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in Frage. Der Etat für 1912 würde dann, wogegen eben­falls rechtlich keine Bedenken bestehen, noch vom_gegen= wärtigen Reichstage zu erledigen sein, was allerdings dann vor Ablauf des 25. Januar 1912 geschehen sein müßte.

Friedberg- Büdingen

Die durch den Tod des Grafen Oriola notwendig ge­wordene Reichstagserfazwahl im Wahlkreis Friedberg- Bü­dingen wird voraussichtlich einen außerordentlich interes­santen Kampf bringen. Früher befand sich der zum größ­ten Teil ländliche Wahlkreis, der aber namentlich in seinem südlichen, vor den Toren Frankfurts gelegenen Teil, eine ständig wachsende Arbeiterbevölkerung aufweist, meist in den Händen des entschiedenen Liberalismus. 1890 eroberte das Mandat Dr. Gutfleisch, der damals auch in dem benachbar= ten Wahlkreis Gießen gewählt wurde, aber zugunsten Fried­berg- Büdingen dort verzichtete.

Graf Oriola verdankte seine Wahl in erster Linie seiner persönlichen Beliebtheit im Kreise, die er sich als einge­sessener Gutsherr durch Leutseligkeit aller Art zu erhalten wußte. Bei der Wahl 1903 erhielt er 8583 Stimmen, der sozialdemokratische Kandidat 6783, das Zentrum 1926, der Freisinn 314. In der Stichwahl siegte damals Oriola mit 11 496 gegen 6817 Stimmen des Sozialdemokraten. Auch bei der Wahl 1907 stand Oriola mit 8492 Stimmen an erster Stelle. Er brachte es auf 3299 Stimmen, der frei­sinnige Kandidat Dr. Strecker erhielt 1472 Stimmen, der Sozialdemokrat Bus old 7234 Stimmen. In der Stichwahl siegte dann Oriola mit 11 515 Stimmen gegen 8524, die auf den Sozialdemokraten fielen. Die parteipoli­tische Zusammenseßung der Anhänger Oriolas ist durchaus zweifelhaft. Die Mehrzahl seiner Wähler ist im Bund der Landwirte organisiert. Die nationalliberale Organisation ist nur sehr schwach und jedenfalls gegenüber den straffen Organisationen des Bundes der Landwirte ohne viel Be­deutung. Als sich Graf Oriola bei der Reichsfinanzreform von der nationalliberalen Fraktion trennte und als auch von nationalliberalen hessischen Blättern die Niederlegung des Mandats gefordert wurde, konnte der Wahlkreisvorstand des Bundes der Landwirte erklären, daß Graf Oriola seine Wahl in erster Linie dem Bunde der Landwirte und dessen Wahlkreis zu verdanken habe; Graf Oriola sei nicht so sehr nationalliberaler Kandidat gewesen, sondern er sei in einer sehr gut besuchten Vertrauensmännerversammlung des Bun­des der Landwirte zuerst als Kandidat des Bundes aufge­stellt worden. Es sei anzunehmen, daß der Bund der Landwirte auch bei der demnächstigen Ersaßwahl Anspruch auf das Mandat machen wird, das er in Wirklichkeit be­reits besessen hat, nachdem Graf Oriola aus der national­liberalen Fraktion ausgeschieden war und durch seine Ab­stimmungen sich zum schwarz- blauen Block geschlagen hatte.

Für die Nationalliberalen handelt es sich also darum, den Wahlkreis neu zu erobern. Es wäre nur möglich, wenn sich die Nationalliberalen aus den Umflammerungen des Bundes lösten und den Anschluß an die Linkslibera­len suchten. Ein Zesammengehen dieser beiden Gruppen würde die sicherste Garantie bieten, den Bündler aus der Stichwahl mit der Sozialdemokratie zu drängen. Die Bünd= ler haben, wie verlautet, als Kandidaten den Rechts­anwalt v. Helmolt in Friedberg in Aussicht genom= men. Daneben taucht bereits eine andere Kombination auf, von der nur mit allem Vorbehalt Notiz genommen sei. Danach soll der bekannte Direktor des Reichsverbandes ge­gen die Sozialdemokratie Dr. Becker- Sprendlingen als gemeinsamer Kandidat der Bündler und Nationalliberalen aufgestellt werden, dem auch die Stimmen des Zentrums sicher sein würden.

