Ausgabe 
18.8.1906 Erstes Blatt
 
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Es folgt die Vernehmung des Angeklagten Mühe, der auf einem Stuhl gegenüber dem Richtertisch Platz genommen hat. Mühe, der am 1. Dezember 1883 in München als Sohn eines Lazarettinspektors geboren ist, war zuerst Fahnenjunker beim 3. Bataillon des Leibregiments und wurde dann Fähn rich. Seit dem 1. März 1905 ist er Leutnant beim 3. Che­vaurleger- Regiment in Dieuze.

Vom Verhandlungsführer aufgefordert, sich allgemein zur Anflage zu äußern, erklärt Mühe, daß er nicht die Absicht gehabt habe, das Vermögen des Herzogs Ludwig zu schädigen, sondern daß er das, was er gesagt habe, aufrecht erhalte und sich keiner Schuld bewußt sei. Die Tatsachen, die zur An­flage stehen, leugnet er nicht, bestreitet aber bewußt die Un­wahrheit gesagt zu haben. Verhandlungsführer Kriegs­gerichtsrat Menschel erörtert die mißlichen Vermögensvers hältnisse des Angeklagten. Der Angeklagte ist infolge seines flotten Lebens in eine schlechte finanzielle Lage geraten und brauchte, wie er sich selbst ausdrückte, um seine Schulden zu tilgen, eine geringe Summe, etwa 20 000 m., die er durch Wechsel aufnehmen wollte.

Der Angeklagte erzählt, daß ihm schließlich die Verhält nisse über den Kopf gewachsen seien und er vollständig die Kontrolle verloren hatte. Er gab Wechsel einfach in Blanto aus, und die Geldagenten füllten dann die Summe aus. Der Angeklagte erklärt dann weiter, daß er gehofft habe, seine Eltern und Verwandten würden ihm aushelfen. Er habe einen reichen Onkel gehabt, der ihm immer versprochen habe, zu helfen. Außerdem hatte er die Absicht, sich zu verheiraten. Verhandlungsführer: Das kommt in zweiter Linie. Hat sich Herzog Ludwig Ihnen gegenüber sofort bereit erklärt, das Geld zu geben? Der Angeklagte bejaht diese Frage. Der Herzog habe gesagt, wenn kein anderer ihm helfe, werde er es tun. Als Sicherheit für seine Verpflichtungen will der Angeklagte eine reiche Heirat angesehen haben. Es ist aber nichts daraus geworden, weil Mühe die Dame für nicht reich genug hielt.

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Sodann werden die Geldgeschäfte des Angeklagten mit den Geldagenten verhandelt. Mühe hat, nachdem Herzog Ludwig die Bürgschaft geleistet hatte, 40 000 Mark bei einem Geldagenten in München aufgenommen. Verhandlungs­führer: Wieviel haben Sie in Wirklichkeit von dem Geld­agenten erhalten? Angeklagter: Etwa 31 000 Mart, da­von habe ich dem Leutnant Bogel etwa 5000 Mark abge­treten. Der Angeklagte erzählt dann, daß sein Onkel bereits 80 Jahre und seine tranfe Tante 79 Jahre alt sei und daß er deshalb auf eine baldige Erbschaft rechnen konnte. Leutnant Mühe geriet wenige Wochen später, nachdem er die 31 000 Mart bekommen hatte, abermals in große Geld­schwierigkeiten und wandte sich abermals an Herzog Ludwig in einem Briefe, in dem es hieß: Ich habe ein neues Anliegen, aber ich fann Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, daß die andere Angelegenheit für Sie erledigt ist." Die Anklage sieht hierin einen Betrugsversuch, da die andere Angelegen= heit, d. h. die 40 000 Mark noch nicht bezahlt waren. Der Angeklagte fand dann Aufnahme in einem Münchener Kranken­haus. Da der erste Schuldschein in Höhe von 40 000 Mark, für den Herzog Ludwig Bürgschaft geleistet hatte, nicht ein­gelöst wurde, kam die ganze Angel.genheit zur Kenntnis des Herzogs Karl Theodor von Bayern, der seinerseits den Reichs­rat v. Auer in das Münchener Krankenhaus zum Leutnant Mühe schickte, um sich wegen der Beteiligung seines Sohnes an der Geldaffäre zu erkundigen. Am Tage vorher war aber bereits Prinz Ludwig bei Mühe im Krankenhause gewesen und hatte ihn gebeten, nichts zu verraten. Als deshalb Reichsrat v. Auer im Krankenhause vorsprach, erklärte Mühe, daß Herzog Ludwig an der ganzen Sache nicht beteiligt sei.

