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sprechenden Kapitale, ist Einspruch zu erheben, da das Ausland deutschen Arbeitern entsprechende Gegenleistungen nicht gewährt. Renten sind an Ausländer, welche im Aus­lande wohnen, nur zu zahlen, wenn durch Staatsverträge gleichwertige Vorteile den deutschen Arbeitern verbürgt sind. 4. 3 u Buch 4: Invaliden- und hinter bliebenen Wersicherung.

a) Die freiwillige Zusatzversicherung bei der Invali­denversicherung ist als zufriedenstellende Lösung des Wun­sches der selbständigen Handwerker nach Erlangung einer höheren Rente zu bezeichnen. Sie kann aber nur ihren Zweck erfüllen, wenn

1. viittelst der projektierten Zusatzversicherung nicht nur für den Versicherten, sondern auch für alle seine An­gehörigen gesorgt ist,

2. in feinem Fall eine Gegenleistung für gezahlte Bei­träge ausbleibt,

3. die Zusabrente anstatt erst bei Eintritt der Invalidi tät, schon von einem bestimmten Lebensalter ab ge­währt wird.

b) Die Bestimmungen des Entwurfs über das Wieder­aufleben der Rechte bei der freiwilligen Weiterversicherung nach Aufgabe einer Versicherung sind zu schroff; die Instück statt. Nach der Frühstückstafel hielten der Kaiser und traffbelassung der dießbezüglichen bisherigen Vorschriften ist wünschenswert.

c) Der Ablehnung der Herabsetzung der Altersgrenze wird im Interesse der sonst eintretenden Mehrbelastung in der Erwartung zugestimmt, daß die Reichsregierung diesem Sparsamkeitsprinzip in allen Zweigen der sozialen Ver­sicherung nachkommen wird.

d) Gegen die Einführung der Hinterbliebenen- Versich erung wird Einspruch erhoben, falls die Arbeitgeber die Beiträge hierfür zur Hälfte mit tragen sollen.

Der Deutsche Handwerts- und Gewerbekammertag be­hält sich vor, noch weitere Einwendungen gegen einzelne Sonderbestimmungen zu erheben.

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Der Verband zur Wahrung der Interessen der deut­schen Betriebskrankenkassen hatte in dem Kaiserhof" Berlin am Sonntag eine Betriebskrankenkassen- Versammlung veranstaltet, um die Stellung der Betriebskrankenkassen zu dem Entwurf der Reichsversicherungsordnung zu bestim men. Die Versammlung, welche von Betriebskrankenkassen aus allen Teilen des Reiches und der verschiedenen Indu­strien sehr gut besucht war, leitete Justizrat Wandel, Essen, Direktor bei der Firma Krupp. Nach den einleiten­den Berichten umfaßt der Betriebstrantentassenverband zur Zeit nach noch nicht jähriger Tätigkeit über 2500 Kas­sen mit mehr als 1,9 Millionen Versicherten. Die Ver­sammlung faßte die Stellungnahme zu dem Entwurf der Reichsversicherungsordnung in einer Er= klärung zusammen, die u. a. lautet:

