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pet Berlin, wurde von der Straffammer des Landge­richts Braunschweig wegen Unterschlagung und Ver­untreuung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er hatte Gelder von Mandanten angenommen, aber nicht abgeliefert.

Wer bestimmt über die Oeffentlichkeit einer Ver­Jammlung? Das Reichsgericht hat, wie der Inf." im Anschluß an die Entscheidung des Reichsgerichtes über Auflösung von Versammlungen mitgeteilt wird, in dem­felben Urteil eine Entscheidung darüber gefällt, wer zu entscheiden hat, ob eine Versammlung eine öffent­Itche und daher ein Beauftragter der Polizei in fie zu entfenden set. Ueber diese höchst wichtige Frage, die das gesamte politische Leben berührt, urteilte das Reichsgericht folgendermaßen: Der Polizeibehörde steht nach Paragraph 13 nur die Befugnis zu, in öffentliche Versammlungen Beauftragte zu entsenden. Aber die Entscheidung, ob eine Versammlung öffentlich set, und ob ein Beauftragter in diese Versammlung hineinzu­schicken set, fann naturgemäß nur der Polizeibehörde zustehen. Den Versammlungsleitern, Veranstaltern und Teilnehmern kann die Entscheidung darüber nicht überlassen bleiben. Denn wenn man den Versamm­Iungsleitern gestatten wollte, über die Berechtigung der Entscheidung und damit der Zulassung des Po­Itzeibeamten zu entscheiden, dann würde dadurch den Versammlungsleitern ein Weg geöffnet sein, die An­wesenheit polizeilich Beauftragter in Versammlungen überhaupt auszuschließen. Wenigstens läge es dann in der Hand der Versammlungsletter, auch durchaus be= rechtigte Auflösungserklärungen in jeder Weise zu er= schweren oder gar völlig unwirksam zu machen. Dadurch würde eine Gefährdung der Staatsautorität eintreten, die nicht im Willen des Gesetzgebers gelegen haben fann, da die sich daraus ergebenden Folgen als unhalt­bar abgelehnt werden müssen.

Vermischtes.

Der Kaiser als Ehren- Ziegelmeister. Der Besitz der Gutsherrschaft Cadinen im Elbinger Landkreise hat dem Katser eine ganz besondere Ehrung eingetragen. Zu dem Gute gehört auch eine große Ziegelei, für derent Betrieb der Kaiser Interesse bekundet und die er zur Hebung der Produktion in den nächsten Monaten ganz erheblich erweitern läßt. Der kaiserliche Fabrikherr kennt seinen Betrieb nicht nur aus Vorträgen der Be­triebsleiter, sondern bet seinen Besuchen in Cadinen Informiert er sich persönlich über den ganzen Geschäfts­gang. Vor einigen Jahren hatte der Monarch sogar mehrere Stunden hindurch praktische Zieglerarbeit ge= Teistet, die netmaschine bedient und eigenhändig eine Anzahl Biegel hergestellt. Die Deutsche Blegelmeister= Vereinigung ist auf diesen Berufskollegen" natürlich ungemein stolz und hat ihn, wie wir in der National­zeitung" lesen, zum Ehrenmitgliede ernannt. In dem Diplom wird der Kaiser als Ehren- Ziegelmeister" be­nannt.

