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Wertsachen wurden noch in erheblicher Menge beschlagnahmt. Ein großer Reisekorb enthielt noch fieben fostbare Delgemälde. Dazit kommen eine umfangreiche Briefmartensammlung, felne Retsesachen, Stidereten, Schmucksachen, Goldwaren usw.
Enrico Caruso hat am Montag Berlin als Patient verlaffen. Bet dem ihm zu Ehren veranstalteten Abschiedsfrühstück brach der Künstler stöhnend zusammen. von einem heftigen Ausbruch neuralgischer Er war Kopfschmerzen übermannt worden, von denen er während seiner ganzen Anwesenheit in Berlin gepeinigt wurde. Der erkrankte Künstler erholte sich erst zwet Stunden später, nachdem ärztliche Hilfe thm zutell geworden war. Seine Freunde hatten Caruso dringend gebeten, sein Berliner Gastspiel zu verschieben oder ganz aufzugeben. Aber er war dazu nicht zu bewegen, froßdem fich die Anfälle sters vor Beginn der Vorstellung mit besonderer Heftigkett bemerkbar machten. Dienstag hat der Stitnstler seine Reise nach Neuyork angetreten.
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Ein praktisch denkender Gemeindevorsteher. Wurde da in einem Dorfe nicht weit von Halle die GemeindeJagd verpachtet. Bet der Ausbtetung beteiligte sich auch ein größerer Besitzer, der bis zu 3000 Mark mitging. Da er ber Bestbietende war, nahm man an, daß er den Zuschlag erhalten würde. Es kam aber anders. Der Nächstbestbietende, ein Landwirt, erhielt den Zuschlag, und zwar motivierte der Ortsschulze dies mit folgender Begründung: Der Befiber ist zur Steuer mit nur 7000 Mart Einkommen veranlagt. Wie kann man nun verlangen, daß man jemand bet einem solchen Einkommen um 3000 Mart fürzen soll; der Betreffende hätte ja dann nur noch 4000 Mart übrig, mit welcher Summe unter den heutigen Verhältnissen schwer auszukommen ift. Troy aller Einreden von anderer Seite blieb der Ortsschulze fest: er tönne es nicht verantworten, wenn er die Hand dazu biete, daß jemand Not letden solle. Der Borfall wird in der betreffenden Gegend vielfach be= lacht.
Ehrung eines verftorbenen Soldaten durch die Kats ferin. Mit einer schlichten Feier wurde ein Gedenkstein am Grabe des Gefreiten Ussat von der 2. Kompante der Potsdamer Unteroffizterschule, den die Kaiserin dem Toten auf dem neuen Friedhofe in Potsdam hat seben lassen, enthüllt. Usiat war vor einem Jahre im Dienste schwer verunglückt und nach 11 Monaten im Oktober v. J. gestorben. Durch Hofprediger Schmidt wurde dte Kaiserin von dem Vorfall unterrichtet, und beschloß, dem fungen Soldaten einen Gedenkstein setzen zu lassen. Zu ber Feter hatten fich der Kommandeur der Unteroffizierschule sowie viele Offiziere und eine Abordnung der Komvante des Verstorbenen eingefunden.
Ein frecher Ranb ist Dienstag morgen vor dem Gebäude der Darmstädter Bank auf dem Schinkelplatz in Berlin an einem Kassenboten der Darmstädter Bank verübt worden. Zwet unbekannte Männer drängten fich vor dem Gebäude der Bank an den Kassenboten heran; der eine griff in die innere Rocktasche des Boten und raubte thm eine Brieftasche, in der sich über 1300 Mark Bargeld und außerdem ein Scheck befanden. Darauf ergriffen dte betden Räuber die Flucht. Sie konnten nicht eingeholt werden und sind bis jetzt nicht ermittelt.
Die Feuerwehr der Frauen. Daß einzelne unternehmungslustige Frauen sich in den Dienst der Feuerwehr gestellt und ihre Anstellung durchgesetzt haben, ist feine Seltenhett; in Petersburg ist eine Dame sogar Offizier der Feuerwehr, und in Amerika gibt es eine ganze Reihe weiblicher Feuerwehrleute. Eine ganze Feuerwehrkompante von Frauen fannte man jedoch bisher in Europa nicht. Die waderen Frauen des Städtchens Vannes in der Bretagne haben, wie eine Korrespondenz wiffen will, diese schmerzlich empfundene Litcke" nun ausgefüllt und haben eine regelrechte Damenfeuerwehr gegründet, auf welche Stadt und Gemeinde nicht wenig stolz sind. Sonntags treten die schmuck uniformierten Damen zu Feuerwehrübungen zusammen, und die Bürger von Vannes sfrömen in Haufen zu dem Ererzierplay, um thre Töchter und Frauen unter sehr fleidsamen blankgeputzten Messinghelmen mit Pumpe, Schlauch, Feuerleiter und Art üben zu sehen.
