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aller Voraussicht nach einen großartigen Verlauf nehmen. Es werden sich nicht weniger als 16 Vereine mit 46 Booten und 227 Ruderern in folgender Weise an den einzelnen Wettkämpfen beteiligen: Jean Kirch: Gedächtnis- Vierer: 1. Weilburger Rv., 2. Limburger Rv., 3. Gießener Rg.- Junior Achter: 1. Offeubacher Rv. Hellas, 2. Gießener Ng. Lahnpokal, Einser: 1. Frankfurter Ng. Germania( Otto Müller), 2. Frankf. Germania( Voat), 3. Mainzer Ng.( Maschmann). Vierer, Wauderpreis: 1. Weilburger Ng., 2. Hanauer Rg ,, 3. Kölner Ro, 4. Mainzer Rg., 5. Gießener Rg. Zweier ohne Steuermann: 1. Bamberger Rfl., 2. Gießener Rg. Zweiter Vierer: 1. Emser Rv.. Offen­bacher Rg. Undine, 3. Hanauer Rg., 4. Frankfurter Rfl.- Junior- Vierer: 1. Emser Rv., 2. Offenbacher Rg. Undine, 3. Frankf. Rg. Sachsenhausen, 4. Offen­bacher Nv. Hellas, 5. Kölner Sb., 6. Gießener Rg. Junior- Einser: 1. Emser Nv.( Wiesemann), 2. Mainzer Rg.( Maschmann). Akademischer Vierer: 1. Heidel­berger Rtg, 2. Gießener Rg.- Junior- Vierer für Lahn­bereine: 1. Weilburger Rv., 2. Limburger Rd, 3. Gießener Ng. Stadt Vierer, Wanderpreis: 1. Hanauer Rg., 2. Kölner Rv., 3. Mainzer Rg., 4. Gie­Bener Rg. Grmunterungs- Biecer: 1. Frankf. Rg. Sachsenhausen, 2. Rg, Heidelberg, 3. und 4. Gießener Rg.( 2 Boote). Großer Achter: 1. Offenbacher Rg. Undine, 2. Hanauer Rg., 3. Offenbacher Rv. Hellas, 4. Kölner Rv., 5. Gießener Rg.

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* Einbruch. Gin Unbekannter, welcher seinen Weg über die Mauer des Botanischen Gartens genommen hatte, verschaffte sich in der Nacht zum Samstag in das alte Schloß durch Zertrümmern eines Fensters gewalt­sam Eingang. Der Einbrecher fonnte seine Absicht, sich verschiedene Schätze des Museums anzueignen, aber nicht erreichen, da ihn ein noch nicht aufgeklärter Grund unmittelbar nach dem erfolgten Einbruch zum Rückzug nötigte.

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* Die Gerichtsferien beginnen am 15. Juli und endigen am 15. September. Während der Ferien wer­den nur in den im§ 202 G. V. G. näher bezeichneten Feriensachen Termine abgehalten und Entscheidungen lassen. Aul das Kostenfestseßungsverfahren, das Mahnver­fahren, das Zwangsvollstreckungsverfahren und das Kon­fursverfahren sind die Ferien ohne Einfluß.

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* Staatlicher Kohlenbezug. Der Hessische Handelstammertag richtete eine gemeinsame Eingabe Hessischen Handelskammern an das Finanzministerium, die sich gegen den direkten staatlichen Kohlenbezug unter Aus­schaltung des Zwischenhandels aussprach. Die Handels= fammern sind der Ansicht, daß aus verschiedenen Gründen ein derartiges Verfahren überhaupt nicht durchführbar ist und daß sich außerdem die von der Regierung hieraus er­wartete Ersparnis nicht verwirklichen lassen werde.

