebung steht mit 17 904 Stimmen an dritter Celle, Treue, Geduld und Bescheidenheit aber kommer cc an achter, neunter und zehnter. Die Willenskraft steh. gar erst an 24. Stelle. Nur 2326 Stimmen fordern von der Frau auch Eleganz. Für Selbstbewußtsein und Stolz bei der Frau plädieren nur 528 Stimmen und diese Tugend steht damit unter 60 als 52. Lehrreich und zugleich ein Trost für die modernen Frauen bleibt es, daß nur 79 Stimmen von der Frau Demut fordern. Die Unterordnung des Weibes unter den Mann steht damit an allerletzter Stelle.

Der wahrhaft menschenfreundliche Magistrat von Glant= chan hat der Herzensbitte des bedrängten Landsmannes sein Ohr nicht verschlossen: In einer Glauchauer Zeitung macht der Stadtschreiber bekannt, daß er Meldungen von Inte= ressentinnen bereitwilligst entgegennehme.

Drabtnachrichten und neuestes.

Das Kronprinzenpaar in Italien. Brindisi, 5. April. Der Kronprinz und die Kron prinzessin sind um Mitternacht nach Rom abgereist. Rom, 5. April. Die Presse veröffentlicht lange Ar­tifel über den deutschen Kronprinzen und die Kronprinzes­sind und heißt sie herzlich willkommen.

Die Aufstandsbewegung in Albanien. Konstantinopel, 5. April. Während des gestrigen Ta­ges und auch während der Nacht kam es zu Scharmützeln zwischen Truppen und Aufständischen. In den albanischen Ortschaften werden alle Häuser in Brand gesteckt, ob sie Insurgenten gehören oder nicht. Die Konsuln in Stutart ersuchten den Wali, einen Teil der aus Konstantinopel kommenden Truppen in Stutari zu lassen.

Ein neuer Zwischenfall an der megikanischen Grenze. Nenyork, 5. April. Der amerikanische Millionär Crichfield wurde in der Nähe von Turpan in Meriko aus einem Hinterhalt beschossen und schwer verletzt. Das Staatsdepartement hat eine Untersuchung eingeleitet.

Streit bei der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft. Berlin, 5. April. Gestern früh sind 1000 Transport­arbeiter des Werfes Brunnenstraße der Allgemeinen Elek­trizitäts- Gesellschaft wegen Lohnstreitigkeiten in den Aus­stand getreten. Betriebsstörungen hat der Streik bis jetzt noch nicht zur Folge gehabt. Von einem Löwen getötet.

Robespierres Totenmaske. Türzlich wurden einige neue Säle im Museum Carnavalet in Parts eingeweiht, die Erinnerungen an die große Revolution enthalten. Gine der größten Kuriositäten war die Totenmaske Robespier­res, die unmittelbar nach seiner Enthauptung abgenommen sein sollte und einen wahrhaft grausigen Eindruck machte. Die Zeitungen schildern die Macht dieses Eindrucks, beson­ders die Humanitee" war von dieser Erinnerung an die große Zeit ganz enthusiasmiert und las aus den Zügen des Revolutionsmannes alle möglichen psychologischen Merk­male heraus. Nun hat ein Herr Llaume aus Antwerpen mitgeteilt, daß diese Maske feineswegs über dem Antlig Robespierres geformt, sondern nach seinen Angaben im Jahre 1878 von dem Berliner Bildhauer Castan für ein belgisches Panoptikum geschaffen worden set! Der Realts­mus war so packend, daß sich sofort eine Legende an das Werk knüpfte, die natürlich von dem Besitzer des Museums nicht zerstört wurde. Später kam der falsche Robespierre, nachdem er 1882 in einer revolutionären Ausstellung in Lille die historische Weihe erhalten, in Besitz von Charles Simons, dessen Witwe den Kopf dem Museum Carnava= let schenkte. Der Konservator des Museums hat nach die­sen überraschenden Angaben die Wachsmaske, aus dem Saal entfernt.

