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Ilagader

Die Krists im französischen Kabinett.

Wenn nicht alle Zeichen trügen, so ist auch dem Kabinett Monts feine lange Lebensdauer beschieden. Das kann man freilich jedem französischen Kabinett prophezeien und wird in 99 von 100 Fällen recht behalten. Indessen erscheint die Lage des Kabinetts Monis doch noch weit unsicherer, als es bei den französischen Kabinetten die geheiligte Ueber­Iteferung vorschreibt. Denn nicht nur von außen, durch wechselnde parlamentarische Parteigruppierungen, droht dem Kabinett Gefahr, es birgt offenbar auch in sich selbst den Keim zu seinem Verderben. Trotz aller offiziösen Dementis scheinen tatsächlich zwischen Delcassee und Eruppi fchwere Meinungsverschiedenheiten zu herrschen. Dabei mag dahingestellt bleiben, ob als Motiv für Delcassees Unzufriedenheit mit der Cruppischen Marokkopolitik seine Furcht vor der Aufreckung früher begangener Fehler an­zusehen ist. Bei der großen Rolle, die die Marokkofrage noch in der künftigen Politik Frankreichs spielen wird, könnten jedenfalls Meinungsverschiedenheiten in diesem Punkt dem Kabinett leicht verhängnisvoll werden.

Der Staatsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Kreuzes und Sterns der Komture des königlichen Hausordens der Hohenzollern an den Staatsminister von Breitenbach, ferner die Ernennung des Mitgliedes des königlichen statistischen Landesamts in Berlin Ober­regierungsrat Evert zum Präsidenten dieser Behörde.

Ueber eins scheint man sich allerdings einig zu sein: Marokko soll mit einem französischen Protektorat nach dem Muster von Tunis beglückt werden. Wie weit die maßgebenden Persönlichkeiten in Marokko mit diesem Plan einverstanden sind, wird die Zukunft lehren. El Mokri, der noch immer in Paris weilt, hat ja allerdings den Gedanken weit von sich gewiesen; Mulay Hafid scheint sich indessen schon so halb und halb damit angefreundet zu haben. Einst­weilen ist er durch das Eingreifen der französischen Trup­pen in die angenehme Lage versetzt worden, sein Mütchen an den Rebellen zu kühlen. Haben die Franzosen an den Greueln, die von den Sultanstruppen verübt wurden, nicht aktiv teilgenommen, so erfolgen sie doch unmittelbar un= ter ihren Augen. Es bleibt den Franzosen überlassen, diese moralische Beihilfe zu den Mordbrennereien mit ihrer an­geblichen Kulturmission in Einklang zu bringen. Auch nach einer anderen Richtung hin hat das Eingreifen der Fran­zosen dem Sultan größere Bewegungsfreiheit gegeben: Er konnte sich seines Großwesirs El Glaui entledigen, der ihm nachgerade über den Kopf gewachsen war und der durch die rücksichtslose Eintreibung von Steuern, die zum größten Teil in seine eigene Tasche flossen, am meisten zu dem Auf­stande beigetragen hat. Diese beiden Herrschertaten: Der Massenmord seiner Untertanen und die Absetzung ElGlauts mögen in Sen Augen Mulay Hafids immerhin solchen Wert haben, daß er dafür die französische Schutzherrschaft gern in Kauf nimmt.

Deutsches und englisches Finanzwesen.

Der Bundesrat hat in seiner letzten Sizung folgen­den vom Reichstage angenommenen Gesetzentwürfen zu­gestimmt: 1. betr. die Gewährung einer außerordentlichen Entschädigung an die Reichstagsmitglieder, 2. wegen Aen­derung des Zündwarengesetzes, 3. betr. den Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und Schwe den, 4. betr. die vorläufige Regelung der Handelsbezieh­ungen zu Japan, 5. betr. die Beseitigung von Tierkada­vern, 6. der Reichsversicherungsordnung und dem Einfüh­rungsgesetz.

