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Einen Todessturz vom Eiffelturm vollführte gestern An augereifter Ruffe, der im ärmlichen Often von Paris ein kleines Gasthaus leitete. Man fah, wie fich der Körper in der Luft mehrmals überschlug, dann schlug er auf den rdboden auf. Boltzet und Publikum ellten sofort hinzu und sorgten für die Hinwegschaffung der Leiche.

Aus den Gerichtssälen.

Ein Prozeß um einen Giftbaum. Ein Giftbaum in Bo­anischen Garten zu Dahlem bet Berlin war fürzlich Ge­genstand eines Prozesses der vor dem Berliner Landgericht verhandelt wurde. Ein Kaufmann klagte gegen den Fis­Ins als Befizer des Botanischen Gartens zu Dahlem. Der gläger hatte sich zufällig in der Nähe eines Strauches, der der großen Familie der Effiobäume angehört, aufgehalten. Bon seinen Arten kann die Gifteiche der menschlichen Ge­fundheit schädlich werden. Die bloße Berührung der Blät= her erzeugt Schwellungen und Entzündungen der Hände and Arme, ja Lähmungserscheinungen. So erging es ienem Raufmann, der den Giftbaum übrigens gar nicht berührt haben will, er erfranfte an einer langwierigen und bösar­artige Hautfrankhett. Der Geschädigte verlangte infolge= deffen vom Fiskus Entschädigung, da die erforderliche Sorg­falt unterlassen worden sei; man hätte an dem gefährlichen Baum Warnungstafeln anbringen müssen. Der Fiskus trat den Beweis dafür an, daß solche Gift- Sumache" in vielen botanischen Gärten anzutreffen seien, ohne daß man vor linen warne, auch sei von Erkrankungen solcher Besucher, die sich an den Giftbäumen aufgehalten haben, nichts be­Fannt. Die Gutachten der Sachverständigen ließen über die Schädlichkeit des Sumach aber feinen Zweifel; das Gericht verurteilte daher den Fiskus zunächst zur Tragung der Arzt- und Kurtoften. Zweifellos wird der Prozeß noch die Höheren Instanzen beschäftigen.

Vermischtes.

Das Elend Berliner Kinder. Eine erschütternde Sprache reden die Ziffern einer Statistik, die sich mit den in die städtische Waisenpflege in Berlin aufgenommenen Kindern befaßt. Rund 4000 Kinder sind im letzten Jah­te von den Eltern ihrem Schicksal überlassen worden, da­runter nur 164, weil sie ganz verwaist waren, und 1264 wegen Armut der Eltern. Nicht weniger als 883 Kin­der tamen in Waisenpflege, weil der Aufenthalt der El­tern unbekannt war; 840 wegen Krankheit der Eltern. Für 126 Kinder mußte die Stadt sorgen, weil Vater oder Mutter die Familie verlassen hatten, für 44, weil die Eltern obdachlos waren. Weil die Mutter im Dienst war, nußten 223 Kinder ins Waisenhaus aufgenommen wer= len. Bei 50 Kindern war den Eltern das Erziehungs­teht entzogen worden; bei 20 war Trunksucht der Eltern die Ursache der städtischen Fürsorge. 12 Kinder waren, inglaublich aber wahr, von ihren Eltern nicht aus dem Krankenhaus abgeholt worden; ein Kind war obdachlos ufgefunden worden. Bei 129 Kindern war die Unter­ringung im Waisenhause erforderlich, weil die Eltern erhaftet, bei 34, weil die Kinder von den Eltern grau­Jim mißhandelt worden waren. 17 Kinder mußten dem Baisenhause anvertraut werden, weil die Mutter in Für­Torgeerziehung war. Bet weiteren 260 Kindern lagen noch die verschiedensten anderen Gründe für die Unter­Mringung im Waisenhaus vor. Angesichts dieser Zustände muß man es als ein Glück für die Kinder bezeichnen, wenn fe in solchen Fällen der liebevollen Pflege im Waisen­Hause teilhaftig werden.

