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Jest im Spital Itegt, hat in den Tagen des Schreckens| graue Haare bekommen. Nach der Freiburger Volks­wacht" Itegt der bet dem Unglück verletzte Plattenleger­meister Summert aus Basel im Sterben. Er hatte sich einer Operation unterziehen müssen, da er am Rücken­mart schwer verletzt war.

Das Luftschiff Schwaben" machte am Mittwoch von Baden- Baden aus seine 25. Passagierfahrt. Auf diesen 25 Fahrten wurden außer einer Besatzung von durch= schnittlich 10 Personen im ganzen 360 Personen durch die Lüfte getragen. Es wurde eine Gesamtstrecke von 3026 Kilometer zurückgelegt, was einer durchschnittli chen Geschwindigkeit von reichlich 53 kilometer in der Stunde entspricht. Bemerkenswert ist, daß in der Re­gel nur mit zwet Motoren gefahren wurde und daß ein­zelne Fahrten bei recht ungünstigen Wind- und Wetter­verhältnissen stattfanden.

Im Wahnsinn. In Neiße hat der Bausekretär Kretschmer von der dortigen Fortifikation, der seit län­gerer Zeit nervenleidend ist, feine Ehefrau durch zahl­reiche Beilhiebe auf den Kopf lebensgefährlich verlegt. Darauf sprang er unweit des Schützenhauses in die Neiße. Als man ihn ans Land zog, war er bereits tot. Kretschmer ist 45, seine Ehefrau 36 Jahre alt. Die Tat ist offenbar in einem Zustande von Geistesstörung verübt worden.

Eine wertvolle Geige in der Rumpelfammer. Eine Wirtin in einer kleinen englischen Gemeinde, Frau Cat­ton, hatte sich einem alten Straßenmusikanten gegenüber mitleidig gezeigt. Als dieser starb, vermachte er ihr als Andenken seine Violine, die er stets über alles geschätzt hatte. Nach dem Tode des alten Musikanten lag das Instrument lange in der Rumpelfammer des Wirts­Hauses zum Admiral Benbow", bis sie ein zufällig dort abgestiegener Musifer aus London entdeckte und der Wirtin 1000 Matr dafür bot. Diese aber zog nun Fach tenner zit Rate, und die Folge war, daß fie schließlich 16 000 Mark für das Instrument erhielt.

Die Bichhunde in Berlin. Wie die Deutsche Ta­geszeitung mitteilt, find di: Tage des Ziehhundes th Berlin gezählt: nach jahrzehntelangem Stampf ist es dem Tierschutzverein gelungen, ein behördliches Verbot der Verwendung von Hunden als Bugttere durchzits fetzen. Bei der Gelegenheit frischt das Blatt auf, was vor mehr als 20 Jahren ein französischer Publizist über das Berliner Hundegespann geplaudert hat. Es heißt da: Die Hunde sehen durchaus nicht unglücklich aus. Ihr Herr wird nte eine Stulle effen, ohne mit ihnen zu teilen. Ste werden unterstützt, verteidigt, geschont, und wenn dte Last zu schwer ist, so hilft femand den Wagen ziehen. Sie sehen weder trübseltg aus, noch sind fie gleichgültig gegen das, was auf der Straße vorgeht. Natitrlich fehlt thnen nicht tene proletarische Nuance, durch die sich die Hunde des Armen kennzeichnen, aber es gefellt sich bei ihnen ein gewisser philosophischer Ernst hinzu, wie es sich für den Bürger einer großen Stadt geztemt. Da ste ihrem Herrn sehr ergeben sind, so verlassen sie, auch wenn man sie abgespannt hat, thren Wagen nicht, und wehe demjenigen, der sich ein­fallen ließe, thn bestehlen zu wollen. Eines Tages, als es geschneit hatte, beobachtete ich einen mit Leder bela­denen, mit zwet schwarzen Hunden bespannten Wagen, der von seinem Besizer an den Bürgersteig gelenkt wurde, um dort Salt zu machen. Während der Führer einen Back alter Sackleinwand ausbrettete, dte fetnent Hund als Lager dienen sollte, vernahm ich das fol­gende, in reinstem Berliner Dialett geführte Gespräch fwischen dem Biedermann und feinen Kötern: Ja, ja, Oller, follft et fchon warm frteten. Warte man en bis­fen, td mache dtr det schon. Na, ta, Oller, wat haste denn so lange an dein Lager zu schnuppern, det rtecht nich beffer wie jestern, Set man nicht bange, td habe keene febratene Jans intewickelt. So, tett to't fertich. Na, hu tusch dtr. Wüste dir tuschett, det ick dir inwickeln fann!"

