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#tentums stehen, und bitten ihre Gemeinden, mit ihnen entschieden an dem Bekenntnis der evangelischen Lan­bestfrche fest zu halten.

Die Bahl der Typhuserkrankungen in Schneide­mühl ist nach amtlicher Meldung auf 245 gestiegen. In den Krantenanstalten sind 125 erwachsene Personen und 11 Kinder untergebracht. Eine 32jährige Frau und ein 16jähriger Lehrling sind gestern der Krankheit er­legen, so daß bis jetzt 5 Todesfälle zu verzeichnen sind. Drei amerikanische Kadettenschulschiffe sind Sonn­tag nachmittag zu mehrtägigem Aufenthalt im Kieler Hafen eingetroffen.

Der internationale Kongreß für Kindergerichtshöfe in Paris hat in seiner Schlußfißung eine internationale Rommission eingefeßt, in die für Deutschland Amtsge­richtsrat Dr. Köhne- Berlin gewählt wurde.

Zwischen seinen Geldmünzen tot aufgefunden wurde In Böhmisch- Brod der Perückenhändler Bergmann, der bescheiden und anspruchslos nur seinem Geschäfte lebte und mit Vorliebe täglich in seinen Geldhaufen wühlte. Sein Vermögen wird auf zwei Millionen geschätzt.

Ein Eisenbahnnnglüd hat sich Sonntag vormittag in Wittenberge ereignet. Bet der Ueberführung einiger Kurswagen von Magdeburg auf den Zug nach Ham­burg stießen die Wagen mit einer Maschine zusammen. Behn Personen wurden verlegt, fonnten die Reise aber fortsetzen. Der Materialschaden ist unbedeutend.

Infolge einer unsinnigen Wette sprangen gestern zwei Männer in den Berliner Landwehrkanal, um eine bestimmte Strecke zu durchschwimmen. Hierbei ging einer der Beteiligten unter und ertrant. Der andere fonnte mit fnapper Not gerettet werden.

40 Bauerngehöfte abgebrannt sind in der Nacht zum Sonntag in Radomst im Gouvernement Betri­fau. Zwölf Menschen fanden den Tod in den Flam­men; viele erlitten Brandwunden. Eine Menge leben­den Inventars ist umgekommen.

Ein russisches Räuberstückchen. Auf der Baustrecke der mittleren Amurbahn überfielen 20 Räuber in der Nähe von Albasin einen Kassterer und feine aus sechs Mann bestehende Begleitwache. Bet dem Ueberfall wurde vor der Wache einer getötet und zwet verwun­bet; von den Räubern fiel einer. 12 000 Rubel wurden geraubt.

Einer böswilligen Zerstörungstat tst gestern ein Angestellter der französischen Ostbahngesellschaft zum Opfer gefallen. Er überschritt die Gleise und untersuchte die Weichen, an deren einer eine Bombe explodierte. Der Beamte wurde schwer verletzt und mußte ins Hospital gebracht werden. Von dem Täter hat man feine Spur.

Ein tödlicher Absturz von einem Baugerüft ereig= nete sich am Sonnabend in Königsberg t. Pr. Dort stürzte bei Reparaturarbeiten an der Gasanstalt ein Arbeiter von einent Gerüst 20 Meter in die Tiefe und blieb als formlose Masse tot liegen.

Ein folgenschwerer Hanseinsturz wird aus Kiew in Rußland gemeldet. In der Lwowstraße stürzte etn bedeutender Teil eines fünfstöckigen Neubaues ein. Ein große Anzahl Arbetter wurde verschüttet. Die Feut­erwehr förderte 25 Verunglückte zutage, darunter sechs Tote und dreizehn Schwerverletzte. Der Besitzer des Hauses wurde verhaftet.

Unter einer einstürzenden Bride bearaben wurden auf dem Hochofenwerk in Hüllen bet Gelsenkirchen dret Arbetter. Einer wurde tot hervorgezogen, die beiden anderen haben lebensgefährliche Verlegungen erlitten.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Zum Rektor der Universität Bonn rde für das neue Studienfahr Geheimrat Professor Karl Friedrich Kistner, der Direktor der dortigen Sternwarte, gewählt. Felix Mottl, der bekannte Münchener Hofopern­direktor, ist nach langem Krankenlager am Sonntag tm Alter von 55 Jahren gestorben.

