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meinde Etswaffer und Gefrorenes herumgereicht. Das Fächeln ist gestattet, auch das Ablegen der Röcke."

Ein Fünfzehnjähriger als Einbrecher. Ein 15jährt­ger Knabe hat in M.- Gladbach einen Einbruchsdieb­tahl verübt und einen Scheckbetrug versucht. Er ließ ich mittags im Geschäftsgebäude der Rheinisch- West­fältschen Disconto- Gesellschaft einschließen, erbrach dann ein Bult, dem er das Geld aus der Portofasse und für 80 Mart Wechselmarken entnahm und öffnete ſchließ­lich mit einem vorgefundenen Schlüssel den Bücher­schrank, in welchem er ein Scheckbuch der Reichsbant fand. Er füllte dann einen Scheck mit einem Betrage von 20 000 Mart aus, fälschte die Unterschriften der beiden Bankdirektoren und wollte an der Reichsbank die 20 000 Mart beheben. Dort erkannte man jedoch den Schwindel, da der sonst so raffinierte Knabe, der Schreiberlehrling eines Rechtsanwalts ist, gleich das ganze Scheckbuch zeigte und ließ den jungen Gauner verhaften.

Ein schweres Bootsunglück, dem drei blühende Menschenleben zum Opfer gefallen sind, hat sich gestern nachmittag in Warnemünde ereignet. Der Gymnasial­direktor Ruchhöft aus Kottbus mit Tochter, der Gymna­fialoberlehrer Professor Dr. Mie mit Tochter und Schwägerin aus Berlin sowie Oberlehrer Dr. Rensch aus Berlin Iteßen sich von dem Ingenieur Ohlerich aus Warnemünde in einer Halbjolle auf die See ht­naussegeln. Das verhältnismäßig fleine, mit 7 Per­sonen besetzte Boot fenterte infolge des böigen Win­des 100 Meter von der Westmole entfernt und alle In­fassen stürzten ins Wasser. Dem in der Nähe liegenden Maschinistenanwärter Weidlich und dem Offizter Harms gelang es, mit ihren Booten vier der im Was­fer Treibenden zu retten. Dagegen ertranken Ruch­höft, Mie und Rensch. Die Ertrunkenen sind sämtlich aus Nostock gebürtig und verbrachten alljährlich ihren Urlaub in Warnemünde. Die Leichen der Verunglückten In Warne­fonnten bisher nicht geborgen werden. münde ruft der Unfall allgemeine Teilnahme hervor.

anderen Heizer mitgab, aber sonst nichts tat, den Führer| liche Bosten wurden für verdorben erflärt und der unter eine schärfere Kotrolle zu nehmen.

Einen grauenhaften Tod fand vor kurzem der Führer Holstein des dem Gouvernement von Deutsch­Ostafrifa gehörigen, auf dem Rufidschi- Fluffe im Be­zirke Mohoro stationierten Heckrad- Dampfers Tomon­do". Holstein war zur Abrechnung über seine Dampfer­einnahmen und zum Lohn- und Gehaltsempfang nach dem etwa 2% Stunden weit entfernten Orte Mohoro, dem Sitze des Bezirksamts, geritten. Den Rückweg trat er erst am Spätnachmittag furz vor Dunkelwerden an, nachdem er seine beiden farbigen Diener mit dem Ge­wehr vorausgeschickt hatte. In der Dunkelheit wurde er furz vor den Wegende in der Nähe des Rufidschi­Flusses von drei Löwen, die sich an einem Bachüber­gange im dichten Dunkel verborgen gehalten hatten, an­gefallen und getötet. Die Diener Holsteins wurden auf das Ausbleiben ihres Herrn aufmerksam, als das reiterlose Tier in rasender Angst angestürmt fam, und alarmierten sofort die eingeborenen Einwohner eines nahen Negerdorfes. Bei der nach alsbaldiger Benach= richtigung des Bezirksamts am nächsten Morgen ver­anstalteten Treibjagd und Streifsuche wurde die schreck­lich verstümmelte Leiche des Holstein im Dickicht nahe der Unfallstelle gefunden und ein Löwe zur Strecke ge­bracht.