Die Verbandsversammlung erklärt im Anschluß an die von dem Ausschusse am 13. April aufgestellten Entschließ­ungen" über den Entwurf der Reichsversicherungsordnung: Der erheblichen Ausdehnung der Krankenversicherungspflicht wird grundsätzlich zugestimmt. Bedenken bestehen jedoch gegen die vorgesehene Versicherung der Hausgewerbetreiben­den. Auch der Ausdehnung der Leistungen wird zuge= stimmt. Die Zahntechniker müssen aber zu der allgemeinen Zahnbehandlung zugelassen werden. Die Betriebskranken fassen, die bestbewährte und leistungsfähigste Kassenart, müssen grundsäßlich als gleichberechtigte Organisationsform neben den Orts- und Landfrankenkassen bestehen bleiben. Sie dürfen keinesfalls von dem Bestande und der Leist= ungsfähigkeit der Orts- und Landkrankenkassen abhängig sein. Als Voraussetzung für das Fortbestehen und die Er­richtung von Betriebstrantenfassen darf, wie bisher, nur eine Mindestzahl von 50 Versicherten festgesetzt werden. Die Errichtung einer neuen gemeinsamen Behördenorganisation für die Reichsversicherung, namentlich von Versicherungs­ämtern ist sachlich nicht gerechtfertigt und verumständlicht u. verteuert die Reichsversicherung ganz erheblich. Den Kran­tentassen muß das Recht bleiben, nur bestimmte Apotheken zur Lieferung zuzulassen. Bei anderer Rechtslage sind gün­stige Lieferungsbedingungen überhaupt nicht mehr zu er­zielen. Ferner müssen die freigegebenen Mittel auch aus anderen Quellen bezogen und selbst abgegeben werden kön nen. Die Regelung der Arztfrage wird auf das Entschie= denste zurückgewiesen; sie läuft tatsächlich auf die zwangs­weise Einführung der freien Arztwahl hinaus und gibt die Krankenkassen den Aerzteorganisationen preis. Die Arzt= frage ist für die Krankenkassen eine Lebensfrage. Erfolgt nicht eine Regelung dieser Frage mindestens im Sinne der Bestimmungen des ersten Entwurfs, so ist die ganze Neu­ordnung der Krankenversicherung für die Krankenkassen un­annehmbar.

Roosevelt in Berlin.

Theodore Roosevelt ist am Dienstag gegen 9 Uhr in Berlin angekommen. Beim Empfang waren Staatssetre­

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Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth.

Nachdruck verboten.)

Es war aber etwas in dem Wesen des Bruders, das ihr nicht gefiel. Er konnte mitunter so roh auflachen und führte Redensarten, die beinahe abstoßend wirkten. Wenn er von dem Vater sprach, so geschah dies meist in sehr re­spektwidriger Weise. Nur wenn Maja dabei war, nahm er sich zusammen. Dann versuchte er, einen anderen Ton an­zuschlagen.

Eben saß er am Fenster des Parterrezimmers. Seine Tante, Frau v. Schmettwit ihm gegenüber mit einer Hand­arbeit beschäftigt.

Wie Ihr das so aushaltet, begreife ich night," äußerte er unmutig. Das ist doch kein Leben, was Ihr hier führt, man sieht oft tagelang keinen Menschen, ich komme mir wie ein Gefangener vor!"

O, wir sind es so gewöhnt, da geht es ganz gut," äußerte die Dame ruhig. " Ich werde es aber nie gewöhnt!" fuhr Leo ungestüm auf.

Geduld Geduld, mein Sohn," beschwichtigte sie, die merkwürdigerweise sehr gut mit ihm auskam. Denke an unsern Plan; ich meine, der wäre es wert, daß man einige Zeit auf dem Lande aushält."

Leon seufzte. Ich bin noch um keinen Schritt vorwärts gekommen. Tante!"

" Vor einigen Tagen sagtest Du anders!" lächelte Frau von Schmettwit.

Ja, ja, das alaubte ich auch, es ginge ganz gut. Die kleine Maja ließ sich herab, mit mir spazieren zu gehen. Als wir drüben am Waldrand, wo das kleine, einsame Häus­chen steht, neben einander herschritten, da war sie so liebens­würdig und nett zu mir, da lachte und plauderte sie in einem fort. Dabei blickte sie mich mit den Schelmenaugen so neckisch an, daß mir ganz beiß dabei wurde. Ich hätte si am liebsten gleich auf der Stelle gefüßt. Aber man muß bei ihr sehr vorsichtig sein, sie ist ein gar scheuer Vogel. Ihre Liebenswürdigkeit dauerte ja allerdings nicht lange, aber mich entzückte sie doch; denn' ch glaubte mich auf dem besten

Lokalis

Gießen, 12. Mai 190

** Die Großherzogin empfing gestern Geh. Kommerzienrat Gail- Gießen.

* Vortrag. In der letzten öffentlichen Versam lung des Vereins der Hausbesißer hielt Stadtv. Pavl Frankfurt a. D. einen großzügigen Vortrag über Reichszuwachs steuer", welcher den zahlreich" schienenen wertvolle Ausschlüsse über das Wesen der planten neuen Reichssteuer gab und ungeteilten Beifall en tete. An der sich dann anschließenden Aussprache beteif ten sich der 2. Vorfizende des Vereins der Hausbest Rechtsanwalt Ra a b, sowie Stadtv. Löber und B furist Balzer, welche sich in ihren Ausführungen gege die verschiedenen Mängel der Steuer wandten.

