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Vermischres.

Das Befinden des Prinzen Joachim. Prinz Joachim von Preußen hat dem Berl. Lot- Anz. zufolge eine über­aus schmerzvolle Nacht verbracht, auch am gestrigen Tage haben die Schmerzen nicht nachgelassen. Die Krankheits­ascheinungen find nicht zurückgegangen. Aller Voraussicht nach wird das Krantenlager des Prinzen recht langwierig werden; auch wird der Prinz nach seiner Genesung noch längere Zeit der Schonung bedürfen. Die Behandlung des Patienten liegt auch weiterhin in den Händen des Ober­tabsarztes Dr. Wiemuth. Gestern besuchte die Kaiserin wieder ihren Sohn.

Eine erschütternde Ehetragödie hat sich in Prag ab­gespielt. Der 63 Jahre alte Pharmazeut Friedrich Swo­boda hat gestern nacht seine 53jährige Gattin Marie mit Strychnin vergiftet. Seine schwerkranke Frau hatte ihn aufgefordert, ihr ein Beruhigungsmittel zu geben. Swo­boda gestand seiner sterbenden Frau, daß er sie vergiftet habe und auch sich vergiften werde, um aller Not ein Ende zu machen. Mit dem Tode ringend, bat ihn die Frau tränenden Auges, sich doch nicht zu vergiften. Dennoch ahm der Mann eine erhebliche Dosis Morphium. Er brückte dann der Toten ein Kruzifir in die Hand und türzte auf die Straße, wo er lange Zeit umherirrte. Spä­ter stellte er sich der Polizei und gab an, daß er seine Frau umgebracht habe und sich auch selbst vergiftet habe. Da man auch Vergiftungserscheinungen bei ihm bemerkte, so brachte man ihn in die Krankenabteilung des Unter­fuchungsgefängnisses

Unter dem Verdacht, Vater und Mutter vergiftet zu haben, steht der 22jährige Sohn des ehemaligen Geschäfts­führers des Schwelmer Tageblattes", Niede. Vor etwa zwei Monaten starb die Mutter des jungen Mannes plötz­lich unter Vergiftungserscheinungen. Am Himmelfahrts­tage folgte der Vater seiner Frau in den Tod, nachdem er seit etwa drei Wochen unter eigenartigen Schmerzen und Erbrechen gelitten. Auf Veranlassung der Staatsan­waltschaft wurde die Leiche am Beerdigungstage beschlag­nahmt und am nächsten Tage untersucht. In der Leiche sollen sich, laut der Rheinisch- Westfälischen Zeitung", Spu ten von Vergiftung gezeigt haben. Niede jun. befindet fich seit gestern in Haft, da schwer belastendes Material gegen ihn vorliegt. Eine Ausgrabung und Obduktion der Leiche der Mutter steht bevor.

Neue bayerische Jubiläumsmarken. Am 10. Juni d. J. jährt sich zum 25. Male der Tag der Regentschaft des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Zur Erinnerung an dieses Ereignis werden von der bayerischen Postver­waltung zwei besondere Freimarken zu 5 und 10 Pfennig ausgegeben werden. Die Erinnerungsmarken weisen in­mitten eines von zwei Putten gehaltenen, mtt Bändern verzierten Kranzes das Bild des Prinzregenten in Unt­form auf. Die Bänder tragen die Jahreszahl 1886-1911. Unterhalb des Bildes befindet sich die Angabe ,, Bayern", rechts und links die Bezeichnung des Nennwertes in 3if­fern.

Der falsche Gerichtsvollzieher. Ein lange gesuchter Shwindler, der als Gerichtsvollzieher aufzutreten pflegte, wurde durch die Kriminalpolizei in Lichtenberg bei Ber­Lin unschädlich gemacht. Der Verhaftete, ein Arbeiter Otto Stanikki, arbeitete in der Weise, daß er bei Leuten erschien, die in der Zwangsversteigerung Grundstücke er­worben hatten und von ihnen auf gefälschte Kostenrech­nungen mehr oder weniger hohe Beträge eintassierte. Ge­tern wurde der Schwindler in Lichtenberg im Dienst" tappt und hinter Schloß und Riegel gebracht. In der Behausung St.'s fand man noch eine Anzahl Formulare, Die er sie zu seinen ausgedehnten Betrügereien benutzte. Einen Teil davon hatte er schon ausgefüllt und mit dem Ramen Kuhn unterschrieben. Wo er die Formulare ge­tohlen hat, weiß man noch nicht. Alle Unterlagen für sei­ten Schwindel fand er in den Gerichtsgebäuden auf den Terminzetteln, von denen er sie sich abschrieb.

