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Eilenbahnkatastrophe in England.

Noch ist das letzte schwere Eisenbahnunglück in England in deutlicher Erinnerung und schon bringt der Draht die Trauerkunde von einer neuen Katastrophe, die in ihren Wir­fungen gleich furchtbar ist: Der Schottland Expreß ist bei Grantham über eine Brücke abgestürzt, die Wagen bilden einen wüsten Trümmerhausen, zehn Personen sind tot, sechszehn wurden schwer verletzt.

Als vor wenigen Monaten fast an der gleichen Stelle die Entgleisung eines mit amerikanischen Dampferpassagieren gefüllten Zuges so schwere Opfer forderte, da wurden in der gesamten englischen Presse Stimmen laut, die alle Schuld der Eisenbahnverwaltung zuschoben. Zwei Linien sind es, welche den Verkehr zwischen London und den Häfen vermitteln. Die Züge dieser beiden Konkurrenzlinien fahren mit einer Geschwindigkeit, die weit über die Grenzen des Erlaubten hinausgeht, nur um die Konkurrentin in Bezug auf schnellere Beförderung der Passagiere aus dem Felde zu schlagen.

Der Schottland Expreß hatte King- Croß- Station ver­lassen. Die Abteile des Schnellzuges waren vollbesetzt. In unmittelbarer Nähe der Station Grantham der Greath Northern Line entgleiste der Zug, der auf ein Nebengleis geraten war und dessen Bremsen versagten, urplöglich. Die Lokomotive und einige Waggons fielen über eine Brücke, etwa 10 Meter hoch, hinunter und bildeten dort eine wirre Trümmermasse. Aus den Trümmern, die binnen kurzer Frist zu brennen anfingen, tönten herzzerreißende Hilferufe der unter ihnen begrabenen Passagiere. Mit lobenswerter Schnelligkeit und Umsicht wurde sofort versucht, die Reisenden aus den rauchenden Trümmern hervorzuziehen und hatten diese Bemühungen auch an vielen Stellen Erfolg. Aerzte waren ebenfalls schleunigst herbeigeholt worden, sodaß den schwer­berlegt hervorgezogenen alsbald Hilfe zuteil werden konnte. Von ihnen starben jedoch vier auf dem Transport nach dem Krankenhaus, während zehn Passagiere nur noch als Leichen aufgefunden wurden. Es ist nur der energischen Hilfsaktion der Eisenbahnbeamten und einiger herbeigeeilter Herren zu verdanken, daß diejenigen Passagiere, die bei der Katastrophe selbst unverlegt blieben, nicht in den brennenden Trümmern lebendig verbrannten oder erstickten.

Die Ursache der Katastrophe ist noch nicht völlig auf­geklärt. Man nimmt an, daß der Schnellzug infolge falscher Weichenstellung auf ein Nebengleis geriet und daß, als man den Irrtum bemerkte und den Zug zum Stehen bringen wollte, die Bremsvorrichtungen versagten. Es ist wohl an­zunehmen, daß sich die Regierung nun endlich energisch ins Mittel legt, um jenem menschenmordenden Wettfahren der Eisenbahnzüge ein Ende zu machen.

Nab und fern.

Drahtlose Verständigung zwischen Nanen und Peters burg. Wie aus Petersburg telegraphiert wird, ist man in der russischen Hauptstadt von dem Erfolg der Versuche mit drahtloser Telegraphie nach dem System Popow- Telefunken," die zwischen Petersburg und Nauen bei Berlin vorgenommen wurden, sehr befriedigt. Die auf der deutschen Station auf­gegebenen Zeichen konnten in Petersburg genau aufgenommen werden.

Die Erde bebt. Die finsteren Gewalten im Innern unseres Planeten sind immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Aus Italien kommen verschiedene Meldungen von mehr oder minder heftigen Erdstößen.

