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Deutschlands Eingreifen in Maroffo.

Auch für Deutschland ist jetzt die Beit gekommen, aus der bisher beobachteten Zurückhaltung gegenüber ber neueren Entwicklung der Dinge in Maroffo heraus­zutreten. Die amtliche Note, in der hiervon Mitteilung gemacht wird, lautet wie folgt: Die im Süden Marof­Eos interessierten deutschen Firmen haben die Kaiserliche Regierung unter Hinweis auf die Gefah= ren, die angesichts der Möglichkeit des Uebergreifens ber in anderen Teilen Marottos herrschenden Unruhen ben dortigen gewichtigen deutschen Interessen drohen, um Maßregeln zur Sicherung von Leben und Eigentum der Deutschen und deutschen Schußgenossen in jenen Begenden gebeten. Die Kaiserliche Regierung hat zu diesem Zwecke zunächst die Entsendung von S. M. E. Panther", das sich in der Nähe befand, nach dem Hafen von Agadir beschlossen und dies den Mächten angezeigt. Den in jener Gegend maßgebenden Marof­Tanern ist gleichzeitig mitgeteilt worden, daß mit dem Erscheinen des deutschen riegsschiffes in dem Hafen teinerlei unfreundliche Absicht gegen Marotto oder Jeine Bewohner verbunden ist."

Mit den Mächten ist zugleich die marokkantsche Ne­gierung von dieser Maßnahme verständigt worden. Der Schritt der deutschen Politit, die gegenüber den Vorgängen in Maroffo eine weitgehende, für manche zuweitgehende Geduld bewiefen hat, wird von unserer öffentlichen Meinung willkommen geheißen werden. Die Entsendung des Panther" nach Süd- Moroffo hat im Uebrigen nichts außergewöhnliches.

Es ist eine

Maßregel, wie sie dem völkerrechtlichen Brauch ent­spricht, und wie sie zur Sicherung von Leben und Ei­gentum der Landesangehörigen oder Schutzbefohlenen von allen Mächten angewandt wird. Im vorliegenden Falle ist die Entsendung eines Kriegsschiffes angesichts ber Schutzgesuche unserer Firmen die Erfüllung einer Pflicht, der sich die Leitung unserer auswärtigen An­gelegenheiten nicht entziehen kann. Was Deutschland in Agabir will, ist nichts, wofür es um Entschuldigung zu bitten oder Bugeständnisse zu machen hätte. Von der Schabloshaltung Deutschlands für Erwerbungen, die andere Mächte inMarotto beabsichtigen könnten, ist vor­läufig nicht die Rede. Es handelt sich einfach um die Ausübung eines Rechts, auf das wir nicht ver­aichtet haben und nicht verzichten konnten. Deshalb wird die deutsche Flagge vor Agadir verbleiben, solange nach deutschem Urteil die Verhältnisse es erfordern.

Die Entfendung des Kanonenbootes" Panther" nach Agadir hängt, wie die" Preß- Bentrale" weiter er­fährt, mit der Landesbefizergreifung seitens der Man­tesmann im Susgebiet, im Hinterland von Agadir zu­fammen. Als Alfred Mannesmann vor zwei Jahren In diesem Gebiet bet der geologischen Durchforschung bes Landes von räuberischen Beduinen gefangen ge­nommen worden war, entdeckte er ungeheuere Kupfer­eralager im Susgebiet an den Südabhängen des Atlas. Das ganze im Süden des Atlas gelegene Marotto steht nominell unter der Oberherrschaft des Sultans. Agadir gehört nicht zu den Vertragshäfen und ist dem euro­päischen Handel noch nicht geöffnet.

S. M. S. Panther" ist ein fleiner geschütter Kreu­zer, 1901 von Stapel gelaufen, von 62 Meter Länge, 0,7 Meter Breite und 8,1 Meter Tiefgang. Seine Was­serverbrängung beträgt 1000 To. Seine Bewaffnung fetzt sich aufammen aus zwet 10,5-3tm.- Geschützen 2. 40 und 8 Maschinengewehren, die Bemannung ist 125 Röpfe start.

Die Stimmung in Frankreich.

