Ausgabe 
4.3.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

RG

Landes

der ron

erhalter

*

Geheim

waltsit

*

Leitung vatkurs

arbeits

ten we

gen in

Lehrer

Meldu

Turnin

teln

Zeit

*

right

verordn

demnä

*

die Ge

Torhä

der G

mard­

werden

*

Gch w

4

Das Ende einer Fahrt.

Das Ende einer Fahrt.

s war Winter und schneite. Ein junger Mann von vielleicht fünfundzwanzig Jahren ging nervös von einer Straßenecke zur anderen und suchte eine Droschke. Unausgesetzt fuhren Wagen vorbei, aber alle waten besetzt. Endlich bemerkte er ein freies Gefährt, winkte dem Kutscher, der auch sofort anhielt, machte den Wagenschlag auf und sprang hinein; im selben Augenblick bestieg eine junge Dame von der anderen Seite die Droschke.

Pardon, gnädige Frau," sagte der junge Mann, der Wagen war frei, als ich ihn für mich beanspruchte.". Bitte sehr, mein Serr," antwortete die junge Dame, ich habe ihn ge­nommen." Ich habe den Rutscher angerufen." Und ich habe ihm gewinkt." Ich habe es äußerst eilig schiebbare Sachen zu erledigen."" Geradeso wie ich, mein Serr! Besorgungen, die sich nicht verzögern lassen."

"

"

D

unauf­

Die Dame hatte sich inzwischen gesetzt; der junge Mann setzte sich neben sie. Der Streit ging weiter. Reiner wollte dem andern weichen. Der Kutscher wurde ungeduldig. Gnädige Frau," nahr: da der Herr wieder das Wort, ich erlaube mir einen Vorschlag: wir wollen den Wagen zusammen nehmen." ,, Wie können Sie so etwas denken!" ,, Aber warum denn nicht?" Es wäre doch im höchsten Maße unschicklich ich kenne Sie ja gar nicht."- Aber ja so.... hier, bitte.. Und der junge Mann reichte der jungen Dame seine Visiten­farte; darauf stand: Alexander Dubois, Referendar. Während die junge Dame das Kärtchen noch unschlüssig in der Hand hielt, sagte der Herr: Sie können sich wirklich unbesorgt für einige Zeit meine Nähe gefallen lassen" Nun denn, ich nehme also Ihren Vorschlag an," entgegnete sie. ,, Bitte, bestimmen Sie zuerst, nachher komme ich an die Reihe. Welche Adresse soll ich dem Kutscher für Sie geben?"- Boulevard Straßburg." " Kutscher, Boulevard Straßburg! Das trifft sich sehr gut, ich habe ganz in der Nähe einen Besuch zu machen." Die junge Dame antwortete nicht. Der Herr sah seine Gefährtin heimlich etwas genauer an; die Dame war sehr hübsch, brünett, recht distinguiert, mit einem leichten Anflug von Melancholie auf den jugendlichen Zügen. Der Wagen hielt; die junge Frau stieg aus, betrat einen Laden und kam bald darauf mit einigen Päckchen zurück. Wenn Sie gestatten, be­stimme ich nun die nächste Fahrt."" ,, lnsere Verabredung lautete ja so." Der Herr rief dem Kutscher eine Adresse zu, und weiter ging die Fahrt. Ich werde Sie nicht lange warten laffen, gnädige Frau." Fräulein...." O, bitte tausend­mal um Verzeihung, gnädiges Fräulein!" rief der junge Mann, jetzt begreife ich, daß mein Vorschlag Jhnen unpassend erschien; aber wenn Sie es wünschen, steige ich jetzt noch aus."- Das ist nicht notwendig, da wir nun einmal zusammen angefangen haben, tönnen wir ja auch die Fahrt gemeinsam fortsetzen." " Verbindlichsten Dant! Sie leisten mir wirklich einen sehr großen Dienst; bei dem Schneetreiben sind die Fuhrwerke so knapp, und ich muß durchaus meine Besuche machen."-" Für mich handelt es sich nur um Besorgungen; meine Eltern leben sehr zurück­gezogen, wir unterhalten gar keinen Verkehr durch förmliche Besuche." nd daran tun Sie sehr recht!" rief der junge Mann; ,, was ist das für eine Unsitte! Man kommt mit dem ut in der Sand, spricht einige allgemeine Redensarten, erkundigt sich nach dem gegenseitigen Befinden, ohne auf die Antworten zu hören, verbeugt sich, geht wieder und hat eine Menge tostbare Zeit verloren."" Ja, es ist doch nun aber einmal nicht anders." Der Wagen hielt. Ich werde meinen Besuch so rasch wie möglich beenden."" ,, Lassen Sie sich bitte nur Zeit." Sie ist wirklich ganz reizend, dachte der junge Mann bei sich. Nach faum zehn Minuten war er schon wieder am Wagenschlag, und weiter ging die Fahrt. Je öster der junge Referendar seine Begleiterin ansah, je hübscher fand er sie. Er brachte sie zum Eprechen, plauderte von Büchern, vom Theater und anderen Dingen; das junge Mädchen war in allem bewandert; ohne Arroganz, aber auch ohne Pedanterie plauderte sie, und ihr Urteil war ein sehr richtiges; sie gestand auch, daß sie die Musik sehr liebe und selbst musiziere. Alle ihre Ansichten waren genau die des jungen Alex Dubois; die Zeit verging ihm nur zu rasch, und er sah mit Bedauern dem Moment entgegen, wo sie sich trennen mußten. Wie es zwischen den beiden Parteien verein­bart worden war, bestimmten sie umschichtig die Fahrten; das junge Mädchen fand nun die Sache auch komisch, und bisweilen glitt ein helles Lächeln über ihr Gesicht, das aber immer sehr rasch wieder dem melancholischen Ausdruck Platz machte. Der junge Mann sann und sann, wie er wohl den Moment der Trennung noch hinausschieben und wie er es anstellen könne, um seine hübsche Begleiterin wiederzusehen.

