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( Neueste Nachrichten)

vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: Humoristische Blätter" und die Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362.

Nr. 137.

Bekanntmachung.

-

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.

sowie vieler anderer

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein).

Donnerstag, 20. Oktober 1910

Amtliche Bekanntmachungen.

In der Zeit vom 17. Sept. bis 15. Oftober wurden in hiesiger Stadt

mit

gefunden: 1 Medaillon, 2 Portemonnaies Inhalt, 1 Brosche, 1 Frauenrock, 1 Trauring, 1 Messing stempel, 1 Pferdedecke, 1 Kinderjädchen, 1 Zwicker, 1 Her­remumhang, 1 bunter Schal, 2 Damengürtel, 3 Felle und Geld;

verloren: 1 Portemonnaie mit 2 Zehnmarkstücken, 3 Einmarkstücke und vier ½ Markstücke Inhalt, 1 Brosche aus weiß- grünem Achat mit geschnittenem Bild in Gold gefaßt, 1 silberne Damenuhr, auf dem Rückdeckel eingraviert 2. W., 1 Herrennickelfette, 1 Granatbrosche, 1 silbernes Kettenarm­band, 1 braunledernes Portemonnaie mit 5 Mark Inhalt, 1 blaues Matrosenkindermäntelchen, 1 Zehnmarkstück, braunes Handtäschchen mit einem Taschentuch und einem Rosenkranz Inhalt, 1 goldenes Kettenarmband, 1 schwar­zes Klapp Portemonnaie mit 24 Mart Inhalt, 1 goldene Halskette und 4 Meter weißes Band.

1

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu ma chen.

an

Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr

nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 er­folgen. Th

Gießen, den 18. Oftober 1910.

Großherzogliches Polizeiamt.

Gebhardt.

Bekanntmachung.

Wiederholt hat das Reichsgericht die Verpflichtung der Eigentümer von Grundstücken festgestellt, die Toreinfahrten, Höfe, Hausflure, Gänge und Treppen, sofern und solange dieselben jedermann zugänglich sind, während der Dunkel­heit so ausreichend zu beleuchten, daß die daselbst verkehr­enden Personen der Gefahr der Beschädigung nicht ausge setzt sind.

Die gleiche Verpflichtung liegt namentlich auch den In­habern von Fabriken, gewerblichen Anstalten und Arbeits­stätten, von Vergnügungs-, Versammlungs- und Schant- stätten( letzteren insbesondere auch hinsichtlich der Bedürf­nisanstalten) ob.

Pflichtwidrige Unterlassung der Beleuchtung würde, falls hierdurch jemand zu Schaden kommen sollte, die Entschä­digungspflicht, sowie die strafrechtliche Verantwortlichkeit be­gründen.

Gießen, den 12. Oktober 1910.

Großherzogl. Polizeiamt.

Gebhardt.

Ein unbrauchbarer sozialdemokratischer langung eines Mandates notwendig sein würden, so wür­

Man schreibt uns:

Vorschlag.

( Nachdruck verboten.)

den über 70 000 der für Zubeil abgegebenen Stimmen an­deren Kandidaten der Sozialdemokratie zugute kommen. Die sozialistische Partei aber würde nicht nur deswegen in Vor­teil sein, weil sie die meisten Riesenwahlkreise für sich hat, sondern auch weil sie eine viel größere Anzahl von Bewer bern aufstellt, als irgend eine andere Partei. Sie fann dies unbedenklich tun, da sie über mehr Geldmittel u. eine irgend größere Anzahl geschulter Agitatoren verfügt, als welche Partei sonst.

Je mehr der Termin zu den nächsten allge= meinen Reichstagswahlen herankommt, desto mehr häufen sich auch die Betrachtungen über das Wa h verfahren und das Wahlrecht. Es ist bei der fortwährenden Steigerung der industriellen Betätigung und bei der dadurch hervorgerufenen fortgeseßten Zunahme der Riesenwahlkreise begreiflich, daß man sich ganz besonders über die Un billigkeit der gegenwärtigen Wahl- haupt der Wahlkreis noch für einen Sinn, wenn freisinteilung aufhält. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Thiele glaubt nun, die einfachste Lös­ung dieser schwierigen und viel umstrittenen Frage gefun­den zu haben. Er schlägt vor, die gegenwärtigen Wahl­freise beizubehalten, aber nach stattgehabter Wahl die für die Parteien abgegebenen Stimmen in sämtlichen 397 Wahl freisen zusammenzuzählen und dann jede Partei nach Maß­gabe der auf sie entfallenen Gesamtstimmen mit einer ent­sprechenden Zahl von Wahlkreisen zu belehnen. Wenn dann eine Partei beispielsweise 60 Mandate zugesprochen erhält, so sollen diejenigen ihrer 60 Kandidaten, die die meisten Stimmenziffern erhalten haben, als gewählt erklärt wer­