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Post und Damenhüte. Aus Dresden wird dem ,, B. " geschrieben: Man sage nicht mehr, daß sich die Reichs­pft der Entwicklung nicht anpassen will. In Dresden rtimmt sie selbst auf die Mode in Damenhüten Rücksicht. Cie hat für die Mode der großen Damenhüte bestimmte Postwagen angeschafft. Die Oberpostdirektion Dresden

blanuzt diese im Verkehr mit der Bahn und den einzel­

diese wissen lassen, auch ein Stadtoberhaupt vergibt sich nichts, wenn es so handelt. Die Presse ist kein Lakai, kein Bediensteter, sie darf beanspruchen, daß man ihr die Ach­tung entgegenbringt, auf die sie ein Recht hat. Hat die Presse Wünsche, muß sie in höflicher Weise vorstellig wer­den; hat man Wünsche an die Presse, ist es billig, sich ihr gegenüber in gleicher Weise zu verhalten.

Die Mitte der Welt. Dächer als Wasserscheiden zwei­er Meere sind nichts ganz Seltenes. Eine solch weltbe­deutende Rolle spielt z. B. das Schloßdach des Fürsten Hohenlohe- Schillingsfürst in Rothenburg an der Tauber. Die südliche Dachrinne läuft nach Frankenheim in die Wörrnik und durch die Donau nach dem Schwarzen Meere, die nördliche nach der Tauber und durch Main und Rhein zur Nordsee. In der Schweiz sind ähnliche Fälle noch häufiger. Hier handelt es sich um die Wasserscheide von Nordsee und Mittelländischem Meere. Bei Vevey am Gen­fersee findet sich oberhalb der Stadt ein das Rhein- und Rhonebeden in unparteiischer Gerechtigkeit speisendes Dach. Ein anderes bei Cossonay zwischen Lausanne und Neuchatel gab dem Gehöft seit Jahrhunderten seinen Na­Es führt den prunkhaften Titel: Die Mitte der

men. Welt!

Die Folgen des schlechten Gewissens. Eine lustige Geschichte ist vor kurzem einem braven Bürger in einem böhmischen Städtchen passiert. Herr X. hatte sich, da er eine Reise unternehmen mußte, eine neue Hose bestellt. Der Schneider brachte das Kleidungsstück noch am späten Abend vor der Abreise. Bei der Probe sah aber Herr X., daß das Beinkleid um etwa fünf Zentimeter zu lang sei. Es war jedoch breits sehr spät und der Meister konnte den Fehler nicht mehr gutmachen. Da bat Herr X. seine Frau, sie möge die Hose kürzer machen. Doch die Frau, die von des Tages Last und Mühen schon erschöpft war, sagte, sie wolle schlafen gehen. Er solle die Hose hinauf frempeln. Ebenso erging es Herrn X., als er seine Tochter aufsuchte; auch sie weigerte sich unter Hinweis auf die späte Stunde. Hierauf brachte er bei seiner Schwieger­mutter dasselbe Anliegen vor. Doch auch hier hatte er kein Glück, da sich die alte Frau bereits zur Ruhe bege= ben wollte. Alle gingen also schlafen. Während der Nacht befam Frau X. Gewissensbisse, daß sie ihrem Manne die fleine Gefälligkeit abgeschlagen hatte. Gegen drei Uhr morgens stieg sie langsam aus dem Bett, nahm die Hose, schnitt bei jedem Bein fünf Bentimeter ab, säumte sie ein und legte die Hose wieder auf ihren früheren Platz. Um 4 Uhr morgens stand die Tochter auf und verkürzte das Beinkleid um fünf 3entimeter, faßte es ein und legte es auf den Sessel. Um fünf Uhr morgens reute auch die Shwiegermutter ihr ungefälliges Benehmen; nach kurzem Entschlusse stand sie auf, beraubte die Hose um weitere fünf Zentimeter ihrer Länge, säumte sie ein und legte sie wieder dorthin, wo sie sie hergenommen hatte. Als nun der gute Mann früh um 6 Uhr in die neue Hose schlüpfte, glaubte er, irrtümlich eine Badehose erwischt zu haben. Er tobte, sadaß die drei Frauen aufwachten... Die Aufklärung ließ nicht lange auf sich warten, aber die Hose wurde dadurch nicht länger.

