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ist etwas zu erreichen. Nur Einigkeit verbürgt Erfolg. Beide Fragen lassen öfters den Gedanken auftauchen, ob es schlecht stehe um die Zukunft des Verbandes. Ende 1909 hatte der Verband 38 486 Mitglieder, bis zum 8. Septem­ber sind 1514 neu eingetreten, sodaß jetzt 40 030 Mitglie der vorhanden sein müssen, hiervon sind 1203 Abgänge ab­zuziehen. Der Verband ist gewachsen trotz aller Gegen= strömungen; er wird und muß weiterbestehen.( Lebhafter Beifall.)

In der folgenden Diskussion sprachen alle Redner dem Verbandsvorstand und der Verwaltungsstelle Dant und An­erkennung für die überaus mühevollen Leistungen des letz­ten Jahres aus, teilweise mit begeisterten Worten.

Nach einigen persönlichen Bemerkungen wird die Siß­ung um 8.45 Uhr geschlossen.

Bum Barenbesuch in Friedberg.

Montag nachmittag unternahm der Kaiser von Rußland mit dem Großherzog und den Großfürstinnen eine Auto- fahrt nach Lauterbach, wo der Tee bei Oberstallmeister Freiherr Riedesel genommen wurde. Das altertümliche Städtchen erregte das lebhafte Interesse des fremden Be­suches. Längere Zeit besichtigte der Zar die Nototo- Kirche. Eine ganze Anzahl Geheimpolizisten sorgte dafür, daß die Zudringlichkeit des Publikums, das den Großherzog und seinen Gast begrüßen wollte, nicht zu start wurde.

Der Großherzog fuhr gestern früh nach 8 Uhr mit Automobil von Friedberg zur Erteilung von Audienzen nach Darmstadt. Der Zar und verschiedene russische Großfür­stinnen mächten eine Ausfahrt nach Homburg und lehrten gegen 12 Uhr mittags zurück. Die Rückkehr des Großher­zogs fand zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags statt.

Lokales.

Gießen, 13. September 1910.

* Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Solms­Braunfels auf die erledigte erste Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Villingen präsentierte Lehrer K. Schmidt daselbst für diese Stelle.

** Uebertragen wurde dem Schulverwalter N. Becker- Gößen, Kreis Schotten, die Lehrerstelle an der Ge­meindeschule daselbst und dem Schulverwalter Ernst Sames= Rodheim, Kreis Friedberg, eine Lehrerstelle an der Ge meindeschule zu Steinheim.

** Den preußischen tierärztlichen Hochschulen ist das Promotionsrecht verliehen worden, nachdem das preußische Kultusministerium seine früheren Bedenten hier­gegen aufgegeben hat. Diese Bedenken beruhten vor allem darauf, daß auch andere Fachhochschulen für sich das Pro­motionsrecht in Vorschlag bringen fönnten. Bekanntlich war bis vor kurzem die Universität Gießen die einzige Hoch­schule Deutschlands, welche die tierärztliche Doktorwürde verlieh.

* Vom Manöver. Wiederum hat ein Abschnitt der Herbstübungen das Brigadentanöver, seinen Abschluß ge= funden. Mit der Konzentration der Regimenter und Bri­zu= gaden hängt naturgemäß eine dichtere Einquartierung sammen. Die 49er Brigade( 115er, 116er, 168er, 24er Dra­goner und 25er Artillerie) lag am Dienstag in und dicht um Fulda. Die 50. Brigade hatte am Montag ihr Schluß­gefecht im Kreise Lauterbach und hat sich in und um Ge­dern, Grebenhain, Ilbeshausen und Herbstein konzentriert. Als neue Truppe ist die Fußartillerie Nr. 3 zu der 25. Division gestoßen. Die Divisionsmanöver der Hessischen Di­vision begannen gestern; sie spielten sich hauptsächlich an der Grenze der Kreise Lauterbach und Fulda ab. Um Fulda sammelt sich nächsten Samstag die gesamte hessische Division; sämtliche höheren Stäbe kommen nach Fulda. Bei Beginn des Korpsmanövers liegt zwischen beiden Divisionen der Vogelsberg, denn die 25. Division marschiert von Fulda, die 21. Division von Hungen. Große Anmärsche stehen den Fußtruppen bevor, darunter ein Kriegsmarsch von 58 Kilo= metern. Vor Dienstag dürften also die beiden Divisionen nicht aufeinander stoßen.

19)

Gerichtet.