Das Fenster als Diebesfalle. Die Sensation", der in en letzten Tagen die Neuyorker Presse ihre Spalten wid­nete, war der unter merkwürdigen Umständen erfolgte Tod es berüchtigten Einbrechers George Tanner. Vor kurzem Der er aus dem Zuchthaus entlassen, als er sich jetzt wie­er zu einem besonders verwegenen Unternehmen an­bidte. Er versuchte, vom Dach aus in das Haus des rei­hen Teppichimporteurs Elias Surut einzudringen, indem tein Tau um den Schornstein band und sich durch das Dachfenster hinablassen wollte. Gerade, als er sich durch as Fenster zwängte, fiel der schwere Rahmen herab und af ihn am Nacken, so daß er wie in den Zähnen einer Taufefalle erwürgt wurde; der Kopf saß draußen auf dem dach, und der leblose Körper baumelte im Inneren. Als er Besitzer morgens in sein Haus fam, wurde er bei dem Inblid ohnmächtig. In den Taschen des Einbrechers fand han dann einen geladenen Revolver und die verschieden­en Diebeswerkzeuge. Merkwürdig ist nun, daß die Neu­ozler von diesem schrecklichen Tod des Einbrechers mit einer gewissen Genugtuung sprechen. Die Zahl der Ein­hche hat in den lekten Jahren in Mounort

flomiten; es sind ganze Stadtteile, in benen in den legten Jahren taum ein Haus verschont geblieben ist und in Benen heute jeder Bewohner mit einem geladenen Revol­er zu Bett geht, weil er stets den Besuch der ungeladenen Ohäfte zu fürchten hat.

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Die Eisenbahnfatastrophe in Nebraska. Ueber das Offenbahnunglück bei Burlington Road in Nebraska wird To gemeldet: Die beiden Züge rannten mit rasender Ge­Ihwindigkeit auf demselben Gleise ineinander. Die Ma­hinen wurden durch den furchtbaren Anprall ineinander­schachtelt und vollständig zertrümmert. Man sah nur Th einen Haufen wüst aufgetürmter Stahlmassen. Bis

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sind 29 Tote, die durch Brandwunden entsetzlich ent­et waren, aus den Trümmern geborgen worden. Personen wurden schwer verletzt nach dem Hospital ge­Baht.

Ilche Angestellte. Daraufhin erklärten zwet langjährige Beamte, sie hätten bestimmten Verdacht auf den Buchhalter Hein, der öfters in Korrespondenzen und Dokumente Ein­ficht nehme, die nicht seiner Bearbeitung unterlägen. Die Direktion und die Polizei begaben sich in die Privatwoh­nung des Hein und sagten ihm auf den Kopf den Ver­trauensbruch zu. Hein machte auch gleich ein Geständ­nis. Er sei von der Internationalen Preßluftgesellschaft in Berlin engagiert worden und erhalte ein Honorar da­für, daß er alle von der Firma Pokorny und Wittekind eingereichten Offerten sowie die dorthin einlaufenden gro­Ben Bestellungen sofort telegraphisch nach Berlin mitteilte.

Das Bekenntnis des Mormonenführers. Der Präsi­dent und Prophet" der Mormonenkirche in Utah hat sich im Tabernakel der Mormonenhauptstadt Salt Lake Cur ausdrücklich zur Vielweiberei bekannt und damit all die Werber der Sekte, die behaupten, daß Polygamie nicht mehr unter den Mormonen bestehe, Lügen gestraft. Er äußerte sich folgendermaßen: Es mag Ihnen seltsam er­Scheinen, aber i chglaube mich verpflichtet, allen meinen fünf Frauen die Treue zu halten, die liebende, loyale zu­friedene und glückliche Mütter sind. Sie sind meine Frauen 27 bis 40 Jahre lang gewesen, haben mir ver­traut und auf mich gebaut während all dieser Jahre, und ich habe meine Pflicht ihnen gegenüber höher als jedes andere gestellt." Trotzdem leugnet der Prophet, daß aus­ländische Frauen für Mormonen namentlich in Eng­land) angeworben werden, denn es gebe deren in Utah selbst mehr als genug.

