Ausgabe 
4.2.1911 Zweites Blatt
 
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Für jeden Geschäftsmann gibt es

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Er muss darauf sehen, dass

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wichtigeres Moment als das, sich sein Geschäft immer mehr auszu­dehnen. Stillstand ist gleichbedeutend mit Rückgang.

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Das kann aber nur erreicht werden durch unausgesetzte Aufmerksamkeit und Tätig­keit. Kann doch

vergeht, in der nicht wenigsteus einige neue Kunden ge­wonnen werden.

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Es ist deshalb notwendig, unausgesetzt sachgemässe

Mitteilung das Publikum garnicht wissen, dass man etwas gutes und neues zu liefern hat.

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zu machen, wofür die Giessener Zeitung eine gute Gelegenheit bietet,

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,, Vaterländischen Blätter" den Fall veröffentlichen, dazu gezwungen, weil gerade der Stand des Herrn beweis­kräftig dafür ist, daß er das Unrechte seiner Handlungs­weise im Voraus erkennen mußte. Der Hinausgewie sene ist Herr Rechtsanwalt und Notar Dormann Wetzlar, der Tatbestand aber der folgende:

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| wohner des Kreises Wetzlar. Hätte Herr Rechtsanwalt Dormann den geraden Weg eingeschlagen und am Tage vorher angefragt, ob er am Donnerstag in Hörnsheim zur Diskussion das Wort erhalten werde, so wäre ihm die Erlaubnis gern gewährt worden; die konservative Sache hat eine solche Diskussion nach keiner Richtung hin zu fürchten.

Wir bedauern es auf das lebhafteste, gegenüber dem Führer der Nationalliberalen im hiesigen Kreise so haben handeln zu müssen, und ebenso lebhaft, daß wir un ser Hausrecht anwenden mußten gegenüber einem Manne in der Stellung des Herrn Rechtsanwalts.

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Wir verurteilen entschieden alle derartigen Störun gen, Saalabtreibereien u. dergl., und zwar gegenüber jeder Partei. Wir sind entschlossen, den Wahlkampf sachlich zu führen, unter Ausschluß jedes persönlichen Angriffs und jeglicher Privatverhältnisse. Wir achten jede ehrliche politische Ueberzeugung, und wir werden unsererseits peinlich darauf bedacht sein, keiner Partei in der Ausübung ihrer Agitation auch nur die ringste Störung zu bereiten. Wir werden aber auch in Zukunft unser Hausrecht rücksichtslos gegen jeden zur Anwendung bringen, welcher unsere Versammlungen stören will. Wir gestatten, wie wir wiederholen, je­dem Wähler des Versammlungsortes gern Redefreiheit, in Wetzlar also auch unseren Herren Gegnern aus al len anderen Parteien.

Am Dienstag, den 24. d. Mts., rief der national liberale Parteisekretär Henrich das konservative Partei­sekretariat durch den Fernsprecher an, bemerkte: er möchte den konservativen Kandidaten gern sprechen hören, und stellte die Frage, ob dies für ihn gestattet sei. Seinem Wunsche wurde bereitwilligst stattgegeben. Als Herr Wunsche wurde bereitwilligst stattgegeben. Als Herr Henrich aber darauf drängte, es müsse vor Donners= tag sein, war uns klar, daß für Donnerstag von nat.­lib. Seite ein kleines Schauspiel zu erwarten sei, zu dem Herr Henrich sich vorbereiten, bezw. die Rede des kon­servativen Kandidaten seinem Herrn und Meister Herrn Dormann vorher unterbreiten wollte. Man rechnete auf nationalliberaler Seite mit unserer Dummheit.- Schön! Dummheit ist zwar eine Gottesgabe, man darf sie aber doch auch nicht mißbrauchen, und darnach handelten wir. Auf Donnerstag, den 26. Januar, war von uns auf 8 Uhr abends eine Versammlung nach Hörnsheim einberufen. Auf denselben Abend und für dasselbe Lokal meldete nun auch Herr Rechtsanwalt Dormann bei der Bür= germeisterei Groß- Rechtenbach eben= falls eine Versammlung an. Herr Dormann | kann bei diesem Vorgehen nur geleitet gewesen sein von der Absicht, die konservative Versammlung zu stören. Seine Absicht war, nach Schluß unserer Versammlung sofort eine nationalliberale zu eröffnen und uns dadurch bei den Erschienenen lächerlich zu machen. Er als Rechts­anwalt mußte sich aber, wie gesagt, vorher darüber klar sein, welche Folgen seine Handlungsweise nach sich ziehen könne, besonders dann, wenn er uneingela­den und unaufgefordert bei uns sich einfand. Wir meinen, daß er sich der ihm zu teil gewordenen Behandlung garnicht aussetzen durfte. Ob aber jemand, der uneingeladen in eine fremde Gesellschaft mit der Absicht geht, sie lächerlich zu machen, und ihren Zweck zu vereiteln, nicht verdient, hinausgewiesen zu werden, überlassen wir gern der Beurteilung aller Be­