Familienroman von Franz Wichmann.

Auch der Gendarm war aufgestanden. Noch verstand er ben alten Mann nicht ganz.

* Brieftauben ließ der Brieftauben Klub zu Gießen am Sonntag in Eschwege aufsteigen. Die Tierchen, welche um 11 Uhr ihren Flug aufnahmen, legten die 105 Kilometer lange Strecke in 2 Stunden zurück. Den ersten Preis errang eine Taube von Karl Wesserlie- Gießen.

Der Förster schritt langsam dem Ausgang der Laube zu. Wenn Sie einen Augenblick hier warten wollen," richtete

* Markt. Von Samstag, den 17. Septbr., an be­ginnt der Markt mit Wagenladungen in Oswaldsgarten.

* Auf der 6. Wanderung des Vogelsberger Hö­henklubs entführte der Zug die Teilnehmer nach Stockheim. Hierauf wurde zu Fuße das Niddertal und Ortenberg be­sucht, von wo man mit der Vogelsbergbahn bis Merken- friß fuhr. Diese Station bildete den Ausgangspunkt einer 2. Wanderung, welche die Klubmitglieder durch das See­menbachtal nach Hartmannshain brachte. Auf dem Rück- weg wurde der Luftkurort Hochwaldhausen in Augenschein genommen. Dank dem herrlichen Wetter am Sonntag nahm der Ausflug einen prächtigen Verlauf.

er wieder das Wort an den Gendarm, so werden Sie mich verstehen!"

Ehe er aber das Freie erreichte, klammerte die Försterin sich wie eine Verzweifelte an ihn an

Lorenz," feuchte sie, bist du von Sinnen? Hast du denn kein Herz für deinen Sohn mehr?"

Um Gottes willen," schrie jetzt auch Frau Baumert auf, ,, was wollt Ihr tun?"

Meine Pflicht, einen Verbrecher der Gerechtigkeit zu über­liefern!" antwortete der Förster hart und eisig.

des

* Die verfrühte Obst ernte. Eine bemer­fenswerte Aeußerung hat der Landrat des Obertaunusfrei­ses, Ritter Dr. von Marr, soeben an die Bürgermeister des Kreises gerichtet. Es heißt da: Es wird mit Recht da= rüber Klage geführt, daß das Obst viel zu früh ge= erntet wird. Nicht allein wird hierdurch der Wert Obstes sehr herabgemindert, da das Tafelobst geschmacklos und wenig haltbar, das Kelterobst minderwertig wird, son­dern auch die Obstbäume selbst leiden sehr not, da durch das Abschlagen und Abschütteln des noch nicht baumreifen meinden das Obst zu früh zur Versteigerung bringen. Ich Obstes die Fruchtzweige mit vernichtet werden. Der Grund der zu frühen Aberntung liegt häufig darin, daß die Ge­ersuche daher die Herren Bürgermeister, die Versteigerung des Gemeindeobstes nicht vor dem 25. September vorneh men lassen zu wollen. Die Obstzüchter und Besitzer von Obstbäumen bitte ich dringend, aus den oben angeführten Gründen im Interesse des guten Rufes des Taunusobstes, ebenfalls nicht vor Anfang Oktober das Obst abnehmen zu lassen." Das Gießener Kreisamt hat gleichfalls die Bestimmung erlassen, daß das Obst der Gemeinden, des Kreises oder des Staates erst von morgen ab zur Ver= steigerung gelangen darf. Im Hinblick auf das vielfach un­Be­reife Obst auf den Obstmärkten sind solche amtlichen fanntmachungen nur zu begrüßen.

Mit einem einzigen, gewaltigen Ruck viß er sich von den ihn umklammernden Armen seiner Frau los und trat aus der Laube.

Doch auch jetzt noch stürzte die Försterin ihm nach. ,, Bleibe, bleibe, das kannst du nicht tun!" flehte sie in herz­zerreißenden Tönen. Das nicht, herzloser Vater!"

Er stieß sie raub zurück.

" Laß mich," gebot er ihr, du wirst mich nicht daran hindern, meine Pflicht zu tun!"

Und er schritt mit unbeugsamer Entschlossenheit vorwärts - auf den runden Tisch zu.

Klara, die in ihrer Bestürzung an den Eingang der Laube getreten war, hatte bemerkt, wie der Förster aus der andern Laube trat.