Wenn man einen großen Sansschlüffel hat. Unter dieser Ueberschrift erzählt ein thüringisches Blatt eine Srollige Geschichte: Junge Leute kehrten jüngst gegen fünf Uhr morgens von einem Sommerse heim. Einer von ihnen war ein„ möblierter" junger Mann und im Besibe eines der großen, ach so großen Hausschlüssels, wie sie in Sondershausen, wo der Vorfall sich zugetragen hat, so vielfach noch vorzufinden sind. Die Unterbringung dieses Instruments hatte thm schon oft Sorge gemacht, und schließlich war er auf den Gedanken ge= fommen, den Riesenschlüssel hinten an der Hosenschnalle zut befestigen, wo er ungestört ein sicheres Dasein führte. Doch mit des Geschickes Mächten.... Als der junge Mann vor seine Haustür tommt, will er fie naturgemäß aufschließen. Nach kurzem Besinnen erinnert er fich mit verständnisinnigem Lächeln des Aufbewahrungsortes feines Schlüssels.„ uff!" und mit„ kühnem
" Hm. Na, also gut! Ste können gehen."
" Und was die zweitausend Mark betrifft, dte da beschlagnahmt sind", fügte der Agent großspurig hinzu,„ so verzichte ich auch darauf-"
" Das ist eine Sache für sich", unterbrach thn Herr von Scharffenstein mit grimmigem Lachen.„ Das wird noch besonders geregelt werden. Adteu!"
Als Grulich hinaus war, winkte er die beiden Kommiffare, die bis jetzt respektvoll zugehört hatten, zu sich heran und sagte leise zu thnen: Diesen Ehrenmann werden wir in ganz besondere Beobachtung nehmen muffen."
" Ist beretts vorgesehen!" erklärte Herr von Bardekow.
Herr von Scharffenstein machte jetzt ein sehr vergnügtes Gesicht, als er sich an den Doktor wandte.
Und nun, Herr Doktor, zu Ihnen! Wissen Ste, daß mir jeßt die ganze Geschichte mit den zwettausend Mark Har wie Sonnenschein ist?"
„ Ste können nur Vermutungen aussprechen, Herr Untersuchungsrichter."
" Ich möchte mit Ihnen wetten, daß ich es genau weiß. Denn ob nun metne Darstellung des Vorganges ftimmt oder nicht, das werde ich an Ihrem Verhalten während meiner Worte merken, darauf können Sie sich verlassen. Nicht umsonst führe ich sett beinahe dreißig Jahren solche Untersuchungen!"
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Der Doktor sah thn scheu von der Seite an. Dieser letne Herr hatte unzweifelhaft etwas Dämonisches an fich, das mit eigentümlicher Macht auf seine Umgebung wirkt. Aber nein, es war unmöglich, alles konnte er nicht wiffen. Das Geheimnis, das er in seinem Busen bewahrte, war ja für ihn selbst auch nur Vermutung! Dieses Furchtbare, unheimliche, das er nun in all diesen Wochen mit sich berumtrug, das seine Seele mit Zent
Griff" versucht er ihn von der Befestigung zu lösen. Ist es nun schon in gewöhnlichem Zustande oft nicht leicht, die Hosenschnalle zu lösen, um wie viel schwerer muß es dann sein, wenn man bis früh um fünf Uhr Kom mers gefeiert hat! Kurz und gut, die Lösung des Schlütffels aus seinen Banden gelang nicht, und in feinem Rausche zoa der Unglückswurm feine Hose aus, schloß dann mit dem daran hängenden Schlüssel die Türe auf, begab sich in sein Zimmer- frach lag er selig im Bette. Wer aber beschreibt am andern Morgen des Hauswirts Schrecken, als er die Haustür aufschließen will: sie ist weit geöffnet, und am Schlüssel, der in dem Schlosse steckt, hängt die Hose des jungen Mieters.! Ob dem ein Unglück widerfahren? Schnell stürzt der besorgte Hauswirt hinauf doch da lag sein Mieter im Er Hefften Schlummer und schnarchte vor sich hin. träumte wahrscheinlich von großen, schweren Hausschlüsseln, die er durchsägen mußte.
Doppelfeter. Fran( zum neu eintretenden Mädalso chen): Sie sind fest gerade mein hundertstes. ein Jubiläumsmädchen!" Dienstmädchen:" Das ist doch merkwürdig- das ist nämlich auch mein hundertster Play!"