Die falschen dienstlichen Meldungen sollen dadurch ge= schehen sein, daß der Angeklagte vor dem Ehrenrat über die Höhe der Schulden falsche Angaben gemacht hatte. Der An­geklagte erklärt, daß er das nicht als falsche Dienstmeldung aufgefaßt habe. Damit ist die Vernehmung des Angeklagten beendet und es beginnt die Zeugenvernehmung.

Unter großer Spannung wird

Herzog Ludwig Wilhelm von Bayern als Zeuge aufgerufen. Er hat zweimal für Leutnant Mühe Bürgschaft geleistet und sagt darüber folgendes aus: Im zweiten Drittel des Monats März 1905 fam Leutnant ühe zu mir und bat mich, einen Schuldschein über 5000 M. zu unterschreiben. Ich weigerte mich anfangs, cher Mühe sagte dann, ich würde keine Unannehmlichkeiten haben und auch nicht zur Zahlung herangezogen werden.

Als Sicherheit gab er mir an, 1. daß sein Vater sehr bermögend sei, 2. daß sein Onkel sehr reich sei und er eine reiche Erbschaft antreten würde und 3. daß er vor einer Heirat stände; einen Wechsel hätte ich nicht unterschrieben, neil ich mit Wechseln nichts zu tun haben will. Mühe sagte anir, ich brauche nur einen Schuldschein ausfüllen; das habe ich denn auch getan. Herzog Ludwig erzählt dann weiter die Begebnisse in ähnlicher Weise, wie es der Ange­flagte getan hat.

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Beuge Bogel- Ingolstadt gibt zu, daß er mit Mühe zu­sammen in der ersten Zeit Geldgeschäfte gemacht habe. Er selbst bekam aber nur sehr wenig Geld, das meiste bekam immer Mühe. Zeuge Rechtsanwalt Damm- München wurde von dem Angeklagten mit der Regulierung der Vermögens­berhältnisse betraut. Er führt aus, daß die Bürgschaft des Herzogs nicht auf eine bestimmte Summe lautete, sondern allgemein in Blanko gegeben war. Ueber die Vermögens­verhältnisse des Onkels des Angeklagten sagt Zeuge, daß auf die Familie des Angeklagten etwa 2 bis 300 000 Mark ent­fallen werden. Außerdem hat der Vater des Angeklagten auf dem Bureau des Zeugen schriftlich niedergelegt, daß die Familie Mühe auf die Erbschaft des alten Onkels zu Gunsten des geschädigten Herzogs Ludwig Verzicht leisten wolle. Zeuge Konkursverwalter Banmeister- Dieuze hat die Konkurs­masse des Angeklagten verwaltet. Der Angeklagte habe sämtliche Forderungen bestritten. Hierauf tritt die Mittags­pause ein.

In der Nachmittagssitzung wird die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Es handelt sich hauptsächlich um die Feststellung, ob der Onkel des Leutnants Mühe wirklich als reicher Erb­onfel anzusehen ist. Die Zeugenaussagen lauten schlecht für Mühe. Dem Herzog Ludwig Wilhelm von Bayern wurde seine Aussage zur Unterschrift vorgelegt. Nachdem die Unterschrift geleistet war, wurde die Beweisaufnahme ge­schlossen und es begannen die Plaidoyers.

Nab und fern.