Moderne Vorschriften über Begnadigungs- und Straf­aufschubsachen. Das bayrische Staatsministerium der Ju­stiz hat jetzt moderne Vorschriften über das Verfahren der Justizbehörden in Begnadigungs- und Strafaufschubsachen veröffentlicht. Bei der Behandlung der Gnadengesuche wird als leitender Grundsatz aufgestellt, daß ste gründlich, aber schleunig behandelt werden müssen. Es wird auch darauf hingewirkt, daß das Schreibwerk erheblich redu­ziert wird. Bemerkenswert ist vor allem die Vorschrift, wonach der Gefängnisvorstand in besonders dringenden Fällen die Strafvollstreckung vorläufig auf furze Zeit un­terbrechen kann. Auch der Staatsanwaltschaft ist die ein­fachste Erledigung der Gesuche um Strafaufschub vorge­schrieben.

Die Ergebnisse des Finanzabschlusses für das Jahr 1910 in Deutschland und England haben unverkennbar in man­chen Einzelheiten eine gewisse Aehnlichkeit miteinander. Dies trifft auch auf die Etatsüberschüsse zu. Der britische Schatzsekretär hat den Ueberschuß des Jahres 1910 auf 170 Millionen Mark angegeben. Hierhei ist jedoch zu berücksichtigen, daß als Folge der innerpolitischen Schwie­rigkeiten des Jahres 1909, welche aus dem Widerstreit der beiden Häuser des Parlaments entstanden waren, erheb­liche Steuerbeträge, die bereits dem Jahre 1909 zukamen, erft 1910 eingegangen sind. Auf diese Weise hat das Jahr 1910 Steuereinnahmen zu verzeichnen, die ihm eigentlich nicht zukommen. Der Etatsüberschuß von 170 Millionen tst also als der Ueberschuß der Jahre 1909 und 1910 aufzu­faffen. In Deutschland hatte das Jahr 1909 gegenüber dem Etatsvoranschlag einen Ueberschuß von 118 Millionen ge­bracht. Der lteberschuß für 1910 läßt sich zwar zurzeit in ge­nauen Zahlen noch nicht angeben, weil der Finalabschluß der Reichshauptkasse erst am 15. Juni vorliegt. Aber aus den bereits vorhandenen Ergebnissen der Einnahmen aus den Zöllen, den Steuern, der Reichspost- und Telegraphen- Ver­waltung und den Eisenbahnen kann man wohl mit Sicher­heit darauf rechnen, daß das Ergebnis der Jahre 1909 und 1910 zusammen den englischen Finanzüberschuß von 170 Millionen mindestens erreicht, wenn nicht sogar erheblich überschreitet.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Die Verstaatlichung des Eichwesens. Wie der Inf." mitgeteilt wird, wird für Preußen die Verstaatlichung des Eichwesens am 1. April 1912 in Kraft treten, zu welchem Termin die Aufhebung der städtischen Eichämter erfolgen soll. Für die Eichämter kommt die Anstellung staatlicher Eichmeister, die für kleinere Bezirke in Frage kommen, in Betracht. Die bedeutenderen Aemter sollen mit höheren Beamten als Vorstände besetzt werden. Auch bei den üb­rigen Bundesstaaten ist gemäß§ 18 des Gesetzes vom 30. Mai 1908 die Verstaatlichung vorgeschrieben.

Kleine Nachrichten.

Kaiser Franz Josephs Ankunft in Wien. Der Katser traf gestern nachmittag 6 Uhr auf dem Staatsbahnhof ein. Ihm wurden von der auf dem Bahnhofsvorplatz versam melten Menge begeisterte Kundgebungen dargebracht. Der Kaiser bestieg den Wagen und begab sich nach Schloß Schön­brunn. Auf dem ganzen Wege bereitete ihm die Bevölke rung Ovationen.

Der Generaldirektor der Hamburg- Amerika- Linie, Bals lin, feierte gestern sein silbernes Jubiläum. Glückwunsch. telegramme hatten u. a. der Großherzog von Oldenburg und der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg gesandt. Der Hamburger Senat beschloß, einen am Hafen noch herzustel lenden Kai ihm zu Ehren Ballin- Kai zu nennen. Die Technische Hochschule in Charlottenburg verlieh ihm die Würde eines Ehrendoktors.