Das Opfer eines Hochstaplers.
Einer der gefährlichsten internationalen Hochstapler, der unter Anwendung von betäubenden Giften etne jungen Dame Bargeld und Schmucksachen im Werte von ca. 24 000 Mart abgenommen hatte, wurde am Montag aus der Untersuchungshaft dem Strafrichter vorgeführt. Wegen Betruges, Unterschlagung und Diebstahls hatte die 3. Straffammer des Berliner Landgerichts 1 unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lteber gegen den angeblichen Juwelenhändler David Gorenstein zu verhandeln. Die aus guter Familie stam= mende Selma M. war viele Jahre in der Familie eines russischen Millionärs Fränkel als Gouvernante tättg gewesen. Sie hatte sich im Verlauf von acht Jahren etn größeres Kapital zusammengespart, außerdem waren thr außer einem Berlenkollier zahlretche sehr wertvolle Brillantschmucksachen und andere wertvolle Sachen zum Geschenk gemacht worden. Anfang November 1909 gab fie thre Stellung auf, um zu ihren in der Schwetz lebenden Verwandten zurückzukehren. Auf irgend eine Weise mußte der jetzige Angeklagte von der Reise der Jungen Dame Kenntnis erlangt haben, denn er ließ diese schon von Warschau aus nicht aus den Augen. Durch Vermittlung der Wartefrau des Abteils erster Klaffe machte er die Bekanntschaft des Fräuleins M. Er nannte sich„ Dorry von Hastings" und gab sich als retcher Amerikaner aus San Franzisko aus, der nur deshalb nach Europa gekommen set, um sich hier eine Frau zu suchen. Kurz bevor der Zug Berlin erreicht hatte, bot ihr der„ Amerikaner" schon geschnittenen Kuchen und ein Glas Wein an, das sie ohne Argwohn annahm. Wie sich ergab, war der Wein mit einem Betäubungsmittel versetzt, das die Eigenschaft hatte, einen Zustand der völligen Willenlosigkeit herbeizuführen. In Berlin verschleppte der Angeklagte die N. in ein Hotel, wo er ihr etwa 110 Rubel in Papier und Gold und ein Perlentollier abnahm. Am nächsten Tage brachte er dann den Koffer der N., der für 18 000 Mart Schmudfachen enthielt, an sich und ebenso thr auf einer schwet zerischen Bant deponiertes Vermögen von 5500 Mart. Wie sich später ergab, war der Angeklagte an demselben Tage mit seiner Beute nach Warschau abgedampft. Er wurde später auf Grund eines Steckbriefes in Bremen verhaftet, nachdem er in der Zwischenzeit mehrere ähnliche Verbrechen verübt hatte. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 8 Jahren. Das Gericht ging jedoch mit Rücksicht auf die überaus raffinierte und niederträchtige Art und Weise, in der der Angeklagte sich seinen Opfern genähert hatte, noch über diesen Antrag hinaus. Es set Pflicht, einen derartig gemeingefährlichen Verbrecher so lange wie möglich unschädlich zu machen. Das Urfett lautete auf 10 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust.
Sind die Türken Sieger?
Während in Konstantinopel Stegesjubel herrscht, mag in Rom angesichts der letzten Meldungen aus Tripolls eine etwas gedrückte Stimmung sein. Denn an einem tatsächlichen Steg der Türfen vor Tripolis ist nicht zu zweifeln, wenn auch seine Folgen nicht so weittragend find, wie orientalische Phantaste fie fich ausmalt. Von halbamtlicher italienischer Sette wird auch bereits den türkischen Berichten von sehr großen Verlusten der Italiener in den jüngsten Gefechten vor Tripolis entgegengetreten. Die Stegesmeldungen der net. Bisher ist feine Bestätigung der ernsten NachTürken werden als absolut falsch und sinnlos bezeich= richten über die gefährdete Stellung der Italtener in Tripolis eingetroffen. Dagegen verlautet in Konstantinopel mit Bestimmtheit, die Türken hätten etnen neuen Angriff auf die noch im Befit der ItaItener befindlichen Außenforts von Tripolis unternommen. Die Italiener wurden ans ihren Stellungen
nerlast bedrückte und thn fast zum Wahnsinn getrieben hatte! Und da saß nun vor ihm dieser tm Justizpalast ergraute Mann und freute sich offenbar darüber, daß der Fall so schön klar vor thm lag. Unmöglich! Wahrscheinlich trrte er. Wahrscheinlich? Nicht sicher! Ja, ficher mußte dieser Mann trren, uns es würde gewiß trgend eine banale Geschichte dabet herauskommen. Aber was auch kommen sollte, er wollte, wenn er geendet hatte, ruhig aufstehen und sagen:„ Ste haben recht, Herr Untersuchungsrichter, so ist es gewesen!" Und dann würde man ihn entlaffen und die ganze Sache wäre erledigt. Und er raffte sich zusammen und sagte mit fester Stimme:
„ Ich habe volles Vertrauen zu Ihrer Erfahrung und zu Ihrem Scharfsinn, Herr Rat. Und da ste so tlar sehen, so tst metn wetteres Verweilen hier wohl nicht mehr nötig, und ich bin entlassen?"