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Um 200 000 Mart geschädigt ist die Maschinenbau­-6. Pokorny und Wittekind in Frankfurt a. M. durch Boße Schwindeleien eines ihrer Angestellten, eines Buch­lters namens Hein. Der Firma wurde trotz zahlreicher ufforderungen zur Einreichung von Offerten bei großen Lieferungen an Werften und für das Kriegsministerium Jokit langem fein Auftrag mehr zuerteilt. Von ihren Ver­etern in ganz Deutschland wurde ihr mitgeteilt, daß sie Dan allen Firmen, bei denen sie Offerten eingereicht hät­td, den Bescheid bekämen, daß einige Tage später eine asländische Konkurrenzfirma, mit dem Siz in Berlin, haufgefordert ebenfalls, und zwar niedrigere Offerten reichte. Die Frankfurter Firma kam dadura zu der berzeugung, daß es sich um einen groben Vertrauens­bug eines ihrer Angestellten handele, und entließ, da fih die Sache nicht aufklären liek, gestern furzerhand sämt­

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Zweihundert Heiratsanträge an einen- Mann! Colonel Edward Green, der Sohn einer schwer reichen Amerikanerin, Frau Hetty Green, sprach im vergangenen Jahre leichtsinnigerweise die Worte aus: Ich fühle mich einsam und möchte wohl heiraten, wenn ich das rechte Mädchen fände." Das hätte er nicht tun sollen, denn diese Bemerkung fand ihren Weg in die Neuyorker Zei­tungen, und die Folgen davon sind geradezu schrecklich: seitdem ist kein Tag vergangen, an dem Colonel Edward Green nicht einen Liebesbrief erhalten hätte, in dem ein Mädchen oder eine Witwe ihm allen Ernstes ihre Hand anbietet. Der vielumworbene Mann hat jetzt bereits einen Stapel von 200 solcher Briefe mit Heiratsanträgen, aber wohlweislich hat er nicht einen davon beantwortet. Statt dessen hat er die beigelegten Photographien der New York World" übergeben, die denn auch sein eigenes Bild, von diesen Mädchenbildern eingerahmt, als ab­Schreckendes Beispiel für andere Millionärssöhne veröffent­licht hat, damit sie es ja nicht laut sagen, wenn sie sich einsam fühlen. Die Bewerberinnen um die Hand Edward Greens stammen aus allen Gesellschaftsschichen und aus allen Ländern der alten und neuen Welt, die Türkei, China und Japan nicht ausgeschlossen.

Rumänischer Champagner. Das rumänische Domänen­ministerium hat bereits vor einigen Jahren in Murfatlar in der Dobrudscha, der rumänischen Schwarzmeer- Provinz, eine Rebenschule und einen kleinen Weingarten angelegt, um die wichtigsten Rebensorten für die Erzeugung von Schaumweinen zu erproben. Im vergangenen Jahre haben die Anpflanzungen zum ersten Male Früchte getragen, und es werden versuchsweise nachfolgende Gattungen von Weinen hergestellt werden: Pinot- Noir, Epinette, Pinot­Chardonet, Malvoisie. Nach der Qualität der Trauben hofft man, daß die erzielten Weine ein sehr befriedigendes Resultat ergeben werden, um so mehr, als das Terrain start talkhaltig und infolgedessen für die Erzielung von Schaumweinen sehr geeignet ist.

Der Alkoholismus in Frankreich. Der Direktor des Frrenasyls von Bicetre, Dr. Rubanowitsch, veröffentlicht eine überaus interessante Schrift über den Alkoholismus in Frankreich. Frankreich steht an der Spize der Alkohol konsumierenden Länder. Im Jahre 1907 sind in Frank­reich 129 Millionen Liter Alkohol konsumiert worden. Das macht ungefähr 2,31 Liter pro Kopf. Am schrecklichsten ist die Verbreitung des Absynth. Während im Jahre 1874 faum 700.000 Liter verbraucht wurden, hat er im Jahre 1910 36 Millionen Liter erreicht. Die Bevölkerung veraus­gabt fährlich fast dret Milliarden für Alkohol. Der starke Alkoholgenuß macht sich besonders bei der militärpflichtigen Jugend bemerkbar. Von 175 000 Stellungspflichtigen muß­ten 47 000 als dienstunbrauchbar erklärt werden.