Das scheinbare Entgegenkommen" des Abgeordneten Thiele, der die bisherigen Wahlkreise beibehalten wissen will, ist also völlig wertlos. Was hat denn über­

den.

er nicht

selbst darüber entscheidet, wer als gewählt anzusehen ist. Da ist es denn doch wohl besser, auf Grund der außer= ordentlichen Bevölkerungsverschiebung eine Neueinteilung der Wahlkreise vorzunehmen. Nur dürfte diese Einteilung nicht ganz mechanisch sein. Nach der gegenwärtigen Bevölker= ungsziffer des Reichs hätte bei völliger Gleichheit der Wahl­freise jeder Kreis etwa 160 000 bis 170 000 Einwohner zu enthalten. Mit Rücksicht auf das platte Land wären aber die Wahlkreise etwa in der Weise zu differenzieren, daß die großstädtischen vielleicht 200 000, die ländlichen 130 000 Einwohner zu zählen hätten. Die Großstädte würden dann immer noch besser davonkommen als jeßt, denn Berlin würde darnach 11 Abgeordnete zu zählen haben, statt wie bisher nur 6, der Riesenwahlkreis Teltow- Bestow- Char­lottenburg würde drei Abgeordnete zu wählen haben statt wie bisher einen 2c. Auf der anderen Seite aber würde das platte Land doch nicht von den Großstädten und den großen Industriezentren erdrückt werden, wie es zweifellos der Fall wäre, wenn man die Bevölkerungsziffer der Wahl­freise vollständig ausgleichen wollte. Was wir also schlagen, ist ein Mittelweg zwischen dem bisherigen Zustande und einer vollständigen Egalisierung.

*

Lokales.

vor=

Gießen, 20. Oktober 1910.

Dieser Vorschlag erscheint sehr einfach und praktisch, er ist aber trotzdem undurchführbar. Erstens würden dann die sogenannten Wilden vollständig fortfallen und gerade unter denen, die sich nicht mit Haut und Haar einer be stimmten Partei verschreiben wollen, finden sich oft die wertvollsten und originellsten Köpfe. Zweitens würden dann von den Kandidaten der einzelnen Parteien diejenigen un billig bevorzugt werden, die in den Riesenwahlkreisen auf­gestellt werden. Denn es ist naturgemäß leichter, in einem Wahlkreise mit nahezu 200 000 Wahlberechtigten, wie dem 6. Berliner Kreise, 30 000 Stimmen zu erhalten, als in einem Wahlkreise mit 50 000 Wahlberechtigten 15 000. Da nach dem Thieleschen Vorschlage die Kandidaten aller Par­teien, die innerhalb des ganzen Reiches die meisten Stim­men erhalten haben, für gewählt erklärt werden sollen, so würden sich für die kleinen Wahlkreise überhaupt keine Be­werber finden. Denn wenn beispielsweise ein Kandidat in einem Wahlkreise von 25 000 Wahlberechtigten auch 15 000 Stimmen erhielte, so würde er doch nicht gewählt sein, da 15 000 Stimmen nicht dem Gesamtdurchschnitte entsprächen. Wer aber wird wochenlang Wahlreden halten und sich ge­hässigen Angriffen ausseßen wollen, nur damit die auf ihn entfallenen Stimmen Anderen zugute kommen? Die Haupt­sache aber ist, daß eine derartige Aenderung des Wahlrechts ganz ausschließlich der Sozialdemokratie zugute käme. Denn * Grundstück 3 angelegenheit. Das Ge sie ist es, die in den großen industriellen Wahlkreisen die meisten Stimmen erhält und wenn beispielsweise wie bei bäude in der Longstraße, in welchem sich früher das Phar­den letzten Reichstagswahlen der Abg. Zubeil im Wahl=| matologische Institut befand, ging für den Preis von Mt. freise Charlottenburg über 100 000 Stimmen bekommt, im Reichsdurchschnitte aber etwa nur 30 000 Stimmen zur Er­

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Das Elektrizitätswert fann auf ein gün­stiges Geschäftsjahr zurückblicken. Seine Gesamteinnahme für Strom belief sich im Jahre 1908-1909 auf 197 500 Mart, im Jahre 1909-1910 aber auf 225 000 Mt.; der Gewinn in dem erstgenannten Zeitraum betrug 101 413 M., in dem letteren Zeitabschnitt dagegen 118 480 Mt. Die Zahl der Elektrizitätszähler ist auf 1060 angewachsen. Hand in Hand damit ging die Steigerung der Leistungsfähig= keit des Werkes. Wurden in dem obengenannten ersteren Jahr 1 023 343 Kilowattstunden abgegeben, so betrug der Stromverbrauch in dem Jahre 1909-1910 1 170 000 Sti­lowattstunden.

