Cokales.
21. Juli. * Der Großherzog fam Donneretag Nachmittag im Automobil in Offenbach an und besichtigte die Fabrik von Maier& Cie. Hieran schloß sich um 127 Uhr ein Abendessen bei Kreisrat v. Hombergf. Um 128 Uhr folgte der Großherzog einer Einladung des Turnvereins in die Turnhalle, Goethestraße, wo Stabübungen, Riegen- und Kürturnen, sowie Fechtübungen vorgeführt wurden. Der Großherzog folgte den Vorführungen mit größter Aufmerksamkeit.
* Am 19. dz. Mts. wurde im Burgschloß zu Lauterbach die Verlobung des Grafen Wilhelm von Schlig genannt von Görg mit Catharina Riedesel Frein zu Efenbach, ältesten Tochter des Großherzoglichen Oberstallmeisters Mor y Riedesel Freiherrn zu Es nbach befannt gegeben.
*** Der Provinzialaus schuß hat die gegen die Bürgermeisterwahl in Unterschmitten eingelegte Reflamation zurückgewiesen.
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Der Direktor des Gießener Gymnasiums, Geh." Schulrat Prof. Dr. Schädel beabsichtigt, nach München überzusiedeln.
* Parlamentarisches. Die Orts- und Bolt zeidiener im Großherzogtum Hessen haben an die Zweite Stammer eine Vorstellung gerichtet, in der sie um Regelung ihrer Anstellungs, Gehalts- und Hnte: bliebenen VersorgungsBerhä tnisse auf nachstehender Grundlage bitten: 1. Daß hinsichtlich der Gehaltsbezüge eine gefeßliche Regelung und wesentliche Echöhung eintritt und die P tenten mit den Gemeindeforstwatten gleichgestellt werden. 2. Daß den Polizeidienern im Falle ihr.r Dienstunfähigkeit eine Pension gleich wie den Gemeindeforstmarten zu teil werde und daß auch zu diesen Pnsionen ein angemessener Staatszuschuß erfolge, für die Wuwen und Waisen möge eine HinterbliebenenVersorgung eingerichtet werden, wie dieses auch bei anderen Beamtentlassen ähnlicher Art schon lange der Fall ist.( Es ließe sich wohl diese gefeßliche Regelung bei der bevorstehenden Revision der Verwaltungsgeschgebung im Rahmen der Landgemeindeordnung und im Zusammenhang damit vollziehen.) Betreffs der Anstellungsverhältnisse wird gebeten, folgendes berücksichtigen zu wollen: 1. Die Anstellung des Polizeidieners erfolge nach Anhörung des Gemeinderats und nach erfolgter Prüfung des Kandidaten durch das Großh. Kreisamt. 2. Der Gehalt dürfte einheitlich nach der Einwohner zahl durch das Großh. Kreisamt festzusetzen sein. 3. Der Polizeidiener sei pensionsberechtigt, die Gemeinde hat die Beiträge zur Pensionskasse, wie dies bei den Gemeindeforst. warten der Fall ist, zu tragen. 4. Bei Erkrankung der Polizeidiener dürfte demselben ein Vertreter auf Kosten der Gemeinde gestellt werden. Die Vorstände der hessischen Fleischerinnungen bitten, die staatliche Schlachtv teh bersicherung nicht in Vollzug zu seßen, da jede wohl. tätige Wirkung des Gesezes, rasche Hilfe und schleuniger Ersatz durch die schwerfällige zentrale Geschäftsführung unmöglich gemacht werde. Ein Antrag des Abg. Dr. Glässing erstrebt eine Revision des Gesezes über das Verfahren der Zwangsvollstreckung im Verwaltungswege vom 30. September 1893, sowie der Ausführungsvorschriften zu dem Gesez.
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*** Am tommenden Donnerstag hat die Kinderwelt von Gießen ihren großen Tag, dann feiert sie ihr schönes Jugendfeft, zu dem nicht weniger als 3530 Anmeldungen erfolgt sind. Der Bug, der auf der Süd- und Oftanlage aufgestellt wird, bewegt sich durch die Gartenstraße und Grünbergerstraße nach dem Festplatz im Philosophenwald, wo der Nachmittag unter verschiedenen Preisspielen zugebracht wird.
