Einzelbild herunterladen

Was die englischen Wahlen toften.

23 337 160 M, das ist die genaue Bahl, die das englische Bolt bei der letzten großen Wahl im Jahre 1906 für den Wahlmechanismus aufgebracht hat. In dieser Zahl sind alle dosten vom Druck der Wahlzettel bis zu der letzten Brief­marke, die im Komiteezimmer des entferntesten Dorfes ver­ausgabt wurde, inbegriffen. Die Zahl der Kandidaten be­trug 1273, so daß auf jeden eine Wahlausgabe von rund 18 000 Mark entfällt. Da aber im ganzen nur 670 Man­date zu besetzen sind, kostete die Wahl eines jeden Abgeord­neten dem englischen Volke nicht weniger als 34 800 Mark. Aber diese Kosten sind bei aller Genauigkeit der Berechnung noch nicht alles, was im Wahlkampfe ausgegeben wird, denn sie umfassen nur die Zahl der beiden großen sich bekämpfen­den Parteien. Dazu treten noch die Aufwendungen, die die zahlreichen Industrie- und Handelsorganisationen auf ei­gene Hand machen, um dieser oder jener Partei zum Siege zu verhelfen, und die nach den sorgfältigen Schäßungen Eingeweihter die Summe von 20 000 000 M überschreiten. Der Kandidat, der in den Wahlkampf tritt, darf vor per­sönlichen Geldopfern nicht zurückscheuen, wenngleich er selbst Ausgaben nicht machen darf. Von dem Tage an, da er die Kandidatur annimmt, steht er gewissermaßen unter der finanziellen Oberhoheit seines Wahlagenten, der alles wet­tere besorgt. Er eröffnet bei einer Bank ein Konto und er­tell dem Agenten alle Vollmacht. Wenn der ausgesetzte Be­trag nicht von vornherein eine ansehnliche Höhe hat, mer­den bald neue Zuschüsse nöttg. Die Oberhoheit des Wahl­' agenten erstreckt sich während der Wahlzeit selbst auf die persönlichen Ausgaben des Kandidaten; während der Kan­didatur des Oberst North ging der Agent sogar so weit, alltäglich das Portemonnate seines Kandidaten zu era­minieren, in der Befürchtung, der Oberst könne durch irgend eine Anwandlung von Freigebigkeit später des Stimmen­faufes bezichtigt werden. Der Wahlagent muß vom Kan­didaten selbstverständlich bezahlt werden, und zwar wurden bei der letzten Wahlkampagne durchschnittlich 3080 Mark pro Agenten bezahlt.

Rundschau vom Cage. Politisches.

Ein Wechsel in der Kommandantur zu Berlin wird zum Geburtstag des Kaisers eintreten, und zwar ist zum Nach­folger des Generals v. Boehn der General v. Plüskow vor­gesehen. Zum Kommandanten von Potsdamt dürfte Oberst Freiherr von Willisen, der Kommandeur des 1. Gardere­giments, ernannt werden.

Zur Reichstagsersatzwahl in Eisenach. Die Wahlbewe­gung ist gegenwärtig auf dem Höhepunkt angelangt. In zahlreichen Versammlungen bemühen sich Nationalliberale, Deutschsoziale und Sozialdemokraten, Stimmung für ihre Partei und ihren Kandidaten zu machen. Sie schicken zu diesem Zwecke thre glänzendsten Redner ins Treffen. Mit Gifer betreiben auch die vereinigten Liberalen die Vorbe­reitungen zur Wahl. Von nationalliberalen Rednern, die zugunsten der Kandidatur des Justizrats Dr. Appelius spre­chen und schon gesprochen haben, seien nur erwähnt die Abgeordneten Weber, Hieber, Bassermann, Heinze.