Ein Jugendlicher Bahnhofsränber wurde von der Rixdorfer Kriminalpolizet festgenommen. Ein 16jäh­riger Zeitungsverkäufer, Franz Bermann, war seit färgerer Zeit auf dem Hauptbahnhof in Kreutz an der Ostbahn beschäftigt. Dort riß er einem Reisenden, der im Wartesaal auf einem Tische sein Geld nachzählte, mit den Worten: Einen Blauen können Sie mir schon abgeben," einen Hundertmarkschein herunter und ver= schwand. Die Polizet nahm ihn fett in Nirdorf fest. Festnahme eines gewerbsmäßigen Heiratsschwind­lers. Auf Veranlassung der Berliner Kriminalpolizet ist in Fürth der 29 Jahre alte Monteur Artur Thunicke altas Ingenieur Heinicke festgenommen worden. Th. hatte sich eine Offiztersuniform angeschafft und eine Berliner Dame, deren Eltern in der Provinz auf dem Lande wohnen, in seine Neze gelockt. Er besuchte die Eltern in der schmucken Uniform und hielt regelrecht um die Hand der Tochter an. Die beglückten zukünftigen Schwiegereltern kamen nach Berlin, um die Einkäufe für die Wohnung des Brautpaares zu besorgen. Th. wußte die arglosen alten Leute zu überreden, ihm 5000 Mark in Verwahrung zu geben. Als er das Geld er­halten hatte, ließ er sich nicht mehr sehen. Der Schwind­Ier machte mit der Beute eine Reise nach Stendal, Han­nover, Hamburg und Fürth. Ein Brief, den er an et­nen Berliner Freund schrieb, brachte die Kriminalpo­Itzet auf die Spur des Verfolgten. Auch in Fürth hatte er bereits ein Opfer gefunden.

Walfischgemezzel an der britischen Westküste. An der Küste von Penzance( Cornwall) strandeten gestern sech­zig Walfische, meist junge Tiere, von denen feines grö­ßer als 25 Fuß war. Es spielte sich nun eine scheutß= Itcje Szene ab. Die Schuljungen des Ortes fielen über die wehrlosen Riesentiere her und säbelten ihnen am lebendigen Leib herum, schnitten ihnen die Flossen ab und veranstalteten ein fürchterliches Blutbad. Endlich schritten die Behörden ein, Iteßen die verstümmelten Fische, 25 an der Zahl, mit Revolvern erschteßen, wäh­rend die Flut die übrigen später wieder von dannen trug. In vielen der armen Ttere schien durch thre furchtbare Erfahrung jeder Selbsterhaltungstrieb be= täubt worden zu sein, denn sie trieben direktionslos oben auf dem Wasser und wurden noch mehrmals wte­der an den Strand zurückgeworfen.

Ein eigenartiges Stückchen, das allgemein belacht wird, hat sich nach der Frkft. 3tg." die Stadtverwaltung in Lahr t. B. geleistet. Gelegentlich einer Besichtigung des Genesungsheims Tretenhof durchfuhr am vorletzten Montag das Großherzogapaar mit Gefolge im Auto­mobil durch die Stadt. Da nun die Straßen stellen­weise sehr reparaturbedürftig sind, ließ die Stadtver­waltung am Vorabend der Ereignisse die Untiefen durch Schotter sorgfältig ausfüllen, so daß man glatt darüber fahren konnte. Das wäre ja soweit ganz in Ordnung, aber nun kommt das, was zwar in Schilda, nicht je= doch in der bekannten Stadt des Schnupftabaks, der Schachteln und des hinkenden Boten passteren durfte: Nach der Durchfahrt wurde der Schotter durch städtische Arbeiter hübsch säuberlich wieder zusammengekehrt und abgefahren, um bet der nächsten großherzoglichen Durch­fahrt wieder Verwendung zu finden. Und wer im Auto oder zu Rad Lahrs Straßen freuzt, weiß feßt wieder, daß er in Lahr ist auch ohne Wegweiser!

Durchstechereien in Plößensee. Eigenartigen Han­delsgeschäften ist man im Gefängnts zu Plößensee auf die Spur gekommen. Ein Gefangener namens Erkner versuchte einen Kasfiber aus der Anstalt zu befördern, durch den er bet einem Kutscher Lebensmittel bestellte. Der Kassiber wurde jedoch aufgefangen, und dabet stellte es sich heraus, daß dieser Kutscher, der aus der Anstalt Sägespäne abzuholen pflegte, schon länger den Vermittler für allerhand Geschäfte gespielt hatte. Er