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Sozialdemokratische Hochschule. Die Sozialdemokratie hat anscheinend eingesehen, daß ihren publizistischen und agitatorischen Kräften trotz aller Selbstübechebung doch manchmal da oder dort noch etwas fehlt. Der Frankfurter Fall Bielowski ist ein neuer Beweis dafür. Um dem Uebel abzuhelfen, wird eine Art Hochschule für sozialdemokratische Parteifunktionäre, ein" Seminar", wie sie der Vorwärts" nennt, in Berlin ins Leben gerufen werden. Im November dieses Jahres sollen in Berlin die Ausbildungskurse beginnen, die bestimmt sino, besonders befähigte Genossen zu Redakteuren der Parte presse, Agitatoren und Pattis tretären zu drillen. In einem halben Jahre soll den Anwartern für die„ ge hobenen Stellen" in der Partet das nötige wissenschaftitche Rüstzeug für ihren Beruf beigebracht werden; National ökonomie, Soziologie, Partetgeschichte, Ges.Besfunde und
noch ein Dußend andere Disz painen, alles natürlich nach Sozialdemokratischen Rezepten zurechtgemacht, werden in dieser Akademie gelehrt werden. Leider erfährt man aus der Ankündigung im„ Vorwärts" nicht, wer die Lehrer sein werden. Im übrigen enthält das Programm Bestimmungen, woraus sich ergibt, daß der Parteivorstand straffe Ordnung in ſetuer Akademie halten wird. Wer den gestellten Anforderungen nicht genügen fann, wird vom Parteivorstand aus dem Kursus entlassen. Die ganze Einrichtung verfolgt offenbar neben der theoretischen Ausbildung aus den praktischen Zweck, den immer mehr durch die Gewerkschaftsbewegung gefährdeten Einfluß der sozialo motiatischen Orthodoxie wieder zu festigen, denn eine genügende Kenntnis der oben angegebenen Disziplinen wird in einem halben Jahr den Standidaten taum beizubringen sein.
*** Die Fahrt der Hessischen Flottenfreunde an die Wasserkante ist in allen Punkten gut verlaufen. Die Teilnehmer haben auch die denkwürdigen Stätten besucht, wo die Schleswig- Holsteiner in so weien Kämpfen um ihr Deutschtum gerungen.
* Hessisches Schulmuseum. Der auf dem Gebiete der hessischen Schulgeschichtsforschung mit anerkanntem Erfolg tätige Pfarrer D. Dr. Diehl in Hirschhorn hat die Ecrichtung eines hessischen Schulmuseums angeregt, in dem alles vereinigt werden soll, was an Material für die Geschichte des Unterrichtswesens in Hessen ausfindig gemacht und erreicht werden faun. Da zur Verwirklichung des Gedankens zunächst einmal nötig ist, festzustellen, welche Schul
bücher, Lehrmittel und sonstige für die Schulgeschichte be= deutsamen Gegenstände aus der Zeit vor 1830 etwa in den Schulinventaren vorhanden sind, hat Großh. Ministerium des Janern, laut Darmft. 3g.", eine genaue Püfung der Inventare der Schulen veranlaßt, über deren Ergebnisse bis zum 1 September berichtet werden soll.
*** Das Unwetter, das in der Nacht zum 20. Juli über Oberhessen niederging, hat schweren Schaden angerichtet. In Wahlen schlug der Buz in dos Specht'sche Wohnhaus, dasselbe nebft Stallung in Brand spend. Die Löscharbeiten waren durch Wassermangel sehr erschwert. Das Gebäude brannte bis auf den Grund nieder. In Angersbach wurde ein Haus durch Blitzschlag stark beschäbigt. In Bleichenbach entzündete der Blizz den Epeicher eines Wohnhauses. In Lauterbach ging ein Haus in Flammen auf und in herchenhain wurde ein Pferd der Gastwirtin Witwe Kuhl vom Blige erschlagen. Das Gewitter war von einem wolfenbruchartigen Regen begleitet, der erheblichen Schaden verursachte.
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* Erhöhung der Seifenpreise. Eine nach Limburg einberufene Versammlung der Seifenfabrikanten aus Hss n- Nassau und der Rheinproving bschloß, die seitherigen Seifenpreise zu erhöhen. Die bisherigen ständen nicht im Einklang mit den hohen Del- und Fettpreisen, deren Steigerung allem Anscheine nach sein Ende noch nicht erreicht habe. In dem allen
A Das Glück im Winkel.
