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Folgen des Cölner Karnevals. Nach den nunmehrigen Feststellungen fam es in den verflossenen Cölner KarLealstagen, speziell in der Nacht zum Mittwoch, zu ganz exheblichen Ausschreitungen. In mehreren Fällen wurben Polizeibeamte von Mastierten attackiert und schwer valegt, so daß Verstärkung requiriert werden mußte, die mit blanker Waffe vorging. Eine große Anzahl Exze= benten wurde durch Hieb- und Stichwunden verlegt ins Sofpital eingeliefert. Auch andere Personen, die bei den Streitigkeiten durch Stichwunden schwere Verlegungen er= Auch Hitten, fanden Aufnahme in den Krankenhäusern. in einzelnen rheinischen Orten tam es am Schlußtage zu erheblichen Ausschreitungen. So wurde auf der Bahnftrede Ohligs- Solingen ein Straßenbahnschaffner von einer 20 Mann starken Bande überfallen und durch Stiche In Sower verlegt, so daß sein Zustand bedenklich ist. bem Orte Hau bei Kleve wurde ein 50jähriger Landwirt auf freiem Felde im Mastenkostüm tot aufgefunden. Der ganze Körper wies schwere Brandwunden auf. Einzelne Körperteile waren bereits verkohlt. Es ist noch unaufge= Mittwoch lärt, wie der Mann zu Tode gekommen ist.
früh ermordete der 17jährige Hausbursche Feyper den 23ährigen Kellner Gihring, der im Hotel Disch tätig war. Der Hausbursche, der effenbar Kenntnis davon hatte, daß Der Kellner in den Karnevalstagen viel Trinkgeld eingenommen hatte, hat die Tat sorgfältig vorbereitet. Er ffnete mit einem Dietrich die Tür des in einem Privathaus wohnenden Kellners und überfiel den Schlafenden mit einem Küchenmesser. Ein im Hause wohnender SchneiDermeister überraschte den Mörder in dem Moment, als er mit der Börse des Ermordeten, die 83 M enthielt, und den Wertsachen entfliehen wollte. Er hielt ihn fest und übergab ihn der Polizei.
Mit einer glühenden eisernen 3ange in die Nase gegwidt hat ein in Londor ansässiger Kupferschmied seinen Lehrling, um ihm den rechtzeitigen Gebrauch des Taschentuchs in Erinnerung zu bringen. Seine unmenschliche Tat hatte zur Folge, daß der arme Junge mit Rücksicht auf die erlittenen Brandwunden ärztliche Hilfe aufsuchen mußte. Der Kupferschmied hatte sich selbstverständlich we= gen seiner bestialischen Erziehungsmethode vor einem Londoner Polizeigerichtshofe zu verantworten, wo er beteuerte, nicht gewußt zu haben, daß die Zange heiß war; es sei ein unglückseliger Zufall gewesen.
Eine Walfischjagd in der Lübecker Bucht. Auf einen Walsisch, der sich seit einiger Zeit in der Lübecker Bucht umhertreibt und dessen Länge auf 20 Meter geschätzt wird, beabsichtigen dortige Fischer eine Jagd zu veranstalten. Einem von ihnen hätte das Riesentier leicht verhängnisvoll werden können. Es war plötzlich nahe vor seinem Boote aufgetaucht und dann unter ihm hinweggeschwommen. Hunderte von Menschen konnten dieser Tage von Der Strandpromenade in Niendorf an der Ostsee den Wal längere Zeit aus nächster Nähe beobachten, wie er auftauchte und mächtige Wasserstrahlen ausstieß. Ein zweiter Walfisch ist an der pommerschen Küste gesehen worden.
Dänische Fischer in Lebensgefahr. Bei Klarem, ruhigem Wetter war gestern die ganze Fischerflottille von Skagen, bestehend aus etwa 125 Motorbooten, auf das Meer hinausgefahren. Gegen mittag brach plöglich mit großer Heftigkeit ein Sturm aus, worauf die Fischerflottille in größter Eile versuchte, den Hafen zu erreichen. 25 Booten mit insgesamt 90 Mann Besatzung ist es indessen bei dem imme: stärker werdenden Sturm nicht mehr möglich ge= wesen, den Hafen zu erreichen. Die Boote wurden auf das Meer hinausgetrieben, die Insassen befinden sich in großer Gefahr.
