Deutscher Reichstag.
das
Die Tagesordnug der Montagsfizung war auf einen Gefeßentwurf von etwas entfernt liegendem Inhalt und auf Petitionen beschränkt. Ersterer betrifft die bei dem obersten Landesgericht in Bayern einzulegenden Revisionen in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Seine Einbringung entspricht einem Antrage, den Bayern im Bundesrat ge= stellt hat. Es handelt sich darum, daß das bayerische Landesrecht vor dem Reichsgericht nicht revisibel ist, daß Reichsgericht aber in vielen Prozessen, die Reichsrecht und Landesrecht berühren, über das Landesrecht mitentscheiden muß. Daraus ergaben sich Schwierigkeiten zwischen den beiden obersten Gerichtshöfen, die der Entwurf durch eine Abgrenzung threr Zuständigkeiten beheben will. Nachdem Staatssekretar Lisco Sinn und Bedeutung der Vorschriften erläutert und die Annahme empfohlen hatte, wurde nach furzer Debatte die Vorlage in erster und gleich darauf in zweiter Lesung angenommen.
fertiggestellt worden, und wird in den nächsten Tagen Gegenstand von Besprechungen der beteiligten Ministerien ein. Dem preußischen Landtage wird er erst in der nächSten Session zugehen.
Die liberalen Einigungsverhandlungen in der Rheinprovinz sind noch nicht zum Abschluß gelangt. Sie scheinen vielmehr in ein Stadium gelangt zu sein, das Beinen glüdlichen Ausgang verheißt. Von seiten der fortschrittlichen Volkspartei wird der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß es angesichts des Verhaltens der nationalliberalen Partei zu einem Balt nicht kommen könne, während diese den Fortschrittlern vorwirft, daß deren Sonderkandidaturen in Wetzlar- Altenkirchen und in Kreuznach in nationalliberalen Kreisen derart verschnupft haben, daß es fraglich erscheint, ob ein Zusammengehen förderlich sei.
Eine Konferenz rheinisch- westfälischer linksliberaler Arbeiter, die am Sonntag in Düsseldorf stattfand ,,, bedauert auf das Lebhafteste, daß von den linksliberalen Parteien bisher nicht ein einziger linksliberaler Arbeiterführer in einem aussichtsreichen Reichstagswahlkreise als Kandidat aufgestellt worden ist. Die linksliberalen Parteien können bei Verharren auf diesem Standpunkte ernsthaft auf die Mitarbeit der linksliberalen Arbeiter bei den kommenden Reichstagswahlen nicht rechnen. Sie warnt die Parteileitungen, auf dem bisherigen Standpunkt zu beharren."
Dann folgten Petitionen. Die Besprechung einer solchen des Wirkl. Geheimen Kriegrats Uhlenbrock in Friedenau, die schon im Mai 1910 den Reichstag beschäftigt hatte, leitete Kriegsminister v. Heeringen mit einer längeren Rede ein. Er wies aftenmäßig nach, daß die Burdispositions= stellung im Jahre 1900 wegen dessen Unfähigkeit, Mangel an Juitiative und Urteilslosigkeit zu Recht und schonend erfolgt sei und daß die von ihm geforderten Organisationsgesetzesänderungen feine Aussicht auf Verwirklichung haben fönnen. Nachdem noch verschiedene Redner zu diefer Sache gesprochen hatten, wurde die Debatte nach dem Vorschlage der Kommission erledigt. Um erst einmal aufzuräumen, wurden von der mehrere Seiten füllenden Tagesordnung alle die Petitionen, zu denen Wortmeldungen nicht vorlagen, vorweggenommen, und dann vertiefte man sich in das dankbare Thema der Müßlichkeit oder Schädlichkeit bes Impf zwanges. Dazu lagen neben dem Komissionsantrag nicht weniger als fünf ander Anträge vor, die eine Revision des Impfgesetzes fordern, aber noch ehe man auch nur über die Begründungsreden hinausgekommen war, machte ein Schlußantrag allen weiteren Debatten ein Gnde, und man vertagte sich, nicht ohne den guten Willen, bei nächster Gelegenheit die Beratung der Petition fortzusetzen. Ob freilich dieser gute Wille in die Tat sich umsetzen wird, ist nach den Erfahrungen früherer Jahre mehr als zweifelhaft, und es ist nicht unmöglich, daß die Petenten, die seit dem Jahre 1908 auf Antwort warten, dem Reichstag ihre Betitionen noch einmal unverändert wieder einreichen können.