Reiches Vermächtnis. Der am 3. Mat zu Berlin vera storbene Rentier Albert Hauswaldt hat der Stadt Magde burg eine Reihe wertvoller Vermächtnisse hinterlassen. Seis ne antife Sammlung im Werte von etwa 150 000 M erhält das Magdeburger Kaiser- Friedrich- Museum und außerdem 50 000 Mzur Erwerbung antifer Gegenstände. 75 000 Mer­halten verschämte Arme evangelischer Konfession.

Eine internationale Uebersicht der Sparkassenstatistik veröffentlicht die Statistische Korrespondenz". Aus ihr ergibt sich für Deutschland und Preußen ziffernmäßig eine recht vorteilhafte Stellung. In Deutschland kamen im Jahre 1908 auf je 100 Einwohner 31,28, in Preußen 30,22, im Jahre 1909 31,04 Sparkassenbücher. Das ist ungefähr die Stufe, von der sich gegen Deutschland nach den neuesten Nachrichten Australien und Frankreich und namentlich Belgien mehr oder weniger merklich nach oben, Großbri­tannien und die Niederlande etwas nach unten entfernen. Wesentlich höher steht die Schweiz mit 55,23, Dänemark mit 54,49, Norwegen mit 38,59 und Schweden mit 37,96 Büchern, während Desterreich und Italien, namentlich aber die Vereinigten Staaten, Ungarn und Rußland weit zu= rückbleiben. Besonders günstig erscheint das Ergebnis für die Bevölkerung Frankreichs. Was die Höhe der Einlagen betrifft, so standen die Vereinigten Staaten mit 15,60 Milliarden Mark an der Spike, dicht gefolgt von Deutsch­land mit 14,55 Milliarden Mark, während alle andern Staaten unter 5 Milliarden blieben.

Der Dant des Kaisers. Wie in einem Teil der ge­Strigen Ausgabe bereits drahtlich gemeldet wurde, hat der Kaiser dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg aus An­laß des Zustandekommens des Gesetzes über die Verfassung von Elsaß- Lothringen und der Reichsversicherungsordnung sein Bildnis mit einem huldvollen Handschreiben über­sandt. Auch die Mitarbeiter des Kanzlers sind nicht leer ausgegangen. So erhielt der Staatssekretär des Innern Staatsminister Dr. Delbrück das Großkreuz des Roten Ad­lerordens mit Eichenlaub und Brillanten. Weiter wurde u. a. verliehen dem Direktor im Reichsamt des Innern Caspar der Wilhelmsorden und dem Direktor im Reichs­amt des Innern Dr. Lewald der Stern zum Kronenorden 2. Klasse.

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3wei Kirschen an einem Stengel.

Roman von A. von Piltencron. ( Nachdruck verboten.)

Wie ein scharfer Stachel bohrte sich dieser Gedanke in Ihr Herz und Hirn, so daß sie darüber alles andere vergaß. Die Hände im Schoß gefaltet, starrte sie aus dem Fenster in die Ferne hinaus. Die Tränen waren versiegt, und nur von Zeit zu Zeit murmelte sie tonlos- ,, wenns Früh­jahr tummt und de Kuckuck schrit".

Die älteste Frau Englands gestorben. Im Alter von 105 Jahren ist Trau Elisabeth Bristow gestorben. Bet ih­rem 104. Geburtstag hat ihr König Georg ein Blumenbu­fett und Glückwünsche gesandt. Vor zwei Jahren war sie in ähnlicher Weise von König Eduard 7. zu ihrem 103. Gea burtstag beglückwünscht worden.

Bei einem Einbruch in die Düsseldorfer städtische Leses halle fielen den Dieben für 16 400 Mark Wertpapiere und 80 Marf bares Geld in die Hände. Bet der Verhaftung der Diebe wurde nur das Bargeld vorgefunden. Die Wert papiere waren verbrannt worden.