* Eisenbahnarbeiter Verband. In der am Samstag stattgefundenen Versammlung der Gießener Ortsgruppe des Verbandes der Deutschen Eisenbahnarbeiter hielt Verbandssekretär Apel- Trier einen Vortrag über die allgemeine Lage der Eisenbahnarbeiter. Die für die recht zahlreichen Zuhörer in mancher Hinsicht sehr lehrreichen Aus­führungen des Redners ernteten mehrmals laute Anerkenn­ung.

Hus Hessen und Nachbargebiet.

* Sparsamkeit in Hessen. Der Sparsamkeits­drang macht in Hessen weitere Fortschritte. Nach einer Verfügung des Großherzoglichen Ministeriums des Innren sind für die Zukunft die Kosten für Unterricht und Ver­pflegung der Taubstummen nicht mehr wie bisher zu 3/4 bom Staate und zu 4 von Kreis und Gemeinde zu tragen, sondern der Staat übernimmt von jetzt ab nur noch die Hälfte dieser Kosten, während die andere Hälfte von Kreis und Kommune aufgebracht werden muß. Infolgedessen erhöht sich vom Rechnungsjahr 1910 ab der Zuschuß der letzteren Körperschaften auf jährlich 175 Mark für jeden Zögling. Das Ministerium begründet diese Neuerung mit dem Hinweis darauf, daß die Ausbildung der Taubstummen als eine Aufgabe fürsorgender Armenpflege zu betrachten sei, indem durch die Ausbildung die Böglinge zu selbständigem Erwerb befähigt werden sollen, damit sie später nicht der öffent­lichen Armenpflege zur Last fallen. Wie aber die Kosten für Zwangserziehung und Landarmenpflege zu gleichen Teilen durch Staat und Kreis, resp. Gemeinde, zu tragen seten, so sei dieser Teilungsmodus auch hier berechtigt.

** In Amerika verstorbene Hessen. Kaspar Deckenbach, 35 Jahre alt, aus Mittel- Seemen in Pitts­burg; F. Pinhard 65 Jahre olt, in Cleveland; Frau Elise Frank, geb. Nettberg, 53 Jahre alt, aus Nidda in Ellicot; Joh. Peter Velten, 80 Jahre alt, in Hills­dale, aus der Umgebung von Gießen.

* Alsfeld. Der Landwirtschaftskammer- Ausschuß für Oberhessen scheint mit der Veranstaltung seiner 1. Ober­hessischen Zuchtvieh- Auktion einen guten Griff getan zu ha­ben, wie aus den zahlreichen Anmeldungen und Anfragen zu mutmaßen ist. Es werden zur Auktion folgende Tiere gelangen: 63 Simmentaler Bullen, von denen 4 Stück im Alter von 24-26 Monaten, 41 Stück im Alter von 16-20 Monaten und 23 Stück im Alter von 7-15 Monaten ste­hen. Sämtliche Bullen sind aus Herdbuchfühen gezüchtet, die eine mehr oder weniger lange Ahnenreihe nachweisen können. Ferner tommen 22 Edelschweineber, 54 Saaner Ziegenböcke zur Auktion. Der Katalog fann vom 2. Juli ab fostenlos durch den Landwirtschaftskammer- Ausschuß in Gießen bezogen werden.

** Bad Nauhet m. Am Sonntagnachmittag schlug der Blitz in die Viehställe des Hofgutes Hasselheck ein und tötete auf der Stelle 5 Milchlühe im Werte von 3000 Mt. Auch zwei Eichbäume im Friedberger Burgwald wurden durch Blitzschläge schwer beschädigt.

* Bad Nauheim. Der erste Kraftwagen der im Frühjahr gebildeten Omnibusgesellschaft ist hier einge­troffen und vermittelt den Personenverkehr zwischen Bahnhof, Stadt und Hochwald. Der Wagen faßt rund 30 Personen. Die Neueinrichtung wird im allgemeinen freudig begrüßt. Nur die Droschkenkutscher begegnen ihr natürlicherweise mit weniger Sympathie.

* Friedberg. Die Blindenanstalt soll jetzt end:| lich den seit Jahren geplanten Neubau erhalten. Das Gebäude soll noch bis Herbst im Rohbau vollendet werden. G3 kommt hinter die Augustine schule an die ehemalige Promenade zu stehen.

