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geweicht. Der Kaiser hatte morgens Prockelwitz verlassen und war bei Pachollen zu Pferde gestiegen. Graf Häfeler und die anderen Manövergäste beobachteten die Kavallerie division.

cher morgens 3 Uhr aus Schlobitten aufgebrochen war, hielt bei Rogehnen die Kritik. An den Oberpräsidenten der Pro­vinz Westpreußen, von Jagow, hat der Kaiser eine Kabi­nettsorder gerichtet, worin er die Bevölkerung der Provinz seiner besonderen Anerkennung versichert, die trotz der recht Preuß.- Holland, 8. Sep. Das blaue Armeekorps hat den westlichen Sorgenfluß gewonnen. Rot ist nordöst erheblichen Einquartierungslast die Leistungen der Truppen während der Manöver durch eine gute Aufnahme habe lich zurückgegangen und hat Stellung in der Linie Hirsch­wirksam unterstützen helfen. Beide Ballons operierten feld- Grünhagen eingenommen. nachmittags über den Truppen. Auf den blauen Ballon wurden auf 3-4000 Meter Kanonenschüsse abgegeben.

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Preuß.- Holland, 9. Sep. Bei dem roten 1. Korps baute die erste Infanterie- Division im Laufe des gestrigen Tages eine Stellung aus, die sich von Grünhagen nach Rogehnen zog und sich mit nach Norden zurückgeboge­nem rechten Flügel östlich Preußisch- Holland fortsette. Noch weiter westlich zwischen Krossen und Schönfeld sind um= fangreiche Scheinanlagen errichtet, die, obwohl sie leer sind, von weitem den Eindruck besetzter Verschanzungen machen. Die rote zweite Division erreichte, von Osten kommend, gestern Groß- Thierbach, Reichertswalde, Silberbach. Das 17. Storps, blau, hatte hauptsächlich auf Grund von Meldun­gen seines Lenkluftschiffes den Eindruck gewonnen, Hauptstellung der roten Kräfte befände sich hinter dem Ober­länder Kanal, wo sich die Scheinanlagen befanden. Die 41. und 35. blaue Division sollte diese Stellung in Front an­greifen, die 36. Division sollte von Elbing auf Preußisch­Holland vorgehen und die Kavalleriedivifion E. mit Tas gesanbruch gegen den rechten Flügel von Rot. Das Vor­gehen dieser blauen Truppen erfolgte langsam, vorsichtig, lautlos und beinahe unsichtbar, mit Ausnußung aller Deck­ungen des Geländes. Die Divisionen wurden von roter - Am Nach Artillerie aus deren Hauptstellung beschossen. mittag 4 Uhr war die blaue 35. Division durch ein sehr abwechselungsreiches Gelände, nachdem sie mittags den Oberländer Kanal überschritten hatte, bis an die Chaussee von Preußisch- Holland Grünhagen gegenüber Mäcken vorge­drungen. Rot hatte die Befestigungen bei Mäcken geräumt. Ebenso war die blaue 41. Division bei Grünhagen ange­angt, und überschritt die genannte Chaussee. Rot hatte die vergeschobenen Befestigungen bei Talpitten verlassen und sich auch hier auf die Hauptstellung zurückgezogen. Die 36. blaue Division war bis Rogehnen gekommen. Ueberall und noch nachmittags um 6 Uhr war das Feuergefecht aller Waffen im Gange. Vielfach sah man außer Gefecht gesetzte Mann­schaften und Offiztere. Der Kaiser hatte in der Nähe von Talpitten das Frühstück genommen und war dann nach dem nördlichen Kampsplatz bei Rogehnen geritten.

