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Teinen, blonden Schnurrbart hat, teilte, bevor er flüchtig wurde, seinem Freunde mit, daß er über Berlin nach Amerita reisen wolle.

Auf den Spuren eines Mörders. Die Vermutung, daß der Arbeiter Schilling der Urheber der in den lezten Tagen bei Schandau verübten Mordtaten wäre, hat ihre Bestätigung gefunden. Die Polizei legte eine Photographie des Genannten der im Krankenhause hefindlichen überfallenen Botenfrau Richter aus Herrnsfretschen vor, welche sofort in dem Bilde ihren Angreifer wieder erkannte. Der Mörder ist jedoch trotz eifrigster Verfolgung noch nicht gefaßt worden. Er dürfte über die böhmische Grenze entkommen sein.

Der offene Gashahn. Zwei Brüder sind in Eims­büttel bei Hamburg einer Gasvergiftung zum Opfer gefallen. Sie sollten die Wohnung ihrer Mutter renovieren und blieben dort über Nacht; ihr Bett stand in der Küche neben dem Gaskocher. Am Morgen fand die Mutter den einen Sohn tot, den andern schwer betäubt vor, jedoch ist Hoffnung vor­handen, daß er am Leben bleibt. Das Unglück ist dadurch entstanden, daß der Hahn des Gastochers offen stand.

Von einem Briefkasten erschlagen. Das neunjährige Töchterchen des Lokomotivführers Wilhelm in Hunstorf, das nach dem Bahnhofe gegangen war, um seine Mutter abzu­holen, hängte sich an den vor dem Stationsgebäude an­gebrachten Briefkasten. Dabei löste sich der schwere Kasten von der Wand und stürzte auf das zu Boden fallende Kind, welches einen Schädelbruch erlitt und kurz darauf starb.

Raubmord auf der Straße. In Petersdorf bei Friesoythe wurde bei Tagesgrauen der Landwirt Strathmann vor der Thobenschen Wirtschaft ermordet und beraubt aufgefunden. Der Täter hat sein Opfer nach der Tat schwer verstümmelt. Die Person des Raubmörders ist unbefannt.

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Eigenartiger Unfall. Bei einer Kneiperet, die von Rekruten des Linienschiffes Elsaß" in Brodersdorf bei Kiel unternommen wurde, stieg die Fröhlichkeit so weit, daß die Leute zu tanzen anfingen. Hierbei wurde der Tisch ums gestoßen, auf dem das Bierfaß lag. Dieses fiel dem Rekruten Sch. auf das Geficht und der Messingbahn drang ihm ins Auge, außerdem erlitt er am Kopfe nicht unbedeutende Ver­legungen. Der Unglückliche, der furchtbare Schmerzen aus­stand, wurde von seinen Kameraden nach Fort Röbstorf getragen und erhielt dort einen Notverband. Hierauf schaffte man ihn nach dem Stationslazarett in Kiel, wo sofort auf ( operativem Wege das Auge ausgenommen werden mußte.

Bergrutsch im Enlengebirge. Auf der Zahnradstrecke der Eulengebirgsbahn hat zwischen Silberberg Stadt und Silberberg Festung ein erheblicher Bergrutsch stattgefunden und wird noch ein weiteres Nachrutschen befürchtet. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten; Menschen sind nicht zu Schaden gekommen.

+ Selbstmord eines Bankiers. Der Londoner Bankier B. Mc. Fadyen, Chef der Firma Mc. Fadyen& Co., die die Bahlungen eingestellt hat, beging im Eisenbahntunnel Selbst­mord. Die Firma unterhielt hauptsächlich mit Indien Handels­beziehungen. Man glaubt, daß der ganze indische Handel durch ihren Zusammenbruch ernstlich in Mitleidenschaft ge= zogen wird. Die mit ihr in Geschäftsverbindung stehende Banffirma Arbuthnot& Co. in Madras hat bereits die Bahlungen eingestellt.

Bunte Tages- Chronik.

Berlin, 23. Oktober. Auf dem Polizeirevier 98 in der Rykestraße wurde heute der Arbeiter Adolf Schütte unter dem Verdacht eingeliefert, am 28. März d. J. das Ehepaar Reichert in Schöneberg ermordet zu haben. Auf die Ergreifung des Doppelmörders waren 1000 Mark ausgesetzt.