Eine Trinkgelderreform efgener Art ist dem Berl. Börf.- Cour." zufolge in verschiedenen Sotels in der ge­genwärtigent Retfezett eingeführt worden. Es wird den Gästen unter dem Titel Besondere Dtenstleistungen" auf der Rechnung der Betrag für das Stiefelpußen, Be­forgung von Gängen, Transport des Gepäcks usw. in einer runden Summe angerechnet. Für das Stiefel­puzen kommt der allgemein übliche Saß vort 25 Pfen­nig zur Geltung, die anderen Dienstleistungen werden von Fall zu Fall berechnet. Die Hotelbefizer lassen den Betrag bet der Tagesverrechnung auf das Perso­nal verteilen. Dadurch kommt die Trinkgelderparade, die den Schrecken und die Quelle ewigen Mergers für die Reisenden bildete in Fortfall. Die Hausdtener wer­den in den Hotels, die diese Reform einführen, mit 40 bis 50 Mark Monatslohn angestellt, in ähnlicher Weise werden die Haus- und Stubenmädchen und das son­stige Personal mit Ausnahme der Kellner entlohnt. Diese erhalten ein höheres Gehalt, jedoch gleichfalls Prozente vom Ertrage des obengenannten Rechnungs­titels. Bewährt sich das Experiment, dann soll die Be­feitigung des Trinkgelderunwesens nach diesem Rezept von den Hotelbesitzern allgemein durchgeführt werden.

,, Ob sie wohl mein Buch gelesen hat? Ob sie sich In der Heldin wieder erkannt hat? Liebe ich E. Nor­den? Ich habe sie nie gesehen, vielleicht ist sie wirk­Itch so wie sie sich schildert: Häßlich und mißgestaltet. Vielleicht aber täuscht sie mich absichtlich. Kann man eine Frau Iteben, die man nie mit seinen leiblichen Augen geschaut, dite man nur durch thre Feder kennt? E. Norden paßt zu mir, sie versteht meine Seele und ich die thre." Hammer hatte ein historisches Schauspiel geschrieben, das vom Königl. Schauspielhause erworben war; es sollte nach einigen Wochen über die Bretter gehen und des Dichters Anwesenheit war notwendig. Kurz vor der Abreise nach Berlin erhielt Hammer einen Brief; er trug den Berliner Poststempel. Erst im Kou­pee las Hammer folgendes:

,, Geehrter Herr!

Ihren Roman: Irrlicht" habe ich gelesen, ich danke Ihnen dafür, gerade dieses Werk hat mich er­griffen und im höchsten Grade befriedigt. Wissen Ste auch weshalb?

Wie Sie sehen, bin ich jetzt in Berlin. Ob wir uns treffen werden? Ich werde Ste gewiß sehen; der Schriftsteller Benno Hammer ist eine berühmte Persön­Itchkeit geworden. Wie ich höre, wird hier demnächst Ihr historisches Schauspiel aufgeführt werden. Wenn der geniale Dichter am Abend der Premiere begeistert hervorgerufen wird, dann denken Ste, daß auch ich un­ter denen bin, die Ihnen begeistert zujubern.

Hochachtungsvoll ergebenst E. Norden."