Preuß.- Holland, 10. Sep. Bei Rogehnen war gestern Abend noch ein schweres Nachtgefecht. Die blaue 36. Division nahm das Dorf zeitweise in Besitz. Die rote 73. Brigade umwickelte Rogehnen von allen Seiten u. warf Blau wieder hinaus. Heute Morgen wollte Blau den süd­lichen Flügel von Rot bei Grünhagen eindrücken; der An­griff wurde durchgeführt, verlief aber unglücklich. Die blaue 41. Division stieß auf eine sehr starke Stellung der zweiten roten Brigade und kam nicht vorwärts. Das Eintreffen der blauen 35. Division wurde verhindert, indem die rote 73. Brigade und Teile der roten ersten Brigade energisch gegen den linken Flügel der 35. Brigade einsetzten. Blau mußte zurück; Rot würde es wahrscheinlich bei weiterer Fortsetzung des Kampfes gelungen sein, von Norden das ganze 17. Korps aufzurollen, zumal die 36. blaue Division durch Herumgreifen der zweiten roten Division vollständig faßt und zerdrückt wurde. Dagegen fam die blaue Kaval­lerie- Division in den Rücken des Feindes, wo sie einige Vorteile gewann; die Absicht, das rote Hauptquartier in Quittainer aufzuheben, gelang nicht. Im Kaisermanöver ist heute früh die Entscheidung gefallen. Sie ergab den Sieg der roten Armee. Die roten Befestigungen mit ihrer Hauptstellung, den vorgeschobenen starken Stellungen und den wiederum diesen vorgelagerten Scheinanlagen haben sich sehr bewährt. Es gelang glänzend, den Feind und sein Luftschiff M. 3" zu täuschen, ihn aufzuhalten, zu unnöti­ger Entwicklung zu zwingen und die schwache Besatzung der Scheinanlagen und der vorgeschobenen Stellungen ohne Ver­Das Manöver luste in der Hauptstellung zurückzuziehen. wurde 6,30 Uhr morgens abgebrochen. Der Kaiser, wel­

19)

Gerichtet.

Familienroman von Franz Wichmann.

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Sie legte ihm lächelnd die Hand auf die Lippen. ,, Siehst du's," sagte sie, daß auch du, der große Prophet der Zukunft, ein Kleingläubiger sein kannst?"

,,, nun will ich es nie mehr sein!" beteuerte er und stimmungsvoll tönte in seine Worte das jubelnde Finale, mit dem die Kapelle soeben ihr Stück beendete. Bisher habe ich daran gezweifelt, daß ein Weib den Mut besitzen könnte, mit mir meinen Weg zu gehen. Nun will ich mit doppelt freudigem Eifer auf meiner Bahn weiterschreiten!"

,, Seite an Seite!" flüsterte Klara in überströmendem Glück. Und Mund an Mund!" rief Hellborn, den ersten Kuß auf thre bebenden Lippen drückend.

Was tust du?" suchte sie sich ihm zu entziehen. Man lommt, es ist dein Kind!"

Unser Kind, Klara!" betonte er. Willst du es lieben?" ,, Wie ein eigenes!" versprach sie.

,, Da bin ich wieder, Vater!" rief der kleine Hellmut am Eingang der Laube. Sie spielen nicht mehr!"

Hellborn zog ihn auf seinen Schoß.

Komm her, mein Sohn," sagte er zu dem Knaben, ich jabe dir etwas zu erzählen von einer neuen Mutter, die ch für dich gehunden habe!"

Hätte das füße neue Glück sie nicht so ganz in Anspruch Jenommen und für alles, was draußen vorging, gleichgültig Jemacht, so wäre ihnen ohne Zweifel die Gesellschaft an dem juvor verlassenen runden Tische aufgefallen, die sich immer ausgelassener und ungenierter benahm.

Also ein Anarchist bist du geworden?" wandte Graziella ich eben wieder an Otto.

Das ist die große Parole der neuen Zeit," erwiderte der Befragte pathetisct ,, frei sein von allem und das bischen Leben genießen, so lange wir können! Nach uns die Sündflut, bas Kommende fümmert uns nicht!"

Elsa blickte ihren Geliebten fragend an: ,, Bist du auch ein Anarchist?"

Wenn du es verlangst!" rief Robert, bereits berauscht, mit heiserer Stimme. Alles für einen Kuß von deinen Lippen!" Und er wollte sie umarmen und füssen. Das Mädchen wehrte ihn ab.

Was fällt dir ein! Hier im öffentlichen Garten! Der Champagner muß dir zu Kopf gestiegen sein!"

Ein Anarchist," fing Graziella wieder an, das ist so einer, der sich von keinem beherrschen lassen will, nicht wahr?"