Der dickste Mann der Welt. Montag nachmittag gab es am Potsdamer Bahnhof in Berlin einen kleinen Men­schenauflauf, erstaunte Gesichter, und fröhliches Gelächter. Der dickste Mann der Weli fam mit dem Schnellzug von Magdeburg an. Man hatte einen Gepäckwagen eigens zum Transport des dicksten Mannes" herangeschafft. Und dte­sem entstieg er nun. Cin grauer Lodenmantel, in dem dret oder vier Männer zu stecken schienen, ein weicher Hut über einem jugendlichen Gesicht, unter dem sich ein gewal­Hges Doppelfinn wölbte und unter dem Mantel hervor braune Schuhe; so wälzte sich das seltsame menschliche Bau­werk langsam dahin. In und vor dem Bahnhofsgebäude wurde er mehrmals das Opfer der Photographen, sonst aber nur das Opfer neugieriger Blicke und mehr oder weniger guter Scherzworte. Dann gings auf einem Roll­wagen durch die Stadt nach dem Panoptikumi. Der Auf­ftieg" auf diesen Wagen erfolgte vermittelst einer beson­ders start gebauten Trittleiter. Mr. Koloffus das ist lein Künstler" name ist erst 26 Jahre alt, aber 178 8tm. hoch und hat das ansehnliche Gewicht von 604 Pfund. Er ftammt aus der Gegend von Magdeburg und ist von Hause aus Kaufmann. Das heißt, er sollte es werden, aber sein Aeußeres war ihm im Wege.

Ein Engländer über den Kaiser als Urlauber."

Berlin, 5. April. Aus Deutsch- Ostafrika wird ge­meldet: Der Führer eines Heckraddampfers, der Maschinist Holstein, wurde von einem Löwen angefallen und getötet. Unfall in einem Bergwerk.

Effen, 5. April. Auf den rheinischen Anthrazit­werken benutzten sieben Bergleute verbotswidrig den För­deraufzug. Dieser stürzte ab; sämtliche Berglente wurden verletzt, davon drei schwer. Folgenschwere Benzinexplosion.

Mertingen( Bayern), 5. April. Gestern nachmittag er­folgte in einem Brauereifeller eine Benzinexplosion, wobei ein Dienstmädchen getötet und die Tochter des Brauereibe­sizers, sowie ein anderes Dienstmädchen schwer verletzt wurden. Selbstmord eines Defraudanten.

Göln, 5. April. Der langjährige Geschäftsführer der Lesegesellschaft verübte Selbstmord. Es wurde festgestellt, daß Unterschlagungen von bedeutendem Umfang vorliegen. Rabiate Abstinenzler.

Hammerfest, 5. April. Die hier von den Alkoholgegnern gegen die Weinhändler veranstalteten Erzesse setzten sich fort. Einige von der Polizei verhaftete Personen wurden von der Menge befreit. Als der Polizeichef erschien, wollte man ihn in das Meer werfen. Er mußte sich vor der wütenden Menge in Sicherheit bringen.

Das Revolverattentat in der Peterskirche. Rout, 5. April. Zu dem Revolverattentat eines Geistes­franken während des Gottesdienstes in der Peterskirche wird noch gemeldet: Der Täter erklärte, schon seit früher Jugend habe er einen unüberwindlichen Haß gegen die Geistlichen gehabt. Schwere Berwürfnisse in seiner Familie feien auf sie zurückzuführen. Auch seine Heirat hätten sie vereitelt. Infolge Hintertreibung seiner Heirat habe er einige Verwandte, die von den Priestern gegen ihn aufge= stachelt worden seien, ermordet. Er sei deshalb zu 20 Jah­ren Kerker verurteilt worden, die er abgebüßt habe. Dann sei er in der Welt herumgereist. Im August vorigen Jah= res set er nach Rom gekommen und habe als Maurer ge= arbeitet. Seit einem Monat habe er feine Arbeit gehabt. Aus Verzweiflung habe er sich zu dem Attentat entschlossen. Gewaltige Pulverexplosion.

03 Nensohl( Ungarn), 5. April. In der hiesigen Pul­verfabrik explodierten Heute früh 5 Uhr 20 Doppelzentner Pulver. Die Fabrik und ein benachbartes Wohnhaus liegen in Trümmern. Der Eigentümer und zwet Arbeiter wur= ben getötet. Die Ursache der Explosion, die meilenwei Hörbar war, ist unbekannt.

Eine Bahn durch den Kaukasus projektiert. Petersburg, 5. April. Die Pariser Gesellschaft Loste & Gte., welche die Lötschbergbahn baute, reichte das Projekt einer den Kaukasus durchbrechenden Eisenbahn ein.

Die Bombe als Spielzeug.

