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Bum Barenbesuch in Friedberg.

Sonntag vormittag um 10 Uhr fuhr der Zar, die Zarin, sowie die Großfürstinnen nach Bad Nauheim zur Kirche und kamen 4 12 Uhr ins Schloß zurück. Die Groß­herzogin, sowie Prinzessin Heinrich und Prinz Waldemar von Preußen waren zu Fuß in der Stadtkirche und be­gaben sich aus demselben Wege durch die südliche Ausgangs­pforte wieder in das Schloß zurück.

Der Kaiser von Rußland, der Großherzog und die Großherzogin und der Kronprinz von Griechenland unter­nahmen am Sonntag, nachmittags, in 5 Kraftwagen eine Fahrt nach Hohensolms und Gießen. Ersteres war glücklicherweise auf den Besuch vorbereitet und hatte des­halb reichen Flaggenschmuck angelegt. Nach der Ankunft, bei der die Fürstlichkeiten von der Bevölkerung auf das leb­hasteste begrüßt wurden, nahmen die Herrschaften das Ho­hensolmser Schloß in Augenschein. Hierauf wurde die Fahrt nach Gießen angetreten, wo die Kraftwagen um 4 Uhr ein­trafen. War der Besuch in Hohensolms vorher bekannt ge­worden, so war in unserer Stadt wohl nur die Polizei über das Eintreffen der Fürstlichkeiten unterrichtet. Dieser Umstand erklärt es, daß nur wenige von dem Besuch fuhren. Die Herrschaften nahmen in Gießen zunächst dem Großherzogspaar gewöhnlich bei seinem hiesigen Auf­enthalt als Wohnung dienenden Räume sin dem alten Schloß der in Augenschein. Hieran schloß sich die Besichtigung Schäße des Museums des Oberh. Geschichtsvereins, welche die Fürstlichkeiten ausnehmend befriedigte. In dem bota­nischen Garten, den die Besucher gleichfalss in Augenschein nahmen, wurde um 4% Uhr der Tee eingenommen. Um Uhr bestiegen die Herrschaften wieder ihre Kraftwagen, um durch die Sonnenstraße, den Seltersweg und die Frank­furterstraße nach Friedberg zurückzukehren.

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zur Mittagstafel waren heute geladen:: Jswolski, fer­ner der russische Ministerresident in Darmstadt Baron von Knorring und Gemahlin. Am Nachmittag unternahmen die Herrschaften einen längeren Ausflug in den Taunus.

Lokales.

Gießeu, 4. Oktober 1910.

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len ein dreijähriger Aufenthalt zur Begründung eines Wahl­rechts noch nicht. Es müssen also diejenigen Personen, die seit 1. April 1909 zur Gemeindesteuer zugezogen sind, aber noch keine 4 Jahre hier wohnen, das Ortsbürgerrecht erwerben, wenn sie wählen wollen. Für hessische Staats angehörige genügt hierzu eine Antragstellung bei der Bür­germeisterei. Alle Nichthessen müssen erst die Hessische Staats­angehörigkeit erwerben und dann können sie ebenfalls Orts­bürger werden. Wer sich das Wahlrecht noch sichern will, muß die zur Aufnahme als Ortsbürger notwendigen Schritte ungesäumt einleiten.

* Bei dem Kaiser- Regiment sind gegen 80 Einjährig= Freiwillige zur Dienstleistung eingezogen worden.

-st- Von der Straßenbahn. Auch während der kommenden Theater- Spielsaison werden von der Stra­ßenbahnverwaltung Sonderwagen für die Theaterbesucher eingestellt werden. Es halten 2 Wagen bis nach Schluß des Theaters in der Ausweiche am Neuenweg, von denen der eine über den Seltersweg zum Bahnhof, der andere zum Wieseckerweg nach Bedarf fährt. Da die Fremdenvor­stellungen am Mittwoch häufig erst nach 10 Uhr beendet sind, können die Sonderwagen die 10 Uhrzüge nicht mehr erreichen. In diesem Falle wird den Theaterbesuchern em­pfohlen, den Kurswagen zu benußen, der 10 Minuten vor 10 Uhr vom Theater zum Bahnhof fährt.

