Lokales.
Gießen, 29. März 1910. ** Der Großherzog hat am 24. März dem Minister der Finanzen Dr. Dr.- Ing. Ernst Braun das Kommandeurkreuz 1. Klasse des Ludewigs- Ordens, dem Ministerialrat Geheimerat Dr. Becker die Krone zum Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ministerialrat Karl Süffert den Charakter als Geheimerat verliehen.
-ph- Die beiden ersten Osterfeiertage hatten sich der Gunst des Wettergottes in einem Maße zu erfreuen, welches für die jeßige Jahreszeit als ungewöhnlich bezeich= net werden muß. Infolgedessen wanderte man schon am frühen Morgen mit Kind und Kegel in die Wälder, auf die Felder, um die Geschenke des Osterhasen entgegenzu= nehmen. Nachmittags spazierte man nach altem Brauch ins Preußische hinüber, wo bis jetzt(!) noch keine öffentlichen Veranstaltungen als Entweihung des Feiertages betrachtet werden. Auch der Montag- Nachmittag lockte die Menschen zu größeren Ausflügen in die sonnenbeschienene Natur hinaus, sodaß sogar das für 4 Uhr angesetzte Konzert der Regimentskapelle in Steins Garten wegen Mangels an Besuchern ausfallen mußte.
*)(* Regierungsrat Wilhelm Walther ist gestorben. Nach kurzer Krankheit verschied in Straßburg der Kaiserliche Regierungsrat Wilhelm Walther, welcher in Gießen im Jahre 1848 das Licht der Welt erblickte und seit 1874 eine Stellung bei der elsaß- lothringischen Zollverwaltung bekleidete. Die guten Charakter- eigenschaften des Verstorbenen werden dem Dahingeschiedenen auch bei uns in Gießen eine dankbare Erinnerung bewahren.
* Jubiläum. In diesem Jahre tann Zahnarzt Dr. Koch auf eine 50jährige Tätigkeit in seinem Beruf als Zahnarzt zurückblicken. Einer wie großen Beliebtheit sich der Jubilar bei seinen Berufsgenossen erfreut, das zeigt so recht der Umstand, daß ihm zu Ehren der Verein Hessischer Zahnärzte am 28. und 29. Mai seine Hauptversamm= lung in Gießen abhält. Dr. Koch erblickte am 29. Mai 1837 zu Bessungen das Licht der Welt und wurde 1907| beim Universitäts- Jubiläum von der medizinischen Fakultät zum Ehrendoftor ernannt.
= h 10jähriges Bestehen der Gießener Pferdemärtte. Den getroffenen Vorbereitungen nach zu schließen, verspricht der Jubiläumspferdemarkt ganz besonders anziehend zu werden. Kein Wunder, daß die oberhessische Landwirtschaft der Veranstaltung ein großes In teresse entgegenbringt und daß auch der Markt über die Grenzen von Oberhessen hinaus Beachtung findet. Das geplante Sportfest auf Bichlers Hardt wird ganz sicher dazu beitragen, den Markt in jeder Hinsicht glanzvoll zu gestal ten und die herbeigeeilten Landieute durch die Vorführung von Rennpferden für die Pferdezucht in noch stärkerem Maße als früher zu interessieren.
* Vom städtischen Oktro i. Der neue De troitaris hat nun die Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern mit der einzigen Abänderung ge= funden, daß sich die Steuer für das am Ort gebraute Bier nicht nach dem Malzverbrauch sondern nach der Biermenge richtet, auf welcher bekanntlich nur die Besteuerung des eingeführten Bieres fußte. Dieser Oftroi beträgt für das Heftoliter 65 Pfg. Am letzten Donnerstag hatte die Stadtverordnetenversammlung die Aenderung angenommen.
-tt- Stadttheater. Es sei nochmals auf die morgige lette Aufführung von Hermann Bahrs geistvollem neuen Lustspiel„ Das Konzert" hingewiesen. Für Sonntag, den 3. April, den letzten Spieltag der Saison, ist als Nachmittagsvorstellung nochmals eine Aufführung des„ Fidelen Bauern" angesetzt worden, da sich schon bei den Vorbestellungen zur gestrigen Aufführung der Operette heraus gestellt hatte, daß der großen Nachfrage nach Plätzen nicht in vollem Umfange entsprochen werden könnte.- 3ur Sonntagabend- Vorstellung von„ Vasantasena" haben Gutscheine Giltigkeit.
