Soziales Leben.
× Gärung unter den Bergarbeitern Schlesiens. In dem Neuroder Kohlenrevier fanden mehrere Bergarbeiterversammlungen statt, in welchen die Arbeiter beschlossen, an den von der Bergverwaltung abgelehnten Forderungen festzuhalten. Ein neuerlicher Streit ist somit wahrscheinlich. Die Entscheidung soll am nächsten Sonntag erfolgen.
× Streitbewegung in Belgien. Auf der Zeche Gouffre in Châtelineau sind etwa 700 Bergleute, die eine Lohnerhöhung fordern, in den Ausstand getreten.
Deer und flotte.
Ausbildung der deutschen Schiffsjungen. Der Kaiser hat die Neuorganisation der Ausbildung der Schiffsjungen genehmigt. Die Ausbildungszeit wird zweijährig. Es werden jährlich 850 statt bisher 600 Jungen eingestellt. Der frühere Panzerfreuzer König Wilhelm und der große Kreuzer Freya werden Schiffsiungenschulschiffe.
Nab und Fern.
† Die Bierfrage. In Berlin haben sechstaufend Gaits wirte in einer Versammlung sich gegen die von den Brauereien beabsichtigte Erhöhung der Bierpreise erklärt und die Gründung einer eigenen Brauerei beschlossen. Sämtliche Brauerei: besizer Thüringens beschlossen in einer in Erfurt abgehaltenen Zusammenfunft, vom 1. August ab einen Aufschlag von 2 M. für den Hektoliter einzuführen.
† Deutscher Barbier, Friscur- und Berrückenmachertag. In Leipzig tagte der 35. Verbandstag der Barbier-, Friseurund Perrückenmacher- Innungen. 139 Innungen waren durch 339 Stimmen vertreten. Dem Verbande gehören 363 Jnnungen mit 19 220 Mitgliedern an, die 10 864 Gehilfen und 9687 Lehrlinge beschäftigen. Das Vermögen des Verbandes be ziffert sich auf 34 668,80 m.
† Der Bund gegen die Fahrpreis- Erhöhungen. Angesichts der durch die Fahrkartensteuer bedingten Einführung der Fahrkarten- Preise hat sich mit dem Size in Hannover- Waldhausen ein Bund gebildet, dessen Mitglieder sich verpflichten, vom 1. August ab stets eine Klasse niedriger zu fahren, als fie bislang gewohnt waren. Dem Bunde gehören schon 100 000 Mitglieder an, die sich aus allen Ständen rekrutieren.
† Ein Millionenkrad). Der in Stonturs geratene Bauunternehmer Philipp Welter in Frankfurt a. M. ist wegen Verdachts betrügerischer Manipulationen verhaftet worden. Die Passiven betragen etwa 1 300 000 m., denen kaum Akiva gegenüberstehen. Viele kleine Leute sind schwer geschädigt.
+ Ein Eisenbahner als„ Attentäter". Vor einiger Zeit machte eine Meldung großes Aufsehen, nach der auf den Schnellzug Trier- Aachen ein Attentat verübt sein sollte; man nahm an, daß die Frevler den Großfürsten Wladimir von Rußland in dem Zuge vermutet hätten und daß diesem der Anschlag gegolten habe. Der Streckenwärter hatte noch rechtzeitig entdeckt, daß der Zug durch mehrere an die Schienen geschraubte Laschen zum Entgleisen hatte gebracht werden sollen. Jezt hat sich herausgestellt, daß der Wärter selber dieses Werk vollbracht hatte, um die für die Verhütung des Unglücks übliche Belohnung zu erhalten. Der Mann hat bereits ein Geständnis abgelegt und ist in Untersuchungshaft
genommen.
† Selbst gerichtet. Der Eigentümer Sell in Nadelsiz in Pommern, der die eigene Frau in schrecklicher Weise ermordet hatte, ist im Walde bei Greifenberg erhängt aufgefunden. Wie jetzt befannt wird, hatte die Frau ihrem Manne am Tage vor dem Morde ihre Mitgift testamentarisch vermachen wollen, hatte dann aber ihre Absicht wieder aufgegeben. Aus Wut hierüber hat Sell sie mit einer Kartoffelhace erschlagen.