Aus dem Reiche der Technik.

Ein neuer Sonnenmotor. Die Versuche zur Aus­nutzung des ungeheuren Kräftevorrats der Sonne sind wie­derum um einen vermehrt worden. Bisher war keiner von ihnen glücklich genug, einen wirklich praktischen Er­folg zu erzielen. Dennoch wird der Menschengeist an der Lösung dieser Aufgabe unablässig metter arbeiten, da er darin fast die einzige Gewähr dafür erblicken muß, daß thm die Naturkraft dauernd und in genügender Menge dienstbar bleibt. Der durch manche geniale Erfindung be­fannte amerikanische Physiker Fessenden ist bestrebt gewesen, dem Problem auf eine neue Art beizukommen, die wentg­stens einfacher erscheint als die riesenhaften und kostspte­Itgen Sonnenräder, durch die man die Sonnenkraft in Maschinenkraft zu verwandeln bemüht massif Benenden benutzt als treibende Maffe eine Flüssigkeit wie Alkohol, Gasolin oder auch nur Waffer. Sie ist in einem Gefäß aus Zement enthalten, das innen und außen mit verzinntem Eisen oder einem ähnlichen Stoff ausge­kleidet ist, der die Lichtstrahlen zurückwirft. Der Behälter steht außerdem auf einer Unterlage, die ihn gegen Wärme­verlust schützt, und außerdem in einem größeren Gehäuse, das die Sonnenstrahlen nach der Flüssigkeit hinwirft. In dieser werden Eisensalze oder andere schwarze Stoffe auf­gelöst, um die Wärmestrahlen aufzunehmen. Der Behäl ter hat nach oben hin zwei Oeffnungen mit einem Verschluß aus Glas, dem eine kleine Menge eines Eisensalzes beim Schmelzen zugesezt worden ist, so daß es die Wärmestrahlen einläßt, aber zurückhält. Auf diese Weise wird die Flüffig­keit allmählich bis zur Dampfbildung erhitzt und kann zum Betrieb einer Niederdruckturbine verwertet werden. Diefe setzt eine Dynamomaschine in Tätigkeit und diese wiederum eine Kondensatorpumpe. Unter der ganzen Anlage befin­det sich in beträchtlicher Tiefe ein weiterer Behälter, aus dem das Kühlwasser durch eine weite Pumpe gehoben wird. Auf diese Weise wird die Energie der Sonnenstrahlen auf­gespeichert, indem das Gefälle des Wassers von dem oberen Behälter bis zum unteren zum Maschinenbetrieb ausge­nutzt werden kann. Ob mit dieser Erfindung nun der Weg zu einer wirklichen Umwandlung der Sonnenwärme in Maschinenkraft bereits praktisch angezeigt worden ist, da= rüber können erst weitere Versuche entscheiden.

