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Verhaftung eines Frauenmörders. Seit fünf Ta­gen veranstaltete die Spandauer Polizet, auf der Suche nach dem Mörder der am Sonntag vor acht Tagen an der Falkenberger Chaussee von Berliner Radfahrern aufgefundenen erschossenen Frau Wolfcheck, allabendlich Razien in dem an die Falkenberger Chaussee angren­zenden Forst. In der Nacht auf Montag gelang es zwei Beamten der Kriminalpolizet, die sich in der Nähe der Mordstelle auf die Lauer gelegt hatten, gegen 12 Uhr nachts den Mörder festzunehmen. Es war ein 18­fähriger verwahrlost aussehender Bursche, der sich ohne Widerstand zur Polizeiwache führen ließ und dort ein Geständnis ablegte.

Tragödie einer Witwe. In der Nacht zum Sonn­tag machte in Berlin eine junge Witwe, die seit längerer Beit tränkelte, den Versuch, sich und ihren achtjährigen Knaben durch Leuchtgas zu vergiften. Beide wurden von der Polizei, die von den Hausbewohnern wegen des intensiven Gasgeruches herbeigerufen worden war, röchelnd in dem Bett liegend gefunden. Es gelang, die Frau ins Leben zurückzurufen, während der Knabe im Verlaufe des gestrigen Tages starb.

Drei Opfer der Aviatik. Dret tödliche Flugunfälle warfen am Sonnabend den Schatten der Trauer über den Beginn der diesjährigen großen französischen Manö­ver, bet denen der militärischen Aviatik eine der wichtig= ften Rollen augedacht ist. Der Hauptmann De Camine und der Leutnant Grailln, die auf Rep- Eindeckern das Aerodrom von Buc bei Versailles verlassen hatten, um über Troyes zu den Manövern abzugehen, fanden un­terwegs durch furchtbare Abstürze den Tod. In der Nähe von Chartus stürzte der Aviatiker Marron ab und starb nach furzer Zeit.

Bom Bankdiener zum Bantdirektor emporzuſtet­gen, ist der Ehrgeiz eines Gewinners in der Lotterie namens Gabriel Schuster. Er ist Diener der Dester­reichisch- Ungarischen Bank in Großwardein und hat mit einem Los der Hypothekenbank in der am 15. Jult ab­gehaltenen Biehung 500 000 Sronen gewonnen. Er will bamit eine Bank gründen und Bankdirektor werden.

Beim Wort genommen. Zu was die leidige Maul­und Klauenfeuche führen kann, das beweist ein Vor­tommnis, das sich in Altenstadt an der Jller zugetragen hat. Ein Fabrikarbetter, der auch etwas Landwirtschaft betreibt, wurde von einem Nachbarn angezeigt, daß er mit denselben Kleidern, in denen er aus dem Stall kom­me, auch zur Fabrifarbeit nach lereichen gehe, wo die Maul- und Klauenseuche herrsche, die er durch seine Unvorsichtigtett verschleppen fönne. Erbittert erwider­te der Angezeigte, er habe nur einen Anzug, mit dem er noch nicht im Stall gewefen fet. Ob er den vielleicht in die Fabrik anziehen sollte. Allerdings, war die Antwort. Am andern Morgen marschterte der Brave im Frack­anzug, weißer Binde und Zylinder zur Arbeit in die Fabrit, zum großen Ergößen seiner Kameraden und an­derer Leute, die thit sahen.

Roosevelt Großvater. Zu einer Würde, die ihm ketn Nebenbuhler streitig macht und die ihm außeror­dentliche Freude berettet, tst Roosevelt gelangt: er ist Großvater geworden. Am Sonnabend machte ihm sein Sohn Theodor Roosevelt, der sich im Vorjahre mit Ele­onore Butler- Alerander verheiratete, die Mittellung von der Geburt eines Töchterchens. Roosevelt- Groß­vater hat der Enkelin ein bedeutendes Geldgeschenk in die Wiege gelegt.

Richters Erlebnisse.

Die Räuber beint Kartenspiel.- Richter im Keller.

Ueber Richters Erlebnisse während seiner Gefan­genschaft weiß der Berl. Lokal- Anz." allerlei Einzel­hetten mitzuteilen: Richter hat während seines Aufent­halts bet den Räubern in seinem Versteck an gleicher Stelle Itegend zubringen müssen. Die Räuber vertrieben sich die Zeit mit Kartenspiel und ro= hen Scherzen. Sie bedienten sich der Landkarte Richters als Tischdecke. Ste hatten ausgezeichnete Feld­stecher, die sie türkischen und griechischen Offizieren stah­len. Als Richter nach seiner Ankunft in Saloniki dem Korpskommandanten Hassan- Pascha vorgestellt wurde, äußerte er zu ihm, er sei ungefähr zwet Monate hin­durch auf türkischem Boden verborgen gehalten worden, die letzten 16 Tage habe er in einem eller eines Hauses in der Nähe von Tyrnavo zubringen müssen.