Palermo, 19. September. Die Erderschütterungen bauern fort; zwei merkbare Stöße erfolgten 9 Uhr vor­mittags und 1 Uhr nachmittags. Von außerhalb werden hauptsächlich Erderschütterungen aus Trabia und Termini ge­meldet. Der Erdstoß um 1 Uhr hat in beiden Orten die Häuser derart beschädigt, daß sie fast unbewohnbar geworden find. Die Einwohner beider Orte verlassen ihre Wohnungen und lampieren unter Zelten. Die Ortsbehörden verlangen Zelte und Lebensmittel und die Behörden in Palermo suchen die Bedürfnisse nach Möglichkeit zu befriedigen.

Villaveria, 20. September. Gestern wurden hier neue Erdstöße verspürt. Der Fluß Rossa da Toera ist aus den Ufern getreten und hat die Stadt überschwemmt. Mehrere Personen, darunter der Bürgermeister, sind ertrunken.

Wien, 20. September. Aus Toblach wird gemeldet, daß im Ampezzotale in vergangener Nacht vier leichte Erd­stöße verspürt wurden.

Großfener im Dock von" uenos Aires. In einem Dock in Buenos Aires, in dem europäische Waren lagern, ist Feuer ausgebrochen, das großen Schaden angerichtet hat. Die Dampfschiffe, die in der Nähe lagen, haben ihre Liegeplätze berlassen und sind nicht gefährdet worden. Der Verlust wird auf 5 Millionen Piaster( Papier) geschäßt, 30 000 Tonnen Waren, meist deutscher Herkunft sind verbrannt. Die Ent­stehungsursache des Feuers ist noch nicht bekannt, fünf Beamte seien verhaftet. Das Depot, welches 2 Millionen Franks tostete, ist vollständig zerstört.

Vom Taifun zerstört. Die telegraphische Verbindung mit Kanton und Swatow ist durch den Taifun zerstört worden, man befürchtet, daß diese beiden Städte ebenfalls unter dem Wirbelsturm schwer gelitten haben. Jetzt eingetroffene Mel­dungen besagen, daß bei dem letzten Taifun mehr als 5000 Chinesen ums Leben kamen. Der Schaden wird nach ober­flächlicher Schäßung auf 20 Millionen Dollars berechnet.

+ Die Schußwaffe. Der 13 jährige Sohn des Handels mannes Thiele aus Wittenberg a. E. gab auf den Kutscher Paul, der ihm wegen der Schießerei mit einem Revolver Borhaltungen machte, zwei Schüsse ab, wobei Paul der linke Untertiefer zertrümmert und er in die Seite getroffen wurde.

In Berlin wurde das fünfjährige Söhnchen des Fabrik­arbeiters Gosczynski von dem Schlossergesellen R., der mit einem Teschin spielte, so unglücklich in den Kopf getroffen, daß der Tod auf der Stelle eintrat.

Seine Tochter zu Tode gemartert hat der Gefangenen­aufseher Fleckenstein in Kreuznach. Kurz vor dem Tode machte die 15jährige Tochter noch folgende Aussage: ,, Mein Vater hat mich über den Kopf mit dem Schrubber geschlagen. Der Schrubber hatte einen verrosteten Nagel, der mir in den Kopf drang. Dann hat er mich die Treppe hinuntergeworfen, wo ich bewußtlos liegen blieb." Der unnatürliche Vater flüchtete, wurde aber in Bingen dingfest gemacht.

+ Einsturz eines Neubaues. In Bremen ist ein in der Lindenhofstraße errichteter Neubau, auf dem 30 Arbeiter be­schäftigt waren, blößlich eingestürzt. Von der Feuerwehr

wurden 9 Mann, die schwere Verlegungen davongetragen haben, nach dem Kranken- und Diafonissenhause befördert, die übrigen sind leicht verlegt.

Selbstmord auf dem Manöverfelde. Major Seyfried bom 7. bayerischen Infanterie- Regiment in Bayreuth hat bei Matting in Unterbayern auf dem Manöverfelde fich die Puls­adern mit einem Taschenmesser aufgeschnitten. Er wurde hinter einem Streuhausen mit Stichen in der Brust und Schnitten an den Handgelenken aufgefunden.

