Einzelbild herunterladen

laffungen Marotto dh einer Me franzöfi ht, ohne

ten der Al en darin

C

eutet werde Daß die Ma nde herbei ngen der bogen worde ben, so we gen mit de

einer neue Als wal en Weg eit ob fich die

antreich.

1 recht pei

en zahlreiche Wie mehre

Spetteur chen Befihu rt eine gro reuungen fe

it telegrap Hamburge Gerücht v

n verbreite truppe unte Siddhina ne von Revol mit den Re

stoß zwisc

bei Fat- saha

t nahm di

einen Verlu authentisé Tinien unte gemeldet, ba nwendet, un rnichten. Gi brochen. J On von 2000 nd brennen und die Ge Der Ordnun Bufammenft

usstellung in lich eröffnet ie beiden ver

r von Turi

Se Bolt.

Spandau ge

ret Landfrei

in Tätigkei Kreise haber und ihre Zu

Luftmorde lerin Marth Der elterliche on dem Mön war in einen

rd aus Lub

de die 19fa

Brust in ihre ewußtlos de n die Wagne

elt.

( Schlesien

Sin neben ih Reinigen e fteinfeger

an

rper war mi fodaß er ver cines junge ahlmeister L uren geistige te fuspendier tatoniffenhan

in den Kelle

ener Affeffor ten tam G er zu treffen

gegen.

e so plökli freundschaft

az zu nehme

n auf das gu

allein ware gen vielfagen

wir bei eine

, ich meine p

i Geheimrat Schwiegerpap

ch Ihnen ver

und den alte ihm mit de

alte Klati gen die ganz

Standalgejchi bindlichen L fonnte, felb

in fein Beilei

n? Weiß von

die Komteffe verschwunden Serr Affeffor andesgemäßen bftmordgeban

vollzieher ihre

bung folgt)

führten, um dort eine Untersuchung vorzunehmen, zog der Wahnsinnige ein Taschenmesser und stieß blindlings auf die Wärter ein. Zwei wurden lebensgefährlich verletzt. An threm Aufkommen wird gezweifelt.

Von einem Sechzehnjährigen erschossen. In Böhler­heide bel Hagen in Westfalen schoß ein sechszehnjähriger Lehrling auf einen verheirateten Schlosser, der ihn wegen Spaßenschießens verwarnt hatte. Der Schlosser wurde schwer am Kopfe verletzt. Er starb bald danach. Der Mör­der wurde verhaftet.

Aus den Gerichtssälen.

Wann beginnt die Feier des Sonntags? Mit dieser Frage hatte fich das preußische Kammergericht zu beschäftt­gen. Den Anlaß bot eine Oberpräsidialverordnung zum Echute der Heilighaltung des Sonntags. Ihr zuwider hatte ein Wirt in J. an einem Sonnabend eine Ballfestlichkeit veranstaltet, die sich über Mitternacht hinaus erstreckte. Als er dann dafür einen Strafbefehl erhielt, beantragte er richterliche Entscheidung, und der Rechtsstreit gelangte in der Revisionsinstanz an das Kammergericht. Dieses sprach den Wirt frei und erklärte die Polizeiverordnung des Ober­präsidenten für ungültig. Die Verordnung findet ihre recht­Itche Stüße in einer Kabinettsordre vom Jahre 1887 und im§366, Biffer 1 StGB., die die Strafbestimmung enthalte. Die in diesen beiden Bestimmungen gebrauchten Ausdrücke , äußere Heilighaltung" und" Störung der Feier" ließen deutlich erkennen, daß nur solche Handlungen getroffen werden sollten, die nach außen hin wirksam oder doch un­mittelbar in die Erscheinung getreten und geeignet seien, das religiöse Gefühl zu verletzen, die innereSammlung und Erhebung, nicht etwa des einzelnen, sondern allgemein, zu stören und zu beeinträchtigen. Die allgemeine Feier eines gewöhnlichen Sonntags aber beginne nicht bereits mit dem Anfang des Kalendertages, sondern mit den Morgenstun­den, zur Zeit, da sich die Leute zur Kirche begeben. Anders Itege der Fall an hohen Festtagen, bei denen nach der An­schauung des Publikums und dem religiösen Gebrauch der Vorabend zur Vorbereitung diene.

