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( 8.1)
flagten beendet und darauf in die Zeugenvernehmung eingetreten.
Verurteilung eines Bürgermeisters. Die Straffammer in Darmstadt verurteilte den Landtagsabgeordneten und fr heren Bürgermeister Adam Seelinger aus Lampertheim wen Erhebung zu hoher Gebühren, deren er sich in seiner Eigenschaft als Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter bis März 1904 in zahlreichen Fällen schuldig gemacht hatte, 311 drei Monaten Gefängnis.
Ein praktischer Arzt zu sechs Monaten Gefängnis ver: arteilt. Wegen Uebertretung des§ 230 StGB. hatte sich ein Arzt aus Graudenz vor der drotigen Straffammer zu verantworten. Er hatte bei einer Entbindung hygienisch nicht einwandfreie Instrumente und Verbandwatte benutzt, so daß dadurch Bultvergiftung eintrat. Infolgedessen mußte ein Bein der Frau operiert werden, was eine Verkürzung zur Folge hatte. Zu der Verhandlung waren mehrere hervorragende Mediziner als Sachverständige erschienen. Nach ihren Gutachten hatte der Angeklagte die Vorsicht, zit der er durch seinen Beruf besonders verpflichtet war, in höchst fahrlässiger und grober Weise außer acht gelassen. Er wurde deshalb zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung fand in öffentlicher Sigung statt.
Vermischtes.
Das Heilsarmeegefpenft. Aus London wird berichtet: Die Heilsarmee wendet, wie man schon längst weiß, oft recht seltsame Mittel an, um Sünderseelen einzufangen und nach gehöriger Läuterung für den Himmel zu gewinnen. Daß sie sich hierbei hin und wieder ein bißchen lächerlich macht, scheint für sie nicht allzu schwer ins Gewicht zu fallen. Von einer solch lächerlichen Sünderjagd ist wieder einmal zu berichten. Seit mehreren Tagen fann man in gewissen start besuchten Parkanlagen der Metropole eine seltsame Gestalt wandeln sehen. Sie gleicht einem Gespenst aus dem Märchen; um den Leib hat sie ein riesiges weißes Bettlafen geschlungen, während das Geficht unter einer Papiermaske, die einen Menschenschädel darstellt, verborgen ist. In den Händen hat das Gespenst einen richtigen Schädel; sobald es nun einer Gruppe von Nichtstuern oder Erholungsuchenden begegnet, bleibt es stehen und beginnt eine roße Predigt zu halten, indem es darauf hinweist, daß allen Menschen, sowohl den guten wie den schlechten, der Tod in Aussicht stehe und daß die Jagd nach Reichtum und nach Ehren ein eitles Streben sei, da man ja doch ins Gras beißen müsse. Man könnte den sonderbaren Heiligen ruhig weiter predigen lassen, wenn er nicht unter den im Park spielenden Kindern großen Schrecken verbreitete. Auch die Frauen find in großer Angst und viele sind beim Anblick des Heilssoldaten in Ohnmacht gefallen, so daß sich ihrer die immer hilfsbereiten Schußlente annehmen mußten. Die Zeitungen protestieren natürlich lebhaft gegen eine solche Propagandamethode der Heilsarmee.
Tolstois Besiktum und die amerikanische Großfinanz. Aus London wird dem Frff. Gen.- Anz. eine Neuyorfer Meldung übermittelt, wonach ein Neffe Tolstois, Michael Kosminsky, der zurzeit über den Verkauf von Tolstois Gut Jasnaja Poljana dort verhandelt, ankündigt, daß ein Konsortium amerikanischer Millionäre den Aniauf des Tolstoischen Besitzes betreibt, um dort eine dauernde Ausstellung amerikanischer Maschinen, umgeben von einer Musterfarm, zu errichten. Bedingung set, daß der Preis für die 275 Morgen Landes, die nach Tolstois Testament für eine Erziehungsstiftung nebst Hospitälern, Bibliotheken und Ackerbauschule verwendet werden sollen, durch internationale Zeichnung aufgebracht wird. Die verbleibenden 900 Morgen will das Syndikat für seine Zwecke verwenden. Das Konsortium besteht aus fünf der ersten Fabrikanten von landwirtschaftlichen Maschinen.