* Neues Museum. Unsere Stadt dürfte in absehbarer Zeit ein neues Museum erhalten, das der Völker kunde gewidmet sein soll. Den Grund dazu haben bereits 1540 Nummern einer ethnologischen Sammlung gelegt, welche die Professoren Dr. Sievers und Geh. Justizrat Dr. Schmidt gemeinschaftlich erstanden haben. Diese Sammlung wird jedenfalls in dem Gebäude der Ohrenklinik des Dr. Leutert an der Liebigstraße Aufnahme finden. Die Lage dieses Gebäudes darf nur eine günstige ge= nannt werden, denn es wird sich unseres Erachtens nach schwerlich ein zweites Haus finden, das so geeignet ist, die Aufmerksamkeit der Fremden auf sich zu ziehen und überhaupt durch seine Schäße den Fremdenverkehr zu heben. Den hochherzigen Begründern der Sammlung sei an dieser Stelle auch der Dank für ihre Stiftung ausgesprochen, welche Gießen um eine weitere hervorragende Sehenswürdigkeit bereichert.
3)
Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth. Stachdruck verboten.
,, Also so steht die Sache!" rief der ältere der beiden, der kaum imstande war, seinen Grimm länger zu vermeistern. ,, Na, da können wir also wieder gehen- aber, das sage ich dir, dein Fräulein Tochter wird dir noch genug zu schaffen machen! Sie könnte vielleicht noch einmal froh sein, einen Mann wie meinen Albert zu be= tommen, aber dann wird er nicht wollen! Denn der Ruf seiner künftigen Frau muß tadellos sein,- und man zischelt schon jetzt so allerlei über Fräulein Maja
Er kam nicht weiter. Reinau war mit einem Saze dicht an der Seite des Sprechers und umspannte wie mit eisernen Klammern sein Handgelenk.
Und was zischelt man?" schrie er aufgeregt, während auf seiner Stirn die Zornesader schwoll. ,, Heraus damit,= ich will es wissen,
Ies!"
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,, Laß mich los, du tust mir ja weh!" rief der Angegriffene, während Albert seinem Vater beizuspringen fuchte.
Rede!" donnerte Reinau mit wütender Stimme, so baß die beiden beinahe ängstlich wurden.
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Es ist vielleicht nur ein leeres Geschwäß", versuchte Stolze einzulenken. Es wird so viel geklatscht, ich habe vorhin im Born gesprochen, laß mich, ich weiß nichts, vergiß, was ich sagte, Fräulein Maja fut gewiß nichts Unrechtes, und wir, na, wir werben uns doch nicht streiten wollen, sind ja alte Freunde!" Reinau hielt die Hand des Sprechers noch immer fest umspannt. Du verlässest mein Haus nicht, bis du alles gesagt hast. Also rede! Glaubst du, ich lasse mein Kind durch dich verdächtigen? Wenn du nichts weißt, dann--
Er vollendete den Saß nicht, aber Stolze mochte in ben haßfunkelnden Augen seines ,,, alten Freundes" nichts Butes lesen er fühlte, daß er ießt reden müsse und be ggun nur zögernd
*)(* Gewerbeschule. Die vergangene Woche in der Gewerbeschule stattgefundene Ausstellung von Schülerarbeiten zeigte durch ihre zahlreichen künstlerischen Zeichnungen so recht, wie sehr die Gewerbeschule bestrebt ist, ihre Besucher mit wertvollen Kenntnissen für den späteren Beruf auszustatten und so mit dem nötigen Rüstzeug für den Kampf mit dem Leben zu versehen. Was die verschiedenen Werke hinsichtlich ihrer geradezu einzigartigen Klarheit und Feinheit boten, das hätte auch auf jeder anderen technischen Ausstellung das Auge des strengsten Beurteilers befriedigen
können.
** Provinzialausschuß. Nächsten Samstag findet eine Situng des Provinzial Ausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Gelände in Gemartung Schwalheim zur Erweiterung des Bahnhofs Bad Nauheim; hier Besizeinweisung; 2. Klage des Ortsarmenverbandes Köln gegen die Ortskrankenkasse Butzbach wegen Unterstützung des B. Guttmann; 3. Errichtung einer Acetylen Lichtanlage zu GroßKarben; 4. Klage des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den Ortsarmenverband Friedberg wegen Unterstützung der Auguste Horn; 5. Gesuch des Johs. Flohr zu Alsfeld um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft; 6. Gesuch des Konrad Dechert zu Alsfeld um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft; 7. Enteignung von Gelände in Gemarkung Nieder- Eschbach für die Nebenbahn Heddernheim- Homburg v. d. H.; hier Ausspruch der Enteignung.