Eine einzigartige Versteinerung ist aus Kohlen­schichten des anterikanischen Staates Illinois zutage ge­fördert worden. Es handelt sich um einen Ursalaman­der einer Art, die jetzt im ganzen in dret Exemplaren bekannt geworden ist. Der neue Fund ist aber ganz außerordentlich dadurch, daß von dem Amphibium der Darmkanal erhalten geblieben ist. Wenn man bedenkt, wie viele Hunderttausende von Jahren seit der Ab­lagerung der Steinkohlenzett vergangen sind, so muß man staunen, daß überhaupt ein inneres Organ von einem verhältnismäßig zarten Geschöpf im Gestein kon­serviert bleiben konnte.

Aus den Gerichtssälen.

Ein Beispiel für die große Strenge englischer Ge richtshöfe, wenn es sich um Menschenleben handelt, ist am Sonnabend in London gegeben worden. Eine Frau Marguerite Murpry, die als Witwe mit ihren sechs Kindern lebte, war ins Elend gekommen, aus dem sie sich durch Selbstmord befreten und wobet sie ihre Kin­der mit in den Tod rehmen wollte. Etns der Kinder, ein Baby von sieben Monatent starb an der Vergiftung, während die Frau und die übrigen Kinder davonta­men. Vom Geschworenengericht wurde sie jetzt als Kindesmörderin zum Tode veritrteilt, obgleich alle Zeu­gen die traurige Lage und ihren verzweifelten Ertstenz­kampf in bewegten Worten schilderten.

Das Urteil im großen Glogauer Betruasprozeß. Im Betrugs- und Schieberprozeß Königsmarck in Glo­gau wurde am Sonnabend das Urteil gefällt. Das Ge­richt nahm bet allen Angeklagten nur versuchten Be­trug an. Graf von Königsmarck wurde zu vier Mo­naten Gefängnis verurteilt, die durch die Unterfit­chungshaft als verbüßt erachtet werden, Leonhardt zu neun Monaten, von denen drei Monate Untersuchunas­haft angerechnet werden, Ernst von Arnim zu 150 Mr ,. Franz von Arnim zit 50 Mark Geldstrafe und Doma= rus zu 1 Monat Gefängnis.

Vermischtes.

Fourageunterschlagungen in einer Küraffier= Faserne. In Halberstadt wurde sett längerem bemerkt, daß die Hafervorräte in der Kürassierkaserne sich fort­während verringerten, ohne daß man wußte, wohin der Hafer gekommen sei. Langwierige Recherchen der Bo­Itzet führten nun zur Verhaftung eines Krümperfut­schers. Dieser gestand, an der Entwendung bedeuten­der Fouragevorräte beteiligt zu sein. Die Vorräte gin­gen in den Lagerbestand des Fouragehändlers Franko­wiak über. Dieser und seine Frau wurden daraufhin gleichfalls verhaftet. Eine Reihe weiterer Verhaftungen steht bevor.

Ein erschütterndes Drama spielte sich Sonnabend abend um die siebente Stunde im Hause Kochhannstraße 31 in Berlin ab. Der Rentenempfänger Reinhardt erschoß dort nach einem Strett seine Geliebte, die Nä­herin Wolff, und versuchte sich dann selbst durch Er­schießen das Leben zu nehmen. Im Quergebäude des Hauses wohnte vier Treppen hoch dte 47jährige verwit­wete Frau Pauline Wolff aus Schlaube im Kreise

Gurau. Sie verdiente sich ihr Brot durch Nähen und lebte still und einfach für sich, bis sie vor längerer Zeit den früheren Tapezierermeister Reinhardt kennen lernte, der mit ihr ungefähr in einem Alter war. R. war Rentenempfänger und verdiente sich dazıt noch et= was Geld durch redliche Arbeit, wo er sie fand. Die beiden Leute fanden Gefallen aneinander, kamen von nun an öfters zusammen und beschlossen endlich, zu het­raten. Darauf setzten betde thren Hochzeitstag auf den kommenden Dienstag fest. Nun begann es vor einigen Wochen mit dem Arbeitsverdienst des R. zu hapern, er wurde vergrämt und auch seine Braut sorgte sich. Mitunter meinte sie, es set vielleicht doch besser, wenn jeder für sich allein bliebe. Darüber aber wurde Rein­hardt jedesmal so erregt, daß es in letzter Zeit zwi­schen den beiden zu Zank und Streit fam. As R. am Sonnabend nun wieder zu seiner Braut kam und diese von neuem zu klagen begann, und von der Hochzeit durchaus nichts mehr wissen wollte, kam es zwischen thr und dem Bräutigam zu heftigem Wortwechsel. Da= bet wurde R. so aufgebracht, daß seine Geliebte die größteMühe hatte, thn wieder zu beruhigen. Als ihr das scheinbar gelungen war und die beiden sich wieder zut­sammen hingesetzt hatten, legte er den Arm um dieFrau, wie um sie zu Itebkosen, zog dann aber plötzlich einen Revolver aus der Rocktasche und schoß seine ahnungslose Braut durch die Schläfe. Tödlich getroffen sank sie zu Boden, und nun richtete der Mörder die Waffe gegen sich selbst und jagte sich die zwette Kugel durch die Brust. Als die Nachbarn, durch die Schüsse aufgeschreckt, ins Bimmer stürzten, fanden sie das Brautpaar in einer Blutlache auf dem Boden Itegen. Der Mörder, der noch Lebenszeichen von sich gab, wurde in das Krankenhaus die Leiche der Braut ins Schauhaus gebracht. Es be= steht jedoch wenig Aussicht, R. am Leben zu erhalten. Ein 16jähriger