Ste tst in Berlin, tch muß sie finden!" Dieser Gedanke begleitete Hammer auf seiner Reise. Es war für Eva etne besondere Freude, ihr Zimmer für den Gast einzurichten. Sorgsam wischte sie den Staub, rückte die Möbel und freute sich, wie wohnlich und sauber alles aussah. Ihr hübscher, zierlicher

Die Bettelpost der Millionäre. Die Witwe des amerikanischen Eisenbahnfönigs Harriman, die sich nach dem Tode thres Gatten ausschließlich der Wohltätigkeit widmen will und sich vornahm, alle Unterstützungsge­fuche zu prüfen, hat nun vor der Flut ihrer täglichen Korrespondenz die Segel streichen müssen und die Hilfe der Neuyorfer Armenbehörde bei der Erledigung der zahlreichen Bittgesuche in Anspruch genommen. Wenn Frau Harriman alle an sie gestellten Bitten erfüllt hät­fe, würde sie allein in den letzten Wochen nicht weniger als 455 Millionen Mark fortgegeben haben. Sie ist übrigens nicht die einzige, die täglich mit einer geradezu riesenhaften Bettelpost bestürmt wird. Miß Helen Gould hat während der letzten zwölf Monate nicht weniger als 50 000 Bettelbriefe empfangen, durch die man sie ins gesamt um 42 Millionen anging; darunter befinden sich auch eine Unzahl von Briefen, deren Absender mit der Bitte um Unterstützung zugleich einen Heiratsantrag verbinden.

Carmen Sylvas zehn Gebote für Frauen. Carmen Sylva, die Königin und Dichterin, hat in" Schn Ge­boten" die wichtigsten Forderungen zusammengestellt, die junge Gattinnen zu erfüllen haben, damit ihre Che glücklich werde; wir feilen sie nach einem italienischen Blatt mit: 1. Fange niemals einen Streit an, aber wenn einmal eine Auseinandersetzung unvermeidlich ist, dann gib nicht nach, bis du Recht behältst. Lächelt dir der Steg, so toste ihn voll aus. 2. Vergiß aber nie, daß du die Gattin eines Menschen und nicht eines Gottes bist. Wundere dich darum nicht über seine Schwächen. 8. Bitte deinen Gatten nicht zu häufig um Geld. Suche mit dem auszukommen, was er dir am Anfang feder Woche gibt. 4. Wenn du bemerkst, daß dein Gatte ein wettes Herz hat, so denke daran, daß er auch einen wet­ten Magen hat. Sorge gut für den Magen, dann wirst du alsbald auch sein Herz gewinnen. 5. Von Zeit zu Beit, aber nicht allzuoft, laß deinen Gatten einmal das Jezte Wort behalten, das macht ihm Freude und schadet dir gar nicht. 6. Lies die Zeitung ganz und nicht bloß die Sensationsnachrichten. Dein Gatte wird sich gern mit Dir über die Tagesereignisse und auch über die Politik unterhalten. 7. Auch während einer Schmollpe= riode kränke deinen Mann nicht! 8. Von Zeit zu Zeit mache thm ein Kompliment, indem du ihm sagst, er set doch der netteste und wohlerzogenste aller Ehemänner, und gleichzeitig laß durchblicken, daß auch du nicht tm­mer ohne Fehler setest. 9. Ist dein Gatte klug und reg­fam, so set ihm eine gute Kameradin; tst er schwerfäl­lig, so set thm Freundin und Beraterin. 10. Vor allem aber bezeige Achtung deiner Schwiegermutter. Bedenke, daß dein Gatte sie geltebt hat, ehe er dtch Itebte.

In München. Dame: Ist das Pferd auch ruhig? Scheut es nicht vor den Automobilen?"- Droschken futscher: Steigen S' nur ein, Frau Nachbarin; der Gaul fürcht't sich net vor' nem Automobil. Der hat net amal g'scheut, wie die Eisenbahnen aufkemma fan!"

Aus der Praxis eines Gründers.