Eine Dynastie" von deutschen Postbeamten. Das deut sche Städtchen Barntrup fann sich einer wahren Dynastie von Postbeamten rühmen, deren letzter Sprosse, Postsekretär Dieckmeier, vor einigen Jahren im hohen Alter gestorben tst. Die Familie Dieckmeier hat seit ungefähr 200 Jahren in ununterbrochener Reihenfolge in Barntrup Poststellen inne. Der erste Posthalter in Barntrup aus der Familie Dieckmeier begann damit im Jahre 1730 und wurde später= hin in der Kriegsgeschichte Friedrichs des Großen des öf teren erwähnt, da hier in Barntrup eine wichtige Poststa= tion und ein bedeutender Kreuzungsort von Hannover und Frankfurt a. M. aus war. Der alte Dieckmeier, der Ur­großvater des jüngst verstorbenen Postsekretärs, war mehr­fach mit wichtigen Missionen betraut gewesen. er im meisters in derselben Stadt. Auch er hatte diese Stellung bis zu seinem Tode im Jahre 1823 inne. Nach altem Her­kommen wurde jetzt der Enkel zum Posthalter gewählt, der im Jahre 1875 starb. Er verwaltete das Amt also über 50 Jahre. Sein Erbe trat sein Sohn an, der aus Neigung und Tradition die Postlaufbahn ergriffen hatte. Ihm war es nur 35 Jahre vergönnt, das Amt zu bekleiden. Zugleich war er der letzte Nachkomme dieser alten Dynastie.

um Stadtpoſtanter. Der Oberbau dieſer Wagen befiae 1771 htc, erbiet je ergut gen mit eines Boit­

seht aus braunem Segeltuch, die Holzteile sind postgelb gestrichen. Diese Wagen dienen lediglich zur Beförderung von Sutkartons. Die Dresdner Post konnte diese bei ih­Tim immer größer werdenden Umfange mit den gewöhn­Tilhen Wagen nicht mehr bewältigen. Auch im Eisenbahn­betriebe soll übrigens die Einstellung von Beiwagen für de fast fubikmetergroßen Hutkartons sehr oft nötig sein. Verhaftung einer Hochstaplerin. Der Leipziger Poli­gei ist es gelungen, eine gefährliche Hochstaplerin festzuneh­men. Diese hat unter dem Namen einer Frau von Löb­be in ersten Hotels verkehrt, Beziehungen mit Offizie rer und vermögenden Privatpersonen angeknüpft und diese Herren geschädigt. Bei einem Rendezvous in einem eleganten Weinrestaurant sollte die Frau verhaftet wer­dar. Sie unternahm einen Fluchtversuch, doch gelang ihre & fnahme. Die Verhaftete entpuppte sich als eine Kell­natin namens Eisenbach. Sie hat schon längere Zucht­hausstrafen verbüßt und wird von der Staatsanwaltschaft im Paderborn steckbrieflich verfolgt.

3u einem großen Faschingsexzeh tam es gestern nacht in dem bekannten Münchener Pschorrbräuausschank an der Neuhauser Straße, wo die Studenten während des Fa­dings ihr Hauptquartier haben. Es entstand dort eine Rhauerei, so daß das zahlreiche Ordnungspersonal der Restörer nicht mehr Herr werden konnte und man schließ­lih ein großes Echutzmannsaufgebot zur Hilfe rufen mußte. Dauzen hatte sich inzwischen eine gewaltige Menschen­mange angesammelt, die dann die vom Personal des Aus­fants einzeln hinausgeworfenen Studenten mit großen Gheul empfing.