* Von unserem Großherzog. Eine reiz­ende Episode wird uns von unserem Landesvater erzählt. Der hohe Herr erschien vor einigen Tagen in einem hiesi gen Geschäft, um verschtedene Eintäufe zu machen. In der leutseligen, liebenswürdigen Art, die unserem Großherzoge zu eigen, unterhielt sich der hohe Herr längere Zeit der Geschäftsleiterin. Im Laufe des Gesprächs äußerte diese, daß sie den ganzen Tag ans Geschäft gebunden sei und noch nicht Gelegenheit hatte, die kleinen Prinzen un­seres Großherzogs und den kleinen Zarewitsch zu sehen. Sie würde sich sehr freuen, wenn es ihr vergönnt sei, die Kinderchen einmal in der Nähe sehen zu dürfen. Der Groß­herzog hörte sich lächelnd diesen Wunsch an und als er nach längerer Zeit mit seiner Begleitung den Laden verließ, drehte er sich an der Türe um und sagte: Na, ich schicke Ihnen die Kinder". Und siehe da, noch der Nachmittag desselben Tages löste das Versprechen ein. Unser Erb= großherzog Georg, Prinz Ludwig und Zarewitsch Alerei marschierten im Gänsemarsch in Begleitung ihrer Erzieherin zur freudigen Ueberraschung der Geschäftsleiterin in den La­den. Unser Erbgroßherzog ist bekanntlich ein frischer auf­geweckter Knabe, der sich überall munter und fröhlich be­wegt. Auch in diesem Laden, der keine Spielwaren führt, zeigte er Interesse für alles. Bei vielen Sachen ließ sich erklären: Wozu ist das?" wie er sich selbst ausdrückte und freute sich herzlich, wenn sein Wissensdurst befriedigt wurde. Der Zarewitsch, der für sein Alter ungemein kräf­tig entwickelt ist, war anfänglich etwas ernst und still, wurde aber im Laufe des Besuches immer lebhafter und beteiligte sich, angeregt durch das Beispiel seines Vetters Georg, eifrig am Bewundern der ausgestellten Gegenstände. Der fleine Prinz Ludwig verhielt sich seinem Alter ent­sprechend ziemlich passiv. Nur wenn sein Blick auf einen besonders glänzenden Gegenstand fiel, streckte er jauchzend die Aermchen danach aus. Nach einer halben Stunde war der Besuch beendet und die Kinder entfernten sich mit höf= lichem Abschied. Als sie schon in der Kutsche saßen, zogen sie noch einmal ihre Müßchen und winkten der Geschäfts= leiterin, die durch die Güte unseres Großherzogs eine glück­liche halbe Stunde verleben durfte, einen lezten Gruß zu.

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** Ernannt wurden zu Lehramtsassessoren die Lehramtsreferendare Dr. Ruppel- Butzbach, Huhn, Peppler und 2. Schmidt, sämtlich in Gießen, Köhler- Hungen, Laun Homberg a. D., Lint- Laubach, Schmittner- Friedberg und Strack- Grünberg.

* Gießener Volksbad. Im September wur­und 8220 im September 1909 oder im Durchschnitt täglich den 8332 Bäder verabreicht gegen 10 031 im August 1910 278 Bäder gegen 324 im August 1910 und 274 im Sep­tember 1909. Der Besuch im einzelnen verteilte sich wie folgt: Schwimmbad: 3262 Männer, darunter 889 zu 10 Pfg., und 1056 Frauen, darunter 309 zu 10 Pfg.; Wan­nenbäder 1. Klasse: 278 Männer, 135 Frauen und 2. Klasse 691 Männer, 446 Frauen; Brausebäder 1. Klasse: 773 Männer, 231 Frauen und 2. Klasse 1053 Männer, 284 Frauen; Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusam­men 121 Männer, 2 Frauen. Die Personenwage wurde von 220 Personen benutzt, das Bad von 5 Personen be­sichtigt.