Ein Riesenschwindel, durch den eine geschäftsuner­fahrene Frau um thr gesamtes Vermögen in Höhe von 160 000 Mart gebracht worden war, lag einem umfang­retchen Betrugsprozeß zugrunde, der gestern die 1. Berliner Fertenstraftammer beschäftigte. Wegen Be­truges im strafschärfenden Rückfalle, Konkursvergehens und Arrestbruchs hatte sich der aus der Untersuchungs­haft vorgeführte Kaufmann und Ingenieur Hugo Loebe zu verantworten. Mitangeklagt war der 22jährige Handlungsgehilfe Pestora wegen Unterschlagung und Arrestbruchs.

Der Angeklagte Loebe, der sich auch vielfach Loewe nannte, hatte schon eine ereignisreiche Vergangenheit hinter sich. Er ist mehrfach wegen Betruges vorbestraft, u. a. zulez tmit zwei Jahren Gefängnis, die er im Mai 1908 verbitẞt hatte. Bald nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erfteß er ein Inserat, durch das er et­nen tapttalkräftigen Teilhaber zu einem neuzugrün­deten Industriellen Unternehmen suchte. Auf dieses In­serat bin meldete sich der Kaufmann Edwin Goulson, deffen Mutter, die Witwe etnes Inspektors der Eng­Itschen Gasgesellschaft, ein Kapital von etwa 200 000 Mark besaß. Frau Goulson und ihr Sohn waren nicht sehr geschäftskundige Leute und glaubten alles, was th­nen der Angeklagte erzählte. Loebe gründete nun zwet Gesellschaften mit beschränkter Haftung, das 3ent­raltnstitut für technische Prarts" und die " Berliner Metallplattterungswerke". Beide Unterneh­mungen, zu denen Loebe lediglich seine Ideen" als Einlage hergab, während Goulson 50 000 Mark bar ein­zahlte, wurden sogar in das Handelsregister eingetra­gen. Dem geschäftsunkundigen Goulson sette der An­geklagte dann auseinander, daß so junge Unternehmen nicht sofort einen Gewinn abwerfen, da ste fich erst ein­leben müßten. Loebe wirtschaftete nun allein darauf­los und verpulverte das ihm von G. zuflteßende Geld in allerlei aussichtslosen Unternehmungen. Goulson selbst timerte sich um das ganze Geschäft überhaupt nicht, zumal er wegen eines Zungenleidens nach Aegyp-=

Schreibtisch wurde in den Salon gestellt und ein Blu­menstrauß als Gruß darauf gefeßt. Hier würde Ham­mer schreiben, hier die nächsten Wochen wohnen, so nahe dem Irrlicht", das er suchte, Eva freute sich auf den Besuch. Als er da war, hielt sie sich zwei Tage in mädchenhafter Scheu fern. Hammer war fast den gan­zen Tag fort. Erst Sonntags sahen sie sich.

,, Guten Tag, gnädiges Fräulein," begrüßte er ste, ,, tch freue mich, daß es ihrer Frau Mutter möglich war, mich aufzunehmen."

Ich hoffe, die Zimmer sind nach Ihrem Sinn, wenigstens gab ich mir Mühe,"- ste schwieg verwirrt. ,, Sie haben selbst," begann er. Ein wenig für Ihre Bequemlichkeit gesorgt," ftel Eva lachend etn, nun ja, ich will es eingestehen."

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Wie reizend sie mit diesem verlegenen Gesicht ist," dachte Benno Hammer.

Sehr freundlich," sagte er, sich verneigend, tch setzte schon voraus, daß eine zarte Frauenhand ge­waltet; die Blumen auf dem Schreibtisch, die Bilder darüber, es Itegt ein Hauch von Poesie über dem Raum, der anhetmelnd berührt. Nochmals meinen verbind­Itchsten Dank, gnädiges Fräulein!"

An diesem Abend machte Hammer noch nähere Be­tanntschaft mit Lina und Frau Grotenbach; seitdem machte es sich oft, daß man nach des Tages Last und Arbeit ein gemütliches Plauderſtündchen genoß.