Druck ohne Drucerschwärze. Auf eine mahe bevorstehende Revolution auf dem Gebiete des Buchdrucks wies vor etwa einem Jahre„ Chambers Journal" hin. Hieraus scheint jetzt Wahrheit geworden zu sein, denn das„ Technical World Magazine" ist in der Lage, ziemlich viele Einzelheien über die Erfindung des Druckes ohne Druckerschwärze anzugeben. Sie stammt von einem englischen Ingenieur. Bei elektrischen Experimenten drückte er zufällig eine Münze, die auf den Tisch gefallen war und im Begriffe war, fortzurollen, gegen ein feuchies Papier auf einer Metallunterlage und gleichzeitig gegen eine nicht isolierte eleftrische Zeitung, und zu seinem Erstaunen sah er auf dem Papier einen flaren braungefärbten Abdruck der Münze. Das war vor etwa 12 Jahren. Bereits vor zehn Jahren war die auf dieser Beobachtung aufgebaute Erfindung so weit gediehen, daß er auf elektrischen Wege ein Buch drucken konnte, bei dem keineDruckerschwärze benutzt wurde, aber er wollte die Erfindung, che er sie veröffentlichte, erst soweit ausarbeiten, daß sie im großen Maßstabe benutzt werden kann. Das ist ihm jetzt gelungen. Seine heutige Maschine benutzt nicht mehr feuchtes Papier, sondern trocke= nes, das mit Chemikalien imprägniert ist. Welche Stoffe er zum Imprägnieren benutzt, hält er vorläufig noch geheim, jedenfalls sollen sie außerordentlich billig sein. Sie werden der Papiermasse während der Fabrikation beigemengt. Bei dem neuen Druckverfahren wird der Zylinder, auf dem der Schriftsatz aufgespannt wird, nun nicht mehr von einem verwickelten Walzensystemt mit Druderschwärze versorgt, sondern dieser schmusigste und heifelste Teil der ganzen Druckmaschine ist überflüssig geworden. Der Schriftsatz ruft auf dem imprägnierten Papier vielmehr dadurch den schwarzen Druck hervor, daß das Papier über eine Metallplatte als Untergrund läuft und daß gleichzeitig der elektrische Strom durch den Schriftsab geht. Je nach der Art des Metalles, des als Unterlage dient, und je nach der Imprägnierung des Papiers fönnen nun sämtliche Farben des Regenbogens hervorgerufen werden, ja es ist sogar möglich, Kunstwerke in Farbenabtönungen so zu reproduzieren, daß sie von gu= ten Photogravüren nicht zu unterscheiden sind. Besonders für den Zeitungsdruck fann dies Verfahren ohne Druckerschwärze, wenn sich die Mitteilung in ihrem ganzen limfange bestätigt, von größter Wichtigkeit werden, denn das Drucken geht dabei erheblich schneller, es werden weniger Arbeitskräfte gebraucht, außerdem kann das Abfallpapier das bisher wegen der Verunreinigung mit Druckerschwärze, bei neuer Verarbeitung nur noch als Backpapier verwertet werden konnte, noch einmal oder beliebig viele Male als Druckpapier verwendet werden, denn die durch den elektrischen Kontakt hervorgerufene Färbung kann, so bestän= dig sie sonst auch ist, durch elektrolytische Prozesse vollkom= men entfernt werden.
Die vernünftigen Belgraderinnen. Aus der serbischen Hauptstadt kommt eine interessante Kunde. Dort ist nämlich kürzlich ein neuer Verein gegründet worden, der wohl einzig in der Welt dasteht. Er nennt sich Antilurus- Verein" und hat nur Damen zu Mitgliedern. Zum Unterschiede von so vielen anderen hat dieser neueste Belgrader Verein aber wirklich eine starke Daseinsberechtigung. Seine Mitglieder haben nämlich das Tragen aller modernen Bugustoiletten und der teueren Schmucksachen abgeschworen. Sie wollen sich von jetzt ab, so wie dies ihre Mütter und Großmütter getan haben, wieder ganz einfach fleiden. O, wie vernünftig doch diese Belgraderinnen find! Und wie sind jetzt die Ehemänner zu beneiden! Was für gewaltige Ersparnisse werden sie verzeichnen können. Ob allerdings dieser Antilugus- Verein" schon viele Mitglieder zählt, ist noch nicht bekannt geworden. Man darf auch sehr gespannt darauf sein. Es ist aber jedenfalls hoch anzuerkennen, daß dieser Verein gerade in Belgrad, also im Orient, wo sonst die Frauenweit dem Luxus über die MaBen hold ist, das Licht der Welt erblickt hat.
