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säten der Listen- und Verhältniswahl." Diese somit be­antragte Einführung der Proportionalwahl in den Städten wurde jedoch bei der Abstimmung im Plenum in erster und zweiter Lesung verworfen und der erwähnte Wortlaut der Regierungsvorlage angenommen.

Die Neueinteilung der ländlichen Wahlkreise in den 3 Provinzen hätte die zweite Kammer gern so lange ver­schoben, bis auch die Erste Kammer ihre Entscheidung über die beiden anderen Gesezentwürfe getroffen hätte. Aber da das andere Haus hierzu wenig Neigung verspürte und ver= fassungsmäßig verlangen kann, daß ihr nur vollständig vom anderen Hause erledigte Vorlagen zur Beratung und Be­schlußfassung überwiesen werden, so blieb nichts weiter üb­rig, als die Erledigung auch des dritten dieser Gesetzent­würfe. Der von der Regierung vorgelegten Wahlkreisein­teilung, die von den Parteien verworfen wurde, waren die Ergebnisse der Volkszählung von 1905 zu Grunde gelegt worden, wonach die 18 ländlichen Kreise der Provinz Star­tenburg 394 066 Einwohner, die 14 Kreise der Provinz Oberhessen 253 900 Einwohner und die 11 Kreise der Pro­vinz Rheinhessen 208 929 Einwohner zählen; es tommen also in Starkenburg nahezu 22 000, in Oberhessen 18 000 und in Rheinhessen zirka 19 000 Einwohner einen Abgeordneten, oder durchschnittlich genau 19 927, während sich selbst unter Hinzurechnung der drei privilegier­ten Städte nach der Volkszählung von 1905, seit der die Einwohnerzahl schon wieder bedeutend gestiegen ist, die Zahl der städtischen Wähler auf 332 788 stellt, sodaß bei 15 städtischen Abgeordneten auf jeden derselben 22 185 Ein­wohner entfallen. Diese Zahlen zeigen wohl zur Genüge, wie berechtigt das Verlangen der größeren Städte nach einer Vermehrung ihrer Vertreter in der Zweiten Kammer gewesen ist.

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ange=

Etne schwierige Aufgabe bei den Beratungen bildete die Frage der Einführung des neuen Wahlrechtsgesetzes. Da den Anträgen auf eine vollständige Neuwahl der Kammer nicht stattgegeben wurde, so wurde bestimmt: Die bei dem Inkrafttreten dieses Gesetzes der Zweiten Kammer hörenden Abgeordneten scheiden zu dem Zeitpunkt aus, an dem ihr Ausscheiden nach den seitherigen gesetzlichen Be= stimmungen zu erfolgen hat. Die neu hinzutreten den Abgeordneten der Städte Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen werden bei der im Herbst 1911 stattfindenden ordentlichen Erneuerung der Kammer auf die Dauer von drei Jahren gewählt. Vom Jahre 1914 ab erfolgt dann die Wahl sämtlicher städtischen Ver­treter auf die Dauer von sechs Jahren. In den ländlichen Kreisen erfolgt im Jahre 1911 und 1914 die Neuwahl für die ausscheidenden Abgeordneten jedesmal auf sechs Jahre.

Lokales.

Mainz,

Gießen, 19. Juli 1910. * Universität. Die Philologisch- Historische Ver­bindung beging ihr 35. Stiftungsfest. Dem aus diesem An­

2)

Gerichtet.

Familienvoman von Franz Wichmann.

.Recht hast du eigentlich, Mädel," fiel der Förster ein, ,, aber der Mutter zuliebe solltest du's doch tun!"

Wenn du es wünschest, Vater, aber zuvor will ich doch noch das Unkraut im Garten

Laß das jetzt!" entschied der Förster. Heut ist's nun. einmal nichts mit der Arbeit! Kleide dich also an!"

Das blaue Kleid mit den Spitzen!" setzte die Hörsterin hinzu.

Ja, Mutter," fügte das Mädchen sich jetzt willig. Sie nahm die Kleider zusammen und entfernte sich aus dem Zimmer. Der Förster ließ sich schwer auf das Sofa fallen, nahm die kurze Jagdpfeife vom Tisch und zündete sie an.

Du solltest dem Mädel seinen Willen lassen!" brummte er. Sie ist einmal so!"