Brand eines amerikanischen Irrenhauses. Das Jr­renhaus in Hamilton im Staate Ontario ist niederge­brannt. Es beherbergte 600 Insassen. Die Feuerwehr fonnte thre Fahrzeuge nicht bis zur Brandstelle schaf fen, well die Zugangsstraßen durch Straßenarbeiten abgesperrt waren. Das Wärterpersonal handelte jedoch mit großer Entschlossenheit und es gelang den Wär­tern, die metsten ihrer Pfleglinge aus dem brennenden Hause zu schaffen. Oft mußten dte Wärter Gewalt ant­wenden und die sich verzweifelt Wehrenden aus den Fenstern in die Sprungtücher werfen. Grauenhafte Szenen spielten sich unter den Frren ab, die sich wie wild geberdeten. Am fürchterlichsten gestaltete sich die Raferet unter den 85 Unheilbaren, die im 5. Stock un­tergebracht waren und von denen anscheinend die met­sten umgekommen find. Bis jetzt sind 8 Leichen gefun­den worden, doch sind sicher noch viele unter den Trüm­mern begraben.

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Auf entsegliche Weise verunglückt sind im Berner Jura vier im Dienste einer Portlandzementfabrik ste= hende Steinbrucharbeiter. Die Arbeiter wollten kurz vor der Mittagspause in dem unterhalb der Station Lies­berg gelegenen Steinbruch noch eine Sprengung vor­nehmen. Während der Mineur damit beschäftigt war, das Bohrloch zu laden, erfolgte plötzlich eine furcht­bare Explosion. Alle vier Arbeiter wurden einige Me­ter tief in die Grube hinabgeschleudert und von einem Hagel von Steinen und Blöcken überschüttet. Als kurz nach der Katastrophe die Kinder der Verunglückten ih­ren Vätern das Mittagessen in den Steinbruch brin­gen wollten, fanden sie diese in schrecklich verstümmel­tem Zustande tot vor. Die Ursache der Explosion wird wohl nie festgestellt werden können. Nach einer nicht unwahrscheinlich klingenden Annahme bat vielleicht der Mineur statt des hölzernen Ladestockes, wie vorgeschrie­ben, eine im Sonnenbrand heißgewordene Eisenstange zum Feststampfen der Ladung benüßt. Die bet der Ka­tastrophe verunglückten Familienväter hinterlassen zehn noch unerwachsene Kinder.

städtischen Vernichtungsanstalt überwiesen.

Bränte, die kein Wort reden dürfen.... Im fo reanischen Volfe ist es Brauch, daß eine Braut an th rem Hochzeitstage kein Wort sprechen darf. Ob ihr der verliebte Bräutigam die zärtlichsten Worte ins Ohr flüstert, ob ihr die Eltern noch zuguterletzt alle mögli chen guten Lehren mit auf den dornigen Pfad der Che geben, ob sie Freunde, Verwandte und Freundinnen mit Glückwünschen überschütten, die strenge Sitte verlangt es, daß die Braut auf feine Schmeichelei, auf feinen Glückwunsch antwortet. Vielleicht soll damit nur angedeutet werden, daß dem Bräutigam noch eine kurze Galgenfrist gewährt ist, in der er das Wort führen kann, und daß nach dem Hochzeitstage die junge Frau das Recht hat, desto mehr zu reden. Immerhin muß es fütr eine Fraut eine entseßliche Tortour sein, einen ganzen Tag fein Sterbenswörtchen sagen zu dürfen...

