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Deutschland, England und Persien.

und Geschworenenrechts dargelegt wird. Ein gleicher An­trag des geschäftsführenden Ausschusses des Deutschen Leh­rervereins war in der zweiten Lesung der Strafprozeß­tommission abgelehnt worden.

Die Reformbewegung in China. Der Reichsausschuß hat gestern beschlossen, eine neue Beschwerde an den Thron zu richten, in der entweder ein verantwortliches Kabinett oder die Auflösung des Reichsausschusses verlangt wird. Dieser betrachte das dauernde Fernbleiben des Prinzen Tsching und des Staatsrats von seinen Sigungen als eine Geringschäzung von seiten der Regierung.

Ein angesehenes Londoner Blatt hat sich vor einigen Tagen von seinem Berliner Mitarbeiter melden lassen, England wünsche in das deutsch- russische Abkommen über Persien miteingeschlossen zu werden und es seien hierzu diplomatische Vorbesprechungen zwischen den Kabinetten von London, Berlin und St. Petersburg eingeleitet. Diese Meldung hat von Berlin aus keine amtliche Widerlegung erfahren, weil das genannte Blatt nicht zu den Organen der öffentlichen Meinung Englands gehört, die es als ihre Aufgabe betrachten, zwischen Deutschland und England Un­frieden zu stiften Aber da die Meldung geeignet ist, ver­wirrend zu wirken, scheint es nicht unangebracht, sie rich­tig zu stellen. Es ist jetzt wohl kein Geheimnis mehr, daß Rußland bei den Verhandlungen, zu denen die Pots­damer Kaiserbegegnung Anlaß gab, mit dem Wunsche her­vortrat. Deutschland möchte sich in Nord persien für politisch uninteressiert erklären. Diese, den Tatsachen ent­Sprechende Zusicherung hat Rußland auch erhalten, nach­dem es selbst u. a. zugesagt hatte, daß ein günstiger An­schluß der Nordpersischen Bahn an die Bagdadbahn stattfinden sollte. Aber schon geraume Zeit vor der Pots­damer Entrevue hatte England in dem bekannten, zwi­schen den Kabinetten von St. Petersburg und London ge­troffenen Abkommen Rußland gegenüber sein ,, désinter­essement" inbezug auf Nordpersien erklärt. Hieraus er­gibt sich, daß für England keine Ursache mehr vorliegen kann, sich in die Potsdamer Abmachungen über Persien miteinschließen zu lassen, Deutschland vielmehr, soweit Nordpersien in Frage kommt, nur den Abmachungen zwi­schen England und Rußland gefolgt ist.

Rundschau vom Cage.

Politises.

Der

Kleine Nachrichten.

Eine neue Großstadt. Um die Eingemeindung von Treptow scheint zwischen Berlin und Nixdorf ein Wettbe­werb einzutreten. Der Rirdorfer Magistrat macht jetzt in der Einwohnerschaft Treptows durch Flugblätter Stimmung für eine Eingemeindung nach Rixdorf. Im Falle einer solchen Vereinigung soll die neue Großstadt den Namen Neu- Kölln annehmen.

Der Widerruf des Prinzen Mag von Sachsen. Osservatore Romano" veröffentlicht folgende Note: Wir wissen, daß Prinz May von Sachsen, der am gestrigen Tage unsere Stadt verlassen hat, eine ausführliche Erklärung unterzeichnet hat, in der er unter offener Anerkennung der Irrtümer, die in den von ihm unbedachtsamerweise ge= schriebenen und in der neuen Rundschau Roma e l'Orien= te" veröffentlichten Artikeln enthalten sind, dem Heiligen Vater die Gefühle seiner vollen und unbedingten Anhäng­lichkeit an die Glaubenssätze, die die katholische Kirche lehrt und bekennt, erneuerte.

