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An Zeugnissen find den Gesuchen beizulegen:

1. ein behördlich beglaubigtes Vermögenszeugnis, 2. eine behördliche Bescheinigung, daß und wo Ge­suchsteller studiert,

3. das Maturitäts bezw. Schulabgangszeugnis, 4. ein Führungs-( Leumunds-) Zeugnis." Außerdem ist der Nachweis zu erbringen, daß der Ge­suchsteller in Hessen geboren, bezw. hessischer Staatsange­höriger ist.

Gießen, Mainz, Darmstadt, den 1. April 1910. Das Kuratorium: Dr. Göttelmann Mecum Dr. Glässing Oberbürgermeister. Oberbürgermeister. Oberbürgermeister.

Jubiläumsfeier des zehnjährigen Bestehens

der Pferdemärkte zu Gießen

am 6. April auf dem Radrennplaß auf Bichlers Hardt unter Mitwirkung der Kapelle des Inf. Rgts. Kaiser Wilheim.

Nachmittags 2 Uhr: Vorführung der prämiierten Pferde.. Preisreiten. Sprungtonfurrenz. Vorfahren von Herrschafts, Geschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen. Jagdreiten. Landwirtschaftliches Rennen. Eintrittstarten zur Tribüne a 1 Mt. bei Richard Buchacker.zon

Abends 7 Uhr: Festessen im Saale des Hotel Großherzog.

Zur Konfirmation.

Wieder ist die Zeit gekommen, da viele Knaben und Mädchen an den Altar treten und sich mit feierlichem Ge­lübde zum Glauben der evangelischen Christenheit bekennen. Eltern, Paten, Angehörige nehmen besonderen Anteil. Wie tönnte das auch anders sein! Ist es doch ein wichtiger Markstein im Leben dieser jungen Menschenfinder. Sie gel­ten von jetzt ab in einem gewissen Sinne als Erwachsene, das heißt, allmählich müssen sie es nun merken, welche Pflichten und Aufgaben an einen Menschen herantreten, der ein nüßliches Glied der Gesellschaft sein und bleiben will. Ja, noch mehr: der Konfirmationstag mit seinem freudigen Glaubensbekenntnis soll eine lebendige Mahnung sein, die Erfüllung aller Lebensaufgaben im christlich evangelischen Sinne anzustreben. Kein bloßes Wort und Mundchristen­tum, auch keine bloße Sonntags- und Taufscheinreligion kann da genügen; die ganze Persönlichkeit muß es sein mit einem ganzen Christentum im ganzen Leben. Darauf tommt

es an.

Wenn man sie aber so sieht, diese freudestrahlenden Kindergesichter wird ihnen der Konfirmationstag auch immer wie ein leuchtender Wegweiser vor der Seele schwe­ben? Ach leider vergessen unzählige nur zu rasch, was sie in solcher Stunde freudigen Herzens bekannt und gelobt haben; denn es ist traurig, aber wahr: die Klagen über Verrohung und Widerseßlichkeit der Jugend wollen nicht aufhören. Umso selbstverständlicher ist es, daß gerade die Neutonfirmierten vor allem Unreinen und Unchristlichen sorgsam zu bewahren sind. Meister und Lehrherren wer­den erst dann ihrer Pflicht voll genügen, wenn sie sich auch um das sittliche Wohl und Wehe der ihnen Anvertrauten gründlich fümmern.

Bekanntmachung.

Betrifft: Feldbereinigung in der Gemart­ung Heuchelheim.

Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis.

Gießen, den 29. März 1910.

Bürgermeisterei Gießen.

Betrifft: Wie oben.

Mecum.

Bekanntmachung.

Auf Grund von Art. 19 des Feldbereinigungsgesetzes fordere ich die beteiligten Grundeigentümer auf, die Ein­träge der Eigentums- und sonstigen Rechtsverhältnisse in den öffentlichen Büchern, insoweit dieselben den bestehenden Verhältnissen nicht mehr entsprechen, innerhalb einer Frist von 3 Monaten bei dem zuständigen Großherzoglichen Amts­gericht berichtigen oder ergänzen zu lassen, damit die be­stehenden Rechtsverhältnisse beim Feldbereinigungsverfahren berücksichtigt werden können.

Friedberg, den 21. März 1910.

Der Großh. Feldbereinigungskommissär. gez. Schnittspahn, Gr. Kreisamtmann.

Der heutigen Ausgabe der Gießener Zeitung", die 6 Seiten umfaßt, ist die 5. Nummer der Humo­ristischen Blätter und das a cht seitige illustrierte Familienblatt ,, Neue Resehalle" bergegeben.

