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Bierfeld. Der Sohn war in einen Alimentationsprozeß berwickelt. um ihren Verpflichtungen aus dem Wege jn gehen, fuchte die Familie eine ganze Anzahl Zeugen um Metneid zu verleiten. Als hiermit der gewünschte Erfolg nicht eintrat, beauftragten die Mutter und Jas Lob einen Mann damit, die Mutter des Kindes mit einem Belle zu erschlagen. Dem Beauftragten wurde eine Belohnung von 300 Mark zugesichert. Er führte bie Tat fedoch nicht aus. Etwas später übergaben die Brüder Jakob und Johann einem geistig etwas beschränkten Menschen ein Fläschchen Salzsäure, damit er von dem Inhalt dem unehelichen Kinde etwas einflöße, um es aus dem Wege zu räumen. Auch dieser Mordanschlag scheiterte an der Ablehnung des Mannes. In der Verhandlung leugneten die Angeklagten zu nächst sämtlich. Nach der Mittagspause legte Jakob Fetd jedoch ein umfassendes Geständnis ab. Das Ur feil gegen Jakob lautete auf 5, gegen den Vater auf 2½, gegen die Mutter auf 2 und gegen Johann auf 2% Jahre Buchthaus. Jakob wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10, den übrigen Angeklagten auf te 5 Jahre aberkannt.
Was ist ein halber Schnurrbart wert? Ueber diese Frage hatte das Amtsgericht in Camburg( SachsenWeimar) zu entscheiden. In einer dortigen Wirtschaft hatte ein Monteur aus Versehen einem Landwirt den halben Schnurrbart verbrannt. Dieser wurde flagbar und verlangte einige hundert Mark Entschädigung. Das Gericht scheint indes dies Zeichen der Manneswürde nicht als so wertvoll zu betrachten, denn der Beflagte hatte lediglich 12 Mart an den Geschädigten zut zahlen.
Vermischtes.
gung der Betrunkenen soll ein geringer Betrag gezahlt| werden, der später von dem Ernüchterten einzuziehen ist.
Versuchsfahrten mit neuen Schnellbahnzügen fantden in diesen Tagen anläßlich der Hauptversammlung des preußischen Bremsausschusses in Berlin statt. Daran schloß sich die Besichtigung der Prüfungsanlage der Fahrventile in der Eisenbahnhauptwerkstätte in Eberswalde an. Diese Versuchsfahrten fanden Hauptsächlich statt, um neue Bremsvorrichtungen auf ihren Wert zu prüfen, und werden mehrmal's im Jahre ab
ob etn folches Verhalten der ehemaligen Grann Mon Hanofo nicht dem Sinn des zwischen ihr und dem fächftschen Hofe gefchloffenen Vertrages widerspricht. Befanntlich erhält die Dame thre fährlichen Reventlen vom sächsischen Sofe, und es ist doch recht fraglich, ob die Weiterzahlung dieser Bezige von der Veröffent Itchung eines solchen Werkes, das sich gegen das fächfische Königshaus richtet, ganz unberührt bleiben wird. Es ist aufs höchste zu bedauern, daß durch diese Pub Itration die ganze unerquickliche Affäre noch einmal wieder aufgerollt wird.
gehalten. Es handelt sich darum, bet den sich immer ImFlugapparat von München nach Berlin.
mehr steigernden Ansprüchen, die an die Bahnverwaltung herantreten, die Schnelligkeit der Büge im Intereffe des Verkehrs zu erhöhen und thnen trotzdem etne möglichst große Sicherheit zu geben. Dies soll zum Tell durch fortwährende Verbesserungen der Bremsvorrichtung erreicht werden.
General Nogi als Schuldirektor. Aus Tokto wird gemeldet, daß General Nogt, der Held von Port Arthur, in seiner Hetmatstadt zum Better einer Volksschule gewählt worden ist und täglich zehnjährtgen Knaben Unterricht erteilen soll. Die japanische Staatsverwaltung wollte durch diese Ernennung vor dem ganzen Volke die Wichtigkeit des Jugendunterrichts betonen. In der japanischen Presse wird auch darauf hingewiesen, daß Generalfeldmarschall Graf Haefeler jüngst die Vertretung eines beurlaubten Schullehrers persönlich übernommen hat.