Ein kleines Mißverständnis. Aus Schlesien wird der Frts. 3tg." folgendes Geschichtchen erzählt: Eine Frau Rosa H. in Stoberau hatte bisher die Vormund­schaft ihres Sohnes in Händen. Anläßlich seiner Groß­jährigkeit wurde die Frau vom Vormundschaftsgericht aufgefordert, unverzüglich die Bestallung" einzusenden. Die in der Amtssprache nicht sehr bewanderte Frau dachte über das Wörtchen Bestallung" lange nach; schließlich, als sie sich über seine Bedeutung nicht flar zu werden vermochte, ging fie zu einem Ortsweisen", dessen Geist jedenfalls auch nicht sehr weit reichte. Denn andern Tags lief beim Vormundschaftsgericht ein gro­ßer Bogen ein, der folgenden Bericht enthielt:" Int der Bestallung des H. sind vorhanden: ein Ochse, zwet Kühe, ein Kalb, ein Hahn, sechs Hühner, zehn Hühn chen, zwei Gänse, dret Paar Tauben und fünf Kar­nickel.

Ein sonderbarer Rebensmüder hat am Sonntag vormittag seinem Leben ein Ende zu machen versucht. Der 32jährige Schneider 3. aus Rirdorf bet Berlin hatte mit seiner Gattin in letzter Zeit häufig Streitig= keiten, so daß er lebensüberdrüssig wurde und in den Tod zu gehen beschloß. Er begab sich deshalb nach der Laubenkolonie am Köllnischen Ufer in Nixdorf und wollte sich dort erhängen. Er hatte aber einen zu dün nen Strick gewählt, denn plößlich riß die Schnur und B. stürzte zu Boden. Der Vorfall war von mehreren Bassanten bemerkt worden, und man löste dem Lebens­müden, der inzwischen das Bewußtsein verloren hatte, die Schlinge vom Halse. Zu ihrem Erstaunen fanden die Retter auf der Brust des Mannes einen Bettel, auf dem folgendes stand:" Für den Fall meines Todes trage ich 150 Mark für die Beerdigungskosten bei mir. Sollte ich jedoch nicht sterben, so bitte ich, mich in meine Wohnung zu bringen." Der vorsichtige Selbstmörder wurde jedoch, entgegen seinem Wunsche, in das Rirdor­fer Krankenhaus eingeliefert, wo er sich in wenigen Stunden so wett erholte, daß er nach Haus gehen konnte.

Die Berliner Lokomotivführer und der Müllheimer Unfall. Dem Lokomotivführer Platten, der den bei Müll­heim verunglückten Schnellzug führte, war der Vor­wurf gemacht worden, er set durch den Genuß geistiger Getränke schläfrig geworden und hätte dadurch das Un­glück herbeigeführt. Der Verein Berliner Lokomotiv­führer hatte deshalb über Platten und seine geistige Verfassung zur Beit des Unfalls authentische Erkundt­gungen eingezogen. Das Resultat wurde in der Ver­sammlung des Vereins mitgeteilt. Hiernach muß Plat­ten zur Zeit des Unfalles irrsinnig gewesen sein, da er, obgleich von seinem Heizer zweimal darauf aufmerk­sam gemacht, daß der Zug in Müllheim halten müsse, Auf diese Burufe gar nicht reagierte, sondern ihn nur mit großen Augen ansah. Als dann der Hetzer selbst ben Dampf absperrte und Anstalten treffen wollte, den Bug zum Stehen zu bringen, war die Katastrophe schon eingetreten. Diese Erklärung ist, so bemerkt bazu die Frtf. 3tg.", ein Dokument schöner Kamerad­schaft, nichts weiter, und die ersten Angabent in der Frankfurter Bettung" mitssen demgegenüber sachlich durchaus aufrecht erhalten werden, denn über den In­tereffen an einer einzelnen Person steht das Sicherheits­interesse der Allgemeinheit. Blatten hatte am unglücks­tage vor Antritt feines Dienstes mehr actrunken, als hm zuträglia war, und wenn man von Unzurechnungs­fähigkeit spricht, so war diese zweifellos die Folae eines bet der Size zit reichlichen Alkoholgenusses. Aber ein anderer Bunkt, von dem in der Oeffentlichkeit noch nicht die Rede war, fällt schwer ins Gewicht. Man muß gegen dte Maschineninspektion Offenburg, der Platten unter­stellt war, den Vorwurf erhaben, daß sie Platten, ob­wohl thr dessen Eigenart" längst bekannt sein mußte, trotzdem eine der großen, schnellfahrenden Maschinen anvertraute. Schwer ins Gewicht fällt in dieser Bezte­hung namentlich, daß der alte Hetzer, mit dem Platten früher gefahren war, sich geweigert hatte, noch weiter mit Platten auf derselben Maschine Dienst zu tun in der Befürchtung, daß einmal ein Unglück passieren werde. Diese Wahrnehmung wurde von der Maschinen­Inspektion nur insofern beachtet, als sie Platten einen