Für 70000 Mark Schmetterlinge und Käfer hat der Angestellte einer Berliner Naturalienhandlung, namens Fastl entwendet und an seinen Vater nach Teplitz gesandt. Fastl,

der in dem Berliner Institut die Abteilung für Schmetter linge mehrere Jahre hindurch selbständig leitete, genoß das unbeschränkte Vertrauen seines Chefs. Erst als F. seine Stellung fündigte, ohne Grund zu haben, wurde der Chef mißtrauisch. Scharfe Beobachtungen ergaben, daß wertvolle Sammlungen im Werte von ungefähr 70 000 M. fehlten. Ganze Kästen waren vollständig ausgeräumt. Es bestand kein Zweifel darüber, daß Fastl Unterschleife in großem Maßstabe be gangen habe, um sich später auf Kosten seines Chefs selbst­tändig zu machen. Fastl wurde in seiner Wohnung verhaftet. Gleichzeitig wurde die Polizei in Teplitz- Schönau ersucht, die Sammlung beim Vater des Fastl, der Antiquitätenhändler ist, zu beschlagnahmen, was auch geschah.

Ein geheimnisvolles Verbrechen. Bei Nürnberg wurde in einer Bahnunterführung die Arbeiterin Therese Ehrens­berger erschossen aufgefunden. Ein Selbstmord ist ausge­schiossen. Der Geliebte des Mädchens, der Bäckergehilfe Beorg Pfaff, der zuletzt mit dem Mädchen gesehen wurde und seitdem vermißt wird, ist dringend verdächtig, die Ehrens­berger erschossen zu haben, weil sie auf den elterlichen Wunsch das Liebesverhältnis lösen wollte.

Große Feuersbrünste sind gegenwärtig an der Tages­ordnung. Aus verschiedenen Gegenden werden Brände ge­meldet, die erheblichen Schaden an Eigentum und Menschen­leben anrichteten. Es liegen folgende Meldungen vor:

Königsberg, 17. August. In Deutsch- Wilten, Kreis Friedland, brannten acht Wohnhäuser und sieben Wirtschaftsgebäude nieder.

Ortelsburg, 17. August. Ein großer Brand zer­störte in Willamowen fünf Wohn- und elf Wirtschafts­gebäude, wobei große Erntevorräte vernichtet wurden.

Allenstein, 17. August. In Schmolainen brannten fünf Häuser ab. Ein vierjähriges Kind kam in den Flammen um.

Raesfeld, 17. Auguft. Durch Blitzschlag wurde hier das Haus der Elkanschen Eheleute angezündet, wäh­rend diese die Feier ihrer goldenen Hochzeit begingen. 25 Personen wurden betäubt und leicht verlegt. Das Haus brannte vollständig ab.

Mailand, 17. August. Jm russischen Pavillon der Ausstellung wurde nachts ein Feuer noch rechtzeitig im Entstehen bemerkt und unterdrückt. Das Komitee leugnet, daß Brandstiftung vorliege.

Gesuchte Verbrecher. Die Polizei fahndet auf den Sekretär Gustav Fabora aus Budapest, der nach D.ebstahl und Unterschlagung von 24 000 kronen flüchtig geworden ist. Der Schwindler führt auf den Namen Kaspar Kondor und Josef Imre lautende Legitimationspapiere bei sich. Für die Ergreifung Faboras und Wiedererlangung des größten Teils des Geldes find 1000 Kronen Belohnung ausgesetzt. Gesucht werden auch die nach Ausführung eines größeren Gelddieb­stahls in Nürnberg verschwundenen Schlosser Josef Bucat und Karl Segina. Beide sprechen nur gebrochen deutsch. Bunte Tages- Chronik.

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Kiel, 17. August. Das Hamburger Leichterfahrzeug Minna Kiehn" sank im Nordostseetanal infolge Zusammen­stoßes mit dem Dampfer Post". Der Kanal war durch den Unfall gänzlich gesperrt; man hofft aber die Fahrbahn als= bald wieder freimachen zu können.

Swinemünde, 17. August. Im hiesigen Herrenbade er­trank gestern der Probst Markwardt aus Bromberg.