Mein Gott, der Vater," stieß sie aus, er fommt zu uns!" ( Gerichtet 42 Nr. 8.) ,, Nicht doch, versetzte Hellborn, der ihr über die Schulter blickte ,,, er tritt an jenen Tisch dort!"

Und er deutete mit der Hand auf den Tisch, an welchem Otto und Robert mit ihren Begleiterinnen saßen.

Er mußte erschrocken die Hände ausstrecken, um das Mäd chen, das plötzlich zurücktaumelte, zu halten.

| Zweigvereine sind Büdingen ,, Vilbel, Gießen, Orten berg, Friedberg, Gelnhausen, Groß- Gerau, Offenbach, Her chenhain, Wenings, Buzzbach, Froß- Felda, Schlitz und als jüngstes Glied hat sich noch der Zweigverein Hanau ange meldet. Durch diesen Zuwachs war der Verein in der Lage, seiner Aufgabe, den Vogelsberg mehr und mehr dem Verkehr zu erschließen, gerecht zu werden. So konnte im Juni der Bismarckturm auf dem Taufstein eingeweiht wer­den, auf dem Hoherodskopf wurde eine Wasserleitung ge schaffen und das dortige Klubhaus ist durch Anbauten ver größert und mit 26 Betten ausgestattet worden. Für wan­Bernde Studenten und Schüler sind in Gedern, Schotten u. Ulrichstein freie Unterkunftsstellen, in Laubach und Lauter­bach Herbergsnachweise eingerichtet worden.

* Die Einziehung der Zeitungsgelder durch die Briefträger erfolgt von heute ab bis ein­schließlich 25. d. Mts. kostenlos; die Briefträger sind zur endgültigen Quittungsleistung über die erhobenen Zeitungs­gelder berechtigt. Die Vorteile, die die Einrichtung für das be= Publikum bringt, springen in die Augen, wenn man rücksichtigt, daß der regelmäßtge Fortbezug der Zeitungen gesichert, der Gang zur Post und das Warten an den Schaltern, die am Vierteljahrsschluß besonders start in An­spruch genommen sind, erspart wird.

Dort, dort," brachte sie nur mit Anstrengung hervor, das ist er, aber bis zur Unkenntlichkeit verkleidet! Was be­deutet das?"

Frau Baumert war der Försterin auf dem Fuße gefolgt. Er geht, der Wahnsinnige!" jammerte sie und schlug die Hände zusammen, während sie entsetzt dem Förster nachsah.

Der Gendarm, der sich bisher noch in der Laube zurück­

* Von der Jagd. Die Hühnerjagd ist besser aus­gefallen als im Vorjahre. Die Völker sind besonders kräf= tig entwickelt und waren bei Aufgang der Jagd gut aus­gewachsen. Die Fasanen sind ebenfalls gut durchgekommen. An Hasen ist kein Mangel zu spüren.

** Die Fleischpreise sind amtlichem Ausweise zufolge überall in der zweiten Augusthälfte gegenüber der ersten Hälfte des Monats erheblich gestiegen. Namentlich war dies beim Rind- und beim Kalbfleisch der Fall, während sich die Preissteigerung bei Hammel- und Schweinefleisch in mäßigen Grenzen hielt.

* Rauferei. In der Brandgasse entstand Diens tag abend zwischen Soldaten des Inf.- Rgts. Nr. 88 und Zivillisten ein Wortwechsel, welcher rasch zu Tätlichkeiten führte. Hierbei wurde ein Zivillist durch einen Säbelhieb erheblich am Kopfe verwundet.

**

Der Vogelsberger Höhenklub hat einen starken Aufschwung in neuester Zeit zu verzeichnen. Der Ver­ein zählte am 1. Juli 34 Zweigvereine mit 2800 Mitglie­dern. Die Zahl der Zweigvereine ist innerhalb drei Jah ren um 14 gestiegen und die Mitgliederzahl hat sich bei nahe verdreifacht. Dieses Wachstum ist zu einem großen Teil der sehr regen Tätigkeit des im Herbst 1907 entstan­denen Zweigvereins Frankfurt zu verdanken. Die seit 1907 meist auf Anregung des V. H.-Kl. Frankfurt entstandenen

gehalten hatte, trat jetzt rasch hinter die Frauen.

,, Verstehe ich recht?" sagte er. Das ist doch nicht. ,, D, haben Sie Barmherzigkeit!" flehte die Försterin. Ja, es ist-"

" Ihr sein Sohn!" kam es wie ein Schrei über Frau Baumerts Lippen.