* Von der Universität. Die Besucher de Geographischen Instituts besichtigten die Erdbebenwarte Jugenheim a. d. B., deren Einrichtungen der Leiter de Warte, Dr. Zeißig, eingehend erläuterte.

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Meldeamt genannt.

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tär Frhr. v. Schön, das Personal der amerikanischen Bot­schaft und zahlreiche Mitglieder der amerikanischen Kolonie mit ihren Damen anwesend. Roosevelt dankte den zahl- reichen Anwesenden für den Empfang und schritt dann den geschmückten Bahnsteig zum Bahnhofsvorraume herst dem Bahnhose waren etwa 2000-3000 Menschen anwesend, die Roosevelt, als sie seiner ansichtig wurden, lebhafte Ova tionen darbrachten. Roosevelt und seine Begleitung be stiegen sodann die für sie bereitstehenden Automobile und Equipagen und begaben sich nach ihren Quartieren. Um 11½ Uhr begab sich Roosevelt nebst Gattin und Kindern auf Einladung des Kaisers mittels Sonderzuges nach der Station Wildpark und von dort nach dem Neuen Palais. Mit dem Sonderzuge trafen auch der Reichstanz­ler und andere zum Frühstück eingeladene Gäste ein. Der Kaiser erwartete die Gäste in dem Vestibül vor dem Mu­schelsaale und trat bei der Ankunft der Wagen auf die Frei­treppe heraus. Er begrüßte Roosevelt und seine Gattin auf das herzlichste und geleitete sie durch den Muschelsaal nach dem Trossenzimmer, wo sie von der Kaiserin, sowie den Prinzen und Prinzessinnen des Königshauses empfangen wurden. Auf der Jaspisgalerie fand das Früh­die Kaiserin im Muschelsaale Cercle, hierbei hatte der Kai­ser eine lange Unterredung mit Roosevelt allein. Um 3 ühr fuhren die meisten Gäste im Sonderzug nach Berlin zurück. Roosevelt mit Familie verblieb noch im Neuen Pa­lais. Nach 4 Uhr machte der Kaiser mit den Gästen eine | Fahrt durch die königlichen Gärten nach dem Schlosse Sans­souci. Nach der Besichtigung des Schlosses Sanssouci kehrte der Kaiser nach dem Neuen Palais zurück. während Roo­sevelt mit Familie in kaiserlichen Automobilen nach Berlin fuhren. Roosevelt wurde, als er aus Potsdam in die amerikanische Botschaft zurückgekehrt war, von Geheim­rat Professor Fränkel untersucht. Dieser stellte fest, daß Roosevelt unter einer Erfranfungsform leidet, die als Folge von Bronchitis bei Personen auftritt, die län­aere Zeit in den tropiſchen Gegenden geweilt haben. Die tt Stadttheater. Es scheint noch nicht a Erfrankung Roosevelts ist keineswegs beunruhigend oder genügend bekannt zu sein, welche Vorteile in jeder Beziehung " ährlich. Am Mittwoch, furz vor 8 Uhr, begab sich Roosevelt mit seinem Sohne Kermit im Automobil nach Döberitz, wo er am Mühlenberg mit dem Kaiser zusam mentraf. Der Kaiser, der die Uniform des 1. Garde- Re­giments trug, war begleitet von dem Prinzen Adalbert u. von dem Generaladjutanten v. Löwenfeld. Alsbald nach 9 Uhr begann eine Gefechtsübung mit der Idee, daß von Spandau her ein feindliches Korps heranrückt. Die beiden gegeneinander fechtenden Abteilungen wurden kommandiert von dem General v. Eden und General von Treskow. Die Gefechtsübung dauerte mehrere Stunden.