† In blinder Wut. In Geiselwind in Bayern wurde ein junger Bauer, der auf dem Tanzboden eine Kauferei angefangen hatte von den Gensdarmen aus dem Lokal ge= wiesen. In der Erregung holte er seine doppelläufige Büchse und gab auf die beiden ersten Personen, die das Haus verließen die Schüsse ab. Cr traf nur zu gut. Ein Bauerssohn aus Hombeer sank todt zu Boden, ein anderer aus Geiselwind war so schwer verlegt, daß er bald darauf verschied. Der Täter ist flüchtig.
† Spielen mit der Schlange. Ein junger Schlosser in Saargemünd fand im Walde eine Schlange, die er für eine ungefährliche Ringelnatter hielt. Er fing sie und spielte mit ihr. Das Reptil biß ihn in die Hand, aber er beachtete die Wunde nicht. Bald schwoll der Arm an, und der Bedauernswerte mußte an dem Biß sterben. Er hatte mit einer Kreuzotter sein Spiel getrieben.
Kampf mit Gensdarmen. In St. Etienne kam es zu Heftigen Zusammenstößen zwischen ausständigen Arbeitern und Gensdarmen. Die Ausständigen machten den Versuch, eine Brücke mit Dynamit in die Luft zu sprengen. Dreißig Gensdarmen wurden verletzt. Diese gaben Feuer, ein Arbeiter wurde getötet.
Tages- Chronik.
Hamburg, 25. Juli. Hier und in Mtona haben sich mehrere Fälle von Hißschlag zugetragen, von denen einer tödlich verLaufen ist.
Stettin, 25. Juli. Nach dem Genuß neuer, noch unreifer Kartoffeln ist der Chemiker Bothke infolge Solanin- Vergiftung gestorben. Mannheim, 25. Juli. Ein Wolkenbruch hat die Tabak- und Hopfenernte in Freudenheim vernichtet. Die Ortschaft ist überschwemmt. Die Haustiere sind zum Teil in den Ställen ertrunken. Langendreer, 25. Juli. Hier richtete ein wolkenbruchartiger Gewitterregen große Verwüstungen an. In der Gasanstalt ver. löschten die Kessel; die Stadt wird 14 Tage ohne Gasbeleuchtung sein. München, 25. Juli. Die Preisverteilung bei der Herkomer. Automobilfahrt ist endgiltig umgestoßen worden, da der Kaiserliche Automobilklub die Berechnung der Geschwindigkeit für das Forsten rieder Rennen für unrichtig ertlärt hat.
Die„, Boruffia"-Katastrophe. § Dortmund, 25. Juli
( Sonder- Bericht.)
Die weitere Verhandlung zeigt immer deutlicher, daß auf der Zeche ,, Borussia" vieles im Argen war, daß die Belegschaft für den Fall des Eintretens von Grubenbränden gar nicht instruiert war und deshalb, als der Brand bemerkt wurde, sofort den Kopf verlor und nur an ihre eigene Rettung dachte.