Fener in der Leipziger Anatomie. In der Leipziger atomie entstand gestern durch die Unvorsichtigkeit einer Aufwartefrau Feuer. Zwei Zimmer brannten vollkom= men aus. Der dadurch verursachte Schaden ist sehr bedeu­tend, da eine große Menge sehr wertvoller Präparate, die für die nächstjährige hygienische Ausstellung in Dresden bestimmt waren, verbrannt sind.

75 000 Lokomotivführern und Zugbeamten auf den Bahnen nördlich, südlich und westlich von Chicago ist eine Lohnerhöhung von 10 Prozent bewilligt worden, die sogleich in Kraft tritt. Die Zugbeamten der Canadian Northern Railway sind in der gleichen Weise bedacht worden.

Der Modernisteneid wird auf Anordnung des Kar­dinals Fürstbischof Kopp von sämtlichen Geistlichen der Diözese Breslau in dieser Woche bis zum 31. Dezember geleistet. Derjenige katholische Geistliche, der sich weigert, den Eid zu leisten, wird ohne weiteres in Rom angezeigt und vom Amte suspendiert bezw. tritt Amtsentsetzung ein. Der außerordentliche Professor an der Münchener Uni­versität und Diakon an der Hoffirche St. Michael, Dr. Fer­dinand Birkner, hat die Leistung des Modernisteneides verweigert.

Ein Zyklon hat in Südfrankreich große Verheerungen angerichtet und die Verbindungen vielfach zerstört.

auer von Mühldorf in Bayern trägt hon seit Jahren Frauenkleider und hört es gerne, wenn er als, Fäulein Marie" angesprochen wird. Am Fronleichnamstage wartete er in weiblicher Kleidung, einen Myrtenkranz auf dem Haare, vor der Tür eines Gasthauses in Wasserburg auf die Fronleichnamsprozession. Daran nahmen mehrere Prozef= fiosteilnehmer Aergernis. M. wurde vom Schöffengerichte Mühldorf megen groben Unfugs zu einer Haftstrafe ver­urteilt, seine zum Landgerichte Traunstein erhobene Be­rufung wurde verworfen. Auf eingelegte Revision hob der Straffenat des obersten Gerichtshofes in München das Ur­teil der Vorinstanz unter Freisprechung des Angeklagten auf, weil nicht angenommen werden könne, daß er sich be= wußt war, durch sein Auftreten die öffentliche Ordnung zu stören.

75 000 für wohltätige Zwecke haben die Erben des ver­storbenen Reichsrats August von Clemm in Kaiserslautern gestiftet.

Die Opfer der Aviatik. Bei Besprechung des Absturzes der beiden Aviatifer Laffont und Polla heben die Pariser Blätter hervor, daß der Flugsport jetzt den Tod von 41 Fliegern gefordert hat. Es wäre eits das zweite Mal, daß zwei Flieger gleichzeitig tot blieben.

Wieder ein Muttergottesbild geraubt. In der Kirche des polnischen Städtchens Schidlow wurde eingebrochen und der Schmuck des Muttergottesbildes geraubt. Von den Die­ben fehlt jede Spur. Fast zu gleicher Zeit wurde im be­nachbarten Chytovian das Altärbild einer Kapelle zer­trümmert und beraubt.

Ausbau der Innungsorganisation. Die langsame Ent­wicklung der Innungsorganisation im Handwerk führt man u. a. auch auf das Fehlen geeigneter Führer zurück, vor allem solcher Personen, die die Jnnungsgeschäfte in einer zweckentsprechenden Weise zu besorgen imstande sind. Um diesem Mangel abzuhelfen, hat die Handwerkskammer Düsseldorf jetzt Kurse für Innungsverwalter eingerichtet, in denen die zur Besorgung der Jnnungsgeschäfte erforder­lichen Kenntnisse systematisch und methodisch gelehrt wer= den. Der Lehrplan sieht u. a. vor: Gesetzeskunde( Ge­werbeordnung, unlauterer Wettbewerb, Sicherung der Bauforderungen), Genossenschaftswesen, Behördenorgani­sation, Steuerwesen, Sozialversicherung, wirtschaftliche Fragen des Handwerks sowie Anleitung zur praktischen Innungsarbeit. Der Kursus soll nicht nur aus Vorle­sungen bestehen, sondern mit praktischen Uebungen ver­bunden sein. Auf den Erfolg dieses Versuchs darf man gespannt sein.