Fabrikbrand. In Naß explodierte in der Extraktions­fabrit von Gerstewiß bei der Erdwachsfabrikation ein Kenel mit Benzol. Das Fabrikgebäude brannte nieder. Der Be­trieb ist unterbrochen. Menschen sind nicht zu Schaden ge= tommen.

Wegen eines Kusses seine Frau erschossen hat der Land­mann Gruber aus Nadab in Ungarn. Gruber bemerkte, daß seine Frau einem Burschen, mit dem sie tanzte, einen Auß gab, sofort sprang er unter die Tanzenden, zog einen Revolver und gab zwei Schüsse gegen die Frau ab. Eine Kugel traf die Unglückliche in den Kopf, die zweite ging durchs Herz. Die Frau war sofort tot.

Bunte Tages- Chronik.

Flensburg, 19. September. Bei einer Manöver- Uebung bei Loitfirkeby wurde der Füsilier Meyer vom 86. Regiment bon einer Platzpatrone im Gesicht getroffen und auf der Stelle getötet.

Eilenburg, 20. September. Heute Nacht brach das vom Portier der Kattunmanufaktur bewohnte Haus infolge Erd­rutsches zusammen. Der Portier wurde früh als Leiche auf­gefunden.

Recklinghausen, 19. September. Nach dem Genuß von Bilzen erfrankte eine aus Desterreich stammende Bergarbeiter­familie. Der Zustand des Familienvaters und eines zwei­jährigen Kindes ist hoffnungslos.

München- Gladbach, 19. September. Mit 28 000 Mark durchgebrannt ist der 18 jährige Kaufmannslehrling Coenen. Die Spuren des Flüchtlings weisen nach Berlin.

Madrid, 19. September. Bei Ponferrada( Prov. León) stießen zwei Güterzüge zusammen; mehrere Personen wurden getötet bezw. verwundet.

Herbstmoden.

( Plauderei unserer ständigen Korrespondentin.)

Noch vor kurzer Zeit brannte sengend heiß die Sonne auf uns hernieder, man ließ noch einmal alle hellen Kleider waschen und plätten, men dachte noch an eine Landpartie für den Sonntag. Und plöglich hat die Welt sich in Grau gehüllt. Wir werden es gewahr, daß es mit dem Sommer zu Ende ist. Die nächste Ueberlegung gilt unserem äußeren Menschen. Wir müssen uns rüsten der ungemütlichen Witte­rung entgegen zu treten. Darum wird Abschied genommen von dem duftigen so kleidsamen Sommerhut und Umschau gehalten, was für eine neue Form ihn ebenbürtig ersezen fönnte. Vor einer neuen Hutmode haben die Damen immer ein flein wenig Angst. An kein Kleidungsstück gewöhnt man sich so schwer als an den Hut der Saison. Gegenwärtig hat es die Mode den Damen etwas leichter gemacht als bei Beginn des Frühlings. Damals wurde ein­stimmig der kleine Hut als der einzig tragbare erklärt. Das war heikel. Er verlangt ein hübsches Gesicht und schöne Haare. Jezt hat wieder der große Hut den Sieg errungen. Vorläufig ist der Schäferhut maßgebend. In merkwürdiger Weise werden die Hüte jetzt geformt. Man sieht beim Be­stellen einer neuen Kopfbedeckung nichts anderes als ein rundes Stück weichen Felbels, aber furzgeschoren, in dem leicht erhöht der Kopf sich abzeichnet. Hieraus wird mit Hilfe von Draht die jedesmalige Form gebogen, sei sie nun Rembrandt oder Bergère oder Tricorne. Die Modefarben sind augenblicklich weinrot, prune, grau, castor und wieder einmal alle hellen Töne. Die Garnierungen bestehen aus Band in der Farbe des Hutes, aus abschattierten Blumen, die noch so reichlich mie im Sommer getragen werden, aus Chiffon, in Falten um den Hut gelegt, zumeist zweifarbig. Braun und Grün sind Zusammenstellungen, die immer wieder bemerkt werden. Wichtig sind die Untergarnierungen, die aus einer Reihe von Tüllschluppen an Stelle von Rosetten bestehen. Der Rand des Hutes wird mit gleichgetöntem Chiffon oder Tüll eingefaßt. Beliebt ist der Wagnerkopf aus Sammet, dem sich lange Straußfedern anschmiegen. Federn werden wohl als die vornehmste Zier des Hutes geschäßt. Daneben werden auf fleinen schmalen Hüten, Marquisform, große Möven oder Schwalben bewundert. Weiße große Hüte schmückt man mit hellblauen Federn und mattrosa Rosen, und solche aus schwarzem Sammet mit weißen Federn.