Dreißigmal Vater. In der Ortschaft Saint Usuge in Frankreich ist ein Bauer namens Bossot zum 30. Male Bater geworden. Bossot war dreimal verheiratet und ist in seinen drei Ghen der Vater von 17 Knaben und 13 Mädchen geworden. Von den Kindern leben noch 22.

Ein Wiederaufflackern der Pest in Südchina wird aus Neuyorf gemeldet. Die chinesische Behörde hat sofort um fassende Maßnahmen gegen eine Ausbreitung der Seuche getroffen. Die Gesamtzahl der als pestkrank oder pestver­dächtig isolierten Personen beläuft sich auf 68.

Eine Kopfsteuer für Südwestafrika. Wie dem ,, Tägl. Korr." von gut unterrichteter Seite geschrieben wird, be­absichtigt der Gouverneur von Südwestafrika die Einge­borenen einer Kopfsteuer zu unterwerfen. Es sollen alle arbeitsfähigen, erwachsenen Eingeborenen beiderlei Ge­schlechts pro Monat eine halbe Mark Steuer entrichten. Bei Zahlungsunfähigkeit muß die Steuer in Gestalt von Arbeitsleistungen beglichen werden; es fommen 30 Ar­beitstage der jährlichen Steuerverpflichtung gleich. Von der Steuer befreit werden alle im Dienste der Regierung stehenden Eingeborenen sein, außerdem die noch in ihren Stammstzen hausenden Hottentotten und Ovambos. Den einzelnen Gemeinden und Bezirksausschüssen soll die Er­mächtigung erteilt werden, die Steuer im Bedarfsfalle zu erhöhen. Die erzielten Summen sollen ausschließlich zum Wohl der Eingeborenen Verwendung finden. Die Maß­nahme der Regierung ist sehr zu begrüßen, weil dann der Kulturarbeit beinahe 4% Millionen zur Verfügung stehen.

Da klopfte es an ihre Türe- einmal zweimal sie hörte es nicht, bemerkte auch nicht, daß die Tür auf­ging und der Vetter eintrat.

Traurig, Käthchen, hast Du Heimweh?" fragt er. Seine Stimme klang so weich und freundlich, dabei war er nahe an sie herangetreten und hatte ihre Hand genom­men, die er streichelte.

Das überwältigte das Mädchen. Ju, ju!" schluchzte Rie auf.

Da sezte er sich zu ihr, und während er ihre Linke in feinen beiden Händen festhielt, sagte er ihr, wie lieb er sie habe, so lieb, daß er sie nicht mehr fortlassen könne, daß fte nicht mehr Heimweh haben dürfe, denn ihre Heimat sei nun in seinem Herzen, in seinem Hause.

8 Millionen Mart Unwetterschaden. Wie die Tauber­zeitung" von maßgebender Seite erfährt, beläuft sich der durch die Unwetterkatastrophe im badischen Taubergebiet verursachte Schaden auf rund 8 Mill. M.

Zwei Frauen verbrannt. Bei einem in vergangener Nacht entstandenen Brande in Merzfeld in Mecklenburg, dem vier Wohnhäuser zum Opfer fielen, kamen zwet Frauen in den Flammen ums Leben.

Ein Liebesdrama auf offener Straße. In Barmen ers schoß gestern morgen auf offener Straße der 46fährige Mau­rer Grewalowsky seine Geliebte, die 58jährige Ehefrau Schneider, mit der er seit Jahren ein Liebesverhältnis un terhalten hatte. Nach der Tat erschoß er sich selbst.

Die marokkanischen Wirren. General Moynier erhielt den Befehl, Fez sobald als tunlichst mit dem Gros seiner Truppen zu verlassen und nur eine Schuttruppe von meh­reren hundert Mann zurückzulassen. Die Gesamtstärke der französischen Maroffotruppen beziffert sich derzeit auf 42 000 Mann. Der marokkanische Großwesir El Glaui, dessen Willkürherrschaft an dem Tiefstande schuld sein soll, ist vom Sultan abgesetzt und zur Herausgabe der von den Stämmen erpreßten Gelder verurteilt worden.

