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schlagader entstand, welches den Tod des Knaben herbet­fahrte.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ein Reichsschulmuseum. Nachdem in verschiedenen Großstädten Schulmuseen errichtet worden sind, die augen­blicklich die Zahl 48 erreichen. hat sich immer mehr die Not­wendigkeit der Schaffung eines dentschen Reichsschulmu­feums herausgestellt. In diesem Sinne ist eine Eingabe an den Reichstag ergangen, in der im Interesse eines steten Fortschritts in Unterrichts- und Erziehungswesen eine möglichst vollständige Sammlung der früheren und jetzigen Schulausstattungen und Schuleinrichtungen, von Lehr- und Lernmitteln, Beschäftigungsmitteln, Schülerleistungen und allen den Dingen, die zum innern und äußeren Schulbe­reiche gehören, zu schaffen empfohlen wird.

Der Fernphonograph. In der Pariser Akademie der Wissenschaften hat jüngst Arsonval Phonogramme vorge­führt, die telephonisch aus großen Entfernungen aufgenom men waren. Die Einrichtung des Aufnahmeapparates ist gemeinsame Erfindung der dret Erfinder Lioret, Ducretet und Roger. Ueber die Einrichtung des Apparates ist bisher nichts näheres bekannt, wohl aber über seine Leistung; mit einer gewöhnlichen Telephonleitung wird aus beliebiger Entfernung Sprache, Gesang, Musil oder was sonst dem Phonographen zugeführt, und die Wie jabe der Töne durch den Phonograph soll genau so der ich sein, als ren fie unmittelbar aufgenommen.

Vermischtes

Ein Schwur der amerikanischen Schulkinder. Nach bem Newyork American" mußten die Schüler der ameri­tanischen Schulen vor kurzem folgenden Schwur leisten: Ich schwöre, daß ich keinen Baum und feine Blume mut­willig vernichten will; ich verspreche feierlich, daß ich nicht auf den Fußboden der Straßenbahnwagen, auf den Fuß­boden des Schulzimmers oder irgendeines anderen öffent­lichen Gebäudes und auch nicht auf den Bürgersteig spuden will; ich verpflichte mich endlich, feinen Gartenzaun und fein Gebäude zu beschädigen; i wil niemals Pavier oder Speisenreste auf der Straße, in Roanlagen oder an an deren öffentlichen Orten wegwerfen; ich will immer und jedem Menschen gegenüber höflich sein; ich will die Vögel beschützen; ich will das Eigentum anderer achten, wie wenn es sich um mein Eigentum handelte; ich verspreche außerdem ein treuer und rechtschaffener Bürger des Staa­tes zu werden." Das klingt denn doch etwas zu ameri­Manisch.

Das Abenteuer Richters am Olymp. In einem Be­richt der Konstantinopeler deutschen Zeitung aus Saloniki zum Fall Richter wird mitgeteilt, daß Richter am 22. Mat in Saloniki eintraf und am 24. Mai mit einem kleinen Dampfer allein nach Stola- Katarinis fuhr, da sich andere Touristen zum Anschluß nicht fonden. Das ganze Olym= gebiet ist derart verschrieer, do e tre seiner Natur­Schönheit gemieden wird. Außerdem war das Wetter gar nicht einladend, es hatte stark geschneit, und der Olymp war bis tief hinunter in Schnee gehüllt. Richter, ein ent­schlossener Mann, unternahm bekanntlich die Besteigung des Olymps schon vor zwei Jahren. Damals hatte sich fhm eine kleine Gesellschaft angeschlossen, unter anderen auch der damalige deutse Konsul Oman von der Lehe. Trok angeblich gute Führer fam die Gesellschaft jedoch nicht zum Ziele, man blieb samt Führern zurück. Richter Jetzte aber allein in unerschrockener Weise den Aufstieg fort und gelangte auch glücklich nach Thessalien herunter. Dies­mal scheint Richter eine andere Rout gewählt zu haben. Der Bericht schitekt mit der Bemerkun, daß die Räuber Richter kaum etwas zuletde tur dürler

Oberleutnant

Im Motorboot" que durch Chrifa. Graetz, der durd seine Berichte über die Automobilfahrt quer durch Afril bekannt ist, versucht gegenwärtig, wie erinnerlich, den schwarzen Erdteil im Motorboot zu durch­queren. Bei seinem schwierigen Unternehmen, das ihn nom Sambesi zum Kongo führen soll, hat Oberleutnant Graez jetzt, wie er aus Fort Johnston telegraphiert, den Nyassa- See erreicht Vor dert will er die Zuflüsse des Rongostromes zu erreichen suchen.