Die geänderten Gänsefüßchen. Nach fünfzehnjähriger, tadelloser Dienstzeit im 14. badischen Armeekorps wollte ein Feldwebel, aus dem militärischen Leben scheiden. Er be­warb sich deswegen um eine Stelle bei der Post und fügte dem Bewerbungsschreiben seine Militärpapiere bet, aus de nen zu ersehen war, daß er bisher keine Strafen erlitten hatte. Und doch war einstmals vor langen Jahren noch vor seinem Eintritt beim Militär etwas passiert, wofür er gerichtlich bestraft worden war. Er war knapp 17 Jahre alt, Lehrling in einem Kolonialwarengeschäft und hatte sich da= mals aus dem Warenlager seines Chefs Bigarren an­geeignet. Er hatte sich damit natürlich eines Diebstahls schuldig gemacht und wurde mit vier Wochen Gefängnis be­straft. Später beim Militär hatte er als Feldwebel die Stammrolle seiner Kompanie zu führen. Als er das Re­gister übernahm, fand er bet seinem Namen ein paar so­genannte Gänsefüßchen verzeichnet, was soviel wie unbe­straft zu bedeuten hat. Er fand in der Annahme, daß die alte Geschichte aus seiner Lehrlingszeit beim Militär nicht bekannt geworden war, keinen Anlaß, an dieser Signatur in der Stammrolle etwas zu ändern und nahm wohl auch feinen Anstand, als einmal angeordnet wird, an Stelle der Strichelchen das Wort keine" zu setzen, dies bei allen Na­men, also auch bei dem seinigen zu tun. Das aber sollte zu sehr unlicbsamen Weiterungen führen, denn als die Postbe­hörde bet der Heimatsbehörde vorschriftsmäßig Erkundigun gen einzog, erfuhr sie seine Bestrafung. Die Sache wurde untersucht und die Folge war eine Anklage wegen Urkun­denfälschung. Das Kriegsgericht nahm jedoch an, daß der Feldwebel der Sachlage nach ganz korrekt gehandelt hatte, und sprach ihn frei. Der Gerichtsherr hielt sich zwar für verpflichtet, Berufung einzulegen, das Oberkriegsgericht gelangte aber gleichfalls zu einent Freispruch.

Beim Untergang einer Schaluppe, der in der Nähe von Ostende durch einen Zusammenstoß mit einem andern Fahr­zeuge verursacht wurde, sind 5 Mann der Besatzung er­trunken.

Die Opfer einer Arzneivergiftung wurden zwei Söh­ne des Besitzers Ammer in dem Dorfe Ohra bei Danzig. Die Knaben litten an Magenschmerzen, worauf ihnen die Mutter cine Arznei verabfolgte, die sie von einer fremden, umherziehenden Frau gekauft hatte. Die Kinder starben, nachdem sie die Arznei genommen, unter Vergiftungserschei= nungen.

Eine Vorlage über die zolltechnische Unterscheidung zwischen Kleie und Mehl wird dem Bundesrat binnen kur­zem zugehen. Die Vorlage geht davon aus, daß einer­seits der Kleiehandel nicht mit unnötigen Hemmnissen und Weiterungen zu belasten ist, anderseits aber auch Vor­kehrungen dagegen getroffen werden müssen, daß nicht Kleie zur zollfreien Einfuhr gelangt, welche Mehl in hohen Pro­zentsäken enthält.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Vom Goethe: und Schiller- Archiv. Geh. Rat Prof. Dr. Suphan lest mit Ende dieses Jahres die Direktion des Goethe- und Schiller- Archivs in Weimar nieder, wird aber die Tirektionsgeschäfte bis zur Ernennung eines Nachfol­gers weiterführen.