Die Generalversammlung des Bundes der Industriellen, die in Berlin tagt, nahm nach Erstattung des Jahresberichts durch den Generalsekretär Dr. Wendlandt eine Resolution gegen die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf natürli­chen Wasserstraßen an, die von Preußen bekanntlich gefor= dert werden. Im Namen des Reichsamts des Innern be= grüßte Geheimrat Wiedtfeld die Versammlung. Er teilte mit, daß die Bedenken der Industrie gegen den Entwurf einer Reichsversicherungsordnung von der Regierung im wesentlichen anerkannt worden sind. Bei der Krankenver­sicherung sind es die Wünsche wegen der Betriebskranken­fassen und deren Aufrechterhaltung, bei der Unfallversiche= rung die wegen der Rentenfestsetzung und des ausschließent= den Streitverfahrens. Diese Mitteilungen wurden von der Versammlug mit großem Beifall aufgenommen. Auch der Staatssekretär des Reichsschaamtes ließ Grüße und Wün­sche überbringen. In seinem Namen wies Geheimrat Hof­mann darauf hin, daß ohne Kampf kein Vorwärtskommen ' möglich sei, daß aber der wirtschaftliche Kampf unseres Vol­fes so ausgefochten werden möge, daß wir seiner froh wer­den. Der neue Direktor des Hansabundes Knobloch, der darauf das Wort nahm, erntete stürmischen Beifall aus der Versicherung: Wir wollen den Wünschen und Bedürfnissen der Industrie auf parlamentarischem und gesetzgeberischent Gebiete sowie auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens mehr Geltung verschaffen und hoffen, daß die gemeinsame Arbeit die Einigung der Industrie und die Durchsetzung ihrer Wünsche herbeiführen wird.

Der Wirtschaftliche Ausschuß trat gestern vormittag im Reichsamt des Junern zusammen. Den Gegenstand seiner Beratungen bildet die Zukunft unserer Hand Asbeziehun= gen zu Frankreich und zu Nordamerika. In einem Artikel der Newyork Times, der die Handelsbeziehungen zum Deut­schen Reich erörtert, heißt es: Die Lage inbezug auf den Bolltarif ist jetzt so, daß der Präsident mit gutem Gewissen erklären kann, daß seine unbillige Differenzierung besteht; nur wenige Interessenten, abgesehen von dem Fleischtrust, werden hierin anderer Meinung sein." Zum Schluß wird ' die Frage aufgeworfen, ob es sich versohne, das Land in

20)

Der Fall Welshofen.

Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.)

7. Kapitel.

Ueber seinen Nachforschungen nach dem Großkarier­ten", wie Brümmet den Mann mit dem Seneiser bet sich nannte, hatte er völlig verabsäumt, wegen des Morphi­ums nachzufragen, wie Doktor Heilmann ihm aufgetragen. Hätte er nur das mindeste Gewicht auf denselben gelegt, so würde er dessenungeachtet Zeit gefunden haben, es zu tun, aber er war völlig überzeugt von der Nußlosigkeit solcher Er­kundigungen, daß er sie für überflüssig hielt. Weishofen war ja nicht an Morphium gestorben.

Als denn die Stunde herangekommen war, in der er dem Untersuchungsrichter Rapport ablegen sollte, ging er der Form wegen in mehrere Apotheken und fragte. ob man sich dort vielleicht erinnerte, daß etwa acht Tage zuvor ein junger Mann vom Aussehen eines Südländers Morphiumpulver gekauft hätte. Natürlich wußte nimand davon und Brümmel ging ebenso flug in dieser Hin­sicht, wie er es zuvor gewesen, nach dem Bureau Feines Chefs.

,, Nun, Brümmel" emfing ihn dieser mit einer ei-. gentümlich pfiffigen Miene, die ihm nichts Gutes weis­fagte was haben Sie mir zu melden?"

Ich habe nichts bezüglich des Morphiums ausgekund= schaftet," entgegnete Brümmel.

So! So! Also nichts! Hätt' mir's denken können. Aber ich desto mehr, lieber Brümmel, ich desto mehr. Da ich mir dachte, daß Sie die Sache tässig betreiben würden hab' ich sie selbst in die Hand genommen. Ja, ja, ich! Und ich hab was ausgefundschaftet, nämlich, daß am 25. Oktober in der Bärenapotheke ein junger Mann Morphium­pulver gekauft hat auf ein Rezept, das auf den Apotheker gleich den Eindruck machte, als ob es von keinem Arzt geschrieben wäre. Da der Name des Arztes sich aber unter dem Aerzteverzeichnis fand, das in allen Apotheken liegt, so hatte der Provisor am Ende keinen Grund, das Rezept nicht zu machen. Die Beschreibung des jungen Mannes

einen Zollfrieg zu stürzen, nur den Herren vom Fleischtrust zu Gefallen, die die Regierung am liebsten ins Gefängnis schicken möchte.