Vermischtes.

Das Berliner Monopolhotel in Zahlungsschwierigkels ten. Eines der bedeutendsten Berliner Hotels, das am Bahnhof Friedrichstraße belegene Monopolhotel, befindet sich in Zahlungsschwierigkeiten. Schon seit längerer Zeit waren die finanziellen Verhältnisse des Unternehmens, das sich im Besitz der Monopol- Hotel- Aktiengesellschaft befindet, sehr schwierig. In den letzten Tagen hat sich die Situation so zugespitzt, daß, wie die Morgenpost" mitteilt, der Kon­turs fast unvermeidlich erscheint. Die Entscheidung über die Zukunft der Gesellschaft wird heute fallen. Die jetzige Aktiengesell­Situation ist dadurch entstanden, daß es de schaft unmöglich ist, die enormen Hypothekenzinsen für das Hochbelastete Hotelgrundstück aufzubringen.

Trauungen unter Polizeiaufsicht. Die Nervosität, die die zunehmende Erpressertätigkeit der Schwarzen Hand" in den Kreisen der amerikanischen Gesellschaft ausgelöst, hat es mit sich gebracht, daß Hochzeiten unter dem Schuße der Polizei heutzutage jenseits des Ozeans nachgerade zu den alltäglichen Erscheinungen gehören. So hat erst kürz­lich wieder in Chicago unter Teilnahme der ersten Ge= sellschaftskreise eine Hochzeit stattgefunden, die von einem starken Aufgebot von Geheimpolizisten überwacht wurde. Die Braut war die stadtbekannte Schönheit Minnie Cuneo, bie Tochter eines in Chicago ansässigen italienischen Millio­närs, und der Bräutigam Mr. Wetterc, ein hervorragen­des Mitglied der Gesellschaft. Herr Cuneo hatte die Er­prefserbriefe, die ihm in letzter Beit reichlich ins Haus ge­fotdt wurden, kurzerhand der Polizet übergeben, eine Rück­sichtslosigkeit, die die Schwarze Hand" mit der Drohung beantwortete, gegen die Hochzeitsgesellschaft ein Dynamit­attentat auszuüben. Die Polizei hatte infolgedessen die strengsten Vorsichtsmaßregeln getroffen und ließ das Braut­paar auf dem Wege zu und von der Kirche durch ein Kom­mando von zwanzig Detektiven bewachen, ohne daß auch nur einer von den Hochzeitsgästen eine Ahnung von der Mission hatte, die die in Gesellschaftstoilette erschienenen Herren, die dem glücklichen Paar während der Trauungs­zeremonie und nachher beim Empfang so auffällige Auf­merksamkeit zuteil werden ließen, erfüllten.