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Der„ Sohn des Ministers". Die Geschichte eines Kavalleristen namens Pichon in Luneville, der sich fälschlich für einen Sohn des französischen Ministers der auswär tigen Angelegenheiten ausgegeben hat, flingt in den ausführlichen Schilderungen der Pariser Blätter wie eine richtige Humoreske. Als Pichon( Paul- Marie") sich vor einigen Monaten in Luneville zum Diensteintritt bei den neunten Dragonern meldete, wurde er nach der VerLesung seines Namens sofort gefragt, ob er ein Sohn des Ministers sei.„ Ja!" erwiderte der angehende Dragoner keck in der nicht unrichtigen Erwägung, daß ein ,, fils à papa" es manchmal Teichter hat als ein gewöhnlicher Sterblicher. Der Dragoner Pichon hatte sich nicht ge= täuscht. Man begegnete ihm im Regiment und überhaupt in ganz Luneville mit einer Aufmerksamkeit, die beweistt, daß Herr Pichon, der Minister, sich in Luneville großer Hochachtung erfreut. Nur ein Pferd so erzählt der „ Eclair" vergaß völlig die Achtung, die man einem Ministersohn schuldig ist, und versetzte dem Dragoner Pichon vor einigen Tagen einen Hufschlag, der die Ueberführung ves Verletzten ins Militärlazarett notwendig machte. In Luneville verbreitete sich die Kunde von dem Unfall mit unheimlicher Geschwindigkeit.„ Der Sohn des Ministers ist verletzt!" rief man sich auf der Straße und in den Cafees zu. Und ein gewissenhafter Journalist drahtete die Mär sofort an sein Pariser Blatt. Im Lazarett bemühten sich mittlerweile die Aerzte um den interessanten Patienten. Sie redeten ihm Mut ein und meinten tröstend: „ Wir werden sofort Ihren Herren Vater benachrichtigen!" ,, Welchen Vater?" schrie der Verwundete entsetzt. ,, Nun, Ihren Vater, den Minister!" erwiderten die Aerzte erstaunt. Da tam es dann heraus. Der Dragoner Pichon wurde puterrot und stammelte: Er ist gar nicht mein Vater. Ich bin nur sein Neffe!" Tableau! Aber auch das war erlogen, denn die Verwandtschaft zwischen dem Minister Pichon und dem Dragoner Pichon besteht nur in Namensvetterschaft. In Paris veranlaßte die Meldung von dem Unfall des„ Ministersohnes" viele Diplomaten am Ministerpalais vorzufahren und sich nach dem Befinden des verletzten Dragoners zu erkundigen. Sie waren etwas verlegen, als ihnen eröffnet wurde, daß der Minister gar keinen Sohn hat.
Heiteres. Ein edler Hundefresser.„ Sie weinen!... Was ist denn vorgefallen, liebe Freundin?" „ Ach, mein Azorl war seit acht Tagen verschwunden." „ Und noch immer keine Nachricht?"" Doch! Da steht er! Soeben hab' ich ihn anonym zugeschickt bekommen- aber ausgestopft."
Raffiniert. Richter:„ Nachdem Sie in die Wohnung der Privatiere eingebrochen waren, stahlen Sie, während die Dame schlief, außer Geld auch noch deren Perücke. Was haben Sie damit angefangen?"- Einbrecher:„ Ja, wissen S, Herr Richter, die hab' ich nur deshalb mitgenommen, damit die Dame nicht sofort zur Polizei laufen fonnte." ( Flieg. Bl.)