3m Kampf mit Einbrechern.

In der Nacht zum Sonnabend überraschten der Berliner Kriminalkommissar Weiland mit acht Beamten feines Dezernats fünf gefährliche und wiederholt vorbe=

Beate ging allein ins Haus. Der Jmbiß stand un­berührt da. Die Blumen, die sie vorher gepflückt, und mit denen sie das Zimmer geschmückt, hatte niemand be­wundert. Das tat ihr leid; sie nahm den Strauß und füßte ihn.

Arme Nelken, arme Blumen," flüsterte sie. Und dann trat sie ans Fenster.

Vorher hatte sie dort mit frohen Erwartungen ge= standen, und jetzt, nach wenigen Stunden blickte sie fast traurig hinaus in den dunkelnden Abend. Ste fühlte sich von dem Todesfalle, von dem sie soeben gehört, eigen berührt. Vor einigen Wochen noch hatte sie mit dem Mädchen gesprochen, und nun hatte das junge Leben sein Ende erreicht... Wie traurig!

Dann dachte sie an Malzahn. Bodo war sehr Ite= benswürdig und aufmerksam gewesen, aber jetzt mit einem Male durchzuckte sie das Gefühl, daß er sie nie begehren würde, niemals. Im lezten Jahre, bet den Festlichketten in der Dresdener Gesellschaft hatte sie zu­weilen zu empfinden geglaubt, daß sie ihm nicht gleich­gültig sei, aber, aber, ste hatte sich doch wohl getäuscht! Und dann kam noch eins hinzu. Ein Mann wie er, der in seiner Stellung als Gesandter eine gewisse er­ponierte Stellung in der Welt einnahm, mußte bei der Wahl seiner Gattin Rücksicht auf sein Land nehmen. Im Hinblick auf solche Rücksichten aber war thr Beates- Besitz ausgeschlossen, das wußte ste!

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Und Malzahn gehörte zu denen, die auch ihr Herz zu zügeln verstehen, Herz und Schicksal! Glücklicher Malzahn! Wer das doch auch könnte, wer doch auch so stark, sicher, ruhig und leidenschaftslos feinen Weg mit einem festen 3tele vor Augen wandern könnte! Start sein ist Glück.

Beate von Brühl seufzte. Man hatte ste Beate ge­tauft, d. h. dte Glückliche, fte und glücklich! Und Beate wußte nicht, ob fte darüber weinen oder lachen follte!

noch harmlosen Anfang macht eine Jeremiade über das Salzburger Schloß, deffen halb verfallene Mauern und blätternde, vno der Feuchtigkeit beschädigte Tapete in düsteren Farben geschildert werden. Dann kommt der ewige Zwang" an die Reihe, dem die Prinzessin wäh rend ihrer Kindheit unterworfen war, wobei die Era zählerin berichtet, wie sie als Kind eines Tages nabe bet Salzburg mit ihren Brüdern und ihrer Gouver nante Kahn gefahren sei und plößlich die Frage gestellt babe: Wie wäre es, wenn ich jetzt ein Bad nehme?" Die Gouvernante, pompös und steif wie ein Stand­bild der leibhaftigen Verantwortlichkeit", habe ein ent­setztes Gesicht gemacht und sie vor Extravaganzen ge­warnt. Da fei sie, die Prinzessin, fura entschlossen mit ihren Kleidern ins Wasser gesprungen und habe zur Verzweiflung ihrer Erzieherin und zum nicht geringen Erstaunen des zahlreich anwesenden Publikums eine Schwimmtour um den Kahn herum gemacht, um dann wieder an Bord zu klettern und triefend von Wasser ins Schloß zurückzukehren, wo sie den Erzherzog Ludwig Vittor, den Bruder des Kaisers, getroffen habe, der sie lachend zur Rede gestellt und die Sache leicht genommen habe. Geistiger und körperlicher 3wang set überhaupt die Signatur der prinzlichen Erziehung, zumal der ihrer eigenen gewesen. Ins Theater und Konzert ging es selten, in die Kunstausstellungen nie­mals. Immer witrde sie darauf hingewiesen, wie sie sich zu benehmen hätte. Die ganze Dressur" habe da­rauf abgezielt, fie für ihren fünftigen Beruf als Herr­scherin vorzubereiten oder vielmehr, sie zur Figurantin zu erziehen, auf der die Blicke des Volkes ruben. Dabei gibt die Prinzessin aber unwillkürlich, vielleicht auch ab­sichtlich und mit einer unverkennbaren Stofetterie zu, daß sie allezeit darauf bedacht gewesen sei, ihren Er­ziehern und vor allen Dingen ihrer berüchtigten Goit vernante ein Schnippchen zit schlagen. Ihr Tempera­ment ſet immer wieder zum Durchbruch gekommen, so 3. B. auch bei einer Geschichtsprüfung in Salzburg, bet der sie, nach Maria Theresia gefragt, dreift geantwortet habe: Maria Theresia hatte, meiner Ansicht nach, ganz recht, einen Mann zu nehmen, den sie liebte, anstatt sich vom ersten besten heiraten zu lassen, denn so etwas ist idtottsch." Man kann sich das Entsetzen ausmalen, das fich auf den Gesichtern der Graminatoren bet diefer Antwort malte. Zum Schlusse kommen die prächtigen Haare der Kaiserin von Oesterreich an die Reibe, und die Erzählerin berichtet in der Tat haarklein, in welcher Weise sich die Kaiserin kämmen und frisierent Iteß, und wie sie die Kammerzofe fchroff angefahren habe, wenn diese ihr zu viel Haare ausgefämmt hatte. Denn alle die in der Bürste und dem Kamme zuritckgebliebenen Haare feten Tag für Tag genau gezählt worden.