Lokales.

Gießen, 2. April 1910. ** Vom Hofe. Prinzessin Heinrich von Preußen ist zum Besuche des Großherzogpaares eingetroffen.

** Der Großherzog hat am 1. April den Ober­lehrern Eduard Beck er an der Oberrealschule zu Alsfeld, Dr. August Freiherr von Gall an dem Landgraf Ludwigs- Gymnasium zu Gießen, Dr. Georg Kraus müller an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen und Rektor Otto Weiß gerber an der Schil­lerschule zu Friedberg den Charakter als Professor erteilt.

Am Konfirmationstage, wie gehen da die Gedanken von Vater und Mutter in längst entschwundene Zeiten zu rück! Und so rasch scheint alles vergangen zu sein! Die ersten Kindheitsspiele, die vielen Schuljahre, die kranten und die frohen gesunden Tage, so manches und so vieles an Erinnerungen steigt wie von selber auf. Vorbei, vor-| bei! Was wird nun die Zukunft bringen? Die innigsten Segenswünsche eilen ihr voraus" Die Hoffnungen guter Menschen sind Prophezeiungen", sagt Börne. Wer aber kann es besser meinen als die Eltern. Und wo die nicht mehr sind, oder wo ein Kind trop Vater oder Mutter noch nie den Segen eines christlichen Hauses gespürt hätte, nun da soll es erst recht trösten und vorwärts geleiten das schlichte und schöne Bekenntnis: An Gottes Segen ist alles gelegen. Nun denn, so möge der Konfirmationstag für alle, die es angeht, nicht bloß eine rührende Stimmung, sondern vor allem eine religiös sittliche Verpflichtung be­deuten! Den Konfirmanden aber möge jetzt und in ihrem ganzen ferneren Leben die schöne Mahnung des Dichters Gerok vor Augen stehen:

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Seid eingedent, wenn die Versuchung naht Und Welt und Sünde lockt,

Wenn ungewiß auf blumenreichem Pfad

Der Fuß des Pilgers stockt!

Dann denkt, was ihr so sest gelobet,

Dann sorgt, daß ihr die Treu' erprobet, Seid eingedent!

Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Herr v. Brandt haite indessen Lilly aus dem Wagen gehoben und wollte sich mit ihr verabschieden. Doch das Kind sträubte fich heftig.

Ich will bei Tante Maja bleiben, bitte, bitte, laß mich hier, Bava

Doch das half nun nichts, obwohl die jungen Damen versprachen, die Sieine nach Hause zu bringen. Er zog das widerstrebende sind mit sich fort. Noch oft wandte Lilly sich zurück, bis die ,, liebe Tante" ihren Blicken ent­schwand.

Ein sonderbarer Mensch", sagte Maja, den Beiden gedankenvoll nachsehend. Weißt du Näheres über seine Verhältnisse. Sylvia?" wandie sie sich lebhaft an die Freundin.

Die Gefragte zuckte die Achseln.

,, Er verkehrt ja zuweilen in unserem Hause, aber über die Vergangenheit spricht er sich nie aus. Ich glaube, er hat viel Schweres durchzumachen gehabt. Soviel ich aus nebenbei hingeworfenen Weußerungen entnehmen konnte, war er sehrunglücklich verheiratet."

,, Und seine Fraitnist tot?"

" Ja, ich denke jeit etwa zwei Jahren."

die

** Ernannt wurden zu Lehramtsassessoren Lehramtsreferendare: Dr. Walther Diemer zu Gießen, K. Doepfer zu Gießen, Dr. Hermann Knöllinger zu Gießen, Dr. Eduard Stohr zu Gießen, Georg Struth zu Gießen, Dr. Hermann Wehrheim zu Gießen, Dr. Heinrichs zu Lau­bach, Rudolf Keller zu Friedberg, Bernhard Magsaam zu Alsfeld, Georg Ploch zu Grünberg und Heinrich Schmidt zu Butzbach.

" Er hat aber doch das Kind, und das reizende, lieb­liche Geschöpfchent matß ihm doch viel Freude machen. Troßdem blickt er immer so finster drein. Hat er da ein Recht, bets Cutit feinem Geschick zu hadern? Weshalb sollten denn nicht auch für ihn wieder freundlichere Tage Tommen?"& predn

Sylvia drohte der lebhaft sprechenden Freundin lächelnd mit dem Finger.

ph Schulanfang. In den ersten Tagen kom­mender Woche beginnt in den verschiedenen Schulen wie­der der Unterricht und damit das neue, für viele unserer kleinen zugleich das erste Schuljahr. Hoffen und wünschen wir, daß den jungen ABC- Schüßen die Schulzeit durch die vereinten Bemühungen von Elternhaus und Schule die rechte Grundlage für ihr späteres Leben schafft und bietet.