Endlich sagte er:" Gnädiges Fräulein, ich bin dem Zufall unendlich dantbar, der mir gestattet hat, meine Besuchsfahrten

" 1

neben einer so reizenden Nachbarin zu machen; meistens bin ich nicht gerade das, was man ein Glückskind nennt, und da gerade Sie mir zu Anfang des Jahres begegneten, so will ich darin eine gute Vorbedeutung für mich erblicken."- Möge es das für Sie sein," antwortete das junge Mädchen ernsthaft- ,, Sie würden das Maß ihrer Güte noch erhöhen, wenn Sie mir gestatten wollten, Ihnen in Ihrem Elternhaus meinen Dank auszusprechen" " Unterziehen Sie sich bitte dieser Mühe nicht; wir haben uns gegen. seitig einen Dienst geleistet, es kann also von Dank gar nicht die Rede sein." Dann soll ich Sie nicht wiedersehen?" sagte der junge Mann niedergeschlagen. Das kann Sie doch nicht über. raschen." Ich bedaure es, bedaure es aufrichtigst, jetzt wo ich Sie kenne." ,, Sie kennen mich ja taum!" Wo ich mit Ihnen habe plandern können und Ihre entzückende...." Mein Herr, Sie vergessen, was Sie zu Anfang Ihrer Fahrt versprochen haben."-" Ich habe Ihnen versprochen, mich durchaus respekt. voll zu benehmen, und ich werde das auch tun; aber Sie werden mir doch wohl gestatten, Sie hübsch und distinguiert zu finden." -Aber, das sind ja lauter Schmeicheleien!" Gestatten Sie mir ein Wiedersehen in Gegenwart Ihrer Eltern!" Meine Eltern nehmen keine Besuche an"-" Wenn Ihnen mein Wunsch unangenehm ist, stehe ich natürlich davon ab."

"

Das junge Mädchen antwortete nicht. Ich bin ganz un. abhängig," fing der junge Mann wieder an, nicht unvermögend .... ich lebe mit meiner Mutter, die gerne möchte, daß ich mich verheirate... mein Wunsch wäre, daß meine Mutter Sie kennen lerne." ,, Um Gottes willen, das ist ja ein förmlicher Antrag! Unsere zufällige Begegnung wird ja ganz verhängnis. voll." Warum verhängnisvoll? Könnte es denn nicht wie im Lustspiel enden und ich mein Gluck gefunden haben? ,, Lassen wir das Thema sallen."- Es hängt von Ihnen ab." , Vielleicht nicht so ganz, wie Sie denken."" Sind Jhre Eltern denn so fürchterlich?"- Se sind die personifizierte Güte, aber ich bitte Sie nochmals, geben Sie Ihren Plan auf."