Frankfurt a. M., 17. August. In Niedertiefenbach er­hängte sich der Kassierer des Raiffeisenvereins, weil seine Verhaftung wegen begangener Unregelmäßigkeiten bevorstand.

Wernigerode, 17. August. Zwischen Blankenburg, Heim­burg und hier wird eine direkte Bahnverbindung geplant. In Blankenburg ist bereits ein Grundstück zur Bahnhofs­anlage erworben worden.

Lüttich, 17. August. In Hamut hat eine 70 jährige Frau statt Mehl Rattengift in einen Eierkuchen gemischt. Zwei Personen, die davon aßen, find gestorben, mehrere andere gefährlich erkrankt.

Der Landwirt.

Dg. Der 22. Deutsche landwirtschaftliche Genossenschafts­tag, der in Oldenburg stattfindet, wurde durch den General­anwalt, Geh. Regierungsrat Haas- Darmstadt, eröffnet. Aus dem Jahresbericht ist zu ersehen, daß der Reichsverband die größte wirtschaftliche Organisation der Welt ist, denn ihm gehören etwa 1750 000 deutsche Genossenschaftler an. Der Geschäftsumsatz ist von 105 000 Mark im Jahre 1882, dem Jahre der Gründung, auf 879 000 im Jahre 1905 gestiegen. Im Jahre 1882 wurden 17 landwirtschaftliche Konsumvereine errichtet, am 1. Juli 1906 bestanden 25 500 Genossenschaften, von diesen sind 20 128 ländliche Genossenschaften. Stärker noch als die äußere Ausbreitung war das Wachstum der Geschäfts­tätigkeit innerhalb der geschäftlichen Zentralstellen des Reichs­verbandes. Sämtliche Zentralkassen des Reichsverbandes hatten im Jahre 1905 einen Gesamtumsatz von 3728 Millionen Mark( gegen 3115 Millionen Mark im Vorjahre). Die Summe der an die Genossen ausgezahlten Gelder betrug 444 Millionen Mark( gegen 356 Millionen Mark im Vor­Jahre); die Summe der von den Genossen eingezahlten Gelder 424 Millionen Mark( gegen 355 Millionen Mark im Vor­jahre). Das gesamte Betriebskapital der Zentralfassen betrug Ende 1905 259 Millionen Mart. Hierunter befand sich eigenes Betriebskapital in Höhe von 22,9 Millionen Mark, weiter Einlagen der Genossenschaften in Höhe von 176 Millionen Mark. Einer der nächsten Punkte der reichhaltigen Tages­ordnung betraf die Organisation des genossenschaftlichen Viehabsages", hierüber referierte Landesökonomierat Johanssen­Hannover. Bei dieser Gelegenheit fam auch der vorjährige Fleischnotrummel" zur Besprechung, und wurde hierzu vom Referenten und in der Debatte übereinstimmend geäußert, daß die Deffnung der Grenzen, die nahe genug war, ein ,, nationales Unglück" bedeutet hätte. Zum Schluß des ersten Verhandlungstages wurde noch über die Organisation des Buttermarktes lebhaft debattiert und eine Resolution ein­stimmig angenommen.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Ein Millionenprozeß wurde vor dem Frankentaler Land­gericht verhandelt. Vor einigen Jahren verkaufte der Wein­gutsbesizer André in Haardt den drei Söhnen des Fabrikanten Zimmer in Heidelberg bzw. Livorno einen auf der Insel Elba gelegenen Mckrmorbruch. Der Kaufpreis betrug 2 500 000 M. Anbezahlt wurden 1 500 000 Mart. Der Rest sollte mit je einem Jahreswechsel von 500 000 Mark beglichen werden. Noch vor Fälligwerden des ersten Wechsels suchten die Brüder

Zimmer den Verkäufer zu bewegen, den Steinbruch zurüd zunehmen. Sie behaupteten, das Objekt sei bei weitem nicht so viel wert, als der Kaufpreis ausmache. André, der in zwischen die beiden Wechsel- mit bedeutendem Nachlaß an das Bankhaus Kugel& Cie. in Zürich zediert hatte, lehnte die Zurücknahme ab und ließ es zum Prozeß kommen. Eine Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus, dagegen hat das Gericht in dem Wechselprozeß des Züricher Bankhauses gegen die Brüder Zimmer der erste Wechsel ist inzwischen protestiert worden

Urteil erlassen. Die Brüder Zimmer

wurden zur Einlösung verurteilt.