Die Entwidelung der deutschen Flugzeugindustrie hat in dem letzten Jahre einen Aufschwung genommen, der im allgemeinen wohl ziemlich unbekannt sein dürfte, der aber hinter der Flugzeugindustrie keiner Nation zurücksteht. Wie durch eine Statistik festgestellt wurde, gab es bis zum 1 Februar 1911 in Deutschland 295 Konstrukteure, die sich über 220 deutsche Städte verteilen. Von diesen 295 Apparaten sind bisher 126 gebaut und zum Teil schon ausprobiert worden. Ein großer Teil davon ist in der Def= fentlichkeit noch nicht bekannt geworden, oder hat bisher einen vollen Erfolg noch nicht erlangt. Die Tatsache aber, daß 126 Flugapparate bereits tatsächlich in verschiedenen Systemen ausprobiert sind, zeigt, daß die deutsche Flugindustrie hinter feiner anderen zurücksteht.
Satiren auf Geldstüden. Unter den numismatischen Merkwürdigkeiten nchmen die„ satirische Taler" einen Hohen Rang ein, umsomehr, als sie auch ziemlich selten find. Ihre Entstehung verdanken sie einer verdeckten PoJemit zwischen Herrschern verflossener Jahrhunderte. Vermeinte ein Fürst damals Grund zu haben, seinem„, Vetter Liebden" zu zärnen, und verbot die Staatsraison ein offizielles Vorgehen gegen ihn, so wußte der Beleidigte seinem Groll dadurch Luft zu machen, daß er Münzen mit einem Bilde prägte, das seinen liebwerten Herrn Vetter" auf irgend eine Weise lächerlich machte. Solcher Art varen nach der Internationalen Sammlerzeitung die Münzen, die Kaiserin Elisabeth von Rußland auf Friedrich den Großen prägen ließ, den sie mit ihrem Haß beehrte. Die Münzen zeigten den großen König als polnischen Juden; die Kortzieherlöckchen seiner Perüde hingen ihm iber beide Ohren herunter und sein Dreispiz saß verquer. Aber Friedrich vergalt seiner Gegnerin Gleiches mit Gleihem. Er wußte sich mehrere dieser Münzen zu verschaffen und ließ auf ihrer Rückseite eine Inschrift anbringen, die nichts weniger als schmeichelhaft für die Zarin lautete.
Die gewissenhafte Höflichkeit. In einem Dorfe im Thüringer Wald ist der Herr Schulrat angekommen und hält Revision. Und die bringt dem Herrn Lehrer gar kein Lob ein. Vor allem hat der Schulgewaltige eines als techt mangelhaft empfunden, das ist die Höflichkeit der dörflichen Schüler, und er ermahnt den Herrn Lehrer, auf die Pflege dieser löblichen Eigenschaft mehr denn je Gewicht zu legen. So gezieme es sich beispielsweise, daß die Kinder den Antworten auf seine Fragen stets die Worte Herr Schulrat" beifügten. Der Lehrer versprach, hier Wandel zu schaffen, und schon bei der nächsten Revision fonnte der Herr Schulrat fonstatieren, daß seine Mahnung Früchte getragen hatte. Schon in der ersten Prüfungsstunde, beim Religionsunterricht, passierten dadurch einige lustige Frage- und Antwortspiele. Bei der Erzählung vom Sündenfall fragte der Gestrenge: Mit welchen Strafworten wandte sich Gott an Adam?" Antwort: ,, Die Erde sei verflucht um deinetwillen, Herr Schulrat!" Zweite Frage: Was sprach Gott zur Schlange?" Antwort: Auf deinem Bauche sollst du kriechen Herr Schulrat!" Da wandte sich der Herr Schulrat an einen anderen Schüler und fragte diesen nach dem Schlusse der Strafrede. Und da ward ihm folgende Anwort:„ Du sollst Staub fressen
dein Leben lang, Herr Schulrat!" Va empfahl sich der Herr Schulrat schleunigst, vor so viel Höflichkeit bangte