Die Wohnung des Kaiserpaares im Buckingham- a- last in London. Die Zimmerflucht, die das deutsche Kaiser­paar während seines bevorstehenden Londoner Aufenthal­tes im Buckingham- Palast bewohnen wird, besteht aus fünf prachtvollen, an der Skulpturengalerie im Erdgeschoß gelegenen Räumen mit Aussicht auf den wunderschönen Schloßpark. Sie werden bezeichnet als das Frühstückszim­mer, das 1844er 3immer", die Bowbibliothek und das , 1855er 3immer". Die Bezeichnung nach Jahreszahlen rührt von ihrer Benutzung bei bestimmten wichtigen Ge­legenheiten her. So wurde das eine im Jahre 1844 für den Besuch des Zaren Nikolaus so dekoriert und ausgestat= tet, wie es in der Hauptsache heute noch aussieht. 3wan­zig forinthische Marmorsäulen tragen die in Blau und Gold gehaltene Decke. Bei den Möbeln, Teppichen und Fenstervorhängen herrschen Mattgold und Dunkelrot vor und verleihen dem Raume trotz seiner Größe und dem Glanz seiner Einrichtung eine gewisse Behaglichkeit. Der daranstoßende Bibliotheksaal hat zwölf Granitsäulen als Deckenstüye und wird durch zwei mächtige, den fünf Fen­stern gegenüberliegende Marmorkamine geheizt. Hier sind in Glasschränken die kostbarsten Stücke der königlichen Porzellansammlung untergebracht, u. a. ein altes, kunst­voll durchbrochenes Meißener Service, dessen Suppenter­rine allein auf einen Wert von 10 000 Pfund Sterling ( 200 000 Mark) geschätzt wird. Der Canarvon- Salon ist in englischem Biedermeierstil ausgestattet, sofern für tö­nigliche Gemächer ein so vertraulicher Ausdruck erlaubt ist. Seine gewöhnliche Einrichtung ist durch einen Ma­hagonitisch und eine Garnitur von Ledersesseln ergänzt worden, weil das Kaiserpaar in diesem Zimmer seine pri­vaten Mahlzeiten einnehmen wird. Ueber diesen Räumen und durch einen Aufzug damit verbunden liegen im ersten Stock des Palastes die Schlafgemächer und Ankleidezimmer, sowie ein Boudoir für die Kaiserin und ein Arbeitszimmer für den Kaiser.

Vom Stiefsohn getötet. In Gersthof, einem Villen­ort im Norden Wiens, spielte sich am Sonntag nachmittag ein Verbrechen ab. Der Sohn des Direktors im Finanz­ministerium Johann Schob erwürgte im Affekt seine Stief­mutter, die 46 Jahre alte Franziska Schob. Der Täter Friedrich Schob ist 23 Jahre alt und gleichfalls im Finanz­ministerium als Rechtspraktikant angestellt. Die Tat wur­de in der Küche verübt, während der Vater im anstoßenden Zimmer schlief. Alle Zimmer waren verschlossen, und der Täter mußte durch ein Fenster über eine Leiter in den Gar­ten steigen, um zu entkommen. Der junge Schob aber stellte sich selbst im Laufe der Nacht der Polizei. Seinem Geständnis zufolge wollte er wegen Unannehmlichkeit im Amte" Selbstmord begehen. Da ihm aber seine Mutter den Türschlüssel verweigerte, würgte er sie etwa fünf Mi­nuten lang am Halse, raubte ihr siebzehn Kronen und ent­floh dann auf dem angegebenen Weg. Den Nachmittag verbrachte er in den Vergnügungslokalen des Praters.

König Alfons im Steuerbureau. Ein nettes Geschicht­chen berichtet ein Madrider Blatt von König Alfons. Vor furzem belegte die spanische Regierung die automatisch sich entzündenden Taschenfeuerzeuge mit einer Steuer. Die Einführung dieser praktischen Erfindung in Spanien hatte natürlich dem Zündholzmonopol beträchtlichen Schaden zu­gefügt, und so betrachtete man das mechanische Feuerzeug als Konterbande. Nachdem die neue Steuer in Kraft ge­treten war, erschien in Begleitung seines Adjutanten Kö­nig Alfonso im Steuerbureau und überreichte einem der erstaunten Beamten seinen goldemaillierten Zigarrenan­zünder mit dem Bedeuten, das amtliche Sigeel darauf zu prägen. Das geschah, und der Monarch empfing sein Eigen­tum zurüd, nachdem er den erforderlichen Steuerbetrag ent­richtet hatte. Seinem Beispiel folgte der Adjutant, der ein ähnliches Feuerzeug im Gebrauch hat. Die neue Stem= pelmaschine tat so zum erstenmal ihre Arbeit.