Standesamt- Ra

Am 6. Auguft.

Sohn, Abolf;& Softer, Johanna Ma Sohn, Rarl Wilhelm; ofter, Margot Ma Sohn, Ludwig

§ Soldaten als Totschläger. Bei einer Schlägerei in ft Bogt ein Sohn, Hohensalza zwischen Zivil- und Militärpersonen wurde ein der Julius Philipp öffentliches Mädchen namens Klimkewitsch durch mehrere Ludwig Bogelhöfer Säbelstiche so schwer verletzt, daß sie an den erlittenen Ver briftine; Wirt Wilh legungen starb. Das Kriegsgericht der 4. Division in Hohenfabeth; Fuhrunter salza verurteilte die Täter, die Musketiere bezw. Spielleute riftian Emil; 15.

vom 140. Inf.- Regt. Kanning, Weitenhagen, Könnecke und Schwennecke wegen Körperverlegung mit Todeserfolg zu längeren Gefängnisstrafen. Das Urteil lautete gegen Kanning, der von den Angeklagten allein ein offenes Geständnis abge legt hatte, auf drei Jahre drei Monat neun Tage Gefängnis, gegen Schwennecke auf drei Jahre Gefängnis, gegen Witten hagen auf zwei Jahre, neun Monate, drei Tage Gefängnis

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Am 8. Auguft.

Criedorf mit Luife Raufmann dahier mi

und gegen könnecke auf neun Monate, drei Tage Gefängnis bannes Karl We

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Ein alter Bekannter, der aus dem Leckardt- Lizow Tausch- Prozesse bekannte Freiherr v. Lüzow, war wegen ver. schiedener Unredlichkeiten, die er sich in seiner früheren Eigen schaft als Geschäftsführer der bekannten Kropper Anstalten hatte zu schulden kommen lassen, von der Straflammer in Hamburg zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nachdem die hiergegen eingelegte Revision vom Reichsgericht berworfen worden war, richtete v. 2. ein Gnadengesuch an den Hamburger Senat. Dieses ist jetzt abschlägig beschieden worden, so daß die Strafe rechtskräftig geworden ist.

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Vermischtes.

Wieviel Waffer braucht Berlin? Der Tegeler See aus welchem bisher das für Berlin nötige Wasser entnommen wurde, wird mehr und mehr verunreinigt. Man hat sich nach Ersatz umgesehen und die Wasserwerke am Müggelsee liefern täglich schon 150 000 Rubifmeter Brunnenwasser. Ab 1907 er hält Berlin gar kein Seewasser, sondern nur noch Grund

Broßer, geb. Reil, in Fall Arzt in Semel

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Veta

Die unterm 8. Mordanlage zwische Gießen, den 1 Großh

wasser und zwar darf man nach Vollendung aller drei Schöpf. kamit aufgehoben.

stellen im Bedarfsfalle auf eine tägliche Zufuhr von 290 000 Rubikmetern( 90 000 Kubikmeter von Tegel und 200 000 Rubik meter vom Müggelsee) rechnen. Die gegenwärtige Länge des Berliner Stadtrohrnezes entspricht der Entfernung von Königsberg i. Pr. nach Köln.