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Wie ein Ochs eine goldene Uhr fand. Aus Mürzzuschlag wird dem Wiener Extrablatt folgende seltsame Geschichte berichtet: Zu der Christbaumfeier in Raren, die der alpine Verein ,, Reißthaler" in Wien veranstaltete, war auch das Vereinsmitglied Herr Oskar Voith Wien gekommen. Nach der Feier vergnügte sich Herr Voith mit Sfilaufen, wobei er seine wertvolle goldene Uhr verlor und trotz eifrigen Suchens nicht mehr finden konnte. Jetzt, nach zwei Monaten, da der Föhn den Schnee zum Schmelzen gebracht hatte, führte der Bauer Peter Holzer mit einem Paar Ochsen Dünger auf jene Wiese, wo Voith damals sich auf den Stieren getummelt hatte. Als er nun die Ochsen heimführte, bemerkte er, daß ein Ochse auf ei nem Fuße hinfte. Er hob den Fuß des Ochsen auf und fand zwischen den Klauen die Uhr des Skifahrers vollständig unversehrt vor. Die Uhr, auf die der Ochse getreten war, war zwischen die Klauen eingeklemmt wor= den. Der Verlustträger, dem die Uhr übermittelt wurde, war nicht wenig überrascht, als er von der so seltsamen Auffindung seines Chronometers vernahm, und übermittelte dem redlichen Besitzer des„ Finders" eine angemessene Belohnung.
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Die chemische Analyse des Menschen. Diese Analyse hat jüngst ein englischer Chemiker ausgeführt. Er hat feft= gestellt, daß der Mensch aus 13 Grundstoffen besteht, von denen fünf gasförmig und acht fest sind. Der Hauptbestand= teil ist Sauerstoff im Zustande äußerster Komprimierung. Ein Normalmensch von 74 Kilo Gewicht enthält 44 kilo Sauerstoff, welche unter gewöhnlichen Verhältnissen einen Raum von 28 Raummetern einnehmen würden. Ferner birgt besagter Mensch 7 Kilo Wasserstoff, die im freien Zustande einen Raum von 80 Raummetern füllen würden. Die drei übrigen Gase sind Stickstoff( 1,72 Kilo), Chlor( 0,8 kilo) und Fluor( 0,1 kilo). An festen Stoffen enthält der Normalmensch 22 Kilo Kohle 800 Gramm Phosphor, 100 Gr. Schwefel, 1750 Gr. Kalzium, 80 Gr. Potassium, 70 Gr. Sodium, 50 Gr. Magnesium und 45 Gr. Eisen.
Der höchste Berg von Nordamerika. Ein Ingenieur, der von der kanadischen Regierung zur Vornahme von Grenzbestimmungen in den hohen Norden Kanadas, in der Nähe von Alaska, entsandt wurde, hat dort einen Berg entdeckt, der sich als die höchste Erhebung des ganzen nordame= rikanischen Kontinents erwies. Er ist 7445 Meter hoch und überragt damit den Mc- Kinley- Berg um 600 Meter.
Ein neues Mittel zur Entdeckung neuer Sterne. Professor Turner, der Astronom der Universität Cambridge, hat in einer Zuschrift an die Times einen Vorschlag ge= macht, der die Suche nach neuen Sternen weniger mühsam und kostspielig als bisher machen könnte. Er meint, man solle die Photographie einer bestimmten Himmelsgegend nach ihrer erstmaligen Aufnahme wieder in demselben ernrohr auf die greime Stelle richten. Dann würde das Licht der dauernd vorhandenen Sterne sich mit den Lichtpunkten auf der Platte genau decken und also kein weiteres Bild hervorbringen. Ein neuer Stern aber würde sich alsbald durch einen neuen Lichtpunkt verraten. Professor Turner gibt zu, daß die Jagd auf neue Sterne auch mit diesem Hilfsmittel noch eine äußerst schwierige Arbeit sein würde, wenn man eine vollständige Beaufsichtigung des Himmels ausführen wollte. Immerhin würde die Wahrscheinlichkeit wachsen, einen neuen Stern unmittelbar nach seinem Erscheinen zu entdecken.
Aus dem Reiche der Technit.