Magdeburg, 23. Oktober. Hier hat ein Banklehrling mit einer gefälschten Quittung bei einer Bank 15 000 Mart erhoben und wurde damit flüchtig.

Leipzig, 22. Oktober. Professor Dr. Friedrich Hesse, Direktor des zahnärztlichen Instituts der Universität, ist im Rosental erschossen aufgefunden worden. Er war seit längerer Zeit wegen Krankheit beurlaubt.

den Hund an beiden Ohren und ritt auf dem tobenden Vieh etwa 30 Schritt zum Tore hinaus. Hinter dem Gehöft fam der Hund auf Sturzacker auf den Rücken zu liegen. Der tapfere Mann hielt mit eiserner Kraft das eine Ohr des Tieres fest und schüttete ihm Lehm in den aufgesperrten Rachen, den das wütende Tier gierig schluckte, bis es fast erstickt war. Sokolowski warf das noch lebende Tier dann auf den Bauch, Hemmte es zwischen die Beine und schleppte es auf den Hof zurüd, wo es mit einer Forte gänzlich getötet wurde. Der Tierarzt stellte an dem Tiere höchste Tollwut fest.

Stuttgart, 23. Oktober. Zwischen dem Hoftheater- Inten danten Baron von Putliz und dem Chefredakteur Dr. Karl Anton Piper fand ein Pistolenduell statt, das unblutig verlief.

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Versunkene Millionen. Jm Oktober 1799 ging in der Nähe von Zeeland das Schiff ,, Die Lutine" mit sehr tostbarer Ladung, die hauptsächlich aus Gold im Wert von zwanzig Millionen holländischen Gulden bestand, im Sturme ainter. Seither ist nicht viel mehr als eine einzige Million gehoben worden, obgleich vier Versuche zur Hebung des Schiffes im Laufe der Jahrzehnte angestellt wurden. Der erste Versuch wurde im Jahre 1800 gemacht. Während der nächsten fünfzig Jahre versank das Wrack so tief im Sande, daß es damals nicht mehr erreicht werden konnte. Das zweite Mal ging man 1857/61 an das Schiff heran, und es wurde wie 1800 auch etwa eine halbe Million zu Tage gefördert. Der dritte Versuch wurde 1886/91 unternommen, der letzte 1894/95, wobei aber so gut wie nichts aus dem Meere Heraufgeholt werden konnte. Jezt regen holländische Blätter aufs neue die Frage an, ob ein abermaliger Versuch zur Hebung des Schiffes nicht lohnend wäre.

Rothenbach, 23. Oktober. In der Nähe von Schwarz­waldau wurde eine Frau, die Verwandte nach dem Bahnhof Rothenbach begleitet hatte, auf dem Rückwege der Schädel eingeschlagen und der Hals durchschnitten. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Jülich, 22. Oktober. In Uderath zündeten mehrere Kinder auf dem Felde Feuer an, wobei ein Kind den Flammen­tod fand. Die herbeieilende Mutter erlitt schwere Brand­wunden.

Vörde, 23. Oktober. Der Wirteverein gründete aus Rücksicht auf die Bierpreiserhöhung eine Genossenschafts­brauerei und kaufte die Altenlohesche Brauerei für 250 000 Mart.

Odessa, 22. Oktober. Graf Karl Szibor Marchoßzki er= schoß auf seinem Gute seine Frau, seine 22 Jahre alte Tochter Eugenie und die 16 Jahre alte Augusta. Die Ursache dieser schrecklichen Vorgänge wird auf häusliche Konflikte zurüd­geführt. Der Graf ist Vater von elf Kindern.

Außerordentliche

Stadtverordneten- Versammlung.

Gießen, 23. Oktober.

Die elektrische Straßenbeleuchtung besonders die des Seltersweges stand als einziger Punkt auf der Tagesordnung. Oberbürgermeister Mecum eröffnete 1/26 Uhr( eine Sigung der Gas- und Wasser werk- Kommission war vorausgegangen) die Sitzung und erwähnte, daß von einem Herrn( Stadtverordneter Kirch D. R.) bei Punkt: bessere Gas- Beleuchtung des Seltersweges, angeregt wurde: die Einführung der elektrischen Beleuchtung mit in Erwägung zu ziehen. Wenn in der Stadt das Gerücht im Umlauf set, ich, so bemerkte der Oberbürgermeister noch hinzu, wäre gegen die elektrische Straßenbeleuchtung, so ist das ein großer Irrtum. Sofort nach der letzten Sizung hat der D.-B. gemäß des Beschlusses der Stadtverordneten­versammlung mit der Gas- und Wasserwerk- Deputation einen Voranschlag für elektrische Beleuchtung des Selters­weges insbesondere und einen Voranschlag für die elektrische Beleuchtung der Hauptstraßen und Pläge ausarbeiten lassen; nämlich der Straßenzüge:

Turin, 22. Oktober. Auf der Linie Turin- Modane bei Collegno stieß ein aus Frankreich kommender Schnellzug mit einem Güterzug zusammen. Vom Eisenbahnpersonal sollen zwei getötet und zahlreiche Reisende verwundet sein. Der Materialschaden ist bedeutend.

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Vermischtes.

Einbrecherpech. Ein Geldschrankfnader" hatte die von seinem Standpunkt aus löbliche Absicht, den Tresor eines Mäntelgeschäfts in der Jägerstraße in Berlin einer un­vermuteten" Revision zu unterziehen. Der Geldschrank war verschlossen und der Herr Revisor" wollte den Besitzer des Geschäfts rücksichtsvoller Weise nicht erst wecken und wandte deshalb einige Sprengmittelchen" an. Ein Erfolg wurde auch erzielt, jedoch nicht der beabsichtigte, dem Revisor" wurde die Schädeldecke zertrümmert. Als der Besitzer morgens sein Kontor betrat, fand er eine Leiche vor.

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1. Bahnhofstraße, Marktstraße, Marktplag, Kirchen­und Lindenplatz und Wallthorstraße;

2. Seltersweg, Kreuzplatz und Mäusburg; 3. Neustadt, Schulstraße, Neuenbäue, Gartenstraße und Ludwigsplatz und

4. Landgraf Philipp- Plaz und Brandplatz.

ibe, muffe bie hillige fein. Berr Bräutiga laffen frei lägt. Bon einer Refolutio vielmehr bei ber fie, den Vortrag gen und ihn dann

gefallen ist, die nur dadurch wurde, weil für bessere Gasbeleuchtung im Seltersweg von der Stadtverwaltung 1500 Mt. beantragt waren. Er sei der lezte, der eine Straße bevorzuge. Der Antrag auf bessere Beleuchtung des Seltersweg lag vor und noch dazu die Forderung einer solch hohen Summe, so daß er es für richtig hielt wenn schon jegt dort die elektrische Beleuchtung in Darauf wurde die Einführung Anwendung fomme.

der elektrischen Beleuchtung für oben genanute Straßen einstimmig beschlossen und ein erstmaliger Kredit von 6000 Mt. bewilligt, unter der Voraussetzung, daß die Hauseigentümer die Anbringung der Rosetten fostenlos geftatten.

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wurde in bie tung des Selters ab, eingetreten. reiben eingelaufen, d meift darauf hin, be der elettrifchen St enpflafter zu lege Reupflafferung des begonnen werden Bürgermeifter um Angelegenheit zu bei den Straßenfre e auf der Südanla

Stadtv. Gabriel wünscht noch, daß bei An­bringung der Bogenlampen im Seltersweg eine solche auch an der Ecke der Plockstraße vorgesehen werden möchte, zumal die Plockstraße doch eine belebte Geschäfts­straße set. Der O.-B. sagte dem zu.

Der schlechte Zustand der Hammstraße am Güter­bahnhof wurde hierauf vom Stadtv. Schmall gerügt und darin vom Betgeordneten Georgi unterstützt. Der O.-B. wird untersuchen ob Besserung schnell möglich ist. Zum Schluß interpellierte Stadtv. Kirch den Ober­bürgermeister wegen den Fortgang der Vorarbeiten für die elektrische Straßenbahn,

deren Jnangriffnahme die Stadtverordneten- Versamm­lung bereits im März gut geheißen habe. In der am Vorabend stattgefundenen und sehr zahlreich besuchten Bürgervereinsversammlung ist ein Schreiben verlesen worden, womit öffentlich darum angefragt wurde. Er wie wohl auch die anderen anwesenden Stadtver ordneten sei dadurch in eine recht bedrängte Lage ge­fommen, weil er selbst über den Fortgang der Vor­arbeiten nicht informiert ist. O.-B. Mecum erflärte, daß die Pläne soweit fertig sind und im nächsten Monat der Gesellschaft vorgelegt werden können.