Konstantinopel, 5. April. In Matrifoe fanden Kinder eine alte Bombe, mit welcher sie spielten. Dabei explodierte die Bombe und tötete drei Kinder.

Ein ganzer Stadtteil in Konstantinopel abgebrannt. Konstantinopel, 5. April. Seit gestern abend steht der am Marmarameer gelegene Stadtteil Kadiköi in Flam­men. Bisher sind 300 Häuser abgebrannt. Das Feuer wütet fort und dürfte den ganzen Stadtteil niederlegen. Türkischer Boyfott griechischer Waren.

Ueber den Kaiser als Urlauber" macht, wie der Inf." aus London geschrieben wird, ein englischer Diplomat, der schon mehrfach Gast des Kaifers war, gelegentlich der Kor­fureise in einer englischen Zeitschrift einige interessante Mitteilungen. Wenn man den Kaiser in Berlin in seinen Amtsgeschäften gesehen hat, so erkennt man ihn als Ur­lauber" nicht mehr wieder. Er scheint sein Naturell vollstän­dig gewechselt zu haben. Während er in Berlin jedem ernst und in gemessener Haltung entgegentritt, wird er auf Urlaub der Humoristischste Gesellschafter, der alle Sorgen des Tages abgestreift hat, etn glänzender Unterhalter, ohne Jede Steifheit und Förmlichkeit, gegen jedermann liebens­würdig und bei jedem Wort wißig. Nur in der Stunde, wo er die ihm von einem Kurter überbrachten Akten studiert, ist er unnahbar und für keinen au sprechen. Am besten ge­launt ist der Kaiser nach dem Bericht des englischen Diplo­maten auf einer Sommerreise und auf Korfu. Es ist in­tereffant zu beobachten, was für eine Wirkung ein heiterer Himmel und eine leuchtende Sonne auf den Kaiser aus= üben. Wenn er z. B. beabsichtigt, eine Autofahrt durch Korfu zu unternehmen, dann hört man thn oft sagen: Wenns nur mal schönes Wetter würde." Dabet befrägt er des öfteren den Barometer, um zu erfahren, ob der Luft­druck im Steigen begriffen ist und schönes Weter mit sich bringt. Die Chauffeure sind dann gerüstet, um bei dem ersten Sonnenstrahl, der aus der Wolkenwand hervorbricht, die Motore anzukurbeln. Läßt sich nun die heißersehnte Sonne blicken, dann sind die Chauffeure sicher, daß sofort ein Diener den Befehl zur Fahrt bringt. Wenn der Kaiser ge­rade beim Kartenspiel sitzt, um dadurch die Langeweile des schlechten Wetters zu vertreiben, so wirft er sofort bei Auf­flärung des Himmels die Karten zusammen, sein Gesicht wird heiterer, und jung und frisch trifft er in wenigen Mi­nuten die Vorbereitungen zur Fahrt. An dieser Stelle mag erwähnt werden, warum der Kaiser immer im März und April nach Korfu fährt. Im allgemeinen ist nämlich die Jahreszelt auf Korfu Ende April und Anfang Mai schöner Der Katser äußerte sich darüber vor einigen Jahren folgen­dermaßen: Ich weiß, das es wenige Wochen später in Korfu wärmer ist. Aber erstens habe ich dann meist keine Zeit und zweitens gefällt mir gerade dieser herbe Vorfrühling mit feinen viel kräftigeren Tönen auf Korfu beffer, als der laue und schlaffe Uebergang zum Sommer." Mau fann nicht leugnen, daß diese Jahreszeit in Korfu von ganz eigenarti­gem Reiz ist, besonders für einen Naturschwärmer von der Art Kaiser Wilhelms. Endlich sei noch ein kleiner Scherz bes Kaisers erzählt. Lord B., der vor zwei Jahren in Korfu während der Anwesenheit des Kaisers war, ist ein großer Sammler von.... Zigaretten berühmter Männer. Er wollte seiner Sammlung natürlich gern eine Zigarette des Kaisers einverleiben. Der Kaiser hörte davon und ließ sich den Lord vorstellen. Beim Weggang gab er dem Lord ein großes Paket mit den Worten:" Da haben Sie etwas sehr Geheimnisvolles! Sagen Sie es aber feinem Menschen." Als der überglückliche Lord draußen das Paket öffnete, fand er darin 4 Kästchen mit je 25 verschiedenen Zigaretten­forten, die der Kaiser bevorzugt. Dies war der glücklichste Tag in Leben dieses eigenartigen Sammlers.