Alle Umstände deuten demnach darauf hin, daß sich zwischen den verschiedenen Parteien ein heftiger Kampf um das Mandat entspinnen wird.

Parlamentarisches aus Hessen.

In der Situng des Finanz ausschusses der 3weiten Kammer am Mittwoch rief die Vorstellung des Oberbahnassistenten G. Fertinghoff, betreffend die Pen­sionsverhältnisse der vormaligen hessischen Ludwigsbahnbe amten eine längere Debatte hervor. Der Finanzausschuß beschloß die Ueberweisung der Vorstellung zur Berücksichtig= ung.

Lokales.

Gießen, 23. April 1910.

** Der Großherzog hat am 20. April den Vorstand des Polizeiamts Gießen Theodor Reinhart zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Alzey und den Kreis­amtmann bei dem Kreisamt Mainz Heinrich Gebhardt zum Vorstand des Polizeiamts Gießen unter Verleihung des Charakters als Regierungsrat, beide mit Wirkung vom 16. Mai 1910 an, ernannt.

** Die Großherzogin empfing vorgestern mittag im neuen Palais den Provinzialdirektor Fey nebst Gemahlin.

* Ordensherleihung. Der Großherzog ver­lich gelegentlich der Jagdausstellung dem Herrn Edgar An­dreae aus Frankfurt a. M. den Philippsorden 1. Klasse.

Weiter beschäftigte sich der Ausschuß mit einer Vorstell ung der Gemeinden Langen- Brombach und Kirch- Brombach inbetreff des Umbaues der Kreisstraße 3ell Langen Brom ba ch. Geheimrat e st erklärte sich bereit, nochmals durch Vermittelung des Kreisamts in güt= licher Weise auf eine Einigung zwischen den Gemeinden hin­zuwirken. Komime eine solche jetzt nicht zustande, so müsse das Verwaltungsstreitverfahren zur Durchführung gebracht werden. Die Regierungsvorlage, betreffend die Errichtung einer Nebenbahn Kreuznach- Sprendlin= gen wurde einstimmig genehmigt.

191

Die Freundinnen.

Originalroman von Frene v. Hellmuth.

( Nachdruck verboten.)

* Militärisches. Garnisons- Verwaltungs- In­spektor Bach in Gießen wurde zum Garnisons- Verwaltungs­Oberinspektor ernannt.

* Gießener Baugewerbe. Die am letzten Samstag erfolgte Aussperrung der Bauarbeiter dürfte in­folge der von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern sowohl ein­geleiteten Einigungsverhandlungen in kurzer Zeit ihr Ende erreichen. Verschiedene Baugeschäfte haben ihre Arbeiter be­reits wieder eingestellt.

tum Hessen gedenkt, wie wir hören, sein diesjähriges( 6.) * Der E v. Jünglingsbund im Großherzog­Bundessest am Sonntag, den 5. Juni, in Höchst im Oden wald abzuhalten.

-b- Viehmarkt. Bei dem am 19. und 20. April stattgefundenen Markte waren aufgetrieben: 1440 Stüd Rindvieh und 646 Schweine. Der nächste Markt findet am 3. und 4. Mai d. I. statt; am letzteren Tage ist auch Krämermarkt.

Die Vorträge von Fritsch, von welchen der andere im Blic beit humanitärer die daraus entstehe dagegen anricten. Fahresversammlunge am ihre rege Ben lim Hotel Prinz& Teilnehmer, die dan faction verlaufenes

* Ein Nist pla z für die Vögel ist ein Eisen­bahnwagen geworden, der zwischen Friedberg und Gie ßen verkehrt und in dessen Inneres ein Rothelchenpaar jein Nest baute. Jetzt sind die Jungen ausgeschlüpft und ma chen nun im Verein mit den Alten die Reise mit.

* Fahrplan. Der neue Eisenbahn- Fahrplan bringt durch die Einrichtung des Triebwagenverkehrs am 1. O tober für mehrere oberhessische Strecken verschiedene Ver­besserungen. Ú. a. wird von Gießen abends 11½ Uhr eine Triebwagen- Verbindung nach Nidda eingerichtet, die den Bewohnern von Lich, Hungen und Nidda den langgeheg­ten Wunsch erfüllt, das Gießener Stadttheater besuchen zu können, ohne zum Uebernachten gezwungen zu sein.