Der tonangebende Stoff in der Damentoilette ist augen­blicklich der Sammet. Mit ihm fehren wir wieder zu den alten Anschauungen über das Kostüm zurüd, von denen eine gesundere Richtung sich mit Energie abgefehrt hatte. Mehr als je wird die runde schmale Taille betont, die in einer langen anliegenden Sammetjacke ihre richtige Würdigung findet. Sie wird in Zusammenhang gebracht mit einem glatten Sammet­rock, der die Hüften knapp umspannt, dann aber weit und schleppig ausfällt. In schwarz, dunkelblau, aber auch in mode= farben und vor allem in den bereits aufgeführten modischen roten und lila Nüancen sieht man solche Roben. Aber sie werden auch aus Tuch oder aus englischen Klein farierten Stoffen angefertigt. Bemerkenswert ist es, daß man auch den fußfreien Rock zur langen Jade trägt. Der furze Sacco und Bolero, auch die kleine sogenannte englische Jacke, die wenige Zentimeter über die Taille geht, find meten der langen gut angeschrieben. Die kurzen Jacken haben meistens lebhafte Garnierungen, stehen vorn weit von der Taille ab und werden mit halblangen Aermeln gearbeitet. Der Miederrock wird als unmodern angesehen, tritt aber immerhin noch auf zu furzen Jacken. Ein dunkelblauer Miederrod aus Tuch mit einer gleichfacbigen Seidenbluse, deren Sattel mit weißen Spizzen belegt ist, dazu eine dunkelblaue fleine Sammetjacke kann sich sehen lassen. Sobald dickere Stoffe notwendig werden, tritt auch der Faltenrod in den Hintergrund, der aber noch nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt hat. Durchschnittlich find die Röcke glatt, so teilig wie möglich, weil diese Art die Figur schlank machen soll. Vielfach besetzt man sie mit Blen­den aus Tuch, was auch für Sammetröcke zutrifft.

Mit diesen ersten Andeutungen über die Mode geben sich die Damen für heute wohl zufrieden. Wer ihnen folgt, fann schon ein nettes Sümmchen ausgeben.

Emma Reichen- Berlin,

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Was die Herzte fagen.

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Intereflantes vom Naturforscher- und Herztetag. Englische Krankheit. Die bösen Nerven. Diebstahl kein Bes brechen. Lockungen der Warenhäuser. Beugnisfähigleit Zeugnis- Wert. Gesunde Mütter, gesunde Kinder. Z. Stuttgart, 19. September

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Das Berliner Tay rl. Der Birgermeister or einigen Wochen in Be hr hat er in der amerit nguführen begonnen, die Denn auf feine Veranla Haft gegründet worden Automobildrofchten- Berte einzuführen beabfi 00 Tarameter- Automo