Die gesamte französische Presse bespricht eingehend die Entsendung des deutschen Kriegsschiffes nach Aga­dir. Die meisten Blätter erklären, daß dieselbe sowohl ber Algecirasatte wie dem deutsch- französischen Ab­Tommen von 1909 zuwiderlaufe, daß Agadir kein of­fener Safen fet und daß demgemäß auch die dortigen Interessen deutscher Handelshäuser nicht sehr groß sein Tönnen, und daß aus dieser Gegend feinerlei Unruhen gemeldet worden seien. Im großen und ganzen be­wahrt die Presse einen maßvollen Ton. In fran= abfischen Kolonialkretsen ist man der An­ficht, daß Deutschland durch sein jetziges Vorgehen in Marotto eine autonome Politik beginne, wobei es sich allem Anschein nach auf die französische Verpflichtung bezüglich der Räumung von Fez stigen werde. Diese Räumung war bekanntlich für den 25. August ver­sprochen worden und dürfte nunmehr vertagt werden, umsomehr als auch spanischerseits ein neues Vorgehen geplant au sein scheint.

Die diplomatischen Verhandlungen

Ueber den Besuch des deutschen Botschafters in Paris Herrn von Schön beim neuen französischen Minister des Auswärtigen, de Selves, wird mitge­feilt, daß Minister de Selves mit großem Tatt" Kenntnis von den Schritten der deutschen Regierung nahm, obgleich er darauf hinwis, daß die öffentliche Meinung sehr ungünstig die Entsendung eines deut schen Kanonenbootes nach Maroffo aufnehmen würde. de Selves soll aber dem Botschafter dabei sein Be­

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Jugendfreundschaft.

Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

dauern ausgedrüat haben, daß hierdurch die freund­schaftlichen Verabredungen, welche zwischen den beiden Mächten vereinbart wurden, zerstört würden. Im Laufe des gestrigen Tages empfing de Selves noch den Besuch des französischen Botschafters in Berlin, Cam­bon, welcher augenblicklich in Franfreich sich auf Ur­laub befindet. Auch Cambon zeigte sich durch den Ent­schluß der deutschen Regierung sehr erstaunt, umso mehr als sich dieses Vorgehen nicht voraussehen ließ. Nach der Unterredung zwischen dem Minister des Aeu­Bern, dem Kabinettschef und dem Präsidenten allie­res empfing der Ministerpräsident den französischen Gesandten in Berlin, Cambon, sowie den spanischen Gesandten in Paris.

Die Krisis im Hansabund. Weitere Austrittserklärungen der Schwerindustrie. Die Vorstände der südwestlichen Gruppe des Ver­eins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, des Ver­eins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Saarindustrie und des Arbeitgeberver­bandes der Saarindustrie beschlossen in einer gemein­famen Sigung in Saarbrücken den Austritt aus dem Hansabund. Ferner haben ihren Austritt aus dem Hansabunde angezeigt: Der Vorsitzende des Stahlwerks­verbandes, Kommerzienrat Louis Röchling- Völkling­hausen, Mitglied des Direktoriums und des großen Ausschusses des Hansabundes, das Mitglied des Diret­toriums des Zentralverbandes deutscher Industrieller Major Richard v. Vopelius, Dr. Tille, Geschäftsführer der Ortsgruppe Saarbrücken, der Generaldirektor der Burbacher Hütte, Kommerztenrat Edmund Weisdorff, Mitglied des Gesamtausschusses und Vorsitzender der Ortsgruppe Saarbrücken, Hüttendirektor Theodor Mül­Ier, Neunkirchen, t. Fa. Gebrüder Stumm, Mitglied des Gesamtausschusses, und die Vorstandsmitglieder Kommerzienrat Karl Roth, Hermann Röchling und Dr. Max v. Vopelius.

Ich hoffe, wir bleiben jetzt im Briefwechsel, meine liebe Anna. Mein Mann empfiehlt sich Dir bestens, die Kinder füssen Deine Hand, ich erzählte ihnen von Det­nem Brief und wir suchten auf der Landkarte Rügen auf. Dein liebes Töchterchen umarme ich im Geist. Lebe wohl, meine liebe, gute Freundin, in alter Trene Deine Thekla.

Memel, im März 1890.

2. Kapitel. Ein Sommer in Rügen. Diese ersten Briefe der Jugendfreundinnen führ­ten zu einem Briefwechsel, der in beiden die alten, Ite­ben Erinnerungen auffrischte.

Frau Hatdecks scharfer Verstand las zwischen den Bellen und sie beschloß, helfend einzugreifen. Ende Mat schrieb sie und lud die ganze Familie zum Som­mer nach Rügen ein.

Kirdorf gegen Rießer.