*

Aus Hessen und Nachbargebiet.

Klein Linden, 21. April. Die Leiche der wurde in der Lahn bei Abbach aufgefunden. seit einigen Tagen verschwundenen Elise Schäfer- Kinzenbach

* Mainz, 2 abgeordneten für de auf Dienstag, den 2 * Worm 3. lehrlinge aus Leipzi Polizei unter der V ten in Leipzig vera fich in Algier für Anf Verwendung de graphischem Wege b notwendigen Mittel Fremden hat man * Worms, 2 abfichtigt von ihren wig eines neuen In ung von Darlehen a Baugewerbe zu hebe * Köln, 22. bahnunglück bei Mül it gegen Stellung ei haft entlassen worde * Schweri gin Alexandra wurd )( Ausland ( Belgien) eroberte 20 Silometer- Renne feine Rennen mit d ( Sportpa

* Alsfeld, 22. April. Zum 48. Verbandstag hes­sischer Vorschuß- und Kreditbereine sind heute hier über 100 Vertreter aus allen Teilen des Hessenlandes einge­troffen.

* Röthges. Die Gewerkschaft Vogelsberg ließ Schürfversuche nach Eisensteinen vornehmen. Es wurden 2 Lager vorgefunden, bis jetzt jedoch nicht in der Größe, daß eine Ausbeutung lohnend sein würde. Die hiesige Was­serleitung ist fertiggestellt; sie wird mittels Motor betrie ben. Gleichzeitig betreibt die Gemeinde mit diesem Motor ein Holzsägewerk mit Schrotmühle.

* Nieder- Bessingen. Unser neues Schul­haus ist im Rohbau fertiggestellt; die inneren Arbeiten sol­bis zum Herbst vollendet sein. Das Gebäude steht in der Nähe des Bahnhofs; es enthält einen Schulsaal und eine Lehrerwohnung.

** Der Verband Deutscher Handlungs­gehülfen hält am Sonntag, den 24. April, vormittags 10 Uhr, im großen Theatersaale des Kristallpalastes zu Leipzig seine 26. ordentliche Generalversammlen iung ab. Seit Einrichtung der sozialpolitischen Verbands­tage, deren letzter in München stattfand, erledigt der Ver­band auf seinen Generalversammlungen nur geschäftliche, dem inneren Ausbau dienende Angelegenheiten. Der V. D. H., wie der Verband kurz genannt wird, zählt gegen­wärtig rund 94 000 Mitglieder.

Der Mitteldeutsche Sängerverband la­det die Vertreter seiner Vereine auf Sonntag, d. 1. Mai nach ihm angehörenden Vereine auf Sonntag, den 1. Mai, nach Gießen zu einer Verbandsversammlung ein. Die Beschlüsse dieser Versammlung werden von wesentlicher und entscheidender Bedeutung für die fernere Tätigkeit und Ausgestaltung des Verbandes sein. Zunächst ist durch den Weggang des verdienstvollen Gründers und jetzigen Ehren­tprsihenden, des Herrn Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert, die Wahl eines ersten Vorsitzenden nötig ge­worden. Dann wird es aber auch Aufgabe der Verbands­versammlung sein, den gesamten Vorstand neu zu wählen und seine Zusammensetzung zu ändern. Es hat sich heraus­gestellt, daß der ganze Verwaltungsapparat des Verbandes viel zu kompliziert und umständlich ist; darum wird durch Verschmelzung einzelner Ausschüsse, bezw. durch Auflösung solcher von untergeordneter und unwesentlicher Bedeutung eine vollständige Neuorganisation in der Verwaltung und Tätigkeit des Verbandes herbeigeführt werden müssen. Ins­besondere muß dem Bundes- Chormeister eine einflußreichere Stellung gewährleistet werden dadurch, daß die Fäden der technischen Verbandstätigkeit mehr bei ihm als bei dem rein verwaltenden Teile des Vorstandes zusammenlaufen. Wir besitzen in Herrn Universitätsmusikdirektor Professor Trautmann eine ganz hervorragende Kraft, um die uns andere Bünde beneiden; und es wird uns bei zweck­mäßiger Organisation unter seiner Führung und Belehrung ( Abhaltung von Dirigenten- Kursen, Uebungen und Vor­trägen durch den Verbandschormeister) gelingen, dem Män­nergesang im Verbandsbereich eine vorbildliche Pflegestätte zu schaffen. Im engeren Kreise haben über die Neugestalt= ung der Richtlinien" und damit über die Neuorganisation des Vorstandes und der Ausschüsse bereits Beratungen statt­gefunden, und es kann der Verbandsversammlung hoffent­lich ein recht brauchbarer und zweckmäßiger Entwurf vorge­legt werden.