Mit großen Augen, in denen noch die Tränen standen, hatte Kathi ihm zugehört; wie er aber fortfuhr Du sollst hier die Herrin werden als mein liebes Weibchen," da unterbrach sie ihn. Red nit so! Du brukst a Mädel zur Fru, die Geld hätt, das häst immer seggt, und ich bin arm wie a Kirchenmus!"

Er war ihr näher gerüdt, legte den Arm um sie und zaunte ihr zärtlich zu: Das ist mir alles gleich! Ich bin fa nicht arm und brauche schließlich nicht ums Geld hei­raten. Keine andere gefällt mir wie das Käthchen, und leine andere soll mein Weibchen werden."

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Den eigenen Sohn erschlagen. Der als ruhig und recht­schaffen bekannte Landwirt Hopfensperger in Erzolding in Bayern hat seinen siebzehnjährigen Sohn, der den Eltern und Geschwistern oft mit Totschlagen und Hausanzünden gedroht hatte, nach einem abends voraufgegangenen 3anke am andern Morgen im Bett mit einem Beil totgeschlagen. Der unglückliche Vater stellte sich selbst der Polizet.

ste war ganz benommen von den gewaltigen und wech­selnden Eindrücken, die sie bestürmten.

Und ehe sies wußte, wies geschah, hatte er sie wieder und wieder gefüßt. Sie ließ es willenlos geschehen, denn

" Sprich doch ein Wort, Käthchen, willst Du meine süße, fleine Frau werden?" drängte er und sah ihr tief in die Braunaugen, die ihn so hilflos und so verwirrt ansahen.

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150 Personen bei einer Explosion getötet. Aus Wa­shington wird gemeldet: Das Staatsdepartement erhielt ein Telegramm, wonach bei der furchtbaren Explosion des Re­gierungsarsenals zu Managua in Nikaragua gestern nach­mittag 150 Personen getötet wurden. Man glaubt, daß es sich um ein gegen die Regierung gerichtetes Verbrechen handelt. Einzelheiten über die Katastrophe fehlen noch. Ein blutiges Eifersuchtsdrama hat sich in München ab­gespielt. Die Frau eines Portiers pflegte den Sohn einer Nachbarin, einen Maler, auf den der Portier eifersüchtig war. Es kam in der Wohnung zu einem Streit, in dem der Maler die Portiersfrau vor den Augen ihres Mannes erschießen wollte. Der Portier sprang dazwischen und wurde von zwei Kugeln getroffen, von einer in die Schläfe, von der anderen in den Hale. Dann jagte sich der Maler selbst eine Kunel in den Kopf. Beide wurden noch lebend in die Klinik eingeliefert.

Ja," antwortete sie leise. Wie im Traume hatte sie gesprochen, dann aber war es, als ob sie gewaltsam den Bann abschüttele, der sie gefangen hielt, und mit klarer Stimme sekte sie hinzu: Tu Dirs noch inmal überlege, ob Du wirklich an so armes Mädel wie ich bin, zu Din Fru habe wüllst."

Ja, und tausendmal ja," erklärte er ,,, Dich will ich und feire andere."

Die

Ermordung einer russischen Krankenschwester. barmherzige Schwester am Petersburger Obuhoff- Hospital Katharina Kondiroff wurde aus Eifersucht von ihrem Lieb­haber erstochen. Die Ermordete hatte schon seit sieben Jah­ren mit dem Täter ein Liebesverhältnis, dem fünf Kinder entsprossen waren, unterhalten.

Jemersch, Du mußt das arme Dorfmädel doch un­bändig lieb habe, daß Du gar nit nachs Geld frage tust," sagte. sie ,,, habe nimmer nit an so was denkt." Ihrem wunden Herzen, das sich von Hans verschmäht fühlte, tat diese uneigennützige Liebe, die sie, die schlichte, vermögens­lose Dörflerin zur Frau Gastwirtin erheben wollte, un­endlich wohl. Sie duldete es ohne Widerstreben, daß er ihren Kopf an seine Brust zog und ihr neben den zärt­lichsten Liebesversicherungen lachende Zukunftsbilder vor­malte.