Wagenabkoppeln in voller Fahrt. Eine praktische Einrichtung, die es ermöglicht, lange aufenthaltslose Eisenbahnfahrten auszuführen, und die doch den Reisenden in Stand sebt, an wichtigen Stationen zwischen den Endpunkten auszusteigen, lernte ein Mitarbeiter der Frff. 3tg. vor einigen Tagen in England kennen. Ich wollte, so schreibt er dem genannten Blatte von Birmingham nach Orford fahren und benützte dazu den Schnellzug Birmingham- London. In Birmingham wies man mir einen Platz in dem letzten Wagen des Schnellzuges an, und dieser Wagen, der auch einen besonderen Raum zur Aufnahme des großen Gepäcks hatte, wurde durch eine mechanische Vorrichtung während der vellen Fahrt kurz vor Orford, wo dieser durchgehende Schnellzug nicht hielt, losgekoppelt. Der Wagen lief, dank seiner Eigengeschwindigkeit, weiter und wurde gerade im Bahnhof von Orford zum Stehen gebracht. Als ich dort mein Abteil verließ, war der vordere Teil des Zuges schon längst in der Ferne verschwunden. Die Einrichtung scheint uns weniger praktisch als gefährlich zu sein.
Fürstensaison an der Riviera.
Der Karneval von Nizza, der sich diesmal durch einen besonderen Reichtum an neuen Ideen auszeichnete, ist vorüber und die offizielle Niviera- Saison nähert sich ihrem Ende. Die Snobs, die ihr Leben nicht nach ihrem eigenen Geschmack. sondern nach den ungeschriebenen Gesetzen der Eitelkeit einrichten, rüsten sich zur Abreise. Vernünftige Menschen finden, daß es jetzt, nach einem verhältnismäßig strengen Winter, erst angenehm und behaglich an der ,, Azurtüste" zu werden beginnt. Und hierzu gehören die Fürstlichkeiten, denen man ja an der Riviera zu begegnen gewohnt ist, die sich aber diesmal noch zahlreicher eingestellt haben als sonst. Was sie lockt, ist nicht nur die Pracht der Landschaft, die Schönheit des Meeres, die Wärme der Sonne, sie können hier auch mehr als in ihrer Heimat Menschen fehen und unter Menschen sein. Kein Schwarm von Neugierigen folgt ihren Schritten auf der Straße, fie fißen in den Restaurants unbelästigt unter den anderen Gästen, und im Theater find fie nicht vom Anstarren Dußender von Ferngläsern bedroht.
Die älteste und ehrwürdigste Gestalt unter diesen fürstlichen Besuchern der Riviera ist auch in diesem Jahre die Kaiserin Eugenie, die Witwe Napoleons III., die bald das 85. Jahr ihres Lebens erreicht haben wird. Es ist erstaunlich, welche körperliche Elastizität sie sich in diesem, das biblische Maß weit übersteigenden Alter bewahrt hat. Obwohl fie zu den Entthronten gehört, versäumt fein Fürst und keine Fürstin regierenden Hauses, ihr in der Villa Cyrnos einen Besuch abzustatten. Im Alter am nächsten stand ihr König Oskar II. von Schweden, als Sohn einer Beauharnais ein naher Verwandter der Bonaparte, aber ihn hat der Tod fortgenommen und seine hohe, alle überragende Erscheinung, die jedermann in Nizza vertraut war, ist ver= schwunden.
Statt dessen hat sich in diesem Winter König Wilhelm II. von Württemberg eingefunden, den freilich die wenigsten erkennen. Die Gesundheit des Königs, der in diesen Tagen 63 Jahre alt wird, hatte zu wünschen übrig gelassen, aber der Aufenthalt ist ihm so gut bekommen, daß er ihn noch über das anfangs gesezte Ziel auszudehnen beschlossen hat, Herzog Georg II. von Sachsen- Meningen, nächst dem bayerischen Prinzregenten der Senior unter den deutschen Staatsoberhäuptern, fehlt auch diesmal nicht und ist außer von seiner Gemahlin, der Freifrau von Heldenburg, von seiner Enkelin, der Prinzessin Adelheid, einer jüngeren Schwester der Großherzogin von Weimar, begleitet. Sein ältester Sohn, der Erbprinz Bernhard, hat ja seit einigen Jahren an der Riviera Heimatrecht, indem er eine
eigene villa erwarb. Er ist nicht unmittelbar, der Nachbar der Großherzogin Anastasia von Mecklenburg- Schwerin, der Mutter der deutschen Kronprinzessin Cecilie.