Die sinkende Geburtsziffer Deutschlands.
Woche dort zu verwellen und dafür den Besuch Siziliens aufzugeben.
Im ungarischen Parlamentsausschuß gab Graf Aehrenthal am Montag eine ausführliche Darlegung der auswärtigen Lage. Den Frieden Europas bezeichnete er als zurzeit gesichert.
Zwei bekannte Berliner Künstler, das Mitglied des Königlichen Schauspielhauses Professor Heinrich Oberländer und der Bildhauer Professor Emil Sundrieser, find am Montag nach längerem Leiden gestorben.
Große Kälte und heftige Schneefälle haben die persische Hauptstadt Teheran von allem Verkehr abgeschnitten. Kohlen und Holz gehen schon aus, auch die Lebensmittel sind sehr teuer geworden. Die Bevölkerung leidet fehr, piele Menschen sind erfroren. Seit Jahrzehnten ist kein so harfer Schreefall und solche Kälte dagewesen.
Die russische Reichsduma hat am Montag ihre Arbeiten wieder aufgenommen und nahm ohne Debatte einen Antrag an, in der Abendsizung vom 1. Februar die Frage an die Regierung zu richten, welche Maßnahmen ergriffen worden seien, um der Best in Sibirien und im ganzen Reich entgegenzuwirken.
Ein Postanweisungsschwindler gefährlichster Art warde in Hannover festgenomen. Es ist ein ehemaliger Postassistent, der die Postämter in Frankfurt a. M. und Berlin durch geschicktes Einschmuggeln von gefälschten Postanweisungen um erhebliche Beträge geschädigt hat. Seit furzer Zeit hielt er sich in Hannover auf.
Ungetreue Beamte. Wie aus Barmen gemeldet wird, flüchtete der Verkehrsinspektor des Bahnhofs Ronsdorf der Barmer Bergbahn, Bander, nach Unterschlagung von 15 000 M. In Landsberg a. Lech wurde der Obersekre tär Busch vom Amtsgerichte seines Dienstes enthoben, da er erhebliche Sumen amtlicher Gelder veruntreut hatte.
Zerschung im französischen Heer. Einer der Führer der geeinigten Sozialisten Frankreichs hielt in Bordeaux in einer sozialistischen Versammlung eine Rede, in der er unter anderem sagte:„ Wir werden an der Armee, die die letzte Hoffnung der Bourgeoiste bildet, unschätzbaren Beistand finden. Es gibt Offiziere, die nicht mehr die Rolle von Verteidigern der eisernen Kassen" spielen wollen. Zahlreiche Soldaten erinnern sich daran, daß sie Proletarier sind. Die Bourgeoisie kann nicht mehr auf die ganze Armee rechnen." Ganz so schlimm dürfte es wohl noch nicht sein, wenn auch die Tatsache besteht, daß der Geist des Heeres stark gelitten hat.
Seit einigen Jahren mehren sich, so schreibt die„ Teutsche Boifswirtschaftl. Korresp.", die Betrachtungen über die ziemlich schnell finfende Geburtsziffer Deutschlands. Innerhalb des Zeitraumes von 1860-80 fanden in Preußen, in dem die Ziffern der Bevölkerungsbewegung fast genau die aleichen sind, wie die des ganzen Reiches, auf 1000 Lebende durchschnittlich je 40 Geburtent statt. 1881--95 auch noch 39, Ferner von 1896-1900 immer noch 38; von da ab aber ist dies: Zahl bis 1909 auf 33 gefunken. In den gleichen Zeitrömen betrug die Sterbeziffer 29, 26, 22 und 18 v. T. * auf das Jahr. Es betrug mithin die natürliche Beveferungszunahme in den angegebenen drei Zeiträumen 1000 Einwohner und für das Jahr 11, 13, 16 und für 9 immer noch 15. Während also bis 1900 trotz der auch s schon langsam sinkenden Geburtsziffer die Volks" name infolge der günstigeren Sterblichkeit immer stär* wurde, ist sie seither im Sinfen. Freilich ist dies Sin ein sehr langsames. da der Ausfall durch die minder ichen Geburten bisher immer noch durch eine weitere dämmung der Sterblichkeit fast wett gemacht werden
*
Founte.