Der Kaiser und seine Gärtner. Ueber Differenzen Eine schwere Brandkatastrophe in Berlin,
bet den Hofgartenarbeitern in Potsdam berichtet der " Berl. Lokalanz.": Vor zwei Jahren wurden die Lohnfäße der Hofgartenarbeiter von 2,50 Mt. auf 3,50 Mt. erhöht und auch ein entsprechender Betrag in den Etat eingestellt. Den Arbeitern sind jedoch seit dieser Zeit die Löhne nicht in Höhe von 3,50 Mt., sondern nur In Höhe von 3 Mt. gezahlt worden, während der dif ferierende Betrag für andere notwendigen Arbeiten in den königlichen Gärten Verwendung fand. Die Arbetterschaft selbst hatte von der Lohnerhöhung auf 8.50 Mt bis vor kurzem keine Ahnung und erfuhr dies erst durch einen Zufall. Sie wandte sich dann in einer Pe tition an die Hofgarten- Intendantur sowie an das Oberhofmarschallamt, erhielt jedoch von beiden tetner let Antwort. Erst nachdem Prinz August Wilhelm auf den Wunsch der Arbeiter den Katser von der Angelegenheit verständigt hatte, ist die volle Nachzahlung verfügt worden. Der Kaiser hat überdies einen eingehenden Bericht über die Sache eingefordert.
Das Luftschiff Schwaben" ist Donnerstag vormittag in Friedrichshafen unter persönlicher Führung des Grafen Zeppelin zu einer Probefahrt aufgestiegen, die bis 12 Uhr dauerte. Die Fahrt bezweckte eine Geschwinbigkeitsmessung. Es ergab sich die überraschenden Geschwindigkeit von über 19 Meter in der Sekunde bet dret Motoren; beim Gang von nur zweit Motoren waren es 16,5 Meter. Die Messungen wurden auf einer Strecke vorgenommen, deren Länge genau bekannt war, und auf der das Luftschiff mehrfach hin und her fuhr.
Ingenieur Richter noch immer unauffindbar. Die türkische Regierung hat den Behörden der Vilajets Monastir und Salonikt thre Unzufriedenheit über die bisherigen Ergebnisse der Verfolgung der Entführer des Ingenieurs Richter ausgesprochen. Ste drängt darauf, daß ohne Verzögerung alle Anstrengungen gemacht werden, um durch irgendwelche Mittel mit den Räubern in Verbindung zu treten.
Die Typhusepidemie in Schneidemüht. Den Anstrengungen der Behörden und Aerzte tst es nunmehr gelungen, die Ursache und den Ursprung der Typhusepidemte in Schneidemühl zu ermitteln. Bis jetzt sind bekanntlich 200 Erkrankungen und zwei Todesfälle vorgekommen. Die Seuche wurde durch Milch verbreitet, die von dem Rittergut Kegelsmühle stammte, das für mehrere Molkereien in Schneidemühl Itefert. Die Kinder einer auf dem Hofgut lebenden Famille waren an Typhus erkrankt, trotzdem wurde die Milch aber doch weiter geliefert und dadurch die Verschleppung der Krankheit nach Schneidemühl ermöglicht.
Abenteuer zweier deutscher Damen in London. Eine vor kurzem aus Deutschland nach London übergesiedelte Frau Vogt, die ihren dort lebenden Sohn be= suchen wollte, war mit ihrer Gesellschafterin plötzlich spurios verschwunden, und man befürchtete, daß ste Gaunern in die Hände gefallen seten. Jetzt sind beide Damen wieder ermittelt worden. Die Gesellschafterin der Frau Vogt erklärte, die Ursache threr Irrfahrten set, wie sie jetzt erst erkannt habe, ein Anfall von Getstesstörung bet der alten Dame gewesen. Nachdem letztere sich am Montag von ihrem Sohn verabschtedet hatte, wollte sie nicht nach dessen Wohnung zurückkehren, sondern bestieg mit ihrer Begleiterin einen Om-nibus und fuhr aufs Geradewohl in London umher. Auch an den folgenden Tagen wurden die Irrfahrten fortgesetzt. Auf die Veröffentlichungen des Sohnes hin, erhielt letzterer Telegramme von dem Direktor des Hotels, wo die Damen übernachtet hatten, und vom Direktor eines Vorstadttheaters, die zur Auffindung der Mutter führten.
Der Straßenlärm als Selbstmordursache. In einem südlichen Vorort von London hatte sich gestern vor dem Polizeigericht ein Kaffeehausbestger wegen Selbstmordversuchs zu verantworten. Als Ursache für diese nach englischem Gesez strafbare Handlung gab der Angeflagte, der versucht hatte, sich die Kehle zu durchschneiden, etnen eigenartigen Grund an. Der Lärm der an seinem Hause vorüberfahrenden Motoromnibusse und Trambahnen, der ihn während der Nacht nicht schla= fen ließ, habe ihn so nervös gemacht, daß er zur Verzweiflung getrieben wurde. Das Gericht erkannte diefett Grund als stichhaltig an und entlteß den Angeklagten mit einer Verwarnung.
