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Frankreichs Armee.

Die Kriegstüchtigkeit der franzöfifchen Offiziere. Bon militärischer Seite wird uns geschrieben: Das Rundschreiben des französischen Kriegsmtnt­ters an die Gouverneure, worin angeordnet wird, daß bte biesjährigen Manöver besonders zur Erprobung ber Ariegstüchtigkeit der Offiziere benutzt werden, hat ble Revanchestrategen in außerordentliche Er­regung verfekt. Einerseits steigert sich in ihrem Hirn bie Erwartung, daß der große Augenblick eines neuen Waffenganges mit Deutschland heranrückt, andererseits aber wird ihr Stolz empfindlich getroffen, weil es noch Der Erprobung der Kriegstichttgfelt ber Offiziere be­barf. Genaue und ruhige Beobachter des französischen Beerwesens wissen aber sehr wohl, daß der Erlaß des neuen Kriegsministers zu berechtigt ist, denn erst die Herbstmanöver des vorigen Jahres haben dargetan, daß bezüglich der tattischen Fähigkeit der Offiziere noch manches zu wünschen übrig bleibt. Diese Erfenntnis bezieht sich auch auf die höheren Offiziere, denn in Frankreich selbst wurde bemerkt, daß die Heeres­übungen bezüglich threr Anlage und Durchführung manche Mängel ergeben haben.

Gesandten von Treutler begrüßt, worauf bald auch der| Stalfer an Ded erichten. Nach furzer Belt wurden die Automobile beftiegen. Der Katser nahm mit dem Reichstanzler im ersten Wagen Plaz. Die Fahrt ging nach Bansin, wo ein Spaziergang unternommen wurde. Das Publikum begrüßte den Monarchen auf das leb­hafteste. Um 8 Uhr fehrte der Kaiser mit seinem Gefolge nach der Hohenzollern" zurüd. Am Sonntag nachmit tag gegen 4 Uhr ist der Reichsfanzler wieder nach sei­nem märkischen Stammsiz Hohenfinom abgereift. Mit ihm reifte der Staatssekretär von Riderlen- Wächter ab, welcher nach Berlin zurückfehrte.

Stürzlich ist ein neues militärisches Wert mit dem Titel erschienen: Wie Frankreich sich tüchtige Offiziere und Truppenführe zu verschaffen hat," und in diesen Ausführungen wird mit großem reimut ausgespro chen und nachgewiesen, daß die Ausbildung der franzö­fchen Offiziere nicht über die ritit erhaben ist, sondern daß nur ernfte und gewissenhafte theoretische Studien, verbunden mit prattifchen lebungen, ble Schlagfertig­teit des Heeres auf die gewünschte Höhe bringen tönnen. Das neue Cadregesetz verlangt vor allen Din­gen eine Reorganisation des Offizierforps, elne neue Regelung des Generalstabsdienstes der Offiziere und eine Verjüngung der Generalttät. Bevor diese Be­stimmungen nicht in großen Zügen durchgeführt sind, mird fein vernünftiger Offizter die Behauptung auf­llen, daß die Musterhaftigkeit der französischen Armee ' n anderen europäischen Heeren voranleuchten könne. Allerdings dürfen solche objektiven Betrachtungen nicht zur Unterschätzung der französischen Anstrengun­gen führen. Was bei dem vorhandenen Menschenma­ferial möglich gemacht werden fann, geschieht seitens der Offiziere bei der Ausbildung der Truppen. Die Reorganisation der Feldartillerte ist so ziemlich durch­Acflibri, die Schaffung einer Zentralftelle für höhere militärische Studien ist erfolgt, und das militärische lugwesen hat eine glänzende Entwidelung erfahren. Frankreich muttet sich tatsächlich eine Anspannung der Wolfstraft zu, wie fie tu normalen Zeiten bisher un­erhört gewesen ist. Die allgemeine Dienstpflicht wird in der denkbar schärfsten Form durchgeführt, denn zur­zelt hält Frankreich 1,4 v. 5. Jeiner Bevölkerung unter Waffen, im Verhältnis die Hälfte mehr als Deutsch­

land.

Rombinationen über die Swinemünder Besprechungen.