Die Försterin war vor den Spiegel getreten und ordnete das blonde, auf der Stirn leicht gekräuselte Haar.

Du bist zu gut mit ihr," meinte sie dabei, wirst es noch sehen, was ihr Eigensinn für Folgen hat. Der Otto war niemals so!"

Lorenz Reiner stieß dichte Dampfwolten aus seiner Pfeife. Wohl wahr! Der Otto-"

"

Stets hat er alles ohne Widerrede getan ,, Was du wolltest!" fiel der Förster mürvisch ein. War nicht mein Wille auch dein Wille?" Der Förster stützte den Kopf in die Hand. Das eine ausgenommen, die Schulfuchserei, das Studieren! Das ist ein Metier, das die jungen Leute ver­dirbt, kein Beruf für ehrliche Menschen!"

Aber, Lorenz, wie kannst du nur so sprechen? Jetzt, wo du selbst in die Hauptstadt versetzt bist, jetzt ist es ein Glück für uns! Der Junge wird uns nüßen! Du weißt, in welchen Kreisen er Zutritt hat!" ou

Ürgerlich sprang der Förster auf.

Blut und Hagel, fomm' mir nicht immer mit der ver­dammten Stadt, ich will nichts wissen davon! Dem Förster seinen Wald nehmen und ihn an den Schreibtisch setzen, in ein Bureau sperren! Habe ich das verdient, daß sie mir zu­letzt das Leben verkümmern und verbittern wollen? Eine Welt für Narren ist's!" O

Wirst bald einsehen, daß es zu unserm Besten war!" erwiderte die Försterin zuversichtlich. odd an Zu unserm? Von wem redest du? Von dir?" Er lachte grimmig auf. Freilich, daß du deine schönen Kleider bes wundern lassen und dich spreizen kannst wie ein Pfau!" Ich spreche doch von unseren Kindern, Lorenz!" Larifari! Glaubst du, ich lasse mir das Mädel in der Stadt verderben?" or

Klara wird ihr Glück machen. Sie ist alt genug dazu; ihr Herz wird erwachen, ehe wir's denken; sie wird lieben lernen und heiraten""

laß veranstalteten Kommers wohnten auch mehrere Pro­fessoren der philosophischen Fakultät bei.

* Universität. Für die Zeit vom 1. Oktober 1910 bis 1. Oftober 1911 wurde Prof. Dr. Biermann zum Rettor der Universität gewählt.

* Universitätsbibliothek. In bem letzten Sommer und Wintersemester entliehen 2214 Personen aus der Büchersammlung der Universität Werte. In dem ge­nannten Zeitabschnitt erhielt die Bibliothet einen Zuwachs von 24 188 Bänden, sie umfaßt gegenwärtig 239 038 cher und 120 163 Differtationen.

* Gescheiterter Handwerker- Zusam menschluß. Vor einiger Zeit veröffentlichte die Gie­ßener Zeitung" eine Bekanntmachung des Polizeiamts Gie­Ben, welche die hiesigen Maler und Weißbinder zu einer Abstimmung über den seinerzeit von der freien Maler- und Weißbinder Innung zu Gießen bei der zuständigen Behörde gestellten Antrag aufforderte, die hiesige freie Maler- und Weißbinder Innung in eine Zwangsinnung zu verwandeln. Jetzt haben sich 26 Meister gegen diesen Plan erklärt, wel­cher somit als gescheitert zu betrachten ist.

h Sinten der Brotpreise. Die Gießener Bäckermeister haben den Preis für das 50- Pfennig- Brot um 2 Pfennig herabgesetzt. Hoffentlich schnellen die Preise nicht alsobald wieder herauf. Im übrigen verdient der Beschluß der Bäckerinnung alle Anerkennung.