Zarter Wink. Amisvorstand: Wie bringen wir es dem Rat Müller bei, daß er um seine Bensionierung einkommen soll?" Sekretär:„ Legen wir ihm eine Karte auf den Schreibtisch: Schlaf' zu Hause!"
Der Proz. Kommerzienrat( zu feinem Söhnchen): Warum Kletterst Du auf den Baum hinauf, Ostar?. Zu was hab' ich Dir denn einen Aeroplan gekauft?"
Der Abbruch der Kronprinzenreise.
Ein wissenschaftliches Gutachten über die Best. Wie ein Berliner Blatt erfährt, hat die chinesische Regierung, als die Bestfälle sich mehrten, im Hinblick auf die Verantwortlichkeit, die sie beim Besuch des Kronprinzen hatte, ein besonderes Gutachten bei dem berühmten japanischen Bakteriologen, Professor Kitasato, dem befannten Mitarbeiter des Professors Behring, eingeholt. Kitasato stellte zunächst fest, daß es sich um wirkliche echte Lun genpest handelte. Der bakteriologische Befund deckte sich vollständig mit dem klinischem Verlauf. Die Lungenpest ſei zwar nicht in dem Maße ansteckend, wie die Beulenpest, d. H. der Kranke infiziere nicht das ganze Milieu, sondern die Krankheit sei eigentlich nur von Person zu Person ansteckend, und zwar auf dem Wege der unmittelbaren Einatmung der Luft des Kranken oder von Auswurfsstäubchen. Aber die gesamte klimatische Lage scheine im Augenblick der Verbreitung der Seuche günstig zu sein, denn sie weise eine Mortalität auf, die die Verhältniszahlen früherer Epidemien übertreffe. Sonst ist die SterbItch fett etwas über 95 Prozent. diesmal ist sie genau 100 Prozent, d. h. alle von der Krankheit Erfaßten sterben binnen ein bis zwei Tagen. Dieser Bericht des Professors Kitasato ist auch im„ New York Herald" veröffentlicht worden und wird wohl auch dem Berliner Hofe bekannt geworden sein und mit Veranlassung gegeben haben, dem Kronprinzen zur schleunigen Aufgabe seiner Neise zu raten. Wie weiter berichtet wird, hat der Kaiser vor fünf Tagen anläßlich eines Vortrages des Generalstabsarztes Tr. v. Schjerning sich über die Gefahren, die dem Kronprinzen beim Besuch der chinesischen Häfen drohen könnten, informieren lassen. Dr. v. Schjerning hielt die Fortsetzung der Reise immerhin für bedenklich.
Chinas Bedanern über den Abbruch der Reise.
Der chinesische Gesandie in Berlin erklärte einem Vertreter des B. T.":„ Die Nachricht, daß der Kronprinz nicht nach China komme, hat mich schmerzlich überrascht. Sie wird nicht nur die chinesische Regierung, sondern das ganze chinesische Volf traurig stimmen denn man hatte sich in China sehr auf das Kommen des deutschen Kronprinzen gefreut. Es waren zum Teil bereits umfangreiche Vorbereitungen zu einem großartigen Empfange getroffen wor= den. Die Enttäuschung ist nun groß, aber wir müssen uns in das Unabänderliche fügen und die Bedenken der deutschen Regierung als berechtigt anerkennen." Die chinesische Gesandtschaft in Berlin hatte bereits bei einer Berliner Firma funstvoll ausgeführte Menüfarten, deren jede ein fleines Kunstwerk darstellen sollte, für einen Preis von mehreren tausend Mark bestellt. Die Karten waren be= stimmt, in Peking während der Anwesenheit des Kronprinzen die Softafel zu zieren.
Salkutta, 1. Februar. Der Kreuzer„ Leipzig", auf dem der deutsche Kronprinz die Rückreise antreten wird, ist gestern abend hier eingetroffen.