Furchtbares Unwetter in London. Ueber London ging Mittwoch abend nach einem sehr schwülen Tage ein Gewitter von außerordentlicher Heftigkeit nieder. Jm gan­zen sollen steben Personen vom Blize getötet und etwa ebenso viele mehr oder weniger schwer verletzt worden sein. Auf dem Heimwege von Epsom traf der Blitz eine Gruppe von Menschen und tötete zwei. In einem Wagen wurde ein Knabe vom Blize erschlagen, auf seinem Pferde ein reitender Polizist und ihm zur Seite ein Konstabler. Ein Frau und ein Arbeiter sind das sechste und siebente Opfer. In zwei Kirchtürmen schlug der Blizz ein, ohne indessen nennenswerten Schaden zu tun. Im Lande, nörd­lich und westlich von London, schlug der Blizz in viele Häuser ein und zündete in mehreren Fällen. Zugleich kam der Regen in Strömen vom Himmel herab und setzte die Landstraßen unter Wasser, so daß viele hunderte von Auto­mobilen und anderen Fuhrwerken, die auf der Heimkehr von Epsom begriffen waren, unterwegs liegen blieben. In tief gelegenen Stadtteilen überschwemmte der Regen bie Keller und trieb viele Familien aus ihren Woh­nungen. Theater und Restaurants, die sonst am Derby­tage überfüllt zu sein pflegen, waren leer, denn die glück­lichen Gewinner hatten London entweder überhaupt nicht erreicht, oder waren bis auf die Haut durchnäßt. Die Zeitungen stellten gestern morgen fest, daß man in Lon­bon seit einem Jahrzehnt fein Gewitter von solcher Heftig­feit mehr erlebt hat.

Der Findling mit dem Tausendfrancsschein. In einem Walde bei San Vito in Italten fanden Holzfäller unter Gestrüpp ein in seine Linnen gewickeltes neugeborenes Kind. Am Halfe des Kindes hing eine Börse mit einer 1000- Franconote, auf deren Rand mit verstellter Schrift die Worte geschrieben waren: Pflegt das Kind sorgsam, Ihr werdet reichen Lohn haben." Man hatte kurz vorher dret Frauen, die im Automobil herangekommen waren, in der Nähe der Fundstelle gesehen.

Berühmte griechische Räuber.