Nach dem Tode seiner Frau hatte der Briefwechsel mit E. Norden angefangen und jetzt hatte erne ver­zehrende Unruhe Hammer gepackt, er sehnte sich danach, endlich jenes geheimnisvolle Wesen kennen zu lernen, mit dem er seine Gedanken austauschte. Er war thr nahe, in derselben Stadt und doch so fern! Die Proben zum Drama nahmen mehr Zett in Anspruch, als der Dichter zuerst geglaubt hatte. Oft war er verstimmt

ten fahren mußte. Jetzt hatte Loebe völlig freie Hand. Als er Beträge von 20 000 und 30 000 Mark, die ihm Frau Goulson als Geschäftsfreund" ihres Sohnes ver trauensvoll gegeben hatte, in noch nicht aufgeklärter Weise verbraucht hatte, fiberredete er die 54jährige Da me, ihm Blankoakzepte zu geben. Frau G. ließ sich auch hierzu verletten, ohne zu ahnen, daß sie hierdurch ihrem Ruin entgegensteuerte. Loebe stellte die Blankoakzepte auf hohe Summen aus, ohne der Frau G. hiervon et­was zu sagen.

In dieser unglaublichen Art und Weise ging es längere Zeit fort. Es kam schließlich dazu, daß wegen dieser Wechselschulden Pfändungen bei Frau G. statt fanden. Loebe verstand es jedoch, die Vertrauensselige immer noch rechtzeitig wegzubugsieren, so daß sie von den Pfändungen feinerlei Kenntnis erhielt. Er selbst riß sogar die Stegelmarfen der Gerichtsvoll= zieher wieder ab, ebenso tat dies in seinem Auf­frage der Mitangeklagte Pestora.

Frau Goulson, der von dem Angeklagten in die­ser Weise Sand in die Augen gestreut wurde, glaubte fich immer noch als die reiche Frau, während sie tat­sächlich schon durch den Angeklagten dem Bettelstab nahe gebracht worden war. Wie sich später ergab, hat Frau G. thr gesamtes Vermögen in Söbe von 160 000 Mark auf diese Weise verloren. Als endlich der ganze Schwin­del aufgedeckt wurde, war es zu spät. Der angebliche Herr Loewe" entpupte sich als der mehrfach vorbestrafte Loebe. Als Loebe am 21. Januar d. I. verhaftet wer­den sollte, entfernte er sich mit dem Bemerken, nur einmal telephonieren" zu wollen, und verschwand. Er wurde jedoch bald darauf in einem Lokal verhaftet. Nach feiner Verhaftung stellte es sich heraus, daß Loebe noch andere Schwindeleien, wie die Anklage behauptet, in Gemeinschaft mit Goulson veritbt hatte. Der Mitange= flagte Bestora soll die in dem Geschäft herrschende Un ordnung sich in der Weise zunuze gemacht haben, daß er wiederholt kleinere Beträge in seine Tasche steckte. Mit Rücksicht auf die großen Summen und das scham­lose Vorgehen des Angeklagten Loebe ging das Ge­richt über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und erkannte gegen ihn auf drei Jahre Zuchthaus, 600 M Geldstrafe und fünf Jahre Ehrverlust. Gegen Pestora wurde auf drei Tage Gefängnis erkannt.

Drahtnachrichten und Deuestes.

Die Reise des Kaisers nach Wilhelmshöhe verschoben. Cassel, 4. August.( Spezialtelegramm.) Die Ankunft des Katsers, die Sonnabend um 8,45 Uhr morgens auf dem Bahnhof Wilhelmshöhe erfolgen sollte, ist aus nicht genannten Gründen um einige Tage verschoben worden. Ob die Unpäßlichkeit der Kaiserin, die an einem Halsleiden leicht erkrankt ist und das Bett hütet, Grund zu der Verschiebung der Reisedis­pofitionen gewesen ist, konnte nicht mit Bestimmtheit in Erfahrung gebracht werden.