Schöffen- und Geschworenenrecht für die Lehrer. Auf Anregung des Deutschen Lehrervereins sind beim Reichs­tage Masseneingaben von Lehrern aus allen Teilen Deutsch­lands eingegangen, in denen unter eingehender Begrün­dung der Wunsch der Lehrer nach Verleihung des Schöffen­

( Schluß.)

Der Polizeibericht.

Skizze von Carl Kern.

Ein Richard Wagner- Theater in Scheveningen. Aus dem Haag wird gemeldet, daß sich dort und in Scheveningen ein Komitee gebildet hat, das die Gründung eines Richard Wagner- Theaters in Scheveningen nach dem Muster des Bayreuther und des Münchener Prinz- Regenten- Theaters anstrebt. Mit dem Bau soll begonnen werden, sobald 1800 000 Gulden aufgebracht sind. Im Sommer sollen 22 Wagner- Opern und im Winter 12 andere Opern aufge= führt werden. Das Theater foll 1913 bei der Einweihung des Friedensvalastes im Haag eröffnet werden

( Nachdruck verboten.) Plößlich erschütterte ein markdurchdringender Schrei die Luft, so entseglich grell, daß er selbst das laute Boltern und Rasseln des Getriebes übertönte. Die Maschinen hielten und die Blicke aller im Raum An­wesenden richteten sich nach einer Stelle oben an der Wellenleitung, die sich in geringem Abstand von der Deue hinzog. Cäsar war einen Augenblick wie gelähmt vom Schrecken, als er dorthin sah.

Uraufführung von Humperdincs Königskindern". Im Metropolitan- Opernhause in Neuyork fand am Mittwoch die Uraufführung der dreiaktigen Oper Königskinder" von Engelbert Humperdinck statt. Das Opernhaus war bis auf den letzten Platz gefüllt und bot einen glänzenden An­blick. Das Stück fand eine glänzende Aufnahme.

Von dem Schraubenwerk der Transmission an der Kleidung erfaßt, schwebte da oben, dicht neben einer Riemenscheibe und über einer der größten Schnellpressen

Aus den Gerichtssälen.

Aus dem Reiche der Technik.

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Ein Untergrundbahn- Tunnel für die Münchener Post Ein interessantes, in München bis jetzt einzig dastehendes Bauwerk ist fürzlich vollendet worden: die Untergrund­bahn, die zur Beförderung der Brieffendungen vom Haupt­bahnhof zum Zentral- Briefpostamt im Neubau des Ver­fehrsministeriums bestimmt ist. Ueber die Ausführung des Tunnelbauwerks macht die Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen" folgende Mitteilungen: Der Tun­nel führt im Gefälle von 1:24 vom Starnberger Sommer­bahnhof unter dem Restaurationspavillon hindurch, senkt sich dann zur Arnulfstraße hinab und erreicht seine größte Tiefenlage von 6,8 Meter unter Straßenoberfläche an der Unterführung der Seidlstraße. Hier unterfährt er die über­einander gelagerten städtischen Hauptsammelkanäle und ver läuft dann in aufsteigender Richtung im Hof des Verkehrs­ministeriums, wo er seinen Anschluß an die Briefpoststa­tion I findet. Die Ausführung erfolgte als Plattenkanal nach dem System Eschenbrenner, bei welchem gebrauchsfä­hig hergestellte Einzelteile an der Baustelle nur noch zusam= menzufügen sind, so daß eine ebenso solide wie rasche Ar­beitsleistung gewährleistet ist. Der Posttunnel hat einen rechteckigen Querschnitt von 2,35 Meter Breite und 1,8 Me­ter Höhe, mit einer fastenförmigen Vertiefung in der Mitte, die das Begehen des Tunnels durch das Personal ermög licht, während auf den beiderseitigen Banketten das Gleis für die Schmalspurbahn verlegt ist; die Gesamtlänge be= trägt rund 350 Meter. Die Decke ist aus Eisenbeton nach System Herbst hergestellt. Besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt erforderte die Herstellung des Tunnels, die durch­weg in offener Bauweise erfolgte, soweit der Kanal unter den Spiegel des Grundwassers hinabführte, da trotz der nur 13 Meter starken Eisenbetonwandungen eine vollkom= mene Wasserdichtigkeit erreicht werden mußte. Zu diesem Zweck wurde eine mit elektrischem Antriebe versehene Zen­trifugalpumpe eingebaut, die während der Bauzeit bet Tag­und Nachtbetrieb 2500 bis 5000 Liter Wasser in der Mi­nute aus der Baugrube förderte. Die äußeren Kanalwan­dungen wurden alsdann mit einer dreifachen Papyrol- Lage abgedichtet. Der Kanal liegt teilweise bis zu 2,8 Meter im Grundwasser. Der Betrieb der zweigleisigen Schmalspur­bahn erfolgt mittels elektrischer Lokomotiven.