Zu diesen ständigen oder doch auf längere Zeit seßhaft gewordenen fürstlichen Rivieragästen tommt noch die Schar der fürstlichen Globetrotter, der russischen Großfürsten namentlich, die dann und wann von Paris aus einen Abstecher nach dem Süden und allen seinen Reizen unternehmen. Nicht der Prätendenten zu vergessen, unter denen das Haus Bourbon der Zahl seiner Mitglieder nach obenansteht. Residiert doch in Cannes auch der Graf von Caserta, der in den Augen seiner freilich sehr geringen Anhänger der rechtmäßige König von Neapel ist und sich mit einem richtigen fleinen Hofstaate umgibt.
Drabinachrichten und neuestes.
Die eljak- lothringische Verfassungsfrage. Berlin, 2. März. Die Antworten der Bundesregle rungen auf die Frage des Reichskanzlers, ob den Wünschen des Reichstags entsprechend weitere Zugeständnisse bezüglich der Verfassungsreform für Elsaß- Lothringen gemacht wer den könnten, sind noch nicht vollzählig eingetroffen. Es ist aber zu erwarten, daß binnen kurzem eine Einigung unter den Bundesregierungen erzielt werden wird in der Richtung, daß drei Bundesratsstimmen Elsaß- Lothringen für wirtschaftliche Fragen zugestanden werden.
Eine städtische Bierstener in Leipzig.
Leipzig, 2. März. Die Stadtverordneten stimmten nach stundenlanger, sehr erregter Debatte mit 38 gegen 31 Stimmen der Erhebung einer städtischen Biersteuer von 65 Pfennig pro Hektoliter zu. Die bis auf den letzten Platz gefüllte Galerie nahm diesen Beschluß mit großem Lärm und lauten Pfuirufen entgegen.
Blüten vom Kampfe um das Franenwahlrecht in England. London, 2. März. Zwei männliche Anhänger der Suffragettes wurden gestern bei einem Versuch, in den Garten Hinter der Amtswohnung des Premierministers überzuflettern, verhaftet. Sie hatten die Absicht, einen Stein in den Saal zu werfen, wo das Kabinett gerade zu einer Beratung versammelt war. Der eine der lächerlichen Attentäter wurde vom Polizeirichter gegen das Versprechen, fünftigen guten Betragens entlassen, der andere, der nichts versprechen wollte, zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Bedrohliche Lage in Marokko.
O Paris, 2. März. Aus Fez wird gemeldet, daß sich bet Scherardar einige Stämme gegen den Sultan Mulen Hafid aufgelehnt haben. Die europäischen Konsuln haben angesichts der drohenden Lage die in Fez wohnenden Europäer aufgefordert, die Stadt zu verlassen.
Beilegung des Streifs in Weißenfels. Weißenfels, 2. März. Die Schiedskommission des Deutschen Schuhfabrikantenverbandes beschloß gestern zur Beilegung des Streiks die sofortige Einführung der 9% stündigen Arbeitszeit bezw. der 57stündigen Wochenarbeitszeit mit Lohnausgleich für die Zeitarbeiter und eine 25prozentige Erhöhung der Ueberstundenarbeit. Die Fabrifanten stimmten dem Vorschlage zu und der Gewerkverein der deutschen Fabrikarbeiter, der etwa 1000 Mitglieder umfaßt, beschloß gestern abend, diesen Vorschlag anzunehmen und am Montag die Arbeit wieder zu beginnen. Der Zentralverband der deutschen Schuhfabrikarbetter hat bazit noch nicht Stellung genommen.
Folgen der Karnevalsfreuden.