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Die Nürnberger Jubiläumsausstellung scheint das Schicksal aller modernen Ausstellungen zu teilen, ausgenommen bie Düsseldorfer fie wird mit einem Fehlbetrage schließen Natürlich ist es zurzeit nicht möglich, irgend welche Zahlen zu nennen, da noch etwa zehn Wochen bis zum Schlusse ver gehen werden. In gewissem Grade kann man das schlechte Wetter für das ungünstige Ergebnis mitverantwortlich machen; in höherem Grade tragen jedoch offenfundige Fehler der Ausstellungsleitung, die Schuld an dem finanziellen Wiserfolg. Die Umstände lagen für den Besuch von aus wärts außerordentlich günstig, aber das Gros der Be völkerung ist nicht oft in der Lage, das teure Eintrittsgeld nufzubringen und das teure Bier zu trinken, das durch schlechtes Einschänken noch stark verteuert wird. Ohne das massenhafte Zuströmen der bloßen Vergnügungs- oder Er holungsbesucher wird aber heutzutage eine Ausstellung moderner und fünstlerischer Anlage und Ausstattung nicht so leicht günstig abzuschließen vermögen.

= Post mortem. Schrieb da vor einigen Tagen jemand einen Brief an seinen Freund, der nach Rochefort sur- Mer abgereist war. Einige Tage später befam er den Brief zurück mit dem postalischen Vermerk: Adressat ver weigert die Annahme weil

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verstorben!"

Eine niedliche Hundegeschichte wird vom Oberrhein berichtet. In der Nähe von Sasbach stürzte ein braves ,, Schnauzerl" von einem Laftfahn in den Rhein. Seelen cuhig schroamm er ans Ufer und wartete auf den nächsten talwärts fahrenden Schiffszug. Als am folgenden Tage ein neuer Schiffszug bergwärts fuhr, begrüßte Schnauzi ihn schon von weitem mit Freudengebell und Luftsprüngen. Mehrmal versuchte er, sich in den Strom zu stürzen, um schwimmend das Schiff zu erreichen. Die Schiffer, gerührt ob dieser Hundetreue, stoppten, eine Schaluppe wurde ausgesetzt und Schnauzi zu seiner großen Freude auf die Julie" herüber geholt, wo er sich alsbald heimisch fühlte.

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+ Was soll man trinken? Diese Frage wird, wie es - wie scheint, in diesem Jahre noch lange aktuell" bleiben es der Zeitungsmann nennt. Die Sonne sendet ihre Strahlen­garben Tag für Tag hernieder, als hätte sie vergessen, daß wir mehr als die Hälfte des Monats August hinter uns haben; fie erhitzt unsere Haut und trocknet unsere Bunge, so daß wir uns unausgesezt in dem seligen Stadium des un­löschbaren Durstes befinden. Was soll man nun bei der Sitze, was soll man nun bei der Hize trinken? Bier oder Wein? Erstens ist dieser Trank nicht billig und darum nicht jedermann zugänglich. Außerdem macht er uns schlaff und bringt gastrische Beschwerden. Auch die sogenannten alkohol­freien Getränke sind nicht viel wert; mit ihrem fadsüßlichen Geschmack stillen sie nur wenig und auch ihre Wirkungen auf den Magen sind nicht einwandfrei. Was nun tun? Hier der Rat eines Praftitus in furzen Säßen: Man meide in heißer Jahreszeit die Speisen und Getränke, die erhizen und Durst machen und die ganze Frage ist gelöst! Welche Speisen verursachen Durst? Alle heißen Speisen, ferner fette Suppen und Saucen, scharfe und salzige Nahrungs mittel und Vorsicht, meine Damen!- Konfekte, Konditor fuchen und ähnliche Süßigkeiten des Lebens. Was aber genießen? Hier ein Menu: Frisches Gemüse und Salat, reises Obst und saure Milch. Diese Nahrungsmittel er frischen und nähren zugleich, denn neben wertvollen Kraftstoffen enthalten sie auch aromatische Geschmacksstoffe, Außerdem find sie in Stadt und Land erreichbar, für Arm und Reich erschwingbar. Wer diese Regeln befolgt, sich leicht kleidet und für gute Hautpflege sorgt( Baden!) wird selten Durst verspüren. Und stellt sich der Durst dennoch hin und wieder cin, so genügen einige Schluck Wasser zu seiner Befriedigung Auch das ist ja leicht erreichbar und- billig.

Befar In der Zeit bom tiger Stadt funden: 2 Porter und 1 gold Die Empfangsbe ande belieben ihre machen. Gießen, den 1

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