*

Seltenes Geschent. Ein Gießener Meßger­meister wurde von einer hier jüngst verstorbenen Dame, welche ihren täglichen Fleischbedarf von dem betreffenden Meister bezog, mit einer Summe von 1000 Mart bedacht. * Vom Ta ge. In der Bismarckstraße wurde ein 12jähriger Knabe von dem Hufe eines Pferdes getroffen. Er mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

* Unfug. In der Nacht zum Dienstag wurde ge­gen den Sockel des Liebig- Dentmals eine Anlagenbank ge­worfen. Hierbei sprang ein nicht unerhebliches Marmor= stück aus dem Unterbau heraus. Hoffentlich gelingt es den Bemühungen der Polizei, den oder die Täter zu entdecken.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

er

* Langgön 3. Durch einen Handwerksburschen im Alter von 41 Jahren wurden an der Kreisstraße von Lang­göns nach Kirchgöns mehrere Obstbäume abgeschnitten. Dem Nachtwächter Hardt wurde die Sache mitgeteilt und fonnte nach Mitternacht mittelst eines Polizeihundes bei Buzz­bach den Täter festnehmen, welcher sofort ein Geständnis ablegte.

* Grünberg. Zur Anlegung des Grundbuchs und des Berggrundbuchs für die Gemartung Grünberg beginnt die Anmeldefrist bei dem Amtsgericht Grünberg am 15. August 1910; die Frist endigt am 14. November 1910.

* Nidda. Bekanntlich ist die Bildung eines Hifs­tonsortiums in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung angeregt worden, das die Folgen des Konturses des Vorschuß- und Kreditvereins Ober- Mockstadt durch eine auf geschäftlicher Grundlage beruhende Hilfsattion mildern soll. Bedingung ist, daß die Gläubiger auf die noch aus­stehenden Forderungen einen Nachlaß eintreten lassen, der mit 25 Prozent als angemessen angesehen wird. Zu diesem Vorschlag nahm hier eine Versammlung von Gläubigern Stellung, die von etwa 40 Personen besucht war. Es fand eine ausgedehnte Aussprache statt, aus der hervorging, daß die Gläubiger einen Nachlaß von 10 Prozent, höchstens 15 Prozent, zu bewilligen bereit sein würden. Da nun ein

Lorenz Reiner fetzte sich wieder. Kann sie das hier nicht auch?" ,, Wüßtest du eine Partie für sie?" gab die Försterin triumphierend zurück.

Ach was, Partie!" wiederholte der Förster verächtlich. ,, Solche Kuppeleien mag die Gesellschaft in der Stadt treiben, weil sie sonst nichts zu tun hat. Ich will davon nichts wissen, das Mädel soll nur aus Liebe heiraten, das andere findet sich von selbst!"

,, Wenn sie aber hier auf dem Lande, bei den Bauern, niemand findet, den sie lieben fann?"

,, Sie mag warten, bis der Rechte kommt! Und wenn nicht, soll sie daheim bleiben und arbeiten, das ist das allerbeste!" Über die Erregung, in der der Förster sich befand, war ihm die Pfeife ausgegangen. Er stand wieder auf und ging durchs Zimmer, um sie von neuem anzuzünden.

Schweigend machte die Försterin sich mit den Blumen auf den Fensterbrettern zu schaffen. Er blieb vor ihr stehen, be­wegte die Lippen, sagte aber nichts. Dann nahm er eine Photographie von der Wand und betrachtete sie.

Ein stattlicher Bursche, der Otto! Sapperment," sprach er halblaut vor sich hin, schade um ihn!" Immer dichter quollen die Rauchwolfen aus seiner Pfeife. Könnte ein schmucker Förster sein und wird nichts als ein grämlicher Federfuchser! Des Försters Reiner einziger Sohn eine Schreiber­feele!" sprach er bitter vor sich hin.

Frau Adelheid lächelte überlegen.

Jurist zu sein ist heutzutage der feinste Beruf und du wirst sehen, er bringt es noch zum Minister!" sagte sie selbst­gefällig.

Der Förster fehrte ihr den Rücken.

Wir erleben's nimmer! Und Zeit wär's, daß etwas aus ihm würde!" Er machte eine Pause, um die Photographie wieder an ihren Platz zu hängen. Der Herr Bezirksamt

mann hat mir damals, als es sich um den Beruf unseres Jungen handelte, gesagt, ein Jurist brauche nur vier Jahre zu studieren."

Aber Otto studiert ja auch noch nicht viel länger!" wandte die Försterin ein.

Fünf Jahre," betonte der Förster, ia, und dabei ist noch immer kein Ende abzusehen! Und er hat seiner Dienstpflicht noch nicht einmal genügt!"