Die Arbeitslosenfrage vor dem Städtetage. Der Vor­stand des deutschen Städtetages hat beschlossen, die Arbeits­losenfrage in einer besonderen Vorstandssitzung eingehend zu behandeln. Die Referate haben die Oberbürgermeister Koerte- Königsberg, Wallraf- Köln und Bürgermeister Dr. Schwander- Straßburg übernommen.

Die alljährliche Denkschrift über die Entwicklung des Kiantschougebietes ist dem Reichstage zugegangen. Der Ge­samtwert des Handels ist vont 49 704 985 Doll. im Jahre 1907/08 auf 65 019 877 Doll, im Berichtsjahr gestiegen. Hier­an ist besonders die Ausfuhr beteiligt. Der Schiffsverkehr des Tsingtauer Hafens ist von 432 Schiffen mit 519 292 Tonneninhalt auf 511 Schiffe mit 670 085 Tonnen gestiegen. Der Gesamtbetrag der eigenen Einnahmen der Kolonie be­Itef fich auf 2 399 000 M.

Die gestrige Sigung des ungarischen Abgeordneten: hanses, in welcher das Kabinett Khuen- Hedervary setn Programm entwickeln sollte, nahm infolge der Haltung der Unabhängigkettspartet einen derart stürmischen Verlauf, daß die Situng zeitwetse unterbrochen werden mußte. In den Wandelgängen zirkulierte das Gerücht, daß, falls die Oppositionspartei eine Debatte auch weiterhin unmöglich machen sollte, Graf Khuen- Hedervary das Haus mittels königlichen Handschreibens vertagen werde.

Der französische Anarchist und Antimilitarist Hervee, der wegen eines Artikels Das Beispiel des Apachen" in Untersuchungshaft genommen worden war, ist von dem Un­tersuchungsrichter dem Schwurgericht überwiesen worden, yor dem er sich wegen Aufreizung zum Mord und Verbre­chen zu verantworten haben wird. Hervee hatte in dem fraglichen Artikel aus Anlaß der Ermordung des Gendar= men Deray durch den Apachen Liabenf den Beamtenmord verherrlicht.

Das neue China. Wie der Draht aus Peking meldet, drängen Deputationen, die aus den Provinzen dort einge= troffen sind, auf schleunige Einberufung eines Reichstages zur Ausarbeitung einer Verfassung.

Kleine Nachrichten.

Die neue Millionenanleihe der Stadt Berlin, die der Berliner Magistrat in nächster Zeit aufzunehmen beabsich= tigt, wird sich zwischen 400 und 500 Millionen Mark bewegen. Der erste deutsche Abflugturm. Der Westdeutsche Verein für Flieger, dessen Siz Oberhausen ist, begann bei Sterk­rade den Bau eines Abflugturmes, des ersten für Deutsch­land. Die Eröffnungsfeter, der mehrere Flugtechniker mit ihren Apparaten beiwohnen werden, soll zu Ostern dieses Jahres stattfinden.

Das Bittgesuch der Krankenpflegerin. Als der Kaiser am Sonntag vormittag nach dem Gottesdienst die Garnison­kirche verließ, wurde ihm bei der Abfahrt von einer Frau, dte dicht an den Wagen getreten war, eine Bittschrift über­reicht. Die Frau ist eine frühere Krankenpflegerin Ditt­rich, die, wie sie bei ihrer Vernehmung erklärte, in dem Kaiser ihre lette Hoffnung" sieht.

Fener auf einem deutschen Kriegsschiffe. Auf dem deut­schen Kriegsschiffe Uranus" fant ein Feuer zum Ausbruch. Zwei Offizierskabinen wurden vollständig eingeäschert. Die Ursache des Feuers hat sich nicht ermitteln lassen. Die Offiziere waren zur Zeit des Brandes nicht an Bord an­wesend.

Die Bonner Studenten. Wegen Ausschreitung nach dem Bierhock am 4. Dezember in Rüngsdorf( Gefährdung eines Eisenbahntransports) hat die Staatsanwaltschaft ge= gen 56 Studenten gerichtliche Untersuchung eingeleitet.