32 000 in den Besitz der Hassenhausener Baptistengemeinde über.

( Gießener Tageblatt)

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21. Jahrg.

Bekanntmachung.

Betr.: Volf 3 zählung am 1. Dezember 1910. Am 1. Dezember 1910 ist im Deutschen Reiche eine Volkszählung vorzunehmen. Die erforderlichen Erhebungen sollen wieder durch Zählungskommissionen unter Heranzieh­ung von Zählern erfolgen. Wir ersuchen diejenigen Per­sonen, die das Amt eines Zählers, sei es unentgeltlich, sei es gegen Bezahlung, übernehmen wollen, sich bis späte stens 1. November 1. Js. in der Zeit von vormittags 8 bis 1 Uhr nachmittags auf unserem Meldebureau, Weiden­gasse Nr. 5, Zimmer 6, zu melden.

Gießen, den 15. Oktober 1910. Großh. Polizeiamt.

Gebhardt.

Bekanntmachung.

=

Der nördliche Feldweg zwischen Hohleichweg und Lei­nenpfad wird wegen Kanalisationsarbeiten vom 19. d. M. ab bis auf weiteres gesperrt.

Gießen, den 17. Oktober 1910.

Großherzogliche Bürgermeisterei. Mecum. 16

a.

* Diebstahl. In ein Landhaus in der Hof­mannstraße verschafften sich Diebe Eingang, welche u. einen Ueberzieher, eine Anzahl Flaschen Wein und 10 Mt. erbeuteten. Von den Einbrechern fehlt bis jetzt jede Spur.

* Freiwilliger Tod. In einem Zimmer des Hotel Lenz erhängte sich ein aus Chemnitz stammender Kaufmannslehrling. Den Beweggrund zur Tat soll Ohrenleiden gebildet haben.

ein

-tt- Stadttheater. Morgen findet die 1. Volts­vorstellung statt und zwar wird Paul Heyses wirksames Schauspiel Hans Lange" gegeben. Das Werk gelangt im Abonnement nicht zur Aufführung. Am Sonntag geht abends neueinstudiert die Operette" Försterchristel" v. Jarno in Szene. Das Werk hat bekanntlich diesen Sommer bei seiner Erstaufführung mit dem Emser Personal einen ganz außerordentlichen Erfolg davongetragen. Einstudierung und Ausstattung sind in sorgfältigster Weise vorbereitet wor­den.

* Der oberh. Bienenzüchter- Verein be­geht im Juli des nächsten Jahres auf der Liebigshöhe in Gießen sein 50jähriges Bestehen. Anläßlich dieses Festes wird von dem Verein eine Provinzial- Ausstellung veran­staltet werden, mit der eine Prämiierung verbunden ist.

* Der Bau der Kleebachtalbahn beschäftigte fürzlich die Handelskammer Weßlar. Nach dem Geschäfts­bericht hat die Kammer die Angelegenheit der projektierten Bahnlinie durch das Kleebachtal fortgesetzt im Auge be­halten. Der Syndikus der Kammer hat über die Kleebach­talbahn eingehend und mit Oberbürgermeister Mecum son­feriert und wenn zunächst auch eine völlige Uebereinstimm­ung noch nicht erzielt wurde, so ist doch erreicht, daß der Syndikus als Vertreter der Kammer voraussichtlich Gele­genheit haben wird, einer derjenigen Sibungen des Gie­Bener städtischen Finanzausschusses beizuwohnen, in welcher das Kleebachtalprojekt zur Erörterung gelangt. Hoffentlich gelangen die Verhandlungen recht bald zu einem für Gie­Ben gedeihlichen Abschluß.

Hus Hessen und Nachbargebiet.

** Lang- Gönt 3, 18. Oft. Vergangene Woche fand hier die vorläufige Abnahme unserer Wasser­leitung und Kanalisation statt. Die Quellsass­ung liegt etwa ½ Stunde vom Ort entfernt, lints der Chaussee nach Holzheim. Das Wasser, welches in genügen­der Menge vorhanden ist, wird mit natürlichem Gefälle dem nahe der Straße Langgöns- Leihgestern erbauten Hochbehäl­ter zugeführt. Innerhalb des Ortsbereiches sind bis auf ein weiter abliegendes Anwesen sämtliche Hofraithen ange­schlossen. 65 Hydranten übernehmen den Feuerschuß. Gleich­zeitig mit der Wasserleitung ist die Kanalisation unseres Ortes erbaut worden, die bei dem früher sehr hochliegen­den Grundwasser in gesundheitlicher Beziehung von großem Wert ist. Ganz besonders trifft dies zu für die Niederho­hat fen- Hundsstaden- und anschließenden Straßen. Hier

auch die Kanalisation des Gönsbaches, Straßen von sel­