Schöne Verlobungsringe werde ich uns gleich besor­gen," versicherte er ihr; eine goldene Halskette muß mein Käthchen auch haben, und wenn sie noch irgendeinen Wunsch hat, dann soll sie ihn mir gleich sagen!"

Aus den Gerichtssälen.

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reiche gehöre Der Fe Wiffenfchafte führt, dte te men waren.

Wegen fahrlässiger Tötung seines zehnjährigen Stief­sohnes wurde der Tagelöhner Georg Knodt aus Mörfelden von der Straffammer zu Darmstadt unter Zubilligung mil­dernder Umstände zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte seine eigenen Kinder gut behandelt, während er diesem schwächlichen Knaben nur geringe Nahrung gab und ihn in barbarischer Weise mißhandelte und züchtigte, sodaß das Schläfenbein gelockert wurde und ein Loch in der Hirn­

Sie richtete sich auf. Ju, ich hätt a Wunsch. Die Hort, Julius, die Hort soll sin, wannst Frühjahr kummt und de Kuckuck schrit!"

,, Abgemacht," jubelte er, so solls sein. Das Bräut­chen hat gleich die Hochzeit bestimmt, also, wenn der Schnee schmilzt und es Frühling wird."

Wanns Frühjahr kummt und de Kuckuck schrit," wie­derholte sie gedankenverloren, und dabei ging ein leises Zittern durch ihre Glieder.

VII.

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Frau Amrum traute ihren Augen nicht, als Schwe-) ster Röschen in höchst eigener Person zu thr kam und ihr von der Liebe und Verlobung ihrer beiden Kinder erzählte. Das Jawort wollte sie sich holen, und das bescheidene Jett­chen fam sich ganz merkwürdig vor, von der älteren Schwes ster in so warmer Weise um ihre Zustimmung gebeten zu werden. Die Rolle einer Gewährenden war ihr fremd, hatte aber etwas sehr Beglückendes für sie. Trotzdem hätte sie entschieden Widerspruch dagegen erhoben, wenn nicht in Kathis Brief, den die Tante ihr mitgebracht, so wieder­holt gestanden hätte:

will; ich ver fein Gebäude Speisenrefte beren öffentli jedem Mensch

beschützen; i wenn es sich außerdem ein tes zu werden lanisch. Das Aber ticht der Konf um Fall Rich in Saloniti et Dampfer allein

,, Mutterle, gib Din Kind Din Segen. Es is an afmatt Sach, daß Julius min Brutmann is. Du wirst nix darwider habe, und Dich frün, daß Din Tochter so an brave Mann friege tät, der nie nit nachs Geld frage tut. Wanns Frühjahr fümmt, soll die Hort sin, die Tanet wird Dir allens vertellen. Kumm bald, min Mutterle, und fief Dich hier um, was Din Dochter all friegen tät. Jns Dorf funnst vertelle von min grotes Glüd. Din Kathi."

Frau Amrum hatte nun freilich bei sich gedacht, daß ihr Mädel besser aufs Dorf passe als in die Stadt. Der Hans Ruland, wenn sie beide ein paar Jahre älter wären, hatte ihr dabei als ein braver, zuverlässiger Schwieger­sohn vorgeschwebt. Wenn nun aber die Sache so tam, und die Schwester, die doch was vom Stadtleben verstand, partu für die Heirat war und meinte, daß die Kathi da just am rechten Flecke sei, obgleich sie nicht mal eine Aussteuer mit bringen könnte, so überzeugte sich Schwester Jette schnell von der Richtigkeit dieser Auffassung. Sie stimmte der Tochter bei, die die Heirat a grotes Glüd" nannte ,,, von dem sie im Dorf vertellen sullt." Onkel Leberecht hatte Bedenken, als Kathi ihm iht Verlöbnis mitteilte.

( Fortsetzung folat.)

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