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Ueber die Würde der Presse macht der Zeitungsver= lau aus Anlaß eines Einzelfalles einige zutreffende all­gemeine Bemerkungen. Es heißt da: Zu einem Konflikt zutischen Presse und Magistratsdirigent ist es in Jer­Ton gekommen. Die Stadt plante die Anlage einer Tal­porte von etwa 60 Morgen Größe. Der Plan sollte ge= heim gehalten werden, doch sickerte er, wie es meist zu gehehen pflegt, durch, und ein Blatt unterbreitete das htige Projekt der Oeffentlichkeit. Die sichere Kenntnis de Blanes benutzte die Terrainspekulation zu Bodenpreis­Steigerungen, so daß das Projekt schließlich daran scheiterte. In der Stadtverordnetenversammlung vom 29. Dezember wirde dem betreffenden Blatte die Schuld zugeschoben. Ci Stadtverordneter legte jedoch ganz richtig die Schuld der Umstande bei, daß der Magistrat es unterlassen habe, did Presse zu informieren. Es sei zu empfehlen, diese reseitig zu unterrichten, daß sie den betreffenden Plan nit eher zur öffentlichen Kenntnis bringen möge, bis die Sache spruchreif sei. Das lehnte der erste Bürgermei­fter shroff ab, er gebrauchte dabei die Worte: Er halte es unter seiner Würde." Ein solches Verhalten wird von manchen Verwaltungen noch beliebt, den Inter­en der Allgemeinheit aber entspricht es nicht. Bertungsredaktion fann nicht, wie es so vielfach gewünscht wild, bei jeder Notiz anfragen, ob ihre Veröffentlichung annenehm ist. Wer Wünsche an die Presse hat, möge es

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Der eingebildete Pestfranke."

Ein ergreifendes Bild von den Gefahren, in denen die deutschen und baltischen Aerzte im Bestgebiet ständig schweben, gibt ein Brief des praktischen Arztes Dr. med. Roger v. Buttberg, den er an seine Mutter, die Baronin v. Buttberg in Magnushof, über einige entsetzliche Stun den schrieb, die er in Charbin verlebt hatte. Baron Roger v. Buitberg, einer der hervorragendsten und opfermutigsten baltischen Aerzte, ist, wie aus Riga geschrieben wird, vor furzer Zeit zur Bekämpfung der Pest nach Charbin abge­reist. Am 29. Januar überfiel ihn nun ein hißiges Fieber, das von allen Anzeichen der Pest begleitet war. Als Arzt sah er schon jetzt alle Schrecken, die seiner warteten, und er bezeichnet selbst die Stunden als die scheußlichsten seines Lebens, in denen er den Totenwagen erwartete, den er selbst in den letzten Tagen so oft gezwungen war zu begleiten. Inzwischen untersuchten seine Freunde und Kollegen sei­nen Auswurf bakteriologisch, um dadurch eine sichere Diag­nose zu erlangen. Stunden der schrecklichsten Spannung folgen nun. Endlich, mitten in der Nacht um 4 Uhr, flin­gelt das Telefon, die Auskunft lautet erfreulicherweise, daß Vestbazillen nicht vorhanden sind. Im selben Augenblick geht das heftige Fieber zurück und am nächsten Tag ist der Arzt wieder gesund. Wir wollen hier den charakteristischen Brief, den die Baronin v. Buttberg in der Baltischen Post" veröffentlicht hat, im Wortlaut wiedergegeben, da er am besten die entsetzlichen 12 Stunden einer eingebildeten Best­frankheit wiedergibt. Der Brief lautet in den hauptsächlich­sten Stellen folgendermaßen:

Dieser Brief tft wirrlich ein menschliches Dokument und legt von dem Charakter, der Selbstverleugnung und dem Todesmut der im Pestgebiet lebenden deutschen Aerate ein glänzendes Zeugnis ab.

Drabtnachrichten und neuestes.

Ein Reiseabenteuer des Königs von Bulgarien. 0 Nürnberg, 1. März. Der König von Bulgarien der sich auf der Rückreise von Coburg nach Sofia befand, wurde gestern abend von Erlanger Studenten, die mastiert in den Speisewagen gekommen waren. im D- Bug belästigt. Die französische Kabinettskrise.

Paris, 1. März. Präsident Fallières ließ den Senator Monis zu sich rufen und forderte ihn auf, die Bildung des Kabinetts zu übernehmen. Monis forderte Bedenkzeit, um sich mit seinen politischen Freunden zu beraten.