290 Millionen für den Londoner Hafen. Der Londoner Hafen, der den größten Schiffsverkehr von allen Häfen der Welt besitzt, genügt nicht mehr den steigenden An­forderungen. Nicht nur die Zahl der Schiffe ist von zehn zu zehn Jahren um je 3 Millionen Tonnen gestiegen, son­dern auch die Größe der Fahrzeuge hat sich auf den früher nicht erreichten Betrag von 14 000 Tonnen gehoben. In­folgedessen sind Verbesserungen für notwendig erklärt wor= den, die insgesamt 290 Millionen Mark tosten sollen. Da­für wird die Wassertiefe überall vergrößert, vier neue Dods gebaut und alle älteren umgebaut werden. Ein Hauptkanal wird eine Breite von 180 Metern und eine Tiefe von 6 Meter bei Ebbe und eine solche von mehr als 12 Meter bei Flut erhalten.

Eine Maifeier" der Hunde. Die Maulforbfreiheit, die in Berlin mit dem 1. Mai in Kraft trat, hatte viele Besitzer von Vierbeinern veranlaßt, ihre Hausgenossen mit Blu­mengewinden und sonstigen Zeichen der Freude zu schmük­fen. Auf der Schleife einer Riesenbulldogge, die durch die Markgrafenstraße lief, stand in großen schwarzen Lettern: Ach, wären die Menschen doch erst so weit." Unter den Linden wurde ein Affenpinscher bemerkt, der von seiner Herrin mit einem roten Band geziert war, auf dem mit leuchtenden Goldlettern Hurra Jagow!" geschrieben stand.

Aus dem Reiche der Technik.

Ein neuer Phototelegraph. Ueber eine Erfindung, die für den Buchdruck von großer Bedeutung werden kann, wenn sie sich in der Praxis bewährt, berichtet die Reichen­berger Zeitung" wie folgt: Der Lehrer des Spezialfaches der Klischee- Herstellung in Strich und Autotypie für Schwarz- und Mehrfarbendruck an der t. t. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, Ludwig Tschörner, hat etnen Phototelegraphen erfunden, das ist ein Apparat, der aus Sender und Empfänger besteht, mittels welchem man Bilder beliebiger Art telegraphisch übertragen kann. Tschörners Apparat unterscheidet sich von den bekannten hauptsächlich dadurch, daß er auf jeder Telegraphenleitung verwendet werden kann und wirkliche Rasterbilder liefert, wie sie für den Buchdruck benötigt werden. Die Bilder können am Empfänger als gewöhnliches positives Bild oder als ein Rasternegativ erhalten werden, das auf be­fannte einfache Art auf eine Metallplatte übertragen und geäßt werden kann, so daß kurze Zeit nach der telegrapht= schen Uebertragung das fertige Klischee zum Druck gelangt. Das Verfahren ist durch mehrere Patente geschützt.

Nachrichtendienst in Marokko.

Troß der vielen, einander oft widersprechenden Nach­richten über die Vorgänge in Fez ist es bisher kaum mög­lich geworden, aus diesen meist über Paris eintreffenden Telegrammen ein wahrheitsgetreues Bild von den Zustän= den in der marokkanischen Hauptstadt zu erlangen. Diese Unklarheit über Umfang, Tragweite und wirkliche Bedeu­tung der Ereignisse in Fez hat nicht zum wenigsten ihre Ursache in den Formen, unter denen sich der Nachrichten­dienst in Marokko abwickelt.

Sieht man ab von dem Basarklatsch, dieser geheimnis­vollen Telegraphie des Orients, deren Schnelligkeit nur von ihrer Unzuverlässigkeit übertroffen wird, so bleiben nur drei Wege, auf denen in Maroffo zuverlässige Nach­richten erlangt oderBotschaften ausgetauscht werden können, die Handelskarawane, die Briefe mitnimmt und vor allem Gerüchte weiterträgt, dann der rettende Bote, schließlich der wichtigste und zuverlässigste Faktor im marokkanischen Nachrichtendienst, der Rekaß, der eingeborene Briefträger.