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Ich hoffe, sie sind blau, mit langen, dunklen Wim­pern und feinen, schwarzen Brauen; ste können kind­lich, fröhlich lachen, diese blauen Augen, aber sie kön­nen auch ernst und nachdenklich dreinschauen. Sollte tch mich trrent, so bitte ich Ste gütigst, meinen Irrtum richtig zu stellen. Ihr Mund ist frisch gefärbt und schön geformt, ein Grübchen im Klun deutet auf Schalthaftig­feit. Ich schwärme nämlich für Grübchen, der lose Schelm steckt darin.

Ein Brand in Pyrmont.

In dem bekannten und viel besuchten Badeorte Pyrmont ist Dienstag morgen ein Brand ausgebrochen, der rasch eine große Ausdehnung nahm und unter den Kurgästen begreiflicherweise Aufregung verursachte. Das Feuer entstand im Dach des Anbaues des Fürstlichen Badehauses. Da der geringe Wasserdruck die Lö­schung undurchführbar machte, konnte das Uebergreifen des Feuers nach dem Kurhotel nicht vermieden wer­den, so daß auch von diesem Gebäude die oberen Stock­werke vernichtet wurden. Nach Ansicht des Kurdirek­tors handelt es sich um Selbst entzündung des Moorlagers. Es wird angenommen, daß das zu Umschlägen trocken gehaltene fein gemahlene faserige Moer in der großen Size sich selbst entzündet hat. Je­denfalls hat der Wächter das Feuer 10 Minuten vor 3 Uhr zuerst im Moorlager bemerkt. Das Feuer hat in wenigen Minuten das gesamte Dachgestühl des Kur­badehauses ergriffen und war von hier aus auf das Kurhotel und Kurhaus übergesprungen, hier ebenfalls die Dachstühle in Brand setzend. Mit großer Schnellig­teit verbreitete sich das Feuer über das Dachgebälk des zusammenliegenden großen Häuserkomplexes des Moor­badehauses, des Kurhotels und des Kurhauses, so daß es nicht mehr gelang, das Mobiliar aus dem oberen Stockwert in Sicherheit zu bringen. Die Kurgäste konnten ohne Gefahr das brennende Hotel verlassen. Auch ist ihnen ein Sachschaden kaum entstanden. Damen im Negligé mit großen Hüten auf dem Kopf stürzten in großer Erregung auf die Straße. Allerlet Gegen­stände wurden auf die Straße geworfen, die bald einen eigentümlichen Anblick bot. Aus den mittleren Stock­werken fonnte so ziemlich alles Mobiliar gerettet wer­den. Das Kurhaus ist bis auf die Parterre= räumentedergebrannt. Das Feuer konnte um 3% Uhr nachmittags als gelöscht betrachtet werden. Die Kurdirektion hat sofort alle erforderlichen Maßregeln getroffen, um besonders die Badezellen wieder instand zu setzen, so daß heute früh mit dem Baden wieder be­gonnen werden konnte. Auch das Kurhotel wird in 14 Tagen wieder soweit instand gesetzt sein, daß es eine beschränkte Anzahl von Gästen aufnehmen kann. Die Gebäude find Brinatbesitz des uren v. saldeck- Bure mont. Der Schaden befrägt etwa eine halbe Million Mark und ist durch Versicherung gedeckt.