Bürgerverein Giessen.

( Schluß.)

Für Gießen ist keines dieser Eysteme zu empfehlen, fuhr Rechtsanwalt Leun in seinem Referate über die K an al gebühren fort, denn wir müssen daran festhalten, daß bei uns der Anschlußz wang besteht. Die Aufwendungen für die Kanalisation sind ziemlich bedeutende, die durch die Ranalgebühren voll aufgebracht werden müssen. Wer soll diese nun tragen? In erster Linie tommt die Kanalisation den Hausbesißern zugute, indem ihre Anliegen im Werte steigen, dann aber auch den Mietern, überhaupt jedem Bewohner Die Hausbesizer haben schon besondere Auslagen durch die Hausanschlüsse gehabt und es kann deshalb nur gerechtfertigt erscheinen, wenn sie dafür eine tleine Mietsteigerung vielleicht bis zu 4% ihrer Untoften eintreten lassen. Es muß der Hausbesizer nicht notwendigerweise allein die Roften tragen, sondern auch der Mieter. Es muß aber andererseits vermieden werden, daß der Mieter durch Ab­wälzung die gesamten Steuern zu tragen befommt. Es muß 3. B. berücksichtigt werden, daß der Hausbesitzer jetzt schon die Abfuhrkosten zu bezahlen hat, die ja später in Fortfall fommen. Man fönnte auch daran denken, die Industrie wässer einzuführen und eine Art Vorbelastung zu schaffen. Bar Kostenaufbringung sind von zwei hiesigen Herren Vors schläge gemacht worden.

Diese ganze Anlage, würde 22 000 Mt. fosten, für den Seltersweg allein 3500 Mt. Aufgestellt würden im Ganzen 65 Bogenlampen, davon im Seltersweg 10. Die Betriebskosten belaufen sich auf rund 13 000 mt. Für Verbesserung der Gasbeleuchtung in all den ge­samten Straßen und Plätzen find als einmaliges An­lagekapital rund 7900 Mt. erforderlich. Also ein all zugroßer Unterschied der großen Verbesserung mit elektrischer Beleuchtung ist nicht zu fonstatieren. Nun fommt aber noch hinzu, daß das Gaswerk schon jetzt bald am Ende seiner Höchst leistung angelangt ist. Würde die Straßenbeleuchtung durch Gas vermehrt, dann wäre der Zeitpunkt weit schneller gekommen, ent­weder ein neues Gaswerf zu erbauen oder sich zu um­fangreicheren Vergrößerungen zu entschließen, wozu mindestens 60 000 f. nötig sind. Die Gas- und Wasserk- Deputation ist nunmehr zur Ueberzeugung ge­fommen, daß elektrische Beleuchtung einzuführen rat­samer ist, damit das Gaswerk entlastet wird, und be antragt vorerst die elektrische Beleuchtung für den Selters­weg und dieselbe für oben genannte Straßenzüge je nach dem Fortgang der Verbesserungen der Fußsteige. Diese Nachrichten hatten zur Wirkung, daß/ tel der an­wesenden Stadträte, die vor Beginn der Sizung sich privatim gegen die elektrische Beleuchtung aussprachen, daß auch nicht einer gegen die Vorlage sprach. Noch: mals ausführlich begründete Beigeordneter Georgi die elektrische Straßenbeleuchtung. Vom Gaswerks. direktor Bergen und auch auswärtigen Fachleuten ist es bestätigt worden, daß die Höchstleistung des Gas­werkes bald erreicht ist. Wenn also jetzt und für die nächsten Jahre eine bedeutende Vergrößerung oder gar Neubau des Gaswerfes( ca. 2000000 Mt.) vermieden werden kann, so spart die Stadt schon allein an den Zinsen und Amortisation. Die Stadtverordneten Löber, Schaffstaedt, Petri, Emmelius, Schmall und Heichelheim treten besonders für Annahme der Vorlage ein, betonen aber alle, daß die elektrische Beleuchtung für die vorgenannten Straßen einzuführen sei. Stadtv. Petri frug nebenbei an, ob nicht in den letzten Jahren mit dem Gasglühlicht wesent­liche Fortschritte in der Beleuchtungsstärke erreicht worden sind. Der anwesende Direktor Bergen sagte dazu, daß es eben auch sein Wunsch ist, den eventuellen Neubau so lange hinauszuschieben, bis die Versuche be­ständig zu guten Resultaten führen. Stadtv. Emmelius führt an, daß man in der Bürgerschaft nicht den Ge­danken noch mehr bestärken solle, Gießen habe zu schlechte Straßenbeleuchtung. Dem wolle er entgegen­halten, daß die vor einigen Jahren gemachten Ver­gleiche mit anderen gleich großen Städten sehr zu Gunsten Gießens aussielen. Stadtv. Kirch nimmt vor Ab­stimmung noch das Wort, um festzustellen, daß seine Anregung in der letzten Versammlung auf guten Boden