* Der beklagte Großherzog. In einem seinerzeit bei dem Großherzoglichen Oberlandesgericht in Darmstadt als erste Instanz anhängigen Rechtsstreit eines Gutsbesizers in Holstein gegen den Großherzog von Hessen wegen Ersatz eines durch das großherzogliche Automobil überfahrenen Hundes fanden dieser Tage in Kiel Zeugen­vernehmungen statt. Die Vernehmungen fielen für den Großherzog ungünstig aus. Demnächst findet vor dem Oberlandesgericht in Darmstadt weiterer Vernehmungster­min in dieser Sache statt.

** Eisenbahn- Jubiläum. Am 1. Oktober waren es 60 Jahre, daß die Teilstrecke Friedberg- Gießen der Main- Weser- Bahn dem Verkehr übergeben wurde. Das Viadukt durch das Rosental in Friedberg beanspruchte eine Bauzeit von beinahe 4 Jahren; am 13. September 1846 wurde mit den schwierigen Arbeiten begonnen und mit fur­zen Unterbrechungen im tollen Jahr" 1848 weitergeführt. Mitte 1848 war der Bau, welcher damals als Weltwunder bezeichnet wurde, vollendet. Die Brücke selbst soll annäh­ernd 3 Millionen Gulden gekostet haben. Ebenfalls große Schwierigkeiten verursachte der gewaltige Durchstich im Griedeler Wald bei Buzbach. Bedenkt man, daß jezt 60 Jahre nach Eröffnung der Bahn, statt der 6 oder 8 Züge täglich über 100 die Strecke passieren, kann man sich einen Begriff machen, wie es damals mit den Einrichtungen der Bahn, mit den Sicherheitseinrichtungen 2c. ausgesehen hat. Wer sich dafür interessiert, mag sich diese gelegentlich einer Reise nach Nürnberg im dortigen Reichseisenbahn- Museum ansehen.

Bei der Ersten ** Parlamentarisch e s. Kammer der Stände des Großherzogtums Hessen ist eine Weitere Vorstellung des Hess. Anglerbundes zu dem Ent= wurf eines Gesetzes, die Abänderung des Gesetzes über die Ausübung und den Schutz der Fischerei vom 27. April 1881 betreffend" eingelaufen.

* Auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Wallenfels jr. fonnte am Samstag der Kutscher Lich zurückblicken.

* Verleihung von Ehrenurkunde n. Die Handwerkskammer zu Darmstadt wird, wie im Vorjahre, an unselbständige Personen des Handwerkerstandes, Gesellen, Gehilfen 2c., welche mindestens 25 Jahre in ein und dem= selben Betriebe ununterbrochen tätig gewesen sind, als An­erfennung für die treue Arbeit Ehren- Urfunden verleihen. Die Verleihung erfolgt an Weihnachten. Anträge zu der= selben sind von der gewerblichen Korporation, welcher der Arbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Darm­stadt bis spätestens 1. November einzureichen. Den Anträ­gen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung Borgeschlagenen, sowie ein von dem Betriebsinhaber aus­gestelltes, ortspolizerlich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen ununterbroch! nen Dienstzeit in ein und demselben Betriebe enthalten muß, sowie ein von der Polizeibehörde ausgestelltes Leumunds­zeugnis beizuschließen.

* Sein 25jähriges Berufsjubiläum beging gestern der bei der Firma Stumpf tätige Schneider Narz.

* Abschlägig beschieden wurde vom Mini­sterium ein Gesuch der Gießener Metzger um Herabseßung der Schlachtgebühr für das Rindvieh.

* Stadtverordnetenwahl. Nach einer neuerdings getroffenen Entscheidung des Gr. Ministeriums des Innern zu Darmstadt genügt für die diesjährigen Wah­

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* Die Straßenbahn benutten im September 90 612 Personen. Der tägliche Besuch betrug also Durchschnitt 3020 Fahrgäste.