Im Gerichtssaale vom Schlage getroffen wurde der Justizrat Golinski in Waldenburg, während er einen Termin wahrnahm. Er war sofort tot.
Ein Bettlerfönig". In Homel in Rußland wurde der sogenannte Bettlerkönig David Kotschmel verhaftet. Er hatte in vielen Provinzstädten Bettlerschulen und Organtfationen eingerichtet und besaß in verschiedenen Städten 20 angetraute Frauen, die er unter Venußung falscher Dokumente geheiratet hat.
Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich unweit der Bahnstation Schwadowitz bei Trautenau t. B. Ein vom Bahnhof zurückkehrender Omnibus, der dicht besetzt war und einem anderen Fuhrwerk ausweichen wollte, stürzte infolge Scheuens der Pferde in einen Bach und wurde vollständig zertrümmert. Vier Personen wurden lebensgefähr= lich, vier andere leichter verletzt.
Vom spanischen Königshofe hatte sich ein Pariser Blatt über London melden lassen, daß die Königin von Spanien, die bekanntlich eine englische Prinzessin ist, die Absicht habe, sich von ihrem Gemahl scheiden zu lassen, da ste sich von diesem vernachlässigt fühle. Die„ Neue Preußische Correspondenz" kann auf Grund einer an unterrichteter spanischer Stelle eingehollen Erkundigung die Mitteilung machen, daß die Gerüchte von einer Scheidung des spanischen Königspaares durchaus unbegründet sind. Das Einvernehmen zwischen dem König Alfons und der Königin Victoria soll jederzeit cin ungetrübtes sein.
In den Industriestädten ist die Geburtshäufig= i weitaus am größten. Sie betrug z. B. im Jahre 1908 bei einem Reichsdurchschnitt von 33% auf das Tausend in Barbed( Rheinprov.) 52, in Gelsenkirchen 50%, in OberHansen( Sibciuld) 47%, in Bochum 47, in Königshütte 46, in leiwis 42%, in Dortmund, Duisburg und Ludwigsbafen a. R6 je 41 vom Tausend. Wenn hierbei auch der cünstige Altersausbau der Industriestädte eine Rolle spielen meg. to fommt doch auch ganz wesentlich die reichliche Ver= dieustaciegenheit in ihmen und die dadurch herbeigeführte Möglichkeit zu rechtzeitigem Heiraten in Betracht. Wo der eigentliche Grund für den Rückgang der Geburtenzahl liegt, sehen wir sehr schnell, wenn wir einen Blick auf die Städte mit ausnahmsweise geringen Geburtsziffern werfen. Es find dies( 1908) Wiesbaden mit 23, Wilmersdorf, Charlottenburg und Schöneberg mit je 21 und Potsdam mit 18% vom Tausend; mit einem Wort also die reichen Städte. Der alte Satz, daß ein Steigen des Wohlstandes über einen gewissen Grad hinaus die Geburtsziffer herabtrüdt, hat sich also wieder einmal bestätigt.
Rundschau vom Cage.
Politisches.
Beschützte russische Schußmänner. Wegen der in letzter Zeit in Russisch- Polen und an der schlesisch- russischen Grenze vorgekommenen überaus zahlreichen Morde und Raubanfälle ist russischerseits beschlossen worden, die Zahl der Polizeibeamten bedeutend zu verstärken und, soweit möglich, jedem Schußmann einen oder mehrere Soldaten als Schutz beizugesellem.
glaubte dem egen die fiel cides. Am tem voraufg Jabre 1889 5 fatte, zu we fbrigen Ange fhs Monater je drei Jal affigen Falfd Tas jebige gericht Hamm e des Pub angeklagten beufe fab, ba Heldstagswah proflamiert m Climmen als
Bei einem Stubenbrande erstickt sind in dem Dorfe Schepanowo bei Gnesen vier Kinder eines Arbeiterchepaares im Alter von ein bis fünf Jahren. Die Eltern hatten die Wohnung beim Weggange abgeschlossen, sodaß die Kleinen elend umfommen mußten.
