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geheim gewesen set. Das Reichsgericht hätte die ueber-| zeugung erlangt, daß ein Teil dieses Materials von Lur an das französische Nachrichtenbureau ausgeliefert worden wäre, daher liege der Versuch des Verbrechens der Spionage gemäß§ 1 des Spionagegesebes vor. Es hätte eigentlich auf Zuchthausstrafe erkannt werden miffen, doch set berücksichtigt worden, daß Lur im Dienste feines Vaterlandes gehandelt habe.
Staatsanwalt und Verteidiger. In einem Prozeß vor dem Schwurgericht in Dortmund griff der Vertetdiger, Rechtsanwalt Franti, das Zeugnis des Polizeiinspektors scharf an. Der Staatsanwalt beantragte zwar selbst die Freisprechung des Angeklagten, bemerkte aber, der Verteidiger habe den Polizeiinspektor nur angegriffen, um dem Publikum zu zeigen, wie titchtig er fet und daß er sich selbst vor der hohen PoItzet nicht fürchtet. Der Verteidiger bemerkte darauf, Jeder Mensch schiebe seinem Gegner die Gesinnungen unter, die er selber habe. Wer selber aus fachlichen Motiven handle, pflege dem Gegner feine unsachlichen un terzuschieben. Er werde sich mit dem Staatsanwalt an anderer Stelle darüber auseinandersetzen. Der Gerichtshof nahm darauf den Verteidiger in eine Ordnungsstrafe von 100 Mart. Der Verteidiger set von dem Staatsanwalt schwer angegriffen worden und er habe scharf antworten dürfen, indem er aber dent Staatsanwalt unlautere Gesinnung untergeschoben habe, set er über die Grenze des Erlaubten hinausgegangen.
Dollswirtschaftliches.
Die Kosten der fazialen Versicherung, mit Berücksichtigung der durch die Versicherung der Privatangetellten zu erwartenden Auflagen berechnet das Reichsarbeitsblatt" in seinem foeben erschienenen Juniheft wie folgt: Die Kosten der bestehenden sozialen Versicherung haben im Jahre 1909 zu Lasten des Reiches 51,5 der Arbeitgeber 415,6 und der Arbeitnehmer 343,6, zusamt= men 810,7 Mill. Mart, betragen. Wenn die Hinterblie benenversicherung und die Erweiterung der Krankenversicherung in Wirksamkeit treten, außerdem die Angestelltenversicherung nach dem vorliegenden Entwurf eingeführt wird, erhöhen sich die vorstehend aufgeführten Kosten für das Reich um 27,0 auf 78,5, für die Arbeitge= ber um 118,5 auf 534,1 und für die Arbeitnehmer um 138,5 auf 482,1, zusammen um 248,0 auf 1094,7 Mill. Mark oder für das Reich um 52,4, für die Arbeitgeber um 28,5 und für die Arbeitnehmer um 40,3, im Durchschnitt um 35 v. H. Da die Mehrbelastung zufolge der Ausdehnung der Krankenversicherung auf rund 60 Mill. Mart Beiträge sowie an Reichszuschuß fitr die letzere auf 27 Millonen Mark veranschlagt worden ist, wird die gesamte neue Belastung aus der Angestelltenversicherung auf etwa 150 Mill. Mark geschätzt.
Vermischtes.