* 244 Rechtsanwälte sind gegenwärtig in Hessen tätig. Hiervon kommen auf Oberhessen 60. In Gteßen sind bei den Gerichten 27 Advokaten zugelassen.

* Abbruch. Mit der Niederlegung der beiden Grundstücke Neustadt 30 und des benachbarten Gebäudes in der Sandgasse ist nunmehr zwecks Regulierung des letzt genannten Straßenzuges begonnen worden.

jetzt durch die Hauptsammelstelle bekannt gegeben wird, im ganzen 16 800 Mart, die bei der Bezirkssparkasse zu vier Prozent angelegt worden sind. Der Kapitalstock wird erst bei Ausgang des schwebenden Konkursverfahrens verteilt werden. Dagegen wurde vom 1. Oftober ab denjenigen Rassenmitgliedern, die ihrer Pflicht zur Vorschußleistung ge­nügt haben und als hilfsbedürftig anerkannt werden, ein Zuschuß zu ihren Zins- und Tilgungsleistungen aus den Zinserträgnissen des Hilfsfonds von der bestellten Kommis­sion bewilligt.

* Der Halleysche Komet gelangt jetzt wieder an den Morgenhimmel und dürfte etwa von Mitte Oftober an wieder zu beobachten sein, allerdings nur mit großen Fernrohren. Er befindet sich dann im Sternbild Corvus, an der Grenze gegen das Sternbild Crater.

* In der Gießener Klinik verstarb vor kurzem der in der Karolinenhütte zu Wetzlar verunglückte Kesselwärter Burzel von Naunheim.

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* Alsfeld. Herrliches Wetter begünstigte den letz­ten Herbstausflug und die außerordentliche Generalversamm­lung des Vogelsberger Höhenflubs. Bei der Versammlung im Deutschen Kaiser" waren 21 3weigvereine mit 3208 Stimmen vertreten, darunter auch Alsfeld, Büdingen, Buzz­bach, Darmstadt, Frankfurt, Friedberg- Bad- Nauheim, Groß Gerau, Gießen 2c. Es wurde die Errichtung eines wei­teren Klubhauses auf dem Hoherodskopf beschlossen. Von der Erbauung einer besonderen Halle für Schneeschuhe soll ab­gesehen und die vorhandene Halle des Klubwirts im Walde dazu benutzt werden. An das Festessen im Deutschen Kai­ser" schloß sich um ½ 6 Uhr der Festlommers, den der hie­sige Zweigverein zu Ehren seiner Gäste veranstaltete.

* Gegen den Bomben- Attentäter Werner ist nun­mehr die Voruntersuchung eingeleitet worden, da die Ver= nehmungen des Amtsgerichts Zweibrücken bezüglich des Dieb­stahls in der Pulverfabrif St. Ingbert zum Abschluß ge­langt sind.

Hus Hessen und Nachbargebiet.

* Holzheim. Bei der Gemeinderatswahl wur­den die seitherigen Gemeinderatsmitglieder Johann Georg Ohly, Jakob Jung, Martin Heinrich Klotz wieder gewählt.

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* Offenbach. Eine Versammlung des Vereins zur Wahrung städtischer Interessen" beschloß nahezu ein­stimmig, für die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen wie­der eine gemeinsame bürgerliche. Kandidatenliste der Bür­gerschaft in Vorschlag zu bringen. Auf dieser Liste die Zentrumspartei mit 5, die übrigen bürgerlichen Bar­teien mit 11 Namen vertreten sein.

* Albach b. Lich. Philipp Balser 4. wurde ein­stimmig zum Bürgermeister gewählt, nachdem sein Vater, der 27 Jahre Bürgermeister war, eine Wiederwahl wegen hohen Alters abgelehnt hatte.

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* Darmstadt. Die schriftliche Staatsprüfung für den höheren Finanzdienst findet am 16. November d. J. und an den folgenden Tagen zu Darmstadt statt. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind bei der Prüfungs fommission für den höheren Finanzdienst zu Darmstadt bis zum 1. November d. Js. einzureichen.

