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bus dienen. Der Motor, der durch die Akkumulatoren ge= freist wurde, entwickelte bis zu 50 Pferdekräften. Mit groBer Leichtigkeit konnte der vollbesetzte Wagen Steigungen nehmen. Sollte sich diese langerwartete Erfindung Edisons bewähren, dann ist sie dazu berufen, eine große Umwälzung auf dem Gebiete des Verkehrswesens vorzunehmen. Die Drähte der elektrischen Bahnen- so glaubt man wür= ben bald aus den Städten verschwinden, wenn die Straßenbahnwagen mit den leichten neuen Affumulatoren versehen werden können. Edison behauptet, daß die Herstellung einer Straßenbahnlinie mit seinen neuen Affumulatoren bedeutend billiger set, als eine Anlage mit ständiger Stromzuführung. Man wird weitere Nachrichten über diese Erfindung abwarten müssen.
Vermischtes
Ueber das Befinden des Königs Otto von Bayern ist im„ Fränk. Kur." zu lesen: Das seinerzeit aufgetretene Nierenleiden ist durch sorgsame Pflege längst beseitigt, und in ärztlichen Kreisen ist man der Ansicht, daß der jetzt im 62. Lebensjahre stehende König möglicherweise noch ein hohes Alter erreichen kann. Das traurige Dasein des Monarchen, der seine Zeit seit Jahren meistens am Boden sitzend verbringt, wickelt sich in größter Eintönigkeit ab. Nicht genug können die Bediensteten die aufopfernde Pflege der Umgebung des Königs rühmen. Ihnen selbst ist jede Mitteilung nach außen bei Strafe der Entlassung verboten, sodaß selbst geringfügige Einzelheiten nur schwer in die Deffentlichkeit gelangen. Die militärischen Persönlichkeiten, die zum Dienst im Schloß Fürstenried beordert find, müssen sich selbstverständlich ebenfalls zum Schweigen verpflichten. Sie sind übrigens von jeder Ehrenbezeigung dem franken Könia gegenüber entbunden.
tst recht unerwartet, denn wir sind ja gewöhnt, daß infolge der sich gegenseitig überholenden Neuerfindungen die groBen Kriegs- und Handelsschiffe schon nach zwanzigjähriger Tätigkeit zum alten Eisen gehören. Es gibt aber tatsächlich eine Reihe von Schiffen, die weit über ein Jahrhundert im Gebrauch find. Das älteste davon ist ein dänisches Segelschiff, das zurzeit 186 Lenze zählt und seit 1723 ununterbrochen seinen Dienst tut. Kein so hohes Alter wie dieser Methusalem der Schiffe, aber immer noch ein respektables haben zehn kleine Segler der dänischen Handelsmarine. Das älteste wurde 1735, das jüngste 1810 gebaut, sechs davon gehören noch dem 18. Jahrhundert an. Der Tonnengehalt dieser Schiffe schwankt zwischen 14 und 68. Alle diese Segler find noch im Baltischen Meer und in der Nordsee zu sehen. Sie werden zur Beförderung von Granit und sonstigen schweren Lasten verwendet und sind aus Holz konstruiert.
Böse Folgen eines Schütlerstreifs. Die Vorgänge im Gnesener Gymnasium, wo, wie erinnerlich, drei Abiturienten dem Direktorenzimmer einen nächtlichen Besuch abstatteten, um in den Besitz der Prüfungsthemen zu ge= langen, ziehen weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft will, da bei den betreffenden Gymnasiasten auch entwendete Prüfungsformulare vorgefunden wurden, gegen sie Anklage wegen nächtlichen Einbruchdiebstahls erheben. Auch wurden bei den Betreffenden Briefe von Gymnasiasten aus Schrimm beschlagnahmt, in denen Ratschläge erteilt wurden, wie man sich die Prüfungsthemen leicht und unbemerkt verfchaffen könne.
Die Unglückszeche Holland. Auf Schacht 3/4 der Zeche Holland ist ein Brand ausgebrochen. Er entstand durch die Unachtsamkeit eines Schießmeisters, der eine Zündschnuc in einen alten Bau warf, der eine Dynamitkammer be= herbergt. Die Dynamitkammer geriet in Flammen, und das Feuer griff auf das Kohlengebirge über. Bei der Bergung der Dynamitvorräte explodierte eine Dynamitpatrone, glücklicherweise ohne Schaden anzurichten. Gestern mußten die Mannschaften der Reviere 4 und 7 wegen der starken Rauchentwicklung feiern. Die Versuche, durch Abdämmung den Brand zu lokalisieren, waren bisher vergeblich; fie werden fortgesetzt.
Die verkannte Notbremse. Ein ulkiges„ Eisenbahnidyll" wird aus Mecklenburg mitgeteilt. Ein älterer Arbeiter von Mirow reiste mit seiner franken Frau nach Rostock, um sie dort untersuchen zu lassen. Hinter Lalendorf hält plötzlich der Zug auf freiem Felde. Die Fahrgäste reißen erschrocken die Fenster auf, und der Schaffner eilt von einem Wagen zum andern, bis er schließlich vor un= serm Landmann steht und ihn verwundert fragt, warum er denn die Notbremse gezogen hat. Wat Notbrems?" entgegnet dieser,„ ick künn hier ken Haken finnen vör min Rock; dunn hew ick em hter uphängt. De dünn Band funnt dat awer nicht utholl'n, he ret!" Bet seiner Ankunft in R. wurde der Mifsetäter einem Verhör unterzogen, bei dem sich bald zeigte daß der Mann wirklich aus Unkenntnis den Hebel der Notbremse zum Kleiderhaken gewählt hatte. Von einer Bestrafung wurde deshalb abgesehen; jedoch die Protokollgebühren im Betrage von 7 Mark mußte er begleichen. „ 11n vör so'n Puppenspill heww ich sieben Mark betahlen müßt." schloß der Mann nach seiner Rückkehr entrüftet seinen Bericht.
Die Sintflut in Frankreich.
Die Hochwasserkatastrophe in Frankreich übertrifft selbst die große Ueberschwemmung vom Jahre 1876. Der durch sie allein in Paris angerichtete Schaden beträgt viele Millionen. Das Hochwasser der Seine ist in Paris im Steigen begriffen. Der Tunnel der Orleansbahn ist unter Wasser; die Kais und die ihnen benachbarten Straßen sind überschwemmt. Der Verkehr auf der Untergrundbahn und zahlreichen Straßenbahnen ist unterbrochen. In der Nähe des Justizpalastes ist gestern vormittag ein Erdrutsch eingetreten. Die Kellerräume des Balais Bourbon, in denen sich die Maschinen für die Beleuchtungsanlage befinden, stehen ebenfalls unter Wasser. Die Ueberschwemmungen in der Provinz dauern an einem Dorse in der Nähe von Reims sind 10 Häuser eingestürzt. Ganz Chalons sur Saone steht unter Wasser. Zwei Bersonen find bei den Rettungsarbeiten ertrunten. Viele Leute haben sich auf die Dächer der Häuser geflüchtet und rufen verzweifelt um Hilfe. Dampfboote sind zur Hilfeleistung abgesandt worden.
Ein niedliches Polizeistückchen hat sich in einer Hannoverschen Provinzialstadt ereignet. Das Haupt der dortigen Polizeiverwaltung, ein wegen seiner Gerechtigkeit und Menschenfreundlichkeit Belichter Herr. wandert eines Tages durch die Straßen der Stadt und sieht da vor einem Wirtshause ein Gefnann stehen. deffen Pferd nicht abresträngt ist. Der Besitzer hatte dies unterfaffen, weil er weiß, daß sein Pferd. das auf beiden Augen blind ist, einen Senfrücken und den Hahnentritt hat, ohne Beitsche nicht von der Stelle geht. Jedoch, es liegt eine lebertretung vor, der Polizeigewaltige zitiert den Besitzer und läßt sich auch durch den Einwand, daß es aus den angeführten Gründen mit dem Durchbrennen des edlen Gaules feine Not habe, nicht von einer Anzeige abbringen. Da es sich aber um einen armen Teufel handelt. zieht er gleichzeitig das Vortemonnaie und drückt dem Manne 3 M zur Deckung der Strafe in die Hand. Dann wird ein Strafbefehl ausgefertigt. Als das PolizeiHannt nach 14 Tagen frant. ob die Andelenenheit erledigt ist, erhält er von seinem Beamten prompt die Antwort: Ja= wohl, 3. hat einen Tag Saft abgeseffen!"
Eine Folge der Ueberschwemmung in Frankreich dürfte die sein, daß es in Paris an Trinkwasserfehlt. Der Betrieb der Wasserwerke ist vollständig eingestellt worden, da das Wasser in den Maschinenraum eingedrungen ist; anderseits enthalten die Wasserreservoirs nur sehr geringe Vorräte an Trinkwasser. Die Behörden haben umfassende Maßregeln getroffen, damit die Straßenreinigung mit Was serspülung bis auf weiteres eingestellt wird. Alle Hydranten in den Straßen sind geschlossen worden. Ferner sind Anordnungen ergangen, mit dem Wasser sparsam umzugehen. Man glaubt, trotz alledem, daß die Wasservorräte nicht mehr sehr lange anhalten werden.
Von den geretteten Bergleuten. Anschaulich und ergreifend hat der Fahrhauer Schüvp sein Erleben im Schacht geschildert. Er erzählte: Wir maren fräftig bei der Arbeit. Es ging aufs Ende der Schicht zu. Plößlich gabs im Gestein ein verdächtiges Knistern und Rollen, dem ein furchtbarer donnerähnlicher Senall folgte. Im selben Augenblick erloschen unsere Grubenlichter. Instinktiv sprangen meine Kameraden und ich zur Seite. Wir duckten uns an die nur 75 Zentimeter hohe südliche Mauer. Das war unser Glück, denn wie wir nach dem ersten Schrecken durch Tasten feststellen konnten, war das Gebirge über uns hereingebrochen und nur eine etwa ein Zentimeter dicke Eisenplatte bildete über uns ein schüßendes Dach. Zu unser aller Freude wir keiner von uns unter den Bruch geraten. Wir lebten! Aber diese Freude wurde bald verdränat durch die bange Sorge über unser ferneres Schicksal. Unsere Kameraden würden gewiß mit aller Kraft an unserer Befreiung arbeiten. Aber kamen sie nicht vielleicht zu spät? Wer konnte es missen! Der erste Gedanke, den wir bei ruhigerem Ueberlegen hatten, cilte zu unseren Angehörigen, zu Frau und Kind. Und bei diesen Gedanken überfam uns eine große Verzweiflung. Anfangs haben wir unaufhörlich
Das Lächeln des Wahlkandidaten. Von den Leiden und Freuden des englischen Wahlkandidaten gibt ein Eingeweihter in einem englischen Blatte folgende launige Schilderung:„ Abends um 11 Uhr kam der Kandidat in die Gejellschaft, auf seinen Mienen wie immer ein seliges Lächeln. " Ich bin tot," sagte er müde, mit heiserer Stimme und strahlendem Lächeln,„ vollkommen tot"; er sank dabei kraftlos in den weichsten Sessel und gähnte, ohne sein Lächeln zu verlieren. Wir taten unser Bestes, thn mit Erfrischungen zum Leben zurückzurufen. Lächelnd trank er und lächelnd begann er seine zwanzigste Rede des Tages. Sie müssen das Lächeln entschuldigen," sagte er, immer lächelnd, aber ich wage nicht, es abzulegen. Ich schlafe mit ihm, ich fämme mich lächelnd, lächelnd schreibe ich Schecks. Der fürchterlichste Anfall von Rheumatismus kann nicht den strahlenden Ausdruck meiner Mienen zerstören, und als ich heute zum Zahnarzt ging, lächelte ich ohne Pause unter den furchtbarsten Schmerzen der Bohrmaschine. Er hat mir seine Stimme versprochen. Viermal bin ich heute rasiert worden, immer lächelnd. Ich lege Wert darauf, von jedem Friseur meines Wahlkreises rasiert zu werden. Als ich heute, lächelnd, aus dem Laden meines Freundes trat, stand der Konkurrent auf der anderen Straßenseite vor seinem Laden, schwang sein Rasiermesser und rief allen Vorübergehenden zu, er würde nicht für mich wählen, wenn er mich nicht rasieren könnte. Der Mann war verrückt oder betrunken. Die Menge gröhlte und jubelte. Aber ich ging lächelnd in seinen Laden. Alles bewunderte meine Kühnheit. Und ich lächelte, indes der Wahnsinnige mich rasierte, mit dem Messer meine Kehle kitelte und seinen Konkurrenten verfluchte. Ich hoffte nur, daß er mir mein Lächeln nicht für ewig wegrasieren würde. Als ich herauskam, jubelte die Menge. Es scheint, daß der Barbier kein Stimmrecht hat. Da setzte ich mein Extralächeln auf, eine Verstärkung, die ich stets bereit halte und die sehr wirksam ist. Wenn ich durch die Straßen gehe, streue ich Fröhlichkeit rings um mich her. Mit meinem Lächeln ziele ich auf die Herzen der Mütter, die an den Türen stehe, ich begeistere die Kinder, die im Straßenschlamm Kanäle bauen, sogar kämpfende Hunde werden inspiriert und verdoppeln ihre Wut. Wenn mein Automobil stecken bleibt, nachdem gerade ein gefährlicher Zusammenstoß abgewandt ist, begegne ich den Pfiffigen der Menge mit meinem Extralächeln, das immer bereit ist, unbewegt einen Schauer weicher Tomaten oder fauler Eier hinzunehmen. Es ist sehr anstrengend, einen Monat lang zu lächeln. Meine Kiefer hören nicht auf zu schmerzen. Jeden Tag wird es schlimmer. Ich schaudere bei dem Gedanken, wie die Wahlen werden mögen- das heißt natürlich, ich lächele dabei. Aber ob ich durchkomme oder durchfalle," so schloß der Kandidat lächelnd, gleichviel wenn erst das Resultat bekannt ist, so ist das mein letztes Lächeln für den nächsten Monat gewesen."
Eine besondere Zeitung für die Kruppschen Arbeiter. Das Kruppsche Werk, zu dem acht Kolonien mit rund 5000 Wohnungen gehören, in denen 24 000 Personen wohnen, hat seit dem 1. Januar d. I. auch eine eigene Wochenschrift, nämlich die„ Kruppschen Mitteilungen", die ausschließlich für das Arbeiterheer der Kruppschen Werke erscheint. Die Zeitschrift, die jeder Arbeiter allwöchentlich erhält. faßt alle für die Angestellten wichtigen Mitteilungen zusammen, die bisher nur durch Plakate bekannt gemacht wurden. Neben dem sachlichen Teil enthält sie auch eine Unterhaltungsbeilage„ Nach der Schicht", die schon längere Zeit erscheint. Schließlich werden auch die lokalen Angelegenheiten der Kruppschen Werke und der Arbeiterschaft darin ausführlich behandelt. Die Kruppschen Anlagen bilden überhaupt vollkommene Gemeinden für sich. Sie haben eigene Krankenhäuser, eigene Badeanstalten, Konsumanstalten, Speisehäuser, Erholungshäuser, Witwenhäuser; ja sogar eigene Fortbildungsschulen sind hier zu finden, eigene Industrieschulen, Bibliotheken, Lesezimmer und anderes.
geweint und gebetet.
Heute übermittelt der Draht noch folgende Hiobsposten: Baris, 25. Januar. In der Rue de blanc ſteht das Wasser 80 Zentimeter hoch. 200 Personen sind dort von jedem Verkehr abgeschnitten. Aus sechs am Seineuser liegender Häusern wurden die Bewohner mit Hilfe von Booten gerettet. Ebenso sind viele andere Straßen überflutet. Ungefähr 2000 Personen in den östlichen Vororten haben ihre Häuser verlassen und sind in Paris eingetroffen. In Jvryport soll ein fünfstöckiges Haus eingestürzt sein. Dort sollen Verluste an Menschenleben zu beklagen sein. In Bordeaux ist ein heftiges Gewitter niedergegangen und hat großen Schaden angerichtet. Ein im dortigen Telegraphenamt ausgebrochenes Feuer konnte glücklicherweise sofort gelöscht werden.
Paris, 25. Januar. Da die Kellerräume der Kammer überschwemmt sind, brannte während der gestrigen Sißung der Kammer das elektrische Licht nicht. Die Tribünen wurden mit Lampen und der Saal mit Gasflammen beleuchtet. Der städtische Telephonverkehr ist durch die Ueberschwemmung an vielen Stellen zerstört. Die telegraphische Verbindung mit Desterreich- Ungarn, Spanien und Portugal ist unterbrochen.
Aber schließlich kam doch die Hoffnung in uns zurück und mit der Hoffnung unser gesunder Bergmannsmut. Um meine Kameraden und mich selbst aufzurichten, sagte ich: ,, Es ist doch ein reines Wunder, das der liebe Gott an uns getan hat. Er hat nicht gewollt, daß wir verunglücken, sonst hätte er nicht das schöne Gewölbe geschaffen, das uns schützt. Gott wird uns auch weiter schüßen und für unsere Rettung sorgen!" Das schöne Gewölbe, von dem ich sprach, war allerdings, wenn mans bet Lichte besieht, alles andere als schön. Wir saßen in dem engen Loch eng aneinander gepreßt in zusammengefauerter Stellung. Aber es bot uns doch Schutz und Obdach. Es dauerte nicht lange, da hörten wir, daß man an unserer Rettung arbeitete. Unser Mut hob sich. Um die Zeit zu kürzen, unterhielten wir uns. Der eine und andere machte auch wohl einen Scherz. Galgenhumor, setzte Schüpp lächelnd hinzu. Während der ganzen Zeit unserer Gefangenschaft haben wir deutlich hören können, daß unsere Kameraden am Werk waren. Ab und zu hörten wir sogar ihre Stimmen; besonders die Stimme Bes Schachtsteigers, der unermüdlich tätig war, konnten wir deutlich erkennen.
Die türkischen Nachtwächter. Aus Konstantinopel wird berichtet: Nach der Zersprengung der Zunft der Lastträger folgt jetzt die Umgestaltung der Nachtwächtergilde. Der oberste Rat der Sicherheitsverwaltung hat beschlossen, alle gegenwärtig diensttuenden Nachtwächter zu entlassen und durch ausgediente Soldaten zu ersetzen. Die neue Organisation wird ganz militärisch sein und die Nachtwächter erhalten eine Uniform. Die Aufhebung der Bekdschizunft wird in Konstantinopel namentlich die Fremden freuen, da diese Nachtwächter mit den Dieben unter einer Decke zu stecken pflegten und berüchtigt waren, als Entführer von Kindern, die sie dann gegen eine gute Belohnung wieder zu„ finden" wußten.
Langlebige Schiffe. Wie alt find die ältesten noch im Gebrauch befindlichen Schiffe? Die Antwort auf diese Frage
Erneute Todesangst
o Paris, 25. Januar, 9 Uhr morgens. Die Seine ist die ganze Nacht hindurch weiter gestiegen. In zehn Stadtbezirken sind die Kellerräume überschwemmt. Am Orleansbahnhof und in den angrenzenden Straßen wurde das Pflaster durch eingedrungene Wassermassen gespreigt. Die Straße, in der sich die deutsche Botschaft und das deutsche Konsulat befinden, steht ebenfalls unter Wasser. Infolge der verminderten Zufuhr steigen die Preise für Lebensmittel gewaltig.
befiel uns, als der zweite Schachteinbruch erfolgte. Wir glaubten uns endgültig verloren und sagten: Jest ist es mit uns vorbei! Denn wir fürchteten, daß der Druck des Gebirges die Eisenplatte zerbrechen würde. Aber dann hörten wir wieder, wie die Befreiungsarbeit fortgesetzt wurde, und wir schöpften neue Zuversicht. Wir konnten ganz deutlich hören, wenn Steine in den Schacht fielen oder wenn Holz zum Verhauen heruntergelassen wurde. Bös wurde unsere Lage dadurch, daß wir fein Brot
Drabtnachrichten und Deaestes.
Die englischen Wahlen.
Om London, 25. Januar. Bis heute früh 3 1hr waren gewählt: 221 Unionisten, 201 Liberale, 34 Arbeiterparteiler, 61 Nationalisten. Der Gewinn der Unionisten beträgt so= mit 103 Stimmen.
Die Gärung in Indien.
Kalkutta, 25. Januar. In einem Verschwörerprozeß gab während des Verhörs vor dem Gerichtshof ein junger Bengale einen Pistolenschuß auf einen Polizeibeamten ab. Der tödlich Getroffene war an der Untersuchung der Verschwörung hervorragend beteiligt. Der Mörder entzog sich seiner Feststellung durch die Flucht. Auf der Straße warf er gegen einen ihn verfolgenden berittenen Polizeibeamten eine Bombe, die jedoch nicht explodierte. Das Attentat erfolgte im Gebäude des Obergerichtshofes. Der erschossene Polizeibeamte war ein mohammedanischer Geheimpolizist, der sich in der Untersuchung gegen die Verschwörer besonders hervorgetan hatte. Der Täter, ein geborener Hindu, wurde später verhaftet.
bei uns hatten. Auch an Trinkbarem fehlte es. Gine mitgebrachte und angetrunkene Flasche Wasser war uns, als das Unglück geschah, entfallen und lag unten im Sumpf. Ach, wie oft haben wir in den vier Tagen sehnsüchtig an diese Flasche Wasser gedacht; denn der Durst ist ein schlimmer Geselle. Wir versuchten, ihn zu verscheuchen, indem wir an dem nassen Gestein leckten. Leider fanden wir bald, daß das Sickerwasser kalkhaltig und salzig, also wenig geeignet war, den Durst zu vertreiben. Wir mußten deshalb auch auf diese einzige Labung verzichten. So haben wir denn zwischen Furcht und Hoffnung, stets schlaflos, die Zeit des Wartens in unserem Verließ zugebracht. Endlich, endlich drang der
erite Lichtschimmer
Der neue Komet.
Berlin, 25. Januar. Nach der in der Astronomie üblichen Methode wird der neue Komet zunächst die Bezeichnung. 1910 A. erhalten. Ueber seine endgültige Bezeichnung wird man sich später einigen. Gewöhnlich führen die Kometen den Namen desjenigen Astronomen, der zuerst die Bahnelemente berechnet. Eine vorläufige Bahnbestimmung liegt auch bereits vor. Darnach wird der Komet im Laufe dieses Monats noch erheblich an Helligkeit gewinnen und Ende Januar die doppelte Lichtstärke wie jetzt zeigen. Es bestätigt sich also die Annahme, daß der fremde Weltenbummler noch eine astronomische Sehenswürdigkeit ersten Ranges werden wird, dessen Glanz sich binnen furzem weithin über den Abendhimmel erstrecken wird. denn seine Bewegung ist ungemein schnell und nach Norden gerichtet, sodaß er also aus dem Abenddunkel heraustreten wird.
zu uns herein. Jezt wußten wir, daß unsere Rettung nahe war. Wir fielen uns vor Freude um den Hals und weinten. Die Deffnung, die uns jetzt mit unseren Rettern verband, wurde größer und größer. Schließlich war sie groß genug, um einen Menschen zur Not durchzulassen. Die Zeit, die bis dahin verstrich, hst uns nicht mehr lang geworden, wußten wir doch, daß es nun bald. zu Tage ging, dem schönen hellen Sonnenlicht entgegen. Der ergreifendste Eindruck, schloß Schitpp seine Darstellung, war für uns der, als wir den Kübeln entstiegen waren, festen Boden unter uns fühlten und das Tageslicht sahen. Es war ein wunderbares Gefühl. Wir hätten vor Freude zusammenbrechen mögen
Weitere Unwettermeldungen.
Kiel, 25. Januar. Seit gestern mittag sind in ganz Schleswig- Holstein gewaltige Schneemassen niedergegangen.) Der Eisenbahn- und sonstige Verkehr erleidet große Stö rungen und zumteil Unterbrechungen. Die Schneefälle und das Sturmwetter dauern an.
Mord in der Nähe von Berlin. Berlin, 25. Januar. Der Heizer Emil Leonhard wurde in einem Graben bei dem Dorfe Hohenbruch ermordet aufgefunden. Unter dem Verdacht der Täterschaft wurde ein, Arbeitskollege des Ermordeten festgenommen,
Brand eines Garbidlagers.
Duisburg, 25. Januar. Infolge Hochwassers geriet das Carbidlager der Firma Zietschmann im Kaiserhafen in Brand und entzündete große Holzstapel. Der Schaden wird auf 100 000 M geschätzt.
Elektrisch betriebene Bahnen. Dessau, 25. Januar. Die Arbeiten zur Behandlung des Projektes einer Elektrisierung der Bahnstrecke MagdeburgZerbst- Leipzig- Halle sollen im Frühjahr begonnen werden. Raubmord.
Hagen, 25. Januar. Im Walde bei Wengern( Kreis Hagen) wurde die Leiche eines 26-28jährigen unbekannten Mannes gefunden, dem die rechte Schläfe eingeschlagen war. Nach der„ Hagener Zeitung" liegt mutmaßlich Raubmord
vor.
Ausschreitungen galizischer Studenten.
Lemberg, 25. Januar. Vor der Filiale einer Berliner Schuhfabrik veranstalteten Studenten eine stürmische Demonstration. Sie schlugen unter den Rufen: Weg mit den preußischen Lakeien" die großen Spiegelscheiben ein und erzwangen die Sperrung des Lokales. Die Demonstranten, die unausgeseßt in Schmährufe gegen das preu Bische Enteignungsgesetz und Hochrufe auf den Boykott preußischer Waren ausbrachen, wurden schließlich von der Polizei zerstreut.
Die Eisenbahnkatastrophe in Amerika. Montreal, 25 Januar. Nach den lebten Feststellungen sind bei der Eisenbahnkatastrophe unweit Spanisch River über 60 Personen actötet und 80 verletzt worden.