Einer der Zeugen, Betriebsführer Horstmann, der früber Reviersteiger auf ,, Boruffia" war, befundet, geseben zu haben, daß die Leute am Füllort das Feuer anfangs rubig brenneu ließen, ohne sich um dessen Löschung zu bemilben. Der Zeuge bat, aus Berseben" den Absperrbahn der Wasserleitung&
gedreht, weil er ihn für einen Hydranten gehalten bat. Wenn ein Betriebsführer so wenig bt den Grubenanlagen Bescheid weiß, daß ihm ein soidics Verfeyen pajferen iann, dann darf man fich nich: wundern,
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Die Arbeiter selbst so ratios bem Unglüd überstanden. Vom Sachverständigen, Bergovecisdirettor Meyer- Herne nach der Beschaffenheit der Bezieiclung befragt, erflärt der Zeuge Horstmann diese sir unnötig, weil an den Arbeitsorten genügende Feuchtigkeit vorhanden war. Zeugen vernommene Arbeiter befunden demgegenüber, daß der Kohlenstaub so hoch gelegen habe, daß die Arbeiter aus Langeweile Figuren darin gemalt haben. Auch bei den Schüssen sei jedesmal eine furchtbare Staubwolfe ausgewirbelt worden, sodaß sie die Augen ganz voll beiommen hätten. Die Fahrten im Despeler Luftschacht, der damals den einzigen Rettungsweg bildete, befanden sich nach Ansicht der Arbeiter in einem miserablen Zustande", die Leitern waren völlig morsch. Es ist als ein Wunder zu bezeichnen, daß an dem Unglückstage, als gegen 300 Mann die Leitern hinauf flüchteten, fein Unfall vorfam und die Leitern standhielten. Dem Zeugen Horstmann, dessen Aussagen große Bewegung im Zuschauerraum hervorrufen, wird Don dem Sachverständigen der Vorwurf gemacht, er habe sich nie so, wie es seine Pflicht gewesen wäre, um die Feuerschutzmaßnahmen auf der Grube gefümmert, er wußte, daß sie höchst mangelhaft maren und hat trotzdem, außer in einer beiläufigen Bemerkung zu dem Angeklagten Rüther, dieses Uebelstandes an maßgebender Stelle Erwähnung getan. Der fönigl. Bergrat Sarter Gladbeck wurde ver die Abschlußvorrichtungen auf der Borussia" vernommen, und erklärt, die ,, Borussia" sei überhaupt das Schmerzenskind der Bergbehörde gewesen, und mußte häufiger als andere Zechen amtlich befahren werden, weniger der Feuersgefahr wegen, als wegen der allgemeinen Lage in der Grube, die mancherlei Gefahren bot. Die Feuersgefahr wurde dabei viel weniger in Betracht gezogen. Es tamen oft Karambolagen vor, der Förderkorb blieb mehrfach hängen und der Wasserdurchbruch war ziemlich start. So mußten wir der Grube größere Auf merksamkeit zuwenden, speziell auch der Kohlenstaubgefabr wegen. Ich ließ deshalb durch besonderen Anschlag die Leirgs schaft auffordern, besser zu berieseln. Zu einer solchen Waz nahme haben wir sonst auf feiner anderen westfälischen Zeche Anlaß gehabt.
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Man geht wohl nicht fehl anzunehmen, daß alle diese Uebelstände schon beseitigt wurden, ehe der Prozeß begann, sodaß wenigstens jeßt, nachdem das Kind in den Brunnen gestürzt ist, gleichartigen Statastrophen vorgebeugt ist.
Aus dem Gerichtsfaal.
A. S.
§ Zu Tode mißhandelt. Wegen unglaublich roher Mißhandlungen ihrer Dienstmagd Friederike Schotte hatten sich bor der Straffammer Hildesheim der Landwirt Friedrich Hoppe aus Groß- Himstedt und seine Ehefrau zu verantworten. Die Aermste ist jetzt tot, in völlig verwahrlostem Zustande ist sie bereits im letzten Herbst gestorben. Noch zwei Tage vor ihrem Tode, als sie halb besinnungslos in Krämpfen an Boden lag, hat Hoppe sie roh aus der Tür geworfen und in eine Ecke geschleudert. Als das Mädchen am 20. Oktober in ihrem Bette tot aufgefunden wurde, sagte Frau Hoppe: Wenn die tot ist, kommen wir alle ins Hundeloch; dann meinen sie, wir hätten sie totgeschlagen." Das Urteil lautete, einschließlich einer bereits vor einiger Zeit in dieser Sache erkannten Strafe, gegen den rohen Dienstherrn auf 13 Jahr, gegen seine Frau auf 4 Jahr Gefängnis.
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Bakschisch.
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Bilder von den Strafsen Stambuls. Die Moral der Ganz-, Halb- und Vierteltürfen." Führer" und Leprakranke. Liebenswürdige Zigeuner. Der Mann mit dem Patriarchenbart. Hellas Tochter. Der Bettler als Wohltäter. Konstantinopel, im Juli.