,, Mir scheint, du interessierst dich für diesen Herrn v. Brandt mehr als das gut ist. Er ist auch ein stattlicher schöner Mann nur nicht mehr so ganz iung."

Maja war ein wenig rot geworden, doch schlug sie

bie auf ihre Sylvia auf. Ein schalkhafter Ausbruc

Na, höre mal, viel älter als dein Verlobter iſt er doch sicher nicht.o

-ph Vom Regiment. Gestern traten einige 20 junge Leute verschiedenen Berufes bei unserem Regiment ein, um als Einjährig- Freiwillige ihrer Dienstpflicht zu ge­nügen.

*)(* Obstbaukursus. Am 30. März nahm hier der diesjährige Obstbaukursus für Landwirte seinen Anfang, der bis zum 6. April währt. Wie schon früher, so hatten auch diesmal wieder die Belehrungen in dem Obstbau bei den Landwirten allgemeinen Anklang gefun­den, was nicht zum mindesten auf das Können des Kurs­leiters, des Obstbautechnikers Heberer- Heuchelheim, zu­rückzuführen war.

Bekanntmachung.

Wir machen darauf aufmerksam, daß es verboten ist, 1. Blumenstöcke, Blumenbretter und andere Gegenstände auf Baltonen und Fenster 2c. derart aufzustel­len, daß durch deren Herabfallen oder Umstürzen jemand beschädigt werden kann; 2. Teppiche, Betten, Ab­pußtücher 2c. aus den Fenstern heraus nach der Straße auszuschütteln, so daß Personen belästigt oder verunreinigt werden können.

Die Schußmannschaft ist angewiesen, Zuwiderhandlun gen zur Anzeige zu bringen, worauf Bestrafung gemäß § 366, 8 Reichsstrafgesetzbuch erfolgen wird. Gießen, den 31. März 1910.

-p Belästigung der Passanten durch die Fenster. Auf zwei oft gerügte Uebelstände weist eine Bekanntmachung des Polizeiamts hin, zwei Uebelstände, die im Interesse der Bevölkerung selbst nicht vorkommen sollten. Das Verbot des Polizeiamits betrifft das leicht sinnige Aufstellen von Blumentöpfen 2c. an Orten, an welchen Menschen verkehren und durch deren Herabfal­len leicht Beschädigungen der Passanten, spielender Kinder usw. vorkommen können, und zweitens das überaus lästige Ausschütteln von Teppichen 2c. nach der Straße. Wir hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um diese Ue­belstände zu beseitigen, erinnern aber gleichzeitig die Herr­

Ueber Sylvias eben so heiteres Gesicht flog ein fin­sterer Schatten.

Großh. Polizeiamt Gießen. Reinhart.

Bekanntmachung

Alle noch rückständigen Rechnungen über Arbeiten und Lieferungen, die im Rechnungsjahr 1909 für das Tiefbau­amt erfolgten, sind bei Meidung der Nichtberücksichtigung bis spätestens

,, Und meinst du, daß ich mich ihm angelobt hätte fürs Leben, wenn man mich nicht gedrängt, ia geradezu ge­zwungen hätte? Die Verbindung mit ihm ist doch eine glänzende Versorgung! Es ist eine der besten Partien der ganzen Umgegend!- Was will ich denn mehr? Ich, das vermögenslose Mädchen, das nur von der Gnade an derer lebt! Da mußte ich doch zugreifen! Die Welt müßte mich ja für verrückt halten, wenn ich diese Heirat ausge­schlagen hätte! Ich hielt es anfangs ja selbst für ein großes Glück, einen reichen Mann zu bekommen! Nur heraus wollte ich, heraus so bald als möglich aus dieser Sphäre, die mich drückte wie eine schwere Kette! Jett" Sylvia seufzte tief auf,- ,, bin ich freilich anderer Ansicht!"

1. Mai ds. Js.

in doppelter Ausfertigung und Altenformat unter Beifüg­ung der Bestellscheine an uns einzureichen.

Gießen, den 31. März 1910.

Städt. Tiefbauamt. Braubach.