*)(* Neuregelung des Schulgelde s. Mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern wird das Schulgeld für den Besuch der Gymnasien, Realgymnasien, Oberreal- und Realschulen( einschl. der Progymnasien) vom 1. April 1910 ab für die Klassen Oberprima bis einschl. Oberselunda auf 150 Mt. und für die übrigen Klassen auf 130 Mt. jährlich erhöht. Für die Schüler der Vorschulen der Augustinerſchule, Gymnasium und Realschule, zu Friedberg, des Realgymnasiums zu Darmstadt, des Realgymnasiums und der Oberrealschule zu Gießen, der Oberrealschulen zu Offenbach und Alsfeld, der Realschulen zu GroßUmstadt, Michelstadt, Alzey, Bingen und Oppenheim wird das Schulgeld vom 1. April 1910 ab auf 120 Mt. jährlich festgesetzt. Die Vorschriften über den Schulgeldzuschlag für nichthessische Schüler bleiben in Kraft.
* Postlaufbahn. Bewerber für die mittlere Postlaufbahn, und zwar Post bezw. Telegraphengehilfen, deren Annahme seit etwa Jahresfrist nahezu ausgesetzt war, werden bestem Vernehmen nach vom 1. April ab während des Rechnungsjahres 1910 wieder in sämtlichen Oberpost direttionsbezirken angenommen. Doch ist die Zulassung nur eine stark beschränkte.
Steuerstundung für Eisenbahner. Den in Hessen wohnenden preußischen Bediensteten der Eisenbahnverwaltung, die auf Grund der Abänderung des Doppelsteuergesetzes durch das Reichsgesetz vom 22. März 1910 nachträglich für das ganze Steuerjahr 1909 zu den hessischen Staatssteuern herangezogen werden, kann auf- ihren eigenen an das zuständige Gr. Finanzamt zu richtenden Antrag Stundung des Steuerbetrags in angemessenen Grenzen bewilligt werden.
*)(* Krantenpflegerturse. Die von dem oberhessischen Verein für innere Mission abgehaltenen Kurse zur Ausbildung freiwilliger Helferinnen in der Landkrantenpflege haben nunmehr ihren Abschluß mit einer Prüfung gefunden, welche von dem Können der Teilnehmer das beste Zeugnis ablegte. Hoffentlich schwindet auch immer mehr das Mißtrauen, welches der neuen Einrichtung jett noch in der Provinz Oberhessen von manchen Seiten entgegengebracht wird.
Aus Hessen und Nachbargebiet.
* Aus Oberhessen. Einen Obstbaumbestand von über 122 000 zählen die Gemeindeobſtanlagen in unserer Provinz, und in die Gemeindekassen fließt jährlich durchschnittlich die schöne Summe von 90 000 Mt. Der 10jährige Gesamterlös von 1900 bis 1910 beträgt 912 000 Mart.
= r= Rodheim a. d. Bieber, 28. März. Dem Wunsche der Eltern unserer Konfirmanden gemäß fand auch hier die Konfirmation am zweiten Osterfeiertage anstatt des 2. Pfingsttages statt. Es waren diesmal insgesamt 67 Konfirmanden( 38 Knaben und 29 Mädchen) zum gemeinsamen Unterricht vereinigt. Dieselben verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Gemeinden: Bieber 16, Fellingshausen 12, Rodheim 26 und Veßberg 13 Konfirmanden. Der Konfirmationstermin für Fellingshausen ist auf den Sonntag nach Ostern festgelegt.
* In Weiters hain bei Grünberg i. H. hat der Volkshumor schon oft manche heitere Stunde geschaffen. W. ist eine Gemeinde, die wohl etwas abseits liegt, aber eben darum ist, wie das so oft in Wald- und Gebirgs= dörfern der Fall, die Bevölkerung untereinander wie eine große Familie; die Vereine ersehen dort Theater, Musik und sonstige Unterhaltung. Kürzlich hatte der Gesangver
,, Wenn du es durchaus wissen willit, meinetwegen! Man erzählt sich, daß deine Tochter nur deshalb so oft nach Neunsinden fährt, weil, nun weil sie dort nicht nur eine Freundin – sondern auch einen Freund beSibt
Aha", machte Reinau ,,, deshalb hattet ihr es wohl so eilig, um Maja zu werben, ihr wolltet euch den fetten Bissen nicht entgehen lassen, ihr dachtet, es könnte euch ein anderer zuvorkommen!"
Du tust meinem Sohn sehr unrecht." versicherte Stolze gekränkt, er liebt deine Tochter wirklich."