Nicht länger jetzt hielt es den Gendarm zurück. Es tut mir leid," sprach er zu den beiden Frauen, aber meine Pflicht zu tun, kann mich das nicht hindern!"

Der Förster war inzwischen unbemerkt hinter Otto getreten. Und plötzlich, als jener soeben sein Glas erhob, um dasselbe in einem Zuge zu leeren, legte der hinter ihm Stehende die wuchtige Hand ihm schwer auf die Schulter.

Im Rausche taumelnd, fuhr der also überraschte erschrocken fäh herum.

Wer ist da? Was soll's?" sprudelte er hervor. Ein Fremder! Ein Scherz jedenfalls!" riefen gleichzeitig die beiden Mädchen.

empor.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

* Friedberg. Der dritte Verbandstag des süd­westdeutschen Milchproduzenten- Verbandes findet am 3. und 4. Dezember in Friedberg statt.

Doch wie von einer Schlange gestochen, sprang Robert ( Gerichtet 43 Nr. 8.) ,, Verdammt, dein Vater!" entfuhr es ihm. Herunter mit der Larve!" Herrschte der Förster den Über­raschten keuchend an. Zeige dein wahres, verruchtes Gesicht!" Mit einem Griff hatte er dem Sohne den falschen Bart und die entstellende Brille abgerissen.

Otto war bei dem Ausruf des Freundes zitternd auf­gesprungen. Ein Blick zeigte ihm die fürchterliche Wahrheit. Totenblaß und an allen Gliedern schlotternd, suchte er sich zu fassen.

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* Friedberg. Die Mäuse plage ist im Kreise Friedberg fast unerträglich geworden. Manche Gemeinden haben den Kampf gegen die schädlichen Nager zum Teil mit, zum Teil ohne Erfolg aufgenommen. Jeßt fordert das Mitglied des Kreistages, Reichstagsabgeordneter Busold, in zwei Anträgen an das Kreisamt, daß der Kreis ener gische Maßnahmen gegen die Mäuseplage ergreift.

Entschuldige," stotterte er hervor, daß du mich hier triffft! Ich traf. Bekannte und da ich Urlaub habe-"

Lügner," knirschte der Förster, deine Stunde ist ge­tommen!"

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* Aus Hessen. Die evangelischen Dekanatssyno den von Büdingen, Groß- Gerau und Oppenheim haben be schlossen, das Oberkonsistorium zu ersuchen, bei der gierung dahin zu wirken, daß den Gemeinden in der Ver mögensverwaltung die versprochene größere Selbständigkeit gewährt wird. Die Pfarreien sollen von den Kreisämtern unabhängig gemacht werden. Man glaubt vielfach, die Re gierung werde diesen Vorschlägen nicht abgeneigt sein, da ihre Durchführung eine große finanzielle Erleichterung für die Staatstaffe bedeuten würde. * Fulda. Zum Divisionsmanöver rückte gestern früh die rote Partei( Inf.- Rgt. 115, 116, 168, Drag.- Rgt. Nr. 24, Feld- Art.- Rgt. 25, Maschinengewehrtompagnie, 2. und 3. Kompagnie des Pionierbat. 25, Fernsprechabteilung) von der Rhön( Hattenhof) her gegen Westen vor, während die blaue Partei( Inf.- Reg. 117, 118, Drag.- Reg. Nr. 23, Feld- Art.- Reg. 61, 1. und 4. Komp. des Pionierbat. 25, eine Abteilung schwerer Feldhaubißen, Fernsprechabteilung) im Vogelsberg bei Greben ha in den Feind erwartete. Gegen 12 Uhr begann das Feuergefecht zwischen der roten und der blauen Kavallerie. Die Kavallerie mußte furzer Zeit zurückgehen, während von der blauen Partei viel Infanterie herangezogen wurde. Die blaue Infanterie konnte sehr schnell vorwärts gehen, weil die Infanterie der roten Partei vielleicht infolge des Nebels sehr weit zurüd­geblieben war. Die rote Partei wurde bis auf die An­höhen von Hauswurz zurückgedrängt. Kurze Zeit griff aud die Artillerie in den Kampf ein, doch konnte sie nicht ver hindern, daß die rote Partei zurückgehen mußte. Die Bi wacks wurden in der Nähe von Hauswurz bezogen.

Und mit gewaltiger Faust packte er den entarteten Sohn an der Brust.

