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So un s

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Letzte Rettung.

Aite Jungfer: Hier sind zwanzig Pfennige, fragen

Sie, ob ein postlagernder Brief da ist."

Dienstmann: Unter welcher Chiffre?"

Alte Jungfer: Ach das ist ja ganz gleich."

Schwieriges Incasso. ,, Was muß nur dem Schneider Zwirn passiert sein, er hat ja eine ganz geschwollene Backe."

Heut' ist doch der Erste, da hat er seine monatliche Abschlagszahlungen einkassiert."

Katzenjammer. 6

antier Maier war ein mißtrauischer Mensch. Es wäre ihm sonst gewiß nicht eingefallen, seinen treuen Rassierer Kreuzerlein so unwürdigerweise zu beargwöhnen, wie er dies seit einiger Zeit wirklich tat; denn Kreuzerlein war die Ehrlichkeit selber, und der Gedanke an eine Defrau­dation, oder dergleichen gefährliche Späßchen lag ihm so ferne, wie einem Ochsen das Fleischfressen. Hätte er auch nur geahnt, daß ihn sein Chef einer Unredlichkeit für fähig hielte, er hätte keine Nacht mehr ruhig geschlafen.

Hastig riß der Banfier die Türe auf, und mit zwei Säßen stand er an der Seite des Defraudanten", der ob des unerwarteten Überfalles zusammenfnickte wie ein Cylinderhut, auf den ein Zentnerstein fällt. Halt!" wollte der Bankier dem Kassierer zurufen, besann sich indessen, von einem plötzlichen Mitleid mit dem offenbar ganz Zer­knirschten angewandelt, eines milderen Tones und sagte ver­weisend: Herr Kreuzerlein, ich habe Sie bisger für einen soliden, anständigen Menschen gehalten. Ihr heutiges Be­nehmen gibt mir jedoch die Gewißheit, daß ich mich ge­täuscht habe. Ich will Sie indessen den Fehltritt nicht so strenge büßen lassen, wie ich es von rechtswegen sollte. Sammeln Sie sich zunächst und gehen Sie nach Hause, das weitere wird sich finden!"

Das letztere schien allerdings in der vergangenen Nacht der Fall gewesen zu sein. Man sah's dem Kassierer an dem auffallend blassen Gesicht, an den müden unruhig flackernden Augen an. Zudem legte Kreuzerlein heute eine ungewohnte Zerstreutheit und ein seltsam aufgeregtes Wesen an den Tag. Wenn er Schritte oder Stuhlrücken hörte, zuckte er jedesmal erschreckt zusammen, wie ein ertappter Dieb. Das steigerte den Argwohn des mißtrauischen Chefs zur verderbendrohenden Gewißheit. Der Mann muß etwas auf dem Gewissen haben," dachte Bankier Maier und beschloß, ihn durch das Schlüsselloch der Türe zum Privat- heits tomptoir augenscheinlich zu überwachen.

Über das Pult gebeugt, sah heute Kreuzerlein oft ins Leere. Jezt stand er auf und ging mit hastigen Schritten einige Male im Kassenbureau auf und ab, dabei tief auf seufzend, als ringe er mit einem schweren Entschluß. Plößlich blieb er vor dem Pult stehen, klappte das Kassa­buch zusammen, ging zum Geldschrank, sperrte auf und verharrte davor eine ganze Weile, indem er beide Hände gegen die Schläfen drückte, wieder aufstöhnte und sich mit ängstlichem Blick umsah.

Dem Banfier wurde es schwül auf seinem Beobachtungs­posten hinter der Türe. Es war ihm klar, jetzt war der große Moment gekommen, der Moment, der einen unbescholtenen Mann zum Verbrecher machen sollte. Das durfte nicht geschehen.