Die Bakschischbettelei ist eine der Plagen, die man, wie etwa den ständigen Anblick mit den Folgen ekelhafter und ansteckender Krankheiten behafteter Menschen über sich ergehen lassen muß, wenn man den Orient und seine Wunder kennen lernen will. Natürlich ist sie auch in der Türkei zur Genüge entwickelt, wenn auch nicht ganz so sehr, wie z. B. überall in Nordafrika. Wer nur Konstantinopel gesehen hat, wird nicht glauben wollen, daß es irgendwo in der Welt in diesem Bunft noch schlimmer sein könne, als dort; ein halbes Stündchen Aufenthalt auf der Terrasse eines der Cafés an der Place de la république in Algier würde ihn aber schnell eines anderen belehren. Die Kellner sind dort genötigt mit richtigen Fuhrmannspeitschen das Cesindel, das ihre Gäste behelligt, alle Augenblicke auseinander zu jagen. Solcher Gewaltmaßregeln bedarf es hier in Konstantinopel nicht; die Ursache liegt daran, daß der Türke selbst sich an der Bakschischbettelei nicht beteiligt. Lachen Sie nicht: der Türke bittet niemals um Bakschisch! Er nimmt Batschisch, selbstverständlich, nimmt ihn rechts und links, wo er ihn be= kommen fann er fordert Bakschisch, er verhandelt über Bakschisch und erpreßt ihn unter Umständen, aber- er erbettelt ihn nicht. Das Betteln, insbesondere die Straßenbettelei, überläßt der Gentleman des Orients" untergeordneteren Zeitgenossen, überläßt er den nicht türkischen Untertanen des Großherrn, Griechen, Armeniern, Kurden, Tartaren, Arabern, Zigeunern, und dem Abhub Europas, dem verbrecherischen Gesindel, das in den Spelunken Galatas sein Dasein fristet.
Bakschisch und Bakschisch ist zweierlei. Der Bakschisch des Straßenbettlers ist etwas anderes als der Bakschisch im Verfehr mit irgend welchen Vertretern der Staatshoheit, etwas anderes, als der Bakschisch im faufmännischen Leben und in der Politik, die, nebenbei bemerkt, sich am goldenen Horn immerfort berühren. Wer im Orient leben und sich in ihn hineinfinden will, muß vor allen Dingen alle europäischen Grundanschauungen, alle europäische Logik, und alle europäische Art zu folgern, hinter sich lassen. Er muß auch, wenn er nicht zu ganz verkehrten Manövern kommen will, die Gesetze der gesellschaftlichen Moral Europas beim Türken nicht vorausseßen. Der Türfe hat eine andere Moral als wir; u. a. erscheint ihm das Trinkgeldnehmen durchaus nicht unanständig, durchaus nicht demütigend für den Empfänger. Jedermann nimmt hier Bakschisch, Effendi; sogar ich, wenn Sie befehlen!" erklärte mir gleich nach meiner Ankunft ein Landsmann, der seit vielen Jahren im Dienst des Sultans eine angesehene Stellung einnimmt und zu drei Vierteln Türfe geworden ist. Auch der Sultan nimmt Batschisch. Aber kein Türfe bettelt, am wenigsten auf der Straße.
Der Batschisch ist in der Türkei sozusagen eine legitime und zwar eine sehr lohnende Einnahmequelle. In gewissem Sinne ist er eine Staatseinrichtung. Jedenfalls werden
niemand beim Erheben von Bakschisch Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Auch nicht den kleinen Schächern, die ihn am Wege eintreiben.
Sehen wir uns für heute zunächst diese kleinen Schächer etwas näher an.