Naturgemäß wird auch in der französischen Bresse den Unterredungen der Herren von Bethmann Hollweg und von Riderlen- Wächter mit dem Kaiser eine hohe Bedeutung zuerfannt, weil man glaubt, daß durch thr Ergebnis die allgemeinen Richtlinien des deutsch- fran­zöfifchen Abkommens definitiv festgelegt werden. Der Temps" tonstattert, daß das plöbliche, aus der Tonart ber Berliner Preffe ersichtliche Steigen des politischen Barometers zusammenfällt mit der Ankunft des Kai­fers in Swinemünde. Den beretts begonnenen Bespre­chungen des Kaisers mit dem Kanzler und dem Staats­sekretär des Aeußeren wird eine entscheidende Bedeu­tung für den Ausgang ber Berliner Verhandlungen beigemeffen. Im fepigen Stadium der Unterhandlun gen, die noch auf allgemeinem Boden geführt werden, handelt es sich, wie der Temps" erfährt, um die Feft­legung, welchen Gebietsteil Frankreich an Deutschland abzutreten geneigt ist, gegen die Erklärung Deutsch­lands, fich völlig politischer Intereffen in Maroffo zu entäußern, und ferner um die Bestimmung anderer ter­ritorialer Vergünstigungen in Afrika außerhalb Ma­roffos.

Wer in der franzöfifchen Literatur einigermaßen Beicheid weiß, muß feststellen, daß systematisch auf den großen Tan" bingearbeitet wird. Der befannte fran­zöfifche( General Bonnal hat jetzt die Aussichten in einem beutsch- franzöfifchen Kriege berechnet und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß der Sieg der französischen Truppen als wahrscheinlich angenommen werden könne, wenn Rußland einige dentiche Korps an der Ostgrenze eithalte, ohne felbst in die kriegerische Aktion einzu areifen. Man ersicht bieraus gleichzeitig, daß man sich in Baris feine großen Hoffnungen auf eine bewaffnete Silfe Rußlands macht. Bei der Berechnung ist vor al­Ten Dingen vergessen worden, daß die russischen Trup­ven durch Desterreich- Ungarn völlig in Schach gehalten milyden. Eine Neutralitätserklärung Rußlands müßte alsbald bei Ausbruch eines deutsch- französischen Arte­nes gefordert werden, und diese wiirde voraussichtlich erfolgen. Damit wären Deutschlands Landbeere frei und der Tanz von 1870 tönnte von neuem beginnen. Also Frankreich wird sich sein Verhalten sicher noch überlegen und das Hell in der Verständigung mit Deutschland suchen. Das Rundschreiben des Kriegsmi­nister möge zur Selbsterkenntnis und zur Beruhigung der erregten Gemitter bettragen.

Kanzler und Staatssekretär beim Kaiser.

Mit der Ankunft des Kaisers in Swineminde ist der politische Schwerpunkt au den Ostseestrand verlegt. Der Reichskanzler und der Staatssekretär von Kider­Ten- Wächter hatten sich am Sonnabend zum Vortrage beim Ratfer nach Swinemünde begeben, wo sie um 4% 11hr nachmittags eintrafen. Da der Kaiser um 5 Uhr ausfabren wollte und die drei faiserlichen Automobile bereitstanden, ließ der Monarch die Herren bitten, doch so schnell als möglich nach der Hohenzollern" zu fom­men. Der Salonwagen wurde daber auf der Hafenbahn nach dem Liegeplaß der Kaiserlacht überführt. Der Reichsfanaler, in grauem Anzug und kleinem Strohhut, fab febr aufgeräumt aus, desgleichen der Staatssekretär von Riderlen. Die Herren wurden an Bord von dem

Ein Geftändnis.

Von Minna von Heide.

( Nachdruck verboten.)

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Ueber das Befinden des Brinzregenten Luitpold von Bayerit tellen die behandelnden Aerzte mtt: Bu einer besonderen Sorge besteht keine Veranlassung. Seine tönigliche Hohelt leidet det dem hohen Alter un­ter ben Einwirkungen der anhaltenden, abnormen Stze, hat aber bisher seine Lebensgewohnheiten bet­behalten, nimmt die gewohnten Vorträge entgegen, er­ledigt Regierungsgeschäfte, test tägito Gäste bet Tafel und unternimmt auch täglich Ausfahrten. Der Appetit ist sehr gut, nur ist die Nachtruhe vielfach ge­stört. Es ist zu hoffen, daß mit dem Rückgang der hohen Temperatur auch die Ermitdungserscheinungen zurückgehen.

..Man sollte es ja nicht für möglich halten, daß efn Mensch wie ich sich noch so findisch über den Früh ling freuen fönnte. Schieb doch meinen Stuhl bis an die offene Tür. So. Ich danke Dir."