Die Stimme des jungen Mädchens zitterte. ,, Verzeihen Sie mir, wenn ich so mit Ihnen spreche, ich weiß wohl, daß es gegen alle Gepflogenheiten verstößt," nahm Alex Dubois dennoch wieder das Wort... ,, mein Wunsch, Sie wiederzusehen, ist so aufrichtig, daß ich Ihnen das alles sagen mußte. Wenn Sie einwilligen sollten, meine Frau zu werden, glaube ich mit Be­stimmtheit sagen zu können, daß Sie es nicht bereuen werden, und daß Sie an meiner Seite das Glück finden würden." Sie werden die heutige Begegnung vergessen."-" Niemals! .. Aber ich mißfalle Jynen! mein Antrag erscheint Ihnen lächerlich!"" Im Gegenteil. Er ehrt mich sehr; ich muß Ihnen aber sagen, daß ich mich nicht wie andere, nach eigenem Willen, verveiraten kann; von seiten meiner Familie wird eine Bedingung gestellt, die erfüllt werden muß."-" Welche? Ich sage vorher zu allem ja." ,, Nein, tun Sie das nicht, Sie würden es bedauern." ,, Kann der Mann, der Sie als sein Weib heimführt, irgend etwas bedauern? Stellen Sie mich auf die Probe!"-" Gut denn, es sei," sagte das junge Mädchen plötzlich mit resolutem Ton, und sah ihm gerade ins Gesicht: " Mein Vater will, daß ihm sein Schwiegersohn im Beruf folge." " Wenn es weiter nichts ist," sagte der junge Mann, ich zweifle keinen Augenblick, daß der Beruf Ihres Herrn Vaters achtbar ist." Achtbar, ja; mein Vater ist... Beamter." Ich habe keinen Widerwillen gegen das Beamtentum." Er ge. hört zur Verwaltung und hat eine sehr wichtige Stellung." " Gut! Wie Sie gesehen haben, bin ich angehender Jurist; ge­nügt das?"- Vollkommen."" Ich schwankte, welcher Rechts. tätigkeit ich mich widmen sollte, nun ist die Frage für mich ge­löst- Es ist nun einmal eine alte Familientradition," fing das junge Mädchen wieder an, wenn fein Sohn da ist, der dem Vater folgen kann, so muß es der Schwiegersohn tun; mein Vater geht davon unter teiner Bedingung ab."-" Es kann doch nicht an Bewerbern fehlen," sagte der junge Mann und ver suchte galant die Hand seiner Begleiterin zu küssen.- Sie sind der erste"-" Und ich hoffe auch der letzte zu sein," entgegnete Alex Dubois und sab das junge Mädchen mit so bewundernden Blicken an, daß sie verwirrt die Augen senkte. Die Zukunft wird es zeigen," sagte sie leise und fuhr dann fort: Meine Be­sorgungen sind fertig."" Ich habe auch keine Besuche weiter auf dem Programm. Es ist also abgemacht: Sie erlauben mir, daß ich Sie bis an Ihre Wohnung begleite, um mich Ihrem Herrn Vater vorzustellen?". ,, Lassen Sie von Ihrem Vorhoben ab," flehte sie nochmals." Jetzt noc)?... Nein! das kann ich nicht!"- Nun dann tomme, was da kommen muß... Sie haben es nicht anders gewollt... Meine Eltern wohnen in Auteuil." Gie nannte dem Kutscher die Adresse. Die Droschke hielt vor einer schmucken, kleinen Villa; wütendes Hundegebell wurde vernehmbar; ein Mädchen öffnete die Gittertur.

Das Ende einer Fahrt..

-

Ein arabisches Pferderennen in Tunesien.

Kusch dich, Sultan!" befahl das junge Mädchen einer riesigen Dogge, die ihr entgegensprang, und dann wandte sie sich zu ihrem Begleiter und sagte: Wir sind am Ziel, bitte, folgen Sie mir." Gemeinsam betraten sie ein hübsches geräumiges Zimmer zu ebener Erde; darin saßen ein älterer Serr und eine ältere Dame, er lesend, sie mit einer Handarbeit, am Kaminfeuer; beide sahen aus wie wohlhabende Leute aus gutem Bürgerstand. Die Tochter begrüßte die Eltern und erzählte in wenigen Worten, wie sich die Begegnung zugetragen, und während die alten Leute ihr

5

schönes Töchterchen liebevoll ansahen, schloß diese ihren Bericht mit den Worten:" Serr Dubois hat mich bis hierher begleiten wollen, weil er dir, lieber Vater, gern vorgestellt sein wollte." Und dann wandte sie sich zu dem jungen Mann und sagte: ,, Herr Dubois, mein Vater." Und sie nannte den Namen einen bekannten Namen.. Der junge Mann fuhr entsetzt zusammen und mit der Sand umkrampfte er die Stuhllehne, um sich aufrecht zu er halten. Vor ihm stand der Scharfrichter!

-

Ein arabisches Pferderennen in Tunesien.

Mir tamen von Tunis und näherten uns nach achtstündiger Bahnfahrt durch Steppengegenden weitausgedehnten Raf­tuswäldern, aus denen uns Millionen von gelben Blüten ent­gegenleuchteten Plötzlich tauchten am dunstigen Horizont auch die Zinnnen, Ruppeln und Minaretts von Kairouan auf und bald hatte ich dort in einem sauberen Hotel Unterkunft ge­funden.