strafte Einbrecher in den Geschäftsräumen der Bau­firma Kuhn, als sie die drei Geldschränke erbrachen. Die gefährlichen Burschen waren schon längere Zeit von der Kriminalpolizet beobachtet worden. Die Beamten erfuhren dabei, daß die Verbrecher für diese Nacht einen größeren Coup geplant hatten, es sollten die drei Kuhn­schen Geldschränke erbrochen und ausgeraubt werden. Kriminalkommissar Weiland begab sich gegen 1 Uhr in Begleitung von acht seiner Beamten nach der Müller­straße, wo sie sich in der Privatwohnung des Kuhnschen Hauses einquartierten Bald nach 2 Uhr nachts erschie= nen denn auch fünf Männer, die vorsichtig in den ersten Hof kletterten und von dort in den Kassenraum ein drangen. Die Beamten beobachteten vom Hof aus, daß die Verbrecher mit fabelhafter Sicherheit und Schnelligkeit bereits einen der Geldschränke er­brochen hatten und mit dem Knacken des zweiten be= schäftigt waren. Von Zeit zu Zeit fab einer der Ein­brecher aus dem Fenster in den Hof hinab, dabei er­blickte er den unten stehenden Kommissar. Er alar­mierte schleunigst seine Genossen und nun stürzten diese alle fünf an die Fenster und eröffneten ein lebhaf tes Schnellfeuer auf Kommissar Weiland und feine Beamten. In wenigen Sekunden mochten sie wohl 10 bts 12 Schiffe abgegeben haben, die aber sämtlich thr Biel verfehlten, da die Beamten, die sich vorsichtiger­weise in den dunklen Ecken des Hofes verborgen hiel­ten, fein Bielobjekt boten. Die Beamten riffen nun gleichfalls ihre Brownings aus den Taschen und schossen rasch hintereinander auf die Verbrecher, die in den er­leuchteten Fenstern standen. Zwet von diesen sanfen nun getroffen hintenüber, aber schon nach wenigen Au­genblicken standen sie wieder auf und setzten ihr Feuer fort. Inzwischen waren mehrere Beamten nach oben geeilt und drangen in den Raum, wo sich die Einbrecher befanden. Mit vorgehaltenem Browning stürzten sich die Beamten auf die Verbrecher und als diese sahen, daß sie durch die Türen nicht mehr entkommen fonnten, sprangen fie alle fünf durch die Glasscheiben auf den Hof hinab. Beim Durchschlagen der ster erlitten sie mehr oder minder schwere Schnittwun­den. Das hinderte die stark blutenden Verbrecher aber nicht, im Hofe sofort wieder zu ihren Revolvern zu greifen und auf die im Hofe ihrer harrenden Beamten zu schießen. Auch hier wurden die Schüsse von den Be­amten erwidert. Dabet fanten abermals zwei der Ver­brecher zu Boden. Rasch waren die Schußleute bei th= nen, überwältigten sie und legten sie in Fesseln. Zweien der Verbrecher war es inzwischen gelungen, über den Stacheldrahtzaun in den Nachbarhof zu entkommen. Der Kommissar verfolgte sie mit zwet Beamten und traf sie, als sie nach der Straße übersetzen wollten. Wiederum zogen die Verbrecher ihre Revolver und feuerten auf dte Beamten, die daruf gleichfalls schossen. Endlich sa­hen die beiden Verbrecher ein, daß sie nicht entkommen fonnten, sie warfen ihre Waffen fort und versuchten zum letztenmal, zu entfliehen. Sie wurden aber von den sie verfolgenden Beamten ergriffen und in Fesseln gelegt. Den fünften der Burschen fand man schließlich in einem Schranke im assenzim= mer zusammengefauert vor. Als man die Türe aufriß, bat er um Gnade und ließ sich willig die Sandschellen anlegen. Alle fünf Verbrecher bluteten aus Schuß- und Schnittwunden ebenso zwei Kriminalschußleute, die durch Schiffe verlegt waren. Die fünf verhafteten Ver­brecher sind sämtlich schwer vorbestraft und der Polizet sett Jahren als gefährliche Geldschranktna f= fer bekannt. Sie haben in den letzten Monaten eine Rethe schwerer Einbrüche verübt.