,, Vorgestern hatte ich persönlich recht schlimme Stun­den zu durchleben. Plöblich hohes Fieber von 39 Grad mit allen anderen Anzeichen der Best stellten sich ein! 2 meiner Kollegen werden sofort zu mir geschickt... sie un­tersuchen mich und zweifeln an der Diagnose nicht. 3um Ueberfluß muß die Diagnose aber auch noch bakteriologisch bestätigt werden. Bis dahin durfte ich, allerdings von den Meinigen isoliert, in meinem Hause bleiben. An einen glücklichen Ausgang glaubte ich nicht. Scheußliche Stunden dieses Erwartens des Totenwagens, den ich selbst so oft begleitet habe. Da- Gott sei Dank- um 4 Uhr morgens läutet das Telefon start! Ich höre es in meinem Zimmer und höre ein freudig entschtes Gespräch, das die Meinigen mit der Peststation führen. Es wird nämlich telefonisch mit­geteilt, daß die mikroskopische Untersuchung bisher negativ ausgefallen ist, am nächsten Morgen soll eine abermalige Untersuchung die Sache endgültig klären. Das Fieber fällt nun und entscheidet, daß Pest nicht vorliegt. Die Er­frankung war die Folge einer Pestimpfung, der ich mich sechs Tage vorher unterzogen hatte. Ohne abergläubisch zu sein, widert einem der Gedanke an, sich der Freude hinzu­geben, daß man noch gesund ist. Denn das weiß keiner, der während der drei- bis viertägigen Inkubationszeit die To­Desfeime in sich trägt

Paris, 1. März. Monis hat sich entschlossen, neben dem Präsidium das Ministerium des Innern zu über­nehmen. Er fonferierte u. a. mit Delcassé, dem er die Uebernahme des Marineministeriums antrug.

Frankreich grollt weiter.

Paris, 1. März. Der Temps" schreibt in seiner ge­strigen Ausgabe: Nach den alldeutschen Zeitungen ist es nunmehr das halbamtliche Organ der faiserlichen Regie­rung, das sich diese unziemlichen Angriffe auf die Fremden­legion erlaubt. Ohne lange bei der Prüfung der Beweg­gründe zu verwellen, halten wir dafür, daß die gesamte Presse und öffentliche Meinung Frankreichs darauf mit einem entschiedenen Einspruch antworten muß und wir fügen hinzu, daß man durch derartige ungerechtfertigte An­griffe zwischen unseren Nachbarn und uns einen dauern= den Zwist herbeizuführen droht.

Selbstmord im Eisenbahnwagen.

Wesel, 1. März. Hier wurde der Regierungsbau­meister Kann aus Siel in einem Abteil 1. Klasse schwer ver­letzt aufgefunden. Er hatte sich mit einem Revolver in den Unterleib geschossen und dann die Schußwaffe zum Fenster hinaus geworfen. Kann verweigerte jede Angabe über das Motiv zur Tat. Er starb auf dem Transport nach dem Krankenhause. Es wurden bei ihm Briefe an seine Eltern und Freunde vorgefunden, die seinen Selbstmord ankün­digen.

Liebestragödie.

Charlottenburg, 1. März. Der aus Wien stam= mende Schneider Zompla erschoß heute früh in seiner Woh­nung in der Juarezstraße seine Braut, die Witwe Nyebze aus Wien und tötete sich dann selbst. Das Motiv der Tat ist unbekannt.

Jugendlicher Raubmörder.

Steinach( S.-M.), 1. März. Der 20jährige Sohn des Grünwarenhändlers Greiner verübte gestern einen Raubmordverfuch auf den Bäcker und Materialwaren­Händler Soen. Er trat in den Laden des Hoen und gab an, einen Pfeifenkopf kaufen zu wollen. Während sich Hoen anschickte, das Verlangte zu suchen, schlug ihn Greiner von hinten mit einem Beile nieder. Der Ueberfallene ist lebens­lebensgefährlich verletzt. Der jugendliche Täter ist ent­flohen.

Gewaltiger Bergrntsch.

Bamberg, 1. März. Im Walddistrikt Spittelholz" am östlichen Abhang des Banzer Waldes ist seit Sonntag ein Erörutsch in Bewegung, der bereits 90 000 Quadrat­meter Fläche umfaßt und einen starken Waldbestand ver= nichtete. Der Bergrutsch ist weiter in Bewegung. Das Be­zirksamt Lichtenfels hat ein umfassendes Wegeverbot er­laffen.