* Friedberg. Ginen Drohbrief von der schwarzen Hand erhielt Polizeikommissar Weiß, er soll 150 000 Mark nach Wien postlagernd senden.

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* Friedberg. Der Schußverein für entlassene Gefangene im Großherzogtum Hessen hielt im Hotel Trapp seine Hauptversammlung ab. Den Vorsitz führte Generalstaatsanwalt Dr. Prätorius aus Darmstadt. Von 850 Mitgliedern mit einem Beitrag von 900 Mr. ist der Verein auf 3500 Mitglieder angewachsen. Unterstützungen an entlassene Gefangene wurden 1904 6200 Mark, 1909 8729 Mark bezahlt. Die Jahres­rechnung für 1909 zeigt einen verzinslichen Vermögens­stand von 56,013 Mark, das Gesamtvermögen ist 60,176 Mark. An Geschenken gingen 1112 30 Marf ein. Der Voranschlag für 1911 steht als Einnahme 12,000 Mt., als Ausgabe 11,000 mt vor, darunter 8000 Mark für Unterstützungen. Bei der Vorstandswahl wurden wieder: gewählt: Geheimrat vr. Bretbert, Superintendent Petersen, Dr. Selbst, Dr. Kaiser, Dr. Theobald, Dr. Köhler; neugewählt wurden Provinzialdirektor Geheim­rat Fey Darmstadt, Povinzialdirektor Dr. Usinger­Gießen und Oberstaatsanwalt von Hessert Darmstadt.

* Weilburg. Bis jetzt sind vom Untersuchungs­richter in Limburg inbezug auf den Mord von Ober­hausen, etwa zwanzig Zeugen aus Obershausen, Oders berg und der Oberförsterei Johannisbucg vernommen worden. Festgestellt wurde hierbet, daß der tot aufge: fundene Fey vorher mit den des Mordes verdächtigen jungen Leuten von Nenderoth wegen eines Mädchens in Streit geraten war. Die Verhafteten Simon, Peif­fer und Becker wurden von dem Amtsgerichtsgefännis iu Weilburg nach dem Untersuchungsgefängnis in Lim­burg a. d. 2. überführt.

* Friedberg. Mit den Aufräumungsarbeiten des zerstörten Rathauses wurde begonnen. Bis zur Wiederher­stellung hat man Bürgermeisterei, Standesamt, Stadtkasse, Polizeiamt und Ortsgericht in den Räumen über den städtischen Pferdeställen untergebracht. Auch die Situngen der Stadtverordneten- Versammlung werden dort abgehalten.

* Friedberg. Das Preisreiten und Fahren des Wetterauer und Gießener Reitervereins fand am Sonntag hier auf der Seewiese statt. Als Preisrichter fungierten fol­gende Herren: Hofpächter Güngerich, Hofgut Engelthal, De­fonomierat Müller, Schlichte, Streistierarzt, Usingen, Oberſt­leutnant Sch mid t- Gießen, Dr. S ch mid t, Universitäts­professor, Gießen, A. S ch' w a n- Gießen, v. Willich, Ober­landstallmeister zu Darmstadt, Zinser, Kreisveterinärarzt­Friedberg. In dem Konkurrenzreiten errang Georg Bich­ler- Gießen einen 3. Preis. Das gut verlaufene Fest be= wies, daß man dem Reitsport in der Wetterau großes In­teresse entgegenbringt.

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Friedberg. Die Mitteldeutsche Kreditbank hat am hiesigen Plätze eine Filiale eingerichtet. Zur Leitung derselben sind die Herren Julius Aletter und Frizz Wöss= ner bevollmächtigt.