Die jungen Leute sprachen von den verschiedensten Din­gen, doch Sylvia gab manchmal verkehrte Antworten. Sie hörte kaum, was Walter erzählte; denn ihr längst ver­schollener Bruder, von dem sie nie mehr gehört, kam ihr plößlich in den Sinn. Wenn er so tief gesunken wäre, daß er zum Falschspieler wurde? Wenn er wiederkehrte als ein Verkommener, als ein Ausgestoßener? Sie schau­erte leise in sich zusammen. O, nur das nicht,-- nur das nicht! Leichter, das fühlte sie, ließ sich der Verlust ihres Vermögens ertragen, als der Verlust der Ehre! Und der Vater dachte ebenso, das wußte sie. Ein schmerz­liches Mitleid mit dem Vater, dem gebrochenen alten Manne quoll ihr im Herzen auf. Sollte er auch diese Schande tragen? So grausam konnte doch das Geschick nicht sein. ihn? So grausam konnte doch das Geschick nicht sein. Nachdem es dem alten Manne alles genommen, sollte er auch des letzten beraubt werden, seiner Ghre? Das würde er nicht überleben.- Aber wohin verlor sie sich mit ihren Gedanken? War es nicht Unsinn, sich so zu quälen?

Walter rieß sie aus ihrem Sinnen.

,, Sie sind ja ganz verstummt, gnädiges Fräulein, jehlt Ihnen etwas? Sie sehen so blaß aus!"

Wie besorgt seine Stimme klang!

Sylvia fuhr sich mit der schmalen Hand über die Stirn, als wollte sie unangenehme Gedanken verscheuchen und er­widerte lächelnd: Ich bin ganz wohl, ich- dachte soeben an die nächste Oper, und freue mich ganz außer­ordentlich darauf, Sie singen zu hören."

Ich hoffe, Sie werden nicht enttäuscht sein", gab er heiter zurück.

Man war bei dem alten Herrenhause angelangt. Frau v. Schmettwiß, die gerade am Fenster stand, riß unge­stüm den einen Flügel auf und rief mit ihrer schrillen unangenehmen Stimme herab:

Aber Sylvia, wo bleibst du nur so lange? Ist das eine Art, einfach fortzulaufen und keiner Menschenseele etwas zu sagen? Dein Verlobter wartet schon seit einer

!! An die See. Der Hess. Landesausschuß des deutschen Flottenvereins führt in der Zeit vom 16. bis 23. Juli seine aus Damen und Herren bestehende Reisege sellschaft nach Hamburg- Helgoland- Kiel, für jeden Ort zwei Tage vorsehend. In den mäßigen Preis von 110 M. sind nicht nur gute Verpflegung und Unterkunft eingeschlos sen, sondern auch die Trinkgelder.- Eine Anschlußfahrt Kiel Kopenhagen- Saßniß vom 23.- 26. Juli ist vorbe­reitet( 65 Mk.). Da nur bei frühzeitiger Vereinbarung guter Verlauf zu erwarten ist, müssen Anmeldungen bal Sigst erfolgen bei: Hessischem Landesausschuß des Deutschen Flottenvereins Darmstadt, Waldstraße 4, von dem auch die Brogramme zu beziehen sind.

halben Stunde auf dich! Er ist sehr ungehalten!" Klirr,- flog das Fenster zu.

Sylvia stand wie erstarrt. Sie hatte es wohl_be­merkt, wie Walter bei den Worten der Tante zusammenge­zuckt war, als hätte ihm jemand von hinten einen Schlag versetzt, und wie ein tieses Erschrecken über seine Züge flog. Plötzlich aber lachte er so schneidend auf, daß es dem Mädchen wie ein schmerzender Stich ins Herz drang. ,, Sie sind verlobt, mein Fräulein? Warum sagten Sie nichts davon? O, da gratuliere ich, meine Gnädige!"