Stodwerfen eine edle kräftige Linte und einen Sandstein. schmuck, der schließlich auch für jede Villa geeignet sein würde. Ueberrascht ist man aber, wenn man hört, wie die Innenausstattung dieses Armenhauses beschaffen ist. Zu den einzelnen Zimmern, die recht geräumig gehalten sind, führt ein langer Korridor, der aus Gelungheitsrücksichten mit Linoleum ausgelegt ist. Die Treppenflure werden durch breite, stattliche Treppen miteinander verbunden. Das ganze Haus weist eine Zentralheizungsanlage auf, die alle Zim mer mit Wärme versorgt. Es gibt da kleine Rimmer für einzelne Armenhäusler und etwas größere für mehrere Personen oder für Ehepaare. Jedes Zimmer hat einen flet­nen Gasofen, auf dem sich der Armenhäusler sein Effen allein fochen fann. In einer Kaffette befinden sich mehrere Töpfe, ein Eßbesteck und zwei Teller, die zur Benubung freigegeben sind. Damit sie nicht weggetragen oder verkauft werden können, tragen sie die Aufschrift: Armenhaus Me­rioneth" und sind an feinen langen Ketten an der Wand be­festigt. Zur gemeinsamen Benutzung weist dieses schöne Ar­menhaus mehrere Räume auf, die zum Teil der Belehrung und Unterhaltung, zum Teil der Gesundheit und Sauber­feit dienen. Eine Bibliothek mit Lesezimmer ist von 7 1hr abends geöffnet und für alle Insassen des Armenhauses fret. Zugleich befindet sich hier eine große Schreibstube, in der die Insassen schriftliche Arbeiten zum Broterwerb anferti­gen können. Außerdem besißt das Armenhaus noch ein recht geräumiges Badezimmer, dessen Benutzung nach deutschem Gelde 10 Pfennig fostet. Dafür bekommt aber der Badende ein Handtuch und Seife. Jeder Insasse des Armenhauses ist verpflichtet, mindestens einmal in der Woche ein Bad zit nehmen. Neben der Badeanstalt befindet sich ein Turnsaal, der zur freien Benutzung geöffnet ist. Die Insassen haben für die Wohnung im Armenhause eine kleine Entschädigung zu zahlen, die sie sich leicht durch Vermittlung der Armen Hausdirektion verdienen können, da hter täglich massenhaft Aufträge zur Arbeit einlaufen. Jeder Infasse ist verpflich= tet, eine Arbeit, die ihm von der Armenhausdirektion zuge=" wiesen wird, gegen Entgelt anzunehmen. Lehnt er die An­nahme ab, ohne eine andere Arbeit zu haben, dann wird er sofort aus dem Armenhaus verwiesen und darf nie mehr aufgenommen werden. Das Armenhaus hat es sich zur Auf­gabe gesetzt, Arbeitslose zu unterstützen, indem es ihnen sehr billigen Aufenthalt und Arbeitsmöglichkeit verschafft. Da­rum wird auch nicht streng darauf gesehen, daß die gezahl ten Löhne die ortsüblichen sind. Sie müssen nur ausreichen, um dem Insassen des Armenhauses den Lebensunterhalt zu den von dem Armenhaus festgesetzten Preisen zu ermögli­chen. Die Direktion entscheidet, ob die Bezahlung genügend ist. Der Insasse des Armenhauses hat aber dann kein Recht, einen höheren Lohn zu fordern. sondern muß die Arbeit für den festgesetzten Preis ausführen, falls sie in sein Ge­werbe fällt. So erzieht das Armenhaus die Leute zur Ar­beit und erfüllt einen segensreichen Beruf. Für junge Leute, die sich selbst ihr Essen nicht kochen können, ist im Armen haus ein Speisesaal vorhanden, in dem sie für wenige Pfen. nige ein gutes und kräftiges Essen erhalten können.

Drabtnachrichten und Deuestes.

Frühjahrsparade in Potsdam.

Potsdam, 31. Mat. Heute vormittag wurde bek schönem Wetter die Frühjahrsvarade über die hiesige Gar­nison abgehalten. An der Parade nahmen außer dem Katser der Kronprinz und die Prinzen August Wilhelm und Eitel Friedrich teil. Der Kaiser führte zweimal das Regiment Gardedukorps der Kaiserin vor.

Das Befinden des Prinzen Joachim.

Berlin, 31. Ma. Ueber das Befinden des Prinzen Joachim verlautet, daß die äußere Schwellung gestern zwar etwas zurückgegangen ist, daß aber der Bluterguß noch nicht wesentlich gewichen ist. Der Kaiser blieb bis gegen 5 Uhr, die Kaiserin bis 7 Uhr beim Prinzen.

Landtagsschluß.

Berlin, 31. Mai. Es wird erwartet. daß der preu­ßische Landtag spätestens am 1. Juli geschlossen werden wird. Im Herbst wird er wieder zusammentreten, um den Wassergesetzentwurf zu beraten. Anfang Dezember soll er bis Februar vertagt werden.

Maffenvergiftung von Landwehrleuten.

Mek, 31. Mai. Die Ursache der Vergiftung, an der 115 Leute nach einer Landwehrübung erkrankten und ein Mann starb, liegt, wie jetzt festgestellt ist, im Genuß verdorbener Wurst, die teils aus der Kantine, tells aus der Küche des Truppenübungsplates stammte. In Bitsch tst auf demselben Platz zurzeit der Typbus ausgebrochen. Alle Maßnahmen sind getroffen, um eine Weiterverbrei­tung zu verhüten.