Ein- appetitlicher Geschäftsbetrieb. Der Bäckermeister Aloys Jochum von Immenstadt in Bayern ließ das Wasser, in dem sich seine Leute die Hände gewaschen hatten, zur Teigbereitung verwerten und einen Zehrling, der infolge einer Schußverletzung eine eiternde Wunde an der Hand hatte, Teig herstellen. Es wurde festgestellt, daß einmal das Heftpflaster mit dem daranklebenden Eiter in den Teig fiel und daß dieser Teig, trotzdem Jochum darauf aufmerksam gemacht worden war, zu Brot verarbeitet wurde. Das Land­gericht in Kempten verurteilte J. zu 300 Mark Geldstrafe. Ein Mann in Frauenkleidern. Der ehemalige Kloster= bruder und nunmehrige Schnittwarenhändler Joseph Meiß=

Ernst, der die verzweifeltsten und widersinnigsten Bewegungen machte, sich aus seiner furchtbaren Lage zu befreien. Dem Armsten kam es natürlich nicht zum Bewußtsein, daß er sich mit seinem Hin und Herwerfen, Lasten und Greifen noch größerer Gefahr ausfeẞte; den vollen Umfang dessen, was ihm drohte, konnten nur die Umstehenden ermessen. Aber diese waren zum größten Teil starr vor Entseßen und viel zu aufgeregt, um im Augenblick ruhig zu überlegen, wie dem Unglücklichen zu helfen sei. Das Mädchen, das an der Maschine, über der Ernst hing, Bogen angelegt hatte, war vom Tritt gefallen und lag ohnmächtig am Boden. Und wer wirklich Rat wußte, für den war der Zugang nach der Unglücksstelle durch allerhand herumliegenden Kram zu sehr erschwert, ais daß er augenblicklich hätte zugreifen können. Aber Hilfe fonnte hier nur nüßen, wenn fie fofort eintrat.

Nicht weit von dem Verunglückten stand ein alter Arbeiter mit angstverzerrten Mienen; man sah seinem Gesicht und seinen Bewegungen an, daß er sein eigenes Leben drangegeben hätte, wenn der junge Mensch dadurch au retten gewesen wäre Aber er fab feine Möglichkeit, hm heiautomer

, Springen Sie aufs Fundament, auf die Form, und reißen Sie ihn herunter!" rief ihm jemand zu.

Der Mann stieg hinauf, so rasch er vermochte.. Cäsar, der inzwischen mit fieberhafter Angst gesehen hatte, wie der Rittel und die Schürze des verunglückten Burschen bei dessen vergeblichen Bemühungen, irgend einen Stüßpunkt zu erfassen, immer mehr in Gefahr tamen, zwischen dem Treibriemen und der Scheibe ein­geklemmt zu werden, ergriff, einer plöblichen Eingebung folgend, ein Bapiermesser und sprang hinüber, um den Riemen zu durchschneiden.