Eine Verbrechergesellschaft in Haft. An der Strecke der Reinickendorf- Liebenwalder Eisenbahn hauste seit Jahresfrist eine Einbrecherbande, die die Einwohner der Ortschaften und besonders die Gastwirte auf den Bahnhöfen und in deren Nähe beunruhigte. Die Bande war um so gefährlicher, als fie, mit Browningpistolen ausgerüstet, vor feiner Gewalttat zurückschredte. So fam es erst vor eini­ger Zeit in Schönwalde zu einem nächtlichen Feuergefecht. Dort erwachte der Bahnhofswirt durch ein Geräusch, das te Einbrecher verursachten und griff, um diese zu verscheu­hen, zum Revolver. Auf jeden Schuß aber erhielt er eine Dreifache Antwort mit dem Browning. Schließlich kam die Bankower Kriminalpolizei der Gesellschaft auf die Spur, und es gelang ihr auch, die Arbeiter Paul Nother, Paul und Willi Lehmann aus Pankow und Wittenau zu ver= haften. Bei den Verhafteten, von denen einer verheiratet , fanden und beschlagnahmten die Beamten noch eine Menge Diebesbeute, deren Eigentümer noch nicht festge= tellt find: Bigarren, Lebensmittel, Wein, Liköre, Grammo-= phone, Fahrräder und Werkzeuge. Die Verhafteten waren als Bahnarbeiter beschäftigt gewesen und hatten so die Ver­hältnisse an der ganzen Strecke genau fennen gelernt. So­bald fle nun einen neuen Einbruch ausgefundschaftet hat­ten. fuhren fie in einer Draisine, die sie aus der Bahnt=

Athen, 5. April. Aus Smyrna wird eine Verstär fung des Voyfotts griechischer Waren gemeldet, der sich auch gegen das von der Orientbahn eingeführte Petroleum richtet. Die Muselmanen begehen unter den Augen der Be­hörden allerlei Ausschreitungen gegen die Griechen.

Handel und Gerkebr.

Frankfurt, 4. April. Schlachtvichpreise vom 3. April. Preise für 1 Zentner Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgew.) M 50-53,( Schlachtgew.) M 91- 93, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Lebendgew.) M 50-53, ( Schlachtgew.) M 91-93, 6) junge fleischige, nicht ausgemä­stete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 46-49, ( Schlachtgew.) M 83-89, c) mäßig genährte junge, gut ge­nährte ältere( Lebendgem.) M 40-45,( Schlachtgew.) M 74 bis 83. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten­Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45-47( Schlachtgew.) M 75 bis 78. b) vollfleischige jüngere( Lebendgewicht) M 39-43, ( Schlachtgewicht) M 65-71. E. Färsen und Kühe: a) voll­fleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Le­bendgewicht) M 44-47,( Schlachtgewicht) M 79-84, 6) voll­fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M 43-46,( Schlachtgewicht) M 80-83, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgewicht) M 39-42,( Schlachtgewicht) M 75-81, do. 2. ältere ausge= mästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und bendgewicht) M 35-40.( Schlachtgewicht) M 65-74, d)= Big genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) 29-34, ( Schlachtgewicht) M 58-68. e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 24-28,( Schlachtgewicht) M 55 bis 64. D. Kälber: a) Doppelender feinste Mast( Lebend­gewicht) 00-00,( Schlachtgewicht M 00-00, 6) feinste Mast­( Vollmilch- Mast) und beste Eaugfälber( Lebendgewicht) M 60-65,( Schlachtgewicht) 100-108, c) mittl. Mast- und gute Saugfälber( Lebendgewicht) M M 54-59,( Schlachtgewicht). M 92-100,$) geringe Saugfälber( Lebendgewicht) M 45-52, ( Schlachigewicht) 76-88. Schafe. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 41-42,( Schlachtgewicht) M 86-88, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht M,( Schlacht­gewicht)-- Schweine a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47-49,( Schlachtgewicht) M 60-62, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47 bis 47%,( Schlachtgewicht) M 60-61, c) vollfleischige Schweine voit 100 bis 120 Kilogramm Lebendgewicht( Le= bendgewicht) M 46½- 49,( Schlachtgewicht) M 59-61, 5) vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Kilogramm Lebend­gewicht( Lebendgewicht). 47-49,( Schlachtgewicht) M 59 bis 61.