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* Ob bornhofen. Bürgermeister Konrad horn 3. wurde zum drittenmal einstimmig wiedergewählt. * Mainz. Die bereits angekündigte Versammlung des Hansabundes, in welcher der Direktor des Bundes, Herr Oberbürgermeister a. D. Knobloch aus Berlin, die seitherige Tätigkeit des Hansabundes und die nächsten Ziele spricht, findet nicht, wie mitgeteilt, im runden Saale der Stadthalle, sondern am 8. Oktober, abends Uhr, im Wappen- Saale des Heilig Geist in Mainz statt.

* Langsdorf. In großer Erregung befindet sich unsere Einwohnerschaft wegen der angeblichen Uebergriffe eines Feldgendarmen, welcher am 17. September sehr streng gegen die Manöverbesucher vorging. Vor kurzem sand nun eine sehr start besuchte Bürgerversammlung statt, welche ge­gen das Benehmen des Feldgendarmen protestierte u. den Land- und Reichstagsabgeordneten Köhler beauftragte, den Vorgang im Reichs- und Landtage zur Sprache zu bringen. Die Bürgermeisterei hat bereits dem Kreisamt in Gießen und dem Ministerium in Darmstadt über den Fall" berichtet.

* Bad Nauheim. In der abgelaufenen Woche sind 354 Kurgäste angekommen und beträgt die Gesamt= frequenz 32 392 Personen, wovon noch 2604 anwesend sind.

* Friedberg. Zum Diretor der städtischen Ge­werbeakademie wählten die Stadtverordneten den Regier= ungsbaumeister, Dipl.- Ingenieur und Privatdozent Dr. ing. Kröner- Stuttgart.

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* Mainz. Allem Anschein nach kommt ein gemein­sames Zusammengehen der liberalen Parteien anläßlich der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl nicht zustande. In einer Versammlung des jungliberalen Vereins wurde diese Mitteilung mit Bedauern aufgenommen und beschlossen, sich eine Stellungnahme bis nach Bekanntwerden der Liste vor­zubehalten.

* Friedberg. Am 1. Dezember wird der neue Bahnhof in Angriff genommen. Es kommt etwa 500 Me­ter südlicher zu liegen als der seitherige. Der Voranschlag beträgt 7 000 000 Mart. Aus diesem Anlaß wurde sämt lichen Geschäftsinhabern sowie den Landwirten, die mit ihrem Gelände in den Bebauungsplan fallen, zu dem oben genannten Termin gekündigt.

* Wetzlar. Dachdeckermeister Wilhelm Berr von hier stürzte vom Dache des Schraderschen Neubaues in der Schleusenstraße ab und erlitt dabei so erhebliche Verlegun gen, daß seine Verbringung in die Gießener Klinik erfor­derlich wurde.

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* Wezlar. Der glänzende Verlauf der bisherigen Veranstaltungen der 3. Rhein- Mainischen Volksakademie welche bekanntlich am 25. September begannen, berechtigt zu den frohesten Ausblicken für die nächsten Tage. Vorträge des Herrn Prof. Dr. Natorp wurden am Freitag beendet. Am Sonntag fand ein Ausflug nach Braunfels zur Besichtigung der dortigen Volksbildungseinrichtungen statt. Gestern und heute vormittag sprach der Geschäftsfüh­rer des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung aus der Praris der Voltsbildungsarbeit, während am Mittwoch Stadtrat Dr. Flesch und Prof. Stein, beide aus Frankfurt a. M., das soziale Problem der Voltsbildungsarbeit be= trachten. Heute behandelt Dr. Liebe- Waldgof- Elgershausen das Problem Alkohol und Voltserziehung". Die Abende werden durch Vorträge des Dr. Epstein über Die Volts­bildung in der Großstadt", Oberlehrer Como- Lauterbach u. Lehrer Schmidt- Leun über Die Volksbildung in fleinen Städten und auf dem Lande" ausgefüllt. Am Mittwoch nachmittag werden sich dann die Teilnehmer zu einer Ab­schiedsfeier vereinigen.