Beim Rettungswerk ertrunken. Bursche schwamm gestern im Tegeler See bet Berlin außerhalb der Badeanstalt umber. Plößlich bemerkte man, wie ihn die Kräfte verließen. Ein Zuschauer, der Fabrikarbeiter Stapel, sprang, obwohl seine Frau ihn davon abhalten wollte, in den See und schwamm der Stelle zu, wo der junge Mensch versunken war. Ehe er ste erreicht hatte, versant auch er in den Wellen. Seine Frau brach am Ufer ohnmächtig zusammen. Die Leichen der beiden Ertrunkenen konnten noch nicht ge­borgen werden.

Ein Bubenstück beim Rundfluge. Der Schaumb.­2. Landesztg." wurde geschrieben: Der Flieger Schau­enburg mußte auf der Reise Ktel- Lübeck viermal lan­den. Es stellte sich heraus, daß ein Bubenstück verübt worden war. Die Luftzufuhr zum Benzinbehälter war mit einem Holzklötzchen verkeilt worden, so daß das Benzin nur langsam floß und die Maschine aussetzte. Wie es möglich war, den Flieger auf so infame Weise in Lebensgefahr zu bringen? Die Frage bedarf der Aufklärung. Wir möchten fast versucht sein, die Or­ganisation verantwortlich zu machen. Beim Start in Berlin wurde festgestellt, daß um vier Uhr, also eine Stunde vor Startbeginn, keinerlet Kontrolle auf dem Flugfelde ausgeübt wurde. Die Fahrzeugschuppen standen offen, man konnte aus- und eingehen nach Be­Iteben, und wir hätten uns nicht gewundert, wenn ein besonders patriotischer Franzose einen Draht zerschnit= ten, eine Maschinenöffnung verstopft hätte. Wenn die Maschinen auf den Etappen so wenig beaufsichtigt und vor Bubenstreichen geschützt gewesen sind, wie auf dem Flugfelde in Johannistal, dann können wir uns nur wundern, daß noch nicht mehr Unfälle zu verzeichnen sind und der Flug bislang so wenig tragische Folgen hatte.

Eine märkische Dorftragödie. Im Dorfe Sellin bet Bärwalde in der Neumark hat sich Freitag abend ein Ehedrama abgespielt. Wie gemeldet, wurde dort das Ehepaar Spremberg erschossen aufgefunden. E3 wurde anfangs angenommen, daß ein Raubmord vor­Itege. Wie sich jedoch nachträglich herausstellte, hat Spremberg zuerst seine Frau und dann sich selbst er= schossen, nachdem zwischen den beiden Eheleuten eine heftige Auseinandersetzung stattgefunden hatte. Sprem berg hatte vor kurzem eine neue Magd gemtetet, und der alte Mann schten, wie seine Frau glaubte, dem Mädchen lebhaftes Interesse zuzuwenden. In der Er­regung über die Vorhaltungen seiner Frau gab er auf diese einen Schuß ab, der sie sofort tot zu Boden streckte. Aus Verzweiflung über die unüberlegte Tat tötete er sich dann selbst durch einen Schuß in die Schläfe.

Wieviel am Krönungstage telegraphiert worden ift. Das außerordentlich große Interesse, das alle Welt an der Krönung König Georgs V. genommen hat, läßt fich wohl durch nichts besser belegen, als durch die Summe der Preßtelegramme, die an dem Krönungs­tage von London aus verschickt worden ist, 867 000 Worte. Am folgenden Tage, dem des großen Umzuges, wurden weitere 370 000 orte telegraphtert. Wte an­gestrengt die Londoner Telegraphenämter an diesen Tagen haben arbeiten müssen, zeigt ein Vergleich mit der Durchschnittssumme gewöhnlicher Tage, die 150 000 bis 200 000 Worte beträgt. Jene Zahlen bedeuten üb­rigens auch eine erstaunliche Zunahme gegenüber der Summe von Worten, die anläßlich der Krönung König Eduards VII. telegraphiert wurden. Am 9. August 1902, dem Krönungstage, umfaßten die Presseberichte rund 500 000 Worte und am Tage des königlichen Um­zuges, dem 25. Oktober, rund 170 000.