Frau Tosellis Memoiren.

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Die frühere Kronprinzessin von Sachsen hat, was in letzter Beit vielfach bestritten wurde, Memoiren her­ausgegeben. Lange hatte sie damit gezögert, und sie hätte vielleicht besser daran getan, sie, wenn auch nicht ungeschrieben, so doch wenigstens unveröffentlicht zu lassen, denn thre Berühmtheit, wenn man das Wort überhaupt bet ihr anwenden kann, verdankt sie einem Standal, wie ihn die Geschichte zum Glück nicht oft fennt. Es wäre besser gewesen, sie hätte all diese tri­ben Erinnerungen begraben sein lassen. Niemand sprach mehr von den Montignofo- Skandalen. Und nun ruft sie sie selbst wieder wach.

,, Aus der Geschichte meines Lebens." von Lutse von Toskana veröffentlicht der Partser Matin" das erste Kapitel. Es befaßt sich lediglich mit der Kindheit der ehemaligent Kronprinzessin von Sachsen, aus der einige Episoden geschildert werden, mit denen dargetan sein soll, daß die Prinzessin schon von früher Jugend an eine revo­lutionäre Natur hatte. Gezeichnet ist der Artikel: Luise von Sachfen. Damit sich die Leser einen Begriff von der Güte der Memoiren machen können, set hier eine furze Inhaltsangabe wiedergegeben:

Die frühere Prinzessin beflagt sich fast auf jeder Belle über das harte 20s der Fürstinnen im allgemeinen und über ihr eigenes, angeblich unver­schuldetes Los im besonderen. Den verhältnismäßig

Die Herren befanden sich unterdes auf dem Wege nach Dresden, beide in ziemlich schweigsamer Stim­mung. Brühl tam noch einmal auf die unangenehme Episode zurück, die der Gräfin den Aufenthalt in Karls­bad verleidet hatte.

,, Meiner Gemahlin ist die Sache höchst fatal. Ste hat es gut mit dem Mädchen gemeint, darum hat ste Ste mutterlose Waise ins Haus genommen, hat sie al= Terlet lernen lassen, und nun wie lohnt man thr? Das Mädchen nimmt sich in ihrer exaltterten Stim= mung das Leben und verdirbt meiner Gemahlin den im übrigen recht genußreichen Aufenthalt. Schauderhaft! Aber die Gräfin ist die Güte selbst, sie hat mich be­auftragt, sogleich den Vater des Mädchens zu benach­richtigen. Mein Himmel, die Leute sind jetzt alle so ver­wöhnt und beanspruchen allerlei Rücksicht."

Malzahn entsann sich der Promenade mit der Gräfin im Brühlschen Garten und der erregten Unter­haltung, die Erzellenz mit dem alten Manne gehabt. Indessen seine Gedanken beschäftigten sich doch mehr mit Beate, dem reizenden Kinde, dessen Liebe für sich er wieder einmal nachdrücklich erkannt hatte..

Da war man in Dresden, und der Wagen hielt vor dem Brühlschen Palats.

Das erste, was der Herr Minister den ihm ent­gegenstürzenden Lakaten zurief, war ein Auftrag. Er wünschte den Sekretär Menzel zu sprechen, und zwar sofort.