Schwerer Eisenbahnunfall.

Paris, 1. März. Auf dem Bahnhof Caen ist eine Lokomotive gegen einen Prellbock gefahren, wobei ein Ma­schinist und ein Heizer getötet wurden.

Folgenschwerer Hanseinsturz.

O Paris, 1. März. In St. Etienne stürzten gestern nachmittag vier zumeist von Arbeitern bewohnte Häuser ein. Zwei Personen wurden getötet, mehrere andere ver­Tetzt.

Vergiftung durch Schierling. Rotterdam, 1. März. Von drei Knaben, die Schierlings­wurzeln gegessen hatten, starben zwei innerhalb weniger Stunden; der dritte konnte durch Gegenmittel gerettet werden.

Ein Luftschifferbataillon für England. London, 1. März. Das Armeeblatt ordnet die Bil­dung eines Luftschifferbataillons in Stärke von 190 Mann

an.

Große Fenersbrunst in Konstantinopel. Konstantinopel, 1. März. Einer der zahlreichen Villen­vororte, die nördlich des Stadtteils Skutari liegen und den Europäern als Sommeraufenthalt dienen, Kuskundschuk, wurde gestern durch ein Riesenfeuer fast vollständig ver­nichtet. Viele kleine Leute sind bei dem falten Wetter ob­dachlos geworden.

Keine Beulenpest in Nordamerika.

Neuvork, 1. März. Die Gesundheitsbehörden sind der Ansicht, daß es sich bei der Krankheit in Spokane, die jüngst als Beulenpest angesehen wurde, um Lungenentzün­dung verbunden mit Grippe handelt.

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Handel und Verkebr.

Frankfurt, 27. Februar. Viehmarktspreise vom 27. Feb­1 Zentner: Rinder. A) Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) M 50-54,( Schlachtgewicht) M 91-93, 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete ( Lebendgewicht) M 46-49,( Schlachtgewicht) M 83-89, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgewicht) M 41-45,( Schlachtgewicht) M 75-83. B) Bullen: a) voll­fleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebend­gewicht) M 45-48,( Schlachtgewicht) M 75-80, b) vollflei­schige jüngere( Lebendgewicht) M 40-44,( Schlachtgewicht) M 66-73. C) Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemä­stete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 44 bis 48,( Schlachtgewicht) M 79-86, 6) vollfleischige ausge­mästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Le­bendgewicht) M 43-46,( Schlachtgewicht) M 80-83, c) 1. we­nig gut entwickelte jüngere Färsen( Lebendgewicht) M 40 bis 48,( Schlachtgewicht) M 77-83, dv. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendge­wicht) 33-40,( Schlachtgewicht) M 61-74, d) mäßig ge­nährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 28-32,( Schlacht­gewicht) M 56-64, e) gering genährte Kühe und Färsen ( Lebendgewicht) M 22-25,( Schlachtgewicht) M 44-50. D) Gering genährtes Jungvieh: Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) M00-00, 6) feinste Mast-( Vollmilchmast) und beste Saug­fälber( Lebendgewicht) M 56-60,( Schlachtgewicht) M 93 bis 100, c) mittlere Mast- und gute Saugkälber( Lebendgewicht) M51-55,( Schlachtgewicht) M 86-93, 5) geringere Saug­fälber( Lebendgewicht) M 45-50,( Schlachtgewicht) M 76 bis 85. Schafe: 2) Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 40-41,( Schlachtgewicht) M 84-86, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe ( Lebendgewicht) M 31,-,( Schlachtgewicht) M 74,-. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendge­wicht( Lebendgewicht) M 47-50,( Schlachtgewicht) M 60-62, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht ( Lebendgewicht) M47-49,( Schlachtgewicht) M 58-60, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kilogr. Lebendge­wicht( Lebendgewicht) M 47-49,( Schlachtgewicht) M 56 bis 60, 6) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogr. Lebendge­wicht( Rebendgewicht). 47-49,( Schlachtgewicht) M 57-60

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