Begnadigung eines Zuchthäuslers. Aus dem Zucht­Hause in Siegburg wurde nach 24jähriger Internierung ein Mann entlassen, der wegen Mordes zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt worden war. Die gute Führung und sein Fleiß waren die Veranlassung, daß man für den Mann ein Begnadigungsgesuch einreichte, das die Geneh= migung des Königs fand.

Drohender Einsturz einer Kirche. An der katholischen Marienkirche in Hohensalza( Provinz Posen), die im ver­gangenen Jahre durch Bodenfenfungen teilweise eingestürzt war und bisher dem Publikum noch nicht zugänglich ge= macht wurde, haben sich von neuem Erdsenkungen gezeigt. In der Stadt herrscht große Aufregung. Nach amtlicher Meldung soll die Kirche indessen nicht gefährdet sein.

Ein gesunkenes Fort. Das Fort Tilust, eines der wich­tigsten Befestigungswerke Frankreichs, das in der Nähe von Toul gelegen ist, hat sich plötzlich um drei Meter ge= senkt. Der Bau dieses Forts ist erst seit einigen Monaten fertiggestellt und hat vier Jahre beansprucht. Die Kosten des Baues betrugen mehrere Millionen Franken.

Attentat auf einen Briefträger. Bei dem Bahnhof Pla­stowo an der Strecke Graetz- Kosten wurde am Sonnabend abend auf den Briefträger Hartmann geschossen, der 400 M Postgelder bei sich hatte. 3wei Schüsse. trafen ihn in die rechte Seite und verwundeten ihn ziemlich schwer. Auf seine Hilferufe entfloh der Attentäter.

Ueber den traurigen Ausgang eines Scherzes ist aus Aham( Rottal) zu berichten. Dort war eine 26 Jahre alte verheiratete Näherin bei der Kundschaft mit Nähen beschäf= tigt. Eine Dienstmagd wollte sich mit der Frau einen Scherz machen, schlüpfte in Männerkleider und schwärzte sich das

aber paẞt genau auf Olfers. Er war schlank, über Mit­telgröße, brünett und elegant gekleidet. Der Provisor sagt, daß er recht gut ein Italiener oder Spanier hätte sein können. Der 25. Oktober war der Tag, an dem Graf Welshofen durch Morphium vergiftet wurde. Nun- was sagen Sie nun, Brümmel?"

Der Gefragte sagte gar nichts und wenn sein Chef nicht durch die Befriedigung über seinen angeblichen Tri­umph so vollauf in Anspruch genommen worden wäre, so hätte er gesehen, wie um des Detektivs Lippen ein verächtliches Lächeln zuckte.

,, Natürlich" fuhr Heilmann fort- ,, habe ich bei dem betreffenden Arzt Bittner heißt er sofort an­gefragt, ob er einen jungen Mann, der sich Leugnigg nennt dies war der Name, der auf dem Rezept ge­standen hat Morphium verschrieben hat. Selbstver­ständlich wußte der Arzt nichts von diesem Rezept, troß­dem er über alle Rezepte mit genauer Datumsangabe Buch führt. Eine wichtige Entdeckung ein höchst wichtiger neuer Indizienbeweis, der uns die Untersuchung in die­ser Affäre wesentlich erleichtern wird!" sagte Heilmann, sich bergnügt die Hände reibend.

Wenn Sie so lässig meine Weisungen befolgen, Brüm­met." sprach der Untersuchungsrichter ,,, so kann ich Sie bei dieser Sache gar nicht weiter verwenden, denn da werden Leute gebraucht, die findig und eifrig sind, nicht träge Menschen, die nicht weiter sehen, als ihre Nase reicht-"

,, Es wird sich noch zeigen, Herr Doktor, wer hier weiter sieht, Sie oder ich," fuhr es Brümmel heraus.

Was unterstehen Sie sich was?" brüllte der Rich­ter ihn an. So sprechen Sie mit Ihrem Vorgeschten? Erst dumm und faul und dann noch unverschämt? Ich werde Sie in dieser Sache nicht weiter verwenden- hören Sie? Viel zu lange habe ich mit ihrer verstockten Borniert­heit Geduld gehabt, aber jetzt ist meine Geduld zu Ende. Von jetzt ab werden Sie nur benußt, um na, Sie werden schon sehen, wozu Sie benutzt werden. Helbusch wird an Ihrer Stelle mit den Ermittelungen im Fall Welshofen betraut werden, denn Sie Sie- danken Sie Gott," schrie er, im Zorn sich wie eine bissige Bull­duage gebärdend daß ich nicht Anzeige wegen Ihres

Gesicht. Als die Frau sich auf den Nachhauseweg begab, stand plöblich die Magd vor thr. Die Frau erschrak der= art, daß sie zu Boden sank und eine Leiche war.