Die

quiths wird die Lage als ernst angesehen. Seitens der englischen Admiralität tft Befehl gegeben, die Heim flotte flir alle Fälle kriegsbereit zu halten. Der Mann­schaftsurlaub wurde eingeschränkt. Dem Berner Intelligenzblatt" zufolge trifft Frankreich umfassende militärische Maßnahmen an der Grenze, um auf alle Fälle gefaßt zu sein. Täglich treffen mehrere Militär­züge mit Waffen und Munition in Belfort ein. Die im Juragebiet weilenden französischen Reservisten wur­den verständigt, sich jeden Augenblick für die Einberu­fungsorder bereit zu halten.

Eine preußisch- süddeutsche Klaffenlotterie. bayerische Staatsregierung hat nach vorausgegangenen Besprechungen mit Württemberg und Baden vorbehalt= Itch der landesherrlichen Genehmigungen mitt der pren­ßischen Staatsregierung Anen Staatsvertrag abge­schlossen, betreffend die gemeinsame Durchführung der Klassenlotterie. Danach soll die preußische Klassenlot­terte fünftig unter der Bezeichnung Preußisch- Süd­deutsche Klassenlotterie fortgeführt werden. In die Ge­nerallotteriedtrektion sollen die dret süddeutschen Staa­ten ein gemeinschaftliches Mitglied stellen, das von der bayerischen Regierung vorgeschlagen wird. Der Ge­winnanteil des bayerischen Staates foll für die ersten fünf Jahre der zunächst auf fünfzehn Jahre berechneten Vertragsdauer 2 215 000 Mart, vom sechsten Jahre an 42 Mart für jedes im vorausgegangenen Jahre im Durchschnitt der beiden Blehungen abgefeßte Los be­tragen,

Wenn man so still fizzen muß. Dietrich, so immer nur still sitzen, wacht da inwendig manches auf. Stelle Dir doch den kraftstrogenden Menschen vor, der ich war, und nun es ist fast unglaublich! aber ich trage dieses Leben mit jedem Tage weniger schwer."

Ein würziger Blumenduft quoll breit ins Zimmer. Vögel fangen und Sonnenstrahlen spielten mit den letzten Regentropfen, die ein leichtes, fruchtbares Gewitter zurüd­gelassen hatte.

Mit einem schweren Strauß Flieder trat die Schwe fter ins Zimmer. Es ist eine Pracht! Bis auf die Erde hängen die Blüten. Ich will alle Vasen füllen. Man wird draußen keine Lüde merken. aber auch hier das Auge er freuen." Echlicht und natürlich bewegte fich die schlanke Frauengestalt. Die ernste düstere Tracht sah fast lieblich aus, mit so feiner Grazie wurde sie getragen. Es ging etwas Rührendes aus von dem jungen Ernst. Schwester Gertrud zählte erit 22 Jahre.

Als sie das Zimmer wieder verlassen hatte, sagte der Gast des Hauses: Ich habe niemals ein schöneres, lieberes Frauenwesen gesehen."

Die verfische Regierung ist ernstlich bemitht, der durch das Wederauftauchen des abgesetzten Schahs Mo­hammed Ali entstandenen Wirren Herr zu werden. Das Parlament genehmigte die Anstellung des früheren eig Itschen Militärattamees in Teheran, Major Stokes, als Organisator der Zollgendarmerte und setzte auf den Kopf des ehemaligen Schahs einen Preis von 400,000, auf den seiner Brüder von je 10 000.. aus. Ueber die gewaltsame Befreiung des in Täbris gefangen gehalte­nen früheren Gouverneurs durch 300 russische Soldaten herrscht große Aufregung, da dies eine Einmischuva in die persischen Hoheitsrechte bedeutet.

Klein: Nachrichten.

Bäderfrequenza. Baden- Baden 42 358; Badenweiler 5026; Brückenau 2952; Davos 16 807; Ems 14 180; Freudenstadt 4268; Homburg 8809; Rarlsbad 47 413; Riffingen 24 367; Königstein 4858; Kreuznach 9144; Langenschwalbach 4584; Marienbad 22 622; Nauselm 24 275: Neuenahr 16 296; Niendorf 3972; Oberstdorf 8003; Deynhausen 11 987; Pyrmont 23 480; Reichenhall 20 761; Salzungen 3468; Sooden- Werra 4217; Trave= münde 7614; Warnemünde 12 947; Westerland- Sylt 16 865; Wildungen 8652.