Ein Verkehrsjubiläum. Seit der erste Reichspostdampfer seine Fahrt antrat, waren am Freitag 25 Jahre verflossen. Durch Gesetz vom 6. April 1885 war der Reichskanzler ermächtigt worden, die Einrichtung und Unterhaltung von regelmäßigen Postdampfschiffverbindungen zwischen Deutschland einersetts und Ostasien sowte Australien andererseits einem geeigneten Unternehmer gegen eine vom Reiche zu zahlende Subvention zu übertragen, ebenso zum Anschlusse an die Hauptkinte die Errichtung einer Zweiglinte von Triest nach Ale
paares. Die am wärmsten zu Herzen gehende Feier der gesamten Krönungsfestlichkeiten, das vom König und der Königin 100 000 der ärmsten Schulkinder Londons gegebene Fest im Kristallpalast, begann Freitag morgen um 11 Uhr. Zug um Zug ergoß sich von allen Stadtteilen in den Bahnhof von Sydenham, aus welchem ein ununterbrochener jubelnder Strom 17 Kindern unter der Aufsicht threr Lehrer und Lehrerinnen in die schönen Anlagen des Kristallpalastes zog. Mit dem zweiundneunzigsten Zug, der gegen drei Uhr eintraf, war die Kinderschar auf 100 000 Köpfe angewachsen und sie erwarteten in vier großen Gruppen das um drei Uhr angesetzte Eintreffen des Königs, der Königin, des Prinzen von Wales und der Prinzessin Mary. Durch die Anlagen begaben sich die königlichen Herrschaften in einer offenen Equipage, um sich mit je= der der vielen kleineren Kindergruppen mehrere Minuten lang zu unterhalten, so daß jedes Kind sagen kann, daß es mit seinem König und seiner Königin gesprochen hat. Zuerst wurden in den sich rasch fütl= lenden Anlagen des Kristallpalastes, die für alle, außer den 100 000 Kindern und 6000 Lehrern, geschlossen waren, von den großen Erfrischungshallen je ein Täschchen mit Limonade und Kuchen an jedes Kind verteilt, und der Jubel war unbeschreiblich. Dann fanden allerhand Unterhaltungen statt.
Die Memoiren der Toselli. Frau Tosellt, die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen, hat sich durch Vertrag verpflichtet, den deutschen Boden und besonders den Sachsens zu meiden und nichts zu veröffentlichen, was sich gegen das sächsische Königshaus richten würde. Sollte Frau Toselli wirklich in einem Memoirenwerk die Gründe ihrer Flucht vom sächsischen Hofe veröffentItchen, so würde sie damit gegen die vertragliche Abmachung verstoßen. Der sächsische Hof könnte sie an der Veröffentlichung nicht hindern; er hätte nur das Recht, thr die Apanage von jährlich 40 000 Mark und das Recht zu entziehen ihre Kinder in bestimmten Zeiträumen zu sehen. Es wird behauptet, daß der kürz= liche Besuch des Königs von Sachsen bet der Großherzogin von Toskana, der Mutter der Frau Tosellt, im Zusammenhang stehe mit der beabsichtigten Veröffentlichung. Ob dies aber zutreffend ist, läßt sich nicht feststellen.
Cine Luftschiff- Paketfahrt. Die Passagiere des Dampfers Olympic", der gestern den Hafen von Neuyork verlassen hat, konnten zum erstenmal eine Flug= maschine als Gepäckbeförderungsmittel sehen. Ein retcher Engländer hatte Waren eingekauft, die ihm jedoch nicht mehr rechtzeitig vor seiner Abfahrt nach Neuvork zugestellt werden konnten. Da wurde der Flieger Sopwith beauftragt, das Paket dem Dampfer mit dent Flugapparat nachzubringen. Rasch holte er seinen Zweidecker aus dem Schuppen hervor und verließ nach wenigen Minuten das Fluggelände. Bald hatte er den vom Hafen aus nur noch in weiter Ferne sichtbaren Dampfer überholt, umkreiste ihn, bis auf 50 Meter ntedergehend, in schönem Fluge und Iteß das Paket an Bord fallen. Sopwith kehrte ohne Unfall nach Neuyork zurück. Wenn die Geschichte nur stimmt!