Berlin, 4. Auguft. Der Kaiser ist heute mor gen 3,05 1hr auf Bahnhof Klitschdorf eingetroffent und hat sich mit dem Fürsten Solms- Baruth nach der Wehrauerheide begeben.

Die Berliner Verhandlungen nehmen einen günstigen Fortgang.

Paris, 4. August. Der Temps" gibt über den Stand der Berliner Verhandlungen folgende Note: Ob­aletch die deutschen Ansprüche noch immer das Maß übersteigen, scheinen die Verhandlungen doch günstigere Aussichten zu bieten. Eine offiziöse Note des Minister­präsidenten meldet, daß sie einen normalen Verlauf nehmen. Auch in Berlin scheinen beruhigende Symp­tome aufzutreten, so daß die Eventualität einer Kon­ferenz, die übrigens Deutschland wenig erwünscht wäre, mehr in den Hintergrund tritt. In London erwartet man nach wie vor eine Verständigung zwischen Frank­reich und Deutschland.

Landung deutscher Matrosen in Port au Prince.

Paris, 4. August. Nach einer Meldung des ,, New York Herald" aus Port au Prince ist ein Offt­zier des deutschen Kreuzers Bremen" mit 41 bewaff­neten Mannschaften an Land gegangen, die auf die deutsche Gesandtschaft und verschiedene Kaufhäuser ver­teilt wurden. Die Landung ist auf Ersuchen einer Bau­unternehmerfirma erfolgt.

Selbstmord aus Liebesgram.

o Berlin, 4. August. Aus verschmähter Liebe" hat sich gestern der 41 Jahre alte Buchbinder Schwarzer aus der Pappelallee 34 vor der Tür seiner Geliebten erschoffen. Schwarzer unterhielt Beziehungen zu einer Frau in der Lychenerstraße. Diese gab ihm aber fürz­lich den Abschted. Aus Gram darüber jagte er sich ge= stern auf dem Treppenflur vor der Wohnung seiner Geliebten eine Kugel in die rechte Schläfe. Als Haus­bewohner ihn auffanden, war er bereits tot.

und sprach sich darüber gegen die Grotenbachschen Da­men aus. Lina hatte kein Verständnis dafür und thre Mutter war so viel beschäftigt, da machte es sich von selbst, daß Eva die Vertraute seiner Enttäuschungen und Hoffnungen wurde. Ste verstand es, thn aufzurichten, wenn er mutlos wurde, sie nahm an seinen Leiden und Freuden tell, so wie es nur ein liebendes Weib tann. Daß fie thren früheren Lehrer Itebte, war thr noch ein Rätsel, ste deutete ihr Gefühl für ihn noch nicht richtig.

Das Zusammensein mit Eva versetzte Hammer in einen Konflikt.

,, Liebe ich dieses retzende Mädchen?" dachte er oft, ,, oder liebe ich E. Norden?"

Einige Szenen des Schauspieles waren zu ändern. Eines Abends saß der Verfasser am Schreibtisch und zog eine Schublade auf, in der er ein Manuskript auf­bewahrte. Es mußte sich etwas dazwischen geklemmt haben, die Schublade ging schwer auf. Doch jetzt, ein fräftiger Ruck und das Fach sprang auf. Ein weißes Blatt fiel zur Erde, Hammer hob es auf. Wte, träume oder wache ich?" rief er, als sein Blick darauf ftel, das tst ja E. Nordens Handschrift, das ist dasselbe Gedicht, das ste mir einmal schickte, wie tommt dieses Papter hierher?"

In größter Aufregung durchmaß Hammer das Bimmer. Ich bin endlich auf der richtigen Spur!" rief er. und neulich, die Aehnlichkeit des Briefes aus Ber­Iin von Frau Grotenbach mit E. Nordens Handschrift. Ein junges Mädchen ist Mitarbeiter unseres Blattes gewesen, ein Mädchen, das ein großes Leid erfahren hatte."

( Fortsetzung folgt.)