Die vaterländischen Arbeitervereine erfreuen sich bank der Tätigkeit des Ausschusses zur Förderung von Bestrebungen vaterländischer Arbettervereine" einer günstigen Entwicklung. Unter den Mitgliedern des Ausschusses befinden sich auch die Reichstagsabgeord­neten Bault( fonservativ), Dr. Görde( nationalliberal) und Rieseberg( Wirtschaftliche Vereinigung). Nach set­nem Jahresbericht fitr 1910 hat dieser Ausschuß 41 351 Mark fitr feine Zwecke zusammengebracht. Für die Jahre 1911 und 1912 find dem Förderungsausschuß je 15 000 Mark wieder in Aussicht gestellt, um wettere nationale Arbetterjekretariate einzurichten. Im Jahre 1910 find laut Jahresbericht 60 neue neutrale Arbeitervereine be­gründet worden. Außerdem trat ins Leben der Bund beutscher Wertvereine" und der Hauptausschuß der nationalen Arbeiterverbände". Dem Hauptausschuß sollen Vereine mit insgesamt 110 000 Mitgliedern an= gehören.

,, Nicht wahr, diese stillen, tiefen Augen! Dieses feine seidige Gelock um ihre weiße Stirn!"

Sie trägt an einem schweren Leid, das ist sicher. Und Du weißt nichts darüber, Hans? Wirklich garnichts?" Der Kranke hatte den Kopf sinten lassen. Es war wie ein Erschrecken über sein Gesicht gehuscht. Daran habe ich nie gerührt. Wenn man so jung ist und so schön und

Ernstc Meldungen zum Maroffokonflikt. Aus Lon­don melden Privatnachrichten: Troß der Rede As­

trotzdem einen solch ernsten schweren Beruf ergreift, hat man unstreitig ein Recht auf sein Leid. Braucht man nicht daran tasten zu lassen, mein' ich."

Auch nicht, wenn man seinen eigenen ganzen Men­schen dagegen hingeben möchte -?"

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Ein schwerer Unfall ereignete sich Sonnabend auf dem Linienschiff Hannover", das ich auf einer Nord­landreise befindet, bet Turnübungen der Mannschaft. Der Matrose Simpel stirate ab und war fofort tot.

Die Nachforschungen nach dem Versted der Räuber des Ingenieurs Richter fonzentrieren sich zurzeit in der Gegend des griechischen loiters Dionysius, das einige Wegstunden von der Grme entfernt Itegt. Von allen Seiten wurden Truppen mainoefung der Räuber In dieser Gegend bevange poen.

Tob eines Profeffers one lega. Auf et­ner Wanderung, die meurere Mitglieder des 15. Tur nertages durch die fächsische Schweiz unternahmen, brach Profeffor Fischer aus Breifenberg in Vommern in der Nähe des Amselarundes auf einer Anhöhe plötzlich au fammen. Ein Arzt konnte nur noch den infolge Hib­schlags eingetretenen Tod feststellen.

Zu dert Brande in Ronstantinopel wird der Boss. 3tg." noch mitgeteilt: Stambul wird auf 100 000 Säufer mit mehr als 1 Milton Eirwohner geschätzt. Davon sind nach nichtamtlicher Schäßung etwa 7000 Säufer abgebrannt und etwa 60 000 Menschen obdachlos ge­worden.

Also war es doch so. Hans hatte es gefürchtet. Fast von Anbeginn. Nicht nur weil die seltene Schönheit und der eigenartig sanfte Reig in dem Wesen der Schwester jeden tiefer empfindenden Mann gefangen nehmen mußte, fondern weil auch Dietrich geeignet war, Gegengefühle zu erweden. Er war so recht der Volltyp- Mann. Innen und außen. In der Art, sich au geben und in jedem Ding, das er anfaßte. Dazu war er prachtvoll gewachsen und hatte eine Manier, all diese Vorzüge als selbstverständlich zu be­trachten, daß er als starte Persönlichkeit wirfte. Auch war seine gesellschaftliche und pekuniäre Lage glänzend. Der Schwester hätte fein reicheres Los geboten werden können. Hans Stimme flang feft und ruhig: Du wolltest Schwefter Gertrud bitten, Deine Frau zu werden?"

Ein Eifersuchtsdrama spielte sich Sonnabend nach mittag in Aachen ab. Der 30jährige Versicherungsagent Redding schoß aus Eifersucht seiner Frau zwet Kugeln In den Kopf und tagte sich dann selbst eine Kugel durch das Gehirn. Beide starben auf dem Wege zum Ho fpital.