Die niedrigste Gestalt unter den Konstantinopler der bet Straßenbettlern ist der biedere Landsmann, der Anfunft eines Schiffes oder eines Eisenbahnzuges am Bollwert oder Bahnhof zufällig" bereit steht, den An= ömmling mit mehr oder weniger gut gespieltem Entzücken über den Klang heimatlicher Laute willkommen zu heißen. Man halte sich derartige Burschen vom Leibe; es sind Ehrenmänner dunkelster Art, die sehr genau wissen, warum sie den Aufenthalt am goldenen Horn dem in irgend einem Kulturstaat vorziehen. Manchmal bieten sie sich als ,, Führer" in; man lasse sich auf nichts ein, Führer gibt es genug im Hotel. Wenig sympathisch ist auch die Berührung mit Ausäßigen, die sich von einem Begleiter herumführen lassen. Obgleich die Lepra feineswegs so ansteckend ist, wie man im Bublikum im allgemeinen annimmt, wandelt den Neuling Im Orient doch meist Entsetzen und Grauen an, wenn ihm ber Kranke wortlos, aber nachdrücklich, unversehens in den Weg tritt und seine verstümmelten, zerfressenen Glieder enthüllt. Natürlich sucht er dann durch Opferung einer fleinen Münze sich so schnell wie möglich loszukaufen. Das Gros ber Straßenbettler stellen die Zigeuner. Die Art, in der namentlich Weiber und Mädchen mit ausgestreckter Hand und einschmeichelndem Lächeln ihr Backschich, Effendi, Backschich!" vorbringen, hat etwas so bestrickend Liebenswürdiges, daß es lange dauert, bis man es fertig bringt, ihnen den erbetenen Metallique vorzuenthalten, wie man es schließlich doch wohl oder übel tun muß. Ein merkwürdiges Volk! In den Lumpen, bei all ihrem Schmutz und ihrer Unwissenheit haben diese Frauen eine sprudelnde Lebendigkeit, eine überraschende Grazie in ihrem Auftreten. Und da von zehn Bettlern, die einen anfallen, neun Zigeunerinnen sind, kommt man schließlich zu dem Eindruck, daß nirgends in der Welt so sympathisch gebettet wird, wie in Konstantinopel. Bettlertypen find ferner der alte Araber mit dem Patriarchenbart, der mit gekreuzten Benten ergebungsvoll am Wege hockt, oder der invalide riesige Neger in derselben Haltung neben ihm. Beide brummen fromme Sprüche vor sich hin, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Endlich gehört die ältliche ärmlich gekleidete Griechin mit den feinen Zügen und dem ver härmten Aussehen hierher, die in der Nähe der Tunnelbahn in Pera milde Gaben entgegen nimmt. Sie sitzt auf einem Stuhl, der ihr gesamtes Geschäftsinventar darstellt; nach Einbruch der Dunkelheit wandert sie mit diesem Stuhl vor das von Europäern vielbesuchte Café Tokatlia, in der Grand rue Pera, um dann dort, so lange noch Gäste zu erwarten sind, mit dem immer gleichen rührend flehenden Augenaufschlag ihrem Ver dienst nachzugehen. Diese Dame ist sehr interessant, sie gilt für unheimlich reich; ihr Geschäft, das sie seit vielen Jahren betreibt, soll ausgezeichnet gehen. Auch die anderen Bettler haben Vermögen, besigen immer etliche Pfundstücke, ohm dak der Orientale an ihrem Treiben Anstoß nimmt.
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Das Batschischnehmen ist eben ein Geschäft in der Türkei, wie jedes andere auch. Der beste" Kunde" der Bettler is nicht etwa der Fremde, auch nicht der Türke, sondern der abergläubische Grieche; er gibt nur, weil er von dem lieben Gott erwartet, daß der ihm den Betrag anständig verzinsen wird. Der Türke sucht sich auf einem ähnlichen Wege Allahs Gunst in besonderen Fällen zu sichern; er spendet dann nicht Bakschich an Bettler, sondern kauft für etliche Piaster Brot und verteilt es an die Straßenhunde. Der Bakschichempfänger kann auch dankbar sein. Ein Straßenbettler stellte einem griechischen Kaufmann, der ihm jahrelang im Vorübergehen jeden Morgen einen Mettalique verabfolgt hatte, eines Tages, als der Kaufmann in Geldverlegenheit war, ohne weiteres mehrere hundert Pfund türkisch in Gold zur Verfügung. Die Ansummung solcher Beträge ist natürlich nur möglich, weil der Bettler, wie der Orientale niederer Stände überhaupt, für seinen Unterhalt fast nichts ausgibt. Ewas Salat, etwas
Obst und viel Wasser, das ist alles, was er braucht. Man muß türkische Verhältnisse aus den türkischen Anschauungen und Sitten heraus beurteilen. Die europäische Presse entsetzt sich, wenn sie hört, daß irgendwelchen Beamten oder Militärs Monate lang ihr Gehalt nicht ausgezahlt worden sei. Wie sollen da die armen Leute bestehen? Nun, die armen Leute erheben in der Zwischenzeit einen Ertra bakschisch, das ist alles.