Ja, ja, ich weiß," nickte Reinau, aber nun erzähle weiter, du hast dich ja wahrscheinlich ganz genau erkundigt, was meine Maja in Neuntinden treibt!"
Stolze versuchte noch immer einzulenken. Vielleicht ist es auch bloß Zufall, daß deine Tochter auf dem Wege öfters mit einem Manne zusammentraf, wie gesagt, ich weiß weiter nichts, du kennst ja so gut wie ich die Klatschbasen unserer Stadt!"
Ich bitte, weiche mir nicht aus!" rief Reinau noch immer aufgeregt. Wer und was ist der Mann, von dem du sprachst, und wie kommt derselbe nach Neunlinden?"
Es soll ein ehemaliger Offizier sein, der Schulden halber den Abschied nehmen mußte, doch du kannſt ſtolz sein! Wie man hört, ist der Mann aus altadeligem Geschlecht und deshalb auf Neunlinden hoch angesehen. Na, und wenn er Schulden hat, du kannst sie ja bezahlen! Was liegt dem reichen Reinau an ein paar Hunderttausenden, wenn er dafür einen adeligen Schwiegerjohn haben kann! Ein Bürgerlicher ist ihm und dem gnädigen Fräulein Tochter doch längst nicht mehr gut genug, wie ich ja nur zu deutlich gemerkt habe. Aber vielleicht bereut ihr es beide noch, einen Menschen wie meinen Albert zurückgewiesen zu haben."
Er hatte sich wieder mehr und mehr in Zorn geredet und fuhr jeßt hastig fort:
Einstweilen son jener Mann, der übrigens schon verheiratet war und auch ein Töchterchen besißt,- Schriftsteller geworden sein. Gelesen hat man freilich noch nichts von ihm. Er hat sich in der Nähe von Neunlinden ein feines, bescheidenes Häuschen gemietet; dort lebt er mis
ein wieder Festlichkeit und dabei ist folgender mundartliche Prolog( oberhessischer Dialekt) auch gesprochen worden: Ai, goure Owed, all Ihr Leut', Gaß eaß merr wirklich groad e Freud, Doaß Ihr seid hau zou is gekomme Gan Dail ohn isemm Fest se nomme. Familieowed hu merr hau,
Ean Weiretshaa caß doaß noch nau,
Doch weil merr winn beim Fortschritt sei, Drimm moachte merr doaß ean die Reih'. Doch stellt's ach net so nowel fir, So varg viel eaß hau net d'emir, Doch korz ean gout Ihr wärrts schu seh, Wäis de se Owed her dout gih.
Doch seid willkomm', doaß will ich mene, Ihr gruße Leu ean aach Ihr kleene, Ean doaß Ihr Weiwer aach seid doo, Doaß greift is ganz besonnersch ohn. Denn ach hu aich aut se verzehn, Drimm Achting, woaß aich will erweh'n. Die Weibsleu tinn bei iser Sache Viel Goures ean aach Schläichtes mache, Wann Ihr doaß Goure wellt met genäiße, Dann dairs uch doaß aach net verdräiße. Wenn mir doo ean die Seangstonn gih,
Wann Ihr doo zäingtt, doaß eaß nait schih, Goar mancher ging bain Singverei Wann net sai Fraa deht goarjchtig sai. E Fraa, däi iwer so aut schöllt, Gehirt vor Räichtswäig ean die Höll, Seid frouh, wann Ihr so Männer gritt, Däi bei eamm Singverein sai mett, Denn wer net singt, hoat aach ten Mout Ean eaß aach net sei'm Weibche gout.
& Singverein eaß off der Wäilt
Der schinst Verein, der mir gefäillt;
Denn off derr Wäilt, doo gebbt's nichts fast, Wu so e Läidche net bei paßt.
Wann merr e sich so verlobt,
Ean ean dmm Laib däiß Häirz so dobt, Ean der Singverein der dout doo seange, Doo möcht ehnem groad däiß Häirz verspreange. Gan leaßt er sich nooch kopuliern,
Ean will schu halb den Mout verlieren. Ean hat schu Angst ean will schu gäirn, Wann's singt, doo douts eamm annerscht wäirn. Wann ihns Dirigent eamm Kräis dout stih Ean hebt den Tattstock can die Hih, Ean jeder dout sai Monndwäirt off, Doo gitt deaß Häirz ean jedem off. Mir finn e Läidche hübsch ean schih, Ohns Häirz dout doaß e jedem gih; Mai Schaberl is a lustig Ding, ei ja, Der Baß, der singt tra- la- la eaneann. Hrnooch, doo säilt Ihrsch emol hirn. Dann finn merr noch so e Läidche seange, Doaß dort e so wehmürig fleange: In einem fühlen Grunde, Da geht ein Mühlenrad;
Mein Liebchen ist verschwunden, Das dort gewohnet hat.