* Friedbe

Befer Bahn ist in fe wurden erweit Soch beträchtlich ver ben, Kirch- Göns, lebten Jahre in uun auch ernst mit

wen.

bauten der Bahnhof end der Bahnhof wird, handelt es Neuanlage, die etwa wärts gelegt wird. * Bettenh Lehrer Diet mit Bejangvereins einen in Gefängen, Detlan Difches Festspiel da Die Darbietungen fo Wunsch nach weiter * Büding weihung des umge geschah auf Anregu Darmstadt. Die A alterliche Ausstattun meifters Frey ausge * Darmsta fim November, in d Artikels 15 betreffer amten eine scharfe tern geübt hatte, bi Beleidigungsflage, Durch die Staatsant Abendblattes" Igna Straffammer berh nach mehr als ach Slug zu einer Gel den Zeugen und gebührstrafe von 10 * Dillenb fich entschloffen hab Weberlandzen Kilowattstunden zu dius des Wertes f B. von Höhn bi wied, Betzdorf- Sie dürfte daher bei die ganze elektrische ten bald vergriffen Medizin. und tech Chemische

schaften an ihre Pflicht, auch den Dienstboten diese üblen Angewohnheiten zu untersagen, denn sonst schreitet eben mit Recht die Polizei ein.

*)(* Oberh. Bienenzüchterverein. Am 29. März fand in Gießen die Ausschußsizung des Oberh. Bienenzüchtervereins statt, welche von Vertretern sämtlicher Vereine beschickt war. Nach herzlicher Begrüßung der Er­schienenen durch den seitherigen Vorsitzenden Bu ß- Leih­gestern erfolgte Vorstandswahl, welche die Wiederwahl der Herren Buß zum 1. Vorsißenden, Ad a m- Allendorf zum 2. Vorsitzenden, Döll Buseck zum Schriftführer, H0- Nidda zum Rechner und Pfarrer Böchner= Lumda zum Beisitzer ergab. Der Verein zählt 1060 Mitglieder und be­sitzt ein Vermögen von 2100 Mt. Auch in diesem Jahre wird wieder ein Imkerkursus in Hirzenhain stattfinden. == Kinematograph. Das Programm des Ki­nematograph" für die nächsten Tage tann einer sehr guten Aufnahme in unserer Stadt auch diesmal wieder sicher sein. Der Humor kommt in der bekannten glänzenden Weise durch die unverwüstlichen Schlager Söffel und die Stra ßenlaterne", Meine Kinder und Eine unerwartete Douche" zur Geltung, während der farbige Film Judith überlistet Holofernes" auch dem Ernst gerecht wird." Man muß un­umwunden zugeben, daß sich der Kinematograph" bei dem Gießener Publikum einer wachsenden Beliebtheit erfreut und daß er durch seine bewährten Darbietungen auch aus­wärts immer größere Beachtung findet.

Maja war aufs höchste erschrocken bei den leidenschaft­lich hervorgestoßenen Worten der Freundin. Hatte sie auch längst geahnt, daß nicht die Liebe es war, die Sylvia veranlaßte, sich mit dem viel älteren Manne zu verloben, so erfuhr sie doch eben erst, daß Sylvia ihren Verlobten beinahe haßte.

,, Du tust sehr unrecht, mit solchen Gefühlen eine Che einzugehen," begann Maja, nachdem sie sich von ihrem ersten Schrecken etwas erholt hatte ,,, du mußt das Band wieder lösen zu deinem eigenen Heil. Solche Verbindung ist ein Unglück."

Sylvia lachte bitter auf.

An das Unglück bin ich schon gewöhnt. Meinst du, daß es so leicht wäre, das Band zu lösen? Nein, nein, Maja, das will ich nicht, und selbst wenn ich es wollte, man würde es zu verhindern wissen! Davon befreit mich niemand mehr, niemand!"-

== Biograph. Der Biograph" bietet mit seinem diesmaligen Programm seinen Besuchern wiederum auser­lesene Genüsse. So schildern zwei Films in üaeraus fes­seinder Weise die beiden Dramen Getreu bis in den Tod" und" Faust", von denen besonders das letztere eine größere Anziehungskraft ausüben dürfte. Dem Humor gelten ferner die Schlager Lehmann als Reporter"," Herr Faulkopf nimmt Urlaub"" und Müller heiratet die Tochter des Chefs", während entzückende Tonbilder für eine weitere Abwechsel­ung sorgen. Der Biograph" wird auch in Zukunft Erfolge verzeichnen können, welche im Hinblick auf die einzigarti­gen Darbietungen auch vollkommen verdient sind.