Kampf mit einem tollwütigen Hunde. Der Grund­besitzer Sokolowski in Nowacken( Ostpreußen) wollte dieser Tage einen großen Hund verjagen, der auf seinem Hofe sich umhertrieb. Plötzlich stürzte der Hund auf ihn los, um ihn zu beißen; S. aber schlug das Tier mit der Faust auf den Schädel, sodaß es zurüdtaumelte. Nun aber raffte sich der Hund auf, stellte sich auf die Hinterbeine und biß den Mann nach dem Geficht. Voller Geistesaeaenwart backte Sofolomafi

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1. Vorschlag: Die Kanalumlagen werden auf 5 Millionen angenommen( die Summe ist aber reine Annahme und als X für die Unbekannte einges Bt. D. R.) Die Unter haltung, Verwaltung, Abnutzung, Abtragung sind mit 10% in Rechnung zu setzten, mithin sind 500 000 Mt. jährlich aufzubringen aus den Wohnungen, die im Kanalnez liegen. Als Grundlage hat der Brandkassenwert und dann das Steuerfapital zu dienen. Ec nimmt für Gießen 2000 Ge bäude mit einem durchschnittlichen Werte von 30000 Mt., also gleich 60 000 000 t. an.

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2. Vorschlag: Die Kanalbautosten belaufen sich auf 4 Mill. Mt.( natürlich ebenfalls nur reine Annahme). Die Summe ist mit 4% zu verzinsen 180 000 Mt., Amorti fation 1% 45 000 Mt. Hierzu treten die obengenannten anderen Ausgaben, sodaß die Summe von 450 000 R erscheint. Den Gebäudewert Gießens veranschlagt er bet 1800 Gebäuden auf 40 000 000 Mt., die 180 000 Mt. decken. Der Rest muß durch Umlagen aufgebracht werden.

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Zum Schlusse faßte der Referent seine Vorschläge zur Kostenverteilung noch einmal zusammen. Es wäre unbillig, sagte er, die gesamten Kosten den Hausbesitzern aufzubürden es wäre unbillig, sie samt und sonders auf die Mieter ab zuwälzen und es wäre unbillig, alles durch allgemeine Um lagen aufzubringen. Empfehlenswert sei, dem Hausbesizer einen großen Teil, es braucht nicht der größte zu sein, vorweg aufzuerlegen und den Rest durch Umlage zu decken. ( Lebhafter Beifall.) Nach einer furzen Pause wurde in die Diskussion einge treten. Als erster Redner ergriff Braurev for Grünig das Wort. Er ist nicht dafür, den Steuerzettel noch weiter in die Höhe zu treiben und die Bewohner rechts der Lahn fönnten doch überhaupt nicht zu den Beiträgen herangezogen werden. Er macht den Vorschlag, die Hälfte den Hausbe. sigern aufzuerlegen und die andere Hälfte durch Umlagen auf zubringen. Die Erhebun nach der Frontlänge verwirft er ebenfalls, dagegen ist er für eine Vorbelastung der Industrie Das einfachte sei, den Brandkassenwert as Maßstab zu den Kanalbeiträgen zu nehmen, daun brauche man in tomplizierte Rechnerei sich nicht einzulassen.

Rechtsanwalt Leun fann ihm nicht zustimmen. Er hält die Berechnungen nach dem Wietwert nicht für gar zu kompliziert. Zudem dürfe man eine Aufgabe aus Gründen ihrer Kompliziertheit nicht umgehen, wenn durch sie eta gerechtes Verhältnis geschaffen werden könnte. Bei einer Anlage wie die Kanalisation, die so tief in das soziale Leben

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