" Ja, Sie haben Recht", erwiderte Kreuzerlein, es ist das Beste, ich gehe nach Hause. Ich dachte nicht, daß es so schlimm gehen könnte, aber ich bin's eben nicht gewöhnt." " Was!?" schrie ihn der Bankier an, nicht gewöhnt? Herr, Sie werden doch nicht die Absicht haben, ein Gewohn­dieb zu werden, wollte er sagen, doch der Kassierer

fiel ihm ins Wort:

,, Nein, nein, ich habe nicht im Sinne, ein Gewohn­heits- trinker zu werden. Aber wissen Sie, wie's eben manchmal geht, Geburtstag, gute Freunde, der schwere Weinman trinft etwas über den Durst, und dann iſt am anderen Tag der Kazenjammer fertig. Ich fühle mich ganz zerschlagen heute. Mit Ihrer gütigen Erlaubnis gehe ich also jetzt nach Hause und schlafe mich tüchtig aus. Adieu!"

Der Banklehrling aber will an diesem Tage geſehen haben, daß der gestrenge Chef am offenen Kassaschrank ge­standen hat und eine ganze Weile nicht gewußt habe, was er zuerst schließen solle, den weit aufgerissenen Mund oder den Schrank.

,, Stimmt!"

Von Julie Landskron.

rau Tratschmeier steigt in die Elektrische und entdeckt ihr gegenüber eine alte Bekannte, Frau R...., welche erfreut ausruft: Ah, das ist eine angenehme über­raschung Sie zu treffen!"" Ganz meinerseits!" erwidert Frau Tratschmeier verbindlich. Denken Sie nur, wohin ich fahre?". ,, Na wohin denn?"" Auf die Polizei!"... Bitte etwas lauter!" ruft die R...., welche glaubt nicht recht verstanden zu haben. Auf die Polizei... gleich da im 1. Bezirk, ich habe nämlich gestern mein Brieftascherl verloren," schreit Frau Tratschmeier, und in dem Lärm des dahinsausenden Waggons von ihrer Freundin besser gehört zu werden, ohne die ärgerlichen Mienen der Fahrgäste zu beachten; besonders ein Herr mit grünem Schlips wippt nervös und ungeduldig mit dem Fuß. Also ein schönes Brieftascherl aus rotem Juchten- Leder, innen mit gelber Seide gefüttert," erzählt mit großer Zungenfertigkeit Frau Tratschmeier, deshalb lief ich gestern gleich auf die Polizei es zu melden, und nun eile ich nur schnell vorher in die Markthalle einzukaufen und dann gleich auf das Polizei­amt nachzufragen... Na so ein schönes fleines Brieftascherl! Und ein 20 Kronenschein drinnen, dann noch 5 Kronen in Silber- und eine Menge Kleingeld. Aber um was es mir am meisten leid tut, ist um einen Schein aus der Puzerei von Sickenberg, über ein graues Seidenkleid, Sie wissen, ich lasse immer dort putzen.. na, daß ich Ihnen sage! Also noch ein Lottozettel war auch in dem Tascherl mit prachtvollen Nummern denken Sie nur! 7, 5, 22 na die kommen sicher!... und..." Doch nun schienen die

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Damen endlich die Entrüstung der Fahrgäste zu bemerken. Der Herr mit dem grünen Schlips schien es nicht mehr auszuhalten, er geht trotz des schlechten Wetters lieber auf die Plattform hinaus. Frau Tratschmeier hielt einen Augen­blick inne, dann rief sie erschrocken: Ich bin schon an der Markthalle vorbei, leben Sie wohl Frau R..., leben Sie wohl! Ich muß schnell aussteigen!" Und draußen war sie zur Freude der Fahrgäste.- Nachdem sie in Eile ihre Einkäufe besorgt hatte, stand Frau Tratschmeier bald auf dem Polizeiamt vor dem Beamten und fing ihre Erzählung vom Neuen an: Ein so ein schönes Brieftascherl! Aus rotem Juchten- Leder, innen mit gelber Seide gefüttert." Stimmt!" sagte der Beamte... ,, Und ein 20 Kronen­schein drinnen und 5 Kronen in Silber." Stimmt!" Und eine Menge Kleingeld." Der Beamte nicht zustimmend. ,, Dann ein Schein aus der Puterei von Sickenberg über

FINIS

ein graues Seidenkleid, dann noch ein Lotto­zettel über 3 sehr schöne Nummern, 7, 5, 22." " Stimmt auffallend!" meint der Beamte lächelnd. Also es ist gefunden mein Brief­tascherl?" ruft Frau Tratschmeier freudig. Ja es wurde gefunden" bestätigt man ihr. ,, Also kann ich es haben?"" Nein!" Nun denn nicht gleich, aber wann kann ich es haben?" Gar nicht!" sagt der Beamte wieder." Ja weshalb denn nicht!" ruft Frau Tratschmeier ärgerlich, es ist mein Eigentum, Sie fönnen es mir geben."