Rache einer verschmähten Heiratslustigen. In dem Brünner Vorort Czernowiz hat die Witwe Anna Trill, eine ältere, übelbeleumundete Frau, an einer jungen Frau, der Schneidersfrau Pollak, einen Att der Rache verübt, well sie auf deren Gatten ein Auge geworfen und sich eingebildet hatte, daß er ste heiraten werde. Mit Hilfe einer zwetten Megäre überfiel ste nachts die junge Frau, deren Mann außer Hause war. Die bet­den Weiber warfen sie zu Boden, fesselten sie mit Stricken und knebelten sie, so daß sie nicht um Hilfe rufen konnte. Dann schlugen sie mit Stöcken so lange auf die Unglückliche ein, bis sie aus zahlreichen Wunden blutete. Zuletzt schnitt die Trill threm Opfer die lan­gen, blonden 3öpfe knapp am Scheitel ab. Die Bedau­ernswerte wurde von ihrem heimkehrenden Manne ohnmächtig aufgefunden und konnte nach Lösung ihrer Fesseln nur schwer ins Bewußtsein zurückgebracht wer­den. Ihr Zustand ist fast hoffnungslos. Frau Trill, dte sich in ihrer Wohnung verbarrikadiert hatte, wäre beinahe der Lynchjustiz der empörten Ortsbewohner

zum Opfer gefallen. Sie ist inzwischen mit ihrer Hel­fershelferin verhaftet worden.

Hohe Häuser, lange Leitern. Die Neuyorker Feuer wehr gab einen aufregenden Beweis ihres Könnena, Auf der obersten Etage eines 24 Stock hohen und schmas len Gebäudes war ein Brand ausgebrochen. Das Haus ist ein Sfelett von Stahlbalken und Trägern. Da die Feuerwehrleute den Sitz des Feuers von der Straße aus mit Schläuchen nicht erreichen konnten, kletterten fic auf Leitern empor, indem sie die schweren Schläuche bis ins 23. Stockwerk hinter sich herzogen. Dort wur den sie mit einer Wasserleitung verbunden, während die Maschinen auf der Straße 560 Fuß tiefer die Kraft Iteferten. Diese Leistung ditrfte einen Welthöhenrekord für Feuerwehrleute darstellen.

10 Erdbeben in Amerika.mo

In San Franzisko verursachten am Sonnabend zwei heftige Erdstöße eine Panit. Das Erdbeben, das um 2 Uhr erfolgte, wurde in ganz Kalifornien und auch in Nevada gespürt. Durch die Erdstöße, die zehn Sekunden dauerten, wurden verschiedene Wolkenkrazer beschädigt. Die Bevölkerung stürzte überall, von Schrecken erfüllt, auf die Straße. Der Telephondienst ist unterbrochen. Ob im ganzen viel Schaden ange­richtet wurde, ist noch unbekannt.

Neuere Nachrichten über das Erdbeben melden: Das Erdbeben in San Francisco ist das schlimmste feit 1906. Nach dem ersten Stoß folgte für einige Se­funden Ruhe, worauf ein zweites Beben eine gewal tige Vanik anrichtete, so daß ieder Mensch, der früheren Katastrophe eingedenk, auf die Straße flüchtete. Alls wie üblich Samstags nachmittags gefüllten Kaufhäuser waren im Nut geleert, ebenso die Restaurants. Die Theater mußten die Nachmittagsvorstellungen auf­geben, da die Erdstöße kamen, als sich gerade an den Kassen die Menschen drängten, denen nun alle Lust zum Theaterbesuch genommen war. Einige wurden ohnmächtig vor Schrecken; ein Mann starb. Die Ver­wirrung wurde noch verstärkt, weil die Telephonistin­nen ihre Apparate verließen und nun das Telepho­nieren lange Zeit unmöglich war, so daß niemand über den Umfang des Unheils im Selaren war und man namentlich nicht ermitteln konnte, ob die Angehörigen in Sicherheit waren. Viele Mauern zeigen Risse, viel­fach stiirzte Mauerwerk ein. Das ächzende Geräusch der Eisenkonstruktionen in den Wolfenkrazern hinter­ließ bet allen, die es hörten, einen nie zu verwischen­den Eindruck. Das Erdbeben erstreckte fich von der Kitste bts Sierra, so daß noch Nevada berührt wurde, wo in Carson City die Kandelaber im Gerichtssaal derart schwankten, daß die Richter und alle anderen Anwesenden auf die Straße rannten.