Der Untersuchungsrichter verzog setne schmalen Lippen zu einem schwachen Lächeln und drohte mit dem Finger.
„ Et, et, Herr Doktor! Ste denken wohl, ich könnte dte Sache jetzt übers Ante brechen? Nein, so schnell geht das doch nicht! Ich habe Ihnen fa auseinandergesetzt, daß wir erst hören wollen, was Sie zu meiner Darstellung sagen werden."
Doktor Waldow machte eine verbindliche Verbeu
gung.
" Hm. Ich muß Sie vorher bitten, mich in meinem Gedankengang nicht zu unterbrechen. Das wirkt immer störend auf mich und zerreißt mir den Faden meiner Schlüsse."
Der Doktor verbeugte sich wiederum schweigend. „ Schön. Sehen Sie, Herr Doktor, es gibt fa Menschen, denen nichts nahe geht. Diese Menschen plätschern im Meere des Lebens umher wie ein Seehund, an dessen fettigem Fell auch nicht ein Tropfen des thn umgeben
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verdrängt und hatten große Berlufte. Die Italiener sollen mehrere hundert Tote und etwa 1000 Verwun dete verloren haben. Die Türken erbeuteten sechs Mas schinengewehre. In Tripolis mache sich unter den Ita lienern Mutlosigkeit und Verwirrung geltend. Die Meldung, die Italiener hätten bereits fapituliert, itst vorläufig unbestätigt, aber die türkische Regierung ist von großem Optimismus erfüllt.
Man muß nun abwarten, was an den türkischen Meldungen Wahres ist. In Paris hält man es als sicher, daß Italten einen Angriff aur See auf Saloniki, Smyrna und Beyrut plant, falls die Großmächte nicht rasch vermittelnd eingreifen. Dem Vormarsch in Tripolis stellen sich derarttae Schwierigketten entgegen, daß Italien viele Monate zur Besetzung brauchen würde. Vom Erscheinen der italienischen Kriegsflotte vor den genannten türkischen Häfen erwar= tet es ein Einlenken der Pforte und einen schnellen Friedensschluß. Auf die Türkei scheint das angebliche italienische Vorhaben aber keinen Eindruck zu machen. Der„ Tant." bezeichnet dte italienische Absicht, den Krieg auf die italienischen Inseln auszudehnen, als vergebliche Mühe; sie werde höchstens den Italienern felbst Schaden bringen. Das Blatt sagt, die Türkel verlache diese Absicht und freue sich höchstens in der Hoffnung, daß Italten wirklich einen solchen Fehler begehen werde. Ein zwischen den Inseln operierendes Geschwader wird dauernden Gefahren durch fürftiche Torpedoboote ausgesetzt sein. Außerdem mißte Italiens Seemacht durch die im Archipel stationierten Schiffe auf längere Zeit geschwächt werden.
Dentschland soll vermitteln.
Nach einer Meldung der Frants. Atg." aus Konstantinopel haben die Botschafter Englands und Frankreichs die Pforte verständigt, die Bemühungen ihrer Regierungen in Rom, die Bedingungen zu erfahren, auf deren Basis man zu etwaigen Friedensverhandlungen schreiten könnte, feien fruchtlos geblieben. Der italienische Minister des Aeußern hat erklärt, daß für Italten nur eine Intervention Deutschlands in Frage fommen fönne.
Ein amtlicher türkischer Siegesbericht.