bekannte Graf Günther v. Königsmarck wegen Betrugs und Untreue, ferner der Kaufmann Leonhardt aus Frankfurt, der Vermittler Ernst von Arnim aus Hams burg, der Reisende Franz v. Arnim aus Steglitz bet Berlin und der in Berliner Finanzkreisen nicht unbefannie Kaufmann Domarus aus Berlin wegen Be trugs bezw. Beihülfe. Die Vorgeschichte des Prozesses ist folgende: Der Besitzer des Rittergutes Groß= Grädig im Kreise Glogau, Leutnant Lamm, hatte die Absicht, sein Gut zu verkaufen, zu welchem Zweck er den üblichen Weg der Insertion in einigen Großstadtzeitungen wählte. Zu dem Gut gehört eine Ziegelet und das Vorwerk Grögersdorf; es hat einen Grundsteuerreinertrag von 4074 Mart. Auf Grund des Inferats trat Lamm zunächst in Verhandlungen mit einer Fürstin von Lieven, die angab, das Gut für ein Mit= glied eines mediatisierten Fürstenhauses erwerben zu wollen. Dieser Plan zerschlug sich aber, weil sich herausstellte, daß die angebliche Fürstin von Lieven eine Heiratsvermittlerin war, die für Kavaliere Dollarprinzessinnen aus Amerika besorgen wollte. Der Geheimsekretär dieser Fitr stin" war der Kaufmann Leonhardt, der jetzt als Agent auftrat und den Verkauf des Gutes an den Leutnant Franz v. Arnim vermittelte. Das Gut, das Leutnant Lamm für 550 000 Mark erworben hat, wurde für rund 700 000 Mart dem Arnim verkauft, und zwar sollte eine Anzahlung von 200 000 Mark gemacht werden. Arnim übernahm das Gut und vertröstete den Verkäufer wegen der Zahlung; die Raufkosten und Vermittlergebühren bezahlte er durch Aufnahme einer neuen Hypothet. Jetzt wollte Lammi den Rückkauf in die Wege leiten, da Arnim ohne jede Mittel war und nun trat Graf Königsmarck hervor, der die Rückauflassung in die Wege leitete, inzwischen aber Lamm zur Hergabe von Geld in bar und Wechfeln zu bewegen wußte. Bei den Wechselgeschäften war endlich noch der Kaufmann Domarus tätig. Schließlich wurde dem Verkäufer Lamm die Sache zu langweilig und er erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die nach umfangreichen Ermittelungen die Anklagen gegen die Beschuldigten erhob. Lamm befindet sich zurzett in einem Sanatorium bei Berlin, wo er kommissa risch vernommen worden ist. Die Verhandlung wird mehrere Tage dauern.
Nach dem Gutachten der Sachverständigen ist der betrogene Zeuge Lamm seit zwei Jahren geistesfrank. Infolgedessen ist die Freisprechung sämtlicher Angeflagten wahrscheinlich.
Drabtnachrichten und neuestes.
Vom Industriemarkt.
Dortmund, 1. Jult. Die Harpener Aktiengesellschaft für Berg- und Hüttenbau teilt mit, daß nach dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent zu erwarten set. Unterbrechung des Deutschen Rundfluges. Göln, 1. Jult. Wegen des außerordentlich ungünstigen Wetters konnte die Weiterfahrt der Teilnehmer am Deutschen Rundflug heute nicht stattfinden. Damit dürfte sich das ganze Programm abermals um einen ganzen Tag verschieben.
Der Ausstand der Seelente. Hull, 1. Juli. Eine Versammlung von 12 000 Seeleuten beschloß es abzulehnen, den von den Führern der Streifenden angenommenen Bedingungen zuzustimmen, solange nicht auch die Regelung der For
randrien, welche aber später wieder fortfiel. Die Er- Hirth über seinen Flug München- Berlin, berungen der Doctarbeiter erfolgt fet. Die Eisenbahner
öffnung der subventionierten Postdampferfahrten er= folgte mit größeren Feierlichkeiten. Als erster Reichspostdampfer ging am 30. Junt der Lloyddampfer„ Oder" von Bremerhaven aus nach Ostasien in See, während für die australische Linie der Dampfer„ Lübeck" be= stimmt war. Die in den Reichspostdampferdienst ge= setzten Erwartungen haben sich erfüllt, und die dafür ausgeworfenen Mittel sind der Verbesserung und Erweiterung des Verkehrs nutzbar gemacht worden. Ste trugen dazu bei, eine schnelle und regelmäßige Verbin= dung Deutschlands mit wichtigen überseeischen Gebieten sicherzustellen.