Der deutsche Rundflug.

Auf dem Rückwege nach Berlin.

Mit der 9. Tagesstrecke Cöln- Dortmund( 138 Sellp meter) begann am Sonnabend abermals ein neuer Ab­schnitt des Deutschen Rundfluges 1911 um den B. 3.­Prets der Lüfte": der Rückflug nach Berlin. 1146 Flug­Etlometer sind bereits bis Cöln zurückgelegt worden, weitere 708 kilometer sind noch zu bewältigen, bevor die Flieger über Dortmund, Cassel, Nordhausen( itber­Harzflug) und Halberstadt wieder Berlin erreichen. Troß der beiden Ruhetage in Cöln entschloß sich Sonn­abend nur Hoffmann, der für Jahnow eingesprun­gen ist, zum Fluge nach Dortmund, wo er nach glän­zendem Fluge über die schwere Strecke am Sonntag morgen um 4,53 hr glatt landete, nachdem er furz vorher wegen Benzinmangels eine zwischenlandung hatte vornehmen müssen. Vollmöller, der um 5 Uhr in Cöln aufgestiegen war, traf um 6,09 Uhr in Dortmund ein.

Von Dortmund nach Cassel.

Nach dem gestrigen Ruhetag in Dortmund, an dem örtliche Wettbewerbe stattfanden, folgt am Montag die 10. Etappe. Bald hinter Dortmund wird das Flach­land verlassen und die Flieger kommen in die Gebirge. Unna und Soest, die an der uralten Heerstraße, dem Hellweg Itegen, sind die ersten großen Städte, die von Dortmund aus passiert werden. Kurz vor Baderborn geht der Weg nach Süden und kommt bet Büren in das Gebirge, das in der Nähe von Marsberg überflogen wird. Die Ausläufer des Teutoburger Waldes und das Gaaegebirge müssen hier überflogen werden, auch die Ausläufer des Sauerlandes ziehen sich bereits an die Flugbahn heran. Bald winft als neuer Orientie­rungspunkt die Defenburg bei Warburg, die auf einem Kegel stehend, weithin sichtbar ist und von der aus man den Habichtswald nabe Gaffel schon sehen kann. Der Streckenpreis, gestiftet von der Stadt Cassel, beträgt 10 000 Mart.

Drahtnachrichten und neuestes.

Straßenfämpfe in Oporto?

Madrid, 3. Jult. Das hiesige ministerielle Or­gan Manana" veröffentlicht ein Telegramm aus Opor= to, wonach zwischen Monarchisten und Republikanern in Oporto Straßenkämpfe stattgefunden haben. 27 Re­publikaner feien angeblich getötet. Die Nachricht, die hter bis zur Stunde weder offiziell noch sonst bestätigt ist, wirfte wie eine Bombe.

Spaniens Haltung zum deutschen Eingreifent tichen Gingr in Marokko.

Madrid, 3. Juli. Der offiziöse Diario Unt­versal" schreibt: Hier besteht die einmütige Auffassung, daß das deutsche Einschreitten in Maroffo Spaniens Position sehr begünstige. Tatsächlich herrscht unverhoh­lene Freude darüber, nunmehr Frankreich nicht mehr allein gegenüberstehen zu müssen.

Große Ueberschwemmungen in Bulgarien. Sofia, 3. Jult. In der Umgebung von Pht­lippovel ist meilenweit alles überschwemmt. Die Obit­und Getreideernte ich total vernichtet. In der Umge­bung von Nova Zagora stehen 200 Häuser der ärmsten Bevölkerung unter Wasser. Die in Kähnen geretteten Bewohner fampieren auf Anhöhen im Freten und sind dem größten Elend preisgegeben. Das ganze Flußtal der Mariza ist bis Philippopel verwüstet. Die Fluten reichen bis zum Bahndamm, der an vielen Stellen start Beschädigt ist. Der Ortenterpreß ist mit 25stündiger Verspätung in Philippopel eingetroffen.

Handel und Verkebr.

Caffel, 1. Juli. Weizen( 100 Kilogramm) 19,50 bis 20,50 Mart. Roggen( 100 kilogr.) 17,50-18,25 Mart. Gerste( 100 kilogr.) bis- Mart. Safer( 100 kilo­gramm) 19,00-20,50 Marf. Heut( altes, 3entner) 3,00 bis 4,00 Mart,( frisches, Zentner) 2,50-3,00 Mark, Stroh( Zentner) 1,80-3,00 Mart.