Ein 82jähriger Invalidenhausinsasse in Mainz stieß sich in der vergangenen Nacht vor dem Hause seiner Frau, von der er sett 35 Jahren getrennt lebte, ein Messer in die Brust. Er wurde in hoffnungslosem Zustande ins Kran= kenhaus gebracht.
Der portugiesische Wahlgesehentwurf hat den Ministerrat in Lissabon beschäftigt. Nach dem vorliegenden Entwurf soll das Proportionalwahlsystem zur Anwendung kommen und die Stimmabgabe nicht obligatorisch sein. In den Provinzen Lissabon und Porto sollen alle lese- und schreibfundigen Bürger das Wahlrecht erhalten, wofern sie am 1. April 1911 das 21. Lebenszahr erreicht haben und in die letzte Wahlliste eingetragen sind. Nicht wahlberechtigt wären aktive Soldaten, Leute, die Armenunterstügung erhalten, Verurteilte, Entmündigte und Bankrotteure. Wahlberechtigt sollen alle Lese- und Schreibkundigen sein, ausgenommen aktive Militärs, Beamte, Mönche irgend einer religiösen Gemeinschaft, Personen, die durch Vertrag an den Staat gebunden sind. Zahl und Ausdehnung der Wahlkreise ist noch nicht festgesetzt worden; nur für Lissabon und Porto sind zwei Wahlkreise in Aussicht genommen, von denen jeder acht Abgeordnete entsendet. Jeder andere Wahlkreis soll vier Abgeordnete wählen.
Der Entwurf eines Barzellierungsgesezes, der u. a. auch Maßnahmen zur Verhütung der Güterschlächterei tref= fen wird, ist im preußischen Landwirtschaftsministerium
Der Familienschmuck der Wallutfeffs.
201
Roman von Baronin G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) ,, Meyer trug eine Tasche aus rotem Leder an einem Riemen um die Echulter; niemals habe ich ihn ohne diese Tasche gesehen. Wahrscheinlich mußte sie etwas sehr Wertvolles enthalten."
Fragten Sie nicht gleich am Anfang, als Sie die Persönlichkeit Meyers feststellten, nach seinem Aussehen?"
Aus den Gerichtssälen.
Der Meineidsprozeß Schröder und Genossen. Unter gewaltigem Andrange des Publifums begann Montag früh vor dem Schwurgericht in Essen das Wiederaufnahmever= fahren in dem großen Meineidsprozeß Schröder und Genoffen. Nahezu 16 Jahre sind verstrichen, seit das Drama des Raiserdelegierten und seiner Schicksalsgenossen weit über die Grenzen des rheinisch- westfälischen Industriege= btets hinaus die gesamte deutsche Deffentlichkeit beschäftigte. Heute, da es nach langen Kämpfen gelungen tit. den ganzen Prozeß noch einmal aufzurollen, und die Angeklagten, die inzwischen ihre schweren Zuchthausstrafen abgebüßt haben, Gelegenheit nehmen wollen, den damaligen Wahrspruch der Essener Geschworenen als einen Fehlspruch zu bezeichnen, tst das Interesse an der Sache fast noch größer. Einige da= mals Verareilte sind inzwischen gestorben. Auch von den über 100 Zeugen, die seinerzeit vernommen worden sind, fehlen mehrere, da sie teils mit dem Tode abgegangen, leils Spurlos verschwunden sind. Vor allem fehlt der vielge= nannte Gendarm Münter, auf dessen Aussage hin in der Hauptsache die Verurteilung erfolgte, und dessen späteres Verhalten schließlich die Wiederaufnahme des Verfahrens herbeiführte, da er in seiner späteren Stellung als BerlinSchöneberger Magistratsbeamter Leute zum Meineibe ver leitet haben soll und der Wert seiner Reugenschaft dadurch erschüttert erscheint. Gegenstand der Verhandlung ist, um es kurz zu rekapitulieren, eine Versammlung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter in Bankau bei Herne. in der die zu der angekündigten freien Aussprache erschienenen Sozialdemokraten