* Birtlar. Ein dreifaches Fest: Bezirkskriegerfest für den Bezirk Lich, die Einweihung eines Kriegerdenk­mals und das 25jährige Stiftungsfest des hiesigen Krieger­vereins, fand am Sonntag hier statt. 20 Vereine aus der Umgegend hatten sich eingefunden. Die Denkmalsweihe voll­Lich zog Herr Pfarrer Döring, namens des Hassiabezirts sprach Bezirksvorsteher Reger- Lich, namens des Kriegerver= eins Präsident Heinrich Schöck 1r. Der Vertreter des Kreis­amts Gießen übergab dem Verein die Kaiserschleife, Frl. 2. Lechins einen Fahnengürtel, gestiftet von den Jung­frauen. Für 25jährige Vorstandstätigkeit erhielten Ehren­tafeln: Erster Präsident Hch. Schöck, zweiter Präsident K.

Döringer und Schriftführer Ludwig Weisel.

* Sinn. Bei der Bürgermeisterwahl wurde von 70 Bewerbern Herr Bürgermeistersetretär Groß Ehringshau­sen einstimmig zum Bürgermeister von Sinn gewählt. * Marburg. Die Getreidefirma Strauß dahier ist in Konturs geraten. Die beiden Inhaber sind wegen Kon­fursvergehens verhaftet worden.

* Frankfurt a. M. Bei den Stadtverordneten­Wahlen in den neu eingemeindeten Vororten wurden vier Sozialdemokraten gewählt, je einer in Hausen- Praunheim und Heddernheim, zwei in Rödelheim. In den übrigen Orten finden drei Stichwahlen zwischen Sozialdemokraten und fortschrittlichen Volksparteilern statt.

* Die Gründung eines Landesverbandes der städtischen Beamten im Großherzogtum Hessen hat sich in Mainz vollzogen. Bis jetzt gehören dem Verband an die Vereine Worms, Darmstadt, Offenbach, Gießen, Bensheim, Bingen, Alzey, Friedberg und Bad Nauheim. zum Vorsitzenden des Verbandes wurde Bauinspektor Schu= mann- Mainz gewählt.

* Mainz. Das Jubelfest des Magdeburgischen Dra­gonerregiments Nr. 6 nahm am Sonntag seinen Anfang mit der Begrüßung der Gäste des Regiments, die durch die Regimentskapelle feierlich vom Bahnhofe abgeholt wur= den. Es sind über 600 frühere Mitglieder des Regimenta hier eingetroffen, von ihnen seien besonders erwähnt: Erz. Graf Dohna- Schlobitten, Flügeladjutant des Kaisers, Erz. Raabe, Generalleutnant 3. D. und Mitglied des Kaiser= lichen Autoklubs, der bekannte Mar Schinkel- Hamburg, Vor­sitzender des Rennklubs, Domprobst Graf Moltke, Mitglied des Herrenhauses, Wirtl. Geh. Reg.- Rat Hemptenmacher, der frühere Direktor der Seehandlung, Berlin, ferner Ver­treter der Städte Magdeburg, Schmiedeberg und Dieden­hofen. Viee alte Leute sind gekommen, die dem Regiment zurzeit seiner Begründung in den Jahren 1858, 59 und 60 angehörten, auch ein Herr, der 1862 Fahnenjunker gewesen. Zu Ehren der Gäste wurde ein Reiterspiel veranstaltet. In­folge des Sonntags standen Tausende von Menschen vor der Stadthalle, die die kostümierten Reiter einziehen sehen woll­

ten.

Darmstadt. In der Klage der Erben der bei dem Automobilunglück auf der Griesheimer Chaussee im vorigen Jahre verunglückten Frau Wolfsturm Witwe gegen die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft hat die Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt in dem heutigen Urteil die An­sprüche der Erben anerkannt, da dem Chauffeur keine Schuld an dem Unglück treffen fänne, während an der Unglücks stätte jedes Warnungszeichen gefehlt habe. Die Höhe der Forderung wird später festgesetzt.