In einem englischen Blatte macht Allan Ostler, der lange Zeit in Marokko gelebt hat, einige Mitteilungen über das Nachrichtenwesen, die gerade jetzt von besonderem Interesse sind: Der reitende Kurier tritt fast gar nicht in Erscheinung. In den sechs stürmischen Monaten während des Aufstandes, durch den Mulay Hafid den Thron errang, sah ich nur ein einziges Mal einen solchen Kurier,- einen wild dreinblickenden Reiter mit langer Araberflinte, der auf schaumbedecktem Roffe durch die Palastgärten bis zu den Stufen des Thrones vorstürmte und Mulay Hafid die Botschaft zurief, daß Tanger ihn zum Sultan proklamiert habe. Die Handelskarawane ist ein zu träges und lang­fames Verkehrsmittel, und die Gerüchte, die sie weiterträgt, wachsen mit jedem zurückgelegten Schritte an Dimensionen nnd Ungewöhnlichkeit. Beim Abmarsch von Fez hat man vor der Stadt vielleicht gerade einen Wortstreit zwischen zwei Arabern gehört, die sich über den Preis einer Ware stritten. Die mit orientalischer Lebhaftigkeit geführte Aus­einandersetzung endet damit, daß der eine der Streitenden sich unter Verwünschungen aufs Pferd schwingt, während der andere wütend seine alte Pistole zieht und dem Davon­sprengenden eine recht harmlose Kugel nachschickt. Beim ersten Halteplatz der Karawane wird aus diesem Disput be= reits eine große Verschwörung und Meuterei auf dem Marktplatz von Fez geworden sein, und wenn die Kamel­treiber Mequinez erreicht haben, schwören sie bei der See­lenruhe ihrer Vorfahren, daß die Stämme sich empört ha­ben, daß Fez geplündert und alle Ungläubigen ermordet worden seien.

Die einzige zuverlässige Botschaft über Vorgänge im Innern Marokkos bringt der mehr oder minder gewissen­haste Refaß". In der Regel ist er gewissenhaft. Wird er nicht gerade unterwegs ermordet oder ausgeraubt oder de­pontert er seine Briefe nicht in einer Anwandlung von Pflichtvergessenheit einfach hinter einer Kaktushecke, dann, ja dann kann man sich auf ihn verlassen, kann darauf rech= nen, daß er in einem Tage seine 80 Km. zurücklegt, und die Antwort mit derselben Schnelligkeit bringt. Der Re­taß reist zu Fuß, kennt alle Wege und Stege des Landes, die für Reiter unwegsam sind, ja er, der schlichte Fußgänger, überholt sogar nicht selten gut berittene Boten. In seinem schnellen, kurzen Trabe zieht er durch Wüsten und Klüfte und macht nur eine kurze Rast, um zu essen oder einige Stunden zu schlafen. Er trägt seine Briefe in einer Le­dertasche über die Schulter gehängt und führt in der Hand einen etwa anderthalb Meter langen Stab. Meist zieht er nur dürftig gekleidet und barfuß dahin, und ist er der glückliche Besizer eines Paares Pantoffeln, so trägt er sie während seines Eilmarsches an einem Bande über den Nacken gehängt. Täglich kann man in Tanger vor den europäischen Postämtern diese sonnenverbrannten, staubigen Renner auf die Briefe warten sehen, die sie nach Alcazar, Fez oder noch ferner liegenden marokkanischen Städten tragen sollen. Nur er, der unermüdliche Refaß, fann Eurova

eine genaue Kunde über die wirklichen Vorgänge in Fez bringen.