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In den verschiedenen Abteilungsfizungen der medizinisce Gruppen wurden eine Reihe von Fragen behandelt, die c weit über die engen Grenzen der Fachleute Interesse erwec Von den Kinderärzten sprach Dr. Draesecke über die englich Krankheit. Diese Krankheit äußert sich schon in den erte Monaten des Lebens in einer Aufweichung des wachsende Knochens, sodaß die Kinder eine Reihe von Verkrümmunge und Verbiegungen an ihrem Knochengerüst erleiden, die später nur schlecht wieder ausgleichen. Dem Vortragende gelang es nun, nachzuweisen, daß auch im Rüdenma rachitischer Kinder nicht unbeträchtliche Veränderungen sich vo finden. Während jede Nervenfaser im Rückenmarfe selbst einer Hülle umgeben ist, finden sich bei der englischen Kran heit Störungen in der Zusammensetzung dieser feinsten Hül was auf dem Wege der verschiedenen Färbbarkeit dieser Mar hülle ermittelt wurde. Ueberall im Rückenmark rachitischer Kinder fann man Nervenfasern antreffen, die bald mehr, bald wenige von einer normalen Markhülle entblößt sind. Umgeben diese kranken Nervenfasern allmählich wieder mit einer jeder Hinsicht gefunden Markhülle, so wird das Knochensysten wieder die ursprüngliche Festigkeit erlangen. Ist nun de Erkrankung des Nervensystems die Grundursache der Kran heit und hängen hiervon wieder alle anderen Begleiterfron fungen ab oder handelt es sich bei der Rachitis um irge eine bestimmte, bisher nicht bekannte Schädigung, welche da ganze Knochensystem und zugleich das Nervensystem franfen läßt? Der Vortragende mochte das letztere nit annehmen, neigte vielmehr der ersteren Annahme mehr Die Ausführungen des Vortragenden können uns also unte Umständen wieder einmal in die verwickelten, von unserem Nervensystem zu leistenden Aufgaben einen Einblid gewähre

Es wird schließlich nur noch eine Sorte von Krankheite geben: die Nervenleiden, auf die alle Veränderungen des menschlichen Organismus zurückgeführt werden. Seitden nun vollends die Jrrenärzte sich so fräftig regen, will es mu gar scheinen, als ob auch alle frankhaften Erscheinungen de menschlichen Gesellschaftslebens auch nur eine Form der G krankungen der Nerven sind. Wenn das so weiter geht, wird besonders der Diebstahl nicht mehr als ein Verbrechen, sondern als eine Krankheit betrachtet werden müssen, freilich als eine recht gefährliche.

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$ Das Schwurge Montag, den 24. Septbr 1906 zufammen und be 1. Tage gegen Jobs. A ver fude, Antlage: Staate anwälte Grünewald, Leu gegen die Eheleute Peter megen Meineids, Ant Theobold, Berteidigung: 26 Sept. geger Chriftia verfus, Antlage: Berteidigung: Rechtsan 27. Sept. gegen Callma Reineids, Anflage: Gro teidigung: Rechtsanwalt Fuß aus Niederhausen m Ober: Staatsanwalt The Juftigrat Weibig. Sam Benter aus Ungersbach Erfolg, Anflage: Groß teidigung: Rechtsanwalt Dito Ullrich aus Geiß Angflage: Großh. Geri Rechtsanwalt Juftigrat gegen Friedrich 8mmer Rat, Anflage: Großh Rechtsanwalt Arnold.

Der Münchener Gerichtsarzt Prof. Dr. Hans Gudden München, ein Sohn des bei dem bayerischen Königsdrama ums Leben gekommenen Leibarztes des Königs Ludwig II. ht die Warenhausdiebe auf ihre Zurechnungsfähigkeit untersu Die Warenhäuser ziehen alle Bevölkerungsschichten a Sie fesseln und blenden durch die Reichhaltigkeit und de Glanz ihres Inhaltes, sowie durch das in ihnen pulsierende Treiben, das zu manchen Zeiten zur beängstigenden Hochflut ansteigt, den Besucher in außerordentlichem Grade. So tommt es, daß bei nicht wenigen Besuchern bisher nicht vo handene Begehrungsvorstellungen entfadt werden, gleichzeitig mit einem märchenartigen Gefühl, als müsse man nur die Hand nach den Schäßen ausstrecken. Dej in der Tat in vielen, wenn nicht in den meisten Fällen bo Warenhausdiebstahl, solch halb unbewußte Vorstellungen au tauchen und durch die Sinnenreize, sowie durch das herrichende Gewühl noch verstärkt werden, geht daraus hervor, daß der Regel der Dieb nur für ihn unbrauchbare Gegenstande stiehlt. Da entwendet zum Beispiel eine Maurers fr eine Flasche feinsten Parfüms, mit der sie gar nichts anfangen kann. Eine andere stiehlt kostbare Seiden bänder, Blusenstoffe und dergleichen, die ebenfalls fi sie wertlos sind, weil der Gegensatz dieser Stoffe zu ihre Sonstigen Kleidern und Mitteln zu auffallend wäre. Aus der Zwecklosigkeit und Unbrauchbarkeit des gestohlenen Gutest also wohl ein Schluß auf die Planlosigkeit und Plöglichtet des Vorgehens des Täters gerechtfertigt.