von dem Versammlungsleiter, dem jezigen Zentrumsabgeordneten im preußischen Landtage, August Brust. hinausgewiesen wurden. Als die Leute, unter denen sich die sieben Angeklagten befanden, am Saaletugange ihr Eintrittsgeld zurückverlangten. geriet Schröder mit dem Gendarm Münter aneinander und will bet dieser Gelegenheit zweimal von Münter gestoßen und zu Boden geworfen worden sein. Dieser Vorfall wurde dann in der sozialdemokratischen„ Bergarbeiterzeitung" gefchildert, worauf Münter Klage wegen Beleidigung erhob. In diesem Prozeß beschworen die sieben Angeklagten. daß Min= ter gegen Schröder tätlich geworden sei. Das Gericht aber
Als Generalgouverneur von Kanada hat der König von England die Ernennung des Herzogs von Connaught bestätigt. Der Herzog übernimmt das Amt, das sich vorbehaltlich weiterer Verlängerung über eine Zeit von zwei Jahre erstreckt, im September dieses Jahres. Dem Regierungsdefret wird aber sogleich hinzugefügt, daß die Amtszeit unter Umständen verlängert werden wird. Der Herzog wird von der Herzogin nach Kanada begleitet.
;, Nein, das hätte auffallen können; der Steward erwähnte selbst jolgendes: der Reisende habe einen langen schwarzen Schnurr- und Knebelbart gehabt; sein Haupthaar sei von derselben Farbe, und sehr tief in die Stirn getämmt. Einma hube Bergmann den Hut, einen grauen Calabreser, abgenommen, do habe der Wind sein Haar fortgeweht. Der Eteward, der zufällig in seiner Nähe war, bemerkte eine dreieckige Narbe auf der Stirn. Gleich darauf habe Bergmann den Hut aufgesetzt und sei in die Kabine gegangen."
Kleine Nachrichten.
Die deutsche Kronprinzessin ist von ihrem Aufenthalt in Kairo so befriedigt, daß sie sich entschlossen hat, noch eine
den nächsten Tagen in der Zeitung nach dem Stern. Es fand sich nichts, folglich waren Jims Nachforschungen ohne Erfolg geblieben.
..Es besteht kein Zweifel, daß der Raubmörder hier gelandet ist," sagte shite nachdenklich.„ Mein Plan ist nun der: Wenn Sie ihn gefunden haben, werde ich eine Bekanntschaft mit Meyer herbeiführen; ich muß sein Vertrauen gewinnen, um ihn zu entlarven. Nach meinen Voraussetzungen wird er versuchen, auch hier seine Geldmittel auf irgend eine Art zu vermehren. Dabei wird er faum auf ehrlichen Erwerb bedacht sein, und wenn er nicht vorher in unsere alle geht, wird er sicher bei anderer Gelegenheit der Gerechtigkeit in die Hände geraten."
Bei der Ausdehnung der Stadt und den zahllosen Hotels ist es allerdings schwer, schon jetzt Auskunft zu erhalten," sagte sich White, und er suchte sich zu trösten, daß er bald das verabredete Zeichen finden werde.
White verabschiedete sich nach einigen weiteren Verhaltungsmaßregeln von Jim Knight, der erst nach ihm auf die Straß hinaustrat.
Am Sonntag um 3 Uhr nachmittags fuhr der junge Schweizer nach Rose- Cottage hinüber. Er sehnte sich da= nach, Mabel Lionel wieder zu sehen. Der Tag war sonnig und für die späte Jahreszeit warm zu nennen. Bald lag die Riesenstadt mit ihrem Lärm hinter Robert White. Gemächlich rauchend lehnte er in den Polstern des Wagens; seine Gedanken beschäftigten sich mit der reizenden Amerikanerin. Liebte er sie? Diese Frage drängte sich ihm auf, und er hoffte, heute Gewißheit darüber zu erlangen. Der Weg führte durch Anlagen und Gärten. Zahlreiche elegante Villen lagen rechts und links von Ziersträuchern und hohen Bäumen umgeben. Jetzt waren sie entlaubt, aber im Sommer mußten sie köstlichen Schatten spenden.