Frau Adelheid suchte den Vorwurf rasch zu entkräftigen: Aber er tut doch gewiß nur wohl daran, recht lange zu studieren. Um so mehr muß er ja lernen und den anderen zuvorkommen!"

Sie öffnete während ihrer Worte den altmodischen Wand: schrank, nahm ein feines Kaffeegeschirr heraus und begann den Sofatisch zu decken. In die Mitte stellte sie eine Vase mit frischen Blumen.

Lorenz Reiner fab auf die Uhr, trat dann ans Fenster, öffnete beide Flügel und blickte hinaus.

Halb vier Uhr schon!" grollte er. Nicht einmal pünktlich fein lernen sie auf der Universität!"

Er wird gewiß etwas Wichtiges zu denken haben!"

solcher Vorschlag nicht annehmbar ist, verlief die Sache bis her ohne Erfolg. Hoffentlich findet eine Einigung statt, so daß das Hilfswerk zustande kommen kann.

* Hungen. Der Bergmann Karl Baumbach in Trais- Horloff stürzte nach Schluß der Schicht bei der Aus­fahrt aus Schacht 3 der Grube Friedrich rückwärts in die Tiefe, schlug verschiedene Male an und wurde tot herauf­geschafft.

* Biedenkopf. Im Reichstagswahlkreis Siegen­Wittgenstein- Biedentopf bestehen 24 Ortsgruppen der Fort­schrittlichen Voltspartei, von denen einige über 100 Mit­glieder zählen. Im Kreise Wittgenstein fanden in letzter Zeit sechs öffentliche Versammlungen statt, in denen Partei sekretär Ruschte sprach.

* Homberg a. d. O. Das Bezirkskriegerfest des Bezirks Homberg wurde hier, verbunden mit der Fahnen­weihe des hiesigen Kriegervereins, abgehalten. Es waren 20 fremde Vereine erschienen. Fräulein 2. Pfeil übergab die Fahne, Pfarrer Prätorius hielt die Weiherede. Namens der Stadt sprach Bürgermeister Repp, namens des Vereins Vorsitzender Geibel, für den Bezirk Homberg Landtagsab­geordneter Lutz- Elpenrod.

* Buzbach. Unser Stadtvorstand hat beschlossen, an den Ausschuß der Landwirtschaftskammer für Oberhef= sen das Ersuchen zu richten, einen besonderen 3entrat zuchtvieh markt für Oberhessen in Butzbach einzu­richten. Die Stadt ist zur weitgehendsten Unterstützung be­

aber mit gering prechender Wei wird sich dieser ins Einvernehm * Nom minifter bat bie von Gelters na

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reit. * Friedberg. Auf der Chaussee von Ober- Wöll­stadt nach Friedberg verunglückte der Sohn des Mechanikers und Maschinenbauers Karl Reuß, indem er vom Fahrrad abstürzte.

* Frankfurt a. M. Die Zentrale für Obstver­wertung gibt folgende Obstmarktpreise bekannt: Erdbeeren 30-70 Mt., Stachelbeeren 12-18; Johannisbeeren 15-20; schwarze Johannisbeeren 25; Himbeeren 35-50; Heidel beeren 16-18; Brombeeren 35; Kirschen 25-40; Sauer­tirschen 40-45; Pflaumen 28-35; Aprifosen 45-50; Pfir­fiche 35-50; Mirabellen 35; Reineklauden 30; 3wetschen 30; Aepfel 18-35; Birnen 18-40; Trauben 150; grüne Nüsse 15, alte Nüsse 20; Haselnüsse 40; Orangen 20 Mr. der Zentner.

* Darmstadt. Um einer Ueberfüllung der mitt­leren technischen Beamtenberufe vorzubeugen, ist beabsich tigt, die Prüfungen für Kulturtechniker, mittlere Bau- Be­amte( Hochbauaufseher und Straßenmeister) und Geometer 2. Klasse für einige Jahre ganz aufzuheben. Nur den zur Zeit in Vorbereitung Begriffenen soll noch Gelegenheit ge­geben werden, die Prü- ungen abzulegen. Da die Laufbahn als Gerichtsschreiber und Finanzgehilfe ebenfalls geschlossen ist, sind dann fast alle mittleren Beamtenstellen gesperrt.