Gießenern bekannten Vorort Bernhardshausen kam es in einer zugezogenen Familie zu einem Konflikt, als der Gemahl in später Festesstimmung nach Hause fam. Bald hörte man Revolver knallen und Geschrei, bis plötzlich die„ treue" Gattin im Nachtkostüm auf die
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Straße reterierte.
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Zum Schuhe der nüzlichen Vögel hat die hessische obere Forstbehörde neuerdings folgendes bestimmt: Das untere Forstpersonal ist zunächst nach der v. Berlep'schen sind Nsthöhlen anzubringer. In sehr trockenen Lagen sind Schrift, Gesamter Vogelschutz" zu belehren. Ueberall im Walde asserpumpen mit zementierten, flachrandigen Wasserbecken anzulegen. Das Suppersonal hat dafür zu sorgen, daß in der trockenen Jahreszeit stets Wasser in den Becken vor erleichtern, ist in diese Wasserbecken ein schwimmendes, handen ist. Um den Bögeln das Trinken und Baden zu Biden trocken gehalten und durch Bedecken mit Laub und hölzernes Kreuz zu einzulegen. Im Winter werden die Moos vor Aussieren geschüßt. In der Nähe dieser Wasser Dickichtremiſen aus Schwarz- und Weißborn und aus Stationen sind möglichst viele Nisthöhlen anzubringen, sowie Beersträuchern anzuziehen. Auch sollen hier und an anderen Stellen im Walde Reisigmassen auf Holzgestellen so aufge= schichtet werden, daß die Vögel dauernd Nistpläge darin finden. Die zwei Meter langen Füße dieser Holzgestelle müssen mit Dörnern und Stacheldraht umhüllt werden, damit Wiesel, Marder und dergleichen nicht herankommen fönnen."
* Johannisbeeren. Neben Erd- und HeidelNeben Erd- und Heidels beeren sind jgt die Johannisbeeren das beliebteste Obst bei Jung und Alt, dem nun auch Himbeeren und Stachelbeeren folgen. Gleich der letteren gehört die Johannis beere der weitverzeigten Familie der Grossularien an, die in den Wäldern des südlichen und mittleren Europas wild wächst. Außer weißen und roten gibt es auch schwarze Johannisbeeren, die in unserer Gegend zwar weniger vorfommen, in Norddeutschland jedoch groger Beliebtheit sich erfreuen infolge ihres fühlenden, wohlschmeckenden Saftes. Die beiden ersten Sorten finden zu Kompots, Gelees und Marmeladen wie zur Bereitung eines föstlichen Beerenweins und Liförs allgemeine Verwendung.
× Vom Lande. Die Kornernte hat überall auf dem Lande ihren Anfang genommen und auf den Höhen stehen bereits seit einigen Tagen die ersten Kornhaufen. Die heurige Gente erfordert ganz besonders gutes Erntewetter, zumal das Getreidefeld infolge der anhaltenden feuchten Witterung viel Untraut hat aufkommen lassen. Dazu find sämtliche Fruchtgattungen mächtig im Halme aufgeschossen, sodaß selbst das Sommergetreide vor allem der Hafer hinter dem Roggen taum zurückbleibt. Nach Aussage der Schnitter haben die schweren Gewitterregen den Fruchtfeldern nicht geschadet, sie versprechen vielmehr auch alle einen guten Störnerertrag zu liefern.
rg. Leihgestern. Das in unserer Gemarkung idyllisch liegende Gasthaus Zur Rindsmühle", die von Spaziergängern und Ausflüglern, besonders von Gießenern, gerne besucht wird, soll in Kürze der Neuzeit entsprechend Der Besitzer beabsichtigt, das eingerichtet werden. Etablissement bedeutend zu vergrößern. erforderliche Gelände will er von Gemeinde Leihgestern fäuflich erwerben. Er steht bereits mit der Gemeindebertretung in Unterhandlung. Wirtschaft hat sich der Fremdenverkehr in Leihgestern bedeutend gehoben, eine Vergrößerung und Neueinrichtung der betreffenden Wirtschaft wird deshalb auch für die Leihgesterner von Interesse sein. Man hofft hier im Ort, daß das Unternehmen von Seiten der Gemeindebertretung unterstützt wird.