Drama in einem Mädchenpensionat. Wie aus Arbon in der Schweiz gemeldet wird, gab in einem Mädchenpensionat der 15jährige Sohn der Verwalterin auf ein 20jähriges Mädchen einen Schuß ab, weil dieses ihm einen Kuß ver­weigert hatte. Stercuf erfoß er sich selbst. Das Mädchen ist lebensgefährlich mest.

Vom Vergnügen in den Tod. Auf dem schwachen Eise des Brückentorsumpfes in Barby an der Elbe vergnügten sich die beiden 12 und 5 Jahre alten Söhne eines Kutschers und ein sechsjähriger Knabe eines Schiffers. Plöblich brach das Eis, die drei Kinder verschwanden in den eisigen Flu­ten und ertranken trob sofortiger Hilfeleistung.

Während des Tanzes vom Tode ereilt. In den Rest­denz- Festsälen in Berlin brach in der Sonniagnacht eine 36 Jahre alte Frau Marie Gaidzik plötzlich während eines Tanzes bewußtlos zusammen. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur noch den infolge Herzschlages eingetretenen Tod feststellen.

Der Raubmörder von Boguslawice. Aus gefundenen Uniformstücken ist mit voller Sicherheit festgestellt, daß als der Boguslawicer Massenmörder oder jedenfalls Miltoter der Deserteur Michall Koczinski altas Ausziesti in Be tracht kommt. Es ist auch festgestellt worden, daß der Ge­suchte vom 29. November bis 17. Januar in Galizien war, dann nach Preußen abreiste. Er nennt sich Michall Malek. Geständnis eines vierfachen Mörders. Der Raubmörder Kosziol, der, wie berichtet, in Lissa viermal zum Tode und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, hat das Geständnis abgelegt, daß er die ihm zur Last gelegten Ver­brechen begangen habe. Der Mordprozeß hat über 40 000 Mark gekostet.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Seltene Briefe. Bei einer am Montag in Berlin statt gehabten Versteigerung von Briefen von Staatsmännern und Gelehrten, Herrschern und Künstlern gab es auch einen eigenhändigen Brief Friedrichs des Großen, der aber nur 90 Merzielte, während ein Brief Melanchthons 125 M brachte. Ein Klingerbrief wurde mit 29 M und ein Brief des kürzlich verstorbenen Königs von Belgien mit 23 M bezahlt. Auch Goethe- und Schillerautographen standen zur Versteigerung.

Die europäischen Universitäten. Eine interessante Zu­sammenstellung über die Zahl der Universitäten und der Studierenden in den Staaten Europas veröffentlichen die Blätter für die gesamten Sozialwissenschaften. Danach be= sitzt unser Erdteil 125 Universitäten, die im Jahre 1908 von insgesamt 228,732 Studierenden besucht worden sind. Die größte Besucherzahl hatte die Berliner Hochschule mit 13,884 Studierenden, die demnach die Pariser mit 12,985 zum ersten Male überflügelt hat. An dritter Stelle folgte in großem Abstande Budapest mit 6551, dann Wien mit 6205 Studierenden. Deutschland hat die meisten Universitäten, nämlich 21, und den stärksten Besuch, rund 49,000 Studie­rende; dann folgt in weitem Abstande Frankreich mit 32,000 Studenten auf 16 Hochschulen, dann Desterreich- Ungarn mit 11 Universitäten und 30,000 Studenten, England mit 25,000 Studenten auf 15 Hochschulen, Italien 21 und 24.000, Rußland 9 und 23,000, Spanien 9 und 12,000. Schweiz 7 und 6500, Belgien 4 und 5000. Schweden 3 und 5000, Rumänien 2 und 5000, Holland 5 Universitäten und 4000 Studenten.

Aus den Gerichtssalen.