Bedeutsam ist,

1. daß an den Warenhausdiebstählen die ländliche völkerung und betrunkene Individuen so gut wie garnicht b teiligt sind,

2. daß bei mehr als zwei Drittel der Diebe eine Betreten des Kaufhauses schon bestehende Diebstahlsabf oder eine materielle Notlage bestimmt nicht vorhanden ist,

3. daß zirka 99% der Warenhausdiebe dem web lichen Geschlecht angehören. Unter diesen finden wir Altersstufen und alle Gesellschaftsklassen vertreten. Aber Diebinnen machten schon auf den Laien den Eindrud Minde..vertigkeit."

Die Personen waren noch unbestraft. Nach den fahrungen Guddens erfährt bei nervösen oder hysterisce Frauen die Vorstellungs-, Willens- und Gemütssphäre leicht durch die äußeren Reize, wie sie in einem Warenhas einwirken, jähe Steigerungen. Es erscheint daher die derung gerechtfertigt, daß in jedem Fall von Warenhausd stahl eine psychiatrische Untersuchung angeordnet werden fol und daß bei einer eventuellen Aburteilung auch Geldstree al3 zulässig erkannt würden. Gudden empfiehlt zum Sch eine gute Medizin gegen diese Stehlfrankheit Einschlie der gar zu leicht mitgehenden" Gegenstände.

Der Landtagsa gefern Vormittag in Mi britten Wahlbezirk Starf geboren, war Areisted Beichenlehrer in Michel tr Landtagsabgeordneter Die drei S Landes haben laut eir Großherzoglichen Bentro fienenen Bufammenftel wachs von 31 Sdüler Goangelischen mit 30 La Prozentjag der fa bon 29,1 im Schu Etuljahr gefunten und Matholischen Bevölkerung Lehrer- Bräparanden Un auf. Dort beträgt di Evangelische und 4 Catholischen Schüler( 81

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Wertvolle Anregungen gab der Direktor der Württ bergischen Heil- und Pflegeanstalt Winnental, Medizina Dr. Kreuser über die Zeugnisfähigkeit der Schwachfinnic Das Zeugnis Schwachsinniger mag so oft unrichtiges n enthalten, die volle Wahrheit aber ist kaum je davon zu warten, recht häufig aber bedenkliche Fälschungen des b bestandes. Ohne eingehende psychologische Prüfung der sönlichkeit fann ihm daher ein Beweiswert nicht zuerfa werden; als Belastungszeugen sollen Schwachfinnige a feine Beachtung finden.

Beachtenswerte Aufschlüsse über die Behandlung Wöchnerinnen gab Professor Walcher in seinem Vortrage der Versammlung für Kinderheilkunde. Kräftige Ernähru der Mutter vor und sofort nach der Geburt durch Mid Thee, Suppe, Braten und Gemüse hält der Redner für r wendig. Die früher übliche und jetzt noch manchmal gewendete Hungerdiät sei zu verwerfen, solle die Mutter Kind selbst ernähren und zwar sachgemäß ernähren fön Natürlich ernährte Kinder aber übertreffen in jedem Fal fünstlich ernährte an Lebensfähigkeit und Gedeihen.

So gab uns der Aerzte- und Naturforschertag reiche interessante Anregungen auf vielen Gebieten.

Homburg, 20. Sirf Bülow mit der Fift einen turze Führung des Grafen

Darmstadt, 20 Berhandlung gegen d Bandlow wegen Beie erferer freigesprochen

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