Im Stahlfaß durch die Niagarafälle. Der Amertkaner Reach durchschwamm gestern in einem Stahlfaß die Niagarafälle. Nachdem er drei Stunden lang in dem Stahlfaß im Strudel umhergeschleudert worden war, fischte man das Faß auf und zog thn heraus. Zunächst hielt man ihn für tot. Er lebt jedoch noch und Itegt jetzt besinnungslos in einem Hotel in der Nähe der Fälle. Leach hatte dieses waghalsige Unterfangen des Durchschwimmens der Fälle in einer eigens konstruterten Tonne vorberettet. Ste besteht aus dünnem, aber starkem Stahl und ist im Innern gepolstert. DretHunderttausend Menschen sahen dem aufregenden Der Flieger Schauspiel von beiden Ufern aus zu. Lincoln Beachen hat seinen tollkühnen Flug über die Niagarafälle wiederholt. Er landete glatt und unversehrt.
Bilsenkrant gegen lästige Ehemänner. In dem ungarischen Orte Kisdaindol bet Fünfkirchen starb kürz= lich der greise Mühlenbesizer Gaspar unter verdächtigen Symptomen. Der Oberarzt stellte Vergiftung durch Bilsenkrautsamen fest, der dem Gaspar in eine süße Speise gemischt worden war. Die einstige Geliebte
Gaspars wurde als Täterin verhaftet. Ste gestand, das Giftmittel von einer Freundin erhalten zu haben. In der weiteren Untersuchung ergab es sich, daß die Freundin in Gemeinschaft mit einem gewissen Adam Roth schon vor Jahren bei einer anderen Vergiftung mithalf. Roth gestand nun seinersetts, daß auch die Witwe Ilias ihren Mann mit Bilsenkraut vergiftet hatte und dann von ihrem erfolgreichen Mittel den Rest an ihre Freundin weitergab. Alle genannten Personen wurden verhaftet.
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Der Kontorist als Lebemann. Ein Opfer seiner Großmannssucht wurde der Kontorist Karl Lewerenz aus der Zionsstraße in Berlin, der gestern von der Kriminalpolizei verhaftet wurde. Der junge Mann war in einer Pelzgroßhandlung beschäftigt und lebte dentlich und bescheiden, bis er durch Bekannte in Berithrung mit kleinen Artistinnen fam. Jezt glaubte er, den Lebemann und Kavalier spielen zu müssen. Er legte auch seinen einfachen bürgerlichen Namen ab, nannte sich stolz„ Wilhelm Graf von Lubranice, Offizier bei den Garde- Ulanen". Mit seinen Geliebten unternahm er wiederholt Autofahrten, die nicht selten 70 bis 80 Mark kosteten. Für diese Lebenshaltung reichte natürlich sein Gehalt bei weitem nicht aus, und so vergriff er sich an dem Eigentum seines Arbeitge= bers. Felle, die er vom Lager entwendete, verkaufte er und unterschlug für 2400 Mark Felle. Gestern ereilte den jungen Lebemann sein Geschick; er wurde mitsamt seinen Hehlern festgenommen.