Der Raub im Olymp", dem der deutsche Ingenieur Ednard Richter von dem optischen Institut Beiß in Jena zum Opfer gefallen ist, lenkt die allgemeine Aufmerkſam­kett auf das romcntische Räuberleben, das sich in den Ber­gen Griecherlands allen Ableugnungen der griechischen Re­gierung zum Troß erhalten hat und die Reisenden belästigt. Die griechischen Räuber sind von einer Kühnheit, die ihnen nicht selten Weltruhm" verschafft hat. Ste übertreffen da­rin sogar noch die russischen Räuber, die sich schon im Hin­blick auf ihre Unterstützung von amtlichen Stellen manches leisten können. Der bekannteste der griechischen Räuber ist der berüchtigte Närber Athanas, der Held so vieler schau­riger Knabengeschichten und bunter Jahrmarktsbilder. Er hat es fertig gebracht, den Berliner Großkaufmann Israel au entführen und ein Lösegeld zu erlangen. Ihm steht an Kühnheit der Näuber Kapadaikos gleich, der im Jahre 1874 der Schrecken der griechischen Berge war. Er war bekannt lich ein akademisch gebildeter Arzt. Auf seine verbreche= rische Laufbahn ist er durch ein Berbrechen gedrängt wor­ben, das an seiner Braut verübt und von der Behörde nicht verfolgt worden ist. Er nahm an dem hochstehenden Ver­brecher eine blutige Rache und flüchtete dann in die Berge, wo er sich zum Hauptmann der Räuberbanden machte. Er war der Schrecken aller Wohlhabenden und besonders aller Beamten. Dagegen war er ein Freund aller Armen und Unterdrückten und wurde von ihnen als Nationalheld ge­fetert. In den achtziger Jahren und am Anfang der neun­ziger Jahre war der Abgott aller griechischen Räuber der ehemalige Leutnant Wulkow, der noch heute in manchen Volksgedichten gefeiert wird. Er war nicht nur tapfer und tollkühn, sondern ritterlich und von ungewöhnlicher Schön­heit. Die Frauen verehrten ihn darum auch über alle Maßen und leisteten ihm Beihilfe. Wenn er verfolgt wur­de, dann wußte er genau, daß er von den Frauen der Dörfer, durch die sein Weg führte, unterstützt wurde. Diefer Wnifom hat es tatsächlich fertig gebracht, ein verbrecherisches Gewerbe vollkommen zu organisieren und mit militärischen Dienstgraden auszuzeichnen. Ein von den Räubern ge­fangener General, ein Vorgesetzter des früheren Leutnants Wuikom, wußte darüber Wunderdinge zu berichten. Die Behörden wissen ganz gut, daß Räuber vorhanden sind, fa, sie sind sogar darüber unterrichtet, wer sich diesem würdt­gen Berufe verschrieben hat. Trotzdem aber können sie da­die Räuber selbst zu Führern durch die Berge zu werben. In diesem Falle sind die Rei­senden wenigstens sicher.

Die Wolkenbruchkatastrophe in Baden.

Der Neuyorker Frauenmord. Aus Neuyort wird gegegen nichts tun als meldet: Nach Ausspruch der Aerzte ist die, wie berichtet, in der Badewanne als Leiche aufgefundene Frau Scheib seit Weihnachten tot gewesen. Die Untersuchung mit be­zug auf Giftspuren an der Leiche fiel bisher fruchtlos aus. Man fand Briefe in der Wohnung der Ermordeten, denen zufolge sie Grund zur Eifersucht gegen ihren Gatten gehabt zu haben scheint. Die Polizei fahndet nach einer Frau namens Anna, welche ein Verhältnis mit Scheib hatte. Dieser ist bisher noch nicht der Ermordung seiner Gattin angeklagt worden, sondern wird nur aus dem Grunde, ein Automobil ohne Lizenz gefahren zu haben, in Haft be­halten.

Eine Negerriesin. Ein weibliches Gegenstück zu dem Riesen Machnow bildet die Negerin Abomah. Die schwarze Schöne, die sich im Juni im Passage- Panoptikum dem Ber­liner Publikum vorstellen wird, zeichnet sich im Gegensat zu anderen hohen Persönlichkeiten" ihrer Art, durch eine chlanke und wohl proportionierte Figur aus; sie hat die tattliche Größe von 2,32 Metern und wiegt 350 Pfund. Entsprechend ihrer Größe ist auch das Quantum ihrer täg­ichen Mahlzeiten ein riesiges"; zu Mittag nimmt sie ge­wöhnlich 2 Pfund Fleisch, eine gleiche Portion Fisch, 8 Pfund Gemüse und 2 Hühner zu sich, während sie sich abends mit 3 Dutzend Eiern begnügt. Der Hauptzweck ihres Auf­enthalts in Berlin ist, wie sie mit einem lieblichen Lächeln erzählte, sich einen Gatten zu suchen. Da die Riesin außer ihrer ansehnlichen Figur auch ein respektables Ver­mögen in die Ehe bringt, ist sie jedenfalls eine nicht üble Partie.