Russische Ernüchterungskammern.
In Petersburg Beginnt man gegen die Trunkenhett vorzugehen und sich der Opfer, die der„ Wottt" täglich fordert, anzunehmen. Man plant zu diesem Zweck eine eigenartige Maßnahme. Das vom Petersburger Stadtamt eingesetzte Mäßigkeitsfuratorium schlägt nämlich vor, in der Stadt zwölf bts fünfzehn Ernüchterungskammern einzurichten. Diese Räume, in die die Betrunkenen gebracht werden sollen, dte man auf den Straßen angesammelt bat, werden mehrere Abtellungen nach Alter, Geschlecht und dem Grad der Betrunkenheit enthalten. Alle Ernuchterungskammern müssen für mindestens dreihunbert Personen Platz bieten. Die Beaufsichtigung der Botale ist einem Arzt zu übertragen. Für die Verpfle=
wie sie in ihrer Art in der Reichshauptstadt noch nicht vorgekommen ist, hat Donnerstag morgen in der Alexanderstraße fich abgespielt. Schauplab der Brandtatastrophe war die ehemalige Kaserne der Franzer, die fett ungefähr 20 Jahren als Mietstaserne verwendet wurde. Das Feuer brach um 27 Uhr morgens aus. Hinter einer Treppe, die in den Hof nach der Voltairestraße mündet, gerieten- man weiß es nicht genau vielleicht durch eine weggeworfene 3tgarette oder durch ein brennendes Stretchholz, zwei Kisten in Brand, das Feuer ergriff die Treppe selber, und auch diese brannte, ehe man den Brand überhaupt bemerkt hatte. Der Rauch drang binnen kurzer Zeit in die langen Korrtdore, die sich, ohne abgeteilt zu sein, durch das ganze Gebäude hinziehen. In wenigen Minuten sind überall Stichflammen und undurchdringlicher Rauch. Die Bewohner, etwa dreißig Familfen, konnten aus den Wohnungen nicht heraus und sahen den Flammentod vor Augen. Die Feuerwehr war alarmiert, eine Viertelstunde nach Ausbruch des Brandes war der erste Zug zur Stelle. Als die Feuerwehr eintraf, waren alle Fenster von Frauen und Kindern besetzt, die in ihrer Todesangst um Hilfe schrieen und sich aus den Fenstern stürzen wollten. Männer, Frauen und Kinder hingen bereits an Fensterkreuzen, berett, aus der zweiten und dritten Elage auf die Straße hinunterzuspringen, Iteber den Sprung zu wagen, als dem sicheren Flammenund Erstickungstode zu verfallen. Ein schaudererregendes Bild, wie es selbst die Feuerwehr in Berlin noch nicht zu sehen bekommen hat. Die Offiziere und die Mannschaften der Feuerwehr, die die außerordentliche Gefahr sofort erkannten, rtefen den Verzweifelten, zit, die Rettung der Feuerwehr abzuwarten. In wentgen Augenblicken waren überall, wo es am gefährlichsten war, mechanische Leitern angelegt, und als diese nicht reichten, wurden einfache Hoflettern herbeigeschafft. Inzwischen war die Meldung„ Mittelfeuer" an die Hauptwache gegeben worden. In wenigen Minuten waren einige wettere Züge zur Stelle." Neue Lettern wurden angelegt, Feuerwehrleute fletterten rasch hin, auf, holten Frauen und Kinder entweder auf den Lettern hinunter, oder sie verwendeten die Rettungssäcke. Der große Sack wurde aufgespannt, was am Fenster war, ganze Familien mitunter, rasch hintereinander hineingesteckt und an schweren Schnüren auf die Straße hinuntergelassen. Der Rettungsfack bewährte sich vorzüglich, besser als das Sprungtuch, das viel unsicherer ist und diesmal gar nicht verwendet wurde. Innerhalb einer Viertelstunde waren so über 50 aufs höchste gefährdete Menschen auf den Lettern oder durch Retfungssäcke in Sicherheit gebracht.
Die Brandstätte war gestern bis in die späten Abendstunden von vielen Neugierigen umlagert. Zahlreiche Mieter, die durch den Brand geschädigt waren oder thr Obdach verloren hatten, standen auf dem Hofe herum und besprachen thr Mißgeschick. Hilfreiche Nachbarn haben ihnen für die kommenden Tage Quartter angeboten. Im ganzen wurden 44 Personen von der Feuerwehr aus lebensgefährlicher Lage gerettet. Da dte Balken schon alt und morsch waren, mußte etn förmliches Gerüst aus Hatent- oder Stecklettern errichtet werden, von dem aus die Feuerwehrleute vorgehen konnten.