Eine aufregende Spizbubenjagd, an dem sich eine ganze Kolonne mit Schrubber und Besen bewaffneter Frauen beteiligte, hat in der Togostraße in Berlin Auf­sehen erregt. Im Hofe eines Hauses ist ein großes Ge­rüst aufgeführt, um Malerarbeiten ausführen zu kön nen. Dieses Gerüst benutzten dret junge Burschen, die auf einer Diebesfahrt begriffen waren, um in die Woh­nungen eindringen zu können. Ste fletterten von et­nem Stockwerk zum anderen und hielten durch die of= fenstehenden Fenster Umschau. Das bamantto eine im Hause wohnende Frau, die sofort Alarm schlug und thre Nachbarinnen verständigie. Die weibliche Gesell­schaft organisierte sich sofort zu einem bewaffneten Korps, und nun ging es an die Verfolgung der Spitz= buben. Diese hatten aber den Anschlag gemerkt, und nun versuchten sie in wilder Hast thr Heil in der Flucht. Die Amazonen hinter ihnen her. Aber die drei Gaut­ner waren firer als die Verfolgerinnen und entkamen.

So, da haben Sie Ihr Bild, den inneren und den äußeren Menschen. Bitte um Gnade, wenn ich nicht das richtige traf. Mit besonderer Hochachtung Benno Hammer, Redakteur." " Geehrter Herr," lautete Evas Antwort: " Da Ste Graphologe sind, haben Sie die Beurtet­lung meines Charakters ziemlich richtig getroffen; ich muß es zugeben. Desto lückenhafter aber ist das Bild, das Ihre Phantasie sich über meine äußeren Vorzüge ausmalt. Gestatten Ste, daß ich einige Pinselstriche verlösche und andere hinzufüge, selbst auf die Gefahr hin, die Idealgestalt, die Ste schildern, zit zerstören. Aber der Wahrheit die Ehre!

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Lebensmittel und Hize. Wie sehr die Hize den Le= bensmittelmarkt beeinflußt, zeigt eine Mittellung des gestrigen Berliner Polizeiberichts. Danach lieferte ein Großhändler der Zentralmarkthalle 183 Kisten Räucher­waren, zusammen 736 Kilogramm, ein anderer 19 sten Bücklinge, ein dritter Großhändler 79 Desen Brat­heringe im Gewicht von 280 Kilogramm, ferner die Git­terabfertigung der Zentralmarkthalle 10 Körbe ge= schlachtetes Geflügel im Gewicht von 619 Kilogramm dem Gewerbefommissariat zur Untersuchung ein. Sämt=

Also: mein Haar ist nicht braun, dazu ist es zu helt, es ist auch nicht blond. Können Sie die Farbe er­raten? Denfent Ste an die des Bindfadens, so zwi­schent grau, braun, blond. Schön, nicht wahr? Es scheint Ihnen interessant, daß ich blaß bin. Wieder ge­fehlt, geehrter Herr, denn ich habe ungemein frische Farben, wie ich zu Ihrer Enttäuschung eingestehen muß. Die Augen sind auch nicht blau, sondern grün­lich- grau, Wimpern und Brauen hell und gewöhnlich. Leider fehlt das Grübchen vollständig. Nun noch der Mund. Man findet ihn zu groß, ich finde selbst, daß er fleiner sein könnte."

Eva lachte laut.

Ich muß ihn etwas necken," dachte sie, dieser Briefwechsel ist zu amüsant!"

Sie sehen, welche Streiche die gefällige Phantasie uns spielt; es bleibt mir noch hinzuzufügen, daß Ste sich auch inbezug auf meine Gestalt im Irrtum befin­den; ich bin klein und-ja, ich muß es niederschreiben, recht stark; die eine Schulter tst etwas, wirklich nur etwas höher. Ach ja, ich vergaß eines Umstandes zu erwähnen, ich habe die Pocken gehabt."