100 000 Kinder als Gäfte des englischen Königs
Hellmuth Hirth macht der Inf." über seinen be= deutsamen Flug München- Berlin, der den größten btsherigen Leistungen auf diesem Gebiete durchaus gletchfor..mt, folgende Mitteilung:
Der gesamte Flug von München nach Berlin nahm 5 Stunden 41 Minuten wirkliche Fahrzeit in Anspruch. Da die Entfernung von München nach Berlin rund 535 Kilometer beträgt, so wurde von dem Apparat eine durchschnittliche Stundenleistung von 100 Kilometer erreicht. Naturgemäß wurden auf der ganzen Strecke München- Berlin mehrere Landungen unternommen, so daß die Bett, während der der Flug vor sich ging, also vom Start in München bis zur Landung in BerIin, viel länger war, nämlich 14 Stunden 30 Minuten. Aber auch diese Bett ist noch verhältnismäßig, kurz zu nennen, da nach den Bedingungen des Kathreinerpretses die Strecke in höchstens 36 Stunden zurückgelegt werden mußte. Der Flug dauerte also mit sämtlichen Landungen 22 Stunden weniger, als gefordert worden war. Ueber
die Einzelheiten des Fluges erzählt Hirth folgendes: Sein Passagier war Fabrikant Dierlamm, Vorsitzender des„ Württembergischen Flugsport- Klubs", ein alter Anhänger des Luftsports, der bereits mit Hirth 5 Paffagterfllige gemacht hat.Dierlamm erklärte, daß er sich noch niemals so sicher gefühlt habe, wie in diesem Eindecker, besonders nicht damals, als er mehrfach Baffagterflüge in einem Doppeldecker machte. Mit Hirth wollte er bis ans Ende der Welt fliegen. Der Apparat ging während der Fahrt so ruhig, daß er zeitweise in thm schlafen konnte. Hirth hatte beretts die Absicht, am Montag seine Fahrt zu beginnen, er startete in Buchheim bet Regenwetter und flog eine Stunde lang ins Gebirge. In Höhe von 800 Meter blieb ihm der Motor stehen wegen eines Motordefekts. Er mußte also bet heftigen Böen im Glettfluge landen. Am Mittwoch abend flog er in der Dunkelhett wieder nach München zurück und flog endgültig am Donnerstag abend von München bis Nürnberg. Frettag früh 4.27 Uhr startete er in Nürnberg, nahm seinen Flug über Erlangen, Bamberg, Saalfeld, Jena und Naumburg, überflog das thüringische Gebirge in einer Höhe von 800 Metern und hatte hter den herrlichsten Ausblick auf Schluchten, durch die sich die Eisenbahn schlängelte, und auf die thüringischen Berge.
Die Landung in Leipzig erfolgte 6.15 Uhr frith, wobet er bemerkte, daß in den niedrigeren Luftschichten sehr böiges Wetter herrschte. Nach einstündigem Aufenthalt in Leipzig wurde von neuem gestartet und er flog über Luckenwalde und Lichterfelde nach Berlin, wo er, wie gemeldet, 9,08 Minuten über dem Flugplat in Johannisthal etntraf. Die Landung erfolgte um 9.10 Uhr, nachdem er vorher noch in den letzten Augenblicken mit sehr starken Böen zu kämpfen hatte. Die Iegte Strecke des Fluges war die schnellste. Er flog die 150 Kilometer lange Strecke von Leipzig nach Berlin in 78 Minuten, erreichte also hter ein Durchschnittstempo von 120 Kilometer in der Stunde.
Die Strecke Leipzig- Berlin war die schlimmste der ganzen Fahrt. Hirth ist des Lobes voll über seinen Apparat, etnem rein deutschen Fabrikat, der sich vorzüglich gehalten hat. Da Hirth alle Bedingungen erfüllt hat, hat er den Kathreinerpets in Höhe von 50 000 Mark gewonnen.
Großer Betrugs- und Schieberprozeß.
Vor der Straffammer des Landgerichts Glogau be= gann am Freitag ein umfangreicher Betrugsprozeß, der sich gegen mehrere bekannte Mitglieder der Berliner Bebewelt und der Berliner Finanzkretse richtet. 3u verantworten haben sich der aus dem Harmlosenprozeß
haben ihre Entscheidung über die Beteiligung am Ausstande auf eine am Sonntag stattfindende Versammlung verschoben.
Antwerpen, 1. Jult. Hier angekommene, nach, Liverpool angeworbene Chinesen wurden heute durch die Straßen gefagt und mißhandelt. Die Polizet war gegen die Ausschreitungen machtlos.