Wer deangkt doo net ohn ahle Schah, Dem he goar manchmal goab ean Schmat, Gan hott can nooch her doch net gritt, Wäis manchmool off derr Wäilt hai gitt. Is Läirer häi all off se zehn,
Doaß dout ſich hau häi net rentirn, Aich hoff, doaß annerscht Ihr dout denke, Ean doaß Ihr naut mih ett dout zenke, Wann est au Mann zur Seangstonn will, Dann schweit Ihr emol bibsmäußche stell, Ean doaß Ihr dout net im uch baiße, Sost soll uch gleich doaß Mäusche baiße. Weitershain, im Februar 1910. Jean Schwöbel.
* Lauterbach. Hier ist die Errichtung einer wan dernden Kreishaushaltungs- und Kochschule geplant. Die Sparkasse wird demnächst ein neues Kassengebäude erhalten.
* Schotten. Die Wanderversammlung des Oberhessischen Bienenzüchtervereins findet am 17. und 18. Juli mit Ausstellung und Verlosung in der Schüßenhalle" statt. Geh. Rat Schönfeld hat den Ehrenvorsiz übernommen.
* Wezlar. Die Ausarbeitung einer Denkschrift über die Ausgemeindung des Kreises Wetzlar aus der Rheinprovinz und dessen Angliederung an Hessen- Nassau wurde von den Stadtverordneten dem Staatsrechtslehrer Prof. Stier- Semlo zu Bonn übertragen.
am
* Wezlar. Die Wiederherstellungsarbeiten Glockenstuhl im Dom sind soweit gefördert, daß mit der Aufhängung der Glocken begonnen werden konnte.
-v- Wela r, 28. März. Unsere Landw. Winter- schule schloß am Ostersamstag ihr 18. Schuljahr mit einer öffentlichen Prüfung. Außer den Herren des Ortskuratoriums wohnten der Schlußprüfung eine Anzahl Gönner und
einer alten Wirtschafterin, schreibt Romane- und wartet auf bessere Zeiten. Da fannst du dir wohl denken, daß ihm eine Frau mit einem Milliönchen sehr willkommen wäre. Und mit dem verkehrt deine Tochter dort draußen. So, nun weißt du alles ich habe nichts mehr zu sagen!"
Albert Stolze machte eine tiefe, linkische Verbeugung, während sein Vater hastig der Türe zu strebte. Reinau sah den beiden grimmig nach. Dann lachte er laut und zornig auf.
Nun hab' ich euch erkannt," rief er, mit dem Fuße stampfend. ,, Elende Berechnung führte euch her! Mein Geld wolltet ihr haben, um damit euren höchft mangelhaften Finanzen aufzuhelfen! Diesem Menschen hätte ich meine Maja ohnehin nicht gegeben! Schöne Freundschaft das! Mich reut es fast, daß ich die beiden Heuchler nicht hinauswerfen ließ!"
Unmutig schritt er auf dem weichen Teppich, der das Zimmer bedette hin und her.
,, Es ist alles Lüge und Verleumdung," murmelte er dann ,,, wie kann ich mich nur so aufregen wegen nichts! Maja ist ein Kind was weiß so ein kleines Mädchen von der Welt!- Indessen, wenn ihr se ein Windbeutel den Kopf verdrehte-"
Wieder stampfte er mit dem Fuße auf. Herrgott, die Geschichte geht mir im Kopfe herum und läßt mich nicht zur Ruhe kommen!" Blößlich schien er zu einem Entschluß gekommen zu sein. Er klingelte so heftig, daß es durch das ganze Haus schallte. Rasch, sofort anspannen!" befahl er dem bestürzt herbeieifenden Diener. Ich will ausfahren, aber spu tet euch, den Kutscher brauche ich nicht!" Der Diener stürzte davon und in ganz kurzer Zeit war alles bereit.
Die Dienerschaft steckte verwundert die Köpfe zusam men. So aufgeregt hatte man den sonst so ruhigen Herrn noch selten gesehen.
( Fortseßung folgt.)
Freunde bei. D befucht, darunter Das nächste Se Aufnahme finde
* Bubb Großen Linden dortiges Proje lände fehr bill meter erworben
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