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tener Breite geschaffen. Die Gesamtanlage erforderte einen Kostenaufwand von ungefähr 150 000 Mark.

* Friedberg. Der Zar, das großherzogliche Paar sowie das Prinzenpaar Heinrich von Preußen nebst Kin­dern und Gefolge sind gestern früh 10 Uhr, in 5 Automo­bilen nach Schloß Romrod gefahren, um dort den Tag zu verbringen. Die Rückkehr erfolgte erst am Abend. Die Zarin hatte sich mit Rücksicht auf die Badefur an der Fahrt nicht beteiligt.

* Lauterbach. Die hiesige neue Web- und Hand­werkerschule wurde eingeweiht. Als Vertreter des Mini­steriums war Ministerialrat Hölzinger, von der Zentral= stelle für die Gewerbe Geh. Regierungsrat Noack erschie­nen. Hauptlehrer Pfündel, der Leiter der Webschule, hielt die Festrede.

* Mainz. Das neue naturhistorische Museum wurde in Anwesenheit der Staats-, städtischen, geistlichen und mi­litärischen Behörden eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Göttel­mann hielt die Hestrede.

* Queck. Hier wurde Bürgermeister Heil zum 5. Male wiedergewählt. H. versieht sein Amt bereits schon 36 Jahre.

* Reiskirchen. Ein unvorsichtiger Jäger schoß auf dem Felde eine Frau aus Harbach und ihre Kuh mit schwerem Schrot an. Die Frau mußte in die Klinik nach Gießen verbracht werden.

* Friedberg. Der oberh. Obstbauverein hat am Sonntag, den 16. d. Mts., zum ersten Mal einen großen gemeinschaftlichen Ausflug gemacht, welcher nach Frankfurt a. M. führte. Vormittags fand die Besichtigung der Ju­biläumsobstbauausstellung statt. Die Führung in der Aus­stellung hatten die Herren John- Friedberg, Koch- Alsfeld w. Wenck- Friedberg übernommen, indem sich die Mitglieder ihrer Vereinsbezirke ihnen anschlossen. Nach ständigem Aufenthalt ging es nach dem Schwan in Bockenheim, dessen Besizer Herr Goll alles aufwendete, um die Teilnehmer zu­frieden zu stellen. Gelegentlich des Essens nahm der Füh­rer des Ausfluges Dr. Hoffmann- Friedberg das Wort und dankte für die zahlreiche Beteiligung, das große Interesse, begrüßte die Damen und Herren im Namen des leider dienstlich verhinderten Präsidenten Herrn Kreisrat Schliep­hate- Friedberg und brachte ein Hoch auf den oberhessischen Obstbau und den Verein aus. Nachdem sich alles gestärkt hatte, wurden die Einrichtungen des Palmengartens be= sichtigt. Hierauf zerstreuten sich die Teilnehmer, um noch Frankfurt zu besichtigen 2c. Jeder Mitfahrende war von dem Gesehenen voll erbaut und es wurde der Wunsch laut, öfter solche Studienreisen gemeinschaftlich zu unternehmen.

* Frankfurt. Vom Frankfurter Verein für Luft­schiffahrt sind schon vor mehreren Monaten Schritte getan worden, das Reichsamt des Innern zu veranlassen, die ge­plante Reichsversuchs- Anstalt für Luftschiffahrt nach Frant­furt zu verlegen. Für den Fall, daß die Anstalt in Frank­furt zustande kommt, sind nunmehr auch von privater Seite finanzielle Zuschüsse für die ersten Jahre in Aussicht ge­stellt.

* Lauterb a ch. Die bei dem Raubmordversuch des Dekonomierats Backhaus angeblich gestohlenen 2000 Mr. in Zinsscheinen sind wieder zum Vorschein gekommen. Sie sollen dem Bestohlenen durch die Post übersandt worden sein.