von

* Mainz. Die Stadtverwaltung bewilligte für die Ueberschwemmten in dem Ahrtalgebiet eine Summe 3000 M Bei dieser Gelegenheit regte Stadtverordneter Schäfer bei dem Mangel einer organisierten Staatshilfe in Preußen bei der Bürgermeisterei die Frage an, ob nicht das Großherzogtum Hessen vorbildlich vorangehen soll. Hes­sen besiße, was ja auch in Altpreußen nicht der Fall sei, eine staatliche Feuerversicherungsanstalt, die ganz vorzüglich funktioniere. Die Bürgermeisterei möge daher die Frage bei der Regierung anregen, ob nicht im Anschluß an diese Feuerversicherungsanstalt auch noch eine Versicherung gegen Ueberschwemmung, Erdbeben und sonstige elementare Er eignisse angegliedert werden könne. Die dadurch Geschädig­ten tönnten dann, ohne Inanspruchnahme der Privathilfe,

Wenn du ihn nur immer in Schuß nehmen kannst! Aber ich höre ein Geräusch wie Räderrollen. Ist das nicht der Wagen?"

Die Försterin geriet in fieberhafte Bewegung.

Er wird es sein, gewiß, er kommt, er kommt!" rief sie. ,, Klara, Klara!"

Aus dem Nebenzimmer antwortete die Stimme des Mädchens: ( Gerichtet 4 Nr. 8.)

Mutter?"

Den Kaffee, den Topffuchen!" befahl die Försterin. Gleich, Mutter!"

Lorenz Reiner war am Fenster stehen geblieben. Er beugte sich weit vor.

,, Da kommt es wie die wilde Jagd aus dem Walde," sagte er ,,, Staubwirbel und Peitschenknallen!"

Die Försterin trat zu ihm.

,, Wahrhaftig, er fährt, er fährt!" Jubelnd flatschte sie in

die Hände. Ganz wie ein großer Herr in einer Equipage!" Aber die Stirn Reiners legte sich in Falten.

Was ist das? Da sitt ja noch einer im Wagen!"

Neugierig lugte

"

die Försterin über seine Achsel

Am Ende gar ein Besuch aus der Stadt! Das wäre! Ach, wenn er einen Freund mitbrächte, einen feinen, gelehrten jungen Herrn, vielleicht gar einen Doktor"

,, Danke dafür!" grollte mürrisch der Förster. Ich will meinen Sohn, sonst niemand!"

Frau Adelheid achtete nicht auf seine Bemerkung; zitternd vor Aufregung eilte sie an die Tür.

,, Da ist er schon, der Otto, der Otto!" rief fie. Gleichzeitig trat auch Klara, deren schlanke Gestalt, wie die Mutter das gewünscht hatte, jetzt in der Tat das blaue Kleid umschloß, wieder ins Zimmer, fast im selben Moment, als die Tür nach dem Flur aufflog und zwei stattliche junge Männer auf der Schwelle erschienen, deren Borderstem der Förster beide Arme entgegenbreiten wollte. Aber jäh ließ er sie wieder sinken und trat, statt den Sohn zu begrüßen, vor demselben zurück mit verfinstertem Antlitz.

,, Rauchst du aber eine schwere Sorte, Junge! Die zieht einem ja ordentlich das Wasser in die Augen!"

Mit diesen Worten fuhr der Förster sich unwillkürlich mit dem Armel über das Gesicht.

3630

Otto Reiner flopfte sich die abgefallene Bigarrenasche von feinem eleganten, städtischen Reiseanzug.

,, Guten Tag, Papa, Mama!" sagte er.

Die Försterin vermochte ihre Rührung faum zu verbergen. Otto, Herzensjunge," stammelte fie, bist du groß geworden! Laß dich küssen!"

Und in warmer Freude schlang fie beide Arme um den Sohn. d

Der Blick des jungen Mannes fiel jetzt erst auf das sich etwas zurückhaltende junge Mädchen.

Ei, sieh da, Klara! Bon jour, schönes Schwesterlein!* richtete er an dasselbe das Wort.

Bögernd trat das Mädchen näher und reichte ihm die Hand. Grüß dich Gott. Bruder!" saate sie einfach.

( Fortsetzung folgt.)

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