Gräfin Montignoso.
Eine neue Ueberraschung.
Die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen und spä tere Gräfin Montignoso hat, wie dem Berl. Lot.- Anz." aus London gemeldet wird, thre sogenannten Memot ren an einen dortigen Verleger verkauft. Das vollständige Manuskript mit dem Rechte der Veröffentlichung in der ganzen Welt ist von dem Londoner Verleger Evelingh Nash erworben worden. Das Werf führt den Ttett metne eigene Geschichte". Die Veröffentlichung soll im September erfolgen. Das Wert wird mit einer Vorrede der Prinzessin eingelettet. Aus der Ankündigung ist folgendes hervorzuheben: „ Man hat mich oft gedrängt, öffentlich die verschiedenen verkehrten Gerüchte, die sett fast zehn Jahren über mein Leben und meine Handlungen verbrettet worden sind, zurückzuweisen. Bis jetzt habe ich gezögert, weil ich es verschmähte, allen denen zu antworten, die mich verleumdeten. Ich wurde jedoch darauf aufmerksam ge= macht, daß jetzt, wo meine beiden Söhne sich dem Alter nähern, in denen ihnen diese verleuuiderischen Behaup= tungen mitgeteilt werden könnten, es metne Pflicht als Mutter set, die Tatsachen genau zu veröffentlichen, die zu meiner Flucht von Dresden führten. Das ist das Hauptmotiv für die Veröffentlichung meiner eigenen Darstellung der Tatsachen, und ich wünsche gleichfalls, daß zukünftige Geschichtsschreiber der habsburgischen und sächsischen Häuser keine Fehler begehen sollten, indent sie meine Lebensgeschichte übeldeuten; ferner wünsche ich der Behauptung entgegenzutreten, ich set der Autor des Werkes Bekenntnisse einer Prinzessin". Ich habe das Werk weber geschrieben, noch habe ich direkt oder indirekt rigend welche Beiträge dafür geliefert."
Wenn das Wert diese Tendenz hat, kann man ja auf mancherlet gefaßt sein. Wie die" L. N. N." hören, ist man in Dresden von dieser buchhändlerischen Anzeige völlig überrascht worden. Sachlich liegt der Fall so, daß man die Verfasserin natürlich nicht hindern tann, ihre Memoiren selbst mit einer ausgesprochenen Tendenz gegen die sächsische Königsfamilie und den sächsischen Hof zu veröffentlichen. Es fragt sich nur,
Der Flieger Hirth in Berlin gelandet.
Der Flieger Ingenieur Strth, der als einziger Bewerber um den Kathreinerpreis den Flug von Minchen nach Berlin unternommen hatte, ist heute vormittag glitclich in Berlin gelandet. Ein Telegramm meldet uns:
Berlin, 80. Jult. Der Flieger Strth, der um 4,30 Uhr in Nürnberg zum Fluge Leipzig- Berlin aufgestiegen war, ist nach einer Zwischenlandung in Leips zig in Berlin um 9,08 Uhr auf dem Flugplatz Johannisthal glatt gelandet.
Ingenteur Hirth war am Donnerstag abend 7 Uhr in Puchheim bet München mit seinem Passagier bet prächtigem Wetter aufgestiegen. Hirth ging um 8,30 Uhr zur Zwischenlandung auf dem Ererzlerplatz Schreinau bei Nürnberg nieder. Das Publikum durchbrach den Absperrungsfordon und eilte in wilder Haft auf den Apparat zu. Die Absicht Hirths, sich auch noch den Preis von 1500 Mart des Luftschtffervereins Nürnberg zu holen, der für den Flteger ausgesetzt ist, ber zum ersten Male die Hohenzollernburg umkretst, mußte er aufgeben, da das Publikum nicht zum Weichen zu bringen war. Der Apparat wurde im Kasernenhof untergebracht. Die Wetterfahrt nach Berlin erfolgte bet gitnsttgem Wetter.
Vom Deutschen Rundflug
tst heute zu melden:
Wesel, 30. Junt. Vollmöller tst gestern abend von dem Ort seiner Zwischenlandung bei Darup 20 Kilometer hinter Münster um 7,10 Uhr mit Passagier zur Weiterfahrt nach Cöln aufgefttegen. Um 8,08 Uhr ist er auf der Schillwiese bet Wesel glatt gelandet und von einer zahlreichen Menschenmenge begeistert begrüßt worden. Heute frith 3,40 Uhr war er von neuem aufgestiegen, um 7,24 Uhr landete er alatt in Göln, nachdem er eine Zwischenlandung in Neuß vorgenommen hatte.