Kann ich nicht!" erwiderte ruhig der Beamte, denn es wurde soeben von emem Herrn mit grünem Schlips- ab­geholt."

ayana

Fatales Intermezzo.

1.

Sein Ideal.

,, Warum möchtest Du einmal gerade Nordpolfahrer werden, Frißchen?"

" Ich hab' gelesen, Onkel, daß sich die ein ganzes Jahr nicht gewaschen haben."

Unfreiwillige Komik. Zeitungs- Annonce.

Ich ersuche, mein Institut nicht mit ähnlichen Schwindel Unternehmungen zu vergleichen. Alb. Ohm, Fabrikant,

Druckfehler.

Eine Schmierengesellschaft gibt ihre letzten Vorstellungen, da ihr Kredit zu Ende geht.

Leider prangt heute auf dem Theater­zettel: Die letzten Tage von Pumpeji."

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Amor der Schüh.

Bis auf das Gramm sozial gewogen Wird sie von ihm und er von ihr; Gott Amor handhabt seinen Bogen Höchst selten ohne ,, Stand- Visier". Zarte Anspielung.

Hausknecht( der einen Zechpreller an die Luft setzt): Schwere brett, jetzt fliegt der Kerl gerade dem Radfahrer in die Flanke. Na, nun fugeln beide umeinander."

Leicht abgeholfen!

Kellnerin: Ja, haben wir denn keinen Deidesheimer?.. Fortwährend ist unter den Gästen gerade nach dem die Nach­Weinwirt: D, übermorgen ist er schon zu frage?!" telegraphisch!"

haben,.. ich bestelle die Etiketten

Den Arbeitenden.

Es mag ein lieber Trost Euch sein In Mühsal und in Plage: Nach rechtem Werktag nur allein Gibt's rechte feiertage!. J. Fried.

Ob's geht.

Doktor( zum Patienten beim Gehen): Also die Eisbeutel lege ich Ihnen warm an's Herz!"

Jagdbeute.

Frau( zu ihrem Manne, der per Aut zur Jagd gefahren, eben nach Hause kommt:" Na, was bringſt Du mit?"

" Zwei Hunde, eine Kaße und ein Ferkel! Alles selbst über­autelt!"

Anzeige.

Ein eben aus Indien zurück­gefehrter Naturforscher wünscht einen jungen Tiger zu verkaufen. Das Tier ist schön gefleckt und sehr gehorsam; frißt alles und

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་་་ ང་-- ་་་---­

Onkel( zu Besuch bei seinem Neffen, einem Studenten): Was, eine Couponscheere hast Du auch?" Reffe: Ja, aber nur zum Abschneiden der Post­anweisungsabschnitte!"

2.

,, Gott sei Dank, der Radfahrer schwingt sich wieder auf sein Rad.

hat namentlich Kinder sehr gern. ist ja der Kerl, den ich' rausgeworfen, und der Unschuldige bleibt liegen!"

Unbestritten.

A.: Ihre neuen Stiefel knarren ja fürchterlich, gerade als wenn sie noch nicht bezahlt wären."

B.: Das ist ja alles Unsinn. Da müßten mein Rock, meine Weste, meine Hose und mein Hut auch knarren.

Ein Versehen.

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Ha, das

Buchhalter( zum Schreiber): Sie haben wohl meine Wurst aufgegessen, die hier auf dem Pult lag?"

,, Das wär' möglich; ich habe eben einen Tintenkler ab­geleckt, und da ist sie mir vielleicht mit in den Mund geraten!"