Kaiserliche Belohnung eines englischen Rapitäns. Kapitän London, 1. Jult. Dem Handelsamt ist durch das Auswärtige Amt eine goldene Uhr zugegangen, dte der deutsche Kaiser dem Kapitän des Fischdampfers Scarborough aus Grimsby als Belohnung für den Betstand überwiesen hat, den der Kapitän der Mannschaft des in Not geratenen Bremer Schiffes Schiller int November v. J. hat zuteil werden laffen.
Börsenwochenschau.
Das Geschäft an der Berliner Börse ist in der letzten Woche sehr erheblich zurückgegangen. Die starken Schwankungen und die große Erregung, dte bisher an einzelnen Märkten geherrscht hatten, vor allem am Martte der Warschau- Wiener Eisenbahnaktien, haben gänzlich aufgehört, und die gesamte Börse stand in den lezten Tagen im Zeichen großer Lustlosigkeit. Dies hat seinen Grund in erster Linie in den verworrenen Verhältnissen des Geldmarktes. Die Börse mußte sich diesmal zum ersten Male mit den neuen Bestimmungen der Reichsbant im Lombardverkehr und thren verschiede= nen Konsequenzen abfinden, und die Folge davon war, daß der Geschäftsverkehr durch die Neuerung und gleichzeitige Verteuerung der Geldfäße wesentlich behindert wurde. Dies gilt weniger mit Bezug auf ultimogeld, das zu dem nicht übertriebenen Sabe von 5% bis 5% Prozent zu haben war, als vielmehr in erster inte von Darlehen auf turzen Termin über den ultimo, bet denen jedesmal der Zinszuschlag von 10 Tagen zu berücksichtigen war, sodaß sich die Säße auf 12 bis 15 Prozent teilweise noch darüber stellten. Sterbet handelt es sich allerdings hauptsächlich um nominelle Geldforderungen, während in Wirklichkeit Abschlüsse zu derartig ungewöhnlichen Geldfäßen in nennenswertem Umfange fe= denfalls nicht stattgefunden haben. Die Grundtendenz der Börse war troß der herrschenden Geschäftsstille nicht gerade schwach, sondern im Gegenteil auf allen Gebtefen sogar ziemlich fest. Namentlich regten wieder die verschiedenen Fufionsgerüchte in der Montanindustrie an, die teilweise bereits durch die Tatsachen bestätigt worden sind. Ant letzten Tage der Berichtswoche zeigte die Börse vorwiegend freundliche Tendenz bet allerdings sehr geringem Geschäft. Die Ueberwindung des Ultimo rief auflust auf verschiedenen Gebieten hervor, doch ließ im wetteren Verlaufe der Verkehr wieder nach. Die Schwäche Neuyorts machte auf die Gesamttendenz teinen Eindruck. Am Montanatttenmarkt maPhöntrren Hohenloheaftten bevorzugt und höher. aftien erholten fich. Bantattten hatten äußerst be= schränktes Geschäft bet ziemlich behaupteter Tendenz. Von Transportwerten verzeichneten Warschau- Wiener nach dem anhaltenden Rückgange der letzten Bett eine leichte Erholung. Canada Pacific- Attten lagen schwach im Zusammenhang mit den Nachrichten über die Ausbreitung des Seemannsstretts. Desterreichische Bahnen stellten sich auf Wiener Anregung höher. Von den Nebenwerten des Ultimomarktes schwächten sich HansaDampfschiffattien nach festerem Beginn später ab. Elettrische Werte blieben vorwiegend behauptet. Feste Haltung befundeten die 3% tge Reichsanleihe. Der Kaffenmarkt für Industriewerte zeigte vorwiegend feste Haltung. Der Privatdiskont zog wetter um 8% auf 33% an. Ultimogeld war zu 5%% erhältlich, Geld auf furze Termine über den ultimo zu 4½% zuzilgItch des 3tnszufchlages für 10 Tage.