Todessturz eines französischen Fliegers. Während in obigen Meldungen von schönen Erfolgen deutscher Flieger zu berichten war, tommt aus Paris die Kunde von dem Todessturz eines französischen Militärfliegers:
Paris, 30. Jult. Der Leutnant Trouchon stürzte in Chalons sur Marne bet feinem ersten Fluge ab und starb kurz darauf an den erhaltenen schweren Verlegungen.
Drabtnachrichten und Deuestes.
Der Kaiser auf der Kieler Woche. Kiel, 30. Junt. Der Kaiser begab sich heute früh 8 Uhr an Bord der Jacht Meteor" zur Teilnahme an den Wettfahrten des Kaiserlichen Jachtklubs von Kiel nach Warnemünde.
Abreise des amerikanischen Geschwaders von Kiel. Kiel, 30. Juni. Das amerikanische Geschwader hat heute vormittag der hiesigen Hafen verlassen. Die deutschen Schiffe feuerten den Flaggensalut.
Tödlicher Unfall auf der Straße.
Berlin, 30. Junt. Gestern abend gegen 10% Uhr wurde ein Mann in betrunkenem Zustande von einem Automobil überfahren. Er fiel mit dem Kopf gegen die Bordschwelle, sodaß ihm der Schädel gespal= ten wurde. In hoffnungslosem Zustande wurde er ins Krankenhaus geschafft.
Ein Ritt von Danzig nach Konstantinopel. Sofia, 30. Junt. Leutnant von Braun vom Danziger Leibhusarenregiment ist auf seinem Distanzritt von Danzig nach Konstantinopel gestern in Sofia eingetroffen.
Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt.
Die Ernteaussichten Deutschlands haben sich infolge der in letzter Zeit meist herrschenden fruchtbaren Witterung wesentlich gebessert, allerdings konnten viele Schäden, wie dünner Stand, schlechter Körneransatz und Notreife nicht wieder gut gemacht werden. Infolgedesfen wird für Roggen, wenn auch teilweise gute Ergebnisse tu Aussicht stehen, nur auf eine mäßige Ernte zu hoffen sein. Das Erdruschresultat dürfte bei der so ungleichmäßigen Entwickelung der Saaten außerordentlich verschieden ausfallen, und dieser Umstand wird die richtige Beurteilung des Ernteertrags bedeutend erschwe ren. Die Vorräte im Lande sind inbezug auf Weizen und namentlich mit Roggen sehr gering, und wenn Rußland nicht für letzteren Artikel sich sehr verkaufslustig gezeigt hätte, so würden die Roggenpreise eine recht beträchtliche Höhe erreicht haben. Im übrigen haben die Preise für Lieferung auf spätere Termine bet Brotgetreide nur geringe Aenderungen erfahren. Hafer mußte infolge besserer Erntehoffnungen etwas nachgeben. Gerste war, abgesehen von einer vorübergehenden Abschwächung, fehr fest, Herbstlieferung war aber matter. Mats befestigte sich. Am letzten Tage der Be= richtswoche stellten sich die Preise für den Septembertermin wie folgt: Wetzen 199,00 Mart, Roggen 167,25 Mark, Hafer 163, 50 Mart, Mats 142,75 Mark.
Preise des städtischen Schlachtvieh= marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungefocht 79-84 M., 6) junge, fletschige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71-76 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 64-72 M. 2. Bullen. a) vollfletschige, ausge wachsene höchsten Schlachtwertes 72-75 M., b) vollfleischige jüngere 70-75 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 60-70 M. 3. arsen und ühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis- M., b) vollfletschige ausgemäftete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 67-70 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen 60-65 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 55-60 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 62 M. f) gering genährtes Jungvich( reffer) M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 106-129 M., 6) fetuste Mastfälber 87-95, c) mittlere Mast- und beste Sauatälber 78-85 M., 5) geringere Mast- und aute Saugfälber 72-81 M. e) geringe Saugfälber 58-67 M. 5. Schafe: a) Maftlämmer und füingere Masthamntel 76-84 M., b) ältere Masthammer, geringere Maftlämmer und gut genährte funge Schafe 70-76 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 53 bis 72 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Str Lebendgewicht M., b), vollfleischige Schweine 240 bia 300 Pfund 58 M., c) voltfleischine 200-240 93f6. 57 613 58 A, d) vollfleischige Schweine 160-200 f. 56-57 M., e) vollfleischtge Schweine unter 160 Pfd. 54-55 M f) Sauten 52 Ms