Ueber die Ausbreitung der Best melden uns Telegramme: Petersburg, 1. Februar. Aus Charbin wird gemeldet, daß sich die Pest furchtbar ausbreitet. Das Chinesenviertel ist in eine Totenstadt verwandelt. Alle Kaufieute und Beamte find geflüchtet. Da es nicht möglich ist, alle Leichen sofort zu beerdigen, haben Spekulanten Leichendepots eingerichtet, in denen sie die Körper der an Peit gestorbenen Personen gegen eine Vergütung von anderthalb Rubel aufbewahren, um sie später den Angehörigen zur Beerdigung auszuliefern. Die russisch- chinesische Bahn hat alle Angestellten hoch versichert, um ihre Flucht zu verhin= dern. Die russischen wie die japanischen Zeitungen im fernen Osten verlangen internationale Einmischung zur Bekämpfung der Epidemie und Niederbrennen der Beitberde anf chinesische Kosten.
Paris, 1. Februar. Dem„ New York Herald" wers den aus Peking furchtbare Einzelheiten über die Pest in der Mandschurei gemeldet. Von 30 000 Einwohnern der Chinefenstadt Fudsjadjan seien bereits 4000 gestorben und mehr als die Hälfte geflüchtet. Man glaubt, daß die ganze Stadt werde verbrannt werden müssen, um das Umsichgreisen der Seuche zu unterdrüden. Die Einwohner verheimlichen die Todesfälle aus Furcht, daß sie in die Jolierbaraden ges schafft werden. Jeden Morgen sind die Straßen mit Leidjen bedeckt, die nachts dorthin geworfen werden. Alle Euro: väer, Chinesen und Japaner, die an der Eisenbahn beschäf= tigt sind, tragen Gazegewänder, die mit Jodoform durchtränkt sind und nur die Augen frei laffen.
Drabtnachrichten und neuestes.
Kaiser und Kanzler.
Berlin. 1. Februar. Der Kaiser konferierte hente vormittag im Auswärtigen Amte mit dem Reichsfamzler von Bethmann Hollweg und dem Staatssekretär des Auswärtigen von Kiderlen- Wächter.
Zum Tode Paul Singers.
Berlin, 1. Februar. Von den Reichstagsfraktionen haben nur die Antisemiten ihr Beileid zum Tode Singers nicht ausgesprochen. Auch Oberbürgermeister Kirschner widmete dem Verstorbenen als einem sehr tätigen Mitglied der Verkehrsdeputation einen warmen Nachruf. Zur Beerdigung Sinaers am Sonntag nachmittag wird im Vorwärts" zu zahlreicher Beteiligung aufgefordert.
Die Fernfahrt des Militärluftschiffes M. 3. Berlin. 1. Februar. Ueber die Fahrt, die das Mis Iitärluftschiff M. 3 gestern früh nach Gotha angetreten hat, wird berichtet, daß das Luftschiff nur zwet seiner Motore zit verwendent brauchie. Da es sehr günstig mit dem Winde fuhr. Fast ununterbrochen herrschte leichter Schneefall. Der Schnee hinderte das Luftschiff jedoch nicht weiter, do er trocken war und von selber abficl. Das Fahrzeug be. stand ohne jede Beschädigung die Fahrt. Wenn die Gas nachfüllung beendet ist, soll heute die Weiterfahrt angetreten werden, deren Ziel Metz ist. Sollte sich eine Zwischenlandung als notwendig erweisen, so wird man ver suchen, diese in Hanau vorzunehmen. well dem Luftschiff dort ein Eisenbahnregiment zur Verfügung steht. Gotha, 1. Februar. Der Aufstieg des Militärluftschiffes M. 3 hat heute wegen der ungünstigen Witterung unterbleiben müssen.
Fliegerunfall auf dem Flugplatz Johannistal. Berlin, 1. Februar. Auf dem Flugplatz Johannistal stieß gestern nachmittag der Flieger Boutard, ein Schüler Poulains, auf einem Poulainapparat infolge mangelhaften Steuerns gegen einen Baum. Die Maschine begrub Bontard unter ihren Trümmern. Er erlitt eine schwere Rüdgratverletzung und wurde nach dem Krankenhaus in Brit transportiert.
Drohender Streit der Arbeiter in den Weißenfelser Schuhfabriken.
=> Weißenfels, 1. Februar. Eine gestern abend abge= haltene Versammlung des Vereins Weißenfelser Schuhund Schäftefabrikanten hat einstimmig beschlossen, die ihnen unterbreiteten Forderungen der Arbeiter als völlig nnannehmbar abzulehnen. Da die Arbeitervertreter cr flärt hatten, eine Ablehnung mit Kündigung und Streif zu beantworten, so ist ein Ausstand von 5000 Arbeitern und Arbeiterinnen unabwendbar.