Von großem Interesse war diesmal die erste Verwend­ung lenkbarer Luftschiffe. Beide Luftschiffe haben in den ersten Tagen sehr gut gemeldet. Die beiden kommandieren­den Generale fonnten sich über den Gegner ein ganz flares Bild machen. Von einem Fachmann wurde täglich zwei­mal eine Wetterfarte herausgegeben, so daß die Luftschiffe auf herannahende Gewitter und ähnliche Störungen durch Funtenspruch aufmerksam gemacht werden konnten. P. 2" mußte am ersten Tage, nachdem er in den Rücken der blauen Partei gelangt war und sogar die Sammlung einer Divi­sion bei Dirschau gemeldet hatte, inmitten der blauen Par­tei landen und in eine falsche Ballonhalle einfahren. Die Landung erfolgte aus Friedensrücksichten zur Schonung des Materials. Von den 8 Zylindern war nur einer beschädigt. Im Ernstfalle hätte er weiterarbeiten fännen. Samstag morgen 5 Uhr waren wieder beide Luftschiffe in Tätigkeit. Die roten Befestigungen mit der Hauptstellung, den vorge­schobenen starten Stellungen und den wieder diesen vor­gelagerten. Scheinanlagen haben sich sehr bewährt. Es ge= lang glänzend, den Feind und sein Luftschiff zu täuschen, ihn aufzuhalten, zur unnötigen Entwicklung zu zwingen u. die schwache Besatzung der Scheinanlagen und der vorge schobenen Stellungen ohne Verluste in die Hauptstellung zu­rückzuziehen. Nicht uninteressant war ferner, daß in die­sem Jahre die Verluste praktisch dargestellt wurden. Ueber­all sah man sie auf den Feldern, in den Chausseegräben herumliegen, Offiziere, Mannschaften, Pferde. Die Geschütze waren umgekehrt, die Gewehre zusammengesetzt. Klagen über zu dicke Schüßenlinien gab es in diesem Kaisermanöver nicht; für die Reserven der Truppen waren richtige, höh= lenartig in die Erde eingegrabene und abgestreifte unter= stände geschaffen worden wie sie mit großem Erfolg in der Schlacht bei Mukden angewandt worden waren.

Zum Barenbesuch in Friedberg.

Die Kaiserin von Rußland traf in Begleitung der zweit­ältesten Tochter des Kaiserpaares, der Großfürstin Tatjana, am Samstag in Bad- Nauheim ein, um ihr erstes Bad zu nehmen. Die jugendliche Großfürstin badete in einer Für­stenzelle. Der Baderaum der Kaiserin ist in sinniger Weise mit Blumen ausgeschmückt und bietet in seinen hellen freund­lichen Farben und dem bunten Schmuck der Blumen einen Anblick, der bei dem hohen Gast einen erfreulichen Eindruck hinterließ.

Die Girlanden an den von der Stadt Friedberg errich­teten Fahnenstangen und die Tannenzweige an der Ehren­pforte sollen am 17. September, dem Geburtstage der Groß­herzogin, erneuert und die Deforation reicher gestaltet wer den. Von der Stadt und der Friedberger Bürgerschaft wird eine sestliche Begehung des Geburtstages der Landesmutter geplant. Die hiesigen Musikkapellen werden eine Serenade veranstalten. Seinen Aufenthalt im Schlosse bringt der Großherzog, der bekanntlich ein großer Kunstfreund ist, vielfach mit Malen zu, während die Großherzogin ihre Zeit weiblichen Handarbeiten widmet.

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Die Zarenfamilie wird sich nach dem Aufenthalt Deutschland Ende Oktober nach Stiernewice begeben, große Jagden angesagt sind. Ein bedeutendes Polizeiauf­gebot aus Petersburg geht schon jetzt dorthin ab. Wie ver­lautet, soll Kaiser Wilhelm als Gast des Zaren in Stierne wice eintreffen, um an den Jagden teilzunehmen. Die Rück­sehr der Zaren Familie nach Zarsloje Selo erfolgt am 19. November.

Das Großherzogspaar besuchte am Sonntag den Got tesdienst in der Dankeskirche. Das hohe Paar nahm in­mitten der Gemeinde gegenüber der Taufsteingruppe Platz. Der Zar wohnte mit den vier Großfürstinnen dem Gottes­dienst in der russischen Kirche bei. Der Zar und die älteste

, van Durst d: tem znarchist sein!" drohte Elsa Robert mit dem Finger.

Warum nicht?" lach: e dieser.

,, Nein, ich leide es nicht!"

Wenn ihr keine Herzen mehr anerkennen wollt," stiminte Graziella ihr bei, was soll de aus unseren Pantoffeln verden?"

Das ist etwas anderes," meinte Otto galant, dem schönen Beschlecht sind wir immer untertan!"

Das heißt, solange es jung und schön ist wie ihr!" setzte Robert hinzu.

,, Dann will ich mir die Anarchie gefallen lassen!" meinte Graziella.

Sie lebe!" rief Robert.

Auch Otto ließ die beginnende Trunkenheit jede Borsicht bergessen.

,, Und nieder mit allem, was sich Gesetz und Recht nennt," tief er ,,, nieder mit allen Tyrannen!"

Während sie klirrend die Gläser zusammenstießen, unter­hielten sich in der benachbarten Laube die Förstersleute und Frca Baumert noch immer ahnungslos mit dem Gendarm über ben Deserteur.