* Hirzen hain. Hier fand die Bürgermeisterwahl statt. Die Beteiligung war eine äußerst rege. Der seitherige Bürgermeister Joh. Gußmann, der bereits 36 Jahre die­ses Ehrenamt versieht, wurde zum fünften Male einstimmig wiedergewählt.

* Vom Vogelsberge. Die letzten sonnigen Of­tobertage haben die Erntearbeiten ungemein gefördert. Kar­toffel und Dickwurzäcker sind nahezu geleert. Die Kartof­feln auf nassen Grundstücken haben leider sehr durch die Fäule gelitten.

* Ortenberg. Der Historische Verein für δας Großherzogtum Hessen unternahm nach Ortenberg einen Ausflug, wo der Pfarrkirche und den anderen Sehenswür­digkeiten ein Besuch abgestattet wurde. Ein gemeinsames Mahl in der" Post" beschloß die anregend verlaufene Ver­anstaltung.

* Offenba ch. Die vereinigten bürgerlichen Par­teien hielten ihre erste öffentliche Wahlversammlung ab, in der einstimmig die vom Wahlausschuß vorbereitete Kandi­datenliste angenommen wurde. Sämtliche Redner sprachen ihre Unzufriedenheit mit der seitherigen Stadtverwaltung aus.

* Nonnenroth. Die Einweihung des neuerbau­ten Schulhauses findet am Sonntag, den 30. d. Mts., statt. Das in freier schöner Lage errichtete Gebäude tann als eine Zierde für den Ort angesehen werden.

Aus aller Welt.

* Berlin. Die Justizkommission des Reichstages, die am Dienstag nach einer Unterbrechung ihrer Arbeiten in die zweite Lesung der Strafprozeßreform eintrat, hat den gegen den Widerspruch der Regierung gefaßten Beschluß erster Lesung wieder aufgehoben, wonach auch in der Berufungsinstanz gegen die Urteile der Straffammern Laien zugezogen werden sollen. Es wurde der Regier­ungsvorlage zugestimmt.

ung der von der königlichen Familie verfaßten Darstellung der Revolution vorläufig verhindert. Die Königin- Mutter widerstrebte aber bisher den Absichten des Königs und be­stärkte ihn darin, seine Kronrechte aufrecht zu erhalten, in der Hoffnung, daß das zukünftige portugiesische Parlament in der Mehrheit Monarchisten aufweisen und daher durch eine Parlamentsaftion die Königsrechte wiederherstellen wird.

* Paris. Der Streik der Eisenbahner ist zu Ende. Am Dienstag wurde, einem Beschluß der Streifleitung entsprechend, die Arbeit auf allen Linien wie­der aufgenommen.

hat

)( Auf Brennabor gewann am Sonntag R. Scheuermann auf der Treptower Radrennbahn den Großen Herbstpreis in einem 50 Kilometer- Rennen und A. Schulze in Zehlendorf den Großen Abschiedspreis in einem 30 Ki­lometer- Rennen.

)( Die Meisterschaft von Mecklenburg wurde am Sonntag in einer 100 Kilometer langen Fahrt auf dem bewährten Brennaborrade gewonnen. Auch in Rheindahlen ging W. Hamann am gleichen Tage auf Bren­nabor als Sieger aus dem Verfolgungsrennen hervor.

* Lissabon. Dia portugiesische Regierung König Manuel, der gestern in Begleitung seiner Mutter in England eintraf, in höflicher Weise nahelegen lassen, seinen Verzicht auf die portugiesische Krone auszusprechen gegen Gewährung einer Jahrespension von 2 Millionen. König Manuel ist nicht abgeneigt, den Verzicht für sein ganzes Haus auszusprechen, um seine finanziella Position zu sichern. Aus diesem Grund hat er auch die Veröffentlich­

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 18. Oftober 1910. Der Bergmann Heinrich Konrad in Gießen ist mit sei­ner Frau wegen eines Hundes in Differenzen geraten. In seiner Aufregung und Trunkenheit stach er mit seinem Ta­schenmesser nach der Frau und brachte ihr eine Verletzung an einem Bein bei. Er wurde wegen gefährlicher Körper­verletzung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, auch wurde das Messer eingezogen.