Die Freunde fahen einander in die Augen und Diet­rich, der Jüngere, griff erleichtert nach den beiden Händen des Kranken: Wenn Du wüßtest, Hans, was mir da von der Brust abfällt! Denn jetzt höre ich, daß Du ganz ruhig bist. Ich mußte mir schon fast feinen Rat. Ich glaubte ja schon-

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Eine ganze Stadt niedergebrannt. Das im Gou vernement Lublin in Rufftfch- Bolen gelegene Städtchen Konskowola tit abgebrannt. 200 Säufer wurden einge äschert. Auch Menschen sollen den Tod gefunden haben.

Sprich es nur ganz ruhig aus. Du glaubtest, ich sei ein törichter Mensch und ein frasser Egoist obendrein. Viel­leicht bin ich sogar beides, aber was Du da zu fürchten schienst, das war niemals der Fall. Nie habe ich auch nur einen Augenblick daran gedacht, das blühende junge Leben unauslöslich cn mein elendes Dasein zu fesseln."

Die Zahl der Typhuserkrankungen in Schneides mühl tit auf 277 gestiegen. Auch in Martenwerder tritt der Typhus in bedenklicher Weise auf. Nach amt­licher Meldung beträgt die Zahl der Erkrankungsfälle in Marienwerder 21. Brand im Leipziger Hauptbahnhof. Am Sonn abend brannten vier Speicher des Leipziger Zentral­bahnhofes aus. Der Schaden ist sehr groß. Das Fener entstand durch Selbstentzündung der Hibe.

..Und die Trennung von ihr? Wird sie Dir nicht sehr schwer, Hans

Der bereits start Ergraute lachte fröhlin auf: Du weißt doch, daß ich von jeher ein alter Einsiedler war! Um mich sorgt Euch nicht. Und ganz werdet Ihr in Eurem

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Ein tragisches Ereignis spielte sich gestern in der Wohnung der verwitweten Justizrätin Rosa Möller in Charlottenburg ab. Frau Möller erfranfte nachmittags plötzlich infolge Sitzschlages. Auf dem Transport nach dem Krankenhaus erlitt fte einen Serafchlag, an dem fie starb. Ihre 23jährige Tochter stitrate sich aus Ver zweiflung über den Tod der Mutter durch das Fenster auf den Hof neben die Bahre, auf der dte Tote Tag. Ste blte schrecklich verstimmelt tot liegen.

Aus den Gerichtssälen.

Ciner der gemeingefährlichsten Berliner Stellen-, permittlungsschwindler, der bereits vielfach wegen Stellenvermittlungsschwindels vorebstrafte Agent Felig Schneider hatte sich am Sonnabend mit seinem Helfers­Helfer, dem Kutscher Johann Wiedemann, vor der 10.

Glüd ja auch den alten Freund nicht vergessen. Ihr seid mir doch mindestens einen guten Ersatz schuldig und werdet mitsammen dafür sorgen. dessen bin ich gewiß. Aber nicht wahr, daß sie Dich lieb hat, das weißt Du?"

Die Antwort fam still: Das weiß ich eigentlich nicht. Sie zeigt Interesse für alles, was ich ihr sage, ist gut und lieb au mir."

Gut und lieb. Du fönntest gleich mit ihr sprechen, Dietrich. Siehst Du sie? Dort mitten unter den Rosen­stauden. Wenn Ihr Euch ein wenig links haltet, nach dem Treibhaus zu, wird Euch kein Mensch sehen.

Hans Schellte seinem Diener und fonnte nicht schnell genug in sein 3immer fommen. Als er mit sich allein war, fant fein ganzer Körper fraftlos in sich zusammen.

-

-

Herr Professor!"

Sind Sie es, Schwester?"

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Und dann fniete fie vor Jeinem Stuhl und lag mit ihrem Kopf in seinen Sänden und schluchzte heiß und still in sich hinein.

Wie lange fie so blieb, wußten sie beide faum. Nur daß die Tränen ein schmerzlich beseligendes Bekenntnis waren, daran blieb fein Zweifel.

,, Nicht wahr," fragte er, als es ihm endlich gelungen war, ihren Kopf zu fich aufzuheben...Du hast es lange ge wußt. was mich mit meinem schweren Loje ausgeföhnt hat?" Sie sah ihm nur in die Augen, mit einer unbeschreib lichen Innigkeit.

Und Du willst Dein ganzes föstliches junges Leben einem Halbgelähmten geben, der noch nicht einmal wei ob er je eine Aussicht auf Heilung hat?" Seine Stimme zitterte vor innerster Bewegung.

Da schmiegte te fich gegen ihn: Ich habe Dic Iteb!"

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