Es sind auch nach anderen Seiten Leute ausgeschickt," lagte der Gendarm soeben, der Telegraph hat gespielt, die Bolizei ist überall benachrichtigt; über kurz oder lang muß er uns in die Hände fallen!"

,, Vermutlich wird er eine Hafenstadt zu erreichen suchen," meinte der Förster ,,, und nach Amerika flüchten wollen. Dort­hin läuft ia alles Gefindel."

" Da entgeht er uns am wenigsten," versetzte der Gendarm, der Telegraph ist schneller als er!"

,, Aber wie wollen Sie ihn, ohne ja recht zu wissen, wie er aussieht, denn eigentlich fangen?" warf die Försterin ein.

Auf die einfachste Art von der Welt," antwortete der Ge­fragte. Die Haussuchung in der Wohnung des Einjährigen lieferte der Behörde eine Photographie von ihm in die Hände, bie vervielfältigt und an alle Gendarmen in der Umgegend verteilt wurde."

,, Ach, das möchte ich sehen," rief Frau Baumert, wie so ein Deserteur aussieht!"

Der Gendarm griff in seinen Waffenrock.

Ich habe selbst ein Exemplar bei mir!" sagte er. Damit tann ich Ihnen also dienen!"

Frau Baumert hatte kaum einen Blick auf die Photographie geworfen, als sie schreckenblaß zurückfuhr. Aber das- das ist ja Wer?"

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Auch die Försterin blickte jetzt auf das Bild und alle Farbe wich ebenfalls aus ihrem Gesicht.

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Großfürstin Olga saßen unter einem kleinen Baldachin rechtz vom Allerheiligsten. Die drei jungen Großfürstinnen hatten ihre Pläße hinter dem Zaren. Bei der An- wie bei der Abfahrt der kaiserlichen Automobile hatte sich ein größeres Publikum eingefunden, welches den 3aren höflich grüßte. Der Kaiser dankte durch beständiges Lüften des Hutes. Um eine Ueberfüllung des fleinen Kirchenraumes zu vermeiden, war der Eintritt in die Kirche nur gegen Karten gestattet. Sonntag nachmittag fuhr der Zar mit dem Großherzog, der das Automobil selbst steuerte, sowie die Familie des Prin zen Ludwig von Battenberg, ferner die Großherzogin mit der Prinzessin Andreas von Griechenland und den vier Großfürstinnen in 5 Automobilen zum Besuch des Grafen Stolberg- Wernigerode auf Schloß Ortenberg und kehrten um 6.45 Uhr wieder zurück. Heute trifft Prinz Andreas Griechenland hier ein; seine Schwiegereltern, die Familie Prinz Ludwig von Battenberg, reisten gestern nach Jugen heim ab. Morgen wird Prinz Heinrich von Preußen nebft Familie zu längerem Aufenthalt hier eintreffen.

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Der Sonntag war für Friedberg ein denkwürdiger Tag. An diesem Tage waren es nämlich 36 Jahre, daß Kaiser Wilhelm 1. anläßlich des ersten Kaisermanövers im hiesigen Schlosse Wohnung bezog. Auch waren es an diesem Tage 22 Jahre, daß der Bulgarenfürst Alexander von Battenberg auf seiner Flucht vor seinen eigenen Landestindern, infolge Einmischung der russischen Regierung im Friedberger Schlosse Wohnung nahm.

Lokales.

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Gießeu, 13. September 1910. ** Verliehen wurde vom Großherzog das Kom turkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen dem Generalmajor von Francois, Kommandeur der 49. Infanterie- Brigade( 1. Gr. Hess.); das Komturkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Oberst von Müller, Kom mandeur des Inf.- Rgts. Kaiser Wilhelm; das Ehrenfreuz desselben Ordens dem Oberst v. Lindequist, mandeur des 1. Hann. Inf.- Rgts. Nr. 74, seither Oberst leutnant beim Stabe des Inf. Rgts. Kaiser Wilhelm, und dem Oberstleutnant He u er beim Stabe des lettgenann ten Regiments; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens dem Hauptmann Busse, Kompagniechef im Infanterie- Re giment Kaiser Wilhelm und das Ritterkreuz 2. Klasse des selben Ordens dem Zahlmeister Becker im Inf.- Regt. Kaiser Wilhelm.