Der Winter in den Schweizer Bergen. Bern, 1. Februar. In den Hochlagen der Schweizer Berge erreichte die Kälte gestern eine Höhe von bis 20 Grad. Die erste Matterhornbesteigung in diesem Jahre wurde gestern von einem Engländer mit zwei Führern bei scharfer Kälte ausgeführt.
Sienerdefraudationen in Italien.
Nom, 1. Februar. Seit Wochen sprachen einige Blätter ausführlich, aber wegen des Verleumdungsparagraphen, vorsichtig über bedeutende Stenerdefraudationen einer Spiritusgesellschaft. Sie sagten, der Abgeordnete Montagna und andere hochgestellte Persönlichkeiten seien in den Fall verwickelt. Vor einigen Tagen wurden sieben Finanzbeamte und ein römischer Kaufmann verhaftet. Jetzt teilt die offiziöse„ Tribuna" mit, daß der Standal weitere Kreise ziehen werde, da auch in Neapel eine Berzweigung von Montagnas Genossenschaft entdeckt worden sei. Der Schaden des Staates belaufe sich auf fabelhafte Summen. Die „ Tribuna" drängt die Regierung zur Energie und Eile, damit die Schuldigen nicht die Spuren ihres Verbrechens verwischen könnten und so das Bertranen des Publikums in die Justiz mangelhaft würde.
Kandel und Verkebr.
Frankfurt, 30. Januar. Bichmarktpreise vom 30. Ja nuar. Preise für ein Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt( Lebendgewicht) M 49-53,( Schlachigewicht) M 88-91, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 80 bis 87, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Le= benógew.) M 41-43,( Schlachtgew.) M 75-79. d) gering ge= nährte feden Alters( Rebendgew.) M-,( Schlachtgew.) M B. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchst. Schlachtwertes( Lebendgew.) 45-47,( Schlachtgem.) M 75-78, 6) voilfleischige jüngere( Lebendgew.) M 40-42,( Schlachtgewicht). 60-70, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere( Rebendgew.) M-,( Schlachtgew.) M d) gering genährte( Lebendgem.),( Schlachtgem.) M. C. Fär sen and Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höch Sten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 42-47,( Schlachtgew.) M 75-84. 6) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 40-45, ( Schlachtgew.) M 74-81, c) ältere ausgemästete ühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Fürsen( Lebendgewicht) 36-40,( Schlachtgew.) M 69-77, 5) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 24-29,( Schlachtgewicht) 48-58, c) gering genährte Kühe und Färsen ( Lebendgem.) M 21-23,( Schlachtgew.) M 48-52. D. Gering genährtes Jungvich( Fresser)( Lebendgew.) M-,( Schlachtgewicht) M Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgem.) M( Schlachtgew.) M, 6) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) M 56-60, ( Schlechtgew.) M93-101, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgem.) M 52-55,( Schlachtgew.) M88-93, 5) geringe Saugfälber( Lebendgem.) 50-51,( Schlachtgew.) M 85-86. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 39-40,( Schlachta.) M 82-84, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.), c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Merzschafe)( Rebendgew.) M( Schlachtgew.) M 5) Marichschafe oder Niederungsschafe( Rebendgew.) M ( Schlachtgew.) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80-100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 51-53, ( Schlachtgew.) M 65-66, b) vollfleischige Schweine unter 80 Gilogr. Lebendgew.( Lebendgew.) A 51-52%,( Schlachtgew.) M 64-65, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Kilogr. Lebendgem.( Lebendgew.) M 50-53,( Schlachtgew.) 60-65, 6) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 51-53, ( Schlachtgew.) M 64-66, e) Fettschweine über 180 Kilogr. Rebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-40%,( Schlachtgewicht) ML 60-62.
Caffei, 31. Januar. Weizen( 100 kilogr.) 19,30 bis 19.70.M. Roggen( 100 Rilogr.) 15.25 bis 15,75 M, Safer( 100 Silvar.) 15,25 bis 16.75..