Boun, 2. März. Bei Zülpich wurden zwei italienische Bahnarbeiter ermordet aufgefunden. Der Täter, gleichfalls ein Italiener, stellte sich selbst. Nach einer zweiten Meldung will der Täter seine beiden Landsleute, mit denen er an einer Karnevalsfestlichkeit teilgenommen hatte, in der Notwehr gegen einen plötzlichen Raubanfall getötet haben.
Vom Zuge getötet.
o Remscheid, 2. März. Ein tragisches Geschick hat die Tochter eines rheinischen Fabrikanten betroffen. Die 19jährige Milli Koch wollte in Rittershausen einen Maskenball besuchen. Vor Ungeduld, mit ihrem Bräutigam zusammenzutreffen, der sie auf dem Bahnhof abholen wollte, sprang fie aus dem Abteil, als der Zug, der noch kein Einfahrtssignal hatte, vor der Station hielt. Im selben Augenblick brauste der Gölner D- Zug heran, der das Mädchen erfaßte und vor den Augen mehrerer mitreisenden Freundinnen zermalmte.
Der Berliner Messerstecher verhaftet.
Berlin, 2. März. Hier wurde ein Maler Nichard Bennewiß aus Magdeburg unter dem Verdacht verhaftet, jener geheimnisvolle Attentäter zu sein, der vor zwei Jahren wiederholt Messerattentate auf Frauen und Mädchen verübte. Die Photographie des Bennewitz wurde einer damals angefallenen, inzwischen nach Liegnitz verzogenen Butmacherin gezeigt, die in dem Abgebildeten mit aller Be stimmtheit den damaligen Täter wieder erkannte.
Tödlicher Unglücksfall in einer Fechtschule. Paris, 2. März. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der Fechtschule von Nantes in dem dortigen Fechterzirfel. Ein Amateur nahm bei dem Fechtmeister Carrico Unterricht. Plöhlich brach die Spitze des Degens des Amateurs ab und durchbohrte die Lunge des Fechtmeisters. Diefer brach auf der Stelle tot zusammen.
Von einer Lawine überraschte Kirchenbesucher. Junsbrud, 2. März. Im Paznautal ging eine StaubIawine nieder, als sich 200 Personen zur Kirche begeben wollten. Ein Bauer wurde mitgerissen, seine Leiche ist noch nicht gefunden.
Handel und Verkebr.
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Gaffel, 28. Februar. Schlachtviehpreise. A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwerts, die noch M, 6) nicht gezogen haben( ungejocht) Schlachtgewicht vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren Schlachtgewicht 80-84 M, c) junge fleischige nicht ausgemä stete und ältere ausgemästete Schlachtgewicht 75-79 M, d) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere Schlachtgewicht 68-74 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes Schlachtgewicht 78-80 M, 6) vollfleischige junge Schlachtgewicht 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Schlachtgewicht 72-73 M. E. Färsen: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes Schlachtgewicht 80-82 M, und Kühe: b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Schlachtgewicht 75-78 M, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen Schlachtgewicht 68-70 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen Schlachtgewicht 64-66 M, e) gering genährte Kühe und Fürsen Schlachtgewicht 55-60 M. 2. Kälber. a) Doppellender feinster Mast Lebendgewicht M, 6) feinfte Mastfälber Lebendgewicht M, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber Lebendgewicht-M, d) geringere Mast- und gule Saugfälber Lebendgewicht 50-52 M, e) geringere Saugfälber Lebendgewicht 45-48 M. 3. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und füngere Masthammel Schlachtgewicht 78-80 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte funge Schafe, Schlachtgewicht 75 M. 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Kilogramm Schlachtgewicht 00-00 M, 6) vollfleischige von 120 bis 150 Kilogramm Schlachtgewicht 63-64 M, c) vollfleischige von 100-120 Kilogramm Schlachtgewicht 61-62 M, d) vollfleischige von 80-100 Kilogramm Schlachtgewicht 58-59 M, e) vollfleischige unter 80 Silogramm Schlachtgewicht 58 M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber, Schlachtgewicht 55-56 M.
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Cassel, 28. Februar. Weizen( 100 Kilogramm) 19.00 bis 10.60 M, Roggen( 100kilogramm) 15.70-16.10 M, Hafer( 100 Kilogramm) 15.50 bis 17.00 M.