Die beiden Mädchen waren während dieses Gespräches Arm in Arm langsam auf- und abgewandert. Friß hatte indessen die Ponys ausgeschirrt und nach dem Stalle gea führt. Jeßt setzte er sich behaglich in die Sonne auf einen alten Baumstumpf nieder, legte die Hände um die Knie und verharrte unbeweglich in dieser Stellung.

Maja trat auf ihn zu und sagte freundlich: Bleibe hier, in etwa einer Stunde komme ich zurück, dann fahren wir nach Hause."

-ph Plötzlicher Tod! Gestern nachmittag starb ganz plöblich ein bekannter und geehrter Bürger unserer Stadt: Herr Apotheker Dr. Cäsar, Besitzer der Hirsch= apotheke. Während er am Kaffeetische saß, erlitt er einen Schlaganfall, dessen Folgen er bald darauf erlag.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

-ch= Kinzenba ch, 1. April. Die Lehrerwitwe Frau Weckmüller, eine geborene Col not, feierte heute in aller Gesundheit ihren 90. Geburtstag. Seit dem Jahre 1886, bis zu welchem Lehrer Weckmüller im benachbarten Aßbach wirkte, lebt die noch rüstige Greisin im Witwenstand. Zu dem heutigen Ehrentag brachten ihre 8 Kinder, 32 Entel und 35 Urenkel teils schriftlich, teils mündlich ihre Glück­wünsche dar.

* Laubach, 1. April. Hier starb der sehr beliebte langjährige Bürgermeister Io che m. Von einem hartnäci­gen Darmleiden suchte er wiederholt in der chirurgischen Klinik zu Gießen Heilung. Er war bereits nahe 27 Jahre Vorsteher unserer Stadt. Seinem Wirken ist besonders zu verdanken die Errichtung einer Wasserleitung, des Gymna siums und einer größeren städtischen Turnhalle.

Der Alte nichte, mit den Augen blinzelnd, denn die Sonne blendete ihn.

,, Wollen wir den Waldweg zur alten Mühle einschla gen?" fragte Sylvia, ihren Arm wieder in den der Freundin schiebend.

Ja, mir ist es recht," nickte Maja ,,, doch zuvor will ich rasch deinen Bapa begrüßen."

Laß das für diesmal," wandte Sylvia mit finstecem Gesicht ein. Bapa hat heute wieder seinen schlimmen Tag, da bleibt man ihm am besten ganz fern. Du kennst das ja und zu dir kann ich offen darüber sprechen. O, du weißt nicht, was ich leide! Papa ist seit unserem gro­Ben Unglück ein völlig anderer geworden! Tagelang sitt er in seinem Zimmer und starrt vor sich hin und murmelt unverständliche Worte. Ich fürchte mich manchmal vor ihm, wenn ich allein bei ihm bin. Beständig macht er sich die schrecklichsten Vorwürfe, als ob er für die Schlechtigkeit anderer verantwortlich wäre. Was kann er denn dafür, daß bei dem Zusammenbruch der Kreditbank unser ganzes Vermögen verloren ging, daß der große Krach alles ver­schlang? Tausende von Menschen wurden dadurch um ihre ganze Habe betrogen, sie weinen, klagen mit uns, aber was hilft es nun? Das Geld bekommen wir dadurch nicht wieder. Wir wurden an einem einzigen Tage zu Bettlern und mußten schließlich froh sein, als mein Onkel uns hier eine Heimstätte bot. Plaß genug hat er ia in seinem großen Hause; so ersparen wir wenigstens die hohe Miete. Freilich, den Winter hier auf dem Lande stelle ich mir schrecklich vor. Da wird es sehr einsam hier sein. Ich fürchte mich beinahe davor. Und was hatte ich von diesem Winter für Freude erwartet! Was hatten wir für Pläne gemacht, nicht, Maja? Und nun mit einem Schlage ist alles, alles aus! Nun size ich hier und habe mich mit einem Menschen verlobt, den ich nicht lieben fann, niemals lieben werde! Ach Liebste, wenn ich dich nicht hätte, es wäre geradezu trostlos! Du bist mein ein­ziger Sonnenstrahl, Maja! Wenn du bei mir bist, ber­gesse ich auf Stunden allen Kummer! Versprich mir; daß du recht oft kommen willst, auch im Winter, hörst du? Und daß nichts imstande sein soll, uns zu trennen; nichts, daß du fest zu mir halten willst, wie es auch ( Fortseßung folgt.) tommt!"

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Gegründet 1883. Klein- und Großha

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