Das türkische Kriegsministerium veröffentlicht fol gendes Telegramm des Kommandanten von Tripolis: In der Nacht vom 26. Oktober unternahmen Truppen und Freiwillige einen allgemeinen Sturm gegen die Stellungen der Italtener, wobet sie die Verteidigungslinie der Italiener an einzelnen Punkten durchbrachen. Ein Teil der Angreifer drang durch den Palmenhain bis in die Stadt. Unser rechter Flügel durchbrach nach längerem heftigen Angriff alle Verteidigungslinien des Feindes. Dem gegen einige Befoonnoen gerichteten Sturmangriff fonnte der Feind nicht standhalten, er räumte die Forts und floh. Die Truppen besetzten die Forts. Der Feind eröffnete aus seiner Stellung hinter der Verteidigungslinie das Feuer mit Schnellfeuergeschüßen und Mitrailleusen. Trotzdem brachten die ottomanischen Truppen nur durch Gewehrfeuer die Festungen zu Fall, au f denen dann die ottomanische Flagge gehißt wurde. Die Verluste des Feindes find unbekannt. Die Türken hatten etwa 40-50 Tote und hundert Verwundete.
Konstantinopel, 1. November. Einem vom türfischen Oberfommandierenden Nefchat Bei eingetroffe= nen Telegramm aus Tripolts zufolge behaupteten die Italiener die von den Türken genommenen Forts bis zum 28. Oftober, wo sie fte räumen mußten. Der Kriegsminister richtete an die Korpskommandanten ein Telegramm, worin er die heldenhaften Angriffe der Türken und Araber rühmt. Die Jtaltener haben sich in das Innere der Stadt zurückgezogen, die Kämpfe dauern fort.
Drahtnachrichten und Deuestes.
Ein schwedischer Dreimaster an der Elbmündung gestrandet.
Cuxhaven, 1. November. Heute nacht ist bel schwerem Weststurm der schwedische Dreimaster Hammonia an der Elbmündung gestrandet und total wrad geworden. Die Mannschaft wurde gerettet.
Ein Fall von Lungenpest in England. London, 1. November. In das Hospital von Shotlen in der Grafschaft Suffolk wurde bet elnem Seemann Lungenpest festgestellt. Es sind alle Vorsichtsmaßregeln getroffen.
Hungersnot in Rußland.
Petersburg, 1. November. Vom Gebiet des Kuban- Fluffes im Kautasus wird gemeldet, daß in den Dörfern eine entfeßliche Hungersnot herrscht. Die Bauern haben nicht die geringsten Lebensmittel mehr und sind dem Hungertode nahe. Vielfach haben sie sich das Abendmahl reichen lassen.
Ein neues Opfer der Aviatik.
Neuyork, 1. November. Der Flieger Professor Montgomery ist bet Flugversuchen mit etrem Gleitaeroplan eigener Konstruktion bet Santa Clara in Ka lifornien abgestürzt. Er erlitt tödliche Verletzungen.
den Elementes haften bleibt. Was sie auch treffen mag, thr Geist bleibt sich immer gleich, feine tieferen Eindrücke graben sie in sich ein. Das sind entweder die Gleichgültigen, die alles falt läßt, oder die Leichtfertigen, die überhaupt keiner tieferen Erfahrung fähig sind, oder die Leute mit der ehernen Stirn und den stählernen Nerven, an denen die stärksten Geschosse des Schicksals wie Gummibe abprallen. Zu diesen dret Sorten Menschen ge= hören Sie nicht! Ste sind ein Mann mit starter, gemitt voller Begabung, der nie sicher davor ist, daß thm sein Gefühl nicht einen Stretch spielt. Mit einem Wort, ein Gemisch von Sanguinifer und einem Melancholiker." Worauf mag er nur hinauswollen? dachte Doktor Waldow.
,, Ste sehen mich fragend an? Gedulden Sie sich nur etnen Augenblick, ich komme gleich zur Hauptsache. Ihre Veranlagung zum Gemütsmenschen wird mir durch Ihr Verhalten als Student bewiesen. Sehen Ste, ein anderer, weniger strupulöser funger Mann hätte sich nicht zwei Jahre lang mit einer solchen Sache herumgeschleppt, er hätte der Geschichte, sobald er seine ganze Lage durchschaut hätte, was fa bei Ihnen ziemlich bald der Fall war, mit fester Hand ein Ende gemacht. Ste aber, in Ihrer Güte, fühlten sich moraltsch verpflichtet, auch gegen Ihr inneres Empfinden fener Dame treu zu bleiben, menigstens für so lange, bis das Verhältnis selbst für Ihre Langmut unerträglich wurde. Das war der erste Aft Ihres Lebensdramas, der zweite wird durch die Schuld dargestellt, die Ste auf sich hatten lassen müssen, und die Ste nun immer wieder an Ihren Frrtum und an Ihre Verirrung erinnerte. Das war gut! Dadurch waren Sie für immer von fener für Ste unwürdigen Liebe geheilt. Da aber kam der dritte Akt. Fräulein Rank tauchte als stolze Frau eines hochangesehenen Mannes wieder vor Ihnen auf."
( Fortsetzung folgt.)