Schon auf dem Wege vom Bahnhof nach dem Hotel hatte mir der kleine arabische Lohndiener verraten, daß am Nach­mittage in der Umgegend ein arabisches Pferderennen stattfinden würde, und mir angeraten, wegen der weiten Ent­fernung dorthin einen Wagen zu nehmen. Wir suchten deshalb den Stand der Lohnfutscher auf. Der Wagen" war hoch­gebaut und gedeckt. Der Kutscher, ein alter Araber, saß auf dem Bock. Mein junger Begleiter schwang sich mir schnell nach. Da noch im letzten Augenblick, machte mich mein Führer auf die am Boden des Wagens klaffende breite Spalte auf merksam, durch die ich wie in einer Theaterversenkung sang­und flanglos verschwunden wäre. Dann ging's los mit Rattern und Knattern. Daß wir die Stadt und mit ihr den letzten Aus­läufer von Kultur hinter uns hatten, merkte ich sofort; denn der Wagen sprang und schnellte auf einem aller Beschreibung spottenden Terrain weiter, über dessen Höcker, Sprünge und Löcher die beiden Pferde ihn im schlank n Trabe hinwegrissen. Bei dieser schauerlich schönen Fahrt konnte ich natürlich die Landschaft so gut wie teiner Beachtung würdigen. Jeden Augenblick glaubte ich mein und des Wagens Ende gekommen; letzterer ächzte, quietschte und krachte,- doch er hielt stand. Plößlich hörte diese Höllenfahrt auf und es ging leicht und weich wie auf Asphalt dahin. Ich atmete tief auf, doch horch, was war das, pitsch, patsch? Seiliger Bimbam, der Kerl fuhr durch dicken Schlamm und durch Wassertümpel, von denen ich dank der genügend weiten Öffnung im Wagenboden, reichlich bemessene Spritzer zu spüren bekam. Schließlich fuhren wir noch ich wunderte mich bereits über nichts mehr durch die schnell strömende kaffeebraune Flut eines etwa zehn Meter breiten Baches. Zum Glück reichte das Wasser nicht bis zum

Der Ritt zum Start.

Wagenboden hinauf. So schnell wie wir ins Wasser hinein­gekommen waren, ging's am jenseitigen Abhang wieder hinauf, und wir trabten endlich auf hartgebrannter, furzgrafiger Steppe ein Weilchen bergauf und ab. Dann hielt der Wagen, wir waren an Ort und Stelle.

Auf der welligen Steppe waren ungefähr vier- bis fünf­hundert berittene Beduinen, Araber und Neger versammelt, die in malerischen Gruppen zusammenstehend, eifrig gestitulierten und in ihrer eigenartigen Gutturalsprache lebhaft schwagten. Ein großer Teil war mit langen arabischen Flinten aus. gerüstet. Viele trugen auch die sonderbaren Strohhüte, die, oft mehr als einen Meter im Durchmesser, oben in eine Spize auslaufen und mit bunten Troddeln und roten Lederfleckchen verziert sind. Prächtig nehmen sich die schön benähten bis an die Knie reichenden roten oder braunen Reiterstiefel und die bunten, bestickten Gewänder aus. Die Gestalt hüllt der malerisch weiße Saïf ein, von dem ein Zipfel in Form einer funstvoll gewickelten Kappe den Kopf bedeckt. Ein um diese Kappe ge­schlungener Schal gibt ihr noch mehr Festigkeit. Die Pferde, meiſt prachtvoll aufgezäumt, sind selten mehr als mittelgroß, fast immer gut genährt und typisch durch ihren feinen Kopf und die feurigen Augen. Doch, so verwachsen auch der Araber mit dem Pferde ist, so kann die Behandlung der Tiere seitens ihrer Herren während des Reitens nicht human genannt werden. Es gab wenige Tiere, die nicht aufgerissene Mäuler und blutige Weichen aufwiesen.

Die Rennstrecke bildete eine durch Pfähle und Stricke abgegrenzte Ellipse von ungefähr zwei Kilometer Umfang. Außerhalb dieser Ellipse sollten die Pferde ihre Tour machen. In der Nähe einer roh zusammengezimmerten Tribüne, auf der jedoch die Zuschauer fehlten, standen plaudernd in zwang. losen Gruppen ungefähr hundert französische zur Aufrechter­haltung der Ordnung kommandierte Tirailleurs. Die Sol­daten, ohne Ausnahme Araber und Neger, waren schön ge­wachsen, nervige Gestalten und steckten in der kleidsamen, sauberen Sommeruniform. Die Bewaffnung bestand in Ge­wehren mit aufgepflanztem Bajonett.

Gesicht

chen,

Hinter

Alters

die Hi

gebühr

siert.

Erbach

Frit

bach

daß i

des K

Einfül gegenz

Die

immer

Behau