Eine allgemeine Bewegung des Staunens und des Schreckens griff unter den Zunächstsitzenden Platz. Alle sprangen auf und drängten sich näher heran. Einen Augenblick spielte die Musik noch fort, dann brach sie jäh ab und die Spielleute, ein Un­glück ahnend, legten ihre Instrumente beiseite und verließen ihre Plätze.

Die Försterin und Frau Baumert, von dem Gendarm ge­folgt, batten jetzt ebenfalls die Gruppe erreicht, und von der undern Seite tauchten Klaras blasses Gesicht und Hellborns energischer Kopf auf.

Die Försterin rana verzweifelt die Bände.

nach

Die

5. und 6. Kompagnie vom Inf. Rgt. Nr. 116 hatte in den verflossenen Manövertagen entschieden Bech. Während ihre Kameraden bei der längeren 14tägigen Einquartierung hier in Fulda recht bequeme Privatquartiere angewiesen erhiel ten, tamen sie in die Kaserne. Bei dem Weitermarsch in die Rhön mußten sie einmal in einem Schafstalle, ein an dermal in einer Reithalle( Gersfeld) Massenquartiere be ziehen, die immer recht primitiv ausfielen. Bei ihrem Rüd marsch nach Fulda kamen die Kompagnien zwar diesmal in Privatquartiere, mußten aber, worüber lebhafter Unwille in der Bürgerschaft herrscht, in der Kaserne ihre Mahlzei ten einnehmen.

* Offenba ch. Die Stadtverordneten Versammlung nahm einstimmig einen Antrag an, wonach zur Beseitigung der Fleisch not die hessische Regierung ersucht werden soll, im Bundesrat für die Deffnung der Grenzen für die Einfuhr lebenden Viehes, Aufhebung der die Einfuhr von geschlachtetem Vieh, Fleisch und Wurstwaren hemmenden ge setzlichen Bestimmungen, Aufhebung bezw. Ermäßigung der

Wiem Gott, mein Gott," jammerte ste, daß ich das er leben muß!"

Vergeblich suchte Frau Baumert sie zu beruhigen; sie konnte sie nur davon abhalten, sich auf den eigenen Mann zu stürzen, um ihm den Sohn zu entreißen.

Es ist zu spät, fasse dich, Adelheid!" redete sie ihr zu. Ta plötzlich stand Klara neben ihnen.

,, Otto, du hier und in der Vermummung, was soll das heißen?" stieß sie hervor. D, Gott, mir ahnt Schreckliches!" Otto stand noch immer bleich und zitternd, keines Wortes mächtig.

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D, da ist ja auch der saubere Freund," erklang da Hellborns Stimme neben Klara und er wies auf Robert, der in Verlegenheit sich jetzt so schnell wie nur möglich heimlich zu entfernen suchte.

Otto bemerkte seine Absicht.

Robert," richtete er an ihn das Wort, du wirst doch nicht gehen wollen? Du mußt bleiben, um mir zu bezeugen Daß ich-"

Aber Herr von Hohlen hörte im Angesicht der Polizei nichts mehr.

Entschuldige, ich habe versprochen, um fünf Uhr wiede

bei Pauli zu sein," stieß er hastig hervor, auch die Damen Elsa riß ihre Uhr heraus.

Ja, wirklich, es ist die höchste Beit!"

,, Und ich muß pünktlich im Theater sein," fiel Graziella ein Kommen Sie!"

Und beide suchten mit Robert so rasch als möglich da Weite.

Otto fah ihnen nach und lachte bitter auf. ,, Hahaha, das ist ja luftig!" sprach er hinter ihnen drein Dann wandte er sich mit vor Wut bebenden Lippen bem Förster herum.

,, Willst du mich jetzt wohl loslassen, Vater?" sprach er fall brohend. Was soll die Komödie!"

Loslassen?" wiederholte der Förster. Ja, sobald ander Hände dich faffen werden!"

Damit winkte er dem Gendarm, der schnell näher trat. Herr," sprach der Förster zu demselben, ich habe Ihne versprochen, Ihnen den Mann zu überliefern! Hier ist er!" Der Gendarm ſah Otto in das Gesicht. ,, Wahrhaftig," rief er im nächsten Augenblick, das ist e der Deserteur! Und der Mensch ist dieses Mannes Sohn Ehrlicher Vater, aber ich muß meine Pflicht tun!"

-

Otto, der sich unter der Faust des Försters wand, um fid freizumachen, riß sich plößlich mit einer gewaltsamen An strengung los.

( Fortsetzung folgt.)

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