Staatsminister v. Hofmann.

Am Montag starb in Berlin im Alter von 82 Jahren der am 4. November 1827 in Darmstadt geborene Staatsminister a. D. Karl v. Hofmann, der in einem ganz hervorragendem Maße an der Ausarbeitung der Verfass ung des Norddeutschen Bundes beteiligt war und der bei den Verhandlungen zur Reichsgründung in Ver­sailles die hessische Regierung vertrat und nach der Er richtung des Deutschen Reichs mehrere Jahre hessischer Ge­sandter am preußischen Hofe gewesen ist. Im Jahre 1872 übernahm er die Leitung des hessischen Staatsministeriums, fehrte aber im Jahre 1876, zum Präsidenten des Reichs­fanzleramts und preußischen Minister ohne Portefeuille er­nannt, nach Berlin zurück. Im Jahre 1879 übernahm er nach dem Sturze von Camphausen das preußische Mini­sterium für Handel und Gewerbe, das er allerdings nur 1 Jahr ausübte. Dann wurde er zum Staatssekretär von Elsaß- Lothringen ernannt, wo er im Jahre 1887 nach dem Tode des Statthalters sogar eine Zeitlang die Statthalter geschäfte übernahm. Im gleichen Jahre aber nahm er den Abschied, da nur Protestler in den Reichstag gewählt wur­den. Er siedelte dann nach Berlin über, wo er seine rei chen Erfahrungen und seine unermüdliche Arbeitskraft vor­zugsweise in den Dienst der Kolonialinteressen stellte.

Yom Hansabund.

** Die Gesellenprüfungen für Gi ßen sind gestern, nachdem vorher schon ein jeder Prüflin seine praktische Aufgabe unter Aufsicht zu lösen gehab hatte, auch in ihren theoretischen Teilen zu Ende gegan gen. 108 Prüflinge sind es dieses Mal, darunter re strebsame junge Handwerker, aber auch einige, die in ihre pralischen Können und ihrer Allgemeinbildung noch s zu wünschen übrig lassen. Der Prüfungsausschuß hat rum das Zeugnis Bestanden" nicht allen geben fönnen der Erkenntnis und Ueberzeugung, daß von dem Hand werksgesellen das erforderliche Maß von allgemeinem W sen und Fachkenntnissen nach Beendigung seiner Lebrze verlangt werden fann, so wie es von seiten der Regierun in der Handwerfergeseßnovelle verfügt ist. Die Ueber reichung der Gesellenbriefe erfolgt am 22. Mai, vormittag 11 Uhr, im Gewerbeschulhause, Kirchstraße 16.

Teilabormements und Gutscheine eingeführt sind, ist ein das Abonnement auf die Operettenvorstellungen bietet; d ziemlich weiter Spielraum zur Benuhung gegeben. Aud sei bemerkt, daß Abonnements bis zum Abend des erster Spieltages ausgegeben werden, und daß die Studierende an der Abendkasse Ermäßigung genießen.

* Lebensrettung. Ein mit mehreren andere Kindern zusammen auf dem Jurplatz an der Lahn spielen der Knabe stürzte plößlich in den Fluß. Sein Hilfegeschre rief zwei junge Männer herbei, von denen der eine in di an dieser Stelle glücklicherweise wenig tiefe Lahn sprang und den Knaben an das Ufer brachte.

-h Vom Wetter. Der gestrige Tag, welcher in seinem ganzen Verlauf infolge der Kühle wenig an den Wonnemonat erinnerte, überraschte unsere Stadt am Abend mit einem regelrechten Gewitter. In Verbindung damit erhob sich ein orfanartiger Sturm, der in den Straßen mannigfachen Schaden stiftete. An mehreren Stellen wur den Schornsteine umgeworfen und die dem Sturme beson ders zugänglichen Bäume der Anlagen beschädigt. Der heu tige Morgen ließ jedoch in keiner Beziehung zu wünschen übrig, denn die Maiensonne lachte von einem woltenlosen Himmel, der hoffentlich auch während des Pfingstfestes an halten möge.