Kanzletsekretär Menzel!" Immer und immer schlug der Name an sein Ohr. Es war fast, als wolle ihn das Schicksal auf den Namen aufmerksam machen.

5. Kapitel.

Malzahn stand in seinem Arbeitszimmer. Er hatte Briefe aus Berlin bekommen, allein die erhaltenen Nachrichten mußten für den Empfänger

Drahtnachrichten und Deuestes.

Der Kaiser in Kiel.

Kiel, 4. September. Der Kaiser, der gestern abend 11 Uhr Berlin im Sonderzug verlassen hatte, ist heute früh 7,30 Uhr hier eingetroffen und hat Wohning an Bord der Hohenzollern genommen. Morgen nehmen die Flottenmanöver mit einer Parade vor dem Kaiser thren Anfang.

Ordensauszeichnungen durch den türkischen Sultan.

Konstantinopel, 4. September. Der Sultan hat dem Reichskanzler von Bethmann Hollmeg den Ds= manje- Orden mit Brillanten verliehen, dem Staatsse= kretär des Auswärtigen von Kiderten- Wächter, dem preußischen Kriegsminister von Heeringen, dem Staats= sekretär des Reichsmarineamts von Tirpitz und dem Chef des Großen Generalstabes von Moltke das Groß­kreuz desselben Ordens.

Berheerende Schadenfeuer.

Rudolstadt, 4. September. Gestern abend brach in dem Dorfe Wittgenstein ein großes Schadenfeuer aus, das in kurzer Zeit neun Wohnhäuser und sieben Neben­gebäude einäscherte. Ein beim Löschen tätig gewefener Knecht wurde heute früh vollständig verkohlt als Leiche unter den Trümmern hervorgezogen. Das Krausesche Ehepaar hat schwere Brandwunden davongetragen. Neben vielem Geflügel sind auch mehrere Stitch Groß­vieh in den Flammen umaekommen. Das Feuer ist durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten, verursacht worden.

Landsberg a. W., 4. September. In den For­sten von Rettenstein und Königswalde sind gestern vor­mittag etwa 3000 Morgen Wald in Brand geraten. Auch mehrere Gebäude sind dem Fener, das um Mitternacht noch nicht gelöscht war, zum Opfer gefallen.

Die Cholera tu der Türket fordert nene Opfer. Saloniki, 4. September. In den letzten 48 Stun den sind in den Kafernen in der Nähe von Konstanti= nopel fünf Cholerafälle, in der Gendarmerteschule ein Cholerafall festgestellt worden.

Konstantinopel, 4. September. Die Cholera breitet sich unter den aus Albanten zurückkehrenden Truppen, die an dem asiatischen Ufer des Bosporus lagern, aus. Es verlautet, während der letzten Tage feien mehrere hundert Soldaten gestorben.

nicht sehr erbaulich gewesen sein; Bodo von Malzahn sah sehr ernst aus, und um den energischen Mund mit den festen Lippen lag ein bitterer Bug.

Ja, man sprach es in dem Schreiben nicht deutlich aus, allein man Iteß es durchblicken, daß man Aller­höchsten Ortes mit seiner Tätigkeit nicht ganz einver­standen set.

Man hatte von seinem Eifer mehr erwartet, man hatte gemeint, es würde ihm gelingen, Beweise über das Bündnis zu erhalten. Beweise? Nun ja, er wußte schon, worauf man hinzielte: auf den geheim­nisvollen Vertrag zwischen Desterreich und Frank­retch...

Aergerlich ging Malzahn in seinem Zimmer auf und ab.

Die Diplomatte ist keine leichte Kunst, und vollends um den Posten eines Gesandten in Dresden tft's eine schlimme Sache. Ja, es gab Betten, wo er es bereute, die diplomatische Karriere eingeschlagen zu haben. Er hätte wie so viele seiner Standesgenoffen in Nuhe und Frieden seinen Kohl bauen, sein Feld bestellen und das Treiben der Welt behaglich aus seinen vier Pfählen betrachten sollen. Oder er hätte es so machen sollen wie setne Brüder und zum Degen greifen. Im Kriege und im Dienste tat man einfach seine Pflicht und Schuldig­keit und grübelte nicht.

-

Nun hatte er studiert und der König, der ihm wohl­wollte, hatte ihn in verhältnismäßig Jungen Jahren auf verantwortungsreichen Posten gestellt. Veranwortung verpflichtet... Er pfiff letse vor sich hin

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Da begann der Jagdhund, der unter dem Tische lag, etn wüstes Gekläffe.

( Fortsetzung folgt.)