bekam für die Lebensmittel, die er einschmuggelte, aus der Kabelfabrikation, die in dem Gefängnis betrieben wird, Kupferabfälle geliefert. Erkner verriet, daß er diese Geschäfte von dem vielfach vorbestraften Verbre= cher Willy Pomerenke, der zuletzt dret Jahre Gefäng­nis verbüßte, übernommen hatte. Pomerenke setzte den schwunghaften Handel mit diesen Abfällen" auch nach seiner Entlassung etfrig fort. Nach dem Verhör und dem Geständnis Ertners ging die Kriminalpolizet auf Veranlassung der Direktion der Strafanstalt allen Spuren nach und deckte schließlich das ganze Treiben auf. Der Kutscher verbarg die Abfälle unter den Säge­spänen und schaffte sie auf diese Weise ungehindert weg. Pomerenke wurde inzwischen verhaftet.

Dem Sohn in den Tod gefolgt. Eine tragische Er­klärung hat das Verschwinden des seit dem 20. Junt vermißten Professors Dr. Krüger in Schwerin gefun­den. K. wurde am Sonnabend abend als Leiche aus dem Schweriner See bet Rabensteinfeld gelandet. Jm August v. J. Hatte sein Sohn, ein junger Seeoffizier, während eines Besuches seines Vaters in Kiel Selbst= mord begangen. Seitdem verstel dieser in tiefste fee= Itsche Depression, die schließlich zum Verfolgungswahn= sinn wurde. Seit seinem Verschwinden ist auch seine Frau infolge dieser Schicksalsschläge schwer erkrankt.

Spiegel zur Erziehung der Damen. Eine große Bahl der Straßenbahnunfälle in Amerika ist darauf zu­rückzuführen, daß die Damen statt vorwärts rückwärts von den Straßenbahnwagen absteigen. Man hat be= reits die verschiedensten Mittel versucht, um weibliche Passagiere daran zu gewöhnen, immer mit dem Gesicht nach vorn abzusteigen. Große Plakate, welche das rich­tige Absteigen und das mit Lebensgefahr verknüpfte falsche Absteigen illustrieren, sind in vielen Städten an­gebracht, haben aber bis jetzt wenig zur Erziehung" des weiblichen Passagiers beigetragen. Auf eine ganz eigenartige Methode, durch welche die Frauen verhin­dert werden sollen, rückwärts von der Car" abzustet­gen, ist die Straßenbahngesellschaft in Greeley, im Staate Colorado verfallen. Sie hat nämlich große Spiegelflächen auf jeder Straßenbahnplattform anbrin­gen lassen, und zwar in solcher Lage, daß jede Dame, welche in den Spiegel hineinschaut, notwendigerweise das Gesicht nach der Vorderseite des Wagens richtet. Man glaubt nämlich, daß die der Frau angeborene Eitelkeit, die sich vor allem immer darin äußert, daß ste sich bespiegelt, die gewünschten Resultate erzielen wird. Den Damen, meint man, wird es nicht gleichgültig sein, sich zu vergewissern, wie sie beim Absteigen aussehen, und so werden sie nun auch die gewünschte Haltung an­nehmen. Falls sich das Mittel bewährt, werden im ganzen Lande derartige Spiegel angebracht werden.

Aus dem Reiche der Technik.

Ankstapelung von Kohlen unter Wasser. Die Schnellbahngesellschaft in Minneapolis in Nordamerika hat, ähnlich den sett einer Reihe von Jahren in Eng­land bestehenden Vorrichtungen, fitrzlich eine große 12 000 Tonnen fassende Anlage zum Stapeln von Koh­Ten unter Wasser erbaut. Im Winter macht ihr die re­gelmäßige Beschaffung der Kohlen keine Schwierigket­ten, dagegen fehlt es zumeist im Sommer an den zur Aufrechterhaltung des Betriebes nötigen Lieferungen. Es müssen deshalb Vorkehrungen getroffen werden, um in Betten reichlicher Lieferungen große Kohlenmengen, für die knappe Bett aufzusammeln und aufzubewahren und sie vor Selbstentzündung zu schützen. Die zu die­sem Zweck errichtete Anlage besteht, wie die Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen" mit= tellt, aus vier rechteckigen Behältern, die zusammen eine Grundfläche von 65X33,7 m bedecken. Sie sind von 4,3 m hohen Wänden aus Beton mit Etseneinlagen ein­gefaßt und haben eine 30 Zentimeter starke Eisenbeton­sohle; Boden und Wände sind wasserdicht. In der Sohle liegt der Zulauf der Wasserleitung. Die Kohlen werden durch Greifer, die von Gleisen auf den Mauern aus duray Krane bewegt werden, aus den Lagertaschen ent­nommen und von diesen über eine Rutsche ausgeschütt= tet, die sie auf ihrer schiefen Ebene der Berkleinerungs­anlage zuführt. Von hier werden sie durch Förderbän= der nach dem Kesselhaus befördert.