Die Entfernung von Fez nach Tanger beträgt mehr als 300 Kilometer, die Wege sind steinig und gebirgig; aber wenn Fez fällt, wird der eilende Refaß in drei, höchstens in vier Tagen seine Botschaft nach Tanger bringen, und sie würde die Wahrheit enthalten. Bis die dürre, staubige Ge stalt des abgehetzten Refaß nicht zwischen den Häusern von Tanger auftaucht, so lange wird trotz aller Gerüchte die Wahrheit über Fez ein Geheimnis bleiben.

Drabtnachrichten und neuestes.

Die Kämpfe in Merifo.

Renyort, 2. Mai. Wie ein Telegramm aus Douglas in Arizona meldet, haben 300 Mann Regierungstruppen mit einem Maschinengewehr die von den Aufständischen be­setzten Städte Pitiquito und Caborca im Staate Sonora wieder erobert. Von den Aufständischen sind bei diesem Kampfe 20 Mann gefallen und viele verwundet worden. Nach einem weiteren Telegramm aus Merifo halten die Aufständischen die aus dem Tal, in dem die Hauptstadt liegt, nach Südwesten führenden Bergpässe besetzt. Die in den Staaten Morelos und Guerro stehenden Regierungs­truppen sind dadurch von der Hauptstadt abgeschnitten. Tödlicher Wagenunfall.

Offenbach, 2. Mai. 3wei sechsjährige Knaben, die Söhne des Agenten Valentin Hett und des Spenglermei­sters Gregor Gehret, wurden gestern nachmittag in der Glockengasse durch zwei aneinandergekoppelte Kohlenfuhr­werke, in die sie beim Spielen hineinrannten, überfahren. Das Kind des Gehret erlitt schwere Quetschungen und Hautabschürfungen an Armen und Gefäß, sowie einen Schlüffelbeinbruch; der andere Junge, dem das Rad über Hals und Kopf ging, war sofort tot.

Gewitterschäden.

Trier, 2. Mai. In verschiedenen Moseldistrikten haben in den letzten Tagen schwere mit Sturm und Hagelschlägen verbundene Gewitter großen Schaden in den Obstgärten angerichtet und die Blüte strichweise völlig vernichtet. Be­sonders in der Gegend von Cochem sind einzelne Weinberge start mitgenommen.

Beim Rettungswerk tödlich verunglückt.

Essen, 2. Mat. An einem Bahnübergang Itef ein Kind durch die geschlossene Schranke auf das Gleis, als der Zug heranbrauste. Der Bahnwärter sprang herbet, um es fort­zureißen, wurde aber selbst vom Buge erfaßt und getötet, während das Kind unverletzt blieb.

Verunglückte Militärflieger.

Mülhausen i. Elsaß, 2. Mat. Oberleutnant Roser vom Feldartillerieregiment Nr. 15 stürzte heute vormittag nach anderthalbstündigem Fluge beim Nehmen einer Kurve aus einer Höhe von 60 Metern ab und wurde bewußtlos ins Lazarett geschafft. Sein Zustand gilt als hoffnungslos. In seinen Folgen noch tragischer ist ein Unfall, der sich in Rußland ereignet hat:

Sebastopol, 2. Mai. Der Militärflieger Maßge­witsch und sein Bruder stürzten mit einem Bleriotapparat ab und wurden getötet. Die Leichen weisen entsetzliche Wunden auf.

Todesurteil über einen Wüstling.

Kiel, 2. Mat. Das Schwurgericht verurteilte einen ent­menschten Vater wegen Mordes und Blutschande zum Tode. Der Wüstling hatte das Kind seiner Tochter mit einer Schlinge erdrosselt und verlangt, daß es den Schweinen zum Fraß vorgeworfen werden sollte.

Weiteres zur Pariser Maifeier.