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Vermischtes.
Peregrinus.
- Der fparfame Kunstmäcen. Eine noch unbekannte Episode von einem fürstlichen Besuch bei Reinhold Begas hat der jetzt fünfundsiebzigjährige Meister jüngst erzählt. Zu den Verehrern des Altmeisters Begas gehörte auch ein jetzt schon verstorbener Fürst, der, wenn er in Berlin weile, Jern im Atelier des Beilhauers erschien. Einst fesselte ihn bort ganz besonders die Afifigur des Hermes, der Geld in jeinen Beutel zählt. Das ist ja eine wundervolle Figur", clef er„ schicken Sie mir die!" Der Professor, sehr erfreut, das Werk endlich an den Mann zu bringen, fragte: n welchem Material wünschen Hoheit die Figur?" graphie, Photographie!" lautete die Antwort.
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Photo
Gine merl Se Dorfes Polje
arbeitende Landleu dumpfem, unterird Male brach aus entwurzelte Waldb eriolgte in der Feu der Berg fit spalt
Hauch verbreitete cewaltigen Luftdrug
Sanditraße gehende wo die Feuerläule a nadh Bech riechen meriwürdige Natur
werden.
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Die explo trant, infolge eine Stro- Gluzerin. 6 Landstraße aufgefu vor ein Herdjeuer explodierte aber und zerstörte das aus Amerita, gleich 40-50 feft
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Landesuniverfitat D Jum ordentlichen Pr Dom 1. Auguft an e ** Uebertrag Budwig Klinge felle an der Gemeind ** Heute feiern feft. Welche Rolle bereitungen hervor, d teiligten in Atem erho
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Der eifersüchtige Droschkenbesitzer. In Paris be merkten zwet Radfahrerpolizisten nachts eine im tollften Galopp dahinrasende Droschke, aus deren einem Fenster eine meibliche Person sich weit hinausbeugte und mit gellender Stimme um Hülfe rief. Die beiden Beamten schwangen fich jofort auf die Räder, sausten dem geheimnisvollen Gefährt nach und versuchten, den Kutscher der Droschte zum Halten zu bringen. Der Rosselenter überhäze die Polizisten mit Schmähreden und jagte weiter, bis das völlig erschöpfte Pferd zusammenbract. Der Kutscher wurde verhaftet und erzählte, er hege gegen seine Frau den Verdacht ehelicher Untreue und aus diesem Grunde habe er die Fahrt auf Leben und Tod unternommen.
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"
Mit Mississippi- Waffer getcuft. Taufwasser au bem Mississippi ist mühsam nach London befördert worden, bamit der Sohn des Herzogs und der Herzogin von Manchester mit diesem Wasser getauft werde. Die Herzogin bon Manchester ist nämlich an den Ufern des Vaters der Ströme", bei Ravenswood in Louisiana, geboren worden. Das Mississippiwasser ist so mit Schlamm und Unrat durch setzt, daß es nicht einmal zum Waschen gebraucht werden lann, ohne vorher abgefocht zu werden. Die Herzogin aber legte gerade auf dieses schmutzig- gelbe Wasser so großen Wert, baß sie das Gefäß versiegeln und eine Bescheinigung des Friedensrichters beijügen ließ, das es auch wirklich Mississippi wasser wäre.
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Breußis
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Monat des Borjahres
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