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* Oppenheim a. Rh. Zum 5. Verbandstag des Landesverbandes hessischer Fleischbeschauer und Trichinen­schauer versammelten sich hier zirka 150 Mitglieder Starkenburg, Rheinhessen und der Provinz Oberhessen. Ver­bandsvorsitzender Hallenmeister Herrmann- Offenbach a. M.

begrüßte die Gäste und Vertreter der Behörden. Nach dem Rechnungsbericht betrugen die Einnahmen 599,84 Mt., die Ausgaben 458,83 Mt. Ein auf der Tagesordnung stehen­der Antrag verlangte die Einführung der. Fleischbeschau bei Hausschlachtungen. Hierüber entspann sich eine sehr lebhafte Debatte. Der Vorsitzende hielt es für die höchste Zeit, daß das Großh. Ministerium dieser brennenden Frage näher trete. Kreisveterinärarzt Dr. Knel l- Gießen sprach über Fleischbeschau und Veterinärpolizei". Dr. Knell forderte auf, noch mehr wie bisher der Anzeigepflicht nachzukom­men. Es sei lebhaft zu begrüßen, daß diese nach der neuen Gesetzesnovelle auch auf die Metzger übergegangen

sei. Die statutengemäß ausscheidenden Vorstände Herrmann­Offenbach, E. Damer Offenbach und A. Blume- Lauterbach wurden per Afflamation wiedergewählt. Als Ort des näch sten Verbandstages wurde Nidda gewählt. * Koblenz. Der neue Oberpräsident der Rhein­provinz v. Rheinbaben ist hier eingetroffen und hat sich die Beamten des Oberpräsidiums vorstellen lassen.

*

Mainz. Wegen Verweigerung dec Vohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit sind die hiesigen Fuhr­leute in den Ausstand getreten.

* Weinheim a. d B. Im Walde bei Mücken­loch entdeck e man die Leichen der 16 Jahre alten Tochter der Familie Winterbauer aus Lobenfelt und des 28 Jahre alten Tagelöhners Winterbauer, der das Mädchen schon seit längerer Zeit mit seinen Liebesanträgen ber­geblich verfolgt hatte. Durch ein geschicktes Manöver wußte er das ahnungslose Mädchen in den Wald zu loden, wo er es erbarmungslos niederschoß und dann die Mordwaffe gegen sich selbst richtete.

* Vom Odenwald. In den bekannten Luftkur­orten, wo Mitte Juni schon zahlreiche Kurfreunde ein­getroffen waren, ist es teilweise sogar ganz leer ge­worden; denn bei diesem Unwetter ziehen es alle Leute vor, wieder nach Hause zurückzukehren. Auch solche, die bis zum 1. Juli angemeldet waren, haben sich wieder bis auf weiteres abgemeldet.

Aus aller Welt.

* Karlsruhe. Finanzminister Honsell ist an Ent­fräftung gestorben, nachdem zuletzt eine Nahrungsauf­nahme unmöglich war."

* Berlin. Eine Novelle zum Gesetz vom 1. Juni 1870 über den Erwerb und Verlust der deutschen Reichs. und Staatsangehörigkeit dürfte dem Reichstage im im nächsten Winter zugehen. Nach der Novelle soll ein Deutscher seine Staatsangehörigkeit nicht gegen seinen Willen verlieren, auch sollen die Meldungen bei den Konsulaten, die jetzt vorgeschrieben sind, in Fortfall kommen und§ 21 des Gesetzes( Verlust der Nationalttät bet zehnjährigem Auslandsaufenthalt) auf­gehoben werden.