Seit Bestehen dieser
sonders aber seit Eröffnung der Bahnstrecke Heldenberger Stockheim. Der letzte Kursus 1905-06 war von 45 Schülerinnen im Alter von 16-20 Jahren besucht.
§ Lich, 20. Juli. In unserem Ort wird nach den Plänen des Baurats Diehm- Gießen mit einem Kostenaufwand von 27 000 Mt. ein Gebäude für die Aderbauschule des Kreises aufgeführt.
§ Lich, 21. Juli. Unsere Wasserleitung wird demnächst ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Duellen bei Ahlbach geben reichliches Wasser, das in das Reservoir der vor 15 Jahren gelegten Leitung geführt wird. So sind die damaligen Arbeiten doch nicht gänzlich nuglos aus geführt worden.
* Alsfeld. Für das Eugen Richter Denkmal wurden hier 163 Mt. gesammelt.
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Alsfeld, 20. Juli. Unserer früherer Kreisrat Dr. Wallau hat seine Studienreise angetreten, die er in seiner Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter mit noch mehreren Kollegen nach Ostasien unternimmt. Alte Münzen. Bei * Schadenbach, 20. Juli. dem Inventar der hiesigen Bürgermeisterei befindet sich ein Beutel voll alter Goldstücke aus früherer Zeit, die sind. vielleicht recht wertvoll Die Bürgermeisterei ist gerne bereit, sie Kennern zur Verfügung zu stellen. * Vaitshain, 20. Juli. Der morgens von Lauterbach kommende Personenzug hätte an einem Bahn. übergange beinahe ein Kuhfuhrwerk überfahren. Durch die Geistesgegenwart des Lokomotivführers und des Bauern wurde das Unheil aber glücklicherweise abgewendet.
* Frankfurt, 20. Juli. Im Frühjahr 1908 find seit der Gründung der Frankfurter Handelskammer hundert Jahre verflossen. Aue Anlaß dieses Jubiläums soll eine Dentschrift veröffentlicht werden.
* Frankfurt, 21. Juli. Am morgigen Sonntag feiert unser Mitbürger, der Meistersänger Julius Stod hausen seinen 80. Geburtstag. Er ist ein Schüler des
berühmten Geſangsmeiſters Garcia. Liber hat ihrer des
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Das diesjährig Rinder angemeldet ben 26. Juli 1906 perden. Nachmittags 2 Oft- und Südanlage einen Weg durch die lage. Erwachsenen από δας Gingreifen it An den Eingäng frettung der Kosten b Sefteilnehmern ein& Borverkauf, der dauert, werden Eintr dieselben find zu ha Balltorftraße Nr. 16, in ton& Balser Mäusb
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legten Jahren ein schmerzhaftes rheumatisches Leiden be fallen. Stockhausen, der einer Musiterfamilie von Ansehen entstammt und dessen Wege in Paris stand, war als ausübender Künstler in seinem Spezialfach ein Auserwählter, ein Aristokrat. Seine Stimmittel ein Bariton von dunklem Timbre und seltenem Wohlflang erhielten sich Dank einer vorzüglichen Schulung bis ins Alter hinein geschmeidig. Seine Aussprache war die denkbar deutlichste, sein Vortrag von innerer Wärme beseelt. Mehrfach war Stockhausen als Leiter von Konzertgesellschaften tätig. Von 1862 bis 1867 stand er an der Spiße der Philharmonischen Konzerte und der Singakademie in Hamburg. Im Jahre 1874 wurde er zum Dirigenten des Sternschen Gesang vereins in Berlin und 1878 als Lehrer an das Hochsche Konservatorium in unserer Stadt berufen, in der er sich nach seinem 1875 erfolgten Wieder- Austritt aus der von Raff geleiteten Anstalt dauernd niederließ. Stockhausen hielt instrumenten ist der Zut diesen Stellungen die klassischen Traditionen aufrecht; seine Intentionen als Dirigent waren stets auf Reinhaltung der Kunstwerke und auf deren stilgerechte Wiedergabe gerichtet. Den Bestrebungen der Bach- Freunde schloß sich Stockhausen tatkräftig an.