Die Leibgendarmerie des Kaisers.

Ueber die Zusammensetzung und die Art der Leth­gendarmerie des Kaisers ist im allgemeinen sehr wenig bekannt, so daß eine genaue Darstellung von Interesse sein dürfte. Die Leibgendarmerie des Katsers setzt sich aus zwet Bütgen zusammen, die eine Stärke von tns­gesamt 50 Mann aufweisen. Unter diesen 50 Mann be­finden sich 26 Wachtmeister und Vizewachtmeister be­ziehungsweise Sergeanten und 24 Gefrette und Ge­meine. Die einzelnen Leibgendarmen werden vom Ge­neralkommando der Armeekorps fommandiert, so weit es sich um die Leibgendarmen des ersten Zuges handelt. Diese sind nämlich allen preußischen Armeekorps und den acht Garde- Kavallerieregimentern entnommen. Ist ein Ersatz für einen Leibgendarmen notwendig, dann erhalten die betreffenden Armeekorps von dem Kom­mando der Leibgendarmerte eine Benachrichtigung. Von dem Generalfommando desjenigen Armeekorps, dessen Vertreter in der Leibgendarmerie ausscheidet, wird nun daftir Sorge tragen, daß Ersatz gestellt wird, indem ein Regimentsfommandeur mit der Auswahl des betreffen­den Mannes, eines Unteroffizters von mindestens 7 Dienstjahren, betraut wird.

Bet der Auswahl der Unteroffiziere und Mann­schaften muß naturgemäß eine ganz besondere Sorgfalt obwalten, da nicht jeder zum Dienst in der Leibgen­darmerie geeignet ist. In erster Reihe ist als Vorbe­dingung zu nennen, daß der betreffende Mann völlig unbestraft sein und sich durch gute Führung ausgezeich= net haben muß. Um eine Einheitlichkeit auch im Neu­Beren der Leibgendarmerie zu erzielen, ist bestimmt, daß als Mindestmaß jedes Leibgendarmen 1,76 Meter anzusehen ist. Endlich muß sich der betreffende Mann auch als Reiter ausgezeichnet haben. Man fann an­nehmen, daß im allgemeinen die tüchtigsten Leute für Stesen besonderen Dienst beim Kaiser ausgewählt wer­den. Das Kommando der Leibgendarmerie ist dem Kat­ferlichen Hauptquartter unterstellt. Die Löhnung der Leibgendarmen erfolgt nicht aus der kaiserlichen Scha­tulle, wie sehr oft fälschlich angenommen wird, sondern durch die Regimenter, denen die Leibgendarmeit zuge­hören. Auch die Pferde, die zur Berittenmachung der Leibgendarmen dienen, werden nicht vom Kaiser ge­stellt, sondern von den einzelnen Kavallerieregimentern.