* Berlin. Der Bundesrat nahm in einer Plenar­situng unter dem Vorsitze des Staatssekretärs Delbrück die Varlage betreffend Ausführungsbestimmungen zum Geset über den Absatz von Kalisalzen und die Vorlage betreff­end den Entwurf einer Verordnung zur

revidierten Berner Uebereinfunft zum Schube ponerler der Literatur und Kunst an. Ebenso wurde den Entwür­fen einer Vorlage betreffend die Aenderung der Verord- nungen über Tagegelder, Fuhrkosten und Umzugskosten der Reichsbeamten, einer Vorlage betreffend die Aenderung von Bestimmungen zur Ausführung des Weingeseßes, dem An­trag Preußens betr. die Prägung von Dreimarkstücken in Form von Denkmünzen zur Feier des 100jährigen Be= stehens der Universität Berlin, sowie dem Entwurf von Bestimmungen über die Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel zugestimmt. Ferner wurde die Vorlage we­gen Aenderung und Ergänzung der Weinzollordnung ange­nommen, ebenso der Entwurf einer Vergütungsordnung für Tabak 2c., und die Vorlage betreffend die Nenderung der Grenzen des hamburgischen Freihafengebietes.

* Berlin. Neueren Meldungen zufolge ist die Mit­teilung, daß Fürst Eulenburg wieder verhandlungsfähig sei und daß die Staatsanwaltschaft, um einer parlamentarischen Interpellation über den Stand des Meineidsverfahrens aus dem Wege zu gehen, den Prozeß im September wieder auf­nehmen wolle, unzutreffend.

* Berlin. Die 7. Straffammer des Landgerichte 1 hat nunmehr das Hauptverfahren wegen Erpressung gegen den Reichstagsabgeordneten Bruhn, dessen Bruder und die Redakteure Weber und Sommer eröffnet und den An­geschuldigten diesen Beschluß zugestellt. Die Sache wurde der 1. Straffammer zur Hauptverhandlung überwiesen, die unmittelbar nach den Gerichtsferien stattfinden soll.

* Leipzig. Die Maurer beschlossen die Anerkenn ung des Schiedsspruchs und sofortige Wiederaufnahme der Arbeit.

* Heilbronn. Das Heilbronner Schwurgericht verurteilte den ehemaligen Schultheißen Bosch von Stod­heim wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung im Amte zu Jahren Zuchthaus, 1200 M. Geldstrafe, inklusive weiterer 60 Tage Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Im ganzen hatte Bosch 65 öffentliche Urkunden und 353 private Ürfunden gefälscht, sowie 349 falsche Beurkundungen vor­genommen. Gschädigt sind insbesondere Banten u. Spar­fassen um zirfa 300000 Mart.

* Allenstein. Die ärztlichen Sachverständigen stellten fest, daß Frau v. Schönebeck Weber völlig geistesverwirrt und auf Monate hinaus nicht verhandlungs­fähig sei. Darauf wurde seitens des Gerichtes die vor­Läufige Einstellum g des Verfahrens beschlossen. Frau v. Schönebeck- Weber ist bereits in die Frrenanstalt Kortau in Ostpreußen gebracht worden.

* Hagen i. W. Die Aussperrung aller Metallar­beiter im Kreise Hagen- Schwelm ist nunmehr erfolgt. Sämt liche Betriebe, die dem Arbeitgeberverein angeschlossen sind, ruden. Von der Aussperrung werden etwa 20 000 Arbei­ter betroffen.

* Hannover. Die Geschworenen sprachen den Ar­beiter Oskar Schreiber frei, obwohl er eingestand, versucht zu haben, seine Frau zu töten. Diese war in Gesellschaft von Dirnen und Zuhältern betroffen worden, worüber der Ehemann so erregt wurde, daß er fünf Revolverschüsse ge­gen seine Frau abgab.

Kiel. Graf Zeppelin traf in Kiel ein und begab sich an Bord des Lloyddampfers Mainz, der zur Vorerpe­dition für die deutsche anttische Zeppelin Luftschiff- Expedi­tion nach Spitzbergen abging.

* Kiel. Der Kaiser trat am Sonntag auf seiner Jacht Hohenzollern" von hier aus die Nordlandreise an. Mailand. Der Astronom Chiaparelli, der bekannte Marsforscher, ist gestorben.

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* Enschede. Infolge des teilweisen Streites einer Fabrit beschloß die Vereinigung der Unternehmer der

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