Ein Standesbeamter( Hch. Werth 4. von Nieder- Wöll­stadt) hat die Eheschließung eines noch nicht volljährigen Mannes vollzogen. Wegen Vergehens gegen das Personen­standsgesetz bekam er eine Geldstrafe von 5 Mark.

Die Elisabethe Kästner in Alsfeld lebt mit der Frau Schopach in einem Hause zusammen. Sie stehen beständig im Streit. Als Lettere Wäsche hatte, warf jemand aus der Ersteren Wohnung Schmutz auf die Wäsche. Es gab ein Disput, der in ein Schlagen mit Knüppeln ausartete. Frau Schopach bekam vom Schöffengericht 10 Mart Geldstrafe und Frau Kästner 2 Wochen Gefängnis. Infolge Berufung der Letzteren wurde die Gefängnisstrafe auf 1 Woche ermäßigh

Der Taglöhner Friedrich Aab aus Homberg a. d. O. wurde durch das Schöffengericht wegen Hausfriedensbruchs und Bedrohung zu einem Monat Gefängnis und wegen Ruhestörung zu einer Woche Haft verurteilt. Seine Beruf­ung wurde wegen unentschuldigten Ausbleibens verworfen.

Der Knecht Johann Blöser aus Gießen stand wegen eines Einbruchs unter Anklage. Während er zu klein- Kar­ben im Dienst stand, wurde bei seiner Herrschaft nachts eingebrochen, aber außer Eßwaren nichts gestohlen. Sein Verhalten ließ den Verdacht aufkommen, daß er als Täter in Betracht komme. Der Verdacht reichte aber nicht aus, weshalb Freisprechung erfolgte.

In Groß- Eichen stiegen einige Jungen in das Lager des Konsumvereins ein und entwendeten ein Kistchen Zi­garren und nahmen die Geschenke aus den Seifenpulver= packetchen, die sie als Preise bei einem Scheibenschießen ver­wendeten. Die Schüler Karl Müller und Karl Hofmann, die mit einem strafunmündigen Jungen die Diebstähle ver­übten, wurden unter Anklage gestellt. Ersterer wurde zu 10 und Letterer zu 15 Tage Gefängnis verurteilt.

Das Volkslied

im Anschluß an die Zeitereignisse

Was ich hiervon zu sagen weiß, beschränkt sich auf einen Zeitraum von 25 Jahren; dieser war aber auch einer der ereignisvollsten im deutschen Volksleben. Ich spreche von der zweiten Hälfte der 1840er Jahre bis zu Ende des 1870er Krieges.

Das Dezennium 1840-1850 brachte 3 große, tiefeingreif­ende, epochemachende Ereignisse nach Deutschland, vielleicht nach ganz Europa: 1. die Eisenbahn, 2. die Mas= senauswanderung nach Amerika, 3. die Revo= lution von 1848. Und in den damaligen Volksliedern spiegeln sich alle diese Ereignisse. Die Eisenbahn brachte nur heitere, die man heute mit dem Wort Couplet" bezeichnet, z. B.:

Und Du hast nichts dran, und du kriegst nichts dran, Und Du hast kein Teil an der Eisenbahn."

Das war eine harmlose Neckerei, die an die Gegenden gerichtet war, die noch keine Eisenbahn hatten. Ferner:

Wegen der vielen Eisenbahnen Sieht man teine Postillionen,

Und das Bier wird nicht unterwegs verkauft Weil's Lokomotiv' bloß Wasser sauft."