Der Glüdsburger Stern. Am Abend des heutigen freitags, wenn in der alten Domkirche zu Roeskilde die terbli en Ueberreste des Prinzen Hans von Glücksburg beigesezt sind, wird in der Schloßkirche zu Glücksburg der liste der elf goldenen Sterne schwarz übermalt. Mit die­en Sternen hat es die folgende Bewandtnis. Der Vater des Verstorbenen, Herzog Friedrich von Glücksbur, iek jedesmal, wenn seine Gattin ihm ein Kind schenkt: cr dem Fürstenstuhle in der Schloßkirche einen vergon Stern anbringen. Die Zahl dieser Sterne vermehrte ich nach und nach und schließlich strahlten deren elf. Wie nuz aber der Tod diese stattliche Schar zu lichten begann, purde jedesmal der Stern, der den betreffenden Verstor­benen bei der Geburt begrüßt hatte, schwarz übermalt. Schließlich blieben nur noch zwei übrig; der Christians IX. mußte dann auch übermalt werden, und so blieb Hansens. Stern in seinem Glanze allein. So manches Mal hat der alte Herr nachdenklich im Anblicke des nun fast ganz er­boschenen Glücksburger Sternenhimmels gestanden. Nun bind auch sein Stern erlöschen.

Von der schwerer Gewitterkatastrophen der letzten Tage wurde cm shwesten das Taubergebiet getrof­fen. Ueber die geri dezu verheerende, folgenschwere Wir­fung des Unwetters wurde bereits berichtet; die letzten Meldungen lassen erst genau erkennen, wie schrecklich die entfesselten Naturgewalten gewütet. So wird aus Heidel­berg berichtet:

Der Wolkenbruch wütete am Montag abend am heftig­sten über Grünefeld, Hausen und Paimar. Das Unwetter brach ganz plöblich gegen 9 Uhr abends los, als es schon ziemlich dunkel rar und sich viele Leute bereits in den Betten befanden. Der sonst so stille kleine Dorfbach war nach wenigen Minuten zu einem wilden reißenden Strome geworden, der alles, was ihm im Wege war, in einer Aus­breitung von 200 Meter mit sich riß. Die am Bach ent­lang führende Straße und die links und rechts von ihm stehenden Häuser wurden buchstäblich unterwühlt, die Brücke fortgeriffen; außerdem wurden sechs Häuser und eine Scheune fortgeschwemmt und dem Erdboden gleichge­macht. Die Familie des Schuhmachers Hemm, Vater, Mut­ter und sechs Kinder, sind ertrunken; das Haus brach wte ein Kartenhaus in dem enfesselten Element zusammen. Ebenso wurde das Haus des Eierhändlers Michael Häußler sowie Häußler selbst, dessen 30jährige Tochter und ein an Besuch aus Amerika meilendes fleines Mädchen mit fort­geschwemmt. An eine Rettung von Vieh war nicht zu den­fen. In der Eile flüchteten sich die Leute auf den Dach­boden, nachdem das Wasser in wenigen Minuten Zimmer und Ställe gefüll: hatte. Im ganzen sind in Paimar 200 Stück Rindvieh, drei Pferde und viele Schweine ertrunken. Leider sind die meisten Dorfbewohner nicht versichert. Von 46 Gebäulichkeiten wurden nur drei vom Unwetter ver­schont, alle übrigen müssen, sowelt sie nicht weggeschwemmt wurden, eingerissen werden. Die unglücklichen Opfer von Taimar wurden von dem Wasser fortge­schwemmt, bis fte bei Grfinsfeldhausen und Grünsfeld an Bäumen hängend im Schlamm aufgefunden wurden. Bis um 3 Uhr nachmittags des nächsten Tages lagen die Toten in einer Scheune und im Rathaus. Die Sanitätsfolonne Tauberbischofsheim, die mit 40 Mann erschienen war, brachte später die Toten nach dem verwüsteten Paimar zu­rück. Ganze Weinberge rutschten zu Tal. Die Bäume lie= gen zu Tausenden entwurzelt umher. Die schöne Saat, die Heuernte find gänzlich vernichtet.