* Wochenmarkt. Auf dem Wochenmarkt am Diens tag wurden folgende Preise erzielt: 1 Pfd. Butter 1,20 bis 1,30 Mt.. 1 Pfd. Ochsenfleisch 0,80-0,85 Mr., 1 Vfd. Kubfleisch 0,60 Mt., 1 Pfd. Schweinefleisch 0,80-0,98 M 1 Dz. Kartoffeln 6,00 Mt., Hühnereier 1 Stück 0,07 Mt. und Hühner 1 Stück 1,10-1,50 m.

= P Paketeinsammlung durch die Post Es ist noch nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzusen dende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen fäßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten: Patet abzuholen bei ( Name und Wohnung)" unfrantiert in den nächsten | Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben und die Sendung wird bei der nächsten Paketbestellfabri gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hause des Absender abgeholt. Das Verfahren ist einfach und bequem und be sonders solchen Personen zu empfehlen, denen fein Dienst bote zur Verfügung steht.

-P= Ferns þyechverkehr mit Frankfurt ( Main). Am 8. Mai ist in Frankfurt ein zweites Fern Der Vorsitzende des Hansabun de s, Oberbürger ſprechamt eröffnet worden, an das 3700 der jetzigen Teil meister a. D. Knobloch- Berlin, gab in der General- Vernehmer unter Aenderung ihrer Nummer angeschlossen sind sammlung des Verbandes Thüringischer Industrieller, die in Weimar stattfand, die Erklärung ab, daß es gelungen sei, für sämtliche aussichtsreiche Reichstags= wahlkreise Kandidaten aus den Kreisen von Handel, Industrie und Gewerbe zu finden. Der Hansabund werde vor allen Dingen bemüht sein, agrarische Kandidaturen zu Fall zu bringen.

Wege, ihre Gunst zu erringen. Aber als ich einige Tage später Besuch machte, da zeigte sie sich so fühl und unnahbar, so wortfarg and verschlossen, daß mir der Mut völlig sank." Nur nicht so schnell verzagen," tröstete die Tante. Es wird schon kommen mit der Zeit. Die Hauptsache ist, daß Maja ihr Herz noch an keinen andern verschenkt hat. Da hat Du doch leichtes Spiel. Sie ist ja noch ein halbes Kind und wenn Du die Sache nur geschickt anpackst, dann muß es gelingen, die Kleine zu erobern. Wenn Du den Goldfisch aber erst gefangen hast, dann bist Du aller Sorgen ledig, dann bist Du geborgen und die Deinen mit Dir! Dann erlebt Dein alter Vater auch noch gute Tage und das ist ihm zu gönnen."

Leon lachte aut auf.

Du bist schlau, Tante! Du möchtest den Alten gern los sein, was? Na, ich verdenke es Dir nicht im mindesten. Ja, wenn wir nur schon so weit wären. Aber ich meine, dazu müßte ich vor allen Dingen anders aussehen. In dem abgetragenen Anzug fann ich fa dem verwöhnten Mäd­chen nicht gefallen, meinst Du nicht auch? Sie sicht mich manchmal so geringschäßig an. Und der Alte will gar nichts herausrücken. Wie wärs, wenn Du mir die Mittel vorstrecktest, damit ich mich vorteilhafter kleiden kann? Ich denke, Du riskierst nichts dabei, Tante. Ich werde Dir alles mit Zinsen zurückzahlen, wenn ich dazu in der Lage bin!"

Hm," machte sie gedehnt. Na, wir wollen sehen, was sich tun läßt. Die Geldmittel sind zwar bei mir auch etwas knapp, aber eigentlich hast Dit recht. Du siehst nicht elegant aus. Und wenn man sich um die Erbin einer Million be= werben will, dann muß schon etwas dabei riskiert werden. Aber wenn unser Plan gelingt, und Du einmal Millionär bist, dann vergiß auch Deine arme Tante nicht, hörst Du?"