* Marburg. Der außerordentliche Professor der Chirurgie, Dr. Sauerbruch, wird einem Ruf als ordent­licher Professor an der Universität Zürich Folge leisten.

* Frankfurt a. M. Der Hess. Oberlehrer- Verein hielt hier eine außerordentliche Versammlung unter Vorsitz des Prof. Dr. Beck- Mainz ab, in welcher einstimmig fol­gende Entschließung gefaßt wurde: Die außerordentliche Versammlung des Hess. Oberlehrervereins" billigt durch- aus das Vorgehen des Vorstandes bei der Neubesehung der Stelle des Vorsitzenden der Schulabteilung und bedauert lebhaft die Erfolglosigkeit seiner im Interesse des hessischen Schulwesens unternommenen Schritte. Der Hessische Ober­lehrerverein steht mit der gesamten Oberlehrerschaft Deutsch­lands auf dem Standpunkt, daß nur eine fachmännische Leitung eine gedeihliche Entwickelung des Schulwesens ver­bürgen kann." Es folgte darauf noch ein eingehendes Re­serat des Herrn Prof. Allendorf- Gießen( Gymnasium) über die Entwürfe zu Dienstanspeisungen für Direttoren und Oberlehrer. Daran schloß sich eine längere Debatte, die in den Hauptpunkten eine völlige Uebereinstimmung ergab.

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* Wiesbaden. Im Februar flüchtete aus Frant surt der Rendant Flick von der Landwirtschaftlichen Ge­nossenschaftskasse( Raiffeisen), nach Unterschlagung von Mt. 150 000. Jm Zusammenhang damit wurde dann auch der Direktor Werner von der Eltviller Winzerkasse durch Frankfurter Staatsanwaltschaft verhaftet. Wie die Staats­anwaltschaft nun mitteilt, hat aber das gegen Werner ein­geleitete Verfahren eingestellt werden müssen. Die Verhand­lung gegen Werner in Sachen des Eltviller Winzerfrachs findet hier im Dezember statt.

* Kassel. Der diesjährige deutsch- soziale Parteitag findet vom 8. bis 11. Oftober in Kassel statt. Ueber die Tätigkeit im Reichstage wird Abg. Lattmann berichten. Lehrer Krebedünkel aus Curhaven wird über die staats­bürgerliche Erziehung unseres Volkes sprechen. Die politi­sche Lage und die kommenden Reichstagswahlen wird der Reichstagsabgeordnete Raab behandeln. In der am 10. Oktober stattfindenden öffentlichen Versammlung werden die Abgg. Liebermann von Sonnenberg, Graef, Lattmann und Raab und in der Nachsitzung die Abgg. Bindewald Herzog sprechen.

Aus aller Welt.

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Berlin. In der Strafprozeß- Kommission hat die Regierung eine entschlossene ablehnende Haltung gegen­über der zuziehung von Laien in der Be­partei und Sozialdemokraten beschlossen aber, obgleich die Regierung erklärte, daran werde die ganze Vorlage schei tern, daß die Straffammer als erste Instanz sowohl auch die Berufungsinstanz gegen schöffengerichtliche Urteile mit Berufsrichtern und Laien besetzt werden solle, und zwar bei den Strafkammern im Verhältnis 3: 2. Frage wird jetzt sein, ob die Regierung an ihrem schlossenen Widerspruch festhält.

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* Friedberg. In der Situng der Stadtverord- rufung 3- Instanz eingenommen. Zentrum, Volts neten verlas der Vorsitzende ein Schreiben des Großherzog­lichen und russischen Hofmarschallamtes. Darin wird der Stadtverwaltung sowie der gesamten Bürgerschaft der Danf für den überaus herzlichen Empfang der Großherzoglichen und Kaiserl. Russischen Herrschaften ausgesprochen.

* Büdingen. Die Sammlung für die durch den Zusammenbruch der Obermochstädter Vorschuß- und Kredit­tasse in Not geratenen Mitglieder dieser Kasse ergab, wie

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