In Grünsfeld hat das Unwetter das ganze Unterdorf heimgesucht un total verwüstet. Das größte Unglück be­traf den Besitzer der Volkerts- Mühle. Die Mühle, die im direkten Anlauf des Waffers stand, wurde zur Hälfte weg­gerissen. Der Besitzer Volkert fam mit einem Mahlbur­schen vms Lehen. Beide hatten Mehl nach dem Spet­cher getragen. In der Schnelligkeit von fünf Minuten

war das Wasser so gewaltig angewachsen, daß den belden Unglücklichen der Rückweg abgeschnitten war. Volkerts Frau, vie: Kinder und eine Dienstmagd wurden von der Feuerwehr auf langen Leitern, die über den reißenden Strom gelegt wurden, gerettet. Ferner ist in Grünsfeld eine 73jährige Privatiere ertrunken; die Frau, die ein Ver mögen von etwa 100 000 Mark besaß, wollte eine Ziege ret­ten, wobei sie vom Tode ereilt wurde. Ferner wurde der 40 Jahre alte Londwirt Strebel getötet. Auch wird der 14jährige Andreas Dürr vermißt, dessen Leiche im Schlamm stecken dürfte. Die Truppen taten bei den Aufräumungs arbeiten und der Bergung der Leichen ihre volle Schuldig feit. Auf eine Länge von zwei Kilometern ist der Bahn förper unterwühlt worden. Ein nen ausgeschachtetes Gleis wurde vollständig blokaelegt, sodaß die Schienen in der Luft schweben. In Gerlachsheim sind ebenfalls große Be­schädigungen vorgekommen. Man schätzt dort den Verlust an Vieh auf annähernd hundert Stück. Der angerichtete Schaden dürfte insgesamt eine Million betragen.

Drabtnachrichten und neuestes.

Kopenhagen, 2. Juni. Prinz Adalbert von Preus Prinz Adalbert von Preußen in Kopenhagen. ßen, der als Vertreter des Kaisers an der Beisetzungs­feter für den Prinzen Johann von Holstein- Sonderburg­Glücksburg teilnimmt, ist heute vormittag hier eingetroffen und am Bahnhof vom Kronprinzen von Dänemark em­pfangen worden.

Liebesdrama in einer Berlinez Laubenkolonic.

Berliv. 2. Junt. In dem Laubengelände einer Ko­Ionie im Süden der Stadt spielte sich gestern eine Tragö­die zweier Liebenden ab. Eine 17jährige Verkäuferin wur­de mit einem Schuß in der linken Schläfe im Blut schwim mend gefunden. Ein 18jähriger Schlosser. der sich eine nicht tödliche Schußwunde in den Kopf beigebracht hatte, gab an, das Mädchen und er selbst hätten wegen unüberwindlicher Ehehindernisse beschlossen, gemeinsam zu sterben.

Hinrichtung eines vierfachen Mörders.

Halberstadt 2. Junt. Der Invalide August Becker aus Jlsenburg, der wegen Ermordung seiner Frau, seiner Schwiegertochter und zweier Enkelfinder viermal zum Tode verurteilt worden war, ist heute früh durch den Magde­burger Scharfrichter hier hingerichtet worden.

Gerettet.

Tric, 2. Juni. Der Feuerwehr ist es im Laufe des gestrigen Nachmittags gelungen, die übrigen vier in dem Tunnel der im Bau beartffenen Bahnstrecke Bitburg­Frrel durch Gafe betäubten Arbeiter zu retten. Sie wur den nach langen Bemühungen ins Leben zurückgerufen.

Schülerselbstmord.

Wien, 2. Juni. Ein achtjähriger Schüler stürzte sich in Gegenwart des Lehrers und der Mitschüler, weil der Lehrer seine Aufgabe bemängelte, aus dem Fenster des Schulzimmers im zweiten Stock in den Hof hinab und blick schwer verletzt liegen.

Ein politischer Massenmord.

Neuyork, 2. Junt. Wie aus Managua gemeldet wird, sind 117 Leichen aus den Trümmern des Forts La­Ioma geborgen worden. Amtlich wird gemeldet, daß die Explosion auf einen politischen Anschlag zurückzuführen ist. Viele Anhänger des früheren Präsidenten Estrada wurden verhaftet. Ueber die Hauptstadt ist der Belagerungszustand verhängt.

Berliner Getreide: und Schlachtviehmarkt.