Ja den Gasthof zum„ Sternenbanner" zurückgekehrt, schrieb White an den Grafen über alles, was sich zugetragen, seit er in Neuŋorf war. Vergeblich suchte er in
Rose- Cottage Sire," sagte der Kutscher und fuhr im Bogen vor ein Rokokoschlößchen, das etwas zurüd in der Reihe der übrigen Villen lag. Vor der Tür stand eine Frauengestalt, ein großer Neufundländer lag neben ihr.
ganz erschreckt aus. was ist Ihnen denn? Kommen Sie, wir haben einige gute Freunde bei uns."
..Millkommen!" rief Miß Lionels Stimme fröhlich, ,, ich habe Sie heute erwartet."
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Damit führte sie den Gast in die Villa und stellte ihn den Bekannten vor. Der Fremde, der zum erstenmal in diesen Kreis trat, fühlte sich schnell heimisch. Man kam ihm sehr freundlich entgegen und lud ihn sogleich zu verschiedenen Veranstaltungen ein. White sagte sich, daß er durch die Bekanntschaft mit Mabel leicht in der vornehmen Gesellschaft von Neuyork festen Fuß fassen würde. Nach einem auserlesenen Festmahl mit den teuersten Weinen begab man sich in das Musikzimmer, da wurde musiziert und geplaudert.
Sie cilte auf der jungen Mann zu und hielt ihm mit einem freudigen Lächeln beide Hände entgegen. White schoß alles Blut zum Herzen. Ja, er liebte die reiche Erbin, das erkannte er jetzt flar und deutlich. So redegewandt er sonst war, heute fehlten ihm die Worte. In tiefer Bewegung preßte er die feinen Finger der zarten Frauenhand fast allzu stark, und er geriet noch mehr in Berwirrung, als sie sagte:
,, Sie tun mir ia weh, Mr. White! Sie sehen heute
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in tnieender Lippen waren diedenen Me angenommen: befallen und fragen, den er Die veri Aber den Verb närstoditer D Million Dolla der die junge Die Polizei n pliglichen Ber tem freilich h nigt denten, d Monate hindu and glauben a reits einmal genwärtig in aigts zu tun Wohl das
Rose- Cottage zeugte von dem Reichtum seiner Besigerinnen. Die Einrichtung war bei aller Kostbarkeit sehr geschmackvoll, und viele gute Gemälde und Kunstgegenstände schmückten die Zimmer. Mrs. Lionel und ihre Tochter waren bemüht, ihre Gäste angenehm zu unterhalten; ihre zugleich herzliche und dabei vornehme Art fiel White angenehm auf.
„ Sie werden recht bald wiederkommen," sagte Mabel beim Abschiede, dann sind wir allein und ich zeige Ih= nen den Garten, das Treibhaus und mein Reitpferd Kommen Sie Donnerstag um 1 Uhr zum Lunch." Erfreut versprach, es der Geheimpolizist dann ver= abschiedete er sich und fuhr zur Stadt zurück.
VI.
Seit dem Tode Anastasia Pawlownas, Gräfin WalTutjeff, und seit dem Diebstahl des Familienschmudes hatte sich tiefe Schwermut Maria Nikolajewnas bemächtigt. Die junge, mit einer lebhaften Phantasie begabte Frau wa: überzeugt. daß die alte Sage sich bewahrheiten mußte, und daß ihr und ihrem bisher so glücklichen Hause Unheil drche. Die Vorhänge im gräflichen Palast waren herabgelassen, niemand wurde empfangen. Den gan= zen Tag wanderte Maria durch die Zimmerflucht, oder saß an der Wiege ihres Söhnchens mit ängstlichen Augen setnen Schlummer hütend. ( Fortsetzung folgt.)
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Brieflich Barenpaares,
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