Wieder kicherte Eva vergnügt, dann schloß sie ihren Brief, Ich sende Ihnen hiermit eine russische Stizze, es ist übrigens mein letzter Beitrag von hier aus; tch verreise demnächst. Wohin? Nun, das verrate ich nicht, geehrter Herr, vielleicht bekommen Sie das nächste Mal einen Beitrag aus dem Botokudenlande oder vom Chimborasso.

Im übrigen habe ich die Ehre zu verbleiben mit vorzüglicher Hochachtung

E. Nordet."

Eva seufzte etwas, als sie den Brief abschickte. Von Deutschland aus wollte sie nicht mehr an Hammer schret­ben, aus Furcht vor Entdeckung. Seltsam," dachte sie, ,, er hat mein Aeußeres geschildert; also so steht setn Ideal aus. Ob er dabet an Eva Grotenbach gedacht hat? Bah! Ein Zufall, nichts weiter."

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Drahtnachrichten und Deuestes.

Internationale Bankräuber.

Belgrad, 2. August. Bei einem Einbruch fi Bankhause Kabilio wurden drei Griechen festgenom­men. Die Untersuchung hat ergeben, daß man es mit gefährlichen internationalen Bankräubern zu tun hat. Die Verhafteten haben viele Einbrüche in verschiede­nen europäischen Hauptstädten eingestanden, u. a. bet einer russischen Bank, wo fie 300 000 Francs erbeute= ten. Ferner haben sie einer Tochter des Sultans auf einer Bahnfahrt eine Schmucksachentassette gestohlen, die Juwelen im Werte von mehr als einer Million Francs enthielt.

Anfang September reisten Frau Haideck, Karla mit threm Kinde und Eva aus Rußland ab, direkt nach Rügen. Es war für Karla wieder ein Lebensabschnitt; ste wußte, daß sie nicht wieder nach Petersburg zurück­fehren würde, Koljas Leben mußte gerettet werden und so wurde das große, prächtige Haus an der Newa verschlossen, sein Herr war fern der Heimat und die junge Frau, die nur einige Jahre im falten Norden ge­lebt, fehrte in ihre deutsche Heimat zurück.

Ich danke Ihnen für alles, was Sie mir in der schwersten Zeit meines Lebens gewesen sind, lieber

Herr Doktor," sagte Karla herzlich und es zuckte um ihren Mund ,,, bitte schreiben Ste, ich werde Sie über Koljas Gesundheitszustand auf dem laufenden erhalten und hoffe, Ihren Rat einzuholen."

Alfred war ebenfalls bewegt beim Abschied von seinen beiden Lieblingspatienten.

,, Sie und Ihr Haus werden mir fehlen," sagte er, und in diesen schlichten Worten lag seine tiefe Ergeben­heit für die arme Frau, deren trauriges Geschickt sich vor seinen Augen abgespielt hatte.

Behntes Kapitel.

E. Norden.

Der Herbst auf Rügen war wunderschön und der Wechsel des Klimas bekam Karla und ihrem Knaben vorzüglich; das schwächliche Kind erblühte und die schmalen Wangen seiner Mutter röteten sich leise, thre Augen gewannen den alten Ausdruck, nur wenn sie an die Krankheit ihres Mannes dachte, trübten sie sich.

Im November finden wir Frau Haideck mit ihrer Tochter und ihrem Enkel in Riva, wohin Grotenbach sie an einen befreundeten Arzt empfohlen hatte. Einige Briefe waren unterdessen gewechselt worden.

Uchatscheff war im Winter von seinem Diener nach Petersburg gebracht worden; er verlangte in seiner fin­dischen Art nach Hause, obgleich er weder Frau noch Kind vermißte und verfiel immer mehr in Stumpfheit und Apathie. Alle paar Wochen tam der Bericht Alfred Grotenbachs über den Kranfen, der noch viele Jahre so weiter vegetteren konnte. So war Karla schon jetzt so gut wie verwitwet mit faum dreiundzwanzig Jahren. Nun war Eva bet ihrer geliebten Mutter in der Dorotheenstraße.

( Fortsetzung folgt.)

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