In der Austrittserklärung des Geheimrats Kir­dorf an den Vorsitzenden des Hanjabundes heißt es: " Noch ehe Herr Landrat Rötger mir seinen Entschluß bekannt gab, aus dem Hansabunde auszutreten, hatte ich Ihnen geschrieben, daß Ihre in Ihrer Schlußrede vom 12. v. M. angenommene politische Stellung, die durch den folgenden Aufruf zu der des Hansabundes wurde, ein Verbleiben aller derjenigen, welche auf dem Boden einer die heimische Arbeit schüßenden Wirt­schaftspolitik stehen, im Hansabunde unmöglich mache. Ihre jezige politische Stellungnahme muß zu einem Kampfe der linksstehenden Elemente gegen alle rechts­stehenden werden. Sie steht im Widerspruch mit den fabungsmäßigen Aufgaben des Hansabundes und na­mentlich zu denjenigen Richtlinien, die wir in ernster mündlicher Aussprache als zur Erhaltung und zum er­folgreichen Wirken des Hansabundes übereinstimmend erfannten. Der Hansabund wird statt des erhofften Vorteils auf der fetzt festgelegten politischen Richtung ein Schaden unseres Wirtschaftslebens werden." Zustimmungserklärungen

" Du darfst es mir nicht übel nehmen, meine Itebe Thekla, wenn ich Dich bitte, das Reisegeld anzuneh men", hieß es," Du berettest mir eine große Freude dadurch. Ich habe einst in Deinem Elternhause so viel Freundlichkeit entgegengenommen, ich trage nur eine Schuld der Dankbarkeit ab. Karla braucht gleichalterige Gespielen, es wäre doch schön, wenn die Jugendfreund­schaft der Mütter sich auf die Kinder vererbte. Dei­nem Mann wird eine Erholung auch gut tun, Ihr alle sollt Euch hier in der See- und Waldluft recht stärken."

Ein reichliches Reisegeld war beigefügt, Anna Hai­deck schloß mit der Bitte, über diese Kleinigkeit" nicht weiter zu sprechen.

gingen weiter ein vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller, Verein deutscher Schriftgießereien in Frankfurt, von den Ortsgruppen Wetzlar, Marburg, Bunzlau, Bajewalt, Barel, ferner Karlsruhe und vom Bezirksverband Mittelschlesien mit seinen zahlreichen Ortsgruppen. Der Vorstand des Hamburger Zweig­vereins hat sich dahin ausgesprochen, daß der von Land­rat a. D. Rötger angefochtene Werbeaufruf dem Geist, aus dem der Hansabund entstanden ist, entspricht und in vollem Einklang mit seinen Richtlinien steht.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Der Kaiser hielt Sonntag vormittag Gottesdienst an Bord der Hohenzollern ab und begab sich später an Bord der Jacht Hamburg, um auf dieser an der Wett­fahrt des Norddeutschen Regattavereins und des Lit­becker Jachtklubs in der Lübecker Bucht teilzunehmen. Bahlreiche Dampfer begleiteten die Regatta.

Zu dem freifinnigen Wahlrechtsantrag im preußi­schen Abgeordnetenhause schreibt die Nordd. Allg. 3tg." in ihrer Wochenschau, daß die Regierung sich entspre­chend der grundsätzlichen Haltung, die sie bei Initiativ­anträgen einnehme, an der Debatte nicht beteiligt habe. Das offiziöse Blatt fährt dann fort:" Verschiedentlich fft eine Aufklärung darüber vermißt worden, ob und inwiefern sich die Stellung der Regierung zum preußi­schen Wahlrecht durch ihre Stellung zur elsaẞ- lothrin­gischen Verfassungsreform verändert habe. Die Ant­wort hierauf hat der Reichskanzler bereits im Reichs­tage bei Einführung der reichsländischen Verfassungs­gesetze gegeben. Der Reichskanzler hat damals aus­

Als die Gatten abends allein waren, teilte Thekla alles ihrem Mann mit und stellte ihm die Entschet­bung anheim. Grotenbach stand auf und ging auf und nieder, er rauchte heftig, ein Zeichen seiner Erregung. Sein treues Weib legte den Arm um ihn und sagte: Es fällt Dir schwer, Edgar, natürlich sage ich dann ab."

Seine Stimme bebte, liebkosend strich er über thr blasses Gesicht.