Ueber den Dienst selbst set folgendes mitgeteilt: Wenn der zukünftige Leibgendarm von seinem Regt­ment ausgewählt ist und das Gefallen feines Regt­mentskommandeurs gefunden hat, dann wird er dem Kommando der Leibgendarmerie vorerst auf 4 Wochen zur Prüfungszett zugetellt. Während dieser 4 Wochen

bildet sich das Kommando der Betbgendarmerte fetn Urteil, ob der betreffende Mann fitr feine zukünftige Stellung geeignet ist. Die endgültige Einstellung in die Leibgendarmerie erfolgt erst nach dieser vierwöchent lichen Probezeit. Jezt erhält der Mann auch die Ein Kleidung als Leibgendarm, während er bis dahin noch die Uniform seines Regiments getragen hatte.

Furchtbare Familientragödie.

In Niederrad, einem Vorort von Frankfurt a. M. hat sich Montag morgen eine furchtbare Familien fragödie abgespielt. Der 43 Jahre alte Wagner Schret ber erstach seine drei jüngsten Kinder, Mädchen von zwei, sieben und zehn Jahren. Ein elfjähriger Junge und das älteste sind, ein zwölfjähriges Mädchen, konn ten, nachdem der Vater auch auf sie eingestochen hatte, schwerverletzt aus der Wohnung flüchten und fanden zunächst in einem Nachbarhaus Unterkunft. Die Ret fungswache legte Notverbände an, dann wurden die beiden ins städtische Krankenhaus verbracht; ihre Ver legungen sind zum Glück nicht lebensgefährlich. Schrei­bers Frau unterhielt schon längere Zeit ein Verhält nis mit einem jungen Mann. Schreiber, der die letz­ten Monate in Berlin als Monteur gearbeitet hatte, hörte, als er am Sonnabend von seiner Reise zurück­tehrte, daß seine Frau untreu set. Als sie nun am Sonntag mit ihrem Liebhaber zur Tanzmusik ging, versuchte der Mann, zunächst durch persönliches Einwir­ken, dann durch Boten die Frau zu veranlassen, daß sie nach Hause kommen möge. Als sie seinen Bitten tein Gehör schenkte und morgens um 4 Uhr noch nicht zurite war, schritt der Mann zu der schrecklichen Tat. Danach ließ er sich ruhig verhaften. Die Frau kam mor­gens um 7 Uhr mit ihrem Liebhaber nach Hause. Die Polizei konnte sie nur mit Mühe vor den Angriffen der Menge schützen. Sie ist Mutter von elf Kindern, von denen fünf eines natürlichen Todes starben, eines vor acht Jahren im Main erfrank. Die Ehe war nie. glücklich. Die finanziellen Verhältnisse der Familie was, ren die denkbar schlechtesten, da der Mann wenig ver­diente und zudem dem Trunk ergeben war.

Ueber das Ergebnis der polizeilichen Untersuchung meldet noch ein Berichterstatter: Schreiber sagte zu seiner Frau, die er im Tanzlokal auffuchte:" Ich will mit Dir noch einmal tanzen, dann aehen wir nach Hause! Alles soll vergessen sein." Der Nebenbuhler nahm die Frau an der Hand, dabei fam es zit Tät­Itchkeiten. Schreiber entfernte sich schließlich. Er gibt wetter an, daß er von 8 bis 9 Uhr zu Bett gelegen habe. Er hätte nicht schlafen können. Schließlich habe er den Entschluß gefaßt, eher alle zu töten, als seine Kinder in den Händen eines anderen Mannes zu las= sen. Gegen 4 Uhr sprang er aus dem Bett und stach zu­erst auf die älteren Kinder los, welche die Flucht er­griffen. Schreiber äußerte, daß er die feste Absicht ge­habt habe, sämtliche Kinder durch Herzstiche zu töten. Schreiber wurde, nachdem er auf dem Niederräder Re­vter verhört war, in das Frankfurter Untersuchungs­gefängnis überführt. Er hat vor der Tat viel Alkohol zu sich genommen. Die Frau zeigte wenig Erregung.

Drabtnachrichten und neuestes.

Jathoversammlungen in Berlin.