Die nationalliberalen Vaterl. Blätter" in Wetzlar beschäftigen sich in ihrer Nr. 4 vom 27. Jan. 1911 mit einer konservativen Versammlung in Hörnsheim. Die diesbezüglichen Ausführungen stehen mit der Wahrheit aber derart auf dem Kriegsfuße, daß sie einer näheren Erläuterung bedürfen. Die Va­terländischen Blätter" behaupten im Anfange jener Aus­führungen: die Konservativen hielten gegenwärtig in führen größter Heimlichkeit" Versammlungen ab, und führen dann sofort weiter aus, daß bezüglich dieser Versamm lungen im Wetzlarer Kreisblatt" von konservativer Seite eine Erklärung veröffentlicht worden sei. Ob die Va­terländischen Blätter" ihre Leser so gering einschätzen, daß sie den großen Widerspruch, welcher in diesen bei den Behauptungen liegt, nicht merken, oder ob die Re­daktion selbst bei der eiligen Nachtfahrt nach Hörnsheim etwas in Unordnung geraten ist, wollen wir dahinge­stellt sein lassen; wir stellen nur fest, daß zu unseren Versammlungen in gleicher Form eingeladen wird, wie von unseren Herren Gegnern, daß von irgend welcher Heimlichkeit" keine Rede sein kann, daß jeder Wähler des Ortes bei uns Redefreiheit erhält, bei unserer bevorstehenden Versammlung in Wetzlar also auch die nationalliberalen Herren. Das uns angedich tete schlechte Gewissen" scheint aber auf nationalliberaler Seite sich zu befinden, man würde doch sonst den ge= raden und nicht einen Schleichweg eingeschlagen haben. Die Behauptung der Vaterländischen Blätter": ein Führer der Nationalliberalen sei aus dem Saale gewie­sen worden, ohne daß er auch nur ein Wort gesprochen habe, entspricht nämlich der Wahrheit. Der Hinausge­wiesene und die Redaktion der Vaterländischen Blätter" scheinen indes das Empfinden für das Unrechte in der Handlungsweise des in Frage kommenden Herrn doch noch nicht ganz verloren zu haben; man hätte( fühlte man sich völlig im Recht) den Lesern den Namen des Hinausgewiesenen sonst sicherlich nicht verschwiegen. Wir würden den Namen des Herrn gern ebenfalls nicht öf­fentlich nennen, aus Rücksicht auf seine Stellung und die nationalliberale Partei. Wir sind aber, nachdem die

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Die am Schlusse der Ausführungen der Vaterländi schen Blätter" gebrauchte schöne neue Redeblüte einer Kutsche mit betrübten Herzen" haben wir mit Dank an Herrn Henrich in die Mappe unserer Wahlhumoristika Herrn Rechtsanwalt Dormann sich fruchtbringend" ge aufgenommen; in welcher Weise aber die Tätigkeit von Das neue gewonnene Mitglied, den sogenannten früh stalten wird, wird der schließliche Wahlausfall zeigen eren konservativen Wahlmann von 1908c gönnen wi der Nationalliberalen Partei von Herzen.

Heinrich Grund,

Parteisekretär des fonservativen Provinzial vereins für die Rheinpovrinz.

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