** Die Neuwahlen zu der Stadtverord netenversammlung finden voraussichtlich am 25. Oftober statt.

* Die Universität wurde im Jahre 1909 mit folgenden Geschenken bedacht: 1. Reichsrat v. Klemm- Haardt i. d. Pfalz 5000 Mt. für die Klemm- Stiftung, 2. Profes sor Poppert- Gießen 1000 Mt. für die Scherzer- Stiftung, Kommerzienrat Heichelheim- Gießen 4000 Mt. für das Lese zimmer der Universitäts- Bibltothes, 4. Verlagsbuchhändler Credner- Leipzig zahlreiche Werke. Praktische Zuwendungen erhielt die Landeshochschule außerdem noch von Frazer­Cambridge, welcher dem Seminar für neuere Sprachen pho nographische Wiedergaben englischer Vorträge überwies, und von Prof. Dr. Groos- Gießen, welcher dem philosophischen Seminar mehrere Werke schenkte.

** Die schriftlichen und mündlichen Meister prüfungen für die Provinz Oberhessen finden seit vori ger Woche statt und dauern noch mehrere Tage. Es sind auch dieses Mal wieder unter der großen Anzahl Herren der Prüflinge die verschiedensten Handwertszweige

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* Vom Manöver. Die heute beginnenden Divi sionsmanöver der preußischen 21. Division ziehen sich von Grünberg bis nach der Wetterau, nach Gieß ein und U richstein hin; die hessische 25. Division fämpft zwischen Lauvonjährigen terbach, Fulda, Freiensteinau, Herbstein und Stockhausen. Bei Grünberg hat die 21. Division eine große Feldbäckerei errichtet und in 5 Zelten den Betrieb eröffnet. Eine Kriegs füche wird bei dem Bahnhof Burg- und Nieder- Gemünden eingerichtet. Heftige Gefechte fanden am Freitag u. Sams tag auf den verschiedenen Kampfpläßen der Brigaden statt.

,, Wein Gott!" entfuhr es ihr unwillkürlich. " Was habt ihr?" fragte der Förster verwundert. ,, Ach, Gott, die Ähnlichkeit!" stammelte Frau Baumert. Ja, nicht zu leugnen, eine große Ähnlichkeit- mit Die Försterin konnte nicht weiter sprechen. Lorenz Reine riß ihr das Bild aus der Hand, sah es an und ließ es wie vernichtet wieder aus der Hand fallen.

Hölle und Teufel, das ist ja der Otto!" schrie er. Wie wie kommen Sie zu dem Bilde da?" fuhr er den überraschten Gendarm an.

Der wußte nicht, was er denken sollte.

,, Verzeihen Sie," meinte er verlegen, ich sagte es ja soeben:

es ist die Photographie des Deserteurs! Sie kennen denselben?" Der Förster rang nach Fassung.

" Ich habe einen Sohn dort in Maienfeld," sprach er dumpf ,, beim zweiten Regiment."

,, Lorenz, um Gottes willen!" schrie die Försterin auf. Eine laute, trunkene Stimme, die sich in diesem Augenblid braußen an dem runden Tisch erhob, flang in schriller Dissonan bis nach der Laube herüber.

,, Kellner, he Champagner! Soll man denn hier verdursten? schrillte es im rauhen Kehlton in die eingetretene Stille. Auch in der gegenüberliegenden Laube war der Ruf ver nommen worden. Zu Tode erschrocken fuhr Klara empor. Was ist das? Hast auch du das gehört?" stieß fie aus Hellborn richtete sich gleichfalls betroffen auf. Was meinst du?" fragte er.

Das- das war meines Bruders Stimme!" preßte hervor.

,, Du mußt dich getäuscht haben!" meinte er.

Das Mädchen spähte durch das dichte Geblätter der Laube Ich sehe ihn nicht, und dennoch, er war es, der dor Sprach!" beharrte ste.

,, Allmächtiger Gott, er er ist hier!" hatte gleichzeitig Frau Baumert, sich vergessend, aufgeschrien.

Starr und stumm wie eine Bildsäule hatte der Förster sid langsam aufgerichtet; die rankenden Zweige auseinanderbiegend blickte er hindurch und griff sich wie von einer tödlichen Kugel getroffen an die Stirn.

Otto!" tam es tonlos über seine Lippen.

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Ein schweigender, furchtbarer Kampf erschütterte ihn fich lich, einen Augenblick drohte er umzusinken, dann aber strafften seine eisernen Muskeln sich rasch wieder und hoch sich auf reckend, sprach er in gebrochenen Lauten zu dem Gendarm: ,, Sie brauchen nicht mehr nach dem Deserteur zu suchen - ich fann Ihnen den Mann übergeben!"

( Fortsetzung folgt.)

Danau fic

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Personen