Berlin, 4. Jult. In der Hasenheide fanden gestern abend Protestversammlungen gegen die Amts­entsetzung des Pfarrers Jatho statt. Die größte Ver­sammlung wurde von dem fretsinnigen Reichstagsab­geordneten Schrader mit einer längeren Rede einge­lettet. Pfarrer Jatho hielt in den Versammlungen An­sprachen, ebenso die Verteidiger Jathos vor de mSpruch­follegium Baumgarten und Traub. Es wurde eine Resolution angenommen, die die Amtsentsetzung Ja­thos als den schwersten Eingriff in die evangelische Glaubensfreiheit bezeichnet. Die Versammlungen wa= ren erst in später Nachtstunde zu Ende.

Verhaftung eines Ehepaares wegen Kindesmords. Blankenburg. 4. Jult. In Allrode am Harz wurde der Schlosser Männecke unter dem Verdacht ver­haftet, fetn erst vor kurzem geborenes Kind getötet zit haben. Eine Stunde später wurde auch seine Frau verhaftet. Diese gestand, daß ihr Mann seit dem Jahre 1908 schon das dritte Kind nach der Geburt erstickt habe. Attentat eines Geisteskranken auf Polizeibeamte. Hirschberg, 4. Juli. Beim Transport nach dem Krankenhaus gab der getstestrante Weichenſteller Ste­gert aus Landeshut vier Revolverschüsse auf zwet Po­Itzeibeamte ab, von denen einer schmer, der andere leicht verletzt wurde.

Bandel und Verkebr.

Frankfurt, 3. Juli. Viehmarktpreise. Preise für 1 Rentner: Rinder: A) Ochsen a) vollfleischtge, ausge mästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) M. 49-55,( Schlachtgewicht) M. 89-95, die noch nicht gezogen haben( ungefocht)( Lebendgewicht) M. 00-00,( Schlachtgewicht) M. 00-00, 6) funge flet­schige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Le= bendgewicht) M. 45-48,( Schlachtgewicht) M. 81-87, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendge­wicht) M. 39-43,( Schlachtgewicht) M. 72-79. B) Bul­Ten: a) vollfletschtge, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes( Lebendgewicht) M. 45-48,( Schlachtgewicht) M. 75-88, 6) vollfleischige jüngere( Lebendgew.) Mark 40-44,( Schlachtgewicht) M. 66-73.) Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M. 44-47,( Schlachtge­wicht) M. 79-85, b) vollfleischige ausgemästete Stühe höchsten Schlachtmertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M. 43-46,( Schlachtgewicht) M. 80-83, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgewicht) M. 40-43,( Schlacht gewicht) M. 77-83, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgewicht) M. 36-41,( Schlachtgewicht) M. 67-76, d) mäßig ge­nährte ühe und Färsen( Lebendgewicht) M. 30-35, ( Schlachtgewicht) M. 60-70, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M. 23-25,( Schlachtgem.) M. 52-57. D) Gering genährtes Jungvich( Freffer) ( Lebendgewicht) M. 00-00,( Schlachtgewicht) M. 00-00 Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgewicht) M. 00-00.( Schlachtgewicht) M. 00-00, 6) feinste Mast­( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht M. 00-00,( Schlachtgewicht) M. 00-00, c) mittlere Mast­und gute Saugfälber( Lebendgewicht) M. 52-57, ( Schlachtgewicht) M. 88-96, d) geringere Saugkälber ( Lebendgewicht) M. 48-51,( Schlachtgewicht) M. 81-86. Schafe: A) Stallmastschafe: a) Mastlämmer und Jin­gere Masthämmel( Lebendgewicht) M. 42,( Schlachtge wicht) M. 88, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) M. 00-00,( Schlachtgewicht) M. 00-00. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 tlogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 47 bis 49,( Schlachtgewicht) M. 61-63, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendge­wicht) M. 47-49,( Schlachtgewicht) M. 60-62, c) voll fletfchtge Schweine von 100 bis 120 logr. Lebendge wicht( Lebendgewicht) M. 46-48,( Schlachtgewicht) Mart 60-62, 5) vollfletschige Schweine von 120 bis 150 to­gramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 46-48, ( Schlachtgewicht) M. 58-60.