Noch einige der schwermütigen Sehnsuchtslieder seien genannt, zum Beispiel Der Tiroler und sein Kind":

Die zweite Periode der 1840er Jahre brachte zahlreiche Abschieds- und Heimwehlieder. Es gab damals fast kein Haus, das nicht ein oder mehrere Familienmitglieder nach Amerika ziehen ließ. Kaum der Schule entwachsene Kna­ben und Mädchen wurden den 5 bis 6 Wochen fahrenden Segelschiffen anvertraut, um drüben" über dem Ozean ihr Glück zu machen. Vielen ist es auch gelungen, aber das schmerzliche Sehnen nach den Ausgewanderten und dieser nach der Heimat, erzeugte eine ganze Serie von wehmüti­gen Gedichten und Liedern in allen Jdiomen des deutschen Vaterlandes. Wenn am Sonntag Abend die Burschen und Mädchen meines Heimatdorses in geschlossenen Reihen durch die Straße zogen und diese Lieder in ergreifender Weise sangen, so taten sich die Fenster und die Herzen auf. Einige der schönsten, die ich hier erwähnen will, sind vielleicht einigen Zeitgenossen noch erinnerlich:

Herz, mein Herz, warum so traurig Und was soll das Ach und Weh? S' ist ja schön im fremden Lande! Herz, mein Herz, was fehlt dir meh'?" Ein anderes lautete:

So leb' denn wohl Du stilles Haus, Wir ziehen betrübt von Dir hinaus, Wir ziehen betrübt und traurig fort, Noch unbestimmt, an welchen Ort."

Wenn ich mich nach der Heimat sehn' Und mir im Aug' die Tränen steh'n, Wenn's Herz mich drückt, ach, gar so schwer, Da fühl ich's halter um so mehr.

Und wird mir's leichter dann um's Herz,

Fühl weniger den stillen Schmerz, Wenn ich zu meinem Kinde geh',

In seinem Aug' die Mutter seh'." Das schwäbische:

Muß i denn, muß i denn zum Städt'le hinaus," das österreichische:

Chimmt a Vogerl gefloge,"

alle entströmen sie einem tiefempfundenen Heimweh. Welche Fülle von Empfindungen liegt in all diesen Worten. Und auch die Melodien sind entsprechend getragene und bewegte. Auch das stimmungsvolle Gedicht Freiligraths Die Aus­wanderer" ist in jener Zeit entstanden.

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Eine neue Quelle von Sangesfreudigkeit brachte das 48er Jahr. Die wundervollen Rhein- und Freiheitslieder, die bisher nur in Gesangvereinen gepflegt wurden, waren zum Eigentum des Volkes geworden. Am meisten aber be­geisterten die Lieder: Was ist des Deutschen Vaterland?" und Schleswig- Holstein meerumschlungen". Und wer Refrains: Das ganze Deutschland soll es sein!" Schleswig- Holstein, stammverwandt" in der damaligen Hoch­flut der Gesinnung nicht hörte, hat keinen Begriff von einer Volksstimmung. Aber das Jahr 48 und das darauffolgende, sie gingen zu Ende mit all ihrem Jubel, und die Reaktion machte die Lieder verstummen, die die Revolution ins Le­ben öerufen hatte. Nun war wieder Platz für die Lyrik da, die sich bis zur Sentimentalität steigerte. Heute hätte man vielleicht kein Verständnis für die damals sehr bewunderten Lieder:

Zerdrück die Träne nicht in Deinem Auge, Du hast die Träne ja für mich geweint, Vergönne mir, daß ich die Perle sauge, Daß sie mit meinen Lippen sich vereint. Wie macht die Träne Dich so engelschön! Ich möcht' Dich ewig, ewig weinen seh'n!" Und ferner das Ständchen:

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Starrend vor Frost steh' ich vor Deinem Fenster, Bang, ohne Trost, wie bleiche Nachtgespenster, Du kennst nicht die Leiden, die Qual, die mich drückt, Ach, nnt' ich Dich meiden, wie wär ich beglückt, Und doch lieb' ich Dich mit heißer Herzensglut, Für Dich nur leid' ich, mein einzig teures Gut!" Aber diese Klänge wurden bald wieder durch Kriegs­lärm verdrängt. Der Krieg um Schleswig- Holstein 1864 erweckte das verklungene und meerumschlungene" wieder. Zwei Jahre später brach der Krieg zwischen Preußen und Desterreich aus. Er brachte feine Jubelflänge; denn kein Deutscher fonnte sich dafür begeistern, daß deutsches Blut durch deutsche Waffen vergessen wurde.