Die Preisbewegung am Berliner Markte war in der am 31. Mai beendeten Berichtswoche vollständig von der Beurteilung der Ernteaussichten abhängig. Naturgemäß spielte hterbet das Ausland eine wichtige Rolle. Klagen über anhaltende Trockenheit aus Rußland hatten daher an­fangs ein Anziehen besonders der Weizenpreise zur Folge, die aber wieder von einer Abschwächung abgelöst wurde, s sich in unserm für die Versorgung Europas mit Getreide so wichtigen östlichen Nachbarlande ergiebige Regenfälle etn gestellt hatten. Schließlich aber trat hier wieder eine große Festigkeit hervor, da die in Deutschland herrschende sehr trockene Witterung bei östlichen Winden ernste Besorgnisse für die Saaten erweckt hat. Die sehr guten Ernteaussichten der nordamerikanischen Freistaaten, Kanadas und Ruß­lands machen es aber unwahrscheinlich, daß am Weltmarite eine beträchtliche Preissteigerung sich durchsetzen könnte. In Roggen machte Rußland willigere Angebote, und dies ver hinderte eine fräftige Aufwärtsbewegung. Jedenfalls wai man hier aber am Schlusse der Berichtswoche wegen Vers schlechterung der heimisden Aussichten durch die Dürre sehr fest gestimmt. Auch für Hafer wird die Witterung als recht schädlich angesehen. Die Tendenz für dieses Futtergetreide wurde daraufhin gleichfalls sehr fest. während vorher nach­giebige russische Forderungen einen Druck ausgeübt hatten. Mais blieb ruhig. Gerste gewan im Verlaufe der Woche an Festigkeit. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Juli wie folgt: Weizen 206,25 M, Roggen 167,50 M Safer 165 25 M, Mais 139,00 M. Pretse des städtischen Schlachtviehmark= tes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, 83 bis 86 M, 6) junge, fleischige, nicht aus gemästete und ältere ausgemästete 76 bis 82 M, c) mäßig ge nährte junge und gut genährte ältere 72 bis 77 M. 2. Buls len: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwertes 78 bis 82 M b) vollfleischige jüngere 76 bis 80 M, c) mäßig genährte jün gere und gut genährte ältere 72 bis 77 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 70 bis 77 M, c) ältere ausgemästele und weniger gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 67 bis 71 Mb) gering genährte Kühe und Färsen bis 67 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 104 bis 133 M. b) feinste Mast( Bollmast) 106 bis 110 M, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber 92 bis 100 M, 8) Mast- und gute Saugfälber 81 bis 90 M, e) ge­ringe Saugfälber 62 bis 82 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 84 bis 86 M, b) ältere Mastham­mel, jüngere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 74 bis 82 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( März­schafe) 68 bis 77 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Rentner Lebendgewicht M, 6) vollfleischige 240 bis 300 Vfund 53 bis 55 M, c) vollfleischige 200 bis 240 Pfund 5 bis 56 M, d) fleischige Schweine 160 bis 200 Pfund 52 bis 56 M, e) vollfleischige unter 160 Pfund 50 bis 53 M, f) Sauen 46 bis 48 M.

Frankfurt, 1. Juni. Viehmarktpreise vom 1. Juni Preise für 1 3entrer Kälber: a) Doppellender, feinste Mast ( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M 6) feinste Mast­( Vollm.- Mast) und beste Saugkälber( Lebendgem.) M 60 bis 65,( Schlachtgem.) M 100-108, c) mittlere Mast- und beite Saugfälber( Lebendgem.) M 55-59,( Schlachtgem.) M 93 bis 100, 5) geringere Saugfälber( Lebendgew.) M 50-54,( Sch!. Gew.) M 85-92. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastläm­mer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M( Schlacht­gem.) M 88-89, b) ältere Masthämmel, geringere Maſtläm­mer und gut genährte junge Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgem) M-. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 48 bis 50,( Schlachtgew.) M 62-65 6) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgem.) M 48-50,( Schlacht­gem.) M 62-64, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilo gramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M 48-50,( Schlachtgew.) M 62-64, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogr. Le­bendgewicht( Lebendgew.) M48-49,( Schlachtgew.) M 60-61.