Aber noch ehe ihm dies gelang und ehe jener Arbeiter den jungen Mann ergreifen konnte, war es bereits zu spät - der Riemen hatte die Bekleidung des Unglücklichen er­faßt, und im nächsten Augenblick wurde der Körper um die Welle geschleudert; die Beine trafen den Arbeiter, und dieser verlor das Gleichgewicht und stel, selbst schwer ver­lezt zu Boden..

Ein Maschinenmeister hatte sich inzwischen beeilt, die Transmission zum Stillstand zu bringen, aber bevor er noch damit zurechtkam, war das Unglück bereits geschehen.

Cäsar hatte sich schließlich selbst auf den Plas ge­schwungen, den vorher der Arbeiter innegehabt hatte. Er richtete sich empor und durchschnitt die Blouse und das Hemd des Burschen, die sich strickartig zusammengewunden hatten und den Sterbenden an der Transmission noch fest­hielten. Dann fing er mit dem Arm den schweren, zer­rissenen Körper auf, der ihn im Herabfallen über und über mit Blut besudelte. Er fühlte nach dem Herzen, das noch schlug; dann wandte er mit der Rechten, die das Meffer fortgeworfen hatte, den Kopf des Verunglüäten in die Höhe.

Vermischtes.

Die Kaiserdeputation der Halloren ist in Berlin eins getroffen, um, einem alten Brauche gemäß, dem Kaiserpaar sowie den Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hau­ses die Neujahrsglückwünsche der Salzwirkerbrüderschaft Tal zu Halle a. S. zu überbringen. Die Halloren erhalter

Cäfer rief Ernst beim Namen. Doch er starrte ihn nur aus brechenden Augen an; die bleichen, schmerz perzerrten Züge grausten ihm regungslos entgegen, und die zusammengepreßten Zähne glänzten unheimlich zwischen den geöffneten Lippen.

Als der Arzt kam hatte man den Körper des jungen

Menschen, aus dem nun jedes Lebenszeichen geschwunden war, vorsichtig auf den Boden gelegt.

Wir müssen ihn ruhig lassen, bis die Polizei tommt", das war alles, was der Arzt zu sagen wußte. Cäsar hatte inzwischen nach dem Bureau des Reviers geschickt, und mit dem Boten zugleich kam der Polizei­leutnant." Der junge Chef, der mit aufeinander gefniffenen Lippen, fast so bleich wie der Tote, neben diesem stand, befand sich wie in einem Traume.

Nachdem der Sachverhalt festgestellt war: daß Ernst ohne Auftrag seines Meisters, die Transmission habe ölen wollen, während das ganze Treibwerf im Gange war, blieben die weiteren Verhandlungen ohne jeden Eindruc auf Cäsar.

Cäsar dachte nur an das kurze Gespräch, das er vorher mit Ernst gehabt hatte, er sah noch die Freudenröte, die auf dem offenen Gesicht des guten Jungen emporschoß. als er ihn lobte und dann von der Abkürzung seiner Lehr­zeit sprach und das Herz des jungen Mannes frampfte fich zusammen, als er sich fagte, daß gerade dieses Lob und der Rausch der Freude den Burschen veranlaßt habe, im übereifer mehr als seine Pflicht tun zu wollen.

Humoristisches.

Im Zweifel. Nach einer zweitägigen gründlichen Biers reise kehrt ein Studiosus am frühen Morgen des dritten Tages heim. Als er vor dem Entree seiner Wohnung einen alten Papierfragen erblickt, murmelt er: Sollte mich meine Wirtin also doch vor die Tür gesetzt haben?"

Aus den Bergen. Ein junges Mädchen machte mit einem Führer eine Gebirgstour. Sie unterhielten sich sehr gut, und auf der Spitze des Berges angekommen, ließ sich das Mädchen von dem Führer füssen. Wir sind entschie= den zu weit gegangen," sagte das Mädchen. Ja," meinte der Führer, dös hätt' ma drunt aa tean könna."

O diese Frauen! Gatte( trübsinnig): Bedenke, Teure, wenn ich plötzlich sterben sollte Gattin: O, beruhige Dich, ich habe ja für alle Fälle noch das gute Schwarz­seideye"

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