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Wer hätte damals geahnt, daß nach 4 Jahren solcher Enthusiasmus im deutschen Volke Platz greifen würde? Kaun war 1870 die Krieg erklärung erschollen, als alle Waffenfähigen von Süd und Nord, von Ost und West zu den Fahnen eilten. Die Süddeutschen, die bisher fühl und ablehnend der Umarmung des Norddeutschen Bun­des gegenüber gestanden hatten, folgten nun willig und freudig den norddeutschen Führern in den Kampf, und da war es die Wacht am Rhein", die eine mächtige Wirkung ausübte. Sie war ein Weckruf, der zündend in die Her zen fiel und Wunder tat. Die Kinder wurden damit in den Schlaf gesungen, und die Schuljugend schmetterte sie nach jedem der rasch aufeinanderfolgenden Siege jauchzend in die Luft; denn jeder Sieg brachte einen freien Schultag.

Der Kampf der Wirte gegen die

Tondichter.

Da nun die Cafetiers und Wirte durch das Vorgehen der Tonseßer Genossenschaft zusammengedrängt und ver= einigt wären, so könnten sie großen Nußen aus dem Zu sammenschluß ziehen, wenn sie sich mit Kapellmeistern und Musikkundigen in Verbindung setzten, um sich von diesen geeignete gemeinschaftliche Programme für die Aufführung in Wirtschaften ausarbeiten zu lassen.

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In dem Kampfe, der gegen die Tonsezer- Genossen­schaft geführt werde, könnten die Versammelten nur stärkt werden, denn die gestellten Forderungen seien ganz willlürlich und ungerecht. Von Herrn Heinze,( Alsterpavil­lon), der die Musik unentgeltlich gäbe, fordere man 6000 Mark; das Uhlenhorster Fährhaus, das Eintrittsgeld nehme, zahle 150 Mt.; der Verein der Musikfreunde, der doch die schönsten und besten Kompositionen aufführe, zahle 600 M. und nehme dabei ein Entree von 2 bis 6 Mt. Das Vor­gehen der Tonseßer- Genossenschaft sei wohl hauptsächlich auf die Verleger zurückzuführen, die den Komponisten meistens ganz unzureichende Honorare zahltens zum Beispiel habe der Komponist der Türkischen Schaarwache" von dem Ver­leger einen ganzen Taler erhalten, während dieser große Summen seinerseits eingenommen habe. Auch diese gerin­gen Honorare möchten die Verleger sich noch ersparen, in­dem sie die Komponisten auf die großen Aufführungstan­tiemen vertrösteten. Wenn man die Leistungen der Kom­ponisten und die der Wirte gegeneinander abwiege, so sei es sehr fraglich, ob nicht den Wirten eine Geldleistung ge= bühre und nicht den Komponisten, denn viele Kompositio­nen würden dem Publikum erst durch die Cafehausmusik bekannt und der Notenabsatz im hohen Maße gefördert. Er könne dabei ein schlagendes Beispiel anführen.

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1889 habe er das Ausstellungsorchester in Bergen( Nor­wegen) geleitet und sei durch Zufall dazu gekommen, den in Deutschland sehr bekannten ,, Bienenhausmarsch" zu spie­len. Am nächsten Tage sei ein Verleger zu ihm gekommen und dieser hatte, wie er nachträglich erfahren habe, in der einen Saison ca. 10 000 Klavierstimmen verkauft. Es wür den ja auch die Komponisten sich nicht herablassen, einem Cafe in das andere zu gehen, um ihre eigenen Kom­positionen zu fordern, und die Verleger und die Direktoren von Operetten- Theatern würden es sich nicht so viel Auf­wendungen und Mühe kosten lassen, wenn eben der Gewinn aus den Kompositionen nicht so bedeutend durch die Cafe hausmusik gefördert würde.

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