Für Handwerker wichtig ist das Ergebnis einer Klage, die ein Meister, dem der Lehrling entlaufen war, gegen diesen auf Zahlung der Vertragsbruch- Entschädigung ange­strengt hatte auf Grund eines schriftlichen Lehrvertrages, der zwischen seinem Vorgänger und dem Lehrling abge­schlossen war. Das Gericht wies die Klage ab mit der Begründung, daß beim Wechsel in der Person des Geschäfts­inhabers entweder ein völlig neuer Lehrvertrag oder aber auf dem alten Lehrvertrag ein entsprechender Vermert er­forderlich gewesen sei, der die Unterschrift des Meisters und des Lehrlings enthalte.

Verurteilung eines Husaren wegen Totschlags. Das Kriegsgericht in Bonn verurteilte den Husaren Fritz aus Saargemünd, der in der Nacht zum 2. Januar den Husaren Gromzik aus Altstade nach einem kurzen Streit in der Kaserne erstach, wegen Totschlags zu drei Jahren Ge­fängnis.

Aus dem Reiche der Technik.

Eine neue Erfindung Edisons. Edisons lang versproche ner Akkumulator, der leichter als alle bisherigen Akkumula­toren werden sollte, ist fürzlich zum ersten Male in Neu­Jersey öffentlich vorgeführt worden. Der Akkumulator soll vor allem zum Treiben der Motore von Omnibussen und anderen Fahrzeugen dienen. Die Akkumulatoren- Batterie, die vorgeführt wurde, bestand aus 210 einzelnen Zellen, die unter den Sitzpläßen eines Autos angebracht werden. 200 der Zellen dienen zur Erzeugung der Kraft für die Fortbe­wegung des 24 Personen fassenden Wagens, während die 10 übrigen Beffent zur Erzeugung des Lichtes für den Anio­

Betragens erstatte. Das ist ja Insubordination, Belei­di gung eines Vorgesezten, darauf folgt Entlassung. Danken Sie es meiner Milde, daß Sie nicht entlassen werden. Und jezt raus packen Sie sich."

Damit war Brümmet entlassen. Noch am selben Vor­mittag wurde Helbusch, ein gänzlich unfähiger Mensch, der es aber verstand, Heilmanns Schwächen zu schmeicheln, mit den Ermittelungen im Fall Welshofen betraut. Brüm­mel verwandte man dagegen zu den unwichtigsten Dingen, die seiner Begabung gänzlich unwert waren. Er ärgerte sich indessen weniger über den Verlauf der Dinge, als man es hätte erwarten sollen, denn erstens war der Vorge­setzte, mit dem er fortan zu tun hatte, ein scharfsinniger Mann, der Brümmels Genie erkannte und gegen Heil­mann seit jeher einen stillen Groll hegte, und zweitens fiel, seitdem er seine Weisungen nicht mehr von Heilmann erhielt, jede Rücksicht gegen diesen für ihn fort. Er schwor sich zu, Rache an ihm zu nehmen, für sich selbst aber diese Sache als Staffel zu seinem Emporkommen zu benußen.

Zuvörderst bat er seinen neuen Vorgesetzten, ihn so weit es tunlich sei, von dienstlichen Verpflichtungen zu entbinden. Jener, ein junger, ehrgeiziger Mann, dachte sich sein Teil und bewilligte seine Bitte.

,, Haben Sie eine Spur, Brümmel?" fragte er. Mir können Sie's sagen, ich halte reinen Mund." Brümmel nickte.

Nun, so arbeiten Sie fleißig, meinen Segen haben Sie sagte der Richter.

Brümmer durchschaute ihn. Er hoffte wohl im stillen, daß Heilmann sich unsterblich blamieren möchte, sofern es Brümmel wirklich gelang, Licht in diese Sache zu brin gen, und daß er selbst dann an Heilmanns Stelle treten fönnte.

( Fortseßung folgt.)

Биз

frei Ber

neh

bem

auf

Dra

ben

bahr

mer

Str

tend

führ

Find

im

Ni in

62

Боб

nar

fiber

Nich

der

Wit

foda

Deff

die

fich

Gic

Gn

ten

ftatt

lang

δα fung

weg

bei bei

ht

fche

Hol

Und

in

her

da

gu

Al

die

Ra

den me

Fre

mei

der

jell

ler

in

lier

Leb

er

the

Mi

11

23

der

Aut

fei

för

Me

Lai in

K

10

δα

11

6

io

ge

du

fat

hal

in

No

die

101

G