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Eine wesentlich treibende Person sei auch der Direktor der Tonseter- Genossenschaft, Herr Rösch, der sich ein mög­lichst warmes und bequemes Bett zurecht machen wolle und zurecht gemacht habe.

Er halte es für angezeigt, eine Probe auf das Erem­pel zu machen, indem in den Gasehäusern neuere Musit vorläufig nicht gespielt würde. Die Komponisten und Ver­leger würden das bald merken und ihre Tonjezer- Genos­senschaft würde ganz andere Seiten ausziehen. Die Wirte hätten aber daneben auch die modernen Kompositionen mit unterlegtem zweideutigem Text aus ihren Lokalen zu ver­bannen, wie Tiefer immer tiefer"," Kleophas ich fühle was" und ähnliche. Er wundere sich darüber, daß der Verein zur Bekämpfung der Schundliteratur zu diesen Vor­führungen noch keine Stellung genommen habe.

Redner macht dann zum Schluß einen Vorschlag, wie die Ausführung des Gesetzes besser geregelt werden könne, das Gehalt für Herrn Direktor Rösch, die Unkosten der gro= ßen Räume in der Wilhelmstraße und die sonstigen nicht unbedeutenden Verwaltungskosten gespart und Komponisten und Wirtel gleichmäßig zufrieden gestellt werden können. Wenn für den Komponisten 10 Prozent auf die Noten auf­geschlagen würden, so mache das für die Käufer derselben wenig aus, wenn sie statt 1.50 Mt. 1.65 Mt. oder statt 3 Mt. 3.30 Mt. zahlen würden. Die Komponisten erhiel­ten aber einen sicheren Betrag ohne Schwierigkeiten u. Um­stände und unter der Sparung der erheblichen Verwalt­ungskosten. Sollte sein Vorschlag oder eine anderweitige dem ähnliche Regelung der Sache nicht gelingen, so empfehle er, eine Aenderung des Gesetzes herbeizuführen. Als das Ge­setz erlassen sei, habe man in Deutschland die Cafehausmu­sit garnicht oder wenig gekannt. Das Gesetz habe auf diese auch gar keine Rücksicht genommen. Es müsse daher auch ein Vorgehen, entsprechende Aenderungen des Gesetzes her­beizuführen, einen Erfolg haben. Halte man für nötig, für die Stellenvermittler eine Tare festzusetzen, so fordere das Vorgehen der Tonsezer- Genossenschaft zu einer ähnlichen Festsetzung noch mehr heraus.

Aus der Versammlung heraus wurde der Vorschlag ge­macht, eine Kommission zu bilden, die mit Kapellmeistern und Komponisten gemeinschaftlich Programme für die hie­sigen Lokale aufstelle. Insbesondere wurde beantragt, die Kompositionen von Fetras, Lehar, Lincke, Holländer, Mo­rena, Vollstedt überhaupt nicht zu spielen, denn diese seien es, die durch Mittel, wie der Vortragende sie angeführt habe, vorwiegend ihre Musik in den Cafehäusern fördern und den übrigen Komponisten gegenüber eine nicht lautere Konkurrenz machen. Von den anwesenden Kapellmeistern wurden dazu vielerlei einzelne Beispiele geliefert, in welcher Art die Herren Komponisten und gerade die vorgenannten, die die Antwort der Tonseßer- Genossenschaft auf Eine of= fene Frage an die Deutschen Komponisten" mit unterzeich­net haben, ihre Kompositionen durch die Kapellmeister der Cafehäuser populär zu machen suchen. Besonders hervor­Ruth, bezuheben fei, daß der Komponist Linde den Kapellmeiſter Kurz aufgefordert habe, einen seiner Walzer zu spielen u. nachdem dieser dem Ersuchen nachgekommen wäre, ihn dann wegen Verlegung des Aufführungsrechtes angezeigt habe. Sämtliche Militärkapellen in Berlin hätten sich darauf ver­einigt, Lincke'sche Musik überhaupt nicht mehr zu spielen, und hätten dies erst rückgängig gemacht, nachdem Lincke -zugesagt hätte, aus der Tonseßer- Genossenschaft auszutre­ten. Der Komponist Vollstedt habe z. B. in den Lokalen sagen lassen, der Komponist Vollstedt sei da und wünsche seine Stücke zu hören. Er habe sogar seine Klarinette mit­gebracht und im Cafehaus selbst eines seiner Stücke ge= spielt. Der Komponist Fetras reise mit seinem Verleger Benjamin überall herum und fordere in den Lokalen seine Musik.

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Der Vorsitzende schlug aber vor, vorläufig nicht wei­terzugehen. Es sei vorgesehen, im Laufe des Oktober in Berlin eine Vertreter- Versammlung sämtlicher Saalbesizer, Cafetiers und Bäderverwaltungen abzuhalten und gemein­schaftliche Schritte für ganz Deutschland zu beraten.

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sei nicht praktisch, diesen Beratungen vorzugreifen, vielmehr empfehle sich, es vorläufig dabei bewenden zu lassen, das Fürstenkind" von Lehar, dessen Einführung betrieben wird, nicht zu spielen. Ein weiterer Antrag forderte, alle Stücke von Lehar, insbesondere den Grafen von Luxem­burg" nicht zu spielen. Man beschloß aber, es vorläufig

bei dem Nichtspielen des Fürstenkindes" zu lassen u. wei­tere Beschlüsse erst nach der in Aussicht genommenen allge­meinen Versammlung in Berlin zu fassen.

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