* Frankfurt. Heu und Strohmarkt. Heu per Zentner Mt. 4.- 00, Stroh Mt. 3.30-3.40.
Aus dem Gerichtssaal.
traftammer.
Gießen, 20. Juli.
Der Arbeiter Dietrich Fischer aus Elpenrod hatte sich in einer Wirtschaft zu Friedberg als Forstgehülfe aus gegeben, wo er einige Tage verweilte. Am Tage seiner Abte.se fand das Buffetfräulein ihre Tür aufgebrochen und aus ihrem Koffer waren etwa 50 Mt. nebst Uhr mit Kette verschwunden. F., der bereits mehrfach vorbestraft ist, machte sich durch unwahre Angaben so berdächtig, daß trop feines Leugnens an seiner Täterschaft nicht gezweifelt wurde. Et erhielt 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverluft und wird unter Polizeiaufsicht gestellt. Gegen den Schrift seger Johannes Deißer aus Danzig wurde bei verschlossenen Turen verhandelt. Er wurde des Sittlichkeitsverbrechens an Kindern unter 14 Jahren in einer vollendeten und in zwet versuchten Begangenschaften für schuldig befunden und 34 4 Jahren Zuchthaus nebst 5jährigem Ehrverlust verurteilt.
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Der jugendliche Bergarbeiter Wilhelm Jung in Gießen öffnete auf dem Bergwerk den Spind eines Arbeiters mit einem falschen Schlüssel und stahl 3 bis 4 Mt. Er wurde zu 3 Wochen Gefängnis verurtent. Das hierzu - Wegen wiederholten unentschuldigten Ausbleibens beiden Pflicht feuerwehr- Uebungen zu Kaichen erhielt der Bahn arbeiter Kaspar Ziegler einen Strafbefeht, dessen Einspru verworfen wurde. Er legte Berufung ein und machte geltend, daß er ständig als Bahnarbeiter beschäftigt set. Er hat jeden Monat nur zwei Sonntage frei und soll diese noch zu U.bungen der Feuerwehr benußen, was setner Ansicht nach unzulässig ist. Seine Berufung wurde für begründet erachtet, da ständige Eisenbahnbedienstete nur mit 8unimmung ihrer Vorg sezten zu den Pflichtfeuerwehrubungen herangezogen weroen dürfen. Daß in vorliegendem Falle die Eisenbahn behörde ihre Zustimmung erteilt hat, fonnte nicht festgestellt weroen, weshalb Freisprechung eintrat.
* Aus dem Biebertal, 20. Juli. Für unser schönes Tälchen wird gegenwärtig eine Wasserleitung erbaut. In dem Dorfe Bieber sind bereits die Hausanschlüsse beendet, in Rodheim wird noch daran ge= arbeitet. Das Gesamtprojekt koster rund 125 000 Mt., die Quellen sind am Dünsberg und liefern vorzügliches Trinkmasser, das Kreisarzt Dr. Tannebaum untersucht hat. Das Reservebassin am Launscheidsberg faßt 350 cbm. Die Quellen liefern in der Sekunde 12 Liter Wasser. Im Herbst wird die Wasserleitung vollendet sein.
* Aus der Wetterau, 20. Jul. Die landwirtschaftliche Haushaltungsschule, die 1889 in Lindenheim gegründet wurde, wird von Jahr zu Jahr stärker b.sucht, be=
Marktberichte.
teken, 21. Juli. Aus dem heutigen zoenmartt topteten Butter per Pfb. 110-1.20 M., Hayaereter per Stuck 6-7 Prg., Enteneiet St. 0-0 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Kasematte 2 St. 5-6 18 Erbsen per Vfd. 22 fg., Linsen per Pfd. 32 fg., Tauben per Baar 0.80-1.00 Mt., Hühner per Stud 1.00-1.60 mt., Hahnen per Stüd 0.80-1.80 Wit., Enten per stud 1.80-2.20 wit., Gänse per Pfd. 00-00 Pig., Ochsenfleisch per Pfd. 78-86 Pig, Rind fleisa per Pfd. 70-72 1g., Schweinefleisch per Pfe. 80-91 Big Schweinefleisch gesalzen per fd. 94-00 Big, Raibfleisch per Pf.
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