Paris, 2. Mat. Aus Anlaß der gestrigen Maifeier fand in der St. Pauls- Reitbahn eine große Versammlung statt, in der die Redner gegen die Maroffopolitik der Re­gierung protestierten. Die Arbeiter sollten sich weigern, zugunsten der in Marokko auf dem Spiele stehenden Fi­nanzinteressen die Flinte zu ergreifen. In der Versamm­lung trat auch ein deutscher Arbeiter auf und erklärte im Namen der deutschen Arbeiter, diese würden nicht einwilli­gen, wenn sie gegen ihre französischen Genossen die Waffen ergreifen sollten. In einer Resolution wurde die Solida­rität des internationalen Proletariats zum Ausdruck ge­bracht. Nach Schluß der Versammlung kam es zu ernsten Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Teilneh­mern, von denen viele verhaftet wurden. Unter den Per­sonen, die gestern Verwundungen davontrugen, befinden sich 12 Polizeibeamte, von denen einer Hoffnungslos dar­niederliegt.

Grausame Tötung eines Pfarrers.

0 Paris, 2. Mai. Aus Cerbere an der französisch- spa­nischen Grenze wird gemeldet: In dem spanischen Orte Mentril wurde der Pfarrer, als er von der Kanzel herab eine scharfe Predigt gegen seine Pfarrkinder gehalten hatte, von mehreren jungen Leuten überfallen und durch Messer­stiche getötet. Die Menge schleppte den Leichnam des Geist­lichen unter dem Jubel der Bevölkerung durch die Straßen. Gendarmen wollten sich des Leichnams bemächtigen und die Burschen festnehmen, wurden aber von der übrigen Bevöl­ferung daran gehindert.

Drei Personen in den Flammen umgekommen. Brüffel, 2. Mai. In der vergangenen Nacht brach in einem Hause in der Vorstadt Schaerbeck ein Brand aus, bet bem eine Frau und zwei Kinder lebendig verbrannten.

Handel und Gerkebr.

Frankfurt, 1. Mat. Vichmarktpreise vom 1. Mai. Prei­se für ein Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) M 48-52,( Schlachtgewicht) M 87-90, 6) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäste­te( Lebendgew.f M 44-47,( Schlachtgew.) M 80-85, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgew.) M 41-43, ( Schlachtgew.) M 75-79. B. Bullen: a) vollfleischige, aus­gewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45-48, ( Schlachtgew.) M 75-80, b) vollfleischige jüngere( Lebend­gewicht) 40-42,( Schlachtgem.) M 66-70. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 44-47,( Schlachtgew.) M 79 bis 84, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlacht­wertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 42-45,( Schlacht­gewicht) M 78-81, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Le= bendgew.) M 40-42,( Schlachtg.) M 77-81, do. 2. ältere aus-> gemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe ( Lebendgew.) M 36-40,( Schlachtgew.) M 67-74, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 30-35,( Schlacht­gew.) M 60-70, e) gering genährte Kühe und Färsen( Le­bendgew.) M 22-25,( Schlachtgew.) M 50-57. D.Gering genährtes Jungvieh( Fresser)( Lebendgew.) M( Schlacht­gew.) M- Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebend=" gew.) M( Schlachtgew.) M-, b) feinste Mast( Vollmilch Mast) und beste Saugkälber( Lebendgew.) M 60-64, ( Schlachtgew.) M 100-107, c) mittlere Mast- und gute Saug fälber( Lebendgew.) M 55-59,( Schlachtgem.) M 93-100, 5) geringe Saugfälber( Lebendgew.) M 52-54,( Schlachtgew.) M 88-92. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgem.) M 42-43,( Schlachtgew.) M 90, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Le= bendgew.) M-,( Schlachtgew.) M Schweine: a) voll­fleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht ( Lebendgew.). M 47-49,( Schlachtgew.) M 60-62, 6) voll­fleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Le­bendgew.) M 46-47,( Schlachtgew.) M 59-60, c) vollfleischt­ge Schweine von 100 bis 120 Kilogr. Lebendgewicht( Lez bendgew.) M 47-49,50,( Schlachtgew.) M 59-61, d) voll= flischige Schweine von 120-150 Kilogr. Lebendgewicht( Le bendgew.) M 48 49,50,( Schlachtgew.) M 60-6.