Unfall auf dem Wettflna Baris- Rom. Rom, 31. Mai. Der Flieger Garros, der heute früh 4,54 Uhr in Pisa zum Flage nach Rom aufgestiegen war, stürzte bei Cecina, wobei sein Apparat zerstört wurde. Der Flieger, dem das Personal eines Eisenbahnzuges Hilfe letstete, blieb unverletzt.

Verhängnisvoller Zusammenstoß.

Paris, 31. Mai. Auf einer Sekundärbahn stieß ein Pilgerzug, in welchem sich zahlreiche Mädchen befanden, bet Combalets mit einem anderen Zuge zusammen. Drei Mädchen wurden getötet, 15 schwer verletzt.

Handel und Verkebr.

Frankfurt, 29. Mai. Viehmarktpreise vom 29. Mai. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Djen, a. poffelschide Wisemaneta, et Slawiweries, höchstens 7 Jahre alt Lebendgew.) M 51-58,( Schlachtgew.) M 93-100, die noch nicht gezogen haben( ungefocht)( Lebendgew.) M 00-00, ( Schlachtgew.) M 00-00, 6) junge fleischige nicht ausge­mästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 47-50, ( Schlachtgew.) M 85-91, c) mäßig genährte junge, gut ge­nährte ältere( Lebendgew.) M 42-46,( Schlachtgew.) M 77 bis 85. B. Bullen. a) vollfleischige, ausgewachsene, höchst. Schlachtwertes( Lebendgew.) M 46-48,( Schlachtgew.) M 76 bis 80. E) vollfleischige jüngere( Lebendgew.) M 43-44, ( Schlachtgew.) M 71-73. C. Färsen und Kühe. a) vollflei= schige ausgemästete Färsen, höchsten Schlachtwertes( Lebend­gem.) M 46-50,( Schlachtgew.) M 83-89, 6) vollfleischige ausgemästele Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren ( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 82-86, c) 1. me­nig gut entwickelte Färsen( Lebendg.) M 42-45,( Schlacht­gew.) M 81-87, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M 37-43,( Schl.­Gew.) M 69-80, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Le­bendgew.) M 30-35,( Schlachtgew.) M 60-70, e) gering ge­nährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 20-25,( Schlacht­gew.) M 46-57. D. Kälber. a) Doppellender feinste Most ( Lebendgew.) M 00-00,( Schlachtge.) M 00-00, 6) feinste Mast( Vollmilch- Mast) und beste Saugkälber( Lebendgew.) M 60-64,( Schlachtgew.) M 100-107. c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebendgew.) M 55-59,( Schlachtgew.) M 93-100. 8) gering. Saugfälber( Rebendgew.) M 52-54, ( Schlachtgew.) M 88-92. Schafe. A. Stallmastschafe. a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 42 bis 43,( Schlachtgew.) M 88-90, 6) ältere Masthämmel und

Ein Armenhaus mit modernem Komfort. gut genährte Schafe( Lebendgew.) M( Schlachtgew.)

Das prachtvollste Armenhaus der Welt hat, wie der " Inf." aus London geschrieben wird, die englische Grafschaft Merioneth aufzuweisen, wo vor einigen Tagen ein wahrer Palast als Armenhaus eingeweiht wurde. Schon die äu­ßere Fassade läßt den Gedanken an Armenhäuser, wie man fie im allgemeinen zu sehen gewohnt ist, nicht aufkommen. Sie ist zwar recht schlicht aehalten, zeigt aber in ihren met

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Schweine. a) vollfleischige Schweine von 80-100 Kg. Lebendgewicht( Lebendgew.) A 47-48%,( Schlachtgew.) M60-62, 6) vollfleischige Schweine unter 80 Kg. Lebend­gewicht( Lebendgem.) M 47-48,( Schlachtgew.) M 60-61, c) vollfleischige Schweine von 100-120 g. Lebendgewicht ( Lebendgew.) M 46-48,( Schlachtgew.) M 59-61, 6) voll­fleischige Schweine von 120-150 g. Lebendgewicht( Re­

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