Gewiß nicht, liebe Tante, verlaß Dich darauf," beteuerte er schmunzelnd. Wie ich schon sagte, das aufgewendete Ka= pital soll reichliche Binje tragen. Du bist die erste, die etwas bekommt. Du bist auch die einzige im ganzen Hause, mit der man ein vernünftiges Wort reden kann. Du ver­stehst mich wenigstens, deshalb unterhalte ich mich auch am liebsten mit Dir! War das nicht eine seltsame Ueberein­stimmung der Gedanken, als Du mir rietest, ich sollte mich

Um bei Ferngesprächen nach Frankfurt unrichtige Verbind ungen und die dadurch entstehenden Weiterungen zu ber meiden, empfiehlt es sich dringend. bei der Anmeldung der Ferngespräche das Amt und die Anschlußnummer des ver langten Teilnehmers anzugeben. Das neue Teilnehmerver zeichnis für den Frankfurter Bezirk ist erschienen und kann durch Vermittelung des hiesigen Telegraphenamts bezogen werden. Solange die auswärtigen Teilnehmer die neuen Nummern und das Vermittelungsamt ihrer Geschäftsfreunde

um die kleine Maja bewerben? Ich hatte das Mädchen doch schon vom ersten Tage an ins Auge gefaßt!"

Diese Lobeserhebungen schmeichelten offenbar der alten eitlen Dame sehr.

Ja, und was ich noch sagen wollte," begann sie nad einer kleit en Weile, wenn wir Sylvia für unseren Plan gewinnen könnten, so wäre das sehr gut. Maja gibt viel auf ihr Urteil und wenn Deine Schwester so nebenbei eine Bemerkung einfließen ließe, wie: Mein Bruder ist ein braver Mensch, ein vortrefflicher Charakter, er hat nur Be gehabt und dergleichen mehr, oder wenn sie ihr eine n deutung machte, daß Du verliebt bist, dann würde die Sache sehr gefördert. Lieber Gott, wie viele Menschen machen ihr Glück durch eine reiche Heirat! Warum solltest Du es nicht fönnen? Du bist doch ein stattlicher Kerl, und wenn Du erf in einem neuen Anzug steckst, fann es nicht fehlen. Dein zufünftiger Schwiegervater wird dann schon sorgen, daß Du einen Posten bekommst, wo Du Dich nicht zu sehr an zustrengen brauchst. In seiner großen Fabrik findet sid gewiß etwas dergleichen!"

O Tante. Du bist so klug und gut, wie ich noch keim Frou getroffen," rief Leon begeistert und führte galant die mageren Finger an seine Lippen.

Die Dame wurde dadurch immer mitteilsamer.

Du bist viel flüger als Deine Schwester," versicherte sie, Sylvia hat ihr Glück mit Füßen von sich gestoßen. Einer Freier, wie Hugo von Trostberg abzuweisen, ist schon heller Wahnsinn. Aber ich weiß schon, was dahinter steckt-

Sie brach rasch ab, denn in diesem Augenblick frat Syl via ins Zimmer und die Tante bemächtigte sich ihrer sogleich um sie für ihren Plan zu gewinnen. Dein Bruder hat mit Dir zu sprechen." begann sie ohne weitere Umschweife und nickte dem Neffen ermutigend zu.

Sylvia sah fragend ron einem zum andern und Leon begann:

Es dürfte Dir kein Geheimnis geblieben sein, daß ic in Deine Freundin rettungslos verliebt bin. Es läßt mit feine Nuhe mehr, Tag und Nacht denke ich nur an sie. Und da meinte die Tante, Du könntest etwas bei der Sache tun, wenn Du mich gelegentlich ein wenig herausstreichen wolltest, oder so nebenbei bemerken, wie es um mich steht. Willst Du, Sylvia?" ( Fortsetzung folgt.)

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