Mutting," entgegnete er weich, es wäre ein fal­scher Stolz nicht ta" zu sagen, wo es so freundlich gemeint ist, es brächte Euch um eine große Freude und Ihr braucht eine Erholung, alle unsere Betann­ten ziehen im Sommer fort, tch war zu

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geführt, daß die Ordnung des Wahlrechts in etnem Bundesstaate oder im Reichsland völlig unverbindlich

ist für die Gestaltung des preußischen Wahlrechts. So wenig für Elsaß- Lothringen die Einführung des dork historisch unbekannten und mit seiner Steuerverfassung unvereinbaren preußischen Klassenwahlrechts in Frage tommen fonnte, so wenig fann jetzt die Rede davon sein, das preußische Wahlrecht nach dem reichsländi­schen Muster zu reformieren. Derartige Konsequenzen fann nur ziehen, wer das Wahlrecht für einen Gegen stand hält, der nach theoretischen und schematischen Dogmen zu regeln ist."

Er vollendete nicht und strich seufzend über seine Stirn. Wirklich, Alterchen, es fiele mir nicht schwer, ich schreibe Anna, daß wir verhindert sind und schicke thr das Geld zurück."

Das gute, geduldige Gesicht Theflas zeigte feine Spur von Enttäuschung, ihr Gatte dachte an die vie­Ten Entbehrungen ihres arbeitsreichen Lebens; noch eine Minute fämpfte er mit sich, dann sagte er: Ihr sollt reisen, ich freue mich, daß Ihr diese Erholung haben werdet."

Und Du selbst?" fragte Thekla; Dir täte die Reise besonders gut."

Die Abhaltung eines Schulfongresses zur Beras tung einer preußischen Unterrichtsreform soll nach einer Meldung des B. L.-A." aus pädagogischen Kreisen trotz offiziöser. Dementis bevorstehen. Der Angelegen­heit werde auch vom Kaiser großes Interesse entgegen­gebracht. Das Griechische soll nach den gemachten Vor­schlägen in Zukunft nur noch fakultativ gelehrt und durch das Englische ersetzt, das Lateinische in der Stun­denzahl beschränkt werden, bei Wegfall des Ertempo­rale. Dadurch würde Platz geschaffen für Biologie und Bürgerfunde, Kurzschrift, Zeichnen und Handfertig­feitsunterricht, sowie Erweiterung der Leibesübungen.

" Ich fann nicht fort," lautete Grotenbachs Antwort. " Dann bleiben wir auch!" rief Thekla, ich kann den Gedanken nicht ertragen, Dich viele Wochen allein au laffen."

Ueber den künftigen Marineetat erfährt die Ger­mania" von gut unterrichteter Seite aus Kiel, die den Anspruch erheben kann, daß sie zuverlässig informiert ist": Der entscheidende Vortrag des Marinestaatssetre­tärs beim Kaiser hat in Kiel stattgefunden. Die Grund­gedanken des neuen Etats sind genehmigt worden und sie beruhen auf dem bestehenden Flottengesetz. Die weitergehenden Forderungen des Flottenvereins sind unberücksichtigt geblieben.

" Vielleicht kann ich Ende Jult für vierzehn Tage tommen, morgen werde ich es Dir wohl sagen können." Gut, so warte ich mit der Antwort."

Am nächsten Morgen schrieb der Sohn Alfred Gro­tenbach, er hätte bet etner reichen russischen Familie

Einen offenen Brief" an den Deutschen Kaiser hat die Pariser Gruppe der Elsaß- Lothringer gerichtet, wo­rin er gebeten wird, den Tausenden von Elsaß- Lo­thringern, die sich der deutschen Dienstpflicht entzogen haben, Straferlaß und damit Rückkehr in die Heimat zu gestatten. Das wäre nach ihrer Meinung die Morgenröte des segensreichen Friedens". Man kann auch anders darüber denken. Es wäre eine Brämie auf: deutsch- feindliche Gesinnung, eine Ueberschwemmung des Reichslandes mit Französlingen und ein schätzba­rer Stimmenzuwachs fitr die Protestler Wetterle, Preiß, Blumenthal usw.

In der Schlußsihung des deutschen Gewerkschafts­tongresses wurde folgende Resolution des Tabakarbei­terverbandes einstimmig angenommen: Mit Rücksicht auf die Steuer und zollpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung, die die Tabatindustrie schwer geschä­digt haben, und der Tabakindustriellen, die die neuen Lasten durch Lohnabzüge auf die Arbeiter abzuwälzen suchen, fordert der achte Gewerkschaftskongreß die Ar­beiter ganz Deutschlands auf, bel Konsumvereinen, Gastwirten, Bigarrenhändlern dahin zu wirken, daß dieselben nur von solchen Fabrikanten ihre Zigarren beziehen, die mit ihren Arbeitern den vom Deutschen Tabafarbeiterverband vorgeschlagenen Tarif abgeschlos= sen haben. Der Gewerkschaftskongreß verpflichtet sich ferner, den Kampf der Tabakarbeiter gegen Regierung und Unternehmertum in jeder Form zu unterstützen."

Kaiser Franz Josef bleibt nach neueren Disposis Honen bis nach dem Zusammentritt des Reichsrats, der am 15. d. M. erfolgen wird, in Wien und wird die Thronrede bei der Eröffnung des Reichsrats selbst ver­Iefen. Dieser Entschluß des Kaisers erfolgte nach ei= ner Untersuchung durch Professor Neußer, der erklärte, der Kaiser habe das Herz, eines Vierzigjährigen.

Kleine nachrichten.

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Bäderfrequenz. Baden- Baden 31,818; Badenwet­Ier 3409; Brückenau 1392; Davos 12'834; Ems 8629; Friedrichroda 5637; Homburg 5046; Karlsbad 29 925; Stiffingen 14 798; Königstein 3698; Kreuznach 5915; Langenschwalbach 2321; Marienbad 11 988; Nauheim 16 300; Neuenahr 9917; Neudorf 1678; Oberstdorf 2655; Orb 2018; Pyrmont 14 588; Salzschlirf 2502; Salzun gen( Thür.) 1878; Sooden- Werra 2460; Soden 1967; St. Blasien 6936; Travemünde 3363; Warnemünde 4668; Westerland- Sylt 6191; Wildungen 5528.

Radiumfunde im Boglland. In Brambach bei Plauen ist auf dem Gelände der Gesellschaft m. b. H. Brambacher Sprudel eine Radiumquelle entdeckt wor den, die, wie es heißt, den stärksten Radiumgehalt auf­weist, den man bisher festgestellt hat. Sie hat einen Radiumgehalt von 2270 Einheiten.

107 Geistliche von Groß- Berlin, die der positiven Geistlichenvereinigung angehören, erklären zum Fall Jatho, daß sie fest auf dem Boden des biblischen Chri­

die Stelle eines einstweiligen Arztes angenommen; die Kinder wären fränflich, man hätte ihm ein glänzen­des Gehalt angeboten. Der junge Mediziner war froh darüber und nahm an. Als Grotenbach zu Mittag heim­fehrte, flüsterte er seiner Frau zu: Ich werde Ur­laub bekommen, Mutting."

An der hellen Freude seiner Frau sah er, wie schwer ihr die Absage gefallen wäre. Den Kindern wurde erst am Schulschluß das wichtige Ereignis mitgeteilt; ein stürmsicher Jubel erhob sich, die Jungen schlugen Purzelbäume und brüllten vor Freude, Eva und Klara hatten sich umfaßt und tanzten, wobet sie fangen: Wir reisen, wir reisen!" Lina sprach in ihrer praktischen Art von der Zahl der Reiseförbe, nur die kleine Blinde saß still da.

" Freut sich mein Jrmchen auch?" fragte die Mutter. Da nickte das Kind und sagte:

Ja, Mutting, Du wirst mir von allem Schönen er­zählen."

Die Reisevorbereitungen waren in einigen Tagen beendet, die Unruhe der Kinder hatte sich so gesteigert, daß sie kaum zu zitgeln waren. Ueber Berlin sollte die Fahrt gehen, von da mit dem D- Zuge über Stralsund und Bergen nach Saẞniz.

" Ich werde alles erst genießen, wenn Du bi uns bist," sagte Thekla, von ihrem Manne Abschied neh= mend, wir haben uns noch nie auf solange getrennt." Meine praktische Tochter sorgt für mich," scherate Grotenbach.

Ich habe dem Mädchen gesagt, daß sie gut für Dich sorgen soll, Papachen!" fiel Lina ein, ich unterwies sie in der Zubereitung Deiner Lieblingsspeisen und lehrte sie ein weiches Beefsteak machen."

Rebe wohl, Väterchen, adieu, Papachen!" rief groß und flein durcheinander und zahllose Küsse begleiteten die Worte.

( Fortsetzung folgt.)

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