Er verbeugte sich aber so, daß seine ironische Absicht nicht zu verkennen war und wandte sich dann ohne ein weiteres Wort zum Gehen. Es schien, als wollte Sylvia ihm nachstürzen, um ihn zurückzuhalten, doch schon im nächsten Augenblick besann sie sich und starrte dem eilig Davonschreitenden wie geistesabwesend nach.

Maja versuchte auf die Freundin beruhigend einzu­reden, erhielt jedoch keine Antwort. Sie fühlte, daß Sylvia allein zu sein wünschte und beschloß, nach Hause zu fahren.

Der alte Friß wunderte sich nicht wenig, daß schon so früh das Anspannen befohlen wurde. Noch mehr aber wunderte er sich, daß seine junge Herrin heute so schweig­sam war.

Auf der Landstraße holte der Ponnywagen Walter bald ein, doch er beachtete das Gefährt gar nicht. Ge­senkten Hauptes schritt er dahin, ohne nach rechts oder links zu blicken.-

Sylvia hatte inzwischen das Wohnzimmer aufgesucht; ihr Verlobter empfing sie mit finsterem Gesicht.

* Wezlar, 20. April. Auf dem Wege zwischen Ober- und Niederbiel wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag der 20 Jahre alte Friedrich Schneider von Nieder­biel von mehreren Burschen überfallen und durch einen Stich in die Lunge schwer verletzt. Er wurde in die Klinik nach Gießen gebracht.

* Büdingen, 21. April. Der von der Stadtver­sammlung gegen die Aktiengesellschaft Zuckerfabrik Büdin­gen in Liquidation angestrengte Prozeß auf Schadens­ersatz ist vom Landgericht Gießen abgewiesen worden. Es handelte sich um ein Nachspiel zu dem Zusammenbruche des Bankhauses Wertheimer u. Co., dessen Inhaber Ban­fier Hofrat Rothschild in das Depot der Stadt Büdingen ausgeloste Obligationen der Zuckerfabrik Büdingen einge­schmuggelt und andere Wertpapiere herausgenommen hatte. Der Stadt Büdingen ist ein Schaden von 40 000 Mark entstanden.

Du wußtest doch vermutlich, daß ich heute kommen würde, und dennoch gingst du, fort," sagte er vorwurfsvoll. Ich dächte, du müßtest dich wenigstens entschuldigen oder rechtfertigen. Dergleichen darf ich mir nicht bieten Lassen, wenn ich nicht zum Hanswurst werden will.- So sprich doch wenigstens ein Wort! Sylvia, hörst du nicht?"

Soll ich dich um Verzeihung bitten?" klang es end­lich troßig zurück.

Sylvia, nicht in diesem Ton", bat er. Du weißt, daß ein gutes Wort von dir alles über mich vermag, denn ich habe dich viel zu lieb, um dir lange zürnen zu

Aus dem Kreise Biedenkopf. Der au­genblickliche Kampf im deutschen Baugewerbe macht sich in Sem ehemaligen furhessischen Oberhessen und dem Hinter landkreis in eigenartiger Weise bemerkbar. So ist diesmal von dem jährlichen Massenauszug der Maurer ins west­Die Leute sind fast durchweg zu Hause oder wenigstens in fälische Industriegebiet so gut wie gar nichts zu spüren. der Nähe ihrer Heimat beschäftigt und denken nicht daran, diesmal aufs ungewisse in die Ferne zu ziehen.

die

* Aus Nassau. In einer an die Kreisschulin­spektionen des Bezirks gerichteten Verfügung bringt Wiesbadener Regierung einen früher ergangenen Ministerial­erlaß in Erinnerung, nach dem es den Lehrern nicht ge­stattet ist, wöchentlich mehr als 6 Stunden Privatunterricht zu erteilen.

* Lich, 22. April. Die Hochzeit der Prinzessin Do­rothea zu Solms- Lich mit dem Prinzen Hermann zu Stol­berg- Wernigerode ist nun auf den 21. Mai festgesetzt.

* Frankfurt a. M. Der Streit der Schuhmacher ist nach 5wöchiger Dauer beigelegt worden. Die Streifen­den erzielten Lohnerhöhungen von fünf bis fünfzehn Pro­zent.

* Frankfurt a. M., 21. April. Heute mittag 12 Uhr wurde in Gegenwart der Behörden und zahlreicher Ge ladenen die allgemeine Ausstellung für Geschäftsbedarf aller Art feierlich eröffnet. An die Feier schloß sich ein Kund­gang durch die Ausstellung an.

* Darmstadt. Der E v. Pfarrverein im Großherzogtum Hessen hielt am Mittwoch hier in dem ihm vom Großh. Oberkonsistorium überlassenen Landessynodal gebäude seine 20. Hauptversammlung ab, die gut besucht war. Der Vorsitzende, Kirchenrat Schrimps, legte zunächst den Jahresbericht ab, der von einem einträchtigen und erfolgreichen Arbeitsjahr Zeugnis gab. Der verstorbe nen Mitglieder wurde ehrend gedacht. Der Rechner des Vereins, Pfarrer Röschen- Freienseen, trug die Rechnung vor, die günstig abschloß. Besonderes Interesse erweckten

können. Aber du sollst auch nicht denken, daß du dir alles erlauben darfst, ich bin ein Mann und du­

Und ich ach ich bin ja nur ein armes Mädchen, das froh sein muß, wenn du es zu deinem Weibe machen willst unterbrach sie ihn mit höhnischem Auflachen.

,, Sylvia, so war es nicht gemeint!" rief Hugo bes betroffen von dem seltsamen Ton. Komm zu mir, wir wollen uns ja nicht streiten! Du bist heute in gereizter Stimmung, da darf man nicht mit dir rechten. Hast dich wohl gezankt mit deiner geliebten Freundin, deshalb fuhr sie so eilig davon, was? Und wer war denn der Herr der euch bis aus Haus begleitete?"

Das sollte scherzhaft klingen, aber das Lächeln erstarb dem erschrockenen Manne auf den Lippen.- Sylvia, die er noch nie hatte weinen sehen, die all das frühere Un­glück standhaft ertragen, sie lag plöblich schluchzend zu seinen Füßen und umklammerte seine Knie. Auch ihr Vater, der sich bis dahin schweigsam verhalten, sprang er­schrocken in die Höhe und starrte auf die Knieende, als vermöchte er nicht zu fassen, was sich vor seinen Augen abspielte.

Hugo", rief Sylvia bebend ,,, verzeihe mir, wenn ich dir wehe tun muß wenn ich dir solches Leid zufüge - aber ich kann nicht anders du mußt es endlich ers fahren- ich-"

Sie stockte eine Weile, als wollten die inhaltsschweren Worte nicht über ihre Lippen, doch dann suhr sie rasch fort: Ich kann dein Weib nicht werden! Es wäre Lüge, erbärmliche Lüge, wollte ich dir Liebe heucheln! Ich liebe dich nicht habe dich nie geliebt! Und deshalb, Hugo, bitte ich dich, gib mich frei! Sei barmherzig! Ich flehe dich an glaube mir doch, ich kann nicht anders!" Hugo faßte sich an die Stirn, als könnte er das Gehörte nicht begreifen. Er war leichenblaß geworden und starrte immer nur Sylvia an. Der Schlag traf ihn völlig unvorbereitet.

,, Um Gotteswillen Mädchen, so besinne dich doch, du weißt nicht, was du sprichst!" rief da Sylvias Vater in die plötzlich eingetretene Stille hinein.

( Fortseßung folgt.)

17. April, wird noch bor im 100 Kilomet jahrspreis vor Stel nabor- Landempaare Sanzevoort gingen Beite bezw. Dritt

Die Bestatt

Die Leiche des Grafen v. Oriol machdem zuvor in tattgefunden hatte, beck von Büdingen ten, sowie des M Sausministers Gra Mationsrates von Dierenden Generals halten hatte.

Die Leiche wur feier entsprechend d aufgebahrt. Unter den sich solche von Philippsruhe, von Staatssekretär v. schen Landwirtschaf des Bundes der L bei der Witte aus Darunter auch ein Saijer. Die Beise 3 Uhr, unter gr Ortes statt, wo fi des ersten Gatten

Unter den L gehörigen des Gr Hofmarschall des Gersdorf. Für d schall Frhr. v. Ri der hejf